Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Heute erschien, mit reichlich Verspätung, die Zoopresseschau, die ich auch in diesem Blog (wie bereits bei Martins ROSA COUCH) auszugsweise wiedergeben werde. Eine ausführlicher Version kann sich aber jeder selber zuschicken lassen. Informationen findet man hier.

Zoo-Aquarium Berlin, 04.06.2011
Erstmalig im Zoo-Aquarium Berlin – Nachzucht des Rotkopfpythons
Seit Januar 2010 kann der Besucher des Zoo-Aquariums Berlin ein Python-Pärchen bestaunen, das einen sonderbaren Namen trägt: Woma (Aspidites ramsayi) oder auch Rotkopfpython. Der Woma ist ein dämmerungsaktiver Bewohner der großen australischen Halbwüsten, Felsenlandschaften und Trockenwälder. Er lebt dort häufig in den Bauten von Kleinsäugern und erreicht eine Größe von 2,5 m. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Mäusen, Ratten, Echsen und anderen Schlangen. Nur selten wird diese Pythonart in Zoologischen Gärten gezeigt oder gar gezüchtet. Umso erfreulicher war es, dass es am 29. Januar 2011 zur Eiablage kam. Die Eier kamen in einen Brutapparat bei 31 °C Temperatur und 80 bis 90%iger Luftfeuchtigkeit. Zwei Eier waren offensichtlich befruchtet, denn am 7. April schlüpften nach 68 Tagen Brutzeit zwei Jungtiere. Diese Nachzucht kann der Besucher nun in unserer Schauzucht des Terrariums bestaunen.

Zoo Berlin, 04.06.2011
Besonderheit im Zoo Berlin: Doppelter Nachwuchs bei den Maguari-Störchen!
Nur in wenigen Zoos der Welt kann man den südamerikanischen Maguaristorch beobachten. In Europa sind die Haltungen an den Fingern abzuzählen und gezüchtet werden die Verwandten unseres Weißstorches derzeit regelmäßig nur im Berliner Zoo. Im dritten Jahr in Folge schlüpften am 7. März – noch im Winterquartier – zwei Küken, die jetzt als flügge Jungvögel gemeinsam mit ihren Eltern ihre ersten Ausflüge in einer großen Freiflugvoliere unternehmen dürfen. Neben einem Jungstorch des letzten Jahres leisten ihnen hier unter den wachsamen Augen der Altvögel noch zwei Andenkondore Gesellschaft. Selbst diese großen Geier müssen aber Abstand halten, denn die Störche wissen sich zu verteidigen. Vom Weißstorch unterscheiden sich die erwachsenen Maguaristörche durch die auffällig rote Gesichtshaut um das Auge, den blaugrauen Schnabel sowie den gegabelten Schwanz. Die Jungvögel mit ihrem dunklen Gefieder hingegen ähneln eher einem Schwarzstorch. In zwei Monaten erst wird man sie farblich nicht mehr so deutlich von den Eltern unterscheiden können. Maguaristörche besiedeln mit abnehmenden Bestandszahlen den südamerikanischen Kontinent östlich der Anden von Venezuela bis nach Argentinien.

Tierpark Berlin, 06.06.2011
Seit 13 Jahren wieder Nachwuchs bei den Mohrenmakis im Tierpark Berlin
Der Tierpark Berlin hält Mohrenmakis schon seit dem Jahr 1985, aber bisher gab es nur ein einziges Mal eine erfolgreiche Aufzucht. Die Zwillinge „Susi“ und „Strolch“ kamen am 4. April 1998 zur Welt. Auf den Tag genau 13 Jahre nach dieser Geburt warf unser Weibchen „Uta“ (geb. 21. Juli 2007), das wir 2008 vom Zoo Prag erhalten hatten, ein männliches Jungtier. Vater ist „Brutus“ (geb. 4. April 2007), der im August 2010 vom Paradise Wildlife Park in Broxbourne (UK) nach Berlin gelangte. „Lenni“ hat also am gleichen Tag Geburtstag wie sein Vater „Brutus“. Mohrenmakis kommen nur im Nordwesten von Madagaskar vor. Sie bewohnen Regenwälder und ernähren sich von Blättern, Früchten, Nektar und Kleintieren. Sie sind wie alle Lemuren aufgrund von Lebensraumzerstörung und Jagd stark bedroht. Mohrenmakis weisen einen starken Geschlechtsdimorphismus auf. Die Männchen sind vollkommen schwarz, die Weibchen gelbbraun und tragen weiße Ohrbüschel. Die Jungtiere können eine sehr unterschiedliche Körperfärbung haben. Trotzdem kann man ihr Geschlecht schon sehr früh bestimmen, da männliche Jungtiere immer schwarze Ohrbüschel tragen, weibliche hingegen weiße. Der Zoo Dudley (England) koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für den Mohrenmaki, an dem sich auch der Tierpark Berlin beteiligt. In Deutschland wird diese Art momentan nur im Tierpark Berlin und im Zoo Dresden gepflegt, wobei die Tiere in der sächsischen Hauptstadt nicht mehr im zuchtfähigen Alter sind. Die Mitarbeiter des Tierparks freuen sich ganz besonders über diesen nicht alltäglichen Zuchterfolg, denn die letzte Geburt eines Mohrenmakis in einem deutschen Zoo liegt bereits 10 Jahre zurück. Die Mohrenmaki-Familie kann im Affenhaus beobachtet werden.

