Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Zoo Frankfurt, 08.03.2012
Zwei Mal wertvoller Nachwuchs bei den Goldstirn-Klammeraffen
Stadtrat Professor Dr. Felix Semmelroth übernimmt die Patenschaft für die kleine GABY. Bereits am 25. November 2011 kam Klammeraffen-Baby GABY zur Welt. Mutter OKAMA (geboren im April 2006 in der Stuttgarter Wilhelma) hat ihr Baby nicht angenommen. Die Pfleger fanden das Jungtier auf dem Boden, die Nabelschnur war nicht abgebissen – im Freiland ein Todesurteil für einen kleinen Affen. GABY ist das erste Kind der fünfjährigen OKAMA. „Leider kommt es in der Natur häufig vor, dass Mütter ihr Erstgeborenes nicht akzeptieren“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, „sie wissen oft einfach noch nicht, was sie tun müssen und sind von der Situation überfordert.“ GABY wurde aus dem Gehege genommen und von Hand aufgezogen. Kulturdezernent Professor Dr. Felix Semmelroth übernimmt die Patenschaft für das Jungtier: „Ich freue mich sehr über die Patenschaft für GABY. Es ist ja auch sehr schwer, ihrem Charme nicht zu erliegen. Aber die Übernahme der Patenschaft hat für mich und das Kulturdezernat natürlich nicht nur emotional eine Bedeutung. Wir wissen, wie wichtig Tierpatenschaften sind. Nicht nur für die Patinnen und Paten, die ihrer Liebe zu den Tieren damit Ausdruck verleihen, sondern auch für den Zoo.“ Mehr als 25.000 Euro aus Patenschaftsmitteln konnte der Zoo im vergangenen Jahr für Haltungsverbesserungen, Tierbeschäftigung sowie für Kamerasysteme zur Beobachtung der Tiere einsetzen. Zurzeit hat der Zoo 1.825 Tierpaten. Zu den beliebtesten Patentieren zählen Erdmännchen und Eselspinguine. Etwas schwerer verpaten lassen sich zum Beispiel Schützenfisch und Azurkopftangare. „Ich hoffe, dass sich für diese zwar nicht pelzigen aber deshalb nicht weniger faszinierenden Tiere bald auch noch Fans finden.“, sagt Semmelroth. Vor allem Zoo-Tierärztin Dr. Nicole Schauerte und die Tierpflegerin Anna Zufall haben sich in der Anfangzeit um GABY gekümmert. Während der Arbeitszeiten war GABY in einem Gehege hinter den Kulissen untergebracht, immer in der Nähe ihrer Artgenossen, damit die Bindung an ihre Ziehmütter nicht zu stark wurde. In den ersten Wochen wurde GABY alle zwei Stunden mit Säuglingsmilch aus einem Schnuller-Fläschchen gefüttert und auch heute noch trinkt sie aus dem Fläschchen – allerdings nur noch vier Mahlzeiten am Tag, denn Bananen schmecken auch schon ganz gut. Seit Ende Januar wohnt GABY in den Affenanlagen direkt neben ihren Artgenossen, nur durch ein Gitter getrennt. Die Scheibe zum Besucherraum war zur Eingewöhnung in den letzten Wochen weiß gekalkt. „Natürlich ist die Neugier der Zoobesucher auf Jungtiere und Neuankömmlinge im Zoo mehr als verständlich“, sagt Niekisch, „und darüber freuen wir uns. Aber in der Zoo-Tierpflege müssen wir uns auch und vor allem um das Wohl unserer Tiere kümmern – bitte haben Sie deshalb Verständnis für vorübergehend gekalkte Scheiben und Schutzabsperrungen.“ Vergangene Woche, am 27. Februar 2012, konnte sich der Zoo über eine weitere Klammeraffen-Geburt freuen. SHAKIRA (geboren im November 2002 ebenfalls in der Wilhelma) ist zum zweiten Mal Mutter geworden. Ihr erstes Kind ELLI musste auch mit der Flasche aufgezogen werden, ist jetzt aber voll in die Klammeraffen-Gruppe integriert. „SHAKIRA hatte nach der Geburt von ELLI im Oktober 2008 mehrere Fehlgeburten. Deshalb freuen wir uns besonders, dass sie ihr zweites Baby liebevoll am Körper trägt, es säugt und behütet“, so Niekisch. Das Geschlecht des eine Woche alten Babys konnte noch nicht eindeutig festgestellt werden, da die Geschlechtsorgane noch nicht voll ausgebildet sind. Vater beider Jungtiere ist ZAC (geboren im Januar 2001 im Twycross Zoo in Großbritannien).

