Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Allwetterzoo Münster, 13.10.2011
„Elefanten-Hochzeit“ im Allwetterzoo Münster: Alexander deckte seine „Favoritin“ Corny
Jugendfrei waren die Szenen nicht, die den Zoobesuchern in den letzten Tagen im Allwetterzoo geboten wurden. Am 9. Oktober trieb der 33jährige Elefantenbulle Alexander die 15jährige Corny zielgerichtet über die Anlage und deckte sie erstmalig. Am Tag darauf gönnte der Bulle sich offenbar eine Pause, um dann erneut aktiv zu werden. Die in Hamburg geborene Corny ist die jüngste Elefantenkuh im Allwetterzoo und anscheinend Alexanders „Favoritin“. Ob Alexanders Bemühungen bei Corny Erfolg haben, zeigt sich in ein paar Wochen. Urinproben der jungen Kuh werden über eine Trächtigkeit Aufschluss geben, ähnlich wie beim Schwangerschaftstest für Frauen. Die Trächtigkeit dauert etwa 20 bis 22 Monate, demnach könnte man sich im Allwetterzoo im Sommer 2013 über Nachwuchs bei den Elefanten freuen. Nur viermal im Jahr sind Elefantenkühe aufnahmebereit. Und nur der Bulle kann erkennen, wann es soweit ist. Möglicherweise kommt nun auch die 19jährige Ratna in den „Östrus“, denn Elefantenkühe können ihre Aufnahmefähigkeit synchronisieren, also mit einem oder mehreren anderen Weibchen abstimmen. Im Allwetterzoo freut man sich sehr darüber, dass Alexander jetzt aktiv wurde und es möglicherweise in zwei Jahren Elefantennachwuchs gibt. Ohne die Zusicherung, dass die Haltungsbedingungen für Elefanten in Münster demnächst verändert werden, hätten die Verantwortlichen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms (EEP) den erprobten Zuchtbullen und mehrfachen Vater nicht nach Münster umziehen lassen. Doch die Pläne für den künftigen Elefanten-Park, mit dessen Bau bald begonnen wird, waren überzeugend. Neben einem neuen Bullentrakt mit Außenbereich und einem großzügigen Badebecken für alle Tiere wird es auch einen vom Freigelände der Kühe abtrennbaren Bereich für Mutter und Kind geben.

Tiergarten Schönbrunn Wien, 13.10.2011
EISBÄRENWEIBCHEN IST ÜBERSIEDELT
Das Eisbärenweibchen Tania ist gestern im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes vom Tiergarten Schönbrunn in den Zoo Budapest übersiedelt. Damit gibt es in Schönbrunn vorerst keine Eisbären zu sehen. Grund dafür ist der Bau der neuen Eisbärenanlage. Bereits im November wird mit den Abrissarbeiten der alten Anlage begonnen. 2014 soll die neue Eisbärenwelt eröffnet werden. Im Zoo Budapest lebt Tania nun gemeinsam mit dem Männchen Vitus. Wer nach dem Umbau die neue Schönbrunner Eisbärenanlage bevölkern wird, wird dann vom Zuchtbuchkoordinator bestimmt. Die neue Eisbärenanlage wird mit rund 1.700 m² doppelt so groß sein wie die bestehende. Wechselnde Bodenstrukturen wie Sand, Gras, Erde und Schotter sowie verschieden tiefe Wasserbecken werden den Tieren optimale Lebensbedingungen bieten. Die Besucher erfahren im Informationszentrum „Polardom“ alles über die polare Tierwelt und ihre Gefährdung. Von hier aus gibt es auch faszinierende Einblicke: Man kann die Eisbären sogar unter Wasser beobachten. Die Gesamtkosten für den Umbau betragen neun Millionen Euro.

