Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Wieder etwas verspätet, aber dafür brandaktuell … Auszüge aus der Zoopresseschau. Viele Zoos geben die Zahlen ihrer jährlichen Inventur bekannt (wenn das nicht schon bereits geschehen ist).
Auf jeden Fall sind die Pressemitteilungen höchst interessant.
Aus aktuellem Anlass habe ich mich auch etwas von der wöchentlichen Zoopresseschau entfernt und gebe die Pressemitteilungen der letzten Tage vom Tierpark Hellabrunn wieder. Viele Münchner Zeitungen haben den kleinen Elefanten auf der ersten Seite …

Tierpark und Zoo Berlin, 11.01.2012
Freunde Hauptstadtzoos suchen Ehrenamtliche für Souvenir-Shops
Die Fördergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e. V. betreibt die Souvenir-Shops im Tierpark Berlin ehrenamtlich. Der Erlös aus dem Verkauf fließt zu hundert Prozent in die Förderung des größten europäischen Landschaftszoos. Im letzten Jahr wurden so 40.000 Euro für den Tierpark erwirtschaftet. Nun werden weitere ehrenamtliche Mitstreiter für die Arbeit in den Souvenir-Shops gesucht. Zu den Aufgaben zählen die Kassenbetreuung und der Verkauf von Souvenirs. Erfahrungen im Verkauf sind wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. Spaß und Freude im Umgang mit Menschen. Eine Einarbeitung findet selbstverständlich statt. Einsatzzeiten sind von Montag bis Sonntag in der Zeit von 9 Uhr bis 18 Uhr möglich. Interessenten können sich melden: Freunde Hauptstadtzoos; Am Tierpark 125 – 10319 Berlin; Tel. 030-51 53 14 07 oder info@freunde-hauptstadtzoos.de

Zoo Wilhelma Stuttgart, 12.01.2012
Schneeleoparden in der Wilhelma: Bedrohte Samtpfoten aus dem Hochgebirge
Seit Ende Dezember ist die Anlage der Schneeleoparden in der Wilhelma nicht mehr verwaist. Denn eingezogen ist ein junges, neues Zuchtpaar: der Kater Ladakh und die Katze Kailash. Und obwohl das Wetter derzeit nicht wirklich zu ihrem Namen passt, haben sich die beiden mittlerweile gut eingelebt. In die Wilhelma kamen sie auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Bevor jedoch mit erstem gemeinsamem Nachwuchs zu rechnen ist, wird aber noch einige Zeit ins Land gehen. Nachdem 2011 der alte Kater Bob gestorben und Lola als zuletzt in Stuttgart geborene Schneeleopardin im belgischen Tierpark Planckendael ein neues Zuhause und einen neuen Partner gefunden hatte, stand das Gehege nahe der Eisbärenanlage ein paar Monate leer. Doch seit einigen Tagen können der Kater Ladakh und die Katze Kailash nicht nur ihr Domizil, sondern auch sich gegenseitig inspizieren. Bislang allerdings hält sich das Interesse füreinander stark in Grenzen: „Das ist normal, denn Kailash und Ladakh sind sozusagen noch Teenager und erst in etwa einem Jahr geschlechtsreif“, erklärt Revierleiter Jürgen Deisenhofer. Zurzeit gibt jedenfalls die 2010 in Zürich geborene Kailash klar den Ton an, denn sie ist deutlich neugieriger, verspielter und lebhafter als der fast gleichaltrige Ladakh aus dem französischen Amnéville. „Ladakh ist ein echter Stubenhocker und versteckt sich oft im Innengehege vor den Blicken der Besucher“, berichtet Deisenhofer. „Aber das wächst sich mit der Zeit aus.“ Da Schneeleopardenmännchen im Schnitt größer werden als die Weibchen, werden zudem die Kräfteverhältnisse später neu verteilt. In ihrem natürlichen Lebensraum, den Hochgebirgen Zentralasiens, leben Schneeleoparden, auch Irbisse genannt, die meiste Zeit des Jahres als Einzelgänger. An das Leben in diesem extremen Lebensraum sind sie bestens angepasst. Die großen Pfoten verhindern, ähnlich wie Schneeschuhe, dass sie im Schnee versinken, in der extremen Kälte wärmt sie ein dichtes, langes Fell. Zusätzlichen Schutz vor Wind, Schnee und Frost bietet, um Körper und Kopf geschlungen, der lange, buschige Schwanz. Er dient obendrein bei den bis zu 15 Meter weiten Sprüngen der Irbisse von Fels zu Fels als praktisches Steuerruder. Schneeleoparden gehören zu den seltensten Arten unserer Erde. Ihr Bestand wird auf etwa 4000 bis 6000 Tiere geschätzt. Obwohl sie in allen ihren Heimatländern streng geschützt sind, fallen sie weiterhin Wilderern zum Opfer. Zudem macht ihnen der Verlust ihres Lebensraumes zu schaffen. Die schönen Großkatzen sind somit auch als Zoo-Bewohner besonders wertvoll: Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm erfasst sind derzeit rund 220 Schneeleoparden. Auch die Wilhelma hält und züchtet seit 20 Jahren Irbisse, fünf Jungtiere sind in Stuttgart bislang aufgewachsen. Und wenn die Zeit dafür reif ist, werden sich bestimmt auch bei Kailash und Ladakh noch Frühlingsgefühle einstellen – auf dass es mit weiterem Nachwuchs für diese hochbedrohte Art klappt.

