Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Abgesehen davon, dass ich die letzten Tage auf Zoo-Reise war, kam die Zoopresseschau der letzten Woche erst am Donnerstag (8. September), begründet durch Versandprobleme.
Das bedeutet, dass die nächste Zoopresseschau (vermutlich) nicht lange auf sich warten lässt.
Und natürlich wird mein Auszug aus der Presseschau länger, nachdem ich jetzt weitere Zoos besucht habe und ich deren Entwicklung verfolgen werde.

Opel-Zoo Kronberg/ Taunus, 25.08.2011
… Und immer wieder die Kaiserin!
Der Opel-Zoo freut sich über eine neue Tierart, die sich seit Mai 2011 in ihrem neuen Gehege wohlfühlt. Aus den Zoos von Münster, Landau und Berlin sind Prinz-Alfred-Hirsche in das Freigehege gekommen. Innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) war Platz für eine Junggesellengruppe dieser Tierart gesucht worden, den der Opel-Zoo bieten konnte. Prinz-Alfred-Hirsche sind eine der höchstbedrohten Hirscharten, nur noch wenige Tiere leben auf zwei philippinischen Inseln. Die Prinz-Alfred-Hirsche ergänzen den Tierbestand des Opel-Zoos im Parkteil Asien, wo sie in einem Gehege gemeinsam mit Hirschziegenantilopen untergebracht sind.

Zoo Osnabrück, 25.08.2011
Ausstellung „Klimawerkstatt“ im Zoo Osnabrück
Wanderausstellung der DBU mit Einblicken in betroffene Tierwelt. Der Klimawandel betrifft nicht nur uns, sondern auch die Tierwelt. Damit Tierfreunde erfahren, was sie gegen den Klimawandel tun können, steht die DBU-Ausstellung „Klimawerkstatt“ nun bis zum 8. November im Zoo Osnabrück. Was macht die „Klimawerkstatt“ im Zoo Osnabrück? Ganz einfach: Sie schlägt eine Brücke zwischen Theorie und Praxis, denn hier können Besucher die vom Klimawandel bedrohten Tiere hautnah erleben. Bären, Rentiere oder Elefanten verbildlichen, wofür es sich zu handeln lohnt: Der Lebensraum zahlreicher Tiere ist bereits stark bedroht, insbesondere in der Arktis wird das Eis im wahrsten Sinne des Wortes dünn. Für Schulklassen und andere interessierte Gruppen bietet der Zoo spezielle Führungen an: Zunächst erfahren die Besucher, wie welche Tierarten durch den Klimawandel betroffen sind: Rentiere, deren Wanderwege versperrt sind, weil Flüsse nicht mehr zu frieren. Oder Elefanten, deren Wasserlöcher aufgrund der Wüstenbildung vertrocknen. Anschließend geht es in die „Klimawerkstatt“. Dort können die Teilnehmer gemeinsam nach Lösungen suchen, wie jeder von ihnen etwas gegen den Klimawandel unternehmen kann. Über die Tiere hofft der Zoo seine Besucher neu für den Klimaschutz zu begeistern. Deswegen baut der Zoo bis Herbst 2012 auch die interaktive Erlebnisausstellung „Klimahöhlen“, die dann langfristig die Besucher informiert, wie der Klimawandel in die Tierwelt eingreift, und sie zum Handeln auffordert. Anmeldungen für Führungen beim Zoo Osnabrück unter der Telefonnummer: 0541-95105-0

