Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Diese Woche fällt die Zoopresseschau sehr Elefanten- und Münchenlastig aus, aber man ist wohl stolz auf Elefantenbaby 2. Hoffentlich muss es nicht das Schicksal von Jamuna Toni leiden, die an einer seltsamen Krankheit starb, immerhin ist der Neuling ein Geschwisterchen von ihr. Aber so wie es aussieht fängt es gut an, L? wird in der Herde aufwachsen, nicht als Handaufzucht. Und Ludwig, der Halbbruder, hat eine Spielgefährtin.

Zoo Heidelberg, 27.10.2011
Alpakas füttern und Agamen streicheln – Zoorundgänge mit dem gewissen Extra
Geburtstagsfeiern, Zoo-Ferien und Camp mit Übernachtung – jedes Kind kennt inzwischen die Heidelberger Zooschule! Damit aber auch die „Großen“ nicht zu kurz kommen, gibt es die Erlebnisreichen Rundgänge für Tierfreunde jeder Altersstufe. Die Zooranger begleiten z.B. Familien, Senioren oder sonstige Gruppen 90 Minuten lang durch den Tiergarten und berichten Wissenswertes über dessen Bewohner. Naturmaterialien wie Federn, Schlangenhaut und Kamelwolle gestalten das Ganze besonders anschaulich. Hier darf berührt und geschnuppert werden! Gegen Aufpreis gibt es noch eine weitere Attraktion: Mit dem Erlebnisreichen Rundgang Plus bucht der Besucher z.B. einen Blick hinter die Kulissen. Auch das Füttern der Alpakas oder der hautnahe Kontakt zu Bartagame Wally gehören hier zu den möglichen Highlights. Selbstverständlich ist dieses Angebot wie alle Veranstaltungen der Zooschule als Gutschein erhältlich und sicherlich eine gelungene Geschenkidee für das kommende Weihnachtsfest. Preise, Details, Buchungen unter Tel.: 06221-3955713, Mo + Do 14–16, Di + Mi 10-12 Uhr; www.zooschule-heidelberg.de; info@zoochule-heidelberg.de

Zoo Duisburg, 27.10.2011
Neuer Zuchtbock bei den Rentieren eingetroffen
Die Rentier-Damenwelt im Zoo Duisburg durfte sich in diesem Monat auf die Ankunft ihres neuen Zuchtbockes aus der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen freuen. Der knapp 1,5jährige, äußerst stattlich gewachsene Jungbock tritt ein schweres Erbe an: seine Vorgänger waren allesamt äußerst potente Vertreter ihrer Art! „Rentier“ hat nichts mit „rennen“ zu tun, sondern leitet sich ab vom skandinavischen Wort hren = Hirsch. Rentiere werden als einzige domestizierte Hirschart in Lappland und Sibirien fast wie Haustiere gehalten, sind im Zoo aber recht anspruchsvolle Pfleglinge. Unter hohen schattigen Kastanien am Kaiserberg bevorzugen sie weichen Untergrund, der den mächtigen Klauenschalen ihrer Füße nicht hinderlich ist. Für ihre Fütterung muss übrigens regelmäßig das sog. Isländische Moos, eine Flechten-Art aus Schweden, importiert werden! Eine weitere Besonderheit ist den Rentieren insofern eigen, als bei dieser Art auch die Weibchen ein Geweih tragen. Die Formgebung der Geweihe ist sehr unregelmäßig und bei jedem Tier anders. Männchen werfen ihr Geweih im Herbst ab, Weibchen erst im Frühjahr. Das Abwerfen erfolgt gewöhnlich nicht zugleich beidseitig, sodass das Rentier vorübergehend nur eine Geweihstange trägt.
Der neue Zuchtbock hat seine Aufgabe von Beginn an ernst genommen und sich als wahrer Macho gezeigt: er macht bei den Damen den ganzen Tag über „auf dicke Hose“ und fordert ihre Aufmerksamkeit ein.

Zoo Berlin, 27.10.2011
Erfreuliche Nachzucht des Königspythons im Zoo-Aquarium Berlin
Der bis zu 1,5 Meter lange Königs- oder Ballpython (Python regius) bewohnt die Trockenwälder und das Grasland in Westafrika. Er ernährt sich von Kleinsäugern und Vögeln. Fühlt sich der Königspython bedroht, rollt er sich zu einem Ball zusammen und verbirgt seinen Kopf in der Mitte. Deshalb wird er auch Ballpython genannt. Seit über zehn Jahren leben im Zoo-Aquarium Berlin 5 Tiere dieser eierlegenden Riesenschlangenart. Ein Gelege besteht in der Regel aus 4 bis 8 Eiern. Ein hoch trächtiges Weibchen wurde Anfang Juni aus dem Schaubereich zur Eiablage in ein Zuchtterrarium hinter den Kulissen umgesetzt. Bei einer konstanten Temperatur von 31,5 Grad Celsius schlüpften nach 82 Tagen aus 4 Eiern drei Jungtiere. Die ca. 40 cm langen Jungtiere können nun in der Schauzucht des Terrariums bestaunt werden.

Zoo Osnabrück, 28.10.2011
Erhört „Vilja“ ihren „Loki“? Vielfraßmann bekam eine Vielfraßfrau
Seit letztem Sonntag hat Vielfraßrüde „Loki“ eine Dame an seiner Seite. „Vilja“ heißt die schwedische Schönheit, die Tierpfleger Thorsten Vaupel vom Zoo Nordens Ark in den Zoo Osnabrück brachte. Besucher konnten am letzten Sonntag sehen, dass irgendetwas mit „Loki“ nicht stimmte: Aufgeregt rannte er in seinem großen Gehege in „Kajanaland“ hin und her und suchte zwischendurch Abkühlung in seinem Bach. Der Grund für sein Verhalten: Vielfraßdame „Vilja“ war angereist. „Loki“ hat sie natürlich sofort gerochen, sobald sie in ihrem benachbarten Gehege eingezogen war. Revierleiter Thorsten Vaupel hatte „Vilja“ eigenhändig aus Schweden geholt und sich im dortigen Zoo Nordens Ark, nördlich von Göteborg, noch einige Tage mit den schwedischen Tierpflegern über Vielfraßhaltung ausgetauscht. „Vilja“ war bereits vor ihrer Geburt im Februar 2011 dem Zoo Osnabrück versprochen und somit heiß ersehnt. „Vielfraße werden in Zoos selten gehalten. Da sie inzwischen in ihrer nordischen Heimat gefährdet sind, möchten wir uns an der Zucht zur Erhaltung der Tierart beteiligen“, erläutert Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg. Vielfraßrüde „Loki“ war bereits im März 2011 aus dem Zoo Duisburg nach Osnabrück gekommen. Doch bis es Nachwuchs gibt, dauert es noch: „Erstmal müssen sich die beiden richtig kennen lernen. Aber Kuscheln und Schmusen werden wir wohl nicht zu sehen bekommen, dafür sind Vielfraße zu sehr Einzelgänger,“ so Dr. Klomburg weiter. Sie hofft auf Nachwuchs für 2013. Eine erste Begegnung hat es zwischen den beiden Vielfraßen bereits gegeben, wie Tierpfleger Thorsten Vaupel beobachtet hat: „Die beiden sind aufeinander zugelaufen ohne es zu wissen. Als sie sich gesehen haben, sind sie doch ein wenig erschrocken und jeder hat wieder das Weite gesucht.“ Dafür sind die zwei Gehege, die mit einem unterirdischen Gang miteinander verbunden sind, zum Glück groß genug. Nun bleibt zu hoffen, dass „Loki“ und „Vilja“ zueinander finden und „Loki“ nicht als liebeskranker Mann endet, wie in dem bekannten „Vilja“-Lied aus der Operette ‚Die lustige Witwe‘ von Franz Lehár. Noch hält „Vilja“ sich lieber in ihrem hinteren Gehege auf und „Loki“ scheint froh zu sein, seine „Junggesellenwohnung“ für sich zu haben. Besucher können „Vilja“ an ihrem helleren Kopf erkennen.

Zoo Salzburg, 28.10.2011
Tier-Kindergarten im Zoo Salzburg – die zahlreichen Jungtiere genießen das herrliche Herbstwetter
Die Ausflüge der kleinen Roten Pandas, die im Juni dieses Jahres im Salzburger Zoo zur Welt kamen, sind nun immer häufiger. Die Beiden tapsen schon recht flink Mutter Banja hinterher. Hin und wieder wagt eines der beiden auch schon mal, einen Baum zu erklimmen. Wenn es nicht weiter geht, wird nach der Frau Mama gerufen, die immer gleich zur Stelle ist. Vor 14 Tagen brachte das Capybara-Weibchen Inka vier gesunde Jungtiere zur Welt. Diese südamerikanische Säugetierart wird auch als Wasserschwein bezeichnet. Mit Schweinen haben sie jedoch nichts gemeinsam. Sie sind die größten Nagetiere der Welt und schauen aus wie überdimensionierte Meerschweinchen. Schon kurz nach der Geburt sind kleine Wasserschweine so weit entwickelt, dass sie ihrer Mutter problemlos folgen. Die Betreuung des Nachwuchses übernimmt übrigens die ganze Gruppe. Mit stoischer Ruhe ertragen die Erwachsenen, wenn die Kleinen auf ihnen herumturnen und kuscheln. Am 11. Oktober kam das gesunde Hengstfohlen von Alpaka-Stute Dominga zur Welt. Und nur eine Woche später erblickte das entzückende, dunkelbraune Fohlen von Agave das Licht der Welt. Die beiden, jungen Halbbrüder gehen gerne gemeinsam auf Entdeckungstour. Viel Bewegung in der frischen Luft macht hungrig und deshalb trinken sie noch häufig bei ihren Müttern Milch. Die neue Zoo-Jahreskarte ist da! Mit dieser Jahreskarte kann man den Nachwuchs der Alpakas, Capybaras und Roten Pandas sooft man will im Salzburger Zoo besuchen. Die Karte ist gültig ab Ausstellungsdatum und ermöglicht 365 Tage den tagtäglichen Eintritt in den Salzburger Zoo während der Öffnungszeiten. Die Salzburger-Zoo-Jahreskarte kostet für Erwachsene € 35, für Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren € 15 und für Jugendliche bis 19 Jahre € 20. Alle, die bis 20. November 2011 eine Zoo-Jahreskarte kaufen, erhalten als Geschenk eine Tageseintrittskarte für das Sauna und Wellness Paradies „Aqua Salza“.

Zoo Augsburg, 28.10.2011
600.000ster Besucher im Zoo begrüßt – Rekordjahr 2011
Im Rekordjahr 2009 waren es 599.881 Besucher. Heuer wurde bereits am 28. Oktober die magische Grenze von 600.000 Besuchern erreicht, und damit wird die Anzahl bis Dezember deutlich überboten werden. Familie Maisterl aus Scheuring war völlig überrascht, als sie am Eingang von Zoodirektorin Barbara Jantschke mit einem Blumenstrauß, einem Plüsch-Katta und einer Ehrenkarte begrüßt wurde. Außerdem erhielten sie den gerade erst der Öffentlichkeit vorgestellten Zookalender 2012, der ab heute an der Zookasse erhältlich ist. Die Ehrenkarte, die zum Besuch des Zoos von bis zu fünf Personen berechtigt, wird sicherlich in den nächsten 12 Monaten oft genutzt werden sagte Familie Maisterl.

Tierpark Hellabrunn München, 29.10.2011
Blitzgeburt in Hellabrunner Elefantenherde – Elefant Panang bringt gesundes Mädchen zur Welt
Mit einer Blitzgeburt hat die 22-jährige Elefantendame Panang am Freitag, den 28. Oktober 2011 um 23.28 Uhr das Hellabrunner „Geburtsteam“ überrascht. Das neue Mitglied der Elefantenherde ist mit 82 cm und 90 kg im Vergleich zu Ludwig (95 cm und 116 kg) ein zierliches, aber kerngesundes Mädchen. Nachdem sich Panang am Freitagabend gegen 23 Uhr zum Schlafen gelegt hatte, vermuteten die Tierpfleger, Tierärzte und Zoologen eine ruhige Nacht und nur die diensthabende Nachtschicht blieb im Stall. Gegen 23.25 Uhr stand Panang auf und brachte in Rekordzeit das zierliche Elefanten-Mädchen auf die Welt. Das komplette Hellabrunner Geburtsteam hatte es schwer, rechtzeitig vor Ort zu sein. „Als die Kleine gegen 4 Uhr friedlich getrunken hat, fiel die Anspannung vom Geburtsteam ab“, erzählt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. „Nach diesem harmonischen Start sind wir guter Hoffnung, dass Panang dieses Mal ihren Nachwuchs auch weiterhin gut versorgen wird.“. Panang hatte ihr letztes Baby, Jamuna Toni, nicht versorgt, sodass Tierpfleger das Baby mit der Flasche aufziehen mussten. In der Gewöhnungsphase benötigen Mutter und Kind die Unterstützung der gesamten Herde. Solange bleiben alle Elefanten gemeinsam im Haus und sind deshalb bis auf weiteres nicht zu sehen. Das 100-jährige Elefantenhaus wird derzeit saniert und ist für Besucher nicht geöffnet. Daher können Besucher das Elefantenbaby nur sehen, wenn es sich gerade auf der Außenanlage befindet. Nach der unkomplizierten, aber anstrengenden Geburt sind Mutter und Kind wohlauf, wenngleich sie jetzt – ebenso wie die betreuenden Tierpfleger und Tierärzte – hundemüde sind.

Zoologischer Garten Berlin, 31.10.2011
Flusspferdgeburt im Berliner Zoo!
Flusspferde gehören zu den beliebtesten Zootieren; dennoch sieht man Jungtiere in den zoologischen Gärten der Welt nur noch selten. Der Berliner Zoo – mit dem vielleicht schönsten Flusspferdhaus der Welt – macht hier eine rühmliche Ausnahme. Die Flusspferdzucht, die hier nach dem 2. Weltkrieg mit den Berliner Lieblingen „Knautschke“ und „Bulette“ ihren Anfang nahm, feiert Jahr für Jahr Erfolge.
Am 23. Oktober 2011 brachte die 11jährige Flusspferdkuh „Nicole“ ihr drittes Jungtier zur Welt. Die aufzuchterfahrene Mutter blieb zunächst einige Tage im Mutterkind-Becken hinter den Kulissen. Selbstbewusst führt sie nun, bereits wenige Tage nach der Geburt, ihr jüngstes Kind in das Schaubecken zu den übrigen Mitgliedern der Herde. Dort trifft das Flusspferdbaby, das ein Urenkelkind von „Bulette“ ist, auf „Ede“ (*1995) seinen Vater, sowie die Kuh „Kathi (*1975) mit ihren Kindern „Witha“ (* 2008) und „Lotty“ (*2010) sowie seine Vollschwester „Nele“ (2009).
Der kopfstarke Herdenverband mit den drei heranwachsenden Jugendlichen garantiert zahlreiche Interaktionen zwischen seinen Mitgliedern und dementsprechend interessante Beobachtungen für die Zoobesucher.

Tierpark Hellabrunn München, 31.10.2011
Die ersten drei Tage im Leben des neugeborenen Elefantenbabys: Hinter den Kulissen gewöhnen sich Mutter und Kind in aller Ruhe aneinander: Alles läuft bestens.
Hellabrunn freut sich über das zweite kerngesunde Elefantenbaby im Jahr 2011. Die 22-jährige Elefantenkuh Panang brachte nach 623 Tagen Tragzeit am Freitag, den 28.10.2011 um 23.28 Uhr in einer Blitzgeburt ein zierliches Elefantenmädchen auf die Welt. „Die Kleine findet zügig die Milchbar und ihr kleiner Bauch hat sich dementsprechend auch schon sichtlich gefüllt“, freut sich Zoodirektor Dr. Knieriem über die durchweg positive Entwicklung des Elefantenbabys. „Nun wollen wir alles uns Mögliche zum Wohle der Mutter und der Mutter-Kind-Bindung tun. Unsere Tierpfleger kümmern sich rund um die Uhr um die beiden“, sagt der Zoodirektor weiterhin. Das Elefantenmädchen trinkt mittlerweile etwa zwei Mal pro Stunde und braucht nur ein paar Minuten, um anzudocken und Milch zu saugen. Seit der Geburt am vergangenen Freitag läuft alles nach Plan: Keine zehn Minuten hat es gedauert, dass das Elefantenbaby auf den Beinen stand. „Die Kleine entdeckt nun ihren Mikrokosmos, untersucht alles und lernt ihre Mutter kennen“, erzählt Thomas Günther, Stellvertretender Revierleiter des Elefantenhauses. Mittlerweile schlafen Mutter und Tochter mehrmals pro Nacht, was besonders erwähnenswert ist, da Panang eine sehr bewegungsfreudige und auch unruhige Elefantenkuh ist. Temi, die neunjährige Mutter des kleinen Elefantenbullen Ludwig, setzt sich in dieser Hinsicht rührend ein und beruhigt Panang durch Rüsselkontakt. „Als Aufsichtsratsvorsitzende des Tierparks freue ich mich riesig über die Geburt des Elefantenmädchens und baldigen Spielgefährtin von Ludwig. Ich drücke die Daumen, dass weiterhin alles so gut verläuft“, sagt Christine Strobl, 2. Bürgermeisterin der Stadt München. Panang war am 13. Februar 2010, ihrem 21. Geburtstag, erfolgreich gedeckt worden; die Schwangerschaft verlief problemlos. „Wir sind froh, dass bei dieser Geburt Panangs alles gut funktioniert hat. Denn bedingt durch ihre unglückliche Historie hat sie nicht die besten Erinnerungen an Geburten“, erzählt Dr. Knieriem. Panang hatte ihr 2009 geborenes Elefantenbaby Jamuna Toni nicht angenommen. Daraufhin musste es von Hand aufgezogen werden. Im Alter von einem halben Jahr wurde Jamuna Toni wegen einer Stoffwechselerkrankung eingeschläfert. Für Panang ist es momentan besonders wichtig, die gesamte Elefantenherde um sich zu haben. Zurzeit sind die Elefanten in einem Ersatzbau untergebracht, der Besuchern nicht zugänglich ist. Das 100-jährige Elefantenhaus wird saniert. Der Verlauf der Eingewöhnungsphase sowie die Witterung spielen eine große Rolle dabei, wann die Besucher das Elefantenbaby sehen können. Dazu Dr. Knieriem „Wir bitten um Rücksicht, dass man einen Säugling natürlich noch etwas schützen muss und wir somit das Elefantenbaby inklusive der Herde derzeit noch nicht hinauslassen können“.