Zoo Heidelberg, 08.03.2012
Binturongs und Kurzkrallenotter – eine quirlige südostasiatische Wohngemeinschaft
Der Südostasien-Bereich im Zoo Heidelberg erfreut sich steigender Beliebtheit und nicht nur die zahlreichen Fans der grauen Riesen zieht es in Richtung Elefantenhaus. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den vier jungen Elefantenbullen leben eine Familie quirliger Kurzkrallenotter und ein Pärchen Binturongs. Bei dieser Art Wohngemeinschaft ist immer etwas los, dafür sorgen schon die fünf Kurzkrallenotter, die in einem fort miteinander spielen, übereinander purzeln, mit ihren flinken, kurzen Krallen Muscheln öffnen oder quietschend und fiepend mit dem Besucher Kontakt aufnehmen. Kurzkrallenotter sind auch als Zwergotter bekannt und in Südostasien heimisch. Mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm, einer Kopfrumpflänge von 45 bis 61 cm und einer Schwanzlänge von 25 bis 35 cm machen die Tiere ihrem Namen alle Ehre: Kleiner und geselliger ist keine andere Otter-Art. Direkt nebenan lebt das Binturong-Pärchen „Bibsi“ und „Kajan“. Wer jetzt nicht weiß, was ein Binturong ist, steht mit der Frage nicht alleine da. Auf den ersten Blick lässt sich der Binturong nicht einordnen. Große, bernsteinfarbene Augen, ein plumper, kurzbeiniger Körper und langes, dunkelgraues Fell. Ist das ein Bär? Weiße Tasthaare am Kopf, dichte Büschel auf den Ohren und ein langer, buschiger Schwanz. Vielleicht doch eher eine Katze? So geht es aber nicht nur dem Zoobesucher. Wurde der Binturong früher noch der Familie der Kleinbären zugeordnet, zählt er heute zu den Schleichkatzen. Binturongs sind dank ihres langen Greifschwanzes und kräftigen Beinen für ihre Kletterkünste bekannt und die dominante Bibsi – bei den Binturongs haben die Frauen das Sagen – nutzt inzwischen gerne die Gelegenheit, den Kurzkrallenottern einen Besuch abzustatten. Das Gehege der Binturongs ist über einen Gittergang mit dem Außengehege der Kurzkrallenotter verbunden, durch den sie bequem hin und herwechseln können. Während Binturong-Mann Kajan das Ganze noch eher misstrauisch beäugt, fasste Bibsi sofort Mut und ist seitdem regelmäßig bei den Nachbarn zu Gast. Im Zoo Heidelberg sind tierische Wohngemeinschaften in vielen Gehegen anzutreffen. So teilen sich auch die syrischen Braunbären mit den flinken Korsakfüchsen ein Gehege und die Faultier-Familie lebt mit zahlreichen Vogelarten in der Südamerika-Voliere. Biologen haben festgestellt, dass sich viele Tiere besonders wohlfühlen, wenn sie in einer Gemeinschaft leben. Haben die weniger dominanten WG-Bewohner genug Rückzugsmöglichkeiten, so profitieren alle Tiere davon und es bietet ihrem Alltag zusätzlich Abwechslung. Die tierische Wohngemeinschaft wird im Zoo als Vergesellschaftung bezeichnet. Auch für den Zoobesucher ist es besonders spannend, verschiedene Tierarten gemeinsam zu beobachten.