Tierpark Berlin, 25.08.2011
Neuer Wegweiser durch den Tierpark Berlin erschienen
Auch 2011 ist wieder ein neuer Wegweiser durch den Tierpark Berlin erschienen, inzwischen in der 47. Ausgabe! Der reich bebilderte Tierparkwegweiser umfasst 150 Seiten und führt den Leser von den Großbärenanlagen bis zu den Gehegen für Bisons und Wisente am Eingang Bärenschaufenster. Die vielen farbigen Abbildungen bieten einen guten Überblick über den Tierbestand in Friedrichsfelde, hingewiesen sei vor allem auf die Fotos vom Mohrenmaki mit Jungtier, Goldtakin, Silberäffchen und Atlashirsch. Ein Kapitel berichtet über den Zoologischen Garten Berlin. Abgeschlossen wird der Wegweiser durch den Tierpark Berlin durch ein Tiernamensverzeichnis und einen Übersichtsplan, der die Orientierung im 160 ha großen Tierpark erleichtert. Das Titelbild wird ebenfalls von einer neuen Art geziert, nämlich den Erdwölfen, die 2011 in den Tierbestand gelangt sind. Die Zeichnung stammt wie immer vom Berliner Grafiker und Tiermaler Reiner Zieger, der Text des Wegweisers wurde vom Tierparkdirektor Dr. Bernhard Blaszkiewitz verfasst. Der neue Tierparkwegweiser ist für 3,50 € an allen Kassen des Tierparks und im Verwaltungsgebäude zu erstehen.

Zoo Halle, 26.08.2011
Krokodile und Alligatoren
Jeden Freitag um 15:30 Uhr findet die öffentliche Fütterung der Mississippi-Alligatoren, der Nil- und Panzerkrokodile im Bergzoo Halle statt. Im reinen Frauenhaus geht es zur Fütterungszeit heiß her. Immer zu Zweit sind die Tierpfleger aus Sicherheitsgründen im Einsatz. Zuerst werden die Krokodile und Alligatoren mit langen, hölzernen Fanggabeln vom Landteil ins Wasser geschoben, dann bekommen sie mit einer langen Zange ihre Futter gereicht (z.B. Hühner, Ratten oder Fisch). Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tiere in freier Wildbahn wahrscheinlich nur ca. 50 Mal im Jahr eine volle Mahlzeit zu sich nehmen. Krokodile einer Gruppe teilen sich dabei oft ein großes Beutetier (z.B. Antilope oder Zebra), denn sie gelten als sehr soziale Tiere. Es ist schon erstaunlich, dass die Krokodile in den letzten 200 Millionen Jahren ihr Aussehen im Großen und Ganzen beibehalten haben, obwohl sie sich immer wieder veränderten Bedingungen anpassen mussten. Sehr bemerkenswert ist außerdem, dass Krokodile ihre 68 Zähne, die wichtigsten Werkzeuge zum Beute machen, im Laufe ihres Lebens bis zu 45 Mal wechseln. Ein spannendes Detail in der Nachzucht der Alligatoren ist die Tatsache, dass die Nesttemperatur entscheidend ist, ob sich Männchen oder Weibchen in den Eiern entwickeln. Hohe Temperaturen (ca. 32-34 Grad) lassen Männchen im Ei entstehen und bei niedrigen Nesttemperaturen (ca. 28-30 Grad) kriechen Weibchen aus dem Ei. Bei mittleren Temperaturen entwickeln sich sowohl Weibchen als auch Männchen. Der Herbst steht vor der Tür und gerade zu dieser Jahreszeit halten sich die Besucher gerne im Krokodilhaus auf. Bei über 25°C und hoher Luftfeuchtigkeit kann man sich aufwärmen und die meist stillen Reptilien beobachten.