Zoo Wilhelma Stuttgart, 12.01.2012
Bilanz 2011 – Ausblick 2012: Mit 2,28 Millionen Besuchern ein gutes Wilhelma-Jahr
Auch ohne neuen „Tierstar“ wie Eisbär Wilbär im Jahr 2008 und trotz zahlreicher Baustellen kann die Wilhelma auf ein gutes, besucherstarkes Jahr 2011 zurückblicken: Rund 2,28 Millionen Menschen kamen 2011, um die einmalige Kombination aus Zoo, botanischem Garten und historischem Park zu sehen, das sind rund 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr (2,17 Millionen). Neben der ungebrochenen Beliebtheit der Wilhelma, insbesondere bei ihren Stammgästen, dürften dazu auch die günstigen Wetterverhältnisse vor allem im Frühjahr und Herbst 2011 einen Gutteil beigetragen haben. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, so Wilhelma-Direktor Prof. Dr. Dieter Jauch. „Zumal wir mit höheren Besucherzahlen eigentlich erst für die Zeit nach der Eröffnung der neuen Menschenaffenanlage gerechnet hatten, also etwa ab der zweiten Jahreshälfte 2012.“ Doch nun besuchten die Wilhelma bereits 2011 rund 5,4 Prozent mehr Menschen als 2010 – und sogar 3 Prozent mehr als im besuchstarken Jahr 2009 (ca. 2,22 Mio.). Lediglich der Rekord von 2,42 Millionen Besuchern im Ausnahmejahr 2008, der wohl vor allem Wilbär zu verdanken war, bleibt weiter unerreicht. Einen hohen Beitrag zur Besucherbilanz leisteten dabei erneut die Stammbesucher der Wilhelma: Die Zahl der verkauften Jahreskarten (Preis: 52 Euro) stieg 2011 gegenüber 2010 um 7,6 Prozent, in den letzten zehn Jahren hat sich die Verkaufszahl mehr als verdoppelt. Auch der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma, dessen Mitglieder für 57 Euro ein Jahr lang die Wilhelma besuchen können, ist stetig angewachsen – Ende 2011 zählte er nunmehr 27.075 Mitglieder. Wie zu erwarten, gingen parallel dazu in den vergangenen Jahren die Verkaufszahlen bei Tageskarten eher zurück. Positiv zu bewerten ist deshalb, dass 2011 auch fast 8 Prozent mehr Tageskarten verkauft wurden als im Vorjahr.

Bergzoo Halle, 12.01.2012
Das fängt ja gut an
Kaum hat das Jahr 2012 begonnen, gibt es auch schon wieder gute Nachrichten im Bergzoo. Am 3. Januar erblickte als erstes Jungtier ein Meerespelikan das Licht der Welt. Gemeinsam mit einem Ende Dezember geschlüpften Küken werden beide von den Vogelpflegern aufgezogen. Noch sind sie nicht für Zoobesucher zu sehen. Dafür können erstmals die erwachsenen Pelikane im Winterquartier beobachtet werden, die riesige Nester gebaut haben. Sie sind neben der Erdmännchen-Anlage untergebracht. Gleich sechsmal gab es diese Woche Nachwuchs bei den Zwergziegen. Die Ziegenlämmer kommen fast immer im Januar und Februar zur Welt. Bei der milden Witterung können die farblich bunten Zicklein von insgesamt 3 Müttern schon im Streichelgehege besucht werden. Der Jahreswechsel ist, ebenso wie in vielen anderen Einrichtungen, Zeit für eine Inventur. Im Bergzoo werden die Aufzeichnungen der Tierpfleger und Kuratoren mit dem tatsächlichen Tierbestand verglichen. Bei Elefant, Schimpanse und Lama ist das einfach, aber der Bestand der Fische in den großen Aquarien, oder die Anzahl der Stabheuschrecken lässt sich nur schwer schätzen. Das Ergebnis ist ein aktueller Tierbestand. Allerdings verzichtet unser Zoo diesmal zum Jahreswechsel auf das Wiegen und das Messen. Dies erfolgt nur, wenn es für das Tier notwendig und möglich ist, z.B. bei einer Tierbehandlung.

Zoo Berlin, 12.01.2012
Letzte Weihnachtsbaumfütterung der Zoo-Elefanten
Jedes Jahr warten Fotografen und vermutlich auch die Elefanten auf die traditionell nachweihnachtliche Verfütterung von Weihnachtsbäumen. Vom Verkauf übriggebliebene Tannen und Fichten, die den Menschen nicht aufstellenswert erschienen, werden in den ersten Tagen des neuen Jahres den Elefanten als aromatische Leckerbissen gereicht. Als ungewöhnliches Grünfutter finden die ansonsten unnötigerweise gefällten Nadelbäume noch eine sinnvolle Verwendung. Zwar schmucklos aber gehaltvoll enden sie im Verdauungstrakt der Rüsseltiere. Anfangs ist der Geschmack der nach ätherischen Ölen duftenden Nadelzweige auch für viele andere Pflanzenfresser sehr attraktiv, doch nach einiger Zeit verlieren die Tiere das Interesse an diesem Ergänzungsfutter. Aus diesem Grund startet der Zoo auch keinen Aufruf an die Berliner, ihre Restware im Zoo abzuliefern. Verfüttert werden nur die bereits angelieferten Bäume, deren Bestände nun langsam zur Neige gehen.

Tierpark Hellabrunn München, 13.01.2012
Eisbärin Giovanna hat alle an der Nase herumgeführt
Es gibt wohl doch noch keine Eisbärenbabys in Hellabrunn. Giovanna und Yoghi tollen wieder gemeinsam durch die Eisbärenlandschaft Hellabrunns. Von einer Trächtigkeit Giovannas keine Spur! Die fünfjährige Bärin, die sich im November ins Mutter-Kind-Haus auf der Anlage zurückgezogen und damit signalisiert hatte, dass sie allein sein wollte, wird wohl doch noch nicht Mama werden. Da man bei Eisbären aufgrund gesundheitlicher Risiken auf eine Narkose zur Durchführung einer Ultraschalluntersuchung verzichtet, können selbst Tierärzte und Biologen nie sicher sein, ob eine Eisbärin trächtig ist oder nicht. Zudem sind Eisbärenbabys so klein wie Meerschweinchen. Trächtige Eisbärinnen bekommen also keinen dicken Bauch. Deshalb ließ allein das Verhalten von Giovanna darauf schließen, dass sie Babys bekommen könnte. Doch nun sieht alles anders aus: Vor einigen Tagen nahm Giovanna am so genannten Schmusegitter Kontakt zu Yoghi (12 Jahre) auf. Nachdem sie zusammengelassen wurden, planschte sie vergnügt mit ihm im Wasser. Die beiden verstanden sich sofort wieder prächtig. Die Chancen, dass es im Frühjahr wieder zu Paarungen zwischen den beiden kommt, stehen also bestens. „Wenn Giovanna dann dieses oder nächstes Jahr trächtig wird, ist sie eine reifere Mutter, als sie es jetzt mit nur fünf Jahren gewesen wäre. Die Natur hat das vielleicht ganz richtig erkannt und gibt ihr noch etwas Zeit“, sagt dazu Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. Eisbären können in menschlicher Obhut über 30 Jahre alt werden – somit hat Hellabrunns Eisbärin noch rund 20 Jahre lang die Möglichkeit, Junge zu bekommen.