Zoo Heidelberg, 13.10.2011
„Rotbauchmakis“ – Eine neue Tierart ist in den Zoo Heidelberg gezogen
seit wenigen Wochen leben im Zoo Heidelberg gleich fünf weibliche Rotbauchmakis, drei von ihnen kommen aus dem Zoo Valencia und die beiden anderen aus dem Zoo Verona. Rotbauchmakis zählen zu den Lemuren, eine Primatenart, die nur auf Madagaskar heimisch ist. Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Erde, liegt vor der Ostküste Afrikas und beherbergt eine einzigartige Flora und Fauna. Über 80 Prozent aller madagassischen Tier- und Pflanzenarten kommen an keinem anderen Ort der Welt vor. Jedoch sind die Tage vieler dieser Tiere und Pflanzen gezählt, denn ihre Lebensräume schrumpfen in einem rasanten Tempo. Seit der Besiedelung durch den Menschen vor etwa 2000 Jahren ist dieses Naturparadies nahezu zerstört worden. Und so ist auch der Lebensraum der Rotbauchmakis, die Tropischen Regenwälder im Osten Madagaskars, bis auf wenige Waldreste vernichtet.

Zoo Duisburg, 13.10.2011
Chinesische Muntjaks: Nachwuchs bei den Mini-Hirschen
Wer die knapp kniehohen Chinesischen Muntjaks im dichten Dschungel entdecken will, wird in deren ost- und südostasiatischer Heimat wenig Erfolg haben; eher verraten sich die rehbraunen Zwerghirsche durch ihr lautes „Bellen“, das Großwildjäger früherer Zeiten zu nutzen wussten, weil die scheuen Einzelgänger auf diese Weise die Gegenwart von Tiger, Elefant oder Riesenbüffel verraten konnten. Im Zoo Duisburg dagegen hat man eher Gelegenheit, die agilen Mini-Hirsche ausgiebig zu beobachten. Vor wenigen Jahren begann der Zoo Duisburg deren Haltung sowohl auf den Anlagen für Kleine Pandas als auch für Saruskraniche. Beide Gemeinschaftshaltungen haben sich problemlos etabliert und in den vergangenen Jahren mehrfachen Nachwuchs verzeichnen können. Seit kurzem flitzt erneut ein Hirschjungtier mit seiner Mutter über die Anlage bei den Saruskranichen. Bald werden die Pfleger wissen, welches Geschlecht das Kleine hat. Ist es ein Männchen, darf es sich im ausgewachsenen Zustand über ein in Relation zur Körpergröße auffallend hochwüchsiges Geweih freuen, wobei die eigentlichen Geweihstangen zwar kurz, die sie tragenden Rosenstöcke dagegen überlang den Vorderschädel zieren. Um Kuscheltiere handelt es sich bei den durchaus recht wehrhaften Zwerghirschen ganz und gar nicht. In Zoologischen Gärten werden Muntjaks vom Tierpflegepersonal mit Vorsicht behandelt; nicht wegen ihrer spitzen Geweihe, sondern der verlängerten Eckzähne im Oberkiefer wegen, die wie scharfe Hauer erhebliche Verletzungen zufügen können. Insofern stehen sich Mini-Hirsche und Saruskraniche auf ihren Anlagen grundsätzlich mit gebührendem Respekt gegenüber.

