Ein Blick in die deutschen Zoos

Zoo Heidelberg, 24.11.2011
Nachwuchs bei den seltenen Schopfhirschen im Zoo Heidelberg
Als Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers, bei seiner frühmorgendlichen Runde am 15. Oktober die Tür zum Schopfhirsch-Stall öffnete, glaubte er zunächst, seinen Augen nicht zu trauen. Gebettet auf einem Lager aus Stroh lag ein frisch geborenes Schopfhirschkalb. Mit dem Nachwuchs hatte niemand gerechnet, umso größer war die Freude über die Geburt der kleinen „Maya“. Da Vater „Goofy“ in diesem Jahr einen komplizierten Beinbruch hatte, musste man annehmen, dass er körperlich für lange Zeit nicht in der Lage wäre, mit seiner Partnerin „Mieke“ für Nachwuchs zu sorgen. Inzwischen ist der Bruch gut verheilt und Mutter Mieke kümmert sich liebevoll um die kleine Maya. Schopfhirsche sind im südlichen und zentralen China sowie in Myanmar in tropischen und subtropischen Bergwäldern verbreitet und in Zoos sehr selten. Der Zoo Heidelberg ist einer von nur fünf Zoos in Europa, der Schopfhirsche hält und im Jahr 2011 ist der Zoo Heidelberg wahrscheinlich der einzige europaweit, in dem ein Schopfhirschkind geboren wurde. Da der Lebensraum der seltenen Hirschart durch Abholzung immer weiter vernichtet wird, sind Zoonachzuchten sehr wertvoll für den Fortbestand dieser schönen Tiere. Zur Sicherheit wurde das Jungtier mit seiner Mutter zunächst im Innenstall untergebracht. Nach zwei Wochen kamen Mutter und Kind in ein Absperrgehe getrennt von Vater Goofy und den Kleinen Pandas. Die Kleinen Pandas sind zwar nicht bedrohlich für die Schopfhirsche, hätten aber das Kleine verletzen können. Seit dieser Woche ist die junge Familie auch gemeinsam auf der Außenanlage zu sehen. Zwar leben die dämmerungs- und nachtaktiven Schopfhirsche in freier Wildbahn einzelgängerisch und gelten als sehr scheu. Die Schopfhirsche im Heidelberger Zoo äußern hingegen ein auffällig soziales Verhalten und zeigen sich öfter dem Besucher. Die drei Schopfhirsche bewohnen im Zoo Heidelberg gemeinsam mit den Kleinen Pandas ein großes Gehege. Von Frühjahr bis Spätherbst gesellt sich zu ihnen ein Trupp griechischer Landschildkröten. Die gemischte Wohngemeinschaft ist ein schönes Beispiel für eine gelungene Vergesellschaftung verschiedener Tierarten in einem Gehege. Schopfhirsche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 110 bis 160 Zentimeter. Ihr raues Fell ist dunkelbraun oder dunkelgrau gefärbt, die Lippen, die Ohrspitzen, die Unterseite des Schwanzes und manchmal die Augenregion sind leuchtend weiß. Namensgebendes Merkmal dieser hübschen Tiere ist der schwarzbraune, hohe Haarschopf am Kopf. Das Geweih, das nur die Männchen tragen, besteht aus zwei kleinen Spießen, die meist gänzlich im Schopf verborgen sind. Männchen haben außerdem verlängerte, bis zu fünf Zentimeter lange, obere Eckzähne, die aus dem Maul ragen. Zur Kommunikation untereinander dient ein lautes Fiepen. Die Nahrung der Schopfhirsche besteht aus Gräsern, Blattwerk, Kräutern, Früchten sowie auch Aas. Im Heidelberger Zoo erhalten sie zusätzlich ausgewähltes Gemüse, Haferflocken, Kraftfutter sowie ab und zu ein rohes Ei oder Hundefutter.