Zoo Osnabrück, 13.01.2012
Ab Juli 2012 neuer Zoodirektor im Zoo Osnabrück – Prof. Dr. Michael Böer wechselt vom Safaripark in den Waldzoo
Der Zoo Osnabrück erhält zum Juli 2012 eine neue wissenschaftliche Leitung: Die derzeitige Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg verabschiedet sich im Mai in den Vorruhestand. Dafür übernimmt Prof. Dr. Michael Böer, Zoologischer Leiter der Safarikpark GmbH in Hodenhagen, die Position. „Wir haben viel Engagement und Zeit in die Auswahl des neuen Zoodirektors im Zoo Osnabrück investiert,“ erläuterten Zoopräsident Reinhard Coppenrath und Schatzmeister Reinhard Sliwka stellvertretend für das Präsidium der Zoogesellschaft bei der Vorstellung von Prof. Böer. In unzähligen Sitzungen habe man mit Geschäftsführer Andreas Busemann erarbeitet, welche Eigenschaften, Erfahrungen und Ideen der passende Kandidat mitbringen müsse, um den Zoo Osnabrück weiter voran zu bringen und die Tiere optimal zu versorgen. Von vielen Bewerbern kamen vier in die engere Wahl. Die Entscheidung fiel einstimmig von Präsidium und Geschäftsführung zugunsten von Prof. Dr. Michael Böer aus, zurzeit zoologischer Leiter und Tierarzt der Safaripark GmbH in Hodenhagen. Prof. Dr. Böer (57 J.) ist seit 1980 im Zoogeschäft unterwegs: Bis 1995 war er als wissenschaftlicher Assistent und später als stellvertretender Zoodirektor im Zoo Hannover tätig. Danach wechselte er zum Safaripark. Neben der Zooerfahrung bringt der engagierte Tierexperte viel Wissen über Artenschutzprojekte mit: So half er, Luchse in Polen und im Harz auszuwildern oder begleitete ein Nashorn in die freie Wildbahn. Auch in der Zooplanung konnte Böer bereits Erfahrung sammeln, als er die Konzeption eines Safariparks in Dmitrov bei Moskau unterstützte. „Die vielfältigen Erfahrungen werden mir in Osnabrück helfen, schnell Fuß zu fassen und gemeinsam mit allen Mitarbeitern die Tiere optimal zu versorgen. Dabei ist mir besonders wichtig, dass es sowohl den Tieren durch zum Beispiel Beschäftigungsaktionen gut geht, als auch der Besucher einen spannenden Tag im Zoo verbringen kann, der ihm die Tiere näher bringt,“ so Prof. Dr. Böer. „Mir ist es ein großes Anliegen, den Artenschutz mit Projekten für unsere Besucher zu verbinden, um sie auf unsere Pflicht aufmerksam zu machen, die Artenvielfalt unseres Planeten zu erhalten.“ So plane er ein Tapirprojekt für Schulkinder sowie eine Nerzwiederansiedelung mit Beteiligung von Schülern. Auch ein Projekt zum Nashorn- und Löwenschutz in Afrika will der neue Zoodirektor von Osnabrück aus unterstützen. Ein besonderes Augenmerk lege er dabei auf Teamarbeit: „Theoretiker wie Praktiker hier im Zoo, aber auch unsere Besucher, haben viele gute Ideen für den Zoo. Die weitere Entwicklung wollen wir deswegen gemeinsam begehen.“

Zoo Frankfurt, 16.01.2012
Löwen für Löwen: Eishockey Löwen starten Spendenaufruf zugunsten der Zoo-Löwen / Erweiterung des Außengeheges geplant
Der Eishockeyklub Löwen Frankfurt startet unter dem Namen Löwen für Löwen ab sofort eine Spendenaktion zugunsten der Löwen im Frankfurter Zoo. Ziel ist die Erweiterung des Außengeheges der Löwen-Anlage. Durch die Aufschüttung des Grabens und den Aufbau von Glas- und Mauerelementen könnte die Außengehegefläche der Löwen im Zoo Frankfurt von derzeit ca. 300 m2 auf ca. 680 m2 erweitert werden. Für die Besucherinnen und Besucher würden damit auch spannende Einblicke geschaffen, die es erlauben, die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Damit das Gehege entsprechend der vorliegenden Pläne erweitert werden kann, benötigt der Zoo rund 250.000 Euro. Stefan Krämer, Geschäftsführer der Löwen Frankfurt Eishockey Betriebs-GmbH: „Wir wollen mit Löwen für Löwen unseren tierischen Kollegen ein großzügiges und anregendes Zuhause geben. Die alte Außenanlage ist zwar gut, könnte aber durch die Erweiterung sowohl den Tieren als auch den Besuchern sehr viel mehr bieten. Durch unsere Initiative wollen wir breite Unterstützung für das Umbauvorhaben in der Öffentlichkeit schaffen und die erforderlichen Spendengelder einwerben. Dafür werden wir als Nachbarn des Zoo Frankfurt wie Löwen kämpfen.“ Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch freut sich über das Engagement der Eishockey Löwen: „Löwen für Löwen“ ist eine tierisch gute Idee! Für unsere beiden Asiatischen Löwen KASHI und KIRI wünschen wir uns seit Langem eine Erweiterung der Außenanlage. Mehr Platz heißt auch mehr Abwechslung für die Tiere und schönere Einblicke für unsere Besucher. Mit Hilfe der Löwen Frankfurt und allen, die die Spendenaktion unterstützen, können wir den Umbau nun planen und hoffentlich recht bald realisieren. Dafür danke ich herzlich im Namen meines Teams, unserer Besucher und sicher auch im Namen von KASHI und KIRI.“ Comedian Henni Nachtsheim ist Schirmherr der Aktion: „Ich bin saustolz, Schirmherr dieser ungewöhnlichen und dennoch passenden Fusion zu sein. Die neuen Eishockey Löwen haben mit Mut, Zusammenhalt und Teamgeist Frankfurt das Eishockey zurück gegeben! Nun greifen wir unseren Zoo Löwen mit der tollen Aktion unter die Arme und sorgen für eine neue Attraktion im Zoo Frankfurt.“