Tierpark Berlin, 06.06.2011
Nachwuchs bei den wertvollen Mandschurenkranichen im Tierpark Berlin
Fürsorglich von den Eltern betreut, wachsen im Tierpark zurzeit zwei kleine Mandschurenkraniche auf. Am 22. und 24. Mai schlüpften die Küken nach einer Brutzeit von einem Monat. Jeden kleinen Futterhappen halten die Eltern ihrem Nachwuchs im Schnabel vor. Inzwischen sind die flauschig braunen Kranichkinder schon recht beweglich und können von den Besuchern bei ihren Ausflügen im Gehege am Eingang Schloss beobachtet werden. Die Altvögel kamen 1981 und 1983 aus Korea in den Tierpark. Es ist ein sehr erfahrenes, gut harmonisierendes Brutpaar, das seit etlichen Jahren regelmäßig seine Jungen aufzieht. Damit leistet der Tierpark Berlin einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieser imposanten Vögel. Obwohl Kraniche in ihrer asiatischen Heimat früher wie hochgeschätzte Gäste bei Hofe gehalten wurden, ja sogar politische Entscheidungen chinesischer Kaiser beeinflusst haben sollen und bis heute als Symbole des Glücks, der Liebe, des Reichtums, der Unsterblichkeit und der Weisheit verehrt werden, hat sie das nicht davor bewahrt, dass ihr Bestand stark zurückgegangen ist. Viele Arten sind von der Ausrottung bedroht, so auch der Mandschurenkranich. In seinen Brutgebieten im Fernen Osten Russlands, Nordchinas und Japans gibt es nur noch etwa 2.000 Vögel, davon etwa 600 auf der Insel Hokkaiodo, das einzige Vorkommen, wo die Art leicht zunimmt. Dank ausgezeichneter Zuchterfolge in vielen Zoologischen Gärten und Privathaltungen ist der Bestand des Mandschurenkranichs in Menschenobhut gesichert.

Zoo Frankfurt, 08.06.2011
Großzügig geschnitten, lichtdurchflutet und mit riesigem Garten
Jetzt kann gebuddelt, getobt und gesonnt werden – die Erdmännchen haben ihre neue Anlage zwischen Borgori-Wald und Afrika-Savanne bezogen. Neben einem Haus im Gewächshausstil steht den Erdmännchen eine großzügige und naturnah gestaltete Außenanlage zur Verfügung. „Die Lieblingstiere vieler unserer Zoobesucherinnen und Zoobesucher haben schon lange eine neue Anlage verdient. Nun steht unseren Erdmännchen ein insgesamt 120 m² großes, sonnenzugewandtes Areal mit Innen- und Freigehege zur Verfügung“, freut sich Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Das 20 m² große Floratherm ® – Gewächshaus basiert auf einer Warmhauskonstruktion und wurde von der Kuno Krieger GmbH in Herdecke zur Verfügung gestellt. Im Winter und bei schlechtem Wetter dient es den Tieren als Rückzugsbereich. Durch die teilweise Ausstattung mit volldurchsichtigem Isolierglas sind die beliebten Schleichkatzen – im Gegensatz zur alten Anlage – ganzjährig gut zu beobachten. Die 100 m² große Außenanlage ist dem Lebensraum Halbwüste nachempfunden: Feiner Kies, große Wackersteine und wenige Pflanzen erwecken den Eindruck einer Savanne. „Die Erdmännchen gestalten sich ihre Wohnung in kürzester Zeit ganz nach ihrem eigenen Geschmack“, erläutert Niekisch. „Sie graben sich Höhlen und Gänge, schütten Hügel auf und sonnen sich auf Steinen und Baumstämmen.“ Drei Erdmännchen, zwei Weibchen und ein männliches Tier, sind bereits in ihren „Glaspalast“ eingezogen. Dort haben sie schon mit der Umgestaltung ihrer neuen Heimat begonnen. Am 8. Juni erkunden sie zum ersten Mal den großen Außenbereich. „Wir hoffen, dass sich die Tiere in ihrem neuen Reich wohl fühlen und sich bald paaren. Dann bevölkert vielleicht schon im Laufe der nächsten Monate ein ganzer Clan der geselligen Tiere die neue Anlage“, hofft der Zoodirektor. Finanziert wurde die Anlage durch Einnahmen aus Tierpatenschaften und mithilfe von Sponsoren. „Bei unseren Tierpaten stehen die putzigen Erdmännchen ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Wir möchten allen unseren Tierpaten bei dieser Gelegenheit herzlich danken. Der Bau der Anlage zeigt eindrücklich, dass die Tierpatenschaften der Haltungsverbesserung zugutekommen“, so Niekisch. Ilona Krieger, Geschäftsführerin der Kuno Krieger GmbH, freut sich darüber, dass ihre Gewächshäuser den wärmeliebenden Erdmännchen ein ideales Wohlfühlklima bieten und den Besucherinnen und Besuchern eine gute Tierbeobachtung auch bei schlechterem Wetter ermöglichen: „Als der Zoo mit der Idee auf uns zukam, waren wir sofort begeistert und sehr gespannt darauf zu sehen, wie ein Gewächshaus zum Erdmännchen-Paradies wird.“ Auch der FSV KidsClub setzt sich für die Erdmännchen im Zoo ein. „Franky, das Maskottchen des FSV KidsClubs, freut sich für seine „Artgenossen“ im Zoo und hofft, dass sie sich im neuen Zuhause wohl fühlen“, sagt Jens-Uwe Münker, Geschäftsführer Organisation des FSV, anlässlich der Eröffnung der Anlage. „Über unser Erdmännchen-Tagebuch auf der FSV KidsClub-Website konnte man bereits den Bau der Anlage verfolgen. Natürlich werden wir auch darüber berichten, wie es mit den Bewohnern der Anlage weiter geht.“ Der Zoo Frankfurt dankt den Sponsoren, der Kuno Krieger GmbH, dem FSV KidsClub und der Evonik Industries AG, die die Plexiglas® Doppelstegplatten für das Haus zur Verfügung gestellt hat. „Gemeinsam ist uns eine tiergerechte Anlage gelungen, in der sich die Erdmännchen sicher wohl fühlen werden“, freut sich der Zoodirektor.

