Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Zoo Duisburg, 08.09.2011
Nachwuchs-Freuden im neuen Streichelzoo
Die vor Kurzem eröffnete Sparkassen-Erlebniswelt mit Bauernhof, Entdeckerhaus und afrikanischem Streichelkral hat haarigen Nachwuchs bekommen. Die Besucher können auf die beiden wenige Tage alten Kamerunschafe (ein Männchen, ein Weibchen) nicht nur blicken, sondern ihnen in der begehbaren Anlage auch ganz nahe kommen. Der mit Rundhütten im afrikanischen Stil gestaltete Streichelkral ist Teil einer Erlebniswelt, die dem Besucher zum einen den Werdegang des Wild- zum Nutztiers veranschaulichen soll. Zum anderen sollen die Städter, die sich zwangsläufig immer mehr von der Natur entfernen, wieder engeren Kontakt zu diesen Nutztieren erlangen. Die begehbare Anlage hat sehr viel Zuspruch erhalten, können doch vor allem die kleinen Besucher auf Tuchfühlung mit Ziegen und Schafen gehen, durch’s Fell streichen und sogar mit Spezialfutter aus dem Automaten füttern. Kamerunschafe sind anspruchslose und widerstandsfähige Landschafe. Meist sind sie hellbraun gefärbt, wobei Bauch, Kopf und Beine schwarz hervorstechen. Die im Vergleich zu den Weibchen deutlich größeren erwachsenen Böcke zeichnen sich durch sichelförmige Hörner und durch eine Mähne an Hals, Nacken und Brust aus. Das Kamerunschaf ist eine aus Westafrika (Kamerun, Elfenbeinküste) stammende Haarschafrasse. Haarschafe tragen keine Wolle, sondern ein Haarkleid. Dieses wird im Winter durch eine dichte Unterwolle ergänzt. Im Frühjahr werden die Besucher beobachten können, wie diese Unterwolle wieder abgestoßen wird. Die Schafe müssen also nicht geschoren werden.

ErlebnisZoo Hannover, 08.09.2011
Nachwuchs bei den Pferdeantilopen im Erlebnis-Zoo Hannover
„Faszinierend“, diese Ohren! Selbst der kühle Mr. Spock würde angesichts dieser Ohren beeindruckt eine Augenbraue heben und ein anerkennendes „ Faszinierend!“ bekunden. Ellenlang sind die Lauscher, weit abstehend, schmal und spitz zulaufend. Kaum zu glauben, dass die kleine Pferdeantilope Larissa bei stärkerem Wind nicht abhebt! Zwischen den Riesenohren (die sich übrigens nicht verwachsen, sondern immer so groß bleiben und die später auch ein langes Haarbüschel zieren wird – aber das weiß das Antilopenmädchen jetzt noch nicht): Schwarze Augen mit langen Wimpern, ein dunkler Nasenrücken, weiße Schnauze mit einem dezenten dunklen Strich an der Seite, der immer so wirkt, als lächele das Jungtier wissend. Ohren und Kopf stecken auf einem kurzen Hals, gefolgt von einem zierlichen hellbraunen Rumpf, der wiederum von langen Beinen, die ungern still stehen, getragen wird. Was noch fehlt, sind die leicht nach hinten gebogenen langen Hörner mit den Querwulsten. Die, immerhin, lenken dann später ein wenig von den Riesenlöffeln ab. Dunkle Flecken auf der Stirn deuten an, wo bald Hörnchen sprießen werden. Larissa kam am 8. August zur Welt und hat die ersten Wochen mit ihrer Mutter Leonie (6) hinter den Kulissen verbracht, bevor sie stundenweise vorsichtig ihr Außengehege erkundete. In Kürze wird sie Vater Ronan (7) und die winzigen Zwergrüssel-Dik Diks kennen lernen, mit denen sie sich die Anlage teilt. Die Pferdeantilope ist die zweitgrößte Antilopenart – größer werden nur noch die Elenantilopen. Jungtiere kommen mit einem Gewicht von 16-18 kg nach rund neun Monaten Tragzeit zur Welt. Ausgewachsen wird Larissa etwa 150 cm hoch, bis zu 245 cm lang und maximal 275 kg schwer sein. Aber das hat noch Zeit. Erst einmal verbringt sie ihre Jugend mit Bocksprüngen, Vögel jagen und Büsche erschrecken (indem sie rasant auf sie zusprintet und im letzten Augenblick gekonnt abbremst). Bei ihren Eroberungszügen ist Larissa zurzeit stundenweise vormittags zu beobachten. Übrigens: Die erste Pferdeantilope im einem Zoo wurde 1965 im Zoo Hannover geboren! Heute wird das Zuchtbuch für die Pferdeantilopen in Hannover geführt.