Tiergarten Wien Schönbrunn, 16.01.2012
NEUE FARBE, ALTER GLANZ FÜR DEN KAISERPAVILLON
Pinsel statt Besteck, Wassereimer statt Getränkegläser, Restaurator statt Kellner: Im Kaiserpavillon im Tiergarten Schönbrunn, in dem sonst die Tiergartenbesucher speisen, wird derzeit das prachtvolle Deckengemälde aus der Zeit Maria Theresias restauriert. „Das historische Fresko hatte schon einige Schönheitsfehler, ist fleckig geworden und stellenweise stark nachgedunkelt“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Schon im März wird das Deckenfresko von Josef Ignaz Mildorfer, das Szenen aus Ovids „Metamorphosen“ zeigt, im ursprünglichen Glanz erstrahlen und der Kaiserpavillon wieder geöffnet sein. Auf einem Gerüst in sieben Metern Höhe ist Restaurator Jörg Riedel derzeit damit beschäftigt, das Fresko sachgemäß und behutsam zu reinigen. In den kommenden Wochen stehen dann die Ausbesserungsarbeiten auf dem Plan. Rund 40.000 Euro kostet die Restaurierung, die je zur Hälfte vom Bundesdenkmalamt und dem Tiergarten Schönbrunn bezahlt wird. Während der Arbeiten ist der Pavillon für die Besucher geschlossen, allerdings gibt es als Speisemöglichkeit einen guten Ersatz: In der Tiergarten ORANG.erie wurde der Restaurantbereich mit zusätzlichen Tischen in der Besucherhalle erweitert. Dort kann man sich mit Blick auf die Orang-Utans stärken.

Zoo Augsburg, 17.01.2012
Rekordjahr für den Zoo, leichter Rückgang bei den Tierzahlen
Ab dem 1. Januar wird in allen Zoos gezählt und gerechnet. Während sich die Besucherzahl sehr schnell mittels Computer feststellen läßt, dauert das Zählen und Rechnen bei dem lebenden Inventar ein wenig länger. So war es sehr schnell klar, dass 2011 ein Rekordjahr für den Zoo Augsburg ist. Mit 641.219 Personen haben so viele Besucher wie nie zuvor den Eingang passiert. Im Vergleich zu 2010 bedeutet dies eine Steigerung von fast 12 %. Außer dem neuen Besucherhighlight: der begehbaren Katta-Anlage, war dies dem zoofreundlichen Wetter im Frühjahr geschuldet. Die Tierinventur war im Gegensatz zur Feststellung der Besucherzahlen etwas zeitintensiver. Bei den Säugetieren ist es recht einfach. Zwei Arten, die im Zoo nicht mehr gehalten werden (Afrikanischer Elefant und Amurleopard) steht eine Art gegenüber, die es neu gibt (Buschbabys), macht also netto eine Art weniger. Zunächst – denn neue Leoparden kommen in den nächsten Wochen. Schwieriger wird es dann bei den Vögeln, deren Zählung in den Volieren und besonders auf den Teichen sich doch ein wenig komplizierter und unübersichtlicher gestaltet. Insgesamt ergibt sich zum 31.12.2011 ein Tierbestand im Augsburger Zoo von 264 Arten in 1.317 Individuen. Besondere Geburten im Jahr 2011: Giraffe „Luna“ im März und Onagerstute „Fjala“ im Dezember

Zoo Osnabrück, 17.01.2012
Inventur im Zoo: Tierpfleger zählen Vögel, Fische & Co.
Wie in vielen anderen Unternehmen, läuft im Zoo Osnabrück zurzeit eine Inventur: Auch wenn die Tierpfleger jeden Tag ihre Schützlinge genau im Blick haben, tragen die Mitarbeiter nun alle Zahlen für eine Jahresbilanz zusammen. Osnabrück, 17.01.2012. Vogelrevierleiterin Kirsten Bischoff steht mit ihren zwei Kolleginnen an der Großvoliere. Gemeinsam versuchen sie die unzähligen rot und weiß gefiederten Sichler, Ibisse und Löffler zu zählen. „Im Laufe des Jahres schlüpfen viele Jungtiere, die wir in den hohen Nestern nicht immer entdecken können. Herauszufinden, wie viele Vögel hier nun leben, ist schwieriger als bei den fünf Elefanten oder den vier Nashörnern. Die Vögel sind ständig in Bewegung, deswegen zählen wir hier zu dritt,“ berichtet Bischoff. Auch im Aquarium müssen die Tierpfleger mehr Zeit einplanen, bis alle Korallen und Fische gezählt sind. Parallel wertet die wissenschaftliche Mitarbeiterin Frauke Holland in der Zooverwaltung Tabellen und Listen aus dem letzten Jahr aus. „Wir vermerken natürlich während des Jahres jede Geburt, jeden Neuzugang oder auch Weggang eines Tieres. So haben wir immer einen sehr guten Überblick. Einmal im Jahr fügen wir dann alle Zahlen zusammen und schauen, wie viele Säugetiere, Vögel, Reptilien oder Wirbellose insgesamt im Zoo Osnabrück leben,“ berichtet Frauke Holland. Dabei kann es schon mal zu Überraschungen kommen, wie Zootierarzt Thomas Scheibe weiß: „Immer wieder setzen Besucher ihre unerwünscht gewordenen Tiere, wie zum Beispiel Schildkröten, bei uns aus. Auch fremde Leguane in der Tropenhalle oder Karpfen im Teich haben wir schon gefunden. Häufig kommen ihre Besitzer nicht mehr mit der Haltung zurecht und schmuggeln das Tier in den Zoo, wo sie es irgendwo aussetzen.“ Das ist gefährlich, denn wenn das Tier irgendwo ausgesetzt wird, wo es beispielsweise nicht warm genug ist, kann es krank werden. Oder das fremde Tier bringt Krankheiten mit und steckt die Zootiere an. Am 31.12.2010 verfügte der Zoo über 2.394 Tierindividuen aus 332 Arten. Wie viele Tiere es Anfang 2012 sind, werden die Zoomitarbeiter in einigen Tagen wissen. Insgesamt dauert die Inventur im Zoo circa 2 Wochen.

