Ausgestorbene Säugetiere seit 1500 – Nagetiere 2 (Langschwanzmäuse)

Das einzig bekannte Exemplar der Äthiopischen Wassermaus ist ein Männchen mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 148 mm. Die breiten, verlängerten Hinterfüße sind ungefähr 40 mm lang. Die Schwanzlänge beträgt 180 mm. Das Fell ist sehr weich und dicht. Charakteristisch ist der lange, glatte, überdimensionale Schädel, der das größte Foramen magnum und die größte Kapazität von allen bekannten afrikanischen Mäusetaxa aufweist. Die Augenhöhlenregion ist eingedrückt. Augen und Ohren sind sehr klein. Die Oberseite ist fast einheitlich schieferschwarz. Die Unterseite ist annähernd rein weiß.
Die Äthiopische Wassermaus ist nur durch den Holotypus bekannt, der im März 1927 zwischen Sakalla und Njabarra in der Region Gojjam nahe der Quelle des Kleinen Abbai in 2600 Meter Höhe im nordwestlichen Äthiopien gefunden wurde. Die Terra typica ist heute komplett durch Überweidung zerstört. Daher wurde die Art von der IUCN in die Kategorie vom „Aussterben bedroht“ (critically endangered) klassifiziert. Trotz mehrfacher Suchen wurde das Taxon bis heute nicht mehr nachgewiesen. Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Äthiopische Wassermaus bereits ausgestorben ist.
Nilopegamys wurde 1928 von Wilfred Osgood als eigenständige Gattung beschrieben. 1939 und 1941 wurde diese Klassifizierung von Glover Morrill Allen und John Reeves Ellerman übernommen. 1966 synonymisierte Robert William Hayman die Gattung Nilopegamys mit der Gattung Colomys. Seitdem wurde das Taxon häufig als Unterart der Afrikanischen Wasserratte (Colomys goslingi) betrachtet.
In einer Neubeschreibung der Gattung Nilopegamys legten die Zoologen Julian Kerbis Peterhans und Bruce Patterson 1995 die morphologischen Unterschiede zwischen der Äthiopischen Wassermaus und der Afrikanischen Wasserratte dar. Beide Taxa haben ein samtweiches Fell, dessen Färbung scharf zwischen der dunklen Oberseite und der weißen Unterseite kontrastiert. Nilopegamys ist größer als Colomys, hat breitere Füße mit behaarten Rändern und proportional kleinere Ohrmuscheln. Darüber hinaus legt die Größe des Foramen magnum und der Medulla oblongata die Vermutung nahe, dass die Äthiopische Wassermaus viel stärker an eine amphibische Lebensweise angepasst ist, als jedes andere afrikanische Mäusetaxon, einschließlich der der Afrikanischen Wasserratte.

Weißfußkaninchenratte (John Gould)

Weißfußkaninchenratte (John Gould)

Die Weißfußkaninchenratte erreichte eine Kopf-Rumpf-Länge von 230 bis 260 mm, eine Schwanzlänge von 220 bis 240 mm, eine Hinterfußlänge von 45 bis 55 mm, eine Ohrenlänge von 25 bis 30 mm und eine Gewicht von ungefähr 200 g. Die Weibchen hatten zwei Brustzitzenpaare. Die Weißfußkaninchenratte war vom Körperbau her groß und robust. Der Kopf war breit und die Schnauze war kurz. Die Ohren waren lang und schmal. Die Oberseite war hell graubraun. Die Unterseite, einschließlich der Oberseite der Füße, war weiß. Der pelzige Schwanz war zweifarbig; dunkelbraun an der Oberseite und weißlich an der Unterseite. Die Schwanzspitze endete in einem Büschel aus schwarzen Haaren.
Die Weißfußkaninchenratte bewohnte ursprünglich gemäßigtes Eukalyptenwaldland vom südöstlichen South Australia über New South Wales und Darling Downs im südöstlichen Queensland bis ins südwestliche Victoria
Über die Lebensweise ist nur wenig bekannt. Sie war nachtaktiv und lebte teilweise auf Bäumen. Tagsüber suchte sie in Baumhöhlen oder in den Hütten der Siedler Unterschlupf. Die Nester wurden auf Ästen errichtet. Über das Fortpflanzungsverhalten gibt es nur eine Aufzeichnung, bei dem ein Weibchen drei Jungtiere bei sich hatte.
Die Weißfußkanichenratte kam einst häufig vor. Örtlich drang sie bis in menschliche Siedlungen ein und richtete in den Lebensmittelläden Schäden an. Der letzte sichere Nachweis war im Jahre 1845. Während einer intensiven Suche in Victoria in den Jahren 1860 bis 1862 wurde diese Art nicht mehr gesichtet. Vermutlich haben die Lebensraumvernichtung durch Weidevieh und Kaninchen sowie die Nachstellung durch Katzen zur Ausrottung der Weißfußkanichenratte beigetragen.