Tiergarten Schönbrunn Wien, 09.03.2012
BABYBOOM IN SCHWARZ-WEISS
Im Tiergarten Schönbrunn sind derzeit viele Jungtiere zu beobachten. Gleich beim Eingang Hietzing hüpfen vier kleine Somali-Schwarzkopfschafe aufgeweckt durch das Gehege. „Ihre langen, dünnen Beine sehen aus wie Streichhölzer. Die ersten Lämmchen sind bereits im Februar zur Welt gekommen, das letzte am vergangenen Mittwoch“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Namensgebend für diese in Ostafrika heimischen Schafe, die im Tiergarten bei den Giraffen wohnen, ist ihr schwarzer Kopf. Kommt man beim Pelikanteich vorbei, hört man in den Nestern das laute Betteln der Kormoran- und Pelikanküken, die von ihren fürsorglichen Eltern gefüttert werden wollen. „Die beiden Kormoranküken und der kleine Pelikan sind im Februar bei eisigen Temperaturen geschlüpft. Die Vogeleltern haben aber ihren Nachwuchs gut gewärmt“, erklärt Schratter. Mittlerweile haben die drei Küken schon ein dichtes, flauschiges Dunenkleid, das sie zusätzlich warm hält. Die beiden Vogelarten teilen sich in Schönbrunn nicht nur das Gehege, sondern auch ihr Leibgericht: Fisch. Der jüngste Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn, ein weibliches Pustertaler Sprinzenkalb, ist am 1. März am Tirolerhof zur Welt gekommen und hat von seinen Pflegern den Namen „Silvretta“ bekommen. Besucher können das Kälbchen und seine Mutter im warmen Stall besuchen. „Das Kleine trinkt kräftig und darf kommende Woche das erste Mal hinaus auf die Koppel“, so die Tiergartendirektorin. Die schwarz-weiß gefleckten Pustertaler Sprinzen stammen aus Tirol und waren zur Kaiserzeit bei großen Wiener Melkbetrieben sehr gefragt. So entstand auch ihr Spitzname „Wiener Kuh“.

Zoo Osnabrück, 09.03.2012
Freifliegerstörche im Zoo läuten den Frühling ein
Storch Franz-Josef, wie ihn Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder vor vielen Jahren taufte, ist langjähriger Wahl-Zoobewohner. „Damit demonstriert er die ausgeprägte Ortstreue, die besonders den männlichen Störchen eigen ist“, weiß Volker Blüml, Storch-Experte des NABU. „Diese sind in der Regel immer ein paar Tage früher zurück als die Weibchen und treffen erste Vorbereitungen für die Rückkehr ihrer Partnerinnen, denen sie auch sehr treu sind.“ Tatsächlich ist inzwischen Franz-Josefs Frau eingetroffen und gemeinsam bauen sie ihren Nestplatz auf einem Pfahl über der Sichlervoliere. „Ein zweites Paar hat den Horst neben den Schopfgibbons bezogen. Erstmals scheint sich nun auch ein drittes Paar auf dem Aquariumsdach niederzulassen“, so Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg. „Mit lautem Klappern und eifrigem Balzen werben die Störche umeinander. Wir hoffen wieder auf so zahlreichen Nachwuchs wie im letzten Jahr.