Tierpark Berlin, 13.10.2011
Stachelschwein-Zwillinge im Tierpark Berlin geboren
Am 6.10.2011 sind im Tierpark Berlin zwei Stachelschweine zur Welt gekommen. Die beiden eine Woche alten Jungtiere sind zwar erst handgroß, verfügen aber bereits über die namengebenden Stacheln. Diese sind im Jugendstachelkleid allerdings noch weich, damit sie die Mutter bei der Geburt nicht verletzen. Gegen Angreifer sind Stachelschwein-Jungtiere dennoch gut geschützt: Bei Gefahr richtet die Mutter ihre bis zu 40 cm langen Stacheln auf, stampft mit den Hinterbeinen auf den Boden und rasselt mit den Schwanzborsten. So haben Stachelschweine dank der spitzen Stacheln, die übrigens nichts anderes als umgewandelte Haare sind, kaum Fressfeinde. Stachelschweine sind nicht, wie der Name vermuten lässt, Schweineverwandte, sondern zählen zu den Nagetieren. Die Heimat der im Tierpark Berlin zu sehenden Weißschwanz-Stachelschweine sind die Wald- und Trockengebiete von Vorderasien bis Indien. Dort sind sie überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, leben in selbst gegrabenen Erdbauten und ernähren sich von Pflanzen. Die im Tierpark Berlin geborenen Zwillinge bewohnen mit ihrer Mutter noch den Innenstall, werden aber schon bald zum Rest der Familie in das Außengehege gelassen, wo interessierte Besucher sie dann ausgiebig beobachten können.

Zoo Leipzig, 14.10.2011
Gelebte Nachhaltigkeit: Zoo weiht Elektro-Ladesäulen ein
Das eigene Elektro-Auto im Parkhaus an die Ladestation hängen und nach einem spannenden und entdeckungsreichen Besuch im Zoo Leipzig aufgeladen abholen: Diese Vision ist ab heute Wirklichkeit. In dem neuen Zoo-Parkhaus an der -Pfaffendorfer Straße wurden heute vier Elektro-Ladesäulen in Betrieb genommen. „Mit diesem neuen Angebot gehen wir unseren Weg zum Zoo der Zukunft konsequent weiter“, sagt Zoodirektor Dr. Jörg Junhold. Das Thema Nachhaltigkeit spiele für den laufenden Betrieb des Zoo Leipzig eine bedeutende Rolle und soll auch für die Besucher erlebbar werden. Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes kam von den Stadtwerken Leipzig, die dem Zoo Leipzig als langjähriger Partner und Goldsponsor zur Seite stehen, um dem Gebot der Nachhaltigkeit im Alltag Geltung zu verschaffen. Aus diesem Grund haben die Stadtwerke Leipzig den Zoo auch bei der Einrichtung der vier Ladesäulen mit der Bereitstellung und Installation der Technik unterstützt. Der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig, Raimund Otto, erklärte bei der heutigen Inbetriebnahme: „Von nun an können Besitzer eines Elektroautos die Batterie ihres Fahrzeugs während des Zoobesuchs aufladen. Damit sind wir dem Ziel einer bedarfsgerechten Infrastruktur für Elektromobile in unserer Stadt wieder einen Schritt näher gekommen. Wir unterstützen den Leipziger Zoo seit langem darin, in allen Bereichen das Prinzip der Nachhaltigkeit umzusetzen.“ Zoo und Stadtwerke Leipzig freuen sich, dass die Ladesäulen heute pünktlich vor den Herbstferien im Land Sachsen in Betrieb gehen konnten. „Wir sensibilisieren mit unserer täglichen Arbeit im Zoo nicht nur für wichtige Themen wie Artenschutz und den Schutz des Regenwaldes, sondern machen nun auch die Nachhaltigkeit für unsere Besucher erlebbar“, freut sich Zoodirektor Dr. Junhold über den nächsten Schritt.

Zoo Salzburg, 14.10.2011
Roter Panda Nachwuchs im Zoo Salzburg – entzückende Jungtiere in der Herbstsonne unterwegs!