Tierpark Hagenbeck, 26.08.2011
Warten auf den Mann in grün
Täglich um kurz nach 14.00 Uhr wird es hektisch im Bärengehege. Aufgeregt läuft Bärenmutter Mascha von einer zur anderen Seite, schnuppert neugierig an der Gehegezufahrt und stellt sich auf, um einen besseren Überblick zu erhalten. Mit gespitzten Ohren beobachten die Bärenbrüder Wanja und Misho das Treiben. Was ist hier los? Warum verhält Mama sich so? Der Grund dafür ist das leckere Futter, mit dem der Tierpfleger im grünen Hagenbeck-Outfit täglich bei den Kamtschatkabären vorbeischaut. Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Äste, Blätter und vieles mehr stehen auf dem Speiseplan der Bären. Mit fast acht Monaten sind die Jungtiere Wanja und Misho noch lange nicht ausgewachsen, auch wenn sie mittlerweile 70 Mal so schwer sind wie bei ihrer Geburt. Denn da wogen die beiden Jungpetze gerade einmal 500 Gramm. Damit keine Langeweile entsteht, lässt sich Reviertierpfleger Uwe Fischer allerhand einfallen, um den Bären viel Abwechslung zu bieten. „Ab und zu bekommen die Tiere eine große Eisbombe, aus der sie die Leckerbissen erst einmal herauskratzen oder herausbeißen müssen. Oder ich werfe Ihnen Kokosnüsse zu. Die überdauern wenigstens einige Zeit und die Bären tollen vergnügt mit ihnen herum.“ Wer sich auch ein Bild von der Hagenbeck´schen Bärenfamilie machen möchte, hat täglich ab 9.00 Uhr Gelegenheit. Ob im Wasser oder an Land, die wilden Spiele der Bärenbrüder bieten großartigen Beobachtungsstoff. Auch bei den vielen anderen Jungtieren wie den Löwen, Nasenbären, Zebras und natürlich den Elefanten macht das Zusehen besonders viel Freude.

Zoologischer Garten Berlin, 29.08.2011
Flamingoküken von zwei extrem seltenen Arten im Berliner Zoo geschlüpft!
Trotz des rückblickend sehr regnerischen Sommerwetters könnte die Brutsaison 2011 für zwei äußerst selten gehaltene Flamingoarten im Berliner Zoo überaus erfolgreich werden. Die weltweit nur in Berlin gezüchteten Jamesflamingos und auch die Andenflamingos, die ansonsten nur noch in Slimbridge (England) gehalten werden, ziehen derzeit insgesamt 3 Küken auf (geschlüpft im Juli/August: 2 James-, 1 Andenflamingo). Und des Weiteren sitzen noch 2 Brutpaare fest auf ihren lehmigen Nestkegeln, um je ein eigenes Ei auszubrüten. Flamingoküken schlüpfen mit hellgrauem Dunenkleid und werden von beiden Eltern zunächst ausschließlich mit einem blutfarbenen Kropfsekret gefüttert. Die Nährflüssigkeit enthält von Anfang an erhebliche Pigmentanteile, die später die rosa Färbung des Erwachsenengefieders bewirken. Der Farbstoff wird zunächst in der Leber der Küken gespeichert. Neben der Tatsache, dass sie klein und grau sind, unterscheiden sich die Jungvögel auch hinsichtlich der Schnabelform noch deutlich von ihren Eltern. Ihr anfangs rosa, später schwarzer Schnabel ist noch relativ gerade. Erst beim Heranwachsen knickt er in der Mitte nach unten ab, sodass der Oberschnabel später zum funktionellen Unterschnabel wird. Erst dadurch werden sie dann in die Lage versetzt, wie die Altvögel Nahrungsorganismen aus dem Wasser zu filtern. James- und Andenflamingos kommen in den südamerikanischen Kordilleren vor. Hier finden sie ihre Nahrung, kleine Krebse und Kieselalgen, in über 2000 m hoch gelegenen Salzseen. Die Bestände beider Arten sind deutlich rückläufig und somit zunehmend gefährdet. 1975 gelang im Berliner Zoo die deutsche Erstzucht eines Andenflamingos und 1989 die Welterstzucht eines Jamesflamingos. Der Fortbestand der Populationen in Menschenhand ist abhängig von den Berliner Erfolgen.