“ 2011 übten insgesamt sieben Jungstörche von zwei Storchenpaaren über dem Zoo ihre Flugkünste. Gestern entdeckten die Tierpfleger noch einen siebten Storch, wie Dr. Klomburg berichtete. „Er lag in der Löffelhundanlage und war sehr geschwächt von der langen Reise. Wir gaben ihm eine Infusion mit einer Salz-Zucker-Wasser-Lösung und brachten ihn in unserer Vogelauffangstation unter. Immerhin steht er wieder auf seinen roten Beinen. Wir wissen noch nicht, ob er sich wieder erholen wird, werden ihm aber heute kleine Sprotten als Futter anbieten.“ Die sechs übrigen Tiere genießen bereits die Vorzüge ihres Sommerquartiers im Zoo. Kirsten Bischoff, Revierleiterin im Vogelrevier, kennt ihre Saisongäste und deren Vorlieben ganz genau: „Die Tiere schließen sich den Fütterungen bei den Pelikanen an. Ab neun Uhr stehen sie dort und warten laut klappernd auf das Frühstück. Manche kommen sogar direkt zur Futterküche, um sich dort Futtertiere von den Tierpflegern abzuholen!“ Neben den „Zoo-Störchen“ kommen jedes Jahr vier bis sechs Brutpaare in das Osnabrücker Land. „Das ist nicht viel“, weiß Storch-Experte Blümel. „Zum Vergleich: In ganz Niedersachsen gibt es über 400 Brutpaare. Allerdings bevorzugen die Weißstörche große Flußauen und Feuchtwiesen. Bei uns ist der Grünlandanteil nicht so hoch bzw. die Landwirtschaft so intensiv, dass für die Störche nicht genügend Nahrung vorhanden ist.“ Bis Ende August können die Besucher die Freiflieger-Störche im Zoo noch bestaunen, dann ziehen sie wieder gen Süden in ihr afrikanisches Winterquartier. Storchenfans können allerdings ein Storchenpaar das ganze Jahr über im Zoo bewundern: Ein älteres Pärchen lebt fest im Zoo und ist nach dem Weggang der Saruskraniche in deren Anlage neben den Kamelen umgezogen.

Zoo Augsburg, 09.03.2012
Giraffendame „Tanisha“ aus dem Zoo Leipzig eingetroffen
Gestern gegen 16 Uhr erreichte die Giraffendame „Tanisha“ nach etwa achtstündiger Fahrt von Leipzig den Augsburger Zoo. Schnell war der Anhänger vor dem Giraffenhaus positioniert, die Klappe geöffnet und alles zum Aussteigen bereit. Das überlegte sich „Tanisha“ aber sehr lange. So lange, dass die Zoomitarbeiter um 23 Uhr erst einmal die Anlage verließen und die Graffe allein ließen. Als auch am nächsten Morgen noch keine Änderung der Situation vorgefunden wurde, und auch die Augsburger Giraffe „Lada“, die also Lockvogel vor dem Anhänger herumspezierte, nichts an der Situation änderte, wurden die Zoomitarbeiter doch etwas unruhig. Denn eine Nacht bei deutlich unter dem Gefrierpunkt ist steckt eine Giraffe nicht so einfach weg. Nach einigen Tricks ließ sich „Tanisha“ dann aber um 9 Uhr doch überreden den Stall zu betreten. Geboren wurde sie am 15. Dezember 2008 im Zoo Leipzig, und sie soll natürlich in Augsburg für Nachwuchs sorgen. Während heute das Haus noch geschlossen bleibt, wird es morgen zunächst für die Besucher geöffnet werden. Wenn der Neuzugang aber zu nervös wird, behält sich der Zoo vor, es für eine gewisse Zeit vorsorglich zu schließen. Bis „Tanisha“ auf die Außenanlage kommt hängt davon ab wie schnell sie sich hier einlebt. Das Luzerneheu scheint ihr jedenfalls schon zu schmecken.