Die Weihnachtsinsel-Ratte erreichte eine Länge von 42 Zentimeter. Sie hatte kräftige Pfoten mit großen Krallen, die gut zum Graben geeignet waren. Auf dem Rücken befand sich eine harte Fettschicht, die ungefähr zwei Zentimeter dick war. Der Körper war dunkelbraun gefärbt. Der kurze Schwanz war dunkelbraun, dick und fast nackt. Er zeigte ein dreieckiges Schuppenmuster.
Die Weihnachtsinsel-Ratte bewohnte die dichten Wälder in den höheren Regionen der Weihnachtsinsel.
Die Weihnachtsinsel-Ratte trat in kleinen Gruppen auf. Sie war nachtaktiv und hielt sich tagsüber unter den Wurzeln von Bäumen, umgefallenen hohlen Baumstämmen oder in halb vermoderten Sagopalmen auf. Sie ernährte sich von Pflanzen, insbesondere von Früchten und jungen Schösslingen. Die Reproduktionszeit erstreckte sich über das ganze Jahr. Im Gegensatz zur Maclear-Ratte kletterte sie nicht auf Bäume.
Der Grund für ihr Aussterben war vermutlich derselbe wie bei der Maclear-Ratte. Nachdem Minenarbeiter wegen der reichen Phosphatvorkommen die Weihnachtsinsel in den 1890er Jahren besiedelten, wurde die Hausratte (Rattus rattus) auf die Insel eingeschleppt. Die Ratten verbreiteten Krankheitserreger wie Trypanosomen, die den endemischen Rattenarten den Garaus machten. 1902/1903 konnte ein Kompaniearzt nur noch kranke Tiere ausmachen, die sogar tagsüber in ihrem Todeskampf zu beobachten waren. Seit 1903 gilt die Weihnachtsinsel-Ratte als ausgestorben.

Die Maclear-Ratte erreichte eine Kopf-Rumpf-Länge von 21 bis 26 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 24 bis 26,5 Zentimeter. Die Schädellänge betrug 4,2 bis 5,3 Zentimeter und die Hinterfußlänge 4,9 bis 5,4 Zentimeter. Charakteristisch waren die markanten aufrechten schwarzen Rückenhaare. Das Fell war überwiegend rötlich grau gefärbt und wurde zum Bauch hin heller.
Die Maclear-Ratte bewohnte die Dschungelvegetation der Weihnachtsinsel.
Die Maclear-Ratte trat in großen Gruppen auf. Sie war nachtaktiv und hielt sich tagsüber unter den Wurzeln von Bäumen, vermoderten Baumstämmen oder in flachen Erdhöhlen auf. Sie ernährte sich von Pflanzen, insbesondere von den Früchten der Papaya und jungen Schösslingen. Die Reproduktionszeit war das ganze Jahr über. Die Maclear-Ratte wurde als besonders häufig beschrieben. Auf ihrer nächtlichen Nahrungssuche rannte sie in alle Richtungen und machte auch vor Zelten und Unterkünften nicht Halt. Es gab häufig Kämpfe und ein seltsames klagendes Gequieke hallte dabei durch den Dschungel.
1896 gründeten Minenarbeiter bei Flying Fish Cove eine Siedlung, um Phosphatabbau in der Region zu betreiben. 1899 legte das Versorgungsschiff S.S. Hindustan an der Weihnachtsinsel an, von dem Hausratten auf die Insel entkommen konnten. Sie schleppten Krankheitserreger wie Trypanosomen ein, die ein Massenaussterben unter den beiden endemischen Rattenarten verursachten. 1902/1903 konnte ein Kompaniearzt nur noch kranke Tiere ausmachen, die sogar tagsüber in ihrem Todeskampf über den Boden krabbelten. 1903 galt die Maclear-Ratte als ausgestorben. Eine Suchaktion im Jahre 1908 scheiterte.

