Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Tierpark Berlin, 16.06.2011
Erdwölfe – Termitenfressende Hyänen im Tierpark Berlin
Einmalig auf dem europäischen Festland können Besucher im Tierpark Berlin ab sofort Erdwölfe beobachten. Der Erdwolf (Proteles cristata) ist der nächste Verwandte der echten Hyänen und sieht aus wie eine Miniaturausgabe der Streifenhyäne. Im Gegensatz zu den aasfressenden echten Hyänen, die mit ihren kräftigen Kiefern selbst Knochen aufbrechen können, fasziniert der Erdwolf mit einer unter Raubtieren einmaligen Ernährungsweise: er frisst ausschließlich Termiten. Etwa 300.000 dieser staatenbildenden Insekten verzehrt der Erdwolf in einer Nacht. Seine lange, spachtelförmige Zunge, große Speicheldrüsen sowie kleine Backenzähne sind wichtige Anpassungen an diese besondere Nahrungsquelle. Der Erdwolf lebt im östlichen und südlichen Afrika, wo er nachts als Einzelgänger oder paarweise die offene Grassteppe durchstreift, während er am Tage in Erdbauten ruht. Im Tierpark Berlin sind sie insbesondere um die Fütterungszeiten gegen 9:00 Uhr und 15:00 Uhr aktiv. Die beiden im Tierpark Berlin lebenden Erdwölfe, zwei einjährige Männchen mit den Namen „Rucki“ und „Zucki“, stammen ursprünglich aus Tansania und sind eine Leihgabe des „Rare Species Conservation Centre“ in England. Dank der beiden Neuankömmlinge können zoologisch Interessierte im Tierpark Berlin nun das Verhalten aller vier zur Familie der Hyaenidae zählenden Arten (Tüpfelhyäne, Streifenhyäne, Braune Hyäne und Erdwolf) vergleichend beobachten. Eine weltweit wohl einmalige Gelegenheit.

Tierpark Hagenbeck Hamburg, 16.06.2011
Australien jetzt in Hamburg – Neues Freigehege eröffnet
Nach knapp neun Monaten Bauzeit war heute der große Tag: Die Tiere durften ihr neues Zuhause endgültig beziehen. In der völlig neu gestalteten Australien-Anlage haben sie viel Platz, Versteck- und Schattenplätze und Gesellschaft durch eine bunte Schar von Wasservögeln. Als sich die Türen vom etwa 200 qm großen Innengehege zur 2000 qm umfassenden Außenanlage öffneten, gab es kein nennenswertes Zögern. Die acht Roten Riesenkängurus und die vier jungen Emus erkundeten vor den Augen der geladenen Gäste neugierig ihre Gras-, Wasser- und Sandlandschaft. Hügel für eine gute Aussicht und Mulden zum Ruhen schienen den Kängurus besonders zu gefallen. Die Emus müssen noch ein bisschen in ihr neues Reich hineinwachsen. Mit knapp sechs Monaten haben sie lange noch nicht ihre endgültige Größe erreicht. Aber Laufen und Schwimmen können sie schon wie die Großen. Die kleineren Bennett-Kängurus sind wegen des Umzugs noch recht verschüchtert. Sie leben gemeinsam mit Schopftauben und wilden Wellensittichen im begehbaren Teil des Hauses. Damit die Tiere sich eingewöhnen können, ist das Gebäude vorerst noch für Gäste geschlossen. Zur Eröffnung der neuen Australien-Anlage im Tierpark Hagenbeck schnitten Christa Tiedemann, stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Tierparks Hagenbeck e. V., der Schatzmeister des Vereins Franc Bartelt und Tierpark-Chef Dr. Stephan Hering-Hagenbeck gemeinsam das Band durch. An der Investition von gut 1,1 Millionen Euro hat sich der Förderverein mit der stolzen Summe von 800.000 Euro beteiligt. Die Architekten Gerhard Geising und Sezai Candan übergaben Dr. Hering-Hagenbeck später den symbolischen Hausschlüssel. „Wir freuen uns, dass wir fünf neue Tierarten aufnehmen konnten, die in Hamburg noch nie zu sehen waren“, so Dr. Hering-Hagenbeck angesichts der gelungenen Eröffnung.