Zoo Hannover, 09.03.2012
Einbau eines aktiven kathodischen Korrosionsschutzes
Im Rahmen der turnusmäßigen Reinigungs- und Überprüfungsarbeiten hatte der Zoo in der vergangenen Woche das Wasser im Becken der Robben abgelassen, um das Ausmaß eventueller Korrosionsschäden untersuchen zu können. Einige Tage später wurde auch das Eisbärbecken trocken gelegt, der Zustand aller Wände sowie des Schiffskörpers wurden von Experten der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) und eines beauftragten Ingenieurbüros überprüft. Festgestellt wurden Korrosionsschäden, deren Art und Ursache zurzeit durch die Bundesanstalt für Materialprüfung untersucht werden. Die Messungen ergaben, dass keine sofortigen Maßnahmen erforderlich sind. Gutachter und Fachplaner schließen statische Probleme oder Undichtigkeiten aus – die Eisbären können ab heute, 09. März, wieder im Hafenbecken schwimmen und werden in der Sommersaison in Yukon Bay zu sehen sein. Die Experten des BAM raten, in beiden Becken einen aktiven kathodischen Korrosionsschutz (KKS) zu installieren, durch den die Korrosion weitgehend zum Stillstand komme. Ein KKS-System wird kurzfristig im trocken gelegten Becken der Robben installiert. Die Arbeiten werden zwei Wochen dauern, so dass auch Seelöwen, Kegelrobben und Seebären zum Saisonstart am 24. März wieder in Yukon Bay zu sehen sind. Es ist ebenfalls geplant, ein KKS-System im Eisbärenbecken einzubauen.

Opelzoo Kronberg/ Taunus, 12.03.2012
Öffentliche Führung: Das Tier „Mensch“ – Verhaltensweisen im Vergleich
Die nächste Öffentliche Führung im Opel-Zoo in Kronberg im Taunus findet am Samstag, 17. März 2012 um 15 Uhr statt. 20 und mehr Frauen – Sollten Menschenmänner auf Hirschböcke und andere Herdentiere neidisch sein? Warum kommunizieren wir Menschen über die Sprache und warum geben manche Tiere möglichst keine Geräusche von sich? Warum sind Affen und Menschen vom Erbgut her sehr ähnlich, im Verhalten aber doch unterschiedlich? Bei der Führung wird die Zoopädagogin Christine Henkel Verhaltensweisen im Tierreich unter die Lupe nehmen und mit menschlichen vergleichen. Sie wird beim Gang durch das Zoogelände vor den Gehegen Ähnlichkeiten aufzeigen und die Gründe für Unterschiede erläutern. Eine Anmeldung zu der Führung ist nicht nötig, sie ist kostenfrei, so dass nur der Eintritt in den Opel-Zoo anfällt. Die Kassen im Opel-Zoo in Kronberg haben zurzeit täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, ab dem 24. März dann von 9 bis 18 Uhr. Die Besucher können bis Einbruch der Dunkelheit im Gelände bleiben.

Zoo Frankfurt, 12.03.2012
Das Grzimek-Camp im Frankfurter Zoo soll in neuem Glanz erstrahlen
Mit dem 2004 eröffneten Grzimek-Camp würdigt der Zoo Frankfurt seinen ehemaligen Direktor, Professor Dr. Bernhard Grzimek. Das Camp, das einer Rangerstation in der Serengeti nachempfunden ist, bietet Einblicke in das Lebenswerk des berühmten Naturschützers. Den 25. Todestag von Bernhard Grzimek am 13. März nimmt der Zoo zum Anlass, das in die Jahre gekommene Camp zu renovieren und um eine kleine Attraktion zu erweitern. Finanziell unterstützt wird der Zoo dabei von der Stiftung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, Hilfe für die bedrohte Tierwelt. Von 1945 bis 1974 war Prof. Dr. Dr. Bernhard Grzimek Zoodirektor in Frankfurt. Auf seine Initiative geht in den 1950er Jahren die Neugründung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) zurück, deren langjähriger Präsident er war