Die Blaugraue Maus erreichte eine Kopf-Rumpf-Länge von 93 mm, eine Schwanzlänge von 111 mm, eine Hinterfußlänge von 22,5 mm, eine Ohrenlänge von 18 mm und ein Gewicht von 25 bis 30 Gramm. Das Fell war weich und dünn. Die Rückenhaare waren ungefähr 11 bis 12 mm lang. Der Rücken war hell blaugrau, die Unterseite heller grau. Die mittelgroßen Ohren waren grau. Hände und Füße waren silbrigweiß. Die Schwanzoberseite war hellbraun, die Schwanzunterseite war weiß. Die Blaugraue Maus wurde zeitweise als Unterart der kleineren westaustralischen Art Pseudomys albocinereus betrachtet, da der Schädelaufbau sehr ähnlich ist.
Die Blaugraue Maus ist nur durch drei Exemplare bekannt geworden. Die beiden Typusexemplare wurden in Queensland gesammelt und 1910 von Oldfield Thomas beschrieben. Ein drittes Exemplar wurde 1956 bei Cryon in New South Wales gefunden. Trotz intensiver Suchen bei Cryon in den 1990er-Jahren konnte die Art nicht mehr wiederentdeckt werden. Die Gründe ihres Verschwindens sind unklar, vermutlich haben die Nachstellung durch Beutegreifer und Lebensraumzerstörung eine Rolle gespielt.

Gould-Maus (John Gould)

Gould-Maus (John Gould)

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 100 bis 120 mm war die Gould-Maus etwas kleiner als die Hausratte (Rattus rattus). Die Schwanzlänge betrug 90 bis 100 mm, die Hinterfußlänge 16 bis 18 mm und das Gewicht ungefähr 50 Gramm. Die Weibchen hatten vier Bauchzitzen. Die Ohren waren ziemlich groß und etwas gespitzt. Die Füße waren dünn und ziemlich lang. Das Fell war lang und weich. An der Oberseite war es hell ockergelb mit zahlreichen verstreuten langen schwarzen Haaren am Rücken. Die Füße, das Kinn, die Kehle und die gesamte Unterseite waren weiß. Die Ohren waren braun mit winzigen verstreuten gelben Haaren. Die langen Tasthaare waren bräunlich. Die oberen Schneidezähne waren tief orange, die unteren gelblich. Die Krallen waren weiß.
Die Gould-Maus lebte in kleinen Familiengruppen. Tagsüber suchte sie in ungefähr 15 Zentimeter tiefen Erdgruben, die unter Büschen errichtet wurden, Unterschlupf. Das Nest wurde mit weichem Heu ausgekleidet.
Subfossiles Material, das in weit voneinander entfernten Regionen Australiens gefunden wurde, deutet darauf hin, dass sich das Verbreitungsgebiet der Gould-Maus vor der Kolonialisierung über weite Bereiche West-, Südwest- und Südaustraliens erstreckte. Ab den 1830er-Jahren verschwand sie jedoch nach und nach aus ihren Lebensräumen. Die genauen Ursachen ihres Verschwindens sind unklar, verwilderte Katzen und die Zerstörung der Böden durch weidendes Vieh könnten jedoch eine Rolle bei der Ausrottung der Art gespielt haben. Die letzten Exemplare der Gould-Maus sammelte die Blandowski-Expedition in den Jahren 1856 und 1857 im Gebiet des Zusammenflusses von Darling River und Murray River in New South Wales.

