Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Kranichvögel (Rallen)

Die Hawkins-Ralle oder Mehonui ist eine ausgestorbene Rallenart von den Chatham-Inseln. Beschrieben wurde die Art 1892 durch den Forschungsreisenden Henry Ogg Forbes anhand von Skelettüberresten (u. a. ein vollständig erhaltener Schädel), die er vom Paläontologen William Hawkins erhalten hatte. Forbes erkannte die ungewöhnliche Größe dieser Ralle und schätze sie auf ungefähr 40 cm. Das Gewicht gab er mit 2 kg an. Des Weiteren war sie durch relativ kurze Fußknochen und vollständige Flugunfähigkeit charakterisiert. Ihre Nahrung bestand vermutlich aus Insekten und Farnwurzeln.
Lange Zeit wurde angenommen, dass die Hawkins-Ralle etwa 300 bis 450 Jahre vor der Besiedelung durch die Europäer von den Moriori (den ersten Siedlern auf den Chatham-Inseln) ausgerottet wurde. In jüngerer Zeit wurde allerdings ein Brief des Ornithologen Sigvard Dannefaerd an Lord Rothschild aus dem Jahre 1895 gefunden, der Indizien dafür enthält, dass diese Ralle bis ins späte 19. Jahrhundert überlebt haben könnte.Die Mauritius-Ralle war eine kleine rote Ralle, die nur auf Mauritius beheimatet war und schon vor 1700 durch Jagd und Lebensraumzerstörung verschwand.
Von dieser Art gibt es heute nur noch Knochen sowie ein paar mehr oder weniger gute Darstellungen, welche darauf schließen lassen, dass die Mauritius-Ralle eine Größe von ca. 50 cm erreicht haben dürfte. Aus einer dieser Darstellungen und aus zeitgenössischen Berichten geht hervor, das der Vogel rot oder rotbraun gefärbt war und das sein Gefieder eher einem Haarkleid glich. Der Schnabel war von Vogel zu Vogel unterschiedlich geformt, manche waren deutlich gebogen andere fast gerade. Es ist außerdem überliefert, das diese Vögel ein besonderes Interesse an roten Gegenständen hatten. Man konnte sie mit einem Stückchen roten Stoff anlocken, welches sie anzugreifen versuchten. Dabei ließen sich die Vögel dann ganz leicht von Hand ergreifen und töten, wobei vom Geschrei des so erbeuteten Vogels weitere Artgenossen angelockt wurden, die dann ebenfalls erlegt werden konnten. Der Geschmack ihres Fleisches wurde als sehr gut beschrieben.

Leguats Sumpfhuhn ist nach dem Reisenden François Leguat benannt, welcher die Insel Rodrigues einst besuchte und diesen Rallenvogel beschrieb. Diese Ralle kennt man nur durch ein paar Knochen und Berichte von Reisenden. Es war eine kleine, nur auf Rodrigues beheimatete Ralle, die blaugraues Gefieder besaß. Sie war flugunfähig, wurde viel bejagt und wurde 1726 zuletzt lebend beschrieben und vermutlich 1761 ausgerottet.

Die Fidschi-Ralle oder Bindenflügelralle ist ein flugunfähiger Vogel von der Fidschi-Insel Viti Levu.
Die Fidschi-Ralle ist 36,5 cm lang. Sie hat einen orange oder bräunlichgelben Schnabel mit gelblichweißer Spitze, der länger ist als der Kopf. Die gelben oder grauweißen Beine und Zehen sind kurz und kräftig, viel größer als Gallirallus philippensis.
Sie ist wahrscheinlich flugunfähig und hat abgerundete, ziemlich weiche Flügel mit gut entwickelten Schäften der Flugfedern. Die Handschwingen sind breit und an der Spitze abgerundet. Die Schwanzfedern ziemlich verkümmert und haben dünne Federschäfte.
Die schwärzlichen Unterschwanzdecken sind unregelmäßig und undeutlich braun gebändert. Handschwingen und Flügeldecken sind kastanienbraun und dabei in fast ihrer gesamten Länge schwarz und hellbraun quergebändert. Die Unterflügeldecken sind schwarz und haben jeweils 3 bis 4 weiße Randflecken. 1
Die Oberseite und der Schwanz des Vogels sind haben eine dunkelbraune Farbe, die etwas in Kastanienbraun übergeht. Die gesamte Unterseite, die Kopfseiten, Hals- und Halsseiten und ein verwaschener Strich auf den Schläfen sind schiefergrau. Die Brustseiten, Schenkel und Unterschwanzdecken sind dunkler, mehr schwärzlich. Die Federn der Bauch- und Flankenbefiederung haben weißliche Spitzen. Die Zügel sind braun und fast nackt. Kinn und Kehle sind weißlich. Die Iris ist hellbraun.
Die Fidjiralle galt, da sie zuletzt 1890 nachgewiesen wurde, als ausgestorben, bis sie 1973 lebend wiederentdeckt wurde. Inzwischen gilt sie seit 1994 wieder als ausgestorben.
Sie lebt auf den Fidschi-Inseln Viti Levu und Ovalau, wo sie Sümpfe und dichte Taro-Felder bewohnt. Sie ist ein sehr scheuer, versteckt lebender Vogel, der nie fliegend beobachtet wurde.
Die Vögel brüteten von Oktober bis Dezember in einem Nest, das am Boden aus Riedgräsern gebaut wurde. Das Gelege bestand aus etwa sechs 50 X 35 mm großen umber- und cremefarbenen Eiern mit purpurfarbenen oder dunkel blutroten Flecken.