Zoo Heidelberg, 08.09.2011
Erneut Nachwuchs bei den Erdmännchen
Innig kuscheln sich drei possierliche Erdmännchen am Bauch von Mama, um gleich darauf neugierig ihre Umgebung zu erforschen. „Wir sind begeistert von unserer lebhaften Kinderschar“, freut sich Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers. „Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr haben wir Nachwuchs. Die drei Jungtiere sind quicklebendig und gesund. Mit insgesamt elf Tieren haben wir nun eine richtige Erdmännchen-Großfamilie“. Die Zoobesucher drücken sich vor Begeisterung an der großen Scheibe die Nase platt, um so nahe wie möglich das quirlige Treiben zu beobachten. „Die sind so süß, Mama“, ertönt es aus Kinderkehlen. Erdmännchen zählen zu den Lieblingen im Zoo, nicht nur für Kinder. Es macht einfach großen Spaß, die geselligen Tiere mit ihrem ausgeprägten Sozialverhalten zu beobachten.

Zoo Heidelberg, 12.09.2011
Stadtwerke Heidelberg übernehmen Patenschaft von Mähnenrobbenbaby »Awa«
Die Stadtwerke Heidelberg haben die Patenschaft für das Mähnenrobbenbaby »Awa« übernommen – und durften als Kooperationspartner und erster Goldsponsor des Zoos den Namen für den Nachwuchs vorschlagen. Normalerweise sind die Tierpfleger dafür zuständig, denn sie wissen am besten, auf was ihre neugeborenen Schützlinge Tiere hören. Die Mitarbeiter der Stadtwerke Heidelberg haben intensiv nach einem geeigneten Namen gesucht: „Klangvoll sollte er sein – und auch noch passen, wenn aus dem Tierbaby eine ausgewachsene Robbendame geworden ist“, erläutert Katharina Schimek, Leiterin des Marketing und Privatkundenvertriebs der Stadtwerke Heidelberg. „Außerdem haben wir einen Namen gesucht, der einen inhaltlichen Bezug hat.“ Mit dem Namen »Awa« wurden sie schließlich fündig. »Awa« ist hebräischen Ursprungs und bedeutet Wasser – und darin ist das Jungtier schon ganz in seinem Element. Das am 16. Juli geborene Robbenbaby übt noch im „Mutter-Kind-Becken“ gemeinsam mit Mama Lea ungestört das Schwimmen und Tauchen. Erst dann dürfen Mutter und Kind zurück in die Mähnenrobbengruppe. Diese Integration ist jedes Mal mit einigem Risiko verbunden, denn im allgemeinen Tumult einer großen Mähnenrobbengruppe kann es passieren, dass das kleinste Jungtier sich verletzt oder beim Spielen mit den anderen im Wasser ertrinkt. Daher ist es wichtig, dass die junge Robbe sowohl an Land wie auch im Wasser schon möglichst sicher und geschickt ist, bevor es zu den Artgenossen in die Gruppe kommt. Die Heidelberger Mähnenrobbengruppe ist mit sieben Tieren eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Die mächtigen Meeressäuger, deren Verbreitungsgebiet sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien erstreckt, gelten im Gegensatz zu den zierlicheren Kalifornischen Seelöwen als aggressiver und schwierig im Umgang. In Heidelberg zeigen diese imposanten Tiere nicht nur zweimal täglich bei der Fütterung, zu welchen Kunststücken man sie mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl bringen kann, sie sorgen auch seit 1999 regelmäßig für Nachwuchs. Prominentes Mitglied ist der prächtige Bulle Atos, der 2005 im Heidelberger Zoo geboren wurde. Sein Markenzeichen ist der mit Bravur vorgeführte Flossenstand. Die Tierpaten sind eine fast genauso bunt gemischte Gesellschaft wie ihre Patenkinder. Die Paten sind Einzelpersonen, Institutionen oder Firmen, die mit ihrem finanziellen Beitrag den Zoo und seine Tiere unterstützen. Über 300 Tiere aus dem Zoo Heidelberg haben bereits Paten gefunden, aber bei einem Bestand von über 1000 Tieren sind noch viele patenlos. „Die Tierpaten tragen ganz wesentlich dazu bei, dass der Zoo die Haltungsbedingungen für seine Tiere verbessern kann“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Dabei orientieren sich die Patenschaftsbeiträge an den Pflegekosten der Tiere. Da liegen die Elefanten mit 5.000 Euro pro Jahr deutlich an der Spitze, aber auch ein Löwe verspeist mühelos über eine Tonne Fleisch jährlich und ist mit 2.500 Euro kein billiges Patentier. Auch das Gemüse, das die Gorillas eimerweise verzehren, kostet sein Geld, dazu kommen noch Kletterseile, Hartplastikbälle und anderes Spielzeug. Als Anerkennung für die Unterstützung erhalten die Paten einen Patenpass, eine Urkunde sowie ausführliche Informationen zu ihrem Schützling und werden zum jährlichen Patenfest eingeladen. Die Stadtwerke Heidelberg engagieren sich als erster Goldsponsor des Zoos mit Geld- und Sachleistungen für ihren Kooperationspartner. Mit dem Kooperationsvertrag vom Juni dieses Jahres haben sich zwei starke Partner in der Region zusammengeschlossen, die für mehr Lebensqualität und ein attraktives Angebot weit über die Heidelberger Stadtgrenzen hinaus stehen.

Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, 13.09.2011
Zwillingsgeburt beim „schönsten Säugetier der Erde“ im Tierpark Berlin
Als Frederic Cuvier 1825 erstmalig den Kleinen Panda ( Ailurus fulgens ) wissenschaftlich beschrieb, bezeichnete er ihn als das „schönste Säugetier der Erde“. Noch heute teilen viele Berliner seine Meinung und so zählt das Panda-Pärchen „Isabell“ und „Quincy“ zu den Besucherlieblingen im Tierpark Berlin. Dort erblickten am 22. Juni 2011 die beiden Jungtiere „Kit“ und „Kitty“ das Licht der Welt. Während sie die ersten 80 Tage zurückgezogen in ihrer Wurfhöhle verbrachten, beginnen die Zwillinge nun allmählich ihre Umwelt zu erkunden und wagen bereits erste Ausflüge auf die Bäume ihres natürlich gestalteten Geheges. Der Kleine Panda oder Katzenbär wird wegen seines fuchsroten Pelzes auch Roter Panda oder Feuerfuchs genannt. Er lebt im Rhododendron- und Bambusdickicht an den Südhängen des Himalayas sowie in den Bergwäldern im Südwesten Chinas. Dort ernährt er sich fast ausschließlich von Pflanzen, am liebsten von jungen Bambussprossen. Da sein natürlicher Lebensraum immer kleiner wird, gilt sein Bestand inzwischen als gefährdet. Der Tierpark Berlin unterstützt daher das WWF-Projekt zum Schutze des Kleinen Pandas im östlichen Himalaya und beteiligt sich mit seiner erfolgreichen Zucht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, das vom Zoo Rotterdam koordiniert wird. Tierpark-Besucher, die „Kit“ und „Kitty“ bei ihren ersten Kletterversuchen beobachten möchten, sollten jedoch ein wenig Glück und Geduld mitbringen, da die Jungtiere zunächst nur zeitweise die sichere Höhle verlassen.