Bergzoo Halle, 24.11.2011
Babyboom bei den Totenkopfaffen
Im November beginnt wieder der Babyboom bei den Totenkopfaffen. Im Unterschied zu anderen Affenarten gibt es bei diesen kleinen Neuweltaffen eine feste Paarungs- und damit eine feste Geburtssaison. Alle zuchtfähigen Weibchen der großen Gruppe im Bergzoo werden also zur gleichen Zeit paarungsbereit und das einzige Männchen, welches von den Weibchen geduldet wird, hat also eine Menge zu tun. Bis zum Mittwoch sind 8 Jungtiere geboren, weitere 8 werden in den nächsten Tagen folgen. Dieses Jahr sind allerdings die Jungtiere etwas verspätet, da sich die quirligen Äffchen erst mit dem Wiedereinzug in das sanierte Totenkopfaffenhaus mit Fortpflanzung beschäftigt haben. Es sind fast ausschließlich Einzelkinder, die auf dem Rücken der Mutter getragen werden. Zwillinge sind sehr selten. Der 16fache Vater kümmert sich nicht um seinen Nachwuchs. Neues Zuchtpaar Binturongs zusammengestellt: Binturongs, auch Marderbären genannt, sind die größten Schleichkatzen und in Südostasien beheimatet. Der Bergzoo hat eine gute und lange Tradition bei der Zucht dieser Tiere, die relativ selten in Zoos gezeigt werden und nicht regelmäßig nachziehen. Mogli kam im Frühjahr 2011 aus dem Tierpark Berlin nach Halle und ist ein Kind mit halleschen Wurzeln. Seit einem Monat lebt auch Tiffa auf dem Reilsberg. Sie ist ein Geschenk der Menagerie du Jardin des Plantes Paris. Beide sind 2010 geboren. Vor einer Woche wurden Tiffa und Mogli zeitweise zusammengelassen. Da sie sich inzwischen gut tolerieren und vertragen, sind sie nun dauerhaft zusammen. Zebukälbchen beschäftigt Zootierarzt: Rot mit weißer Blässe ist das am 15. November geborene weibliche Zebukälbchen. Es ist das zweite von Mutter Mumi im Bergzoo geborene Jungtier. Mumi selbst ist blau mit weißer Blässe, ihre Tochter Maggy ist schwarz mit weißer Blässe. Das noch namenlose Kalb kam über Nacht zur Welt und war stark unterkühlt und schwach. Nur mit viel Mühe konnte es mit Hilfe des Zootierarztes gerettet werden. Dieses dankte die aufwendige Behandlung, indem es sich mehrfach einer Kontrolle mit notwendiger Untersuchung durch Flucht geschickt entzog. Seit gestern hat es nun seine Ohrmarken und ist damit offiziell im Zoo Halle geboren.

Zoo Osnabrück, 24.11.2011
Ungewöhnliche Tiergemeinschaft in Kajanaland!
Einige Zoobesucher mögen sich bei ihrem letzten Besuch auf Kajanaland im Zoo Osnabrück verwundert die Augen gerieben haben. Stehen dort Wisente auf der Rentier-Anlage? Und wo sind überhaupt die Rentiere? Seit drei Wochen teilen sich Rentiere und Wisente tagsüber ihre Anlagen. So kann es vorkommen, dass die Wisente in dem Gehege ihrer tierischen Nachbarn stehen – und umgekehrt. Jeden Morgen bekommen die sieben Rentiere und die vier Wisente Gelegenheit, mal bei den Nachbarn vorbeizuschauen. Nachdem die Tiere ihre morgendliche Mahlzeit mit Raufutter hinter sich haben, öffnet der Revierleiter Thorsten Vaupel das Gatter, welches Rentier- und Wisentanlage voneinander trennt. In der Regel sind es dann die Wisente, die sich in das Nachbargehege bewegen. Die Rentiere, geführt von dem Männchen „Pele“, nutzen die Gelegenheit und erkunden im Gegenzug das Gehege der Wisente. Beide Arten naschen dann gerne an dem restlichen Raufutter, das die Nachbarn vom Frühstück übrig gelassen haben. „Ansonsten kann man zwischen Wisenten und Rentieren nicht viele Interaktionen beobachten“ so Thorsten Vaupel, „der Vorteil ist jedoch, dass die Tiere mehr Abwechslung und Bewegung haben“. Die Gemeinschaftshaltung von Wisenten und Rentieren ist bisher in keinem anderen Zoo zu finden und daher freut sich Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg besonders über die geglückte Zusammengewöhnung. Gerade das stimmungsvolle Herbstwetter zaubert eine ganz besondere Stimmung auf Kajanaland und lädt zum Beobachten der ungewöhnlichen Tiergemeinschaft ein.