und die er zu einer der bedeutendsten Naturschutz-organisationen entwickelte. Im Zoo wird an mancher Stelle das Andenken an den berühmten Frankfurter bewahrt. „Die Geburtsstunde des Grzimek-Camps im Frankfurter Zoo hat mit einem Flugzeug zu tun“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Im Jahr 2001 gelangte eine alte Dornier 27 für einen symbolischen Euro in den Besitz der ZGF und wurde mit einer Zebralackierung versehen – ganz nach dem Vorbild von Bernhard Grzimeks „ENTE“. „Dass die Do 27 den Blickfang für eine Ausstellung über das Leben von Bernhard Grzimek bilden und im Zoo stehen sollte, war schnell klar“, so Niekisch. Es entstand das Konzept des Grzimek Camps, das in Form einer Dauer-ausstellung zeigt, wer Bernhard Grzimek war, was er für den Artenschutz geleistet hat und wie sein Werk heute noch fortlebt und wächst. „Die Renovierungsarbeiten am Grzimek-Camp, an dem der Zahn der Zeit genagt hat, sollen die interaktive Ausstellung wieder zu einer Attraktion machen, die zum Verweilen, Entdecken und Informieren einlädt“, so Niekisch, der auch Vizepräsident der ZGF ist. Bis Mai 2012 sollen Feuerstelle und Sitzgelegenheiten sowie alle Informationstafeln erneuert werden. Neu hinzukommen wird eine kleine Gruppe von Holz-Löwen, die zukünftig Savannen-Flair verbreiten und noch größere Nähe zu den Tieren herstellen wird.

Zoo Leipzig, 12.03.2012
Horst & Harry: Zurück in der Sommerresidenz – Umzug im Horstmobil von Mercedes-Benz
Marketinglama Horst und sein Mitbewohner Harry sind heute gemeinsam im Horstmobil aus dem Winterquartier in die Sommerresidenz im Gründergarten umgezogen. Die eigens zum reibungslosen Transport der Tiere von Mercedes angefertigte Konstruktion erleichtert künftig die Durchführung von Außeneinsätzen der Zoobotschafter. „Mit der Entwicklung und Umsetzung des Projektes hat sich Mercedes-Benz erneut als verlässlicher und kreativer Partner erwiesen, der sich den besonderen Anforderungen im Umgang mit Tieren bewusst ist und sie mit uns gemeinsam meistert“, so Zoodirektor Dr. Jörg Junhold. Bisher wurde Horst zumeist in einem Anhänger chauffiert. Dafür war ein entsprechender Führerschein notwendig. Um dies zu vereinfachen, hat der Zoo seinen Mobilitätspartner um Unterstützung gebeten, eine spezielle Transportbox als Kasteneinsatz für einen Mercedes Sprinter zu entwickeln. Umgesetzt wurde dieses Projekt von den Auszubildenden der Mercedes-Benz Niederlassung, die sich mit Eifer und Ideenreichtum der Konstruktion widmeten. Zwei Personen sollten die Box in kurzer Zeit einbauen und fixieren können – eine Herausforderung, die mit Bravur gemeistert wurde. Nachdem ein erster Entwurf von allen Beteiligten für gut befunden wurde, begann die Umsetzung vom Grundgerüst über die Kleinteile bis hin zu den Wandplatten. Das Horstmobil von der Mercedes-Benz Niederlassung wurde der Öffentlichkeit heute beim Umzug der Tiere in das Sommergehege vorgestellt. Seit nunmehr elf Jahren fördert die Mercedes-Benz Niederlassung Leipzig den Zoo und ist als Goldsponsor der wichtigste Partner in Sachen Mobilität geworden. So wird die motorisierte „Zooflotte“ komplett von Mercedes-Benz zur Verfügung gestellt. Mehr als 60.000 Kilometer haben die Zoomitarbeiter im vergangenen Jahr mit diesen Fahrzeugen zurückgelegt. Dabei gingen zahlreiche Fahrten auf das Konto des Marketinglamas Horst, das gemeinsam mit dem Alpaka Harry als Zoobotschafter in und um Leipzig regelmäßig öffentlichkeitswirksame Termine absolviert.

