Portrait: Schabrackentapir

Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Tapire (Tapiridae)
Gattung: Tapire (Tapirus)
Art: Schabrackentapir (Tapirus indicus)

Schabrackentapir (Tierpark Hellabrunn)

Der Schabrackentapir ist der größte Vertreter aus der Familie der Tapire und der einzige, der in Südostasien lebt. Er unterscheidet sich deutlich von seinen amerikanischen Verwandten und wird manchmal sogar in eine eigene Gattung gestellt.

Der Schabrackentapir weicht in seiner Fellfärbung deutlich von den drei anderen Tapirarten ab: Die vordere Hälfte des Körpers und die Hinterbeine sind schwarz, der hintere Rumpf ist weiß. Dieses Muster ist eine wirkungsvolle Tarnung, da der Tapir sich im Dunkel des Regenwaldes gegen seinen Hintergrund kaum abhebt. Außerdem hat der Tapir seinem Namen dieser Rückenpartie zu verdanken, die an einen im mReitsport als Schabracke bezeichneten Überwurf erinnert. Auch die Spitzen der Ohren sind Weiß. Schabrackentapire erreichen eine Kopfrumpflänge von 180 bis 240 Zentimetern, eine Schulterhöhe von 90 bis 105 Zentimeter und ein Gewicht von 250 bis 320 Kilogramm.

Wie bei allen Tapiren ist der plumpe, schwerfällig wirkende Körper dieser Tiere an der Vorderseite zugespitzt und an der Hinterseite abgerundet, wodurch das Vorwärtskommen in dichten Wäldern erleichtert wird. Die Beine sind vergleichsweise kurz und schlank, wie bei allen Unpaarhufern verläuft die Hauptachse durch die dritte Zehe, die auch die größte ist. An den Vorderbeinen sind jeweils vier Zehen, wobei die drei mittleren am stärksten entwickelt sind, die Hinterfüße tragen drei Zehen.

Das Gesicht ist durch den Rüssel charakterisiert, der aber etwas kürzer als der der amerikanischen Tapirarten ist. Die Augen sind klein, die Ohren oval, aufgerichtet und nicht sehr beweglich.

Schabrackentapir (Tierpark Hellabrunn)

Schabrackentapire sind in Südostasien beheimatet, ihr heutiges Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Süden Myanmars und dem westlichen Thailand über die Malaiische Halbinsel bis zur Insel Sumatra. Unbestätigte Sichtungen gibt es unter anderem aus Kambodscha und von der Insel Borneo. Dies ist der Rest eines einst viel größeren Verbreitungsgebiets, das sich vom Süden Chinas über ganz Südostasien erstreckte und auch die Insel Borneo umfasste. Da der Schabrackentapir in diesen Ländern schon vor mehreren Jahrtausenden ausstarb, ist umstritten, ob menschliches Zutun für diesen Schwund des Verbreitungsgebiets verantwortlich ist oder nicht.

Schabrackentapire sind wie alle Tapire nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich ins dichte Unterholz zurück. Sie sind gute Kletterer und können außerdem ausgezeichnet schwimmen und tauchen.

Sie sind generell sehr scheu und vorsichtig, im Bedrohungsfall verharren sie in der Regel regungslos und vertrauen auf ihre gute Tarnung. Geraten sie aber in Panik, laufen sie blindlings durch den Busch und rennen dabei Raubtiere einfach um; wenn notwendig, verteidigen sie sich auch mit Bissen.

Tapire sind entfernt mit Nashörnern verwandt und zeigen ähnliche Verhaltensweisen. Sie können ähnlich schlecht sehen und leben, wie auch von Nashörnern bekannt, einzelgängerisch. Begegnen sich Artgenossen, verhalten sie sich außerhalb der Paarungszeit sehr aggressiv. Schabrackentapire legen Trampelpfade im Unterholz an und markieren ihr Revier, das sich mit dem anderer Tapire überlappen kann, mit Urin.

Schabrackentapir (Tierpark Hellabrunn)

Schabrackentapire sind Pflanzenfresser, die sich von Gräsern, Blättern, Wasserpflanzen und Zweigen ernähren. Bei der Nahrungssuche bewegen sie sich mit dem Rüssel am Boden vorwärts, oft in zick-zack-förmigen Routen. Mit ihrem Rüssel können sie entfernte Nahrung ergreifen und in das Maul befördern.

Nach einer Tragzeit von rund 390 bis 400 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt. Neugeborene Schabrackentapire sind wie alle Tapirbabys bräunlich gefärbt und tragen ein helles Streifen- oder Fleckenmuster, das der Tarnung dient. Die ersten Lebenstage verbringt das Jungtier in einem geschützten Lager, danach folgt es der Mutter bei ihren Streifzügen.

Mit vier bis sieben Monaten verlieren sie ihre kindliche Fellzeichnung, mit rund einem Jahr werden sie entwöhnt und mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Die Lebenserwartung wird auf rund 30 Jahre geschätzt.

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