Portrait: Hausschwein

Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Echte Schweine (Suidae)
Gattung: Sus
Art: Wildschwein(Sus scrofa)
Unterart: Hausschwein (Sus scrofa domestica)

Münchner Borstelchen (Tierpark Hellabrunn)

Das Hausschwein ist die domestizierte Form des Wildschweins. Es gehört damit zur Familie der Schweine aus der Ordnung der Paarhufer. In einigen Teilen der Welt gibt es freilebende Schweinepopulationen, die aus verwilderten Hausschweinen hervorgingen. Schweine sind Allesfresser; sie fressen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung.

Das Hausschwein ist eines der am frühesten domestizierten Haustiere in der menschlichen Zivilisationsgeschichte und wird seit vermutlich 9000 Jahren zur Fleischerzeugung gehalten. In Europa und Ostasien ist Schweinefleisch die am häufigsten gegessene Fleischsorte.

Bei Schweinen beträgt die Trächtigkeitsdauer ca. 112–114 Tage (drei Monate, drei Wochen, drei Tage), die anschließende Geburtsvorgang wird ferkeln oder auch abferkeln genannt.

Hängebauchschwein (Wildpark Poing)

Bei neugeborenen Ferkeln kann man bei ursprünglichen Rassen noch die Zeichnung erkennen, die bei Frischlingen so typisch ist. Wenn sie etwa sechs Monate alt sind, bzw. etwa 100 kg Lebendgewicht haben, sind die Tiere schlachtreif. Schweine können, wenn sie nicht geschlachtet werden, etwa zwölf Jahre alt werden.

Schweine können nicht schwitzen. Viele Schweinerassen sind stressanfällig und können auch ähnliche Herz- und Kreislaufkrankheiten entwickeln wie der Mensch. Sie werden deshalb auch als Labor- und Versuchstiere gehalten. Physiologisch sind sich Schwein und Mensch sehr ähnlich. Das betrifft nicht nur die ähnlichen Krankheitsausprägungen, sondern z. B. auch die Struktur und Beschaffenheit von Fleisch und Fettgewebe. In der Gerichtsmedizin z. B. werden Stich- und Schussverletzungen an frischgeschlachteten Schweinen nachgestellt.

Erste archäologische Nachweise der Haustierwerdung (Domestizierung) gibt es aus der Zeit vor 9000 Jahren auf dem Gebiet der heutigen Osttürkei. Molekularbiologische Untersuchungen an Haus- und Wildschweinen zeigten, dass sich während der Jungsteinzeit die Domestikation in vielen Gebieten der Erde unabhängig voneinander vollzog. Die lange etablierte These, dass mitteleuropäische Hausschweine von Wildschweinen aus dem Nahen Osten abstammen, gilt damit als widerlegt.

Wollschwein (Tierpark Haag)

Weltweit haben sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Schweinerassen entwickelt. Die Züchtungen richteten sich nach den Bedürfnissen der Menschen und der jeweiliegen Zeit und den Umständen. So kam es immer wieder vor, dass sehr populäre Rassen in einigen wenigen Jahren fast ausstarben. Beispielsweise wurden nach dem zweiten Weltkrieg sehr „fettreiche“ Rassen gezüchtet. Diese wurden aber in späteren Jahrzehnten durch den Verbraucherwunsch nach „magerem“ Fleisch sehr bald wieder verdrängt.
Über viele Rassen gibt es daher nur noch rudimentäre Informationen, einige sind bereits ausgestorben.

Hier findet man eine Liste der Schweinerassen, die im Beutelwolf-Blog ausführlicher vorgestellt werden.

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