Die Kurzschwanz-Hüpfmaus ist nur durch zwei weibliche Exemplare bekannt, die im Juni 1896 in Charlotte Waters in der Nähe von Alice Springs (im Südosten des Nordterritoriums in Australien) von Aborigines gefangen wurden. Ihr Lebensraum waren die Gibber Plains (ausgedehnte Kies- und Geröllebenen) mit Wüstengräsern, niedrigen Sträuchern und Sanderhöhungen.
Der Rücken war braun, die Unterseite weiß. Der Schwanz war oberhalb hellbraun und an der Unterseite weiß mit weißlichem Flaum (einmalig bei den Notomys-Arten). Sie hatte lange Ohren. Die Kopf-Rumpf-Länge betrug 145 mm, die Schwanzlänge 155 bis 160 mm, die Hinterfußlänge 40 bis 43 mm und die Ohrenlänge 35 mm. Sie erreichte ein Gewicht zwischen 80 und 100 g. Damit war sie die größte Art der Australischen Hüpfmäuse.

Die Großohrhüpfmaus erreichte eine Kopf-Rumpflänge von 118 mm. Die Schwanzlänge betrug ungefähr 140 mm. Die Länge der Hinterbeine war ungefähr 40 mm und die Ohrenlänge 26 mm. Das Gewicht betrug etwa 55 g. Die Art sah der Rehbraunen Australischen Hüpfmaus sehr ähnlich, hatte jedoch größere Hinterfüße und erinnerte deshalb an ein kleines Känguru. Der Rücken war graubraun und die Unterseite weiß.
Der einzige bekannte Lebensraum war die Umgebung des Moore Rivers in West-Australien. Sie bewohnte Sanddünen, Heidelandschaften, Wiesen sowie lichte Wälder.
Die Großohrhüpfmaus ist nur durch zwei ausgestopfte Exemplare bekannt, die heute stark beschädigt sind. Sie befinden sich im Natural History Museum in London. Eines dieser Tiere wurde im Juli 1843 von dem britischen Naturforscher John Gilbert gefangen, der zu der Zeit für John Gould arbeitete und 1845 während einer Expedition von Aborigines getötet wurde. Die genauen Gründe für das Aussterben der Großohrhüpfmaus bleiben bis heute unklar. Als Hauptursachen sind vermutlich, wie bei vielen Hüpfmausarten, die in Australien ausgestorben sind, die fortschreitende Landwirtschaft sowie die Verfolgung durch eingeführte Säugetiere wie Füchse und verwilderte Hauskatzen, anzusehen.

Die Darling-Downs-Hüpfmaus ist ein ausgestorbenes Nagetier aus der Gattung der Australischen Hüpfmäuse (Notomys). Die Aborigines nannten sie payi. Sie ist nur durch einen einzigen Schädel bekannt, der einige Zeit vor 1846 in den Darling Downs im Südosten von Queensland gefunden wurde. Der Schädel lässt vermuten, dass sie entweder mit der Mitchells Hüpfmaus eng verwandt oder möglicherweise mit ihr identisch war. Die Mahlzähne waren allerdings länger, die Nagezähne waren breiter und im Gegensatz zu den meisten anderen Mäusearten war ein zusätzlicher Vormahlzahn vorhanden. In jüngster Zeit wurde eine Anzahl subfossiler Schädel von Notomys-Exemplaren in Coonabarabran im Nordosten von New South Wales gefunden. Sie hatten kleinere Zähne als N. mitchellii aus Victoria und South Australia. Es ist allerdings bis heute unklar, welcher Art sie angehören. Das Aussterben der Darling-Downs-Hüpfmaus war möglicherweise eine Folge der Einführung von Rinderherden, die ihren Lebensraum stark verändert haben.