Zoo Heidelberg, 13.03.2012
Für die Informationstage zum Feldhamster am 17. und 18. März ist die Feldhamster-Zuchtstation im Zoo Heidelberg zwischen 10.00 und 16.00 Uhr für Besucher geöffnet und bietet faszinierende Einblicke in die Lebensweise dieses possierlichen Feldbewohners. Die Hamsterzuchtstation, die sich im Inneren der Hamsterhütte befindet, gehört zum „Artenhilfsprogramm für den Feldhamster“ der Stadt Mannheim. Derzeit leben dort 190 Feldhamster. Der Feldhamster wird im Zoo Heidelberg erfolgreich nachgezüchtet. Die Jungtiere werden dann in geeigneten Lebensräumen des Rhein-Neckar-Raumes ausgewildert. Was viele nicht wissen: Gehörte der Feldhamster früher zu den häufigsten Kleinsäugern Deutschlands, so wird heute er auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere der Bundesrepublik Deutschland als „stark gefährdet“ eingestuft. An dem Wochenende 17. und 18. März finden Führungen durch die Station statt und Besucher haben die Möglichkeit, den beiden Diplom-Biologen Lisa Heimann und Marco Sander Löcher in den Bauch zu fragen. Wie und wo lebt der Feldhamster? Wie zieht er seinen Jungen groß? Was frisst er besonders gerne? Wie lange hält er Winterschlaf? Stimmt es, dass seine Zähne ein Leben lang wachsen?

Opelzoo Kronberg/ Taunus, 13.03.2012
Neue Anlagen für Rot- und Polarfüchse im Kronberger Opel-Zoo – Osterferienprogramm mit Streichelzoo-Führerschein
Die ersten Sonnenstrahlen, längere Tage, Vogelgezwitscher: nun wird es höchste Zeit, den nächsten Ausflug in den Opel-Zoo zu planen und zu schauen, was es Neues im Kronberger Freigehege gibt. Wie immer haben die Verantwortlichen die besucherarme Zeit genutzt, um die Tierhaltung zu optimieren und die Attraktivität für die Besucher zu steigern. Und so wurde eine neue Rotfuchsanlage im Waldrevier gebaut, in der die beliebten einheimischen Wildhunde beim Fressen, Verstecken von Futter oder ruhend und sich sonnend ausgesprochen gut beobachtet werden können. Durch den Neubau dieser Anlage konnte die Größe der benachbarten Anlage für die Polarfüchse verdoppelt werden und auch sie wurde entsprechend umgebaut. In ihr sind die beiden Eisfüchse mit den Schnee-Eulen vergesellschaftet, die auch in ihrem natürlichen Lebensraum nebeneinander vorkommen. Bei Bedarf lässt sich die Anlage in der Mitte trennen, so dass eine ungestörte Jungenaufzucht gewährleistet ist. Die beiden jungen Eisfüchse Lumi und Kattu haben die Anlage bereits bezogen und man darf auf den ersten Nachwuchs gespannt sein. Aus zoopädagogischer Sicht ist es interessant, Rot- und Polarfüchse nebeneinander zu halten, gibt es doch kaum zwei verwandte Arten, an denen sich biologische und ökologische Zusammenhänge wie Tarnung und Anpassung besser veranschaulichen lassen. Als neue Tierart finden die Besucher in der Habichtskauz-Voliere die Sperbereulen, die im Gegensatz zu den meisten Eulenarten tagsüber sehr agil sind und mit nahezu hektischen Bewegungen zur Umgebungsbeobachtung den Kopf wenden, mit der Schwanzspitze wippen und dabei häufig den Sitzplatz wechseln. Sicherlich werden sich die Zoobesucher daran erfreuen, wenn sie beobachten können, dass Sperbereulen häufig und mit großer Hingabe baden und sich