Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Tierpark Friedrichsfeld Berlin, 11.07.2011
Der Tierpark Berlin feiert 50. Jungtier beim Malaienbär und 50 Jahre erfolgreiche Zucht dieser bedrohten Bärenart!
Als 1956 – ein Jahr nach Eröffnung – die ersten drei Malaienbären im Berliner Tierpark eintrafen, konnte niemand erahnen, wie erfolgreich und kontinuierlich der Tierpark Berlin einmal diese kleinste Großbärenart aus den Regenwäldern Hinterindiens, Malaysias, Borneos und Sumatras halten und vermehren wird. Der Malaienbär war und ist in Menschenhand nicht einfach zur Fortpflanzung zu bringen. Umso größer war die Freude, als am 4. April 1961 der erste Malaienbär im Tierpark Berlin geboren wurde – das Weibchen namens „Evi“ wuchs damals im Haushalt vom damaligen Tierparkdirektor Prof. Dathe auf, weil die Mutter es nicht angenommen hatte. 50 Jahre später, am 8. April 2011 wurde nun abseits vom Besucherverkehr das weibliche Jungtier „Linh“ geboren. Mit nunmehr drei Monaten beginnt „Linh“ (malaiisches Wort für „Frühling“) erste Ausflüge in der großen Schaubox im Malaienbärenhaus. „ Linh“ ist zugleich auch das 50. Malaienbär-Jungtier , welches im Tierpark Berlin das Licht der Welt erblickte! Mutter „Tina“ (geb. 1988) und Vater „Johannes“ (geb. 1996) wurden beide auch im Tierpark Berlin geboren. Wie im Freiland, kümmert sich nur die Mutter um das Junge, die Väter sind nicht an der Jungenaufzucht beteiligt. Wir freuen uns sehr über die kleine „Linh“, steht sie doch stellvertretend für eine kontinuierliche und traditionelle Erhaltungszucht dieser bedrohten Großbärenart im Berliner Tierpark, die in ihrer Kontinuität europaweit ihres gleichen sucht. Im Freiland wird der Bestand des Malaienbären von der IUCN als abnehmend eingestuft – verantwortlich dafür ist die Vernichtung der Regenwälder sowie die illegale Jagd. Der Tierpark Berlin beteiligt sich deshalb an dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für diesen bedrohten Tropenbären, welches im Zoo Köln bearbeitet wird.

Zoo Salzburg, 12.07.2011

Salzburger Schneeleoparden-Nachwuchs erfolgreich an den Augen operiert!
„Bald nach der Geburt wurde uns klar, dass unser jüngster Schneeleoparden-Nachwuchs Probleme mit den Augen hat“ berichtet der Salzburger Zootierarzt Jochen Lengger „Eine Missbildung der Augenlider verursachte massive Irritationen der Hornhaut und hätte ohne entsprechenden chirurgischen Eingriff zur Erblindung geführt.“ Ein Team von Augenspezialisten der Veterinärmedizinischen Universität Wien führte unter der Leitung von Professorin Barbara Nell die Operation durch. Der Eingriff vor 14 Tagen verlief erfolgreich! In der Früh wurden die Jungtiere an der Vetmeduni operiert und abends waren sie schon wieder zurück bei Schneeleoparden-Mutter Mira. Die nächsten Wochen werden über den endgültigen Erfolg der Operation entscheiden. Denn nur wenn die Nähte halten, was bei den kleinen Rabauken gar nicht selbstverständlich ist, können die Wunden auch gut verheilen. Hygiene, Nachbehandlungen und laufende Kontrolle erfordern leider, dass sich das nun 11 Wochen alte Trio in der nächsten Zeit im Innenraum der Anlage aufhalten muss und die Zoobesucher sie nicht sehen können.

Zoo Berlin, 07.07.2011
Gefühlte Zwillingsgeburt bei den Guanakos
Äußerst gut beweidet wird in dieser Saison die 3500 m2 große Südamerikaanlage jenseits des Landwehrkanals. Nachdem die Wasserschweingruppe durch 5fachen Nachwuchs jetzt aus 9 Köpfen besteht, legten auch die Guanakos nach. Zwei der 5 Stuten um Hengst „Ali“ brachten am 26. sowie am 27. Juni je ein Stutfohlen zur Welt, womit auch die Herde der Neuweltkamele auf insgesamt 8 Tiere angewachsen ist. Selbst wenn die beiden Fohlen bereits am Gras knabbern, so sind sie doch bis zum Jahresende noch auf Muttermilch angewiesen. Beide Tiere sieht man zumeist bei der erfahreneren Mutter trinken, während die jüngere verschont bleibt. Auch wenn Zwillingsgeburten bei Guanakos eigentlich nie vorkommen, so fühlen sich die Jüngsten doch wie Vollgeschwister. Typisch für die südamerikanischen Kleinkamele ist ihr erkundungsfreudiges wachsames Wesen, so werden neben den Wasserschweinen ebenfalls die mit ihnen vergesellschafteten Pampashasen und Coscorobaschwäne neugierig beschnuppert. Von der wolligen Stammform des Lamas und Alpakas lebten einst schätzungsweise 50 Millionen Exemplare in den Kordilleren. Obwohl die Bestände etwa auf den hundertsten Teil geschrumpft sind, gilt die Art noch nicht als gefährdet.