Die Breitwangen-Hüpfmaus ist eine erst 2008 beschriebene Art der Australischen Hüpfmäuse, die nur durch 1976 entdeckte Schädelfragmente aus dem Gewölle von Eulen in der Flinderskette bekannt ist. Im Jahre 1981 schätzten die australischen Paläontologen Christopher H. S. Watts und Heather J. Aslin dieses Material auf ein Alter zwischen 100 und 300 Jahre. Den Speiballen nach zu urteilen, die ebenfalls die Knochen von eingeführten Hausmäusen enthielten, hat sie offenbar bis in historische Zeiten, möglicherweise bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überlebt. Der Schädel deutet darauf hin, dass sie ziemlich groß war. Möglicherweise erreichte sie die Größe der Kurzschwanz-Hüpfmaus oder wurde gar größer. Sie bevorzugte vermutlich Tussock-Grasland und Lehmböden.

Die Langschwanz-Hüpfmaus war früher in den trockenen Regionen in Süd- und Zentralaustralien weit verbreitet. Der Rücken war sandbraun, die Unterseite weiß. Der Schwanz war oberseits hellbraun und an der Unterseite weiß mit einem dunklen Flaum. Die Kopf-Rumpf-Länge betrug zwischen 110 und 160 mm, die Schwanzlänge 160 bis 205 mm, die Hinterfußlänge 40 bis 45 mm, die Ohrenlänge 24 bis 28 mm. Sie erreichte ein Gewicht von 100 g. Damit gehörte sie zu den größten Hüpfmausarten. Die Weibchen besaßen vier Zitzen. Über ihre Lebensweise ist kaum etwas bekannt. Sie bevorzugte offenbar feste, lehmige Böden, um darin ihre Löcher zu graben. Obwohl sie sich gerne von Rosinen ernährte, stellte sie keine Plage für die Speicher der Siedler dar. Sie wurde 1843 vom Naturforscher John Gilbert entdeckt. Bis zum letzten gesicherten Nachweis 1901 wurden nur eine Handvoll Exemplare gefangen. Sie überlebte aber vermutlich viel länger, da man 1977 im Gewölle einer Eule Schädelfragmente fand und sie dieser Art zuordnete.

Das einzige bekannte Exemplar der Ilin-Borkenratte hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 255,0 mm, eine Schwanzlänge von 215,0 mm, eine Hinterfußlänge von 50,0 mm, eine Ohrenlänge von 20,0 mm und eine Schädellänge von 52,6 mm. Die Oberseite ist dunkelbraun, die Unterseite ist grau. Der kurze, behaarte, dunkle Schwanz hat eine weiße Spitze.
Die Ilin-Borkenratte bewohnte vermutlich primäre Tieflandregenwälder. Der Primärwald ist gerodet und es sind nur noch Karstwaldreste vorhanden.
Am 4. April 1953 sammelte Pablo Soriano das Typusexemplar und verkaufte es an Eduardo Gelena vom National Museum of Natural History in Washington D.C.. 1981 wurde es von Guy G. Musser und Linda K. Gordon wissenschaftlich beschrieben. Während einer Expedition im Jahre 1988 konnte der englische Biologe Stuart Pritchard kein Exemplar mehr nachweisen. Er erbrachte lediglich den Beleg, dass auf Ilin kaum noch Wald vorhanden war. Die Einheimischen von Mindoro berichteten bei Befragungen von einer Rattenart namens Siyang. Sie soll der Ilin-Borkenratte ähnlich sehen, jedoch sind weitere Expeditionen auf Mindoro notwendig, um den Status dieser Tiere zu bestimmen. 1994 wurde die Ilin-Borkenratte von der IUCN in die Liste der ausgestorbenen Säugetiere aufgenommen. 2008 wurde der Status auf „unzureichende Datenlage“ (Data deficient) geändert.