Die Pelzralle, auch als Neukaledonien-Waldralle bezeichnet, ist eine große braune flugunfähige oder fast flugunfähige Ralle, die durch 17 Belegexemplare, die zwischen 1860 und 1890 in Neukaledonien und auf der nahegelegenen Île des Pins gefangen wurden, bekannt wurde.
Sie ist knapp 46 cm lang und hat einen langen nach unten gebogenen Schnabel. Der Schwanz ist weniger gut, die Flügel besser entwickelt als bei der Lord-Howe-Waldralle, außerdem hat sie flaumigeres, zerschlisseneres Gefieder.
Der Scheitel der Ralle ist dunkelgrau und geht in das Schokoladenbraun des Hinterhalses über, Zügel dunkelbraun. Sie hat einen Überaugenstreifen aus hellerem braun. Wangen und Kehle sind hellgrau, Ohrdecken braun. Der Rücken hat eine verwaschene braungraue Farbe, die auf den Schultern in oliv und zum Bürzel hin in schwarzbraun übergeht. Die Unterseite ist dunkelgrau und geht auf der Brust in ein verwaschenes braun über. Die Flanken und Unterschwanzdecken sind schokoladenbraun.
Die Jungvögel haben einen mit orangebraunem Fleck am Vorderhals und unterscheiden sich von den Altvögeln durch nahezu schwarzen Rücken und Halsseiten, die schieferschwarze Unterseite und schiefergraue Kehle und Kopf.
Die Ralle ist ein Nachtvogel, der sich sehr gewandt und schnell laufend fortbewegt. Sie brütet in Bodenvertiefungen und ernährt sich vermutlich von verschiedenen wirbellosen Tieren.
Sie bewohnte wahrscheinlich immergrüne Wälder die ähnlichen ökologischen Ansprüchen genügten, wie sie der Kagu hat. Die Vögel wurden historisch von Meereshöhe bis zu 1000m Höhe beobachtet, heutige Beobachtungen stammen aber nur aus unzugänglichen Bergwäldern. Das ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass es dort weniger eingeführte Raubtiere gibt.
Ob die Ralle heute noch existiert ist unklar, weil der letzte sichere Nachweis des Vogels von 1890 stammt, doch in den 1960er-Jahren und 1984 wurden immer wieder unbestätigte Beobachtungen des Vogels gemeldet. Es ist deshalb vorstellbar, dass die Ralle in unzugänglichen Bergwäldern in geringer Anzahl überlebt hat.

Die Wake-Ralle war ein flugunfähiger, bodenbrütender, strandbewohnender Vogel.
Ohrdecken und Zügel sind dunkelbraun und es gibt einen hellgrauen Überaugenstreifen. Das Kinn ist weiß, der Hals oben weiß und unten grau. Die Oberseite der Ralle ist dunkel aschbraun bis erdbraun. Die Unterseite ist aschbraun, zur Bauchmitte hin weißlich. Über die Brust verläuft ein nicht immer deutlich ausgeprägtes, hell rostfarbenes Band. Der Schwanz ist einfarbig braun. Flanken, Brust- und Bauchseiten sowie Unterschwanzdecken haben enge weiße Querbinden. Achselfedern und Unterflügeldecken sind braun mit weißer Querbänderung.
Die Ralle lebte endemisch auf der 6,5 km² großen Koralleninsel Wake Island im westlichen Stillen Ozean zwischen Hawaii und der Gruppe der Marianen. Vor Beginn des 2. Weltkrieges war die Ralle dort noch weit verbreitet. Während der japanischen Besetzung der Insel im 2. Weltkrieg starb sie aus, und auch sonst waren nach dieser Besatzungszeit nahezu keine Vögel vorhanden. Deshalb ist anzunehmen, dass die Ralle von den hungernden japanischen Besatzungstruppen zu ihrer Ernährung gejagt und dadurch ausgerottet wurde. Sie ist nach 1945 nicht wieder nachgewiesen worden. Die sehr weichen Flügel- und Schwanzfedern deuten darauf hin, dass das Flugvermögen gering war.

Rotschnabelralle (John Gerrard Keulemans)

Rotschnabelralle (John Gerrard Keulemans)

Die Rotschnabelralle war ein 23cm großer, vermutlich flugunfähiger Vogel aus Tahiti.
Die Art ist nur durch ein Gemälde von Georg Forster bekannt. Sie hatte einen braunen Kopf mit einer weißen Linie die vom Schnabel aus übers Auge hinweg bis zu Hinterkopf führte. Schnabel und Iris waren rot. Sie hatte eine weiße Kehle, einen rostroten Nacken rostrot und einen schwarzen Rücken und Bürzel der mit einzelnen, kleinen, weißen Punkten besprengt war. Die Brust war bläulich grau, Unterleib, Seiten und After weiß. Die schwarzen Flügel hatten unterbrochene weiße Binden. Da die Flügel klein erscheinen, nimmt man an, das Ralle flugunfähig war. Die Schwanzfedern waren schwarzweiß punktiert, die Füße fleischfarben.
Die ausgestorbene Rotschnabelralle wurde 1777 von Naturforschern auf der zweiten Reise von Captain James Cook entdeckt, es existieren jedoch keine Museumsexemplare und die Art ist nur durch ein Gemälde von Georg Forster bekannt. Bis 1844 gab es Berichte über Sichtungen der Ralle von Tahiti und bis in die 1930er Jahre gab es Sichtungen von Mehetia. Das Aussterben der Art ist vermutlich auf eingeführte Ratten und Katzen zurückzuführen.