Zoo Duisburg, 24.11.2011
Tigernachwuchs entwickelt sich prächtig
Riesig war die Freude, als genau am 77. Geburtstag des Zoos, dem 12. Mai, nach vielen Jahren endlich wieder Nachwuchs bei den Sibirischen Tigern zu vermelden war. Mindestens genauso erfreulich ist es, dass sich das weibliche Jungtier AHIMSA seitdem prächtig entwickelt. Die kleine Tigerdame frisst am Tag gute 2 bis 3 Kilogramm bestes Fleisch, bringt inzwischen selbst stattliche 20 Kilogramm auf die Waage und sieht ordentlich proper aus – zumal sie sich derzeit in dichtem Winterfell auf der Außenanlage präsentiert! Das lange Haarkleid sorgt für behagliche Wärme in der anstehenden kalten Jahreszeit. In ihren Herkunftsgebieten müssen Sibirische Tiger bis zu -50°C überstehen; damit sind unsere heimischen Winter für die Tiere ein Klacks. So ist es auch im Zoo Duisburg herrlich anzusehen, wie der schwarz-gelbe Miniaturtiger – unbeeindruckt von den Unbilden des Wetters – über die Anlage flitzt, sich spielerisch an ihre Mutter heranpirscht und sich auch sonst in allem übt, was man für ein Leben als Tiger später braucht. Die Entwicklung von AHIMSA und die Abenteuer, die sie beim Heranwachsen erlebt, sind im Tigertagebuch auf der Internetseite des Zoos (www.zoo-duisburg.de) in Wort und Bild nachzuverfolgen. Beim Aussuchen des Namens AHIMSA hat eine Familie geholfen, die dankenswerterweise die Patenschaft für die gestreifte Fellkugel übernommen hat. Mit der Nachzucht des Tigermädchens leistet der Zoo Duisburg einen wesentlichen Anteil an der Erhaltungszucht der stark bestandsbedrohten Sibirischen Tiger. Nur noch 200 Individuen leben heutzutage in einem einzigen Schutzreservat im Amur-Ussuri-Gebiet in Sibirien. Wilderei und Zerstörung von Lebensräumen haben ihnen den Garaus gemacht.

Tiergarten Nürnberg, 25.11.2011
Ehemaliges Flusspferdhaus im Tiergarten geschlossen
Das ehemalige Flusspferdhaus im Tiergarten der Stadt Nürnberg ist ab sofort geschlossen. Die Bausubstanz hat unter der hohen Luftfeuchtigkeit gelitten. Jetzt läuft die Sanierung des Hauses an, das zukünftig als Trockenhalle genutzt werden soll. Das Sandsteingebäude wurde bereits im Jahr 1939 zur Eröffnung des Tiergartens am Schmausenbuck errichtet und nach der Zerstörung im Krieg 1953 wieder aufgebaut. In seiner Geschichte erlebte das ehemalige Flusspferdhaus schon einmal eine Umnutzung. Bereits seit vielen Jahren wurde es nicht mehr den Haltungsbedingungen für Flusspferde gerecht. Deshalb wird es seit 1998, als das Flusspferd Katie in den Zoo Berlin wegzog und der Bulle Webbi verstarb, als Domizil für Kaimane und Schlangen sowie andere Kriechtiere, Frösche und Vögel genutzt. Derzeit wird das ehemalige Flusspferdhaus geräumt. Zwei Arten von Pfeilgiftfröschen haben bereits ein neues Zuhause im Manatihaus gefunden. Weitere Pfeilgiftfrösche und die drei Grünen Baumpythons gingen an den Zoo Neuwied. Die Weißstirnspinte, das sind Vögel, wurden vom Tiergarten Schönbrunn in Wien übernommen. Die Brillenkaimane werden demnächst ins Tropenhaus umziehen.