Zoo Salzburg, 20.06.2011
Neue Chance für einen Salzburger Kult-Urvogel: Start-Up eines internationalen Artenschutzprojektes in Salzburg
Der Zoo Salzburg unterstützt für die nächsten 3 Jahre das Forschungs- und Artenschutzprojekt des Waldrappteams. Nach 400 Jahren fliegen erstmals wieder Waldrappe in Salzburg. In den nächsten Tagen werden 16 zoogeborene Jungvögel ihre ersten Flugversuche starten. In Anif, etwa 800 Meter westlich vom Zoo Salzburg, wurde ein Camp aufgebaut. Seit dem 21. Mai ziehen dort die beiden Biologinnen Daniela Trobe und Stefanie Heese die Waldrapp-Küken auf. Das Projekt wird vom Waldrappteam seit 2002 an freifliegenden Waldrappen durchgeführt. Bekannt wurde das Team insbesondere durch die menschengeleiteten Migrationen. Dabei werden handaufgezogene Jungvögel mit Hilfe von Ultraleicht-Fluggeräten von Bayern aus um die Alpen herum bis in die südliche Toskana geführt. Folgsame Ziehkinder: Die 16 Jungvögel stammen aus den Brutkolonien der Konrad-Lorenz Forschungsstelle Grünau und des Tierpark Rosegg in Kärnten. Die beiden Biologinnen haben die Vögel im Alter von 3-8 Tagen übernommen und aufgezogen. Seit Mitte Juni werden die Vögel an ein Ultraleicht-Flugzeug des Typs Paraplane gewöhnt. Zuerst an das Gerät selbst, dann an den Motorenlärm und schließlich auch noch an den riesigen Paraschirm. Die Ziehmütter sind immer mit dabei und ermutigen Ihre Zöglinge. Bislang waren die Jungvögel sehr folgsam und lernwillig. In den nächsten Tagen soll mit den ersten Flügen begonnen werden, anfangs nur bis zu einer benachbarten Wiese, dann immer weiter. Ziel der Übungen ist die menschengeleitete Migration über eine Strecke von 1.300 Kilometer von Salzburg ausgehend östlich um die Alpen herum bis in die südliche Toskana, in ein WWF Schutzgebiet. Dort treffen die jungen Waldrappe dann auf Ihre Artgenossen, die in den vergangenen Jahren von Burghausen in Bayern aus in dieses Schutzgebiet geführt wurden. Erst nach drei Jahren, mit Eintritt der Geschlechtsreife, sollen die Vögel dann selbständig in das Aufzuchtgebiet zurückkehren, um dort zu brüten und ihrerseits dann ihre Nachkommen in das Wintergebiet zu führen.

Opel Zoo Kronberg, 20.06.2011
Sommerferienprogramm im Opel-Zoo/ Zahlreiche Geburten und neue Tierarten
Kaum ist der Hessentag in Oberursel vorüber, schon dürfen sich die Schüler auf die Sommerferien freuen und die freien Tage genießen. Und natürlich werden Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung geplant. Ein besonders schönes Ziel für die ganze Familie ist dabei der Kronberger Opel-Zoo im Taunus. Ganz besonders attraktiv sind immer wieder die Jungtiere und da kann man jetzt zahlreiche im Opel-Zoo bewundern: Auf der Anlage Afrika Savanne findet man gleich drei junge Giraffen, bei den Trampeltieren gab es zwei Mal Nachwuchs und die kleine „Svea“ ist bei den Elchen oder die jungen Wildkatzen sind ein besonderer Anziehungspunkt. Darüber hinaus findet man wie jedes Jahr bei den Ziegen, den Schafen, den Mufflons, den Tieflandnyalas, den Rothirschen und Mesopotamischen Damhirschen junge Tiere, die mit ihrem ausgelassenem Spiel immer wieder faszinieren. Neben den Jungtieren gilt es beim Besuch im Opel-Zoo auch neue Tierarten zu