Ein Blick in die deutschen Zoos

Die Zoopresseschau ist diese Woche auszugsweise etwas dünn, von den österreichischen Zoos gibt es nichts zu berichten, aber man kann nicht immer mit Neuzugängen (und Abgängen) rechnen.

Tierpark Hagenbeck, 23.06.2011
Das ist wild: Löwenbabys erobern Freigehege!
Kaum größer als ein Plüschtier und doch schon mutig wie der sprichwörtliche Löwe – Bandele, Batou, Naledi und Sakina bewiesen heute, wie viel Raubkatze bereits in ihnen steckt. Während die vier kleinen Großkatzen erstmals hinter ihrer Mutter Tembesi durch den Schieber in die historische Löwenschlucht tapsten, wartete Löwen-Tante Cabora dort schon. Recht stürmisch und nicht gerade besonders zärtlich begrüßte Cabora ihre samtpfötigen Nichten und Neffen. Als besorgte Mutter wies Tembesi ihre Schwester zwar sofort auf Katzenart zurecht – doch auch die vier kleinen „Löwenherzen“ fauchten und knurrten die Tante völlig unbeeindruckt an und spielten ihr bereits erste Streiche…Ab heute werden die Löwenwelpen täglich im Freigehege ihren Interessen nachgehen können: Milch trinken, schlummern, raufen – und natürlich: Mama und Tante ärgern! Diese beiden werden alle Pfoten voll damit zu tun haben, den jungen Wilden ihre Grenzen aufzuzeigen. Denn es gibt so viel zu erleben und erforschen. Schmetterlinge jagen, Löcher buddeln, den Geschwistern ins Ohr beißen… Und so viel zu lernen. Von der Fellpflege bis zur richtigen Klettertechnik. Und das alles vor den Augen der Tierpark-Besucher. Egal wie das Wetter noch wird – das wird ein löwenstarker Sommer!

Sealife Deutschland, 24.06.2011
Jetzt geht’s los! Heute startete Deutschlands erster Orakel-Contest
Ab Sonntag kann Fußball-Deutschland wieder aufatmen: Dann ist endlich Anpfiff für das Eröffnungsspiel der Frauenfußball-WM. Wie sich die DFB-Elf schlagen wird, wissen einige Kraken schon jetzt. Denn wie bereits im vergangenen Jahr wird auch 2011 wieder orakelt – in einem weltweit einzigartigen Orakel-Contest schickt jeder der acht deutschen Sea-Life-Aquarien einen Oktopus ins Rennen. Unter dem Motto „Wer kann Paul?“ stellt sich die spannende Frage, welcher Oktopus am häufigsten richtig tippt und offizieller Nachfolger von Paul wird. Spannender konnte der Orakel-Contest kaum starten – in den einzelnen Standorten entschieden sich die Kraken in ihrer Vorhersage ganz unterschiedlich: Drei tippten auf Deutschland als Sieger (Berlin, Königswinter und Oberhausen), zwei sahen Kanada vorne (Konstanz und München) und drei gehen im ersten Spiel von einem Unentschieden aus (Hannover, Speyer und Timmendorfer Strand). Vor dem Eröffnungsspiel am Sonntag war in den Sea-Life-Aquarien schon heute Anpfiff – denn in Form eines „Torwandschießens“ treten in allen deutschen Sea-Life-Aquarien acht Kraken im Wettbewerb um die gebührende Nachfolge für das legendäre Kraken-Orakel Paul an. Um Punkt 11 Uhr wurden heute die Torwände in den Oktopus-Becken versenkt. Hinter den mit Flaggen versehenen Torlöchern verbergen sich Röhren mit Futter und es stellt sich die Frage, ob der Oktopus das Tor unten rechts wählt oder es ihn in die obere linke Ecke zieht. Der Clou: Vor den Toren sind Klappen montiert, die der Oktopus – möchte er an sein Futter kommen – zunächst zur Seite schieben muss. „Die Oktopoden waren mit viel Eifer dabei und kamen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Jede einzelne will schließlich beweisen, dass er der neue Paul ist“, kommentiert Britta Anlauf, Sprecherin Sea Life Deutschland. „Doch wer das Zeug hat, den Kraken-Kontest mit Bravour zu meistern und wer besser noch einmal zusätzliche Überstunden einlegen sollte, entscheidet sich beim Spiel am Sonntag.“ Die Orakel-Termine zu den Deutschlandspielen finden immer um 11 Uhr vormittags in den jeweiligen Standorten statt. Weitere Informationen zu Sea Life erhalten Sie im Internet unter www.sealife.de oder besuchen Sie uns auf Facebook unter „Sea Life Deutschland“.