Zoo Osnabrück, 17.01.2012
Privatbrauerei Barre neuer Hauptsponsor im ZooW
Neues Jahr neue Partnerschaften. Der Zoo Osnabrück freut sich über einen neuen Hauptsponsor: die Privatbrauerei Barre mit Sitz in Lübbecke. Barre möchte mit der Unterstützung des Zoos das Engagement für den Artenschutz weiter ausbauen. Für eine Brauerei scheint eine Kooperation mit einem Zoo auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich zu sein, doch Natur- und Artenschutz ist generationsübergreifend ein zentrales Thema bei Barre. Bekannt ist aus jüngster Zeit besonders die Aktion „Kisten fürs Nisten“, bei der im Juni und Juli 2008/2009 15 Cent jeder verkauften Kiste Barre zu Gunsten des Weißstorches im Barre-Land gespendet wurde. Mit dem gesammelten Betrag von über 40.000 Euro entstanden umfangreiche Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen, die mittel- bis langfristig ein Bestehen des Weißstorches in den einzelnen Regionen sichern oder den Weißstorch sogar wieder neu ansiedeln lassen. Aus diesem Grund freut sich der Zoo Osnabrück sehr, einen so engagierten Partner für sich und den Artenschutz gewinnen zu können. Denn Artenschutz und Forschung wird im Zoo groß geschrieben, ebenso wie Bildung und Information innerhalb der Zooschule. „Das sind Projekte, die wir gerne unterstützen, und wir sind gespannt auf die Kooperation in den nächsten Jahren“, so Christoph Barre, geschäftsführender Gesellschafter der Privatbrauerei Barre. Geplant ist eine vielfältige Zusammenarbeit, weit über den Bereich des Artenschutzes hinaus. In den nächsten Wochen erarbeiten die Partner gemeinsam konkrete Projekte. „Wir blicken einer erfolgreichen Partnerschaft entgegen und sind uns sicher, dass beide Seiten von diesem Engagement profitieren werden“, so Geschäftsführer Andreas Busemann.

Tiergarten Wien Schönbrunn, 17.01.2012
ERSTER SCHNEE FÜR FU HU
Der kleine Pandabub tapst durch das verschneite Gehege im Tiergarten Schönbrunn. Ausgelassen wälzt er sich in der weißen Pracht, klettert auf den tiefwinterlichen Baumstämmen herum und schnuppert neugierig an der Schneedecke. Für den mittlerweile fast eineinhalb Jahre alten Fu Hu ist es der erste Schnee in seinem Leben. Den vergangenen Winter hat der Pandanachwuchs noch in der Wurfbox verbracht. Berührungsängste mit dem nasskalten Element kennen er und seine Eltern Yang Yang und Long Hui aber nicht. Pandas sind in den nebelfeuchten Bergwäldern im Südwesten Chinas zu Hause. Sie leben in bis zu 3.400 Metern Höhe und sind an Kälte und Schnee sehr gut angepasst. „Ihre Pfoten sind auch auf der Sohle mit Fell bedeckt. Das dient nicht nur dem Schutz vor Kälte, sondern verhindert auch ein Ausrutschen auf Schnee und Eis“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Spätestens beim Anblick im Schnee spielender Pandas wird auch den Tiergartenbesuchern warm ums Herz. Ein Tipp für alle Panda-Liebhaber ist der „Fu Hu-Fotoalbum Kalender 2012“. Mit diesem Kalender begleitet Fu Hu seine Fans durch das Jahr. Auf 12 Monatsblättern zeigt sich der Pandabub von vielen verschiedenen Seiten – beim Spielen, Klettern und Kuscheln mit seiner Mutter. Der Kalender des renommierten Naturfotografen Daniel Zupanc ist um 14,90 Euro im Tiergarten Schönbrunn und im Buchhandel erhältlich. (ISBN: 978-3-902644-09-1)

Opel-Zoo Kronberg/ Taunus, 18.01.2012
Wildtierauffangstation im Opel-Zoo fertiggestellt
Projekt mit Hochtaunuskreis für beschlagnahmte oder verletzt aufgefundene Wildtiere. Nach etwa sechs Monaten Bauzeit ist im Opel-Zoo in Kronberg die neue Wildtierauffangstation ihrer Bestimmung übergeben worden. Landrat Ulrich Krebs, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wolfgang Müsse, Vorstandsmitglied Gerold Dieke (von Opel Hessische Zoostiftung) und Zoodirektor Dr. Thomas Kauffels gaben bei einem Pressetermin am Mittwoch ihrer Freude Ausdruck, dieses gemeinsam vom Hochtaunuskreis und der „von Opel Hessischen Zoostiftung“ durchgeführte Projekt fertig gestellt zu haben. Das neue Tiergebäude hat fünf Innenställe à 8 m² mit jeweils angeschlossenen Außengehegen à 7 m². Die Unterbringungen können, falls notwendig, temperiert werden und eignen sich für Reptilien und Vögel, aber auch für Säugetiere wie Wildkatzen, Affen oder kleinere Huftiere. Mit dieser neuen Einrichtung ist es nun möglich, von Behörden beschlagnahmte oder auch verletzt aufgefundene Wildtiere fachgerecht unterzubringen und zu versorgen. Dies war bisher nur in Provisorien möglich. Da die betroffenen Tiere nur temporär im Opel-Zoo verbleiben, ist das neue Stallgebäude für den Zoobesucher nicht zugänglich. Die „von Opel Hessische Zoostiftung“ hat rund € 170.000 in das Gebäude investiert, wovon € 50.000 vom Hochtaunuskreis übernommen wurden.