Die Dinagat-Borkenratte ist nur vom Holotypus bekannt, der 1975 gesammelt wurde.
Das einzige bekannte Exemplar hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 265 mm, eine Schwanzlänge von 281 mm, eine Hinterfußlänge von 43 mm und eine Schädellänge von 57,3 mm. Die Dinagat-Borkenratte ist eine große, baumbewohnende Ratte mit einem ziemlich langen, dicht behaarten Schwanz. Das Fell der Oberseite ist lang und rau, auf der Unterseite ist es dünn und kurz. Die Oberseite ist braun, die Unterseite ist hell orange-braun. Der Schwanz ist dreifarbig; die Schwanzwurzel ist hellbraun wie der übrige Körper, die obere Hälfte des Schwanzes ist schwarz, die untere, einschließlich der Schwanzspitze, ist weiß. Die Schwanzbehaarung ist kurz und hart. Die nicht sehr großen Ohren sind dunkel. Die Oberseite der kurzen, breiten Füße ist mit dunkelbraunen Haaren bedeckt, die Unterseite ist unbehaart.
Der Holotypus wurde in einem gestörten Tieflandregenwald nahe einer Holzabfuhrstraße gefunden. Vermutlich ist die Art auf primäre Regenwälder angewiesen.
Die Dinagat-Borkenratte gilt als extrem selten oder bereits ausgestorben. Das einzige bekannte Exemplar wurde im Mai 1975 bei Balitbiton, Gemeinde Loreto, auf der Insel Dinagat gefangen. Bei mehreren kurzen Expeditionen auf Dinagat wurde in der Folgezeit kein weiteres Exemplar mehr nachgewiesen. Bei Befragungen auf der Nachbarinsel Siargao im Jahre 1990 berichteten die Einheimischen von einer baumbewohnenden Rattenart, die der Dinagat-Borkenratte ähnlich sehen soll. Hierfür gibt jedoch keine Bestätigung. Dinagat ist besonders durch die Chromit-Förderung gefährdet, die in ultrabasischen Gebieten vorherrscht. Daneben wirken sich die Entwaldung und die Kämpfe zwischen philippinischen Regierungstruppen und der Moro islamischen Befreiungsfront negativ auf den Lebensraum dieser Art aus.

Uromys emmae ist ein Nagetier aus der Gattung der Mosaikschwanz-Riesenratten (Uromys), das auf Owi, einer nur 12 km² großen Insel in der Nähe von Biak im Nordwesten von Neuguinea vorkommt.
Das einzige Exemplar, das jemals gefangen wurde, war ein erwachsenes Weibchen aus dem Juli 1946. Die Art ist nach Emma Flannery, der Tochter des Biologen Tim Flannery benannt (Flannery benannte beispielsweise die Nasenbeutlerart Echymipera davidi nach seinem Sohn David). U. emmae ist nahe verwandt mit der Weißschwanzriesenratte (Uromys caudimaculatus) von Australien und Neuguinea und mit U. hadrourus aus Nordost-Australien. Vermutlich lebt sie auch auf Biak selbst und auf Supiori. 1992 hörte Flannery von den örtlichen Bewohnern Geschichten über eine Ratte, die möglicherweise U. emmae gewesen sein könnte. Die Art scheint wie eine kleine gewöhnliche Weißschwanzriesenratte auszusehen, nur mit kleineren und breiteren Füßen. Die kleinen breiten Füße und die kurze Schnauze indizieren, dass sie gut angepasst an ein Leben in Bäumen ist. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 232 Millimeter, die Schwanzlänge 258 Millimeter, die Hinterfußlänge 50,5 Millimeter und die Ohrenlänge 20,5 Millimeter.