Tierpark Berlin, 25.11.2011
Kälbchen beim Watussi-Rind im Tierpark Berlin geboren
Am 13. November kam das zweite Kälbchen bei den Watussi-Rindern im Berliner Tierpark in diesem Jahr zur Welt. Stand das Jungtier in den ersten Lebenstagen noch im warmen Stall, darf es nun schon mit seiner Mutter „Wasra“ in ein Seitengehege ins Freie, wo es Besucher bei seinen ersten Laufspielen auch schon beobachten können. In einigen Tagen darf das Kälbchen, welches von den Tierpflegern den Namen „Susi“ erhielt, dann auch zur restlichen Herde. Dort wird „Susi“ auf ihre fünf Monate ältere Schwester treffen. Watussi-Rinder kommen ursprünglich aus Ostafrika und zeichnen sich vor allem durch ihre sehr langen Hörner aus, die längsten unter allen Hausrindrassen. Die mächtigen Hörner sind innen hohl. Watussi ist eine frühere Bezeichnung für den ostafrikanischen Volksstamm der Tutsi, bei denen diese Hausrinder hauptsächlich als Statussymbol gehalten und gezüchtet wurden und werden. Von den Watussi-Rindern wird ferner die Milch und das Blut zum Trinken genutzt, geschlachtet werden sie selten. In Europa werden überwiegend rotbraune Schläge gehalten, es gibt aber auch schwarze und gescheckte Watussi-Rinder.

Zoo Augsburg, 25.11.2011
Afrikanische Elefanten Franzi und Sabi sind gut im Zoo Rhenen angekommen
Bei einem Transport von Elefanten ist schweres Gerät erforderlich. So hob ein 60 t Kran der Firma Schmidtbauer die beiden jeweils 6 Tonnen schweren Transportkisten vor den Elefantenstall, die die schwergewichtigen Damen nach Holland transportieren sollten. Am Mittwoch um 15 Uhr rollten dann die beiden LKWs mit je einem Container los in Richtung Niederlande. Die Ankunft in Rhenen war am Donnerstag um 17 Uhr. Einige Zeit später standen die beiden Damen auch schon in ihrem Stall und erholten sich von dem Transport. Ein wenig wird es wohl noch dauern mit der Eingewöhnung, aber die Kollegen sind optimistisch, dass sie sich bald in Rhenen sehr wohl fühlen werden.

Zoologischer Garten Berlin, 28.11.2011
Ein Hutaffenbaby fasziniert die Zoobesucher
Das beliebteste Jungtier im Berliner Zoo ist vermutlich ein kleiner Ceylon-Hutaffe, der am 22. Oktober in der Mitte der 8köpfigen Affenschar im Tropenhaus zur Welt kam. Die nackte Gesichtshaut und sein hutähnlicher, quirlförmiger Haarschopf verleihen dem kleinen Makaken etwas Menschenähnliches. Und so verwundert es kaum, dass das wachsame Affenbaby mit seinen Riesenohren alle Blicke der Besucher auf sich zieht. Noch klammert das jüngste Affenkind fest am Fell seiner Mutter, in deren Nähe sich auch meist noch ihr Jungtier vom letzten Jahr aufhält. Das Letztgeborene, bei dem es sich um ein Männchen handelt, muss schon früh alle Fertigkeiten erlernen, die es ihm später erlauben werden, sich mit den übrigen Männern der Gruppe zu messen. Unter jenen herrscht eine strenge Hierarchie, in der „Raschid“ der älteste Berliner Hutaffe das Sagen hat. Doch noch behütet Mutter „Safra“ den nicht viel mehr als 500 g wiegenden gemeinsamen Nachwuchs hingebungsvoll. Ceylon-Hutaffen leben ausschließlich auf Sri Lanka. Auch wenn sie sich gebietsweise den Menschen nähern, so sind sie doch auf intakte Waldlandschaften angewiesen. Die Tatsache, dass in den letzten 5 Jahrzehnten gut die Hälfte der ceylonesischen Tropenwälder gerodet wurden, erklärt, warum die Art von der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als bedroht eingestuft wurde. In Europa wird die kleinste aller Makakenarten nur in drei Einrichtungen gepflegt, wobei alle Tiere einen Berliner Ursprung haben.

Erlebniszoo Hannover, 28.11.2011
Eisbär-Zwillinge in Yukon Bay feiern vierten Geburtstag: Torte mit Lebärtran!
Bärenstarke Party im Erlebnis-Zoo Hannover: Zu ihrem vierten Geburtstag bekamen die Eisbären-Zwillinge Arktos und Nanuq heute je eine Eistorte mit einer Glasur, die Eisbären zum Dahinschmelzen finden. Schlichtweg unwiderstehlich, köstlich, einzigartig ist für Arktos und Nanuq dickflüssiger Lebertran (den unsereins nur mit zugehaltener Nase schluckt). Auf ihrer internen Eisbären-Beliebtheitsskala steht das aus der Leber von Fischen gewonnene Öl ganz oben. Eigentlich müsste es umbenannt werden in Lebärtran. Die Tierpfleger kreierten für die beiden daher Eistorten, in denen Fleisch und Fisch eingefroren war, liebevoll dekoriert mit Möhren als Kerzen und einer verlockend duftenden Glasur aus Lebertran. Als Arktos und Nanuq ihre Nase in den Wind hielten, herrschte für sie sofort Partystimmung im Hafenbecken der Kanadalandschaft Yukon Bay. Nach zwei tiefen Atemzügen hatte Arktos die Torte gewittert und kletterte zielstrebig auf den Felsen, auf dem die Tierpfleger die eisigen Geschenke, gebettet auf Salat und Obst, positioniert hatten. Nanuq ging erst noch eine Runde schwimmen, um den richtigen Bärenhunger mitzubringen. Auf dem Felsen rangelten die Zwillinge kurz um die schönste Torte, stellten aber schnell fest, dass beide gleich gut riechen und teilten die Torten brüderlich auf. Die Dekoration aus Lebärtran wurde natürlich als erstes verschlungen. Nachdem auch der letzte Tropfen hingebungsvoll abgeleckt war, wurde der Rest der Torte bis auf das letzte Salatblatt verschlungen. Die Eisbärenzwillinge wurden am 28. November 2007 im Wiener Tiergarten Schönbrunn geboren. Seit Mai 2010 leben sie in der Kanadalandschaft Yukon Bay in Hannover gemeinsam mit Eisbär Sprinter aus Rhenen/NL, der übrigens am 13. Dezember ebenfalls vier Jahre alt wird. Bei der Geburt wogen die Eisbären gerade mal 700 Gramm. Heute beeindrucken sie mit einem stattlichen Gewicht von 420 kg (Arktos) und 380 kg (Nanuq) und legen – nicht zuletzt dank köstlicher Lebertrantorten – noch weiter zu: Ausgewachsene Eisbären können bis zu 800 kg schwer werden.