Am 24. Juni 2011 brachte das Rote Panda-Weibchen Banja nach rund 4 Monaten Tragzeit zwei gesunde Jungtiere zur Welt. Rote Pandas werden schwach behaart und blind geboren. Sie öffnen meist mit 30 bis 40 Tagen ihre Augen. Im Alter von etwa 3 Monaten verlassen Rote Panda-Junge meist in der Dämmerung für kurze Zeit ihr Nest. Heute bei dem herrlichen Herbstwetter lockte die Sonne die beiden Jungtiere heraus. In diesem Alter sind Rote Pandas noch nicht sehr geschickt. Derzeit tapsen sie etwas unbeholfen ihrer Mutter Banja hinterher. Allzu lange wird es aber nicht mehr dauern, bis die beiden – wie ihre Eltern – akrobatisch in den Bäumen klettern. Salzburger Zoobesucher müssen aber Geduld haben. Die Ausflüge der jungen Salzburger Katzenbären sind derzeit eher selten und dauern auch nicht allzu lange. Roter Panda – eine gefährdete Tierart. Die ursprüngliche Heimat des Roten Pandas sind die Bergwälder in Bhutan, China, Indien, Laos, Myanmar und Nepal. Die Störung des Lebensraumes und die Wildererei sind Schuld, dass der Rote Panda zu den gefährdeten Tierarten zählt. Die IUCN (International Union of Conservation of Nature and Natural Resources) schätzt den Weltbestand auf weniger als 10.000 Tiere.

Zoo Osnabrück, 15.10.2011
Schüler der Horst-Koesling Schule spenden für das Tapirschutzprojekt
Sieben Schüler und Schülerinnen der Horst-Koesling-Schule der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück übergaben dem Zoo Osnabrück letzte Woche eine Spende von über 100 Euro für das Tapirschutzprojekt in Ecuador. Für diese stolze Summe wurde auf dem Schulfest zum 50igsten Geburtstag der Horst-Koesling-Schule ein kunterbunter Pappmaché-Tapir versteigert. Das Kunstwerk in Lebensgröße entstand vergangenes Jahr im Rahmen des Projektes [Über]-LebensRaum, einer gemeinsamen Initiative des Osnabrücker Zoos, der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück und der Musik & Kunstschule Osnabrück. Während des Projektes lernten die Teilnehmer mit allen Sinnen den Regenwald und seine Bewohner kennen, und erfuhren, wie jeder helfen kann, den Regenwald zu retten. Außer einem Säckchen voller Geld übergaben die Schüler gemeinsam mit den Betreuerinnen Veronika Buss und Claudia Marx sowie dem Künstler Christoph Seidel einen Kunstdruck und ein Gedicht. In diesem Gedicht kommt der Tapir zu Wort und bittet um den Schutz seines Lebensraumes. Wir freuen uns über die Spende, so die Artenschutz-Koordinatorin des Zoos, Dr. Ute Magiera, aber vor allem darüber, dass wir die Jugendlichen für das Thema Tapir und Regenwaldschutz nachhaltig begeistern konnten, und der Tapir so eine Stimme bekommen hat.

Zoo Duisburg, 16.10.2011
Sensation im Zoo Duisburg: Erstmals drei Baby-Delfine gleichzeitig im RWE-Delfinarium geboren
Erstmalig in der Geschichte der Delfinhaltung in Deutschland wurden im RWE-Delfinarium des Zoo Duisburg gleich drei Jungtiere nahezu zeitgleich geboren! Nach einer Tragzeit von etwa 12 Monaten brachten die Großen Tümmler-Weibchen PEPINA, DELPHI und DAISY jeweils ein gesundes Baby zur Welt. Vater ist das Zuchtmännchen IVO. Innerhalb von nur drei Wochen, am 20. August, 27. August und 5. September, erblickten die Jungdelfine DIEGO, DÖRTE und DARWIN im hinteren Quarantänebereich des Delfinariums das Licht der Welt. Sebastian Ackermann, Leiter regionales Marketing der RWE Deutschland AG: „Als Hauptsponsor des Duisburger Delfinariums freuen wir uns mit den Besuchern und gratulieren herzlich zur Geburt der drei neuen Botschafter des RWE-Delfinariums. Dieser Nachwuchs zeigt eindrucksvoll: die Meeressäuger fühlen sich dort sichtbar wohl.