Die Dieffenbach-Ralle war eine flugunfähige Ralle der Chatham-Inseln, der Insel Mangare und der Pitt Islands bei Neuseeland. Die Art ist seit 1872 ausgestorben.
Der Rücken der Ralle war olivbraun und unregelmäßig sandfarben und schwarz gebändert. Der obere Rücken hatte schwarze und braune Querstreifen. Der Unterrücken war undeutlich dunkelbraun quergestreift. Oberkopf und Hals waren rötlichbraun. Vom Schnabel über das Auge bis zum Hinterhals führte ein kastanienbrauner Streifen. Über den Augen befand sich ein hellgrauer Streifen, Kinn und Kehle waren ebenfalls hellgrau. Die weißlichgraue Kehle und die braun gebänderte Brust waren durch eine Binde aus schwarzen Federn mit weißlichen Spitzen voneinander getrennt. Der Oberbauch war schwarz-weiß quergestreift. Der Unterbauch war schwarz, die Unterschwanzdecken schwarz mit rotbrauner Bänderung.
Illustrationen der Art zeigen, dass das Gefieder dem der Bindenralle erstaunlich ähnelte. Es weicht aber in einigen Punkten vom Adultkleid dieser Art ab und entspricht dort eher dem Jugendkleid der Bindenralle. Im Vergleich zur Chathamralle hatte diese Art ein stärker entwickeltes Brustbein. Die Schnabellänge lag zwischen jener von Bindenralle und Chathamralle, der Schnabel war nach unten gebogen.
Die Dieffenbach-Ralle war 31 cm lang und größer und kräftiger gebaut als die Bindenralle. Der Schnabel der Dieffenbach-Ralle war im Verhältnis zur Schädellänge etwa gleich groß, aber kräftiger und stärker gebogen als bei der Bindenralle. Die Größenverhältnisse der Knochen der Dieffenbach-Ralle ähneln denen der Wekaralle sehr, die Wekaralle ist jedoch insgesamt deutlich größer. Der Flugapparat war reduziert und die Art deshalb flugunfähig.
Dass die Dieffenbach-Ralle bezüglich ihres Körperbaues sehr der Wekaralle ähnelte, legt nahe, dass sie deren ökologisches Gegenstück für die Chatham-Inseln war. Die Dieffenbach-Ralle lebte wahrscheinlich im Wald, in mit Farn bewachsenen Gebieten sowie in Süß- und Salzwassermarschen bzw. -sümpfen. Sie war als Bodenbrüter durch Feldbearbeitung, Vieh- und Weidewirtschaft besonders stark gefährdet.
Die Art lebte auf der Chatham-Insel und auf der Insel Mangare bei Pitt Island, nach Knochenfunden gab es sie ehemals auch auf Pitt Island selbst. Ein einzelnes Exemplar der Dieffenbach-Ralle wurde 1840 durch Dieffenbach das erste und letzte Mal lebend gefangen und durch Gray wissenschaftlich beschrieben, zu dieser Zeit war die Art auf Chatham schon selten. Der letzte Nachweis erfolgte 1872, die Art starb wahrscheinlich durch die Prädation von eingeführten Hunden, Katzen und Ratten sowie durch angelegte Buschfeuer zur Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen aus.

Die ausgestorbene Chathamralle war völlig oder nahezu flugunfähig und lebte auf mindestens drei Inseln der Chatham-Gruppe gleichzeitig mit der Dieffenbach-Ralle.
Die Ralle war an der Oberseite olivbraun. Das Kinn war grau, Kehle, Körperunterseite und Schwanz trugen graubraune Federn mit schwacher weißlicher Bänderung. Die Flügel waren braun und ihre äußersten Handschwingen gelblichweiß gebändert. Augen, Schnabel und Lauf waren hellbraun. Die Jungtiere waren einfarbig braunschwarz.
Die Ralle war 22,5 Zentimeter lang und damit kleiner als die Dieffenbachralle, beide haben aber fast gleichlange Schnäbel. Der Schnabel der Chathamralle war leicht gebogen, länger als der Kopf und hatte eine Vertiefung im Schnabels, die über die Mitte des Schnabels hinausragte. Die ovale Nasenöffnung lag in der Mitte dieser Vertiefung.
Die Flügel waren sehr kurz, abgerundet mit weichen Arm- und Handschwingen. Der Daumen truh eine kurze Kralle. Alle Knochen von Flügel, Schultergürtel und Brustbein waren gegenüber der Bindenralle im Vergleich zur Körpergröße erheblich verkleinert. Die Steuerfedern des Schwanzes waren sehr kurz und weich und wurden durch die Schwanzdecken verdeckt. Auch das restliche Gefieder war sehr weich.
Die Mittelfußknochen waren kürzer als die mittlere Zehe und geschuppt. Die vorderen Zehen waren lang, dünn und hatten alle etwa die gleiche Länge. Der hintere Zeh war kurz und sehr dünn und wies nach innen. Die Krallen waren kurz und stumpf.
Die Chathamralle wies einen starken Dimorphismus auf, vermutlich ein Sexualdimorphismus, wobei jedoch unbekannt ist, ob Männchen oder Weibchen größer waren.
Die cremeweißen Eier waren 37*28mm groß und haben schwach rötliche und purpurfarbene Flecken. Die Eier der Chathamralle waren damit fast groß wie die größten bekannten Eier der deutlich größeren Bindenralle, deren Eier zwischen 32 x 24 mm und 37 x 29mm groß sind.
Die nachtaktive Ralle bewohnte trockene Wälder und erinnerte mit ihrem langen Schnabel, den relativ weit vorne liegenden Nasenlöchern und der Nachtaktivität ein wenig an einen sehr kleinen Kiwi. Das legt nahe, dass sie sich wie dieser ernährte, indem sie mit dem Schnabel im Boden stocherte und so nach Futter suchte. Da die Ursprungsart, die Bindenralle kaum pflanzliche Nahrung zu sich nahm, ist anzunehmen dass die Chathamralle im Unterschied zum Kiwi keine oder fast keine pflanzliche Nahrung zu sich nahm. Das entspricht auch der einzig historischen Angabe zu seiner Ernährung, in der gesagt wurde, dass die Ralle sich überwiegend von Insekten und kleinen Krebstieren ernährte.
Die Chathamralle nistete in Erdhöhlen. Die Jungtiere sollen sich nach dem Schlüpfen in umgestürzten hohlen Bäumen versteckt haben.
Die Art wurde 1871 von Travers auf Mangere entdeckt und 1872 von Hutton erstbeschrieben. Es wurden noch weitere Belegexemplare der Art gesammelt, doch sie ist zwischen 1896 und 1900 ausgestorben. Sie existierte mindestens auf drei Inseln der Chatham-Gruppe, nämlich Chatham, Mangere und Pitt. [
Ziegen und Kaninchen weideten auf der Chatham-Insel große Teile der ursprünglichen Vegetation im Verbreitungsgebiet der Chathamralle ab und zerstörten ihren Lebensraum damit weitgehend. Dadurch standen der Ralle weniger geeignete Lebensräume zur Verfügung und Ratten und Katzen konnten sie ohne die Deckung durch die Pflanzen leichter fangen.