Allwetterzoo Münster, 29.11.2011
„Schneeflöckchen“ im Allwetterzoo: Der Nachwuchs bei den Guerezas ist schneeweiß
Schnee ist derzeit nicht in Sicht, doch im Allwetterzoo Münster hat sich am 14. November ein „Schneeflöckchen“ eingestellt, ein tatsächlich schneeweißes Jungtier bei den Guerezas. Die Eltern sind auffallend schwarz-weiß gezeichnet, doch der Nachwuchs der afrikanischen Affenart kommt stets mit weißem Haarkleid auf die Welt. Dieses Babyfell färbt sich allmählich um, bis die Jungen den Eltern immer ähnlicher werden. Wer das noch weiße, vermutlich weibliche und noch namenlose Baby sehen möchte, wird kaum Probleme haben: Es hebt sich deutlich von der schwarzen Brust der Mutter ab. Guerezas kümmern sich sehr gut um ihren Nachwuchs, auch wenn das Miteinander oft ruppig wirkt. Hin und wieder gibt es nämlich ein regelrechtes Gerangel um das „Schneeflöckchen“. Anscheinend ist es etwas Besonderes für ältere Geschwister oder andere Weibchen, ein Jungtier tragen zu dürfen. Dadurch war am Tag der Geburt auch für die Tierpfleger nicht gleich zu erkennen, wer die Mutter ist. Erst als das Baby Hunger bekam, nach der Mutter rief und das Weibchen „ Sabaki “ es an die Brust nahm, gab es Klarheit. Bislang ist bei all‘ den Rangeleien aber niemals ein Jungtier zu Schaden gekommen. Ganz im Gegenteil; denn ein Mitglied der Großfamilie kümmert sich immer um den Nachwuchs! Wie gut die Guerezas auf ihre Jungtiere achtgeben, kann man auch als Zoobesucher sehen: Betreten die Tierpfleger zur Fütterungszeit die Innenanlage der Affen, wird das Baby meist sofort nach draußen gebracht. Dabei klammert es sich am Brust- und Bauchfell des erwachsenen Guerezas fest, der es gerade trägt. Die anderen Tiere lassen sich durch die Pfleger nicht stören und machen sich über das Futter her. Momentan gibt es frischen Grünkohl, den die Affen gern fressen. Auch Wirsing ist für sie ein Leckerbissen. Guerezas sind reine Blätterfresser und mögen sogar das Laub von Cotoneaster und Liguster. Wenn aber im Winter die Bäume und Sträucher im Zoo kahl sind, bekommen die Affen viel Gemüse. Zwar werden speziell für die Guerezas im Sommer und Herbst Weidenblätter eingefroren, doch die reichen nur für eine Mahlzeit am Tag.