“ Alle drei Muttertiere bemühten sich von Anbeginn perfekt um ihre Jungtiere. Bei PEPINA und DELPHI war dieses keine Überraschung, da beide bereits erfahrene Mütter sind. Für DAISY hingegen ist es das erste erfolgreich aufgezogene Jungtier und obschon sie noch unerfahren ist, betreut sie ihr Junges vorbildlich. Die sehr erfolgreiche Entwicklung der Delfinhaltung, die in Europa erst in den 1960er Jahren begann, wird durch die Zuchterfolge im Duisburger Delfinarium belegt. Besonders erfreulich ist zudem die Tatsache, dass die Zucht bereits in 2. Generation gelingt. Dies bedeutet, dass bereits die Muttertiere DELPHI und DAISY im Delfinarium des Zoos zur Welt kamen. Von den nunmehr 9 Großen Tümmlern im RWE-Delfinarium sind somit 7 Delfine waschechte Duisburger. In den ersten Lebenswochen blieben die Jungdelfine für Jedermann verborgen im Quarantänebereich des RWE-Delfinariums – aus gutem Grund. Neugeborene Delfine besitzen kein ausgebildetes Immunsystem. Dieses muss sich erst in den ersten Lebenswochen entwickeln. Während dieser Zeit sind neugeborene Delfine ausgesprochen anfällig gegenüber jeglichen Krankheitserregern. Daher ist der Kontakt zu den Jungtieren in den Wochen nach der Geburt nur wenigen Zoomitarbeitern unter strikten Hygienemaßnahmen erlaubt und ein Blick auf die Jungtiere ist nur durch die Unterwasserscheiben des Beobachtungsraumes oder über die Bildschirme der fest installierten Unterwasserkameras möglich. Mittlerweile sind die Jungdelfine jedoch alt genug, mit einem gut entwickelten Immunsystem, um der Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Es dauert aber noch einige Zeit, bis alle Tiere zusammengeführt werden können. Hier ist Ruhe und Bedacht angesagt. So werden sich die Mütter PEPINA und DAISY mit ihrem Nachwuchs vorerst noch im Mehrbeckensystem hinter den Kulissen aufhalten und nur über die Videobildschirme in der Besucherhalle zu sehen sein. Von der Besuchertribüne aus zu sehen ist jedoch DELPHI mit ihrem Jungtier DÖRTE, das die ersten Erkundungen des Hauptbeckens wagen wird, um dort ihren großen Schwestern DOLLY und DONNA zu begegnen, die weiterhin die Hauptakteure des täglichen Vorführprogramms sind.

Zoologischer Garten Berlin, 17.10.2011
Aufzucht eines Ameisenbären – eine Erfolgsgeschichte im Berliner Zoo!
Mutter sein will gelernt werden. Dies gilt zumindest für die bereits 15jährige Ameisenbärin „Griseline“ im Berliner Zoo. Am 26. August dieses Jahres brachte sie ihr 9tes Jungtier zur Welt, doch erst jetzt (7 Jahre nach ihrer ersten Geburt) zieht sie den Nachwuchs alleine auf. Während ihre ersten fünf Jungtiere untergewichtige, lebensschwache Frühgeburten waren und die erste geglückte Flaschenaufzucht im Jahr 2008 bereits als Riesenerfolg gefeiert wurde, sorgt „Griesline“ diesmal vom ersten Lebenstag an fürsorglich für ihr Junges. Schon kurz nach der Geburt ließ sie – wie es sich für eine Ameisenbärmutter gehört – das Jungtier auf den Rücken klettern, um es am Körper mit sich herumzutragen. Durch die feste Mutter-Kind-Bindung wurde auch die Milchproduktion ausreichend stimuliert, sodass ein Zufüttern