Zoo Salzburg, 14.09.2011
Das Training beginnt!
Das Geparden-Jungtier-Trio im Salzburger Zoo wird nun 6 Monate alt und trainiert schon am „kleinen“ Futterlift. Die beiden Geparden-Mädels und der junge Geparden-Mann haben sich prächtig entwickelt. Sie verlieren nun langsam ihre jugendliche Rückenmähne. Sie sind neugierig und reagieren allem Neuen gegenüber sehr interessiert. Im hinteren Anlagen-Bereich der Geparde, der für Besucher nicht einsehbar ist, werden die Jungtiere nun peu á peu am „kleinen“ Lift trainiert. Geparde sind Hochleistungssprinter. Sie haben eine extrem biegsame Wirbelsäule. Ihr Körper ist stromlinienförmig gebaut. Ihr Kopf ist verhältnismäßig klein. Ihr Schwanz ist lang und sie sind hochbeinig. Ihre Krallen sind nicht vollständig einziehbar, sie funktionieren wie Spikes. So kann ein Gepard ähnlich wie ein Sprinter einen Blitzstart hinlegen und dank seines gesamten Körperbaus Geschwindigkeiten von über 110 km/h auf kurze Distanz erreichen. Durch diese Hochleistung zählt er zu den erfolgreichsten Jägern. Jagd will gelernt sein: Der Salzburger Geparden-Nachwuchs nimmt das Lernen noch nicht so ernst. Mutter Ginger zeigt sich als geduldige Lehrerin, die aber auch mal mit Nachdruck Lernerfolge von ihren Jungen fordert. Das Training zeigt schon erste Erfolge. Lange wird es also nicht mehr dauern und die Salzburger Zoobesucher können den Geparden-Nachwuchs auf der großen Freianlage beobachten, wie sie ihr Fleisch im Sprint am Futterlift „erbeuten“.

Zoo Heidelberg, 14.09.2011
Ü60 Party im Zoo
Am Freitag, 23.09.2011 wartet der Zoo Heidelberg mit einem speziellen Angebot an alle unternehmungslustigen älteren Erwachsenen auf – einer Ü60-Party. Von 11.30 Uhr bis 16.30 Uhr können Seniorinnen und Senioren ein Programm genießen, das speziell auf ihre Interessen zugeschnitten ist. Besucher über 60 können an kostenlosen Führungen mit den Zoorangern der Zooschule teilnehmen und jede Menge Wissenswertes über unsere Tiere erfahren. Zur Stärkung gibt es beim Stand der Tiergartenfreunde leckere Waffeln. Für beste Unterhaltung ist außerdem gesorgt: Der vielseitige Entertainer „Mister He“ nimmt die Besucher mit auf eine musikalische Zeitreise von den 1930er bis in die 1960er Jahre. Das Repertoire reicht von den schmachtvollen Schlagern Johannes Heesters‘ über fetzige Rock n’ Roll Hits Elvis Presleys bis hin zu tierischen Klassikern wie „Kein Schwein ruft mich an“ von Max Raabe. Zwei Vorführungen in der „Scheune“. In Kooperation mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar wird Inhabern der „Karte ab 60“ an diesem Tag der Eintritt zum ermäßigten Preis von 6 € ermöglicht. http://www.zoo-heidelberg.de/die-ue-60-zooparty

Zoo Osnabrück, 15.09.2011
Wie Dromedarjunge „Damis“ wieder auf die Beine kam
Am 12. Juli erblickte Dromedarhengst „Damis“ im Zoo Osnabrück das Licht der Welt. Mit Mutter Lea und Vater Max erkundet er zurzeit die Außenanlage – vor einigen Wochen wäre das noch undenkbar gewesen. „Damis“ heißt der kleine Dromedarjunge, was so viel wie „dunkel“ bedeutet. Tierpfleger wählten diesen Namen, da Mutter „Lea“ bisher immer braun-weiße Fohlen hatte und „Damis“ komplett dunkelbraun ist. Und als wenn er wüsste, dass er etwas Besonderes ist, hat „Damis“ es auch faustdick hinter seinen kleinen Plüsch-Ohren. „Er ist ein richtiger Frechdachs! Er läuft den Pflegern hinterher, knabbert an meinem Zopf und nimmt alles ins Maul, was er kriegen kann“, so Revierleiterin Tanja Boss. Aber das war nicht immer so, denn der Dromedarhengst kam mit einer Behinderung zur Welt: Seine langen Beine waren stark verkrümmt und bogen sich beim Stehen und Gehen weit durch. Es begann ein Wettlauf mit der Zeit: Mit regelmäßigem Lauftraining, das „Damis“ Runde für Runde mit den Pflegern absolvieren musste, und genau abgestimmten Medikamenten aus der Pferdepraxis versuchten die Zootierärzte den Dromedarjungen wieder „auf die Beine“ zu kriegen. „Der Hengst war vor der Therapie kaum in der Lage eigenständig zu laufen“, so Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg. Aber nach achtwöchiger Behandlung war die Fehlstellung vollständig behoben, sodass „Damis“ nun das Kamelrevier und seine Artgenossen regelmäßig auf Trab hält. Das macht er so intensiv, dass die Tierpfleger sehnsüchtig auf den zweiten, noch ausstehenden Dromedarnachwuchs von Mutter „Kathi“ warten. Denn dann kann „Damis“ seine sprühende Energie gemeinsam mit einem Spielkameraden austoben und lässt hoffentlich die Zoomitarbeiter in Ruhe.