Tiergarten Nürnberg, 29.11.2011
Nachwuchs bei den Schmetterlingen im Manatihaus/ Muntjaks wohnen jetzt bei den Panzernashörnern/ Tiergarten-Vortrag über Kapverdische Inseln
Seit Eröffnung des Manatihauses am 30.Juli 2011 können die Besucher dort auch tropische Schmetterlinge beobachten. Damit ist neben der zukunftsweisenden Unterbringung der Seekühe auch ein weiteres Projekt des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V. realisiert worden. Die meisten Schmetterlinge bezieht der Tiergarten als Puppen aus Costa Rica (www.butterflyfarm.co.cr). Sie werden alle zwei Wochen per Luftfracht und Paketdienst innerhalb von vier Tagen nach Nürnberg transportiert und im Manatihaus mit Nadeln an Baumstämmen befestigt. Die Zucht der Schmetterlinge erfolgt in Costa Rica durch Kleinbauern, die dadurch gut strukturierte Lebensräume erhalten und Monokulturen entgegenwirken. Die Bauern verzichten auf den Einsatz von Pestiziden, um ihre Einnahmequelle, die Insektenzucht, zu erhalten. Im Manatihaus vermehren sich die dort lebenden Schmetterlinge natürlich auch selbst. Gut ein Drittel der seit Sommer 2011 im Manatihaus gezeigten Arten hat bereits eigenen Nachwuchs. Bei manchen Arten – wie den Passionsfaltern – vollzieht sich der Lebenszyklus von Ei über Raupe und Puppe zum Schmetterling in sieben bis zwölf Wochen. Als Falter leben die Tiere drei bis zehn Wochen. Nach der Paarung legen sie an Passionsblumen ihre Eier ab, aus denen nach gut einer Woche die Raupen schlüpfen, die sich noch vier Mal häuten. Nach zwei bis drei Wochen verpuppen sich die Raupen und nach weiteren zwei bis drei Wochen schlüpft die nächste Generation der Schmetterlinge. So können bis zu acht Generationen der Passionsfalter innerhalb eines Jahres ihren Zyklus im Manatihaus durchleben./ Die Muntjaks, die seit Mitte September 2011 ihr Gehege im Tiergarten der Stadt Nürnberg mit dem Kleinen Pandabären geteilt haben, sind auf die Anlage der Panzernashörner umgezogen. Seit Montag, 28. November 2011, sind beide Tierarten erstmals gemeinsam auf der Anlage. Beim Umbau der ehemaligen Elefantenanlage für die Nashörner im August 2011 wurde dort auch eine Abteilung für die Chinesischen Muntjaks geschaffen, in die sich die kleinen Hirsche, unerreichbar für die Nashörner, zurückziehen können. Die restliche Nashornfreianlage teilen sich die Nashörner mit den Muntjaks. Panzernashorndame Purana und ihre Tochter Seto Paitala zeigten sich beim ersten Zusammentreffen eher unbeeindruckt von ihren neuen Mitbewohnern./ Die Naturschönheiten der Kapverdischen Inseln stehen im Mittelpunkt des nächsten Vortrags im Naturfreundehaus im Tiergarten der Stadt Nürnberg. Dr. Klaus von der Dunk aus Hemhofen hat der Inselwelt einen Besuch abgestattet und berichtet am Donnerstag, 8. Dezember 2011, um 19.30 Uhr im Naturkundehaus im Tiergarten über die beeindruckende landschaftliche Vielfalt des Archipels. Der Eintritt zum Bildvortrag ist frei. Von den Kanarischen Inseln aus sind es noch zwei Flugstunden bis zu den beiden Inseln Sal oder Boavista des nördlich des Äquators gelegenen Kapverdischen Archipels. Das sind zwei der neun bewohnten Inseln, auf denen der Tourismus gerade beginnt. Dafür bieten die östlichen Inseln endlose Sandstrände und unbegrenzte Wassersportmöglichkeiten. Dem gegenüber sind die südlichen und westlichen Inseln eine Attraktion für Wanderfreunde: Die Inseln vulkanischen Ursprungs beeindrucken durch ihre landschaftliche Vielfalt. Um einen umfassenden Eindruck der Inselwelt zu erhalten, ermöglicht die innerkapverdische Fluggesellschaft ihren Gästen das „Inselhopping“.