diesmal nicht notwendig war. (Bei ihrem letzten Zögling musste noch zusätzliche Flaschenmilch gegeben werden.) Dieses Beispiel verdeutlicht, dass man nicht vorschnell urteilen darf, ob ein Tier zur Aufzucht fähig sei oder nicht. „Griseline“ hat das Muttersein mühsam erlernen müssen, doch nun verhält sie sich vorbildlich. Ihr jüngstes Kind, das mit einem Gewicht von 1350 g geboren wurde, wiegt mittlerweile 2,9 kg. Bereits jetzt trägt das kleine Mädchen, das den Namen „Danita“ erhielt, die charakteristische schwarz-weiße Fellzeichnung auf graubraunem Untergrund. Allerdings ist die Körperbehaarung des Jungtieres noch sehr viel kürzer als die der Erwachsenen. So deckt die Mutter den kleinen „Bären“ zum Schutz vor Kälte beim Schlafen auch noch mit dem Schwanz zu. Die zahnlosen Insektenfresser gehören sicherlich zu den spektakulärsten Säugetieren. Auffallend sind der riesige, fahnenartige Schwanz und die lange, röhrenförmige Schnauze, aus der mitunter eine dünne klebrige Zunge hängt. Mächtige Krallen an den Vorderpfoten dienen dem Aufbrechen von Termitenbauten und der Verteidigung. Die Zuchtbemühungen um den Großen Ameisenbären versucht man durch ein europäisches Arterhaltungsprogramm zu steuern. Doch nach wie vor gelingt die Vermehrung der seltenen Südamerikaner nur in wenigen zoologischen Einrichtungen.

Zoo Frankfurt, 18.10.2011
Willkommen SHIRA – der Zoo Frankfurt stellt sein neues Gorilla-Weibchen vor
Am 20. September kam Gorilla SHIRA aus der Stuttgarter Wilhelma nach Frankfurt. Nach der notwendigen Quarantäne ist es für das junge Weibchen nun Zeit, sich an seine neue Familie zu gewöhnen. Zoodirektor Professor Dr. Manfred Niekisch freut sich über den Zuwachs der Gruppe um Silberrücken VIATU. „Noch ist das Gorilla-Weibchen etwas scheu und zurückhaltend“, beschreibt Zoodirektor Niekisch die Neu-Frankfurterin, „aber das wird sich sicher ändern. Sie ist sehr aufmerksam und schaut häufig durch ein Fenster der Quarantäne in das Gehege und den Besucher-bereich.“ Die siebenjährige SHIRA wurde im August 2004 in Stuttgart geboren. In Frankfurt ist sie das vierte weibliche Tier der Gruppe. „Noch ist SHIRA nicht alt genug, um für Nachwuchs zu sorgen, aber es ist wichtig, die Gruppe zu verjüngen“, so Niekisch. „Das Weibchen JULCHEN ist bereits 47 Jahre alt und kann keine Kinder mehr bekommen.“ Wenn sich SHIRA und VIATU (12) gut verstehen, könnte der kleine QUEMBO, der im Dezember 2010 zur Welt kam, in etwa zwei Jahren einen Spielgefährten bekommen. Bei den Frankfurter Gorillas handelt es sich um Westliche Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla). Ihre ursprüngliche Heimat sind die westafrikanischen Länder Kamerun, Gabun, die Demokratische Republik Kongo sowie die Zentralafrikanische Republik. In ihrer Heimat sind die Flachlandgorillas vom Aussterben bedroht. Lebensraumzerstörung, Bejagung wegen Fleisch und Trophäen, aber auch der Ebola-Virus haben die Bestände dramatisch reduziert. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) engagiert sich vor Ort für den Schutz der sanften Riesen. Wer sein altes Handy an den Sammelstellen im Zoo abgibt, kann damit auch einen kleinen Beitrag zum Schutz der Lebensräume und damit der Tiere leisten. Nähre Informationen zur Sammelaktion findet man unter www.zoo-frankfurt.de.

Zoo Frankfurt, 19.10.2011
Junge, komm bald wieder!