Uromys imperator war ein sehr großes Nagetier mit einem kurzen nackten Schwanz, der mit relativ kleinen Schuppen bedeckt war. Die Kopf-Rumpf-Länge betrug 340 bis 350 Millimeter, die Schwanzlänge 250 bis 258 Millimeter, die Hinterfußlänge 64 bis 66 Millimeter und die Ohrenlänge 19 bis 20 Millimeter.
Uromys imperator war endemisch auf der Insel Guadalcanal, die zu den Salomonen gehört.
Vermutlich hat sie am längsten im montanen Regenwald überlebt, ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich jedoch auch auf andere Gebiete der Insel. Anders als die meisten Arten dieser Gattung lebte sie vornehmlich auf dem Boden.
Uromys imperator ist nur von drei Exemplaren bekannt, die zwischen 1886 und 1888 bei Aola, Guadalcanal gesammelt wurden. Aufgrund von Erzählungen der örtlichen Bevölkerung über ein großes, auf dem Boden lebenden Nagetier vermutet der australische Biologe Tim Flannery, dass Uromys imperator bis in die 1960er Jahre überlebt haben könnte. Der Grund für ihr Verschwinden waren vermutlich verwilderte Katzen, die während der britischen Kolonialzeit auf Guadalcanal zur Bekämpfung eingeschleppter Ratten eingeführt wurden. Da Uromys imperator ein Bodenbewohner war und kein Abwehrverhalten entwickelt hatte, war sie eine leichte Beute für die Katzen.

Uromys porculus war auf der zu den Salomonen zählenden Insel Guadalcanal endemisch und ist nur von einem einzigen Männchen bekannt, das vermutlich zwischen 1886 und 1888 gesammelt wurde.
Der Holotypus hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 220 mm, eine Schwanzlänge von 130 mm, eine Hinterfußlänge von 43 mm und eine Ohrenlängen von 43 mm. Das Rückenfell ist rötlich, das Bauchfell gräulich. Der kurze Schwanz hat keine sichtbaren Haare.
Zwischen den Jahren 1886 und 1888 sammelte der britische Naturforscher Charles Morris Woodford bei Aola auf Guadalcanal das Typusexemplar. 1989 beobachte Tim Flannery ein Nagetier, auf das die Beschreibung von Uromys porculus zutreffen könnte. Einen zuverlässigen Nachweis konnte Flannery jedoch nicht erbringen. Von Einheimischen hörte Tim Flannery Geschichten über eine große bodenbewohnende Ratte namens Kopa, die in Höhlen lebte und bis in die 1960er-Jahren beobachtet wurde. Vermutlich beziehen sich die Geschichten über die Kopa auf Uromys porculus. Die genauen Ursachen des Rückgangs und vermutlichen Aussterbens sind unbekannt. Entwaldung, Überjagung, Übertragung von Krankheiten, die durch invasive Tierarten eingeschleppt wurden sowie die Nachstellung durch verwilderte Hauskatzen haben wohl eine entscheidende Rolle beim Verschwinden der Art gespielt.

Der letzte gesicherte Nachweis der Kleinen Häschenratte stammt aus dem Jahre 1933. Jedoch lassen frisch ausgepolsterte Nester dieser Art aus dem Jahre 1970 die die Vermutung zu, dass sie bis in die 1970er-Jahre überlebt haben könnte.