nach dem Bad in ihrem noch nassen Gefieder mit dem Schnabel auf die Äste hochziehen. Dem aufmerksamen Opel-Zoo-Besucher wird die neue Beschilderung bei den bedrohten Tierarten nicht entgehen, mit denen auf die Bestandsgefährdung und die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme hingewiesen wird. Darüber hinaus ist auf dem Waldlehrpfad in der Blockhütte als Beitrag zur weltweiten Kampagne „Year oft he Bat“, die vom Umweltgremium der UNO (UNEP) ausgerufen wurde, ein interessanter Informationsstand entstanden. Die Schautafeln – teilweise interaktiv gestaltet – informieren anschaulich über Fledermäuse im Allgemeinen, ihre ökologische Bedeutung und Bestandsbedrohung, ihre Anatomie, ihre Jagdreviere, ihr spezielles Jagdverhalten mit Echolot und ihren Jahresrhythmus. Auch die Veranstaltungen und Öffentlichen Führungen, die regelmäßig angeboten werden, locken zu einem Besuch im Opel-Zoo in Kronberg im Taunus. Erstmals in diesem Jahr gibt es zu den traditionellen Aktionen auch ein umfangreiches Osterferienprogramm: Am Dienstag, den 3. und 10. April, jeweils um 11 Uhr, gehen Öffentliche Führungen zu den Osterhasen, Osterlämmern und allerlEi anderen Haustieren. Am Ostersonntag und Ostermontag können die Kinder im bunt geschmückten Osterwald von 10 bis 12 Uhr süße Osterüberraschungen suchen. Als neues Ferienangebot gibt es den Streichelzoo-Führerschein für Kinder ab 6 Jahre, der am Mittwoch, den 4. und 11. April in der Zeit von 10 bis 13 Uhr absolviert werden kann. Die Kinder kommen direkt zum Streichelzoo. Dort gilt es dann, mit einem kleinen Fragebogen theoretisch und bei einem kurzen Rundgang mit den Zoopädagogen in kleinen Gruppen durch den Streichelzoo in der Praxis unter Beweis zu stellen, dass sie wissen, was man in einem Streichelzoo bei den Tieren machen darf und was man besser unterlassen sollte.

Tiergarten Schönbrunn Wien, 14.03.2012
RUCKSÄCKE MIT GPS-SENDERN FÜR WALDRAPPE
Illegale Jagd war der Hauptgrund dafür, warum der Waldrapp im 17. Jahrhundert in Europa ausgerottet wurde. Nun gibt es wieder eine freilebende Gruppe dieser schwarzen Ibis-Vögel, doch die Tiere sind erneut durch Wilderei bedroht. „Das Waldrappteam, das vom Tiergarten Schönbrunn unterstützt wird, zieht Waldrapp-Küken aus Zoos mit der Hand auf und zeigt ihnen mit Ultraleichtflugzeugen die Flugroute in geeignete Wintergebiete. Im vergangenen Jahr sind erstmals vier Waldrappe selbstständig den Alpenhauptkamm überflogen, um ihr Brutgebiet im bayrischen Burghausen zu erreichen“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Nach diesem sensationellen Erfolg, mit dem sich für den Waldrapp in Europa eine zweite Chance erschließen sollte, gab es aber einen herben Rückschlag. Während der herbstlichen Vogeljagd verschwanden in Italien 15 Tiere. „Nachdem einige mit Schrotkugeln im Körper aufgefunden wurden, ist davon auszugehen, dass sie größtenteils Wilderern zum Opfer gefallen sind“, erklärt Johannes Fritz, Projektleiter vom Waldrappteam. Ab Ende März sollen wieder bis zu 14 Waldrappe von der Toskana nach Burghausen fliegen. Vorweg will Fritz die Jäger über die Bedeutung dieses Projektes informieren. „Ich gehe davon aus, dass der illegale Abschuