Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Tierpark Berlin, 04.11.2011
Marokko-Kobras im Tierpark Terrarium geschlüpft
Das Terrarium des Berliner Tierparks, im Volksmund Schlangenfarm genannt, ist allgemein für seine Giftschlangensammlung bekannt. Momentan kann man sich u. a. 5 verschiedene Kobraarten anschauen. Sie unterscheiden sich sowohl in der Färbung von rot, gelb bis schwarz, als auch in der Fähigkeit, Feinden Gift gezielt in Richtung Kopf entgegenzuspeien. Zumindest 3 der gezeigten Formen sollen dies können. Vorsicht ist daher beim Umgang mit ihnen angesagt. Die Tierpfleger tragen entsprechende Sichtschutzhelme. Zu den „Nichtspeiern“ gehören die lackschwarzen, bis 2,40 m langen Marokkokobras. Sie sind aber deshalb nicht ungefährlich. Sie sind sehr reaktionsschnell und verfügen über ein starkes Nervengift. Vor kurzem, am 19. und 20. Oktober schlüpften nach einer Zeitigungszeit von 70 Tagen 7 kleine Marokko-Kobras aus den im August abgelegten Eiern, die nach der Ablage in einen Inkubator mit Vermiculit, einem Isolierstoff aus der Flugzeugindustrie, zur besseren Entwicklungskontrolle verbracht worden waren. Einige Jungtiere, die schon beim Schlupf so giftig sind wie ihre Eltern, sind jetzt neben diesen im Schauterrarium zu sehen. Es ist schon nach 2009 und 2010 der 3. Nachzuchterfolg bei dieser Kobraart. Marokkokobras bevorzugen im südlichen Marokko trockene Lebensräume mit niedrigem Gestrüpp, Gebüsch oder Gesteinsschutt. Ihre Nahrung besteht aus Kleinsäugern, Vögeln, Eidechsen, Schlangen und Fröschen.

Opel-Zoo Kronberg, 07.11.2011
Mit den Laternen zu Rothirschen, Affen und Roten Pandas
Die traditionelle Laternenführung zu ausgewählten Tieren im Opel-Zoo startet am Samstag, den 12. November um 16 Uhr auf der Elefantenplattform an der unteren Kasse. Die Kinder dürfen ihre Laterne mitbringen, es werden mit Musikbegleitung Laternen- und Martinslieder gesungen und gemeinsam mit der Zoopädagogin Katja Follert geht es zu den Rothirschen, den Berberaffen und den Roten Pandas. Auch die Hirschziegenantilopen, bei denen man mit viel Glück sogar das Ende Oktober geborene Jungtier entdecken kann, und die Prinz-Alfred-Hirsche stehen mit auf dem Programm. Zu der Laternenführung ist keine Anmeldung erforderlich. Sie ist kostenfrei, so dass nur der Eintritt in den Opel-Zoo anfällt bzw. die Jahreskarte genutzt werden kann. Und wenn es dann langsam dunkel und kalt wird, lockt noch ein Besuch im Zoorestaurant Sambesi, das an diesem Abend nach der Laternenführung duftende Waffeln, frische Brezeln und heißen Kinderpunsch, Kakao oder Glühwein bereithält. Bis 17 Uhr hat auch der ZooShop geöffnet, in dem man sich schon erste Anregungen für Weihnachtsgeschenke holen kann und in dem man den vom Lions Club Königstein-Burg initiierten und von der Kunstschule Königstein gestalteten Familienkalender 2012 erwerben kann. Der Reinerlös wird dazu genutzt hilfsbedürftige Kinder zu unterstützen.

Zoologischer Garten Berlin, 08.11.2011
Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs für Knut-Denkmal startet: Denkmal für Eisbär Knut im Zoo Berlin – Die Einzigartigkeit bewahren
Die Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V. startet in Kooperation mit dem Zoo Berlin einen Ideenwettbewerb für ein Knut-Denkmal im Berlin Zoo. Nach dem überraschenden Tod von Eisbär-Star Knut hatten die Freunde der Hauptstadtzoos die Idee entwickelt, in Erinnerung an Knut ein Denkmal im Zoo aufzubauen. Jetzt startet ein Ideenwettbewerb zur Gestaltung einer Knut-Bronzeskulptur. Bildende Künstler können sich dazu bis zum 20. Dezember 2011 bewerben: Freunde Hauptstadtzoos, Am Tierpark 125, 10319 Berlin, Email: info@freunde-hauptstadtzoos.de. Die Bronze-Skulptur soll den jungen Eisbären Knut in Lebensgröße darstellen und die Ausführung wird bis Frühjahr 2012 angestrebt. „Knut wird in den Herzen vieler Besucher weiterleben, dennoch gilt es mit dem Denkmal etwas Bleibendes für kommende Generationen zu schaffen, damit die Einzigartigkeit dieser Tierpersönlichkeit erhalten bleibt.“, so Thomas Ziolko, Vorsitzender der Fördergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V. weiter. Finanziert wird die Skulptur aus Spenden. Weitere Spenden werden noch benötigt: Spendenkonto: Freunde Hauptstadtzoos, Commerzbank, Kto. 912 900 800 – BLZ: 120 400 00, Betreff: Knut-Denkmal. Mit dem Knut-Denkmal wird im Berliner Zoo eine Tradition fortgeführt, die bereits bei anderen Publikumsmagneten, wie z. B. Gorilla Bobby und dem Flusspferd Knautschke begann. Auch diese Tierpersönlichkeiten sind als Skulpturen im Zoo Berlin zu sehen.

Zoologischer Garten Berlin, 08.11.2011
Neugeborene Nyalas profitieren vom warmen Novemberwetter
Nachdem zuletzt die Geburt eines Flusspferdes gemeldet werden konnte, ist es nun an der Zeit, zwei weitere Jungtiere vorzustellen, die ebenfalls im Flusspferdhaus das Licht der Welt erblickten. Am 13. sowie am 21. Oktober wurden zwei Nyala-Weibchen kurz nacheinander Mutter. Während es für das ältere Tier bereits die 2. Geburt in diesem Jahr war, sammelt das jüngere, gerade selbst erst 2 Jahre alte Weibchen, die ersten Aufzuchtserfahrungen. Die beiden Jungtiere dürfen nun die vielleicht letzten sonnigen Herbsttage nutzen, um noch vor dem Einbruch des Winters die Freianlage kennenzulernen, die sie sich im nächsten Sommer mit den Flusspferden teilen werden. Die Herde der afrikanischen Waldböcke ist mit dem Nachwuchs auf 6 Individuen angewachsen. Neben dem einzigen Hornträger der Gruppe, dem dunkelschwarzen Bock mit seinen orangefarbenen Beinen, leben jetzt 4 rehbraune, hornlose Weibchen im Zoo. Das Letztgeborene wiederum wird wie sein Vater im Erwachsenenalter selbst lange, spiralig gedrehte Kopfwaffen tragen; denn auch sein Geschlecht ist männlich. Die beste Gelegenheit, die komplette Antilopenherde zu beobachten, besteht für die Besucher in den nächsten Tagen während sonniger Vormittagsstunden. Bei schlechtem Wetter werden die Jungtiere den Tagesstall kaum verlassen. Tiefland-Nyalas leben in einem relativ engen Verbreitungsgebiet im südwestlichen Teil des afrikanischen Kontinents. Lange zählte man sie zu den seltensten Antilopenarten. Strenge Schutzmaßnahmen haben dazu beigetragen, dass sich ihre Bestände in den letzen Jahren stabilisiert haben. Trotzdem gehört die bevorzugt gewässernah, im dichten Buschwerk lebende Antilope zu den immer noch wenig erforschten Hornträgern. Die europäischen Zoobestände werden in einem Zuchtbuch erfasst, welches vom Zoo in Lissabon gepflegt wird.

Tierpark Hellabrunn, 08.11.2011
Vorhang auf für den jüngsten Elefantennachwuchs
Bei angenehmen Herbsttemperaturen präsentierte sich das elf Tage alte Hellabrunner Elefantenmädchen am 8. November erstmals dem Münchner Publikum. Ah- und Oh-Rufe von Groß und Klein begleiteten den Ausflug aufs Elefanten-Außengehege. Rund 21 Monate verbrachte sie im Mutterleib, dann folgten zehn Tage Eingewöhnungsphase hinter den Kulissen des Zoobetriebs im Elefantenstall: Nun aber machte das asiatische Elefantenmädchen – in Gesellschaft von Ludwig und Co auf dem Nachbar-Gehege – seinen ersten Spaziergang im Außengehege. Über einen Mangel an Fans kann sich die Kleine nicht beklagen. Die Besucher drängten sich vor dem Gehege und beobachteten mit Spannung und Verzückung die noch etwas wackeligen Schritte, vorsichtigen Balance-Übungen und neugierigen Rüssel-Bewegungen des Dickhäuter-Nachwuchses. „Da sich die Mutter-Kind-Bindung nun gefestigt hat und sich Panang seit der Geburt des Elefantenbabys als sehr fürsorgliche Mama erweist, freuen wir uns, die Kleine nun auch der Presse und unseren Besuchern vorzustellen“, sagt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. Christine Strobl, 2. Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende des Tierparks, zeigt sich ebenfalls erfreut: „München hat nun im Jahr 2011 ein zweites gesundes Elefantenbaby, worüber ich mich natürlich sehr freue! Ich bin schon gespannt, was die Kleine und Ludwig bald zusammen anstellen.“ Mittlerweile nimmt das mit knapp 90 Kilogramm Geburtsgewicht relativ zarte Elefantenmädchen täglich etwa einen Kilo zu. Zwischen ihr und ihrem baldigen Spielgefährten Ludwig, der am 6. November ein halbes Jahr alt wurde, liegen damit aber immer noch stattliche 150 Kilogramm. Noch sind für die Kleine umher liegende Holzklötze zwar genauso interessant wie der große Halbbruder, aber das wird sich sicher bald ändern. „Spätestens kommendes Frühjahr werden die beiden Youngsters bestimmt miteinander umhertollen und viel Spaß haben. Das Spielen entdeckt die Kleine schon jetzt. Wir kitzeln sie und spielen Fangen“, erzählt Andi Fries, Leiter des Elefanten-Reviers in Hellabrunn. Da selbst für Elefanten bei Kälte und Nässe die Gefahr einer Verkühlung besteht, ist die gesamte Hellabrunner Herde derzeit nur selten und unregelmäßig auf dem Außengelände zu sehen. Weil das Elefantenhaus saniert wird und der Ersatzbau nicht für Besucher zugänglich ist, sind die Elefanten den Winter über nur bei besonders guter Wetterlage auf der Außenanlage zu sehen. Die Tierpark-Leitung bittet um das Verständnis der Besucher.

Zoo Wilhelma Stuttgart, 09.11.2011
Nachwuchs auf dem Schaubauernhof der Wilhelma: Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe
In der Wilhelma findet allerlei mehr oder minder bedrohtes Getier eine Heimat, darunter auch heimische Nutztierrassen, die heutzutage ebenso exotisch anmuten wie Nashörner oder Tiger und ebenso stark vom Aussterben bedroht sind. Die früher zahlreichen regionalen Rinderrassen werden auf dem Schaubauernhof repräsentiert durch das Limpurger Rind aus dem Welzheimer Wald und das Hinterwälder Rind aus dem Schwarzwald. Und bei beiden Rassen gibt es derzeit Nachwuchs. Das Hinterwälder Rind ist eine kleine leichtgewichtige Rasse, die früher als einzige mit den Steillagen im Ländle zurechtkam. Geländegängig und wenig bodenzerstörend – so muss ein Rind für Schwarzwaldwiesen gebaut sein. Bei den Hinterwäldern in der Wilhelma wird Mutterkuhhaltung betrieben. Das bedeutet, die Kälber bleiben die ersten sechs Monate bei den Müttern in der Herde – und die insgesamt sechs Mutterkühe passen gut auf den Nachwuchs auf. Eins können aber weder wehrhafte Mütter noch Pfleger verhindern: die wenig kleidsamen, riesigen, gelben Ohrmarken! Dieser Personalausweis der Rinderunion Baden-Württemberg bleibt keinem Rindvieh erspart – ob es nun beim Bauern im Stall lebt, auf der Wiese oder im Zoo. Zur Zeit schauen gleich zwei entzückend gefleckte Kuhkälbchen neugierig in die herbstlich nebelige Welt. Vom einfarbig braunen Limpurger Dreinutzungsrind stehen fünf Mutterkühe im Schaubauernhof der Wilhelma. Limpurger dienten früher der Produktion von Fleisch und Milch und zogen auch noch den Wagen – solche Multitalente sind gegenüber modernen Turbokühen und reinen Fleischrindern nicht mehr konkurrenzfähig. Der Wert der alten Genreserven ist aber gar nicht hoch genug einzuschätzen. Daher ist auch das Kuhkälbchen bei dieser Rasse ein höchst erfreuliches Ereignis. Bei den als Milchvieh gehaltenen Limpurgern wachsen die Kälber getrennt von ihren Müttern auf – somit sind auf dem Schaubauernhof beide gängigen Haltungsformen repräsentiert. Die Väter der Kälber leben übrigens nicht auf dem Schaubauernhof: Wie in der Rinderzucht üblich, schickt der Zuchtverband tiefgefrorene Samenportionen zum Tierarzt, der die künstliche Besamung übernimmt. Nach einem halben Jahr wechseln die Kälber dann zum Bauern und bereiten sich auf die Karriere als Milchkuh vor. Wagen ziehen ist heute in der Landwirtschaft nicht mehr gefragt, aber die Limpurger Kühe der Wilhelma halten die Tradition aufrecht: beim alljährlichen Umzug zum Cannstatter Volksfest.

Tiergarten Schönbrunn Wien, 09.11.2011
MÄHNENROBBE DIEGO EINGESCHLÄFERT
Die männliche Mähnenrobbe Diego, die am 19. Juli 2011 im Tiergarten Schönbrunn zur Welt gekommen ist, musste gestern leider eingeschläfert werden. Der Gesundheitszustand der kleinen Robbe hatte sich innerhalb weniger Tage trotz fachtierärztlicher Betreuung plötzlich so dramatisch verschlechtert, dass diese Entscheidung aus Tierschutzgründen getroffen werden musste. Obduktionsergebnisse, die Aufschluss über die Erkrankung des Jungtieres geben, werden in den nächsten Tagen vorliegen.

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