Tiergarten Nürnberg, 31.10.2011
Ein Riff entsteht
Seit Jahren beherbergt der Tiergarten der Stadt Nürnberg in einem seiner Aquarien lebende Steinkorallen. Da dieses Becken, das mit den anderen in den 50er Jahren als Provisorien aufgebaut und seither mehrmals saniert wurden, wieder undicht wurde, musste ein neues Riffbecken aufgebaut werden. In Vollglaskonstruktion entstand das neue Becken, wobei durch die geringere Wandstärke auch zusätzliches Volumen gewonnen werden konnte. Dann begann der Aufbau: zunächst mussten die Rück- und Seitenwände mit Riffgestein verkleidet und damit die Grundstruktur für ein neues Riff gelegt werden. Zwei Monate lang lief das Becken ein, d. h. mit Mikroorganismen aus dem bestehenden Becken wurde ein biologisches Gleichgewicht aufgebaut, in dem den neuen Bewohnern ein Überleben möglich war. Am 28. Juni 2011 wurden die ersten lebenden Steinkorallen umgesetzt, am 14. Juli die ersten Fische. Auch jetzt werden noch Korallen – teils auch von anderen Zoos eingetauschte – im Becken „eingepflanzt“. Es wird wegen des langsamen Wachstums der Korallen aber noch Jahre dauern, bis wieder ein komplettes Riff herangewachsen ist. Das alte Riff wird restlos abgebaut, damit das undichte Becken ebenfalls durch eine neue Vollglaskonstruktion ersetzt werden kann. Auch wenn Korallen als starre, stumme und offensichtlich mit dem Untergrund verwachsene Wesen eher Pflanzen gleichen: Korallen sind Tiere, genauer Blumentiere. Sie gehören wie Quallen oder Seeanemonen zu den Nesseltieren. Korallenriffe sind ein wunderschöner, extrem artenreicher und zugleich stark gefährdeter Lebensraum. Damit passt die Haltung von Korallen perfekt zum Anspruch des Tiergartens bedrohte Lebensräume bekannt zu machen. Algen besiedeln die allermeisten Steinkorallen und bestimmen sogar deren Farbe mit. Die Zooxanthellen genannten einzelligen Algen leben millionenfach in der Außenhaut der Polypen. Algen und Polypen stehen in einem direkten Stoffwechsel. Mit Wasser und dem von den Polypen ausgeschiedenen Abfallprodukt Kohlendioxid betreiben die Zooxanthellen Photosynthese. Dabei stellen sie mit Hilfe des Sonnenlichts, das für die Algen bis mehr als zehn Meter unter Wasser verfügbar ist, Sauerstoff und Kohlenhydrate, also Zucker, her. Damit füttern sie die Polypen. Noch farbiger als die mit Algen besetzten Korallen sind die in größeren Tiefen lebenden Algen ohne Symbiosepartner. Sie wachsen langsamer als das Gespann aus Polyp und Alge. Bislang ist nicht geklärt, weshalb sie oftmals über eine ungeheure Farbigkeit verfügen. Damit überhaupt ein Riff entsteht, müssen sich die festverwachsenen Korallen vermehren. Ähnlich wie bei Pflanzen kann sich ein an vorbestimmten Bruchstellen abgebrochenes Zweigende, das mit der Strömung abgetrieben wird, mit etwas Glück unweit der Mutterkolonie wieder festsetzen und dort eine neue Kolonie bilden. Diese Art der Vermehrung wird im Tiergarten praktiziert. Doch Korallenpolypen können sich auch geschlechtlich fortpflanzen. Mit etwa zehn Jahren werden Korallenkolonien geschlechtsreif. Als Zwitterwesen stoßen sie Eier und Samen zugleich aus und zwar gemeinsam mit allen Korallen einer Kolonie. Aus den befruchteten Eiern entstehen winzige Larven, die als orangefarbiger Teppich das Meer überziehen. Doch damit ist es nicht getan. Die Larven müssen sich an einem geeigneten Ort niederlassen und bilden den Kern einer neuer Kolonie. Aus ihren Kalkskeletten entstehen Korallenstöcke und nach Jahrtausenden schließlich die bekannten Korallenriffe. Korallen sind die größten Baumeister in der Natur und in unserer Nähe als versteinerte Riffe, die als Felsen Jahrmillionen überdauern, an vielen Stellen in der Fränkischen Schweiz zu bestaunen.