Tiergarten Schönbrunn Wien, 31.08.2011
EIN HAUS FÜR RATTEN
In den eigenen vier Wänden sieht sie fast niemand gerne, im Tiergarten Schönbrunn bekommen sie gerade ihr eigenes Haus: Ab Ende Oktober können sich Besucher davon überzeugen, dass Ratten faszinierende und hoch intelligente Tiere sind. Im neuen Rattenhaus werden drei Arten zu sehen sein. „Neben den bekannten Farbratten ziehen die rund 45 Zentimeter großen Riesenhamsterratten und die dicht behaarten Riesenborkenratten ein. Letztere erinnern aufgrund ihrer schwarzweißen Fellzeichnung ein bisschen an die Großen Pandas“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Das ehemalige „Mexikohaus“, das sich neben dem Pandahaus befindet, bewohnten bis Juli 2008 Beulenkrokodile und mexikanische Kleinfische. Um rund 190.000 Euro wird es derzeit zum Rattenhaus umgebaut. „Die beiden Riesenrattenarten bekommen jeweils ihren eigenen Bereich mit Kletterstrukturen, Höhlen und kleinen Teichen“, berichtet Schratter. Für die Farbratten wird eine Anlage im Eingangsbereich errichtet. Damit sich diese nachtaktiven Tiere den Besuchern auch zeigen, wird es im Rattenhaus schon zu Mittag dämmrig. Da die meisten Menschen ein ambivalentes Verhältnis zu Ratten haben, wird es im und rund um das Haus viele Informationen zu den Tieren geben. Die Riesenhamsterratten, die in den Savannen Afrikas heimisch sind, kommen beispielsweise beim Aufspüren von Landminen und der Diagnostik von Tuberkulose zum Einsatz. Schratter: „In der westlichen Kultur ist die Ratte hauptsächlich mit negativen Attributen behaftet. Im asiatischen Raum hingegen wird sie als Symbol für Intelligenz, Ehrlichkeit und Kreativität angesehen.“

Zoo Leipzig, 31.08.2011
Nachwuchs für Gondwanaland: Braune Landschildkröten geschlüpft
Die Tropenerlebniswelt Gondwanaland hat ihren ersten Reptiliennachwuchs: Am 27. August schlüpften drei Braune Landschildkröten aus einem Gelege, aus dem einzelne Eier entnommen und im Inkubator 63 Tage bei 32 Grad Celsius bebrütet wurden. Die Jungtiere waren zum Zeitpunkt des Schlupfes gut 5 Zentimeter lang und wogen zwischen 44 und 48 Gramm. Die Elterntiere befinden sich derzeit in der rückwärtigen Tierhaltung von Gondwanaland. In der öffentlichen Schau der Tropenhalle sind mehrere halbwüchsige Tiere zu sehen, die sich mit den Hornvögeln ein attraktiv gestaltetes Gehege teilen. Bei der Braunen Landschildkröten-Nachzucht handelt es sich um die erste im Zoo Leipzig. Die Tierart gilt in freier Wildbahn als stark gefährdet. Braune Landschildkröten zeigen ein einzigartiges Brutfürsorgeverhalten: Die Weibchen errichten einen Hügel, legen darin ihre Eier ab und verteidigen das Nest gegenüber Feinden. Um die Elterntiere in ihrem natürlichen Verhalten nicht zu stören, wurde nur ein Teil des Geleges entnommen und im Inkubator zur Reife gebracht. Die restlichen Eier verblieben im Bruthügel. Aus diesen Eiern ist bislang allerdings nichts geschlüpft. Die Jungtiere sind wohlauf und können demnächst im Zoo-Aquarium bestaunt werden. Die Elterntiere dagegen ziehen – sobald ihr Brutverhalten beendet ist – in das öffentliche Schaugehege von Gondwanaland, in dem bereits die halbwüchsigen Tiere untergebracht sind.