Der Frankfurter Tiger-Kater IBAN geht heute auf eine längere Dienstreise der besonderen Art. Fünf Monate nachdem er seine Zeugungsfähigkeit im Frankfurter Zoo zum zweiten Mal unter Beweis gestellt hat, soll er Tiger-Dame RATU im Zoo von Warschau für eine Weile Gesellschaft leisten. Dort erhofft man sich von dem elfjährigen Kater die erste erfolgreiche Nachzucht mit der siebeneinhalbjährigen Tigerin. Der Nachzucht durch die Zoos kommt beim Tiger – insbesondere beim Sumatra-Tiger – besondere Bedeutung zu. Der Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae) ist die kleinste lebende Unterart des Tigers. Da sein Lebensraum auf der indonesischen Insel Sumatra durch die Abholzung der Regenwälder zugunsten von Plantagen für Zellstoff und Ölpalmen bereits erheblich eingeschränkt wurde und täglich weiter schrumpft, leben nur noch ca. 400 Tiere in ihrer angestammten Heimat. Diese sind zusätzlich von Wilderei bedroht. „Angesichts des dramatischen Rückgangs der Populationszahlen überall in Asien ist jede Nachzucht im Zoo ein wichtiger Beitrag zur Arterhaltung“, betont Zoodirektor Professor Dr. Manfred Niekisch. In europäischen Zoos leben etwa 100 Sumatra-Tiger, die alle in einem Zuchtbuch zentral geführt werden. Mittels dieses Zuchtbuches werden die Nachzuchten und der Austausch zwischen den einzelnen Zoos organisiert. „Die Warschauer hätten uns auch ihre Tigerin geschickt“, so Niekisch, „denn das Interesse an IBANS Genen ist groß, da er noch kaum Jungtiere gezeugt hat.“ Das allerdings kam nicht infrage, denn die Frankfurter Tiger-Anlage ist dafür nicht groß genug. Und da Tigerin MALEA mit den beiden Anfang Mai geborenen Jungtieren TARU und ASIM derzeit vollauf beschäftigt ist, ist der Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt des Frankfurter Tiger-Katers ideal. Im nächsten Frühjahr, wenn die beiden Tiger-Jungen nicht mehr von Mutter MALEA betreut werden müssen, soll IBAN zurückkehren. „Und zwar unabhängig vom Zuchterfolg in Warschau“, versichert Niekisch.

Tierpark Berlin, 19.10.2011
Halloween im Tierpark Berlin – Größte Halloween-Party von Berlin
Größter europäischer Landschaftszoo verwandelt sich zu einem mysteriösen Ort mit gespenstischen Führungen – Schloss Friedrichsfelde wird zum Gruselschloss. Am Montag, den 31. Oktober 2011, verwandelt sich der Tierpark Berlin zu einem gruseligen Ort für Groß und Klein. Die spannenden Wanderungen für die kleinen Abenteurer durch den größten europäischen Landschaftszoo werden durch die Tierparkmitarbeiter gestaltet, die durch den Förderverein von Tierpark und Zoo unterstützt werden. Alle kostümierten Kinder haben freien Eintritt; Kinder ohne Kostüm 4 Euro; Erwachsene 8 Euro. Einlass ist von 15 Uhr bis 19 Uhr nur am Eingang Bärenschaufenster (U-Bahnhof Tierpark). Für die hungrigen kleinen Gespenster ist ein Buffet in der Cafeteria eingerichtet. Wem zu seiner Verkleidung noch die passende Gesichtsbemalung fehlt, kann sich in der Cafeteria schminken lassen. Von der Parkeisenbahn „Moabiter“ ist ein kostenloser Shuttle zwischen dem Eingang Bärenschaufenster und der Cafeteria eingerichtet. Ab ca. 17.30 Uhr startet die Gruseltour von der Cafeteria aus in den Tierpark starten. Schloss Friedrichsfelde verwandelt sich zum Gruselschloss. Alle Touren enden im Schloss Friedrichsfelde, welches sich an diesem Abend zu einem Gruselschloss verwandelt. Im Konzertsaal ersteht das Schlossgespenst wieder auf und gruslige Geschichten werden im Musiksalon erzählt. Ein gespenstisches Programm für Groß und Klein wird im Schloss präsentiert.