Die Furchenzahn-Waldmaus ist durch ihre umstrittene systematische Stellung bemerkenswert; allerdings nur von zwei 1890 gefundenen Exemplaren bekannt und möglicherweise bereits ausgestorben.
Die gefundenen Exemplare hatten eine Kopfrumpflänge von 11,8 Zentimetern und einen 3,7 Zentimeter langen Schwanz. Ihr Fell war an der Oberseite dunkelbraun gefärbt, die Schulterregionen waren hellbraun und die Unterseite gräulich. Die Füße und die Ohren waren mit Haaren bedeckt; der auffallend kurze Schwanz hingegen unbehaart. Die Zehen, insbesondere an der Hinterbeinen, endeten in langen, scharfen Krallen.
Die Schneidezähne waren leicht gefurcht; pro Kieferhälfte waren außerdem drei Molaren vorhanden; insgesamt hatte das Tier also 16 Zähne. Das Gebiss deutet auf eine insektenfressende Ernährung hin.
Die beiden Exemplare wurden 1890 in einem Waldgebiet im zentralen Teil Togos (damals eine deutsche Kolonie) gefunden und werden heute im Berliner Museum für Naturkunde aufbewahrt.
Ihre systematische Stellung ist unklar: Die Art wurde nach ihrer Erstbeschreibung häufig zwischen verschiedenen Taxa hin- und hergeschoben. Meist wurde sie den Baummäusen (Dendromurinae) zugeordnet; manchmal auch den Altweltmäusen (Murinae) oder als Verwandte der Mähnenratten (Lophiomyinae) betrachtet, wobei die Ähnlichkeiten mit diesen nur auf Konvergenz beruhen dürften. Der Bau der Zähne zeigt wiederum Ähnlichkeiten mit dem der Rennmäuse (Gerbillinae).
In Mammal Species of the World (2005) wird sie schließlich in eine eigene Unterfamilie, Leimacomyinae, eingeordnet; wobei die Vorläufigkeit dieser Einteilung betont wird. Genauere Angaben zur Systematik können wohl nur genetische Untersuchungen bringen.
Seit 1890 wurde kein Exemplar dieser Art mehr gesichtet. Verschiedene Quellen halten sie bereits für ausgestorben; andere Theorien meinen, dass es nie ausführliche Nachforschung gegeben hat und dass die Furchenzahn-Waldmaus in kleinen Gebieten in Togo oder Ghana durchaus noch leben könnte. Die IUCN listet sie unter „zuwenig Daten vorhanden“ (data deficient).

Solomys salamonis ist nur vom Holotypus bekannt, der 1881 von Alexander Morton auf den Florida Islands in den Salomonen gesammelt wurde.
Das einzige bekannte Exemplar ist ein Männchen mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 187 mm. Die Schwanzlänge beträgt 194 mm, die Hinterfußlänge 39 mm und die Ohrenlänge 27 mm. Damit gilt Solomys salamonis als kleinste Art der Nacktschwanzratten. Von Solomys salebrosus und Solomys sapientis, die eine rötlichbraune Fellfärbung aufweisen, unterscheidet sich Salomonys salamonis durch sein einfarbig aschgraues Fell.
In seiner wissenschaftlichen Erstbeschreibung aus dem Jahre 1883 gab Edward Pierson Ramsay irrtümlich Ugi Island (Uki Ni Masi) als Typuslokalität an. Später wurde der Herkunftsort auf Florida Islands (Nggela Sule) korrigiert.
Die IUCN stuft diese Art in die Kategorie unzureichende Datenlage (data deficient) ein. Bei Befragungen im Jahr 1987 fand der Zoologe Gregory Mengden vom Australian Museum heraus, dass die Insulaner mit einer Rattenart vertraut sind, auf die die Beschreibung von Solomys salamonis zutreffen könnte, jedoch konnte diese Art trotz intensiver Suchen nicht wiederentdeckt werden. Auch Ian Aujure vom Umweltministerium der Salomonen konnte im Jahre 1991 kein Exemplar nachweisen. Da die Florida Islands bereits stark entwaldet sind, ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass Solomys salamonis bereits ausgestorben ist.

Ausgestorbene Säugetiere seit 1500 – Beuteltiere
Ausgestorbene Säugetiere seit 1500 – Raubtiere
Ausgestorbene Säugetiere seit 1500 – Insektenfresser, Tenrekartige und Fledertiere
Ausgestorbene Säugetiere seit 1500 – Primaten, Hasenartige, Nagetiere 1 (Stachelratten, Baumratten, Chinchillas, Chinchillaratten, Hörnchen)
Ausgestorbene Säugetiere seit 1500 – Nagetiere 3 (Wühler, Taschenratten, Taschenmäuse)
Ausgestorbene Säugetiere seit 1500 – Huftiere, Wale und Seekühe

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