Die Ascension-Ralle ist nur durch eine Beschreibung und eine Zeichnung des Forschungsreisenden Peter Mundy aus dem Jahre 1656 sowie durch Knochen, die die Ornithologen Philip Ashmole und Storrs Lovejoy Olson in den 1960er und 1970er Jahren auf Ascension fanden, bekannt geworden. Nach Mundys Beschreibung war die Art etwa 22 cm lang, grau gesprenkelt oder mit einer schwarzweißen Fleckenmusterung.
Die Ascension-Ralle lebte offenbar in der halbtrockenen Zone im Landesinneren von Ascension und ernährte sich hauptsächlich von Eiern der Rußseeschwalbe. Sie hatte kräftige Beine, mit denen sie flink laufen konnte.
Ihr Aussterben ist vermutlich auf Ratten zurückzuführen, die im 18. Jahrhundert auf Ascension eingeschleppt wurden. Möglicherweise hat sie aber auch bis zur Einführung von Katzen im Jahre 1815 überlebt.

Das St.-Helena-Sumpfhuhn ist eine ausgestorbene Vogelart von St. Helena, eine von zwei flugunfähigen Rallenarten auf dieser Insel, die bis ins 16. Jahrhundert überlebt haben.
Nachdem der amerikanische Ornithologe Alexander Wetmore 1963 in der Prosperous Bay, St. Helena Knochen der großen St.-Helena-Ralle entdeckte, fand der amerikanische Paläontologe Storrs Lovejoy Olson 1973 in der gleichen Gegend fast vollständige Skelette, die kleiner waren als die von Aphanocrex podarces. Aufgrund der besonderen Struktur des Carpometacarpus nannte er diese Art Porzana astrictocarpus.
Olson geht davon aus, dass das St.-Helena-Sumpfhuhn ein Abkömmling des Zwergsumpfhuhns war, das in Europa und Afrika weitverbreitet ist. Dadurch, dass es auf St. Helena keine Fressfeinde gab, hat es seine Flugfähigkeit eingebüßt. Als jedoch Anfang des 16. Jahrhunderts die Besiedelung St. Helenas begann, wurden auch viele Säugetiere auf die Insel gebracht, die das Schicksal des St.-Helena-Sumpfhuhns besiegelten.

Laysanralle (John Gerrard Keulemans)

Laysanralle (John Gerrard Keulemans)

Die flugunfähige Laysan-Ralle war 15 cm lang und hatte sehr kleine abgerundete Flügel. Während flugfähige Rallenvögel meist 11 Handschwingen haben, hat die Laysan-Ralle nur 8. Die achte ist etwa so lang wie die erste.
Die Laysan-Ralle fraß hauptsächlich Insekten und Vogeleier, außerdem Aas, seltener Grünpflanzen und Samen. Die Insekten fingen sie oft mit dem Schnabel aus der Luft.
Sie waren sehr lebhaft und sprangen oft auf den Tisch um dort nach Fleischstücken zu suchen. Aus Löchern die 1,50 m tief waren kamen sie aber nicht mehr heraus. 2 Die Ralle war extrem neugierig und zahm. Sie hatte auf der Insel keine ernstzunehmenden natürlichen Feinde. Palmer schrieb damals, dass er sie fing, indem er sein Netz auf dem Boden ausbreitete, mit dem Ergebnis dass die Vögel sofort ankamen und nachschauten, was das ist. Noch seltsamer klingt für unsere Ohren, dass eine Ralle zu ihrem Nest zurückkehrte während ein Fotograf in 60 cm Entfernung seinen Apparat einstellte um das Nest zu fotografieren. Der Fotograf nahm die Ralle vom Nest, doch sie kehrte zweimal beinahe sofort zurück in das Nest.
Das Nest der Laysanrallen ist unter dicken Grasbüscheln gebaut. Es ist ein flacher Napf, doch achtet die Ralle darauf, dass das Nest gut unter Grasbüscheln oder im Gebüsch versteckt ist und baut notfalls selbst eine bessere Tarnung für ihr Nest. Sie achtet auch darauf, dass der Zugang zum Nest nicht gerade ist, offensichtlich, um sich vor Nesträubern zu schützen. Die Eier ist 3,1*2,1 cm groß und werden von Mai bis Juni bebrütet. Während Rallenarten vom Festland oft 6-10 Eier legen, besteht das Gelege der Laysanralle aus nur durchschnittlich drei Eiern. 1 2.
Die schwarz bedunten gelbschnäbeligen Jungen schlüpfen im Juni. Sie lernen schnell, sich selbst zu versorgen und können innerhalb von fünf Tagen so flink rennen wie die Eltern. In der Population in Midway schlüpften die Küken im März, die ganze Entwicklung dürfte dort also 3 Monate früher ablaufen.
Die Ralle wurde zuerst von der Mannschaft der Moller beobachtet, die die Insel 1828 besuchte. Sie waren auf Laysan 1891 ziemlich häufig anzutreffen, sie hatten eine Population von etwa 2000 Stück und es wurden einige Exemplare von Rothschild gefangen. 1892 wurde die Art benannt.
Ursprünglich war die Laysanralle auf die etwa 5 km² große Insel Laysan beschränkt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie auf den Midwayinseln erfolgreich angesiedelt.
Die nächsten 30 Jahre überlebte die Ralle auf Laysan, obwohl in dieser Zeit 15 Jahre lang Guano abgebaut wurde. Dann jedoch führte das Freilassen von Kaninchen durch die Arbeiter dazu, dass fast die gesamte Vegetation der Insel abgefressen und vernichtet wurde. 1923 wurde der größte Teil der Kaninchen ausgerottet, der Rest starb durch natürliche Ursachen aus.
Eine Rückansiedlung, die im selben Jahr mit Vögeln von den Midwayinseln versucht wurde, gelang nicht. Dann starben die Rallen durch Ratten und Vernichtung des Buschwerks auch auf den Midwayinseln aus.