Tierpark Bochum, 29.06.2011
Seehundnachwuchs im Bochumer Tierpark – „Mina“ hat ihr erstes Baby bekommen
Die sechsjährige Seehündin „Mina“ hat am vergangenen Sonntagnachmittag ein Baby bekommen! Die gesunde Tochter wog am Tag der Geburt 10 kg und hat Dank der sehr fetthaltigen und schmackhaften Muttermilch in den vergangenen Tagen bereits zugenommen. Zum Schutz der beiden Seehunde und für die Entwicklung einer ruhigen Mutter-Kind-Beziehung wurden die beiden, abgetrennt von den übrigen Seehunden, zunächst in der Mutter-Kind-Box gehalten. Durch ihren Einfallsreichtum gelang es Mutter und Kind am dritten Tag, den Weg zurück zur übrigen Gruppe zu finden, so dass das Seehundbaby nun munter in der großen 565 m2 fassenden Anlage schwimmt, taucht und von Zeit zu Zeit neben der Mutter kleine Nickerchen am Strand hält. In den „Nordseewelten“ des Tierparks Bochum leben außer dem Baby sechs weitere Seehunde im Alter zwischen einem und acht Jahren. Der Tierpark sucht einen hübschen Namen für das Seehundmädchen! Alle Kinder können gerne an diesem Namenswettbewerb teilnehmen und uns bis spätestens 29. Juli einen Namensvorschlag machen. Bitte schickt euren Wunschnamen unter Nennung der notwendigen Kontaktangaben (Vor- und Zuname, Alter, Adresse, Telefon) an den Tierpark Bochum, Klinkstr. 49, 44791 Bochum oder sendet eine Email an: zooschule@tierpark-bochum.de. Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält eine Einladung zum Kinderfest im Tierpark am 3. September. Seehunde (Phoca vitulina) sind Säugetiere, die sich perfekt an das Leben im Meer angepasst haben. Sie leben in eisfreien Küstengewässern der Nordhalbkugel und an der deutschen Nord- und Ostseeküste, besonders im Wattenmeer. Seehunde ernähren sich vor allem von Küstenfischen, bevorzugt Plattfischen wie Scholle, aber auch Krebsen und Weichtieren. Fast ihr ganzes Leben spielt sich im Wasser ab. Die Beine sind zu Flossen umgewandelt; damit erreichen die Tiere Geschwindigkeiten bis zu 35 km/Stunde. Während sie an Land kurzsichtig sind, können sie im Wasser gut sehen, und die Tasthaare an der Schnauze helfen beim „Fischen im Trüben“. Sie können 20 Minuten lang tauchen, in Notsituationen auch bis zu 40 Minuten. Im Sommer sonnen sie sich gern auf Sandbänken, wo sie im Juni oder Juli auch ihre Jungen zur Welt bringen. Die Seehundmutter kann nach elf Monaten Tragzeit die Geburt hinauszögern, bis die Ebbe eingetreten ist. In der Regel wird ein ca. 80 – 90 cm großes Junges geboren, welches weit entwickelt ist und schon kurz nach der Geburt schwimmen kann. Seehunde werden bis zu zwei Meter groß und bis zu 130 kg schwer.

Zoo Wilhelma Stuttgart, 29.06.2011
BUND und Wilhelma: Gemeinsam für mehr Schmetterlinge – Eine Kooperation in Stuttgarter Grünanlagen mit Modellcharakter
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Baden-Württemberg und der zoologisch-botanische Garten Wilhelma engagieren sich gemeinsam für bessere Schmetterlingslebensräume in verschiedenen Parks und auf Grünflächen in Stuttgart. 80 Prozent unserer heimischen Tagfalterarten stehen heute auf der Roten Liste der bedrohten Arten, weil ihr Lebensraum schwindet, ihnen Umweltgifte, Klimawandel und Monokulturen zusetzen. Auch in den Städten gibt es trotz Parkanlagen und Grünflächen zu wenige für Falter geeignete Biotope und Nahrungsquellen. Deshalb hat der BUND Landesverband Baden-Württemberg e.V. im Jahr 2010  die Kampagne „Schmetterlingsland Baden-Württemberg“ ins Leben gerufen. Teil dieser Initiative ist das Kooperationsprojekt mit der Wilhelma, deren Fachbereich Parkpflege neben dem zoologisch-botanischen Garten auch landeseigene Grünanlagen in Stuttgart betreut. Für das Projekt haben BUND und Wilhelma im Stadtgebiet sieben Flächen ausgewählt, die sich für die Entwicklung zu attraktiven Tagfalterbiotopen eignen. Mit Hilfe des Biologen Erwin Rennwald wurden die Flächen im ersten Schritt auf ihren aktuellen Artenbestand untersucht. Das Ergebnis: 17 verschiedene Tagfalterarten tummeln sich nachweislich bereits jetzt auf diesen Wiesen, angesichts von 130 in Baden-Württemberg heimischen Tagfalterarten könnten es aber gut und gerne doppelt so viele sein. Um die Anzahl und Artenzahl an diesen Standorten langfristig zu erhöhen, wurden daher auch schon erste Maßnahmen zur Verbesserung der Biotope ergriffen – wie selteneres Mähen, Anlegen von Nektarinseln und die Aussaat weiterer Blühpflanzen.

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