Tierpark Hellabrunn München, 08.07.2011
Giraffen-Mädchen auf den Namen „Limber“ getauft
Stadtsparkasse München ist Patin und fördert auch den Neubau der Giraffen-Savanne. Die Stadtsparkasse München ist Patin für das dreimonatige Giraffen-Mädchen in Hellabrunn und erhält damit das Privileg, den Namen des Jungtiers auszuwählen. Die Patenschaft bildet den Auftakt zum neuen Tierpark-Engagement der Stadtsparkasse München: Ab dem kommendem Jahr wird Bayerns größte Sparkasse den Bau der Giraffen-Savanne fördern. Harald Strötgen, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Tierparks, verriet den Namen der jüngsten Giraffe nun erstmals offiziell. Das mittlerweile zwölf Wochen alte Baby bekommt den afrikanischen Namen Limber. Übersetzt bedeutet der Name ‚große Freude’. „Wir freuen uns darüber, dass sich die Tiere im Tierpark Hellabrunn wohlfühlen und die Herde erneut Zuwachs bekommen hat“, erklärte Strötgen bei der Übergabe der Patenschaftsurkunde im Münchner Zoo. „Für die meisten Besucher gehört das Beobachten von Tierkindern zu den Höhepunkten des Zoorundgangs. Auch wenn das grazile Giraffen-Mädchen mit 1,90 Meter nicht wirklich klein ist, bin ich mir sicher, dass sie die Besucher verzaubern wird.“ Mutter der kleinen Limber ist die 18 Jahre alte Giraffen-Dame Kabonga. Für sie ist es bereits das achte Giraffenbaby. Die Jungtiere kommen nach einer Tragezeit von etwa 15 Monaten zur Welt und bringen bei einer Größe von etwa 1,70 Meter ein Geburtsgewicht von zirka 45 Kilogramm auf die Waage. „Kabonga kümmert sich geradezu vorbildlich um ihren Nachwuchs“, erklärte Dr. Andreas Knieriem, Zoodirektor und Vorstand des Tierparks Hellabrunn. „In den letzten Wochen hat Limber auch Giraffen-Vater Togo (20) kennen gelernt, der, wie es sich für einen Giraffenbullen gehört, seinen Nachwuchs eher ignoriert.“ Die Hellabrunner Giraffenfamilie ist bereits in den neuen Ersatzstall direkt neben das sanierungsbedürftige, denkmalgeschützte Elefantenhaus gezogen. Voraussichtlich 2013 ist der Umzug der Giraffen in die neue Giraffen-Savanne geplant. Die Stadtsparkasse München hat mit einer 2007 gestarteten und über fünf Jahre laufenden Partnerschaft bereits die Renovierung des alten Affenhauses im Tierpark Hellabrunn in ein neues Orang-Utan-Paradies ermöglicht. 2009 hat die Stadtsparkasse München die Patenschaft für das mittlerweile zweijährige Orang-Utan-Mädchen Jolie übernommen. Insgesamt umfasst die Förderung fünf Millionen Euro.

Tiergarten Nürnberg, 13.07.2011
Seelöwen und Manatis haben neues Zuhause
Die Manatis und die Seelöwen im Tiergarten der Stadt Nürnberg haben ein neues Zuhause. Während die achtköpfige Seelöwengruppe bereits am späten Montagabend, 11. Juli 2011, vom Delphinarium in die Delphinlagune transportiert wurde, zogen die drei Seekühe am Dienstagvormittag, 12. Juli 2011, in das neue Manatihaus. Alle beiden Transporte verliefen zügig. Noch am Abend erkundeten die Seelöwen nach einem kurzen Aufenthalt im „Kinderbereich“ entspannt ihr neues Becken. Derzeit leben sechs Seelöwenweibchen – Ella, Tiffy, Soda, Foster, Hazel, Blue – und zwei junge männliche Seelöwen – Salomon und Scott – in der Delphinlagune. Nach Erreichen der Geschlechtsreife wird voraussichtlich im kommenden Jahr Salomon die Rolle des Haremschefs im Aquapark übernehmen. Die drei Seekühe – Mara, Zorro und Herbert – gingen es in ihrem neuen Zuhause langsam an. Ruhig schauten sie sich im Becken um, das von einer üppigen, tropischen Pflanzenpracht umgeben ist. Die drei Manatis reagierten ganz entspannt auf ihre neuen Mitbewohner, Perlmutt-Barsche, Schilderwelse und Pacu-Fische.

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