Die Hawaiiralle ist ein ausgestorbener flugunfähiger Vogel, der auf Hawaii und eventuell auch Molokai vorkam.
Es existierten eine helle und eine dunkle Form. Da der Herkunftsort und -zeitpunkt der Museumsstücke nicht ausreichend bekannt ist, ist unklar ob es sich um zwei getrennte Arten oder um Färbungsvarianten derselben Art handelt.
Die Hawaii-Ralle war etwa 14 cm lang, hatte einen braunen Oberkopf mit grauem Anflug. Die Wangen sind tief rotbraun, die Zügel lohfarben, die Ohrdecken grau. Die tief rotbraune Brust geht an Bauch, Flanken und Schwanz in ein graues Schokoladenbraun über. Der Rücken ist dunkel rötlichbraun, weiter unten mit dunkleren Federmitten.
P. sandwichensis war knapp 13 cm lang, heller als millsi mit deutlich schwarzen Federmitten der Rückenbefiederung.
Die flugunfähige Hawaiiralle kam auf Hawaii und eventuell auch Molokai vor. Sie bewohnte offenes Grasland und Buschwerk direkt unterhalb der Regenwälder und ähnliche Biotope in Waldlichtungen.
Die Ralle wurde 1884 oder möglicherweise 1893 zuletzt lebend beobachtet. Der genaue Grund für das Aussterben der Hawaiiralle ist unbekannt. Als die Mungos, die zeitweise hierfür verantwortlich gemacht wurden, 1893 auf Hawaii eingeführt wurden, war der Vogel bereits so gut wie ausgestorben. Mangusten wurden 1883 eingeführt und sind deshalb als Ursache aus demselben Grund unwahrscheinlich. Bejagung durch Ratten, Katzen, Hunde und Menschen sind wahrscheinlichere Gründe für das Aussterben.

Das Kosrae-Sumpfhuhn, auch als Karolinenralle bezeichnet, ist ein ausgestorbener Vogel aus der Familie der Rallenvögel. Es kam auf der zu den Karolinen gehörenden Insel Kosrae und vermutlich auch auf der Insel Ponape im südwestlichen Pazifik vor. Sein bevorzugter Lebensraum waren Küstensümpfe und Marschen mit einer Vegetation aus Taro (Colocasia esculenta).
Es wurde 1827 von Heinrich von Kittlitz entdeckt. Von Kittlitz beschrieb das Gefieder als allgemein schwarz mit blauem Glanz. Die Federkiele waren etwas bräunlicher. Das Gesicht und die Mitte der Kehle waren braun. Die Oberfläche des Schwanzes war schwarz-braun. Die Unterschwanzdecken wiesen weiße Flecken auf. Die inneren Flügeldecken waren bräunlich und weiß gepunktet. Der äußere Rand der ersten Handschwinge war blass-braun. Iris, Beine und Füße und hatten eine rötliche Färbung. Der Schnabel war schwarz. Die Länge betrug 18 cm. Unsichere Daten bestehen hinsichtlich seiner Flugfähigkeit. Röntgenmessungen der Carpometacarpii lassen vermuten, dass es flugunfähig war. Sein einheimischer Name nay-tay-mai-not bedeutet allerdings übersetzt „die, die im Taro landen“, was wiederum auf eine bedingte Flugfähigkeit hindeuten könnte.
Das Kosrae-Sumpfhuhn ist nur von zwei Exemplaren bekannt geworden, die im Dezember 1827 von Heinrich von Kittlitz in den Sümpfen von Kosrae geschossen wurden und sich heute in der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg befinden. Die Geschichte seines Verschwindens ist der des Kosrae-Singstars (einer anderen ausgestorbenen Vogelart von Kosrae) sehr ähnlich. Von Kittlitz berichtete, dass dieser Vogel bereits 1828 selten anzutreffen und sein Ruf nur selten zu hören gewesen sei. 1880 konnte der deutsche Ornithologe Otto Finsch das Kosrae-Sumpfhuhn nicht mehr nachweisen und auch die Whitney-Expedition des American Museum of Natural History im Jahre 1931 blieb erfolglos bei der Suche nach dieser Art. Durch seine vermutliche Flugunfähigkeit war es offenbar ein leichtes Opfer für Ratten, die während der 1830er und 1840er Jahre von Missionars- oder Walfangschiffen entkommen konnten und sich auf Kosrae ausgebreitet haben.

