Baustelle Hellabrunn

Elefantenstall (Provisorium)

Ein Zoo sollte sich ständig verändern. Dies sollte sich sowohl im Tierbestand, als auch in notwendigen Baumaßnahmen zeigen. Gebäude, die zur Zeit ihrer Erbauung als modern galten, entsprechen irgendwann den Anforderungen ihrer Bewohner nicht mehr oder stellen eine Gefahr für Besucher und Bewohner dar.

Im Dezember 2010 brachte der Tierpark Hellabrunn folgende Mitteilung:

2011 feiert der Tierpark Hellabrunn sein 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum möchte der Tierpark sich von seiner attraktivsten Seite zeigen und hatte daher beschlossen, auch das Hellabrunner Wahrzeichen neu anstreichen zu lassen: das denkmalgeschützte Elefantenhaus sollte wieder in seinem ursprünglichen Glanz, einem Ockergelb, erstrahlen.
Während der Fassadenarbeiten, in deren Zuge auch ehemals vorhandene Oberlichter freigelegt wurden, stellte sich heraus, dass Sanierungsbedarf nicht nur an der Außenfassade sondern auch im Innern des Elefantenhauses, v.a. an der Dachkonstruktion, besteht.
Derzeit prüfen Statiker mit aufwendigen Berechnungen und Laboranalysen, welche Baumaßnahmen getroffen werden müssen. Aufgrund eines Sanierungsstaus, der in den letzten Jahrzehnten entstanden ist, muss mit einer Grundinstandsetzung des fast 100 Jahre alten Gebäudes gerechnet werden.
Um die Tiere vor möglichem baubedingtem Stress zu schützen, ist der Tierpark jetzt mit Hochdruck dabei, Provisorien für die Giraffen und Elefanten zu planen, in denen sie während der Bauzeit untergebracht werden können. Dabei müssen auch die besonderen Bedürfnisse der Giraffendame Kabonga und der Elefantenkuh Temi berücksichtigt werden, die beide hochträchtig sind und im ersten Halbjahr 2011 ihre Jungtiere erwarten.
Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem: „Die anstehenden Bauarbeiten kommen vor dem Hintergrund des Jubiläumsjahrs natürlich zur Unzeit. Das Wichtigste ist aber, dass wir für das Wohlergehen unserer Tiere und für die Sicherheit unserer Mitarbeiter sorgen. Als in Folge von Mauerwerksarbeiten Teile einer abgehängten Decke heruntergekommen sind, habe ich sofort eine grundlegende statische Untersuchung des gesamten Elefantenhauses veranlasst.“
Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Christine Strobl: „Sollte tatsächlich eine Grundsanierung an dem denkmalgeschützten Hellabrunner Wahrzeichen notwendig sein, werde ich mich dafür einsetzen, dass die Stadt München ihrem Tierpark finanziell zur Seite steht. Nach einigen Großprojekten der letzten Jahre könnte der Tierpark die  Sanierung des Elefantenhauses nicht aus eigenen Mitteln schultern. Aufgrund des angespannten Stadthaushaltes hoffen wir jedoch auch, dass private Spenderinnen und Spender  uns unterstützen.“
Nähere Details zum Umfang der notwendigen Baumaßnahmen werden für Mitte Januar erwartet.

Im Februar lag das entsprechende Gutachten vor:

Wasserbad im Stallprovisorium (vorher Wasserbad des Bullen)

Wie bereits im Dezember 2010 berichtet, muss das 100-jährige Elefantenhaus saniert werden. Während der Fassaden-
arbeiten stellte sich heraus, dass Sanierungsbedarf nicht nur an der Außenfassade, sondern auch im Innern des Elefantenhauses, vor allem an der Dachkonstruktion, besteht. Mit aufwendigen Berechnungen und Laboranalysen haben Statiker herausgefunden, dass die Zugfestigkeit des Stahls und die erforderliche Betonfestigkeit nicht mehr gegeben sind. Der Armierungsstahl ist durch die ammoniakhaltigen Dämpfe stark angegriffen und muss dringend saniert werden.

Während der Bauzeit benötigen die Elefanten und Giraffen Ersatzställe. Noch im März soll mit dem Bau der knapp 900.000 Euro teuren Provisorien auf den ehemaligen Außenanlagen des Elefantenbullen (für die Elefanten) und der Pinselohrschweine (für die Giraffen) begonnen werden. Der Einzug der Tiere ist für Ende April geplant. Dabei müssen die besonderen Bedürfnisse der Giraffendame Kabonga und der Elefantenkuh Temi berücksichtigt werden, die beide hochträchtig sind und im März / April ihre Jungtiere zur Welt bringen werden.

Parallel zum Bau des Provisoriums wird die Planung für die Sanierung des denkmalgeschützten Elefantenhauses in enger Zusammenarbeit mit den Behörden, insbesondere der Denkmalschutzbehörde, vorangetrieben. Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende des Tierparks Christine Strobl versichert: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadt München ihrem Tierpark bei der Sanierung dieses denkmalgeschützten Hellabrunner Wahrzeichens finanziell zur Seite steht. Nach einigen Großprojekten der letzten Jahre kann der Tierpark die Sanierung des Elefantenhauses nicht aus eigenen Mitteln schultern. Aufgrund des angespannten Stadthaushaltes hoffen wir jedoch auch, dass private Spenderinnen und Spender uns unterstützen.“

Zum Glück sind die Planungen für eine neue Giraffenanlage bereits fortgeschritten, sodass mit dem Bau Ende des Jahres begonnen werden kann und die Giraffen nur übergangsweise im Provisorium verbleiben müssen. Die neue „Giraffensavanne“ ist am Isar-Eingang geplant und soll voraussichtlich 2013 eröffnet werden.

Die beiden angekündigten Tierkinder sind bereits zu sehen (Giraffe, geboren am 5. April, Elefant, geboren am 6. Mai, siehe auch hier). Die Giraffen haben ihr Provisorium bereits bezogen, in den nächsten Wochen wird das auch bei den Elefanten der Fall sein.

Die Pinselohrschweine befinden sich derzeit auf der Gepardenanlage und passen sie ihren Bedürfnissen an.

Hellabrunn besitzt noch andere Baustellen, aber das Warmhaus/Elefantenhaus hat im Moment erste Priorität. Verständlich, dass die alte Pinguinanlage kein schönes Bild abgibt, aber andererseits wäre es auch nicht schön, wenn der Tierpark mehr wie eine riesige Baustelle wirkt.

Beschweren kann man sich nicht, durch die Baumaßnahmen entstehen dem Besucher keine Einschränkungen.

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