entdecken: So haben die Berberaffen inzwischen die ehemalige Anlage der Rotgesichtsmakaken bezogen und es ist interessant zu sehen, wie die Gruppe sich nun zusammenfindet. Eine weitere neue Tierart stellen die kleinen Prinz-Alfred-Hirsche dar, die mit den Hirschziegenantilopen in der Nähe des Apfellehrpfades vergesellschaftet sind. In Kürze werden in der Anlage gegenüber bei den Straußen auch die Löffelhunde zu bewundern sein, die im Moment noch in den Stallungen eingewöhnt werden. Neben dem Tierbesuch lockt in den Sommerferien auch das ist interessante und umfangreiche Programm für große und kleine Kinder: Jeden Dienstag wird um 11 Uhr eine Führung mit wechselnden Themen angeboten. Die nächste Öffentliche Führung, die jeden Monat im Opel-Zoo angeboten wird, findet am Samstag, den 16. Juli um 15 Uhr statt und hat – passend zur Fußball-WM der Frauen- das Thema „Frauenpower oder Machogehabe: Wer hat das Sagen im Tierreich?“. Jeden Mittwoch (10 – 13 Uhr) können die größeren und kleineren Kinder in der Zooschule die Tierewelt „begreifen“. Donnerstags um 11 Uhr ist dann wieder der beliebte Märchenerzähler Claus Claussen im Opel-Zoo, der die Kinder (und auch die begleitenden Erwachsenen) in das Reich der Tierfabeln, -märchen und –mythen entführt und in seiner unnachahmlichen Erzählweise Tiergeschichten aus der ganzen Welt darbietet. Und zum Ende der Sommerferien am 05. und 06. August ist der Opel-Zoo jeweils von 20.30 bis 23 Uhr zur ZooFari, den Afrikanischen Nächten mit Lifemusik, kommentierten Schaufütterungen und speziellem Kinderprogramm geöffnet. Bei dieser Sonderveranstaltung kostet der Eintritt für Erwachsene 12 €, für Kinder (3-14 Jahre) 7 € und die Frei- und Jahreskarten gelten nicht.

Zoo Berlin, 20.06.2011
Die Afrikanischen Strauße stehen den Emus im Nachbargehege, die seit mehr als zwei Monaten ihren Nachwuchs präsentieren, in nichts nach. Von Samstag bis Mittwoch der letzten Woche schlüpften insgesamt 13 kleine Straußenküken und halten nun vor allem den Vater, welcher die Jungen führt, reichlich auf Trapp. Drei Straußenhennen haben, wie bei diesen größten lebenden Vögeln der Welt üblich, ihre Eier in ein gemeinsames Nest gelegt und mit dem männlichen Strauß im Wechsel 6 Wochen lang bebrütet. Die Eier der Strauße sind in etwa 30 Mal so groß wie ein gewöhnliches Hühnerei und bis zu 1.800 Gramm schwer. Nach dem Schlupf sind die Küken sofort in der Lage den Elterntieren zu folgen und mit ihrem braun-grauen Dunengefieder bestens getarnt. Bis sie jedoch die stattliche Größe von über 1,80 m und das Gewicht von bis zu 110 kg eines erwachsenen Afrikanischen Straußes erreichen werden, haben sie noch in etwa ein Jahr Zeit. Die Zucht von Afrikanischen Straußen ist in Zoologischen Gärten zwar keine Seltenheit, wer jedoch die kleinen Strauße auf der großzügigen Freianlage unter den wachsamen Augen des Vaters beobachtet, wird sich dem besonderen Charme dieser recht ursprünglichen Vögel nur schwer entziehen können. Gemeinsam mit den Großen Kudus und den afrikanischen Perlhühnern, mit welchen sich die Vogelstrauße das Gehege teilen, vermittelt die sanft hügelige Anlage einen Hauch von Afrika mitten in Berlin.

Sea Life Deutschland 20.06.2011
Wer kann Paul?