Die St.-Helena-Ralle war eine große flugunfähige Ralle von St. Helena. Sie starb im frühen 16. Jahrhundert aus.
Als der amerikanische Ornithologe Alexander Wetmore 1963 diese Art anhand von subfossilen Knochen, die in der Prosperous Bay auf St. Helena gefunden wurden, beschrieb, klassifizierte er sie in die neue Gattung Aphanocrex. Der amerikanische Paläontologe Storrs Olson hielt sie jedoch für artverwandt mit der Atlantisralle (Atlantisia rogersi) von Inaccessible und der Ascension-Ralle und synonymisierte 1973 die Gattung Aphanocrex mit der Gattung Atlantisia. In jüngster Zeit gehen viele Wissenschaftler jedoch davon aus, das sich die Rallen von St. Helena, Ascension und Inaccessible unabhängig voneinander entwickelt haben und es keine engere Verwandtschaft zwischen der St.-Helena-Ralle und der Atlantisralle gibt. Deshalb hat man sie wieder in die Gattung Aphanocrex gestellt.
Die St.-Helena-Ralle war ziemlich groß und erreichte fast die Größe der neuseeländischen Wekaralle (Gallirallus australis). Im Gegensatz zur Wekaralle war sie allerdings schlanker. Dadurch, dass St. Helena bis ins 16. Jahrhundert frei von Beutegreifern war, büßte sie ihre Flugfähigkeit ein. Ihre Flügel waren aber offenbar besser entwickelt, als die der Rallen von Ascension (Mundia elpenor) und Inaccessible (Atlantisia rogersi). Zudem hatte sie starke Zehen mit langen Krallen, mit denen sie gut an das Klettern und Hinabflattern an den steilen Talhängen angepasst war. Sie ernährte sich möglicherweise von den Eiern und Küken der Land- und Küstenvögel sowie von Schnecken. Wie andere bodenbrütende Vögel St. Helenas wurde sie vermutlich ein Opfer von eingeschleppten Säugetieren wie Katzen und Ratten.

Das Lord-Howe-Purpurhuhn ist eine ausgestorbene, flugunfähige Ralle, die auf der australischen Lord-Howe-Insel endemisch war.
Es ähnelte dem Purpurhuhn abgesehen von seiner weißen oder weißblauen Farbe und den roten Augen und Beinen sehr. Es soll laut Hindwood auch völlig blaue Vögel gegeben haben. Die Kopfoberseite war rot. Beine und Füße waren kräftiger ausgebildet, die Zehen kürzer während der Schnabel kleiner war. Die Flügel waren kürzer, die Flugfedern kleiner und weicher als beim Purpurhuhn.
Der Vogel wurde durch zwei Bälge, einige subfossile Knochen und diverse Gemälde bekannt. Er hatte keine Scheu vor Menschen. Obwohl der Vogel, als die Insel 1790 entdeckt wurde, nicht selten war, wurde die Art innerhalb von kürzester Zeit durch die Jagd durch Matrosen von Segel- und Walfangschiffen ausgerottet. Ratten und Katzen wurden auf der Insel erst wesentlich später eingeschleppt. Das Lord Howe Purpurhuhn war wahrscheinlich schon 1834 bei der Besiedlung der Lord-Howe-Insel vollständig ausgestorben.

Die Nordinseltakahe ist ein ausgestorbener flugunfähiger Vogel von der Nordinsel Neuseelands. Er lebte ausschließlich auf der Nordinsel und war deutlich größer und feingliedriger als die nahe verwandte Südinseltakahe. Es wird angenommen, dass die beiden Takahes eine nahezu identische Lebensweise hatten.
Die Nordinseltakahe wurde zuerst durch subfossile Knochenfunde bekannt. Sie war ursprünglich weit auf der Insel verbreitet, wurde aber nach und nach zurückgedrängt. Als Aussterbeursache werden die zunehmende Bewaldung des Berglandes nach der letzten Eiszeit und die durch Knochenfunde belegte Bejagung durch die Māori vermutet. Die Bewaldung ist als Aussterbeursache jedoch kaum denkbar, da Knochen von Takahes gewöhnlich an Orten gefunden wurden, die nicht direkt an offenes Grasland grenzten.
Lange wurde angenommen, dass die Nordinseltakahe kurz nach der Besiedlung Neuseelands durch die Māori ausstarb. Phillips führte jedoch 1959 Belege dafür an, dass die Nordinseltakahe bis ins späte 19. Jahrhundert in abgelegenen Gebieten wie Ruahine überlebte, ähnlich, wie es auch die Südinseltakahe tat.
Die Nordinseltakahe wurde von den Māori als „Mohoau“ bezeichnet und als Vogel mit blauen Federn beschrieben, der einem Purpurhuhn ähnelt.
1898 wurde ein Exemplar der Nordinseltakahe im Tararua-Gebiet am Südende der Nordinsel durch einen Landvermesser namens Morgan Carkeek gefangen und zum Haus eines Roderick McDonald of Horowhenua gebracht, der den Balg noch lange dort aufbewahrte. Der Vogel wurde damals von den Einheimischen als Mohoau identifiziert und löste unter den Māori große Aufregung aus, da er damals schon so selten war, dass nur die älteren Bewohner den Vogel noch kannten.[2]
Um 1910 herum war es üblich, den Māori-Namen Mohoau für Leute anzuwenden, die sich lange in der Wildnis aufgehalten hatten und infolgedessen ungepflegt wirkten.