Zoo Berlin, 15.09.2011
Drei pelzige junge Polarfüchse als Neuankömmlinge im Berliner Zoo!
Mit dem Einzug dreier junger Polarfüchse erlebt das Raubtierhaus im Zoo Berlin derzeit eine kleine „Renaissance“; denn bereits im ersten Zooführer von 1845 wurden in einem „offenen Thierbehälter … drei Nordische Füchse … eben im Begriff das weiße Winterhaar gegen den dunklen Sommerbalg zu vertauschen“ erwähnt. Letztmals wurde die Art dann von 1964-1973 im Zoo gepflegt. Die drei Rüden sind 5 Monate alte Wurfgeschwister. Während ein Tier bereits weiß gefärbt ist, tragen seine Brüder bis auf den helleren Schwanz noch einen dunkleren Pelz, doch der Haarwechsel steht auch bei ihnen kurz bevor. Die natürliche Verbreitung des Eisfuchses erstreckt auf die zirkumpolare Tundrazone Eurasiens, Grönlands und Nordamerikas. Ihres dichten Pelzes wegen wurden die Tiere früher stark bejagt. Wie aus einem für die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen vorbereiteten Bericht der IUCN von Dezember 2009 ausgegangen wird, ist der Polarfuchs neben dem Eisbären heute eine der am stärksten von der Klimaerwärmung betroffenen Tierarten der Welt. Paarweise gehalten sind Polarfüchse bei guter Ernährung sehr reproduktiv, so kommen Würfe von 18-22 Welpen zur Welt. Relativ gering ist allerdings ihre natürliche Lebenserwartung und auch im Zoo werden die kleinen Füchse selten älter als 10 Jahre. Auf den Menschen wirken die Pelztiere nicht zuletzt wegen ihres rundlichen Kopfes mit den recht kleinen Ohren sympathisch. Hier ist es das „Kindchenschema“, was uns anspricht. Wer Polarfüchse im Zoo kennengelernt hat, will sicher auch nicht, dass die Art durch von Menschen verursachte Klimaprobleme im Freiland bedroht wird.

Zoopark Erfurt, 15.09.2011
Neue Tierkinder im Thüringer Zoopark Erfurt
Im Zoo der großen Tiere gibt es viele neue Tierkinder zu bestaunen. Am 4. und am 13. September wurden in der Löwensavanne drei kleine Kap-Klippschliefer geboren. Sie sind schon sehr agil und können beim Herumtollen beobachtet werden. Klippschliefer haben braunes Fell und etwa die Größe eines Kaninchens. Sie ähneln einem Murmeltier, gehören jedoch nicht zu den Nagetieren, sondern sind mit Afrikanischen Elefanten verwandt. Diese äußerlich kaum sichtbare Verwandtschaft wird zum Beispiel an den beiden ständig nachwachsenden Zähnen im Oberkiefer erkennbar. Den nächsten Nachwuchs gab es auf den Bisonplains: dort erblickte am 10. September ein rotbraunes Kälbchen das Licht der Welt. Der kleine Bulle steht bereits fest auf seinen Beinen und trinkt fleißig bei seiner Mutter. Er wird von der ganzen Herde, inklusive Vater „Lakota“, beschützt. In bedrohlichen Situationen bilden Bisons einen Kreis um die Jungtiere und nehmen diese in die Mitte. In acht bis zwölf Monaten wird das Kälbchen nicht mehr bei der Mutter trinken. Wenn es ausgewachsen ist, kann es ein Körpergewicht von bis zu 820 Kilogramm erreichen. Im 19. Jahrhundert wurde der Präriebison durch die Jagd auf ihn fast ausgerottet, heute haben sich die Bestände aufgrund von Schutzmaßnahmen erholt.
Die Zucht der Art im Thüringer Zoopark Erfurt gelingt sehr gut. Bereits im Frühjahr hatte es Bisonnachwuchs gegeben. Noch mehr Tierkinder, nämlich gleich elf Stück, sind am 14. September bei den Angler Sattelschweinen auf Axmanns Hof geboren worden. Die kleinen Ferkel zeigen bereits die klassische Färbung, die aussieht, als hätten sie einen weißen Sattel auf ihrem schwarzen Fell. Zu sehen sind die Tierkinder im Thüringer Zoopark Erfurt täglich von 9 bis 18 Uhr.