Deutschlands erster Orakelcontest In knapp einer Woche fällt der Startschuss für die Frauen Fußball WM – Anlass genug, einen gebührenden Nachfolger für Krake Paul, das wohl bekannteste Orakel der Welt, zu suchen. In einem bis dato einzigartigen Contest schickt jedes der acht deutschen Sea Life Aquarien einen Oktopus ins Rennen, der seine hellseherischen Fähigkeiten unter Beweis stellen soll. Unter dem Motto „Wer kann Paul?“ findet ein deutschlandweites Orakel- Spektakel statt. Der vergangene WM-Sommer stand ganz im Zeichen eines hellseherischen Oktopoden: Paul aus dem Sea Life Oberhausen verzauberte und erstaunte mit seinen zielsicheren Vorhersagen die ganze Welt. Wir haben ihn geliebt und wir haben ihn bewundert – auch, wenn er sich nicht immer für die deutsche Nationalmannschaft entschied. Anlässlich der Frauen Fußball WM mit Anpfiff am 26. Juni startet Sea Life Deutschland an allen acht Standorten zeitgleich einen Wettstreit mit der Frage: Wer kann Paul? Zu jedem Spiel unserer Nationalmannschaft sowie während der Finalspiele kämpfen die Oktopoden um den Pokal. Jeder Sea Life-Standort schickt einen Kandidaten ins Rennen, der versucht, sein Talent unter Beweis zu stellen. „Wir üben bereits verschiedene Geschicklichkeitsaufgaben mit unserem Kraken Paul“, verrät Aquariumsleiter Dr. Oliver Walenciak aus dem Sea Life Oberhausen, „und hoffen natürlich, dass er damit erfolgreich sein wird. Bis jetzt sind wir guter Dinge, dass er die Aufgabe schafft – aber letztlich können wir das erst sehen, wenn der Wettbewerb wirklich losgeht.“ Denn damit der Orakel-Contest zu den gleichen Bedingungen stattfindet, wird in dieser Woche das entsprechende Orakel-Equipment in jedem Standort eintreffen – wie genau das Orakel funktioniert, bleibt weiter spannend. An den Tagen der Deutschland-Spiele wird in allen Sea Life Aquarien (Berlin, Hannover, Konstanz, Königswinter, München, Oberhausen, Speyer, Timmendorfer Strand) zeitgleich orakelt. Die Besucher sind herzlich eingeladen, dies live vor Ort zu erleben. Ebenso werden alle Orakel auf der Homepage www.sealife.de im Laufe des Tages zu sehen sein. Daneben haben Fans die Möglichkeit, auf der Facebook-Seite von Sea Life mitzufiebern, die neuesten Informationen als Erste zu erfahren, ihre eigenen Tipps abzugeben sowie für ihren Favoriten zu voten.

Tiergarten Schönbrunn, 21.06.2011
NEUIGKEITEN VON FU HU UND SEINER FAMILIE
Fast einen Meter groß und 19 Kilogramm schwer: Der Besucherliebling im Tiergarten Schönbrunn entwickelt sich prächtig. Am kommenden Donnerstag wird der Pandabub zehn Monate alt. Klettern ist seine absolute Lieblingsbeschäftigung. „Fu Hu lässt sich oft kopfüber vom Klettergerüst baumeln und sorgt damit für viel Spaß bei den Besuchern“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Der Kleine wird einmal am Tag von seiner Mutter Yang Yang gesäugt, knabbert aber auch schon Bambus und probiert alle möglichen Sträucher, die im Pandagehege wachsen. Fu Hus Eltern Yang Yang und Long Hui kommen nach wie vor gut miteinander aus. So viel steht nun fest. Seit der Geburt des Nachwuchses war Long Hui von Mutter und Jungtier abgetrennt, denn auch im Freiland ist das Männchen nicht an der Jungenaufzucht beteiligt. Während der Kleine in der Innenanlage schläft, werden seine Eltern nun regelmäßig für ein paar Stunden in der Außenanlage zusammen gelassen. „Es ist wichtig, dass ihre harmonische Beziehung bestehen bleibt. Beim ersten Zusammentreffen haben sie etwas gemurrt. Nun teilen sie sich schon wieder die Bambusstangen“, berichtet Zoologin Eveline Dungl. Der erste Schönbrunnner Pandanachwuchs Fu Long hat sich in China mittlerweile zu einem großen, kräftigen Pandabären mit über 100 Kilogramm entwickelt. Davon konnten sich Dagmar Schratter und Eveline Dungl Anfang Juni überzeugen. Einmal im Jahr findet, so ist es im Vertrag zwischen Österreich und China festgehalten, ein Wissensaustausch zwischen den Pandafachleuten statt. Im Anschluss daran besuchten sie Fu Long in der Pandazucht- und Forschungsstation in Bifengxia, in der er seit November 2009 lebt.