Zoo Osnabrück, 29.11.2011
Zuwachs bei den Schweinsaffen!
Es gibt Zuwachs bei der Schweinsaffengruppe: Statt 17 toben mittlerweile 20 Schweinsaffen durch ihr momentanes Gehege am Schimpansenhaus. Zwei Jungtiere wurden in den letzten Wochen geboren und ein erwachsenes Weibchen nach mehrmonatiger Trennung wieder erfolgreich in die Gruppe eingewöhnt. Im nächsten Frühjahr ziehen die Schweinsaffen in ihr neues Gehege, das stilistisch der kambodschanischen Tempelanlage Angkor Wat nach empfunden ist. Manchmal geht es recht rau zu bei den Schweinsaffen. Vor einigen Monaten wurde ein junges Männchen von den Artgenossen aus der Gruppe gedrängt und lebte daher für einige Monate gemeinsam mit einem Weibchen getrennt von dem Rest der Familie. Das Männchen hat mittlerweile ein neues Zuhause gefunden und darf in einem ungarischen Zoo einige Weibchen beglücken. Die Zoomitarbeiter standen nun vor der schwierigen Aufgabe, das übrig gebliebene Weibchen wieder in die Gruppe zu integrieren. Das junge Weibchen ist ihre Rückführung strategisch perfekt angegangen und hat sich sofort mit den Männchen angefreundet, die in der Gruppe das Sagen haben. Die anderen Weibchen waren zunächst nicht von der neuen Konkurrenz begeistert, aber mussten dann doch einsehen, dass man gegen eine Allianz von starken Freunden nichts ausrichten kann. Mittlerweile haben sich auch die Weibchen miteinander angefreundet – das kann man schön an dem gegenseitigen Groomen (=Fellpflege) erkennen. Denn nur wer sich groomt, der mag sich! Noch mehr Spaß macht es, die beiden Jungtiere bei den Schweinsaffen zu beobachten. Sie wurden am 3. Oktober und 16. November geboren und halten sich noch die meiste Zeit am Bauch oder Rücken ihrer Mütter fest. Das ältere Jungtier darf sich gelegentlich schon selbständig bewegen und entfernt sich dann für kurze Zeit bis zu einen Meter von der Mutter weg. Schweinsaffen und Zoobesucher dürfen sich auf nächstes Jahr freuen, wenn man das rege Gruppenleben der Schweinsaffen in der neuen Anlage Angkor Wat betrachten kann.

Zoopark Erfurt, 30.11.2011
Weihnachtliche Stimmung im Zoopark / Märchenlesung zum 2. Advent
Alle Jahre wieder erstrahlt der Zoo der großen Tiere in stimmungsvollem Glanz. Zahlreiche festliche, mit Lichtern geschmückte Bäume sorgen schon in der Adventszeit für eine weihnachtliche Atmosphäre. Dazu passend, findet am 2. Adventssonntag, d. 04. Dezember 2011 eine Märchenlesung im Elefantenhaus statt. Von 14 Uhr 30 bis 16 Uhr präsentieren die Kräuterweiber des Vereins Schlüsselblumen e.V. Märchen und weihnachtliche Geschichten. Als Märchenerzählerinnen verkleidet, lesen sie unter anderem die „Bremer Stadtmusikanten“, „Frau Holle“ und die „Weihnachtsgans Auguste“ vor. Der Thüringer Zoopark Erfurt hat bis März täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, das Aquarium am Nettelbeckufer von 10 bis 18 Uhr.

Zoo Duisburg, 30.11.2011
Kinder der „Regenbogenschule“ gratulieren dem Zoo Duisburg zum dreifachen Delfin-Nachwuchs
Gespannt öffnete Zoodirektor Achim Winkler Ende Oktober den von Kinderhänden verzierten großen Umschlag, der morgens aus der üblichen Tagespost herausstach. Absender: die Offene Ganztagsschule „Regenbogenschule“ in Moers. Aus dem Umschlag kamen zahlreiche liebevoll gemalte Bilder zum Vorschein, die alle ein ähnliches Motiv hatten – Delfine. Die Grundschulkinder der „Dschungelgruppe“ der Offenen Ganztagseinrichtung, deren Träger der SCI Moers ist, waren völlig begeistert, als sie im Oktober 2011 eine Meldung aus dem Zoo Duisburg hörten: Gleich drei kleine Große Tümmler waren dort im Abstand weniger Wochen zur Welt gekommen! Hierzu wollten sie dem Zoo auf jeden Fall persönlich gratulieren und ließen die Stifte nur so über das Papier fliegen. Die Bilder wurden eingetütet und auf dem schnellsten Wege zum Zoo Duisburg geschickt. Doch das reichte den Kindern noch lange nicht. Gemeinschaftlich und mit der tatkräftigen Unterstützung der Leiterin der Einrichtung, Stefanie Coßmann, und den beiden Betreuerinnen Heike Heiden und Connie Mons-Frehn, arbeiteten sie an einem großen Banner, das sie am Freitag, den 02.12.2011 dem Zoodirektor feierlich am RWE-Delfinarium überreichen werden.

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