Zoo Wilhelma Stuttgart, 18.01.2012
Neuzugang im Jungtieraufzuchthaus: Gesellschaft für Gorillababy Tano
In der europäischen Aufzuchtstation für verwaiste oder von ihren Müttern nicht ausreichend versorgte Gorillababys in der Wilhelma ist ein weiterer Bewohner eingezogen: der neun Monate alte Okanda aus dem Twycross Zoo in Großbritannien. Er ist bereits das 60ste hier aufwachsende Gorillakind. Die Wilhelma begrüßte den kleinen Neuling gestern mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Denn einerseits ist es immer bedauerlich, wenn ein Menschenaffenkind nicht bei seiner leiblichen Mutter aufwachsen kann. Andererseits bekommt nun der bereits in der Station betreute Gorillajunge Tano aus Prag Gesellschaft. Sechs Monate lang war alles gut gegangen: Okandas Mutter Ozala versorgte und säugte ihr am 17. April 2011 geborenes Baby vorbildlich. Doch plötzlich wurde Okanda zusehends schwächer. Die Pfleger nahmen Ozala den Kleinen vorsorglich ab, päppelten ihn auf und gaben ihn einen Tag später zurück. Erneut verschlechterte sich Okandas Zustand. Eine Untersuchung ergab, dass Ozalas Milch nicht mehr genug Nährstoffe enthielt. Somit blieb nur die Handaufzucht, wollte man das Leben des Gorillakindes nicht riskieren. Zunächst übernahmen dies die Pfleger in Twycross und versuchten dabei, den Kontakt zwischen Okanda und seiner Mutter durch tägliche Besuche aufrechtzuerhalten. Doch die recht neue, noch instabile Kleingruppe aus Silberrücken Oumbie und den Weibchen Ozala und Asante reagierte darauf zunehmend nervös, eine Wiedereingliederung schien somit aussichtslos. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Gorillas empfahl deshalb den Umzug in die Aufzuchtstation der Wilhelma – zumal hier mittlerweile Gorillababy Tano eingezogen war, Okanda also gemeinsam mit einem Artgenossen aufwachsen kann. Nach fast 24-stündiger Autofahrt trafen Okanda und sein Pfleger John Buchan am Dienstag wohlbehalten in Stuttgart ein. Überraschend schnell wurde der Kleine mit seinen neuen Ersatzmüttern im Aufzuchthaus warm, lachte, turnte umher und erkundete fröhlich sein neues Heim. Da Okanda zudem noch in seinem Heimatzoo gründlich untersucht wurde, darf er mit Erlaubnis des Tierarztes auch von Anfang an auf Tano treffen. Die ersten Annäherungen zwischen den Gorillakindern können die Besucher ebenfalls in Kürze „live“ im Schaugehege erleben. Zumal auch Tano hier über die tägliche „Showtime“ von 11.30 bis 12 Uhr hinaus nun häufiger zu sehen ist, ob bei Fütterungen oder beim Spielen – allerdings weiterhin zu unregelmäßigen Zeiten und je nach Tanos Rhythmus.

SeaLife Oberhausen, 18.01.2012
Die SEA LIFE Großaquarien suchen Unterstützung beim Fischezählen
Das SEA LIFE in Oberhausen führt ab dem 19. Januar 2012 eine Fischinventur der besonderen Art durch. So sind Schulen, Kitas, Vereine und Horts mit Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren aufgerufen, sich an der Zählung vom 23. Januar 2012 bis zum 27. Januar 2012 zu beteiligen. Es ist gar nicht so einfach, die Bewohner des Sea Lifes in Oberhausen zu zählen. Deshalb sucht das Großaquarium dringend Unterstützung bei Kindern, die Lust haben sich an der großen Inventur zu beteiligen. Vom 23. Januar 2012 bis zum 27. Januar 2012 sind fleißige Hände herzlich willkommen, die aktiv an der Zählung teilnehmen. Am Eingang erhalten die Kinder einen Inventurzettel, auf dem alle Becken aufgelistet sind. Auf ihrem Rundgang überprüfen die Junior-Biologen, ob noch alle Fische da sind. Eventuell gab es ja unbemerkten Nachwuchs oder kleine Bewohner tauchen aus ihren Verstecken auf? Die Mühe soll auch belohnt werden: Für die emsigen Helfer gibt es SEA LIFE Jahreskarten zu gewinnen. Unter den Kindern oder die Jugendlichen, die am besten gezählt haben, verlost SEA LIFE 10 Jahreskarten. Die Klassen, Kitas und Gruppen kommen während der Fischzählung für einen Vorzugspreis von nur 2,95 Euro pro Kind in das Aquarium, buchen kann man über www.sealife.de/oberhausen Wie zählt man die schnelle Makrele? Und wo verstecken sich die Aale am liebsten? Besucher des SEA LIFE Aquariums haben täglich ab 10 Uhr die Möglichkeit, die bunte Unterwasserwelt zu bestaunen. Weitere Informationen zum SEA LIFE erhalten Sie im Internet unter www.sealife.de.