Tiergarten Nürnberg, 08.06.2011
Solarenergie wärmt Delphinlagune
Vorrang für erneuerbare Energien: Beim Bau der Delphinlagune und dem dazu gehörenden Tropenhaus für die Seekühe, dem Manatihaus, hat der Tiergarten der Stadt Nürnberg großen Wert auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit gelegt. Eine thermische Solaranlage wärmt sowohl das Beckenwasser der Lagune mit einem Wasservolumen von immerhin 5 450 Kubikmetern und des Manatihauses mit einem Wasservolumen von 680 Kubikmetern. Die 120 Quadratmeter große Fläche ist auf dem Dach des Technikgebäudes montiert und erzeugt ganzjährig bis zu 60 Kilowatt Wärmeleistung, je nach Sonneneinstrahlung. Dies würde beispielsweise für die Beheizung von vier bis sechs Einfamilienhäusern ausreichen. Die Anlage wurde am 8. März 2011 zusammen mit den Gasheizkesseln in der Heizzentrale fertiggestellt. Sie ist seit 28. April 2011 in Betrieb. Im Mai 2011 erfolgte die erfolgreiche Funktionsprüfung der Beckenwassererwärmung. Die Solaranlage wird von der KfW Bankengruppe Frankfurt/Main über das Programm „Erneuerbare Energien“ mit einem Darlehen finanziert, das einen Tilgungszuschuss in Höhe von 14 999 Euro beinhaltet. Herzstück der Heizzentrale der Delfinlagune ist ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW), das nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet. Ein Generator erzeugt beispielsweise Strom für Pumpenantriebe und die Beleuchtung. Die Abwärme des Motors dient parallel der Gebäudeheizung. Als Leistung liegen 117 Kilowatt thermisch und 50 Kilowatt elektrisch an. Mit dieser Strommenge könnten etwa knapp 1 000 Leuchtstoffröhren versorgt werden. Die Inbetriebnahme des BHKW erfolgte am 12. Mai 2011, so dass nun alle Komponenten der Heizungsanlage in der Lagune funktionsbereit beziehungsweise in Betrieb sind. Weiterhin stehen zwei Gas-Brennwertkessel mit je 380 Kilowatt für den winterlichen Hauptwärmebedarf zur Verfügung. Die Heizzentrale für die Gesamtanlage Delphinlagune ist im Technikgebäude untergebracht. Sie sorgt in der Heizperiode für die Wärme in den Wasserbecken von Lagune und Manatihaus, für die warme Luft im Manatihaus, im Blauen Salon und in der Traglufthalle sowie für eine warme Fußbodenheizung im Blauen Salon. Zudem wird auch das neue Bistro an der Lagune mitversorgt.

Dieser Beitrag wurde unter Frankfurt, Nürnberg, Zoo, Zoopresseschau abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.