Tristan-Inselralle (J. Jury)

Tristan-Inselralle (J. Jury)

Die Tristan-Inselralle, auch als Tristan-Teichhuhn bezeichnet, ist eine ausgestorbene Rallenart, die auf der Insel Tristan da Cunha im Südatlantik endemisch war.
Die Tristan-Inselralle sah dem Gough-Teichhuhn sehr ähnlich. Bis 1985 wurde das Gough-Teichhuhn noch als Unterart der Tristan-Inselralle angesehen. Heute geht man jedoch davon aus, dass die morphologischen Ähnlichkeiten auf eine konvergente Entwicklung zurückzuführen sind. Die Tristan-Inselralle erreichte eine Länge von 25 Zentimetern. Sie hatte sehr kleine Flügel und war flugunfähig. Kopf, Nacken, Flügel, Schwanz und Unterseite waren schwarz; der Rücken und die Flügeldecken waren dunkelolivbraun. Die Unterschwanzdecken und die Außenfahnen der Handschwingen waren weiß. Der Schnabel war rot mit einer gelben Spitze, Beine und Füße waren gelb.
Die Tristan-Inselralle bewohnte die Marschen und Gewässer auf Tristan da Cunha in Höhenlagen bis 610 m. Sie lebte in dichter Vegetation bestehend aus Phylica nitida und Sparina arundinacea. Sie war Allesfresser und verschmähte offenbar auch Aas nicht.
Noch bevor Philip Lutley Sclater die Art im Jahre 1861 wissenschaftlich beschrieb, wurde sie 1811 von Jonathan Lambert, dem selbsternannten „König von Tristan“, erwähnt. Er schrieb von „kleinen schwarzen Hähnen, die sehr fett und delikat waren und zu Hunderten mit Hunden gejagt wurden“. Die vier von Sclater beschriebenen Exemplare kamen am 25. Mai 1861 über Kapstadt nach London. Drei von ihnen waren lebendig und wurden im Londoner Zoo gezeigt. 1873 war die Tristan-Inselralle bereits so selten, dass Mitglieder des britischen Forschungsschiffes H.M.S. Challenger sie kaum noch nachweisen konnten. Vermutlich war der Großteil der Population durch Überjagung sowie durch die Nachstellung durch Hunde und Wildschweine ausgelöscht worden. Die wenigen überlebenden Rallen fielen Ende des 19. Jahrhunderts den Ratten zum Opfer, die 1882 durch die Strandung des Schoners Henry B. Paul auf die Insel gelangten.

Das Maskarenen-Blässhuhn ist eine ausgestorbene Vogelart aus der Familie der Rallen. Es ist nur von vier Reiseberichten sowie von subfossilem Knochenmaterial bekannt. Das Verbreitungsgebiet war auf Mauritius und Réunion beschränkt. Im Artepitheton wird entweder Alfred Newton oder Edward Newton geehrt, die sich beide mit diesem Vogel beschäftigt haben.
1674 schrieb der französische Abt und Reisende Sieur Dubois in seinem Bericht „Les Voyages“, dass die Teichhühner (französisch Poules d’eau) von der Insel Bourbon (Réunion) nahezu die Größe des Haushuhns erreichten. Das Gefieder war komplett schwarz und am Kopf befand sich ein großes weißes Stirnschild. Das Typusmaterial aus der Lagerstätte Mare aux Songes auf Mauritius beinhaltet 16 Schienbeinknochen, 30 Mittelfußknochen, 8 Oberarmknochen, 2 Brustbeine, 4 Becken-Fragmente, ein komplett erhaltenes Becken, ein komplett erhaltenes Kreuzbein sowie 3 Halswirbel. Es wird im Walter Rothschild Zoological Museum in Tring aufbewahrt. Weiteres Material wurde seit 1974 in den Lagerstätten Grotte des Premiers Francais, Grotte de l’Autel und Marais de l’Ermitage auf Réunion zu Tage gefördert.
Das Maskarenen-Blässhuhn war flugunfähig, dafür aber ein guter Läufer und Schwimmer. Es wanderte niemals weit weg von den Seen und Wasserläufen. Die Nester wurden an den Uferrändern errichtet.
Als François Martin im Jahre 1665 das erste Mal Réunion besuchte, bemerkte er, dass „das Flussbecken bei Saint-Gilles mit Gänsen und Teichhühnern bevölkert und die Tiefen voller Fische waren. Die Zutraulichkeit der Teichhühner erlaubte es, dass man nah genug an sie herankam, um sie mit der bloßen Hand zu greifen.“[1] Zwei Jahre später schrieb Martin, „dass die Gänse und Teichhühner, die einst häufig in der Lagune von Saint-Paul vorkamen, nicht mehr existierten.“ In einem Reisebericht von 1708 schrieb François Leguat, dass „die Teichhühner auf Mauritius im Jahre 1693 sehr selten waren“. Kurz darauf war das Maskarenen-Blässhuhn verschwunden. Vermutlich haben Überjagung und die Zerstörung der Feuchtgebiete zur Ausrottung der Art beigetragen.

