Die Stammesgeschichte der Flamingos

Agnopterus sicki (Geraldo de França Jr)

Agnopterus sicki (Geraldo de França Jr)

Flamingos sind eine sehr alte Vogelgruppe, die auf das Oligozän zurückgehen – oder gar auf das Eozän, wenn man die Vogelgattung Juncitarsus zu den Flamingos rechnet. Letzteres ist aber wahrscheinlich nicht gerechtfertigt, weil Juncitarsus in einigen Skelettmerkmalen, vor allem im Tarsometatarsus (Laufknochen beim Vogelfuß), den Regenpfeifern näher steht. Der Schädel von Juncitarsus wurde erst 1987 anhand eines ersten vollständigen Skelettes aus der Grube Messel bei Darmstadt bekannt, der Schnabel zeigt keine besondere Ähnlichkeit zu unzweifelhaften Flamingos.
Die ältesten Flamingos werden einer Familie Palaelodidae oder Unterfamilie Palaelodinae zugeordnet, die vom unteren Oligozän bis zum unteren Pliozän lebten. Zu der Familie werden drei Gattungen gezählt, Adelalopus, Megapaloelodus und Palaelodus. Fossilien der Familie aus dem unteren Miozän wurden vor allem bei Saint-Geránd-le-Puy im Département Allier in Frankreich gefunden.
Insgesamt wurden dort über 9300 Knochen gefunden, die über 530 Individuen und drei Arten von Palaelodus zugeordnet wurden. Außerdem wurden 63 Knochen von 13 Individuen von Megapaloelodus ausgegraben. Megapaloelodusfunde aus dem Miozän und dem unteren Pliozän gibt es auch aus Nordamerika.
1998 wurden zwei neue Arten von Palaelodus beschrieben, deren fossile Überreste im nördlichen South Australia gefunden wurden und die die Existenzdauer des Taxons bis zum mittleren Pleistozän ausweiten. Fossilien aus Ägypten stammen aus dem frühen Oligozän.

Der erste Vertreter der rezenten Gattung Phoenicopterus, P. croizeti ist ebenfalls bereits aus dem Oligozän beschrieben.

 

Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Geraldo de França Jr.

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