München – 18.01.2012
Hellabrunn bangt um kleines Elefantenmädchen
Nach wochenlangen Untersuchungen, die Spezialisten aus den Gebieten Tiermedizin, Tier- und Humankardiologie sowie Herzchirurgie durchführen, steht eine traurige Diagnose fest: Das am 28. Oktober 2011 geborene Hellabrunner Elefantenmädchen Lola hat einen angeborenen Herzfehler. Am 25. Dezember stellen die Hellabrunner Tierärzte bei dem kleinen Elefantenbaby eine Erkältung fest. Die Krankheitssymptome, ähnlich einer Lungenentzündung, bleiben trotz Behandlung mit Antibiotika unverändert. Die zierliche Lola ist sehr kurzatmig, wirkt müde und unvital. Am 13. Januar werden die Untersuchungen mit Hilfe der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ausgeweitet und die Lunge geröntgt – ohne eindeutigen Befund. Das Elefantenbaby trinkt ausschließlich Wasser und kaum noch Muttermilch, sodass die Elefantenmutter Panang (22) gemolken und Lola die Milch aus dem Messbecher gefüttert wird. Nach wie vor wirkt die Patientin matt, die Experten vermuten eine Magenentzündung. Nach wie vor ist Lola sehr schweratmig. Atypische Herzgeräusche werden festgestellt, sodass am 17. Januar das Herz des kleinen Elefantenmädchens per Ultraschall untersucht wird. Zusätzlich zu den drei Hellabrunner Tierärzten und den Spezialisten aus der Tiermedizinischen Fakultät der LMU wird am 18. Januar eine weitere Ultraschalluntersuchung zusammen mit Humanmedizinern aus den Bereichen Kardiologie und Herzchirurgie der Universitätsklinik Großhadern durchgeführt. Diese heutige Untersuchung hat den Verdacht bestätigt: Aufgrund eines angeborenen Herzdefektes ist ein Blutgerinnsel im rechten Herzvorhof entstanden. Da diese lebensgefährliche Erkrankung sehr komplex und bei Elefanten bisher nicht dokumentiert und behandelt wurde, stehen weitere Untersuchungen an, um eine mögliche Therapie abzuklären. Beim Menschen würde ein chirurgischer Eingriff erfolgen, eine Therapie bei einem Elefanten ist bisher nicht bekannt. „Wir haben Lola so sehr in unsere Herzen geschlossen! Wenn eine sicherlich schwierige Operation nach Ansicht der Spezialisten die einzige Hoffnung ist, dann werden wir um Lolas Leben zu retten, auch einen chirurgischen Eingriff wagen“, sagt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Und weiter geht es mit Berichten zu Elefantenbaby Lola:

München – 19.01.2012
Hellabrunn plant Herz-Operation bei Elefantenbaby Lola
Das zierliche Elefantenmädchen Lola hat einen angeborenen, lebensbedrohlichen Herzdefekt, der nach einhelliger Meinung der Spezialisten ausschließlich durch eine Herz-Operation behoben werden kann. Die Operation wird erstmalig von einem inter-disziplinären Team aus Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten der Human- und Tiermedizin der Universität München durchgeführt.
Momentan wird im Tierpark Hellabrunn alles daran gesetzt, die wohl weltweit erste Herz-Operation an einem Elefanten vorzubereiten. Sobald der Operationssaal der Hellabrunner Tierklinik für eine solche Herz-OP ausgestattet ist, wird Lola operiert. Es muss schnell gehandelt werden, denn Lola würde die nächsten Tage oder Wochen ohne operativen Eingriff nicht überleben.
„Lola zeigt, obwohl es ihr schlecht geht, immer noch einen Lebenswillen. Deshalb wollen wir sie weder einschläfern noch dabei zusehen, wie sie stirbt“, erklärt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. „Die Erfahrungen aus der Humanmedizin mit vergleichbaren Herz-Operationen machen uns Hoffnung, dass Lola nach einem erfolgreichen Eingriff wieder ganz gesund sein und eine elefantentypische Lebenserwartung haben kann.“
Dass Lola mit dem am 18. Januar diagnostizierten Herzfehler nicht mehr lange leben wird, steht fest. Laut Prof. Dr. Christoph Schmitz, Kinderherzchirurg am Klinikum der Universität München in Großhadern, liegen die Erfolgschancen bei vergleichbaren OPs in der Humanmedizin bei fast 100 Prozent. „Diese Chance wollen wir ergreifen. Ob dies von Erfolg gekrönt sein wird, wissen wir nicht. Aber wir denken positiv“, so Dr. Andreas Knieriem.
Die Herz-Operation wird voraussichtlich vier bis fünf Stunden dauern und von einem Team aus etwa zehn Spezialisten aus den Gebieten Tiermedizin, Tier- und Humankardiologie sowie Herzchirurgie durchgeführt. Der Operationssaal wird derzeit mit zusätzlichen Geräten, wie beispielsweise einer Herz-Lungen-Maschine, ausgestattet. Bei der geplanten Operation wird die Brust geöffnet und am offenen Herzen gearbeitet werden. Das Blutgerinnsel im Herzen soll entfernt werden, das Septum geschlossen und vor allem ein Gefäß verlegt werden. Im Moment pumpt das Herz das Blut nicht in den richtigen Kreislauf.
„Lola ist stabil, läuft, trinkt und ist bei der Elefantengruppe. Aufgrund des Blutgerinnsels kann es allerdings jeden Moment sein, dass sie umkippt und stirbt. Aber die Kleine hat ein Kämpferherz, deswegen wagen wir diese OP“, so Hellabrunns leitende Tierärztin, Dr. Christine Gohl.

München – 20.01.2012
Elefantenbaby Lola weiterhin stabil
Der OP-Saal in Hellabrunn wird hergerichtet
Das zierliche Elefantenmädchen Lola hat einen angeborenen, lebensbedrohlichen Herzdefekt, der nach einhelliger Meinung der Spezialisten ausschließlich durch eine Herz-Operation behoben werden kann. Die Operation wird weltweit zum ersten Mal bei einem Elefanten durchgeführt. Das interdisziplinäre Operationsteam besteht aus Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten der Human- und Tiermedizin der Universität München sowie des Münchener Tierparks Hellabrunn.
Am Tag zwei nach der Diagnose ist Lolas Gesundheitszustand stabil. Sie trinkt kurz bei Mutter Panang und schläft viel. Das Elefantenbaby ist weiterhin schwach, aber nach wie vor in der Elefantenherde.
Derzeit laufen alle Vorbereitungen für diesen außergewöhnlichen Eingriff auf Hochtouren. Von der Einrichtung des Operationssaals der Hellabrunner Tierklinik mit Gerätschaften im Wert von 150.000 Euro bis hin zur Versicherung für den Transport und die Benutzung der teuren Leihgeräte muss an alles gedacht werden. Die Herz-Lungen-Maschine, die OP-Stühle und OP-Lampen wurden bereits geliefert, eine Spezial-Matratze zum Lagern des Elefanten ist geordert und wird noch im Laufe des Tages erwartet. Die Tierpark-Techniker prüfen die elektrischen Leitungen, die für diese besonderen Geräte benötigt werden. Auch ein Notstrom-Aggregat wird bereitgestellt.
Ärzteteam bereitet sich vor
Das Operationsteam aus 15 Ärzten und Helfern tagt heute Nachmittag erneut und bereitet sich gemeinsam auf diese Herzoperation vor. Es werden Ultraschallbilder ausgewertet und besprochen, welche Besonderheiten bei der OP am offenen Herzen eines Elefantenbabys auftreten können.
Die reine Operation wird vermutlich 4 bis 5 Stunden Zeit in Anspruch nehmen. Sollte es zu Komplikationen kommen, kann sich die Operationszeit selbstverständlich verlängern. Hinzukommt die Zeit für die Vor- und Nachbereitung der Operation am Elefantenbaby. Prof. Christoph Schmitz, Chefarzt der Kinderherzchirurgie am Klinikum Großhadern, wird die Operation leiten.
Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem: „Lola hat nur diese eine Chance zu überleben. Wir haben mehrere eingespielte Spezialistenteams vor Ort, die alle ihr Bestes geben werden. Mehr können wir leider nicht tun. Jetzt heißt es Daumen drücken und das Beste hoffen nach dem Motto, Mentales wird Reales.“