Zoo Berlin, 15.09.2011
Seelöwenwelpen im Doppelpack
Kalifornische Seelöwen gehören sicher zu den beliebtesten Zootieren, die aus diesem Grunde auch gerne gehalten werden. Ihre Vermehrung in Menschenobhut gelingt allerdings nur in wenigen Zoos der Welt. Der Berliner Zoo ist seit nunmehr drei Jahren einer von ihnen. Wie bereits im letzten Jahr brachten im Juni zwei Seelöwinnen einen Welpen zur Welt. Für „Sandra“ war es am 5.6. ihr erstes Jungtier, wohingegen „Lucia“ seit dem 26.6. bereits zum dritten Mal aufzieht. Die beiden weiblichen Seelöwenkinder sollen später auf die Namen „Kariba“ und „Kira“ hören. Sehr junge Seelöwen können zwar schwimmen, doch unterkühlen sie sehr schnell und sollten deshalb nicht gleich ins Wasser gelassen werden. Deshalb sind die diesjährigen Jungtiere auch erst seit kurzer Zeit im großen Schaubecken von den Zoobesuchern zu sehen. Seelöwenjungtiere schließen sich in freier Wildbahn – an der nordamerikanischen Pazifikküste – zu Verbänden zusammen, in denen sie gemeinsam spielen. So ist es besonders schön, dass auch die beiden Zookinder einen gleich alten Spielpartner haben. Ebenfalls sehr erfreulich ist die Tatsache, dass der 11jährige Bulle „Enzo“ ein äußerst friedlicher Vater ist, der nachdem er auch die Mütter wieder gedeckt hat, geduldig über seinen 4köpfigen Harem und die beiden Jungrobben wacht. Nach 12monatiger Tragzeit wäre dann im nächsten Sommer wieder mit weiterem Nachwuchs zu rechnen. Bis dahin werden dann auch die Jüngsten schon auf ihren Namen hören; denn sobald sie im Alter von etwa 6 Monaten beginnen, sich für Fische als Nahrung zu interessieren, kann erfolgversprechend mit den ersten Trainingsübungen begonnen werden. Die sehr intelligenten Ohrenrobben verlangen geradezu danach, dass sich die Tierpfleger mit ihnen beschäftigen. Sinnvolles Training wird deshalb auch das spätere Leben der Jungrobben bereichern.

Zoopark Erfurt, 16.09.2011
Australische Löffelenten als neue Zoobewohner
Und wieder eröffnet eine neue Anlage im Thüringer Zoopark Erfurt. Gegenüber vom Kangorooland ziehen am 28. September zwei Australische Löffelenten und zwei Jägerlieste, bekannter als die Lachenden Hänse, ein. Verbreitet sind die Australischen Löffelenten in Südwestaustralien sowie Südostaustralien. Sie leben an Süßgewässern. Ausgewachsene Australische Löffelenten erreichen eine Körperlänge von 50 Zentimetern und ein Gewicht von etwa 665 Gramm. Das Höchstalter bei dieser Art liegt bei 20 Jahren. Überwiegend ernähren sich Australische Löffelenten von Wasserflöhen, Insekten und Kleinmolluken sowie Samen. Ihren Namen hat die Australische Löffelente von ihrem vorne breit auslaufenden, löffelartigen Schnabel, der sich durch viele kleine Lamellen zu einem hervorragenden Seihapparat entwickelt hat.

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