Tiergarten Schönbrunn, 31.10.2011
TIERGARTEN ERÖFFNET RATTENHAUS
Am kommenden Sonntag, 6. November wird im Tiergarten das neue Rattenhaus mit einem großen Kinderfest eröffnet. Robert Steiner und Rolf Rüdiger, die beiden Moderatoren der Radio Wien Rätselshow „WOW“, sind von 11.00 bis 15.00 Uhr mit ihrem Programm in der ORANG.erie zu Gast: Die Kinder können sich als Ratten schminken lassen, Rolf Rüdiger-Bilder ausmalen und Rattenbuttons anfertigen. Außerdem sorgen tierische Hüpfburgen für Spiel und Spaß. Höhepunkt ist um 13.00 Uhr die große „Rolf Rüdiger und Robert Steiner Show“ mit anschließender Autogrammstunde. Im neuen Rattenhaus gibt es drei Rattenarten zu sehen: 45 Zentimeter große Riesenhamsterratten, schwarzweiße Riesenborkenratten und die bekannten Farbratten. Mittels ausgeklügelter Lichttechnik wird im Rattenhaus jeweils ab Vormittag zuerst eine Dämmerungsstimmung und dann Mondlicht erzeugt. Die Besucher können die nachtaktiven Nager daher beim Klettern, Baden und Graben beobachten. Spannende Infotafeln halten jede Menge interessante Fakten bereit – zum Beispiel, dass Riesenhamsterratten beim Aufspüren von Landminen eingesetzt werden.

Tierpark Hellabrunn München, 02.11.2011
Mutter und Kind wohlauf: Tagebuch aus dem Elefantenstall in Hellabrunn
Tag fünf nach der Geburt. Gegen die Mama wirkt das kleine Baby winzig, wiegt aber bereits 90 Kilogramm und geht gerne auf Erkundungstour im Stall – Hauptsache, die Mama ist in der Nähe. Mit dem Rüssel untersucht das kleine Mädchen alles, was ihm in die Quere kommt. Putzig sieht es aus mit seinen tapsigen Füßen, den neugierigen Äuglein und dem zarten Babyflaum auf dem Kopf. Elefanten-Mama Panang hat ihr süßes Baby ganz fest ins Herz geschlossen! Vorsichtig setzt sie ihre riesigen Füße auf den Sandboden im Stall, um nur ja nicht ihr kleines Mädchen zu stoßen. Das Elefantenbaby weicht seiner Mama kaum von der Seite. Ganz nah wollen die beiden einander sein. Das Mädchen stupst seine Mutter mit dem Rüssel an und beginnt zu trinken. Geduldig lässt Panang es trinken – ganz anders als bei ihrem ersten Kind Jamuna Toni. Alle im Tierpark sind erleichtert und freuen sich über die geglückte Mutter-Kind-Bindung. „Uns allen ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass das Baby so einen guten Start hatte“, so Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. Der erste Ausflug wird noch auf sich warten lassen, aber der Tierpark Hellabrunn wird alle Fans auch über die Homepage regelmäßig informieren. Dafür wurde auch alles Menschen mögliche unternommen: Die Elefantenherde ist streng abgeschirmt im Stall, um jede unnötige Unruhe zu vermeiden. Die frischgebackene Mutter ist extrem empfindlich und wird bereits beim Öffnen der Tür unruhig. Die ersten Nächte hielten vier Tierpfleger Wache. Mittlerweile hat sich alles sehr gut eingespielt, so dass nur noch selten helfend eingegriffen werden muss. In den ersten Nächten fanden Mutter und Kind selten gemeinsam in den Schlaf. Das kleine Mädchen lief Runde um Runde um die schlafende Mutter, die sich davon nicht stören ließ. Mittlerweile hat sich der Schlafrhythmus der beiden sehr gut angeglichen!

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