Zoo Wilhelma Stuttgart, 19.10.2011
Es ist wieder ein Junge: Zweite kleine „Hoheit“ im Giraffenhaus geboren
Am Mittwoch, den 12. Oktober, kam im Giraffenhaus der Wilhelma endlich der längst erwartete zweite Nachwuchs des Jahres 2011 zur Welt: Und es ist erneut ein kleiner Bulle! Bereits im Juli war mit „Kasper“ ebenfalls ein Giraffenjunge geboren worden, mit der Frauenquote sieht es dieses Jahr also schlecht aus. Seit heute hat Kaspers kleiner Halbbruder auch einen Namen: „Malik“ – in der afrikanischen Sprache Swahili bedeutet das „König“. Ein passender Name für die jüngste kleine „Hoheit“, die ab sofort zusammen mit ihrer siebenjährigen Mutter Kiburi im Giraffenhaus, im Vorgehege und bald sicher auch in der Außenanlage bewundert werden kann. Schöne große Augen mit langen Wimpern, ein weiches Mäulchen mit vorwitzig langen Lippen und ein leicht verwundert wirkender Gesichtsausdruck – auch Kiburis zweiter Nachwuchs mit Herdenchef Hanck ist wieder ein Bild von einer Netzgiraffe geworden. Nur die Hörnchen stehen noch leicht schräg vom Kopf des kleinen Malik ab: Damit sie während der Geburt nicht störend im Weg herumstehen, liegen sie nämlich zunächst vollständig an, um sich dann Tag für Tag ein Stückchen weiter aufzurichten. Bei Malik ist dieser Vorgang fast abgeschlossen, sprich in wenigen Tagen werden die Hörnchen vollends aufgerichtet sein, wie es sich gehört. Es läuft also bislang alles ganz normal und giraffentypisch ab: von der Geburt am Morgen des 12. Oktober, die nach rund zwei Stunden und einem gebremsten freien Fall aus zwei Metern Höhe erfolgreich beendet war, über das schnelle Aufrappeln des Kleinen und seine ersten wackligen Balanceakten auf den langen Stelzen bis hin zum ersten kräftigen Schluck aus Mutters Milchquelle. Damit diese reichlich fließt, bekommt Mutter Kiburi von den Tierpflegern derzeit besonders große Portionen Luzerne, Heu, Laub und Gemüse serviert. Nun muss der Kleine also nur noch wachsen und gedeihen, was bei Giraffen jedoch unwahrscheinlich schnell gehen kann: Bei der Geburt sind sie rund 60 Kilogramm schwer und etwa 1,70 Meter groß – und gleich im ersten Jahr legen sie einen weiteren Meter an Höhe zu. In der Wildnis ist dies ein wichtiger Überlebensfaktor: Denn mit jedem Zentimeter wachsen dort auch die Chancen, nicht im Rachen eines hungrigen Raubtieres zu enden. Trotzdem erreichen „dank“ Beutegreifer, Krankheiten und Co. in den afrikanischen Savannen bis zu 75 Prozent der Junggiraffen nicht einmal das erste Lebensjahr. Zwar drohen in der Wilhelma keine Gefahren durch Raubtiere, dennoch bleibt nach einer Geburt das Giraffenhaus in der Regel zunächst einige Tage geschlossen – damit Mutter und Kind unter Ausschluss der Öffentlichkeit erst einmal in Ruhe ihre Bindung festigen können. Erst dann stoßen auch Malik und Kiburi zum Rest der Herde in der großen Anlage: zu Maliks älterer Schwester, der 2009 geborenen Leonie, zu der zweiten Giraffenkuh Kitale, ihrem Sohn Kasper und dessen älterem Bruder Leon sowie zu Vater Hanck.

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