Tiergarten Nürnberg, 21.06.2011
Letzte Vorführung im Delphinarium
Ziemlich genau 40 Jahre nach der Eröffnung des Delphinariums im Tiergarten der Stadt Nürnberg findet am Sonntag, 26. Juni 2011, um 16 Uhr die letzte Vorführung im Delphinarium statt. Danach ist das Delphinarium bis zur Eröffnung der neuen Delphinlagune am 30. Juli 2011 geschlossen. Die Tierpfleger im Delphinarium blicken am 26. Juni 2011 in einer besonderen Abschiedsvorführung mit Delphin Moby und Co. auf die letzten 40 Jahre der Delphinhaltung in Nürnberg zurück. Moby – mit mehr als 50 Jahren einer der ältesten Delphine der Welt – ist seit Anfang an dabei. Nach einer anschließenden vierwöchigen Eingewöhnungspause in der neuen Umgebung werden die Nürnberger Delphine und Seelöwen ab dem 30. Juli 2011 wieder in der Delphinlagune zu sehen sein. In Nürnberg leben derzeit sechs Delphine. Bereits vier von ihnen wurden in Zoos geboren. Nur Senior Moby stammt wie die etwa 25jährige Jenny aus einem Wildfang.

Zoo Salzburg, 21.06.2011
Ein großer Tag für die Kleinen – Salzburger Geparden-Nachwuchs ist ab heute täglich auf der großen Freianlage für Zoobesucher zu sehen
Spannend begann heute der Tag für die 3 Monate alten Geparde im Salzburger Zoo. Gemeinsam mit Mutter Ginger durfte das Trio zum ersten Mal auf die große Freianlage. Für Ginger ist es gar nicht so leicht, ihre neugierigen Jungen im Auge zu behalten. Immer wieder ruft die Katzen-Mutter nach ihren entdeckungsfreudigen Jungtieren mit einer Art Zwitscherlaut. Ab heute ist der Salzburger Geparden-Nachwuchs, der Ende März dieses Jahres das Licht der Welt erblickt hat, täglich mit Mutter Ginger auf der großen Freianlage. Zoobesucher sollen am besten ein Fernglas und auch ein bisschen Geduld mitbringen, denn die kleine Geparden-Familie ist flott unterwegs und die Jungtiere haben noch ihr „Tarnkleid“ an. Gerne ruhen sie sich auch mal im Schatten der Bäume aus und beobachten alles Neue – wie alle Katzenarten – aus der Ferne.

Wilhelma, Zoologisch-botanischer Garten Stuttgart, 22.06.2011
Vier Gorilla-Jungs werden flügge: Die „Junggesellen-WG“ zieht nach Frankreich um
Spannend begann heute der Tag für die 3 Monate alten Geparde im Salzburger Zoo. Gemeinsam mit Mutter Ginger durfte das Trio zum ersten Mal auf die große Freianlage. Für Ginger ist es gar nicht so leicht, ihre neugierigen Jungen im Auge zu behalten. Immer wieder ruft die Katzen-Mutter nach ihren entdeckungsfreudigen Jungtieren mit einer Art Zwitscherlaut. Ab heute ist der Salzburger Geparden-Nachwuchs, der Ende März dieses Jahres das Licht der Welt erblickt hat, täglich mit Mutter Ginger auf der großen Freianlage. Zoobesucher sollen am besten ein Fernglas und auch ein bisschen Geduld mitbringen, denn die kleine Geparden-Familie ist flott unterwegs und die Jungtiere haben noch ihr „Tarnkleid“ an. Gerne ruhen sie sich auch mal im Schatten der Bäume aus und beobachten alles Neue – wie alle Katzenarten – aus der Ferne.