Die nächste Pressemitteilung habe ich ja bereits gestern schon mitgeteilt, der Vollständigkeit wegen, gebe ich sie nocheinmal wieder …

München – 21.01.2011
Hellabrunn trauert um Elefantenbaby Lola
Trotz intensivster Bemühungen das herzkranke Elefantenbaby zu retten, starb Lola am heutigen Samstag an einer Lungenembolie
Am Freitagabend hatte das interdisziplinäre Ärzteteam aus Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten der Human- und Tiermedizin entschieden, die knapp 3 Monate alte Lola im Universitätsklinikum Großhadern zu operieren und nicht den vorbereiteten Operationssaal des Münchener Tierparks zu nutzen. Nur durch eine in der Uniklinik mögliche Computertomographie konnten die besonderen anatomischen Gegebenheiten geklärt werden, um damit das Operationsrisiko zu verringern.
Samstagmorgen sollte die Notoperation starten. Das Elefantenbaby wurde beruhigt, die Tierpfleger und Tierärzten begleiteten den Transport zum Klinikum Großhadern. Hier wurde Lola für die Untersuchung im CT vorbereitet und sanft in Narkose gelegt. Obwohl ihr Kreislauf anfänglich sehr stabil war, verstarb sie noch während der Aufnahmen an einer akuten Lungenembolie, die durch das vorab diagnostizierte Blutgerinnsel im rechten Herzvorhof ausgelöst wurde. Trotz intensiver Reanimationsmaßnahmen konnte sie nicht wiederbelebt werden.
Am Samstagnachmittag hatten Elefantenmutter Panang (22) und die Herde Gelegenheit, sich von Lola zu verabschieden.
„Wir sind alle sehr traurig, dass wir Lola nicht helfen konnten. Es war immer unsere größte Sorge, dass das Blutgerinnsel im Herz eine Embolie verursacht, was den sofortigen Tod bedeutet. Genau das ist leider passiert. Unser einziger Trost ist, dass wir alles versucht haben, um das Leben des Elefantenbabys zu retten.“ sagte Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

München – 23.01.2011
Erste Obduktionsbefunde von Elefantenbaby Lola
Die Elefantenherde verabschiedet sich im Stall von LolaLola litt an einer Lungenembolie von ungeheurem Ausmaß. Der Befund der Computertomografie ist so gravierend, dass die behandelnden Ärzte aus den Gebieten Human- und Veterinärmedizin das Elefantenbaby eingeschläfert hätten, wäre es nicht vor der Operation verstorben.
Zu Beginn der wochenlangen Untersuchungen behandelten die Hellabrunner Tierärzte um Weihnachten 2011 eine Lungenentzündung. Später kam eine Magenentzündung hinzu. Doch bei Ultraschalluntersuchungen Mitte vergangener Woche wird eine Herzerkrankung diagnostiziert. In aller Eile wird ein Spezialistenteam zusammengestellt, das bei der dreimonatigen Lola eine Herzoperation durchführen soll, die es weltweit noch nicht gegeben hat. Die Zeit eilt. Die Ärzte geben dem Elefantenbaby nur noch wenige Tage, um ohne OP zu überleben.
Samstagvormittag soll die Operation im aufgerüsteten OP-Saal im Tierpark Hellabrunn stattfinden. Doch das Ärzteteam um Prof. Dr. Christoph Schmitz, Leiter der Kinderherzchirurgie im Universitätsklinikum Großhadern, entscheidet, dass zur genaueren Bestimmung der Symptome vorher eine Computertomografie durchgeführt werden soll. Dies ist nur in Großhadern möglich. So wird Lola in einer weich ausgepolsterten Holzkiste am Samstag gegen 9.15 Uhr in die Uniklinik transportiert. Während der Computertomographie verstirbt sie. Reanimationsversuche sind vergebens. Lola verstirbt am 21. Januar 2012 um 11.25 Uhr.
Nach der Obduktion am Sonntagvormittag steht fest, Lola starb an einer Lungenembolie. Zusätzlich litt sie an einer Herzerkrankung mit massiven Blutgerinnseln. „Nach dem Ergebnis der Pathologie muss man sagen, dass es ein Wunder ist, wie lange die Kleine gelebt hat“, sagt Zoodirektor und Tierarzt Dr. Andreas Knieriem. „Die Gefäße waren so verstopft, dass kein Blut mehr durch die Lunge fließen konnte.“ Lola schlief unter Narkose sanft ein und nahm damit den behandelnden Ärzten aus Human- und Veterinärmedizin die Entscheidung ab, das Elefantenbaby einzuschläfern.
Das tote Elefantenbaby wurde am Samstagnachmittag zur Hellabrunner Herde gebracht. Mutter Panang (22) konnte sich so in Ruhe von ihrem Baby verabschieden. Anschließend berüsselten auch die anderen Herdenmitglieder sanft den leblosen Körper und nahmen damit Abschied.

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Eine Antwort auf Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

  1. Mina sagt:

    eine ganz tolle übersicht! da bekommt man doch lust mal wieder auf einen zoobesuch:)

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