Weltvogelpark Walsrode, 31.08.2011
In der Natur fast ausgestorben, bekommen diese Vogelarten durch die Nachzucht in Walsrode eine zweite Chance: Einmalige Nachzuchten im Weltvogelpark
Mitarbeitern des Weltvogelparks sind mehrere bedeutende Nachzuchten von fast ausgestorbenen Arten gelungen. Von den Blaulappen- und Rotschnabelhokkos leben in der Wildbahn nur noch wenige Exemplare. Ein weiterer Erfolg ist die Nachzucht eines Riesenseidenkuckucks – der Park in der Lüneburger Heide ist der einzige Zoo weltweit, in dem diese Vogelart lebt. Der Blaulappenhokko ist in der Natur fast ausgestorben. Die Bestände der Art, die es nur im Norden Kolumbiens gibt, sind bereits soweit reduziert, dass man befürchtet, dass in einigen Gebieten nur noch gleichgeschlechtliche Tiere leben. Die einzige Chance, diese Art vor dem Aussterben zu bewahren, sind Nachzuchtprojekte in Tierparks, in denen diese Vögel unbeschadet von den Eingriffen des Menschen im natürlichen Verbreitungsgebiet überlebt haben. Der Weltvogelpark Walsrode ist einer von wenigen Zoos weltweit, in denen Blaulappenhokkos leben – und hat nun als erste deutsche Institution zwei der seltenen Vögel nachgezüchtet. Sehr stark bedroht ist auch der Rotschnabelhokko, der nur noch in sehr geringen Beständen im atlantischen Regenwald von Bahia und Espiritu Santo in Brasilien verbreitet ist. Auch hier gelang dem Weltvogelpark in diesem Jahr die deutsche Erstzucht – und damit ein wichtiger Erfolg für das Zuchtprogramm. Inzwischen existieren dadurch in freier Natur wieder sich selbst reproduzierende Populationen. Die Rotschnabelhokkos wurden erst Ende 2010 in den Weltvogelpark geholt. Dass den Mitarbeitern des Weltvogelparks so schnell die Zucht gelungen ist, ist ein weiterer Beleg für die jahrzehntelange Erfahrung im Artenschutz. Hokkos gehören in ihrem Lebensgebiet zu den wichtigsten Bioindikatoren, um die Qualität des jeweiligen Lebensraumes zu beurteilen. Ihr Verschwinden ist ein Zeichen für die Zerstörung des gesamten Lebensraums. Der Rotschnabelhokko stammt aus dem atlantischen Regenwald Brasiliens, der sich einst die gesamte Atlantikküste Brasiliens entlangzog und Heimat einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt ist. Um Anbauflächen für Zuckerrohr zu schaffen, kam es im vergangenen Jahrhundert zu massiven und großflächigen Abholzungen. Heute gibt es nur noch inselartige Waldfragmente, die geschützt werden, damit die ausgewilderten „fliegenden Bewohner” sicher leben können. Ein besonderes Highlight ist auch der Riesenseidenkuckuck-Nachwuchs. In freier Wildbahn kommt er nur auf Madagaskar vor. Wer diese Art sehen möchte, muss entweder den Inselstaat im Indischen Ozean oder Walsrode besuchen, denn der Weltvogelpark ist der einzige Zoo weltweit, in dem diese Vögel leben. Bis die Besucher die Jungvögel zu Gesicht bekommen, wird es aber noch ein wenig dauern, denn die sind empfindlicher als andere Arten und wachsen hinter den Kulissen auf.