Die Réunion-Ralle ist eine ausgestorbene Rallenart, die auf der Maskarenen-Insel Réunion endemisch war.
Das 1996 gefundene Material beinhaltet zwei komplette Tarsometatarsi sowie zwei Tibiotarsi, fünf Wirbelknochen, ein Kreuzbein, ein Rabenbein, zwei Humeri, eine Ulna, drei Oberschenkelknochen, zehn Zehenknochen und ein Fragment des linken Unterkieferknochens. Die Beschaffenheit der Knochen weist die Réunion-Ralle als nahe Verwandte der Weißkehlralle aus. Der lange, kräftige Tarsometatarsus charakterisiert die Réunion-Ralle als größtes bekanntes Taxon der Gattung Dryolimnas.
Die subfossilen Überreste der Réunion-Ralle wurden 1996 in der Fossillagerstätte „Caverne de la Tortue“ auf Réunion entdeckt und 1999 wissenschaftlich beschrieben.
Vermutlich bezieht sich ein Reisebericht aus dem Jahre 1674, in dem der französische Forschungsreisende Dubois einen Vogel namens «Râle des Bois» (deutsch: Waldralle) erwähnt, auf diese Art. Die Réunion-Ralle darf jedoch nicht mit dem Réunion-Purpurhuhn verwechselt werden, das Dubois im selben Bericht als «Oiseau Bleu» bezeichnet hatte. Während das Réunion-Purpurhuhn ungefähr die Größe des Réunion-Ibis erreichte, war die Réunion-Ralle etwa so groß wie die Teichralle. Die Réunion-Ralle war vermutlich flugunfähig, da das Größenverhältnis der Flügelknochen im Vergleich zu den Beinknochen, Ähnlichkeiten mit den Knochen der ebenfalls flugunfähigen Aldabra-Weißkehlralle aufweist.
Die Réunion-Ralle starb vermutlich im späten 17. Jahrhundert aus.

Das Miller-Sumpfhuhn ist eine ausgestorbene Rallenart aus der Gattung der Sumpfhühner.
Es ist nur durch zwei Zeichnungen aus dem 18. Jahrhundert bekannt geworden. Die erste Zeichnung stammt von Georg Forster aus dem Jahre 1773 und ist mit „Rallus minutus, Màho, Taheitee“ betitelt. 1784 fertigte John Frederick Miller eine Kopie von Forsters Zeichnung an und veröffentlichte sie mit einigen Änderungen und Anmerkungen in seinem Werk Cimelia Physica. Johann Reinhold Forster gab Tahiti als Verbreitungsgebiet an. John Latham nannte Tanna als Verbreitungsgebiet einer Unterart. Während Averil Margaret Lysaght (1956) und Murray D. Bruce et al. (1983) Porzana nigra als identisch mit Porzana tabuensis betrachtet haben, sind Storrs Lovejoy Olson und David William Steadman der Ansicht, dass das Miller-Sumpfhuhn eine flugunfähige, endemische Art von Tahiti war. Diese Einschätzung wird durch subfossile Knochenfunde einer endemischen Sumpfhuhnspezies (Porzana rua) von Mangaia unterstützt.

Das Neuseeländische Pfuhlhuhn erreichte ein Gewicht von 280 Gramm und seine Flügel waren so stark reduziert, dass es flugunfähig war. Es war ungefähr gleich groß wie das Rotfuß-Pfuhlhuhn, hatte jedoch kürzere, kräftigere Läufe. Der Schädel zeigte Ähnlichkeiten mit dem des Tasmanischen Pfuhlhuhns. Daher ist es möglich, dass das Rotfuß-Pfuhlhuhn, das Tasmanische Pfuhlhuhn und das Neuseeländische Pfuhlhuhn einen gemeinsamen Vorfahren hatten.
Die Lebensräume des Neuseeländischen Pfuhlhuhns waren unterschiedlich. Sie reichten von offenen Wäldern oder Grasland bis zu Flussufern.
Das Neuseeländische Pfuhlhuhn ist nur von subfossilem Material bekannt, das in Muschelhaufen der Maori entdeckt wurde, die bis ins 18. Jahrhundert datiert werden. Hunderte von Knochen, die im Pyramid Valley auf der Südinsel, im Lake Poukawa auf der Nordinsel und in mehreren anderen Fossillagerstätten gefunden wurden, deuten darauf hin, dass das Neuseeländische Pfuhlhuhn, abgesehen von den Chatham-Inseln, in ganz Neuseeland verbreitet war. Die Hauptursache für sein Aussterben war vermutlich die Überjagung durch die Maori und die Nachstellung durch die Pazifische Ratte.

Das Réunion-Purpurhuhn, eine Ralle aus Réunion starb im frühen 18. Jahrhundert aus.

Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Steißhühner und Laufvögel
Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Gänsevögel (Entenvögel)
Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Hühnervögel
Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Tauben
Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Papageienvögel
Ausgestorbenen Vögel seit 1500 – Falkenartige, Accipitriformes und Eulenvögel
Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Seglervögel, Bucerotiformes, Rackenvögel, Spechtvögel, Kuckucksvögel
Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Lappentaucher, Pelecaniformes, Suliformes, Röhrennasen, Regenpfeiferartige
Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Sperlingsvögel (Überblick)
Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Update

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Kranichvögel (Rallen)

  1. Monika Tawadrous sagt:

    Hallo, ich habe in Nürnberg und Fürth (an der Pegnitz) eine Vogel bzw. Ralle gesehsen, die mir völlig fremd ist. Der Beschreibung nach war es eine Tristan Inselralle.
    Kann es sein, dass diese eigentlich ausgestorbene Art wieder aufgetaucht ist??

    Danke für eine Antwort….ich bin echt neugierig und würde mich sehr freuen wenns so wäre.
    M. Tawadrous

    • Martin sagt:

      Es kann immer wieder vorkommen, dass angeblich ausgestorbene Tiere wieder entdeckt werden. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich dass eine ausgestorbene Art, die nur auf einer südatlantischen Insel vorkam, ausgerechnet an der Pegnitz auftauchen würde. Das wäre tatsächlich eine Sensation.
      Ich gehe aber davon aus, dass es sich um das in Deutschland durchaus vorkommende Teichhuhn handelt, Teichhuhn und Tristan-Inselralle gehören derselben Gattung an und sehen sich auch sehr ähnlich (soweit ich das anhand des Bildes beurteilen kann).

Kommentar verfassen