Seit März dieses Jahres teilen die beiden handaufgezogenen Gorilla-Jungs Monza und Upala das ehemalige Schimpansengehege im Menschenaffenhaus mit den „Halbstarken“ Meru und Lengai, die in der Gorillafamilie der Wilhelma aufwuchsen und Söhne von Silberrücken Kibo sind. Nachdem das Quartett mehrere Monate Zeit hatte, sich aneinander zu gewöhnen, ist am 28. Juni nun der Moment des Abschieds gekommen. Auf Empfehlung der Europäischen Artkommission für Gorillas ziehen die vier jungen Gorilla-Männer – begleitet von vertrauten Wilhelma-Pflegern – nach Frankreich in den Affenpark La Vallée des Singes in Romagne um. Hier sollen sie mit dem Silberrücken Ya Kwanza zusammengewöhnt werden und mit ihm gemeinsam eine neue Junggesellen-WG „begründen“. Monza ist bereits fast vier und Upala ist drei Jahre alt: Damit haben die beiden das Alter erreicht, in dem junge Menschenaffen üblicherweise die Aufzuchtstation und ihre menschlichen Ersatzeltern verlassen müssen und in die Familie oder Junggesellengruppe eines anderen Zoos integriert werden. Gleichzeitig war für die Gorilla-Jünglinge Meru und Lengai der Tag immer näher gerückt, an dem es zu ersten Rivalitäten mit Vater Kibo gekommen und eine Trennung von der Familie unvermeidlich geworden wäre. Es bot sich daher an, die beiden Halbwüchsigen mit Monza und Upala in einer „Junggesellengruppe“ zusammen zu bringen. Solche Männerclubs bilden Gorillas auch in der Wildnis – wenn sie als angehende Silberrücken ihre Stammfamilien verlassen müssen, bevor sie einen eigenen „Harem“ erobern oder aber gerade von einem Rivalen als Haremschef abgelöst wurden. Geeigneten Raum für den Plan bot das leer stehende Schimpansengehege: Hier konnten die vier Gorillas in vertrauter Umgebung und mithilfe vertrauter Pfleger schrittweise und behutsam zusammengewöhnt werden, was den mit jeder Neuerung verbundenen Stress in Grenzen hielt. Eine Dauerlösung stellt die Unterkunft im alten Menschenaffenhaus jedoch nicht dar und auch die neue Anlage ist nicht für eine zusätzliche Junggesellengruppe ausgelegt. Als geeignete spätere Heimat für Meru, Monza und Co. hat das EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) jedoch eine neue Anlage identifiziert, die derzeit im französischen Amnéville eigens für Junggesellen gebaut wird und bis zum Frühjahr 2012 fertig sein soll. Der Affenpark in Romagne, in den die Gorillas nun umziehen, ist also nur eine Zwischenstation. Der Vorteil: Hier kann die junge „Viererbande“ aus Stuttgart durch in puncto Gorillas und Junggesellengruppen erfahrene Pfleger mit ihrem späteren Mitbewohner und Oberhaupt, dem 27-jährigen Silberrücken Ya Kwanza aus Jersey, zusammengewöhnt werden, bevor dann 2012 alle gemeinsam ihr Domizil in Amnéville beziehen. Pfleger von dort werden während dessen überdies in Romagne in die Gorillapflege intensiv eingelernt. Weitere positive Nebeneffekte: Die 14-köpfige Bonobo-Gruppe der Wilhelma kann dank des nun wieder frei werdenden Schimpansengeheges, in das dann die Orang-Utans aufrücken, mehr Platz bekommen – und so ihr natürliches Bedürfnis nach wechselnden sozialen Gruppierungen besser ausleben. Da zudem unsere letzte Handaufzucht, Claudia, derzeit in die Gorillafamilie der Wilhelma integriert wird, können die Gehege im Jungtieraufzuchthaus bis auf Weiteres ebenfalls anderweitig genutzt werden, aktuell beispielsweise als Ausweichquartier für junge Brüllaffen.

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