Zoo Wilhelma Stuttgart, 31.08.2011
Afrikanische Juwelen: Blaue Zwergtaggeckos im Terrarium
Viele Vertreter der Gecko-Familie sind nachtaktiv und daher wenig attraktiv gefärbt. Anders ist es bei den tagaktiven Arten: Die Männchen der Zwergtaggeckos leuchten azurblau auf dem Rücken und orange am Bauch – jetzt auch in den Froschkästen im Terrarium der Wilhelma. Trotz seiner auffälligen Färbung wurde der Blaue Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi) erst Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Das auffällige Prachtkleid tragen dabei nur die dominanten Männchen: Weibchen und nicht dominante Männchen sind unauffällig bräunlich oder oliv gefärbt. Die Tiere verhalten sich untereinander kaum aggressiv, so dass sie in kleinen Gruppen zusammenleben können. Das Verbreitungsgebiet der nur knapp acht Zentimeter großen Geckos ist besorgniserregend begrenzt: Sie kommen nur im Tieflandregenwald des Naturreservats Kimboza Forest in Tansania vor. Das Klima dort verwöhnt die kleinen Insektenjäger mit tropischen 25 bis 32 Grad Celsius Tagestemperatur (nachts ist es kühler) und 50 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die geschickten Kletterer leben nahezu ausschließlich auf Schraubenbäumen der Gattung Pandanus. Haftlamellen an den Zehen und an der Schwanzspitze sorgen für sicheren Halt auch auf den glatten Blättern. Auf den Bäumen legen sie auch ihre Eier – jeweils im Zweierpack – ab, gut zwei Monate später schlüpfen daraus die Jungen. Auch in der Wilhelma hatten die hübschen Zwerge hinter den Kulissen schon Nachwuchs. Fühlt sich ein Zwergtaggecko bedroht, kann er seinen Schwanz abwerfen und das Weite suchen, während sich der Verfolger auf das zappelnde Geckoschwänzchen stürzt. Die größte Gefahr droht dem hübschen Gecko in den letzten Jahren aber nicht durch Fressfeinde, sondern durch den Menschen, da in dem Naturreservat unkontrolliert und illegal für den Handel gesammelt und die Population so stark dezimiert wird. Da man den Blauen Zwergtaggecko regelmäßig züchten kann, sollten Liebhaber dieser Art auf Nachzuchten zurückgreifen und Wildfänge meiden. Das hilft, die Art in freier Wildbahn zu erhalten.

Tierpark Berlin, 31.08.2011
Klimaschutz und Attraktivität: Spatenstich für energetische Sanierung des Alfred-Brehm-Hauses und Umgestaltung der Tropenhalle
Am Donnerstag, den 8. September 2011 werden Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, und Gabriele Thöne, Kaufmännische Geschäftsführerin der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH, zusammen mit Hansjörg Höltkemeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, den Spatenstich zur energetischen Sanierung des Alfred-Brehm-Hauses und zur Umgestaltung der in ihm befindlichen Tropenhalle vornehmen. Damit beginnt die Umsetzung eines zentralen Projekts aus der Klimaschutzvereinbarung, die die Senatsumweltverwaltung im vergangenen Jahr mit Zoo und Tierpark Berlin getroffen hat, und die ein wichtiger Bestandteil der Klimaschutzpolitik in Berlin ist. Gleichzeitig wird der Innenraum für die Besucherinnen und Besucher noch attraktiver gestaltet. Das Alfred-Brehm-Haus ist eines der größten Raubtierhäuser weltweit. Durch die energetische Sanierung wird die Energieeffizienz des denkmalgeschützten Gebäudes deutlich erhöht werden. Erhebliche Energieeinsparpotentiale werden sich dadurch nutzten lassen. Die Dämmung der Hülle wird optimiert, die technischen Anlagen werden modernisiert. Zugleich wird im ersten Stock ein neuer Weg errichtet werden, über den die Besucherinnen und Besucher bis in die Baumwipfel in der Tropenhalle gelangen können. Die energetische Sanierung des Alfred-Brehm-Hauses erfolgt im Rahmen des Umweltentlastungsprogramms des Berliner Senats und wird ermöglicht durch Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der mit rund 4,2 Millionen Euro beteiligt ist, sowie durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, die 2,2 Millionen Euro beisteuert. Die Umgestaltung der Tropenhalle im Alfred-Brehm-Haus wird durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin mit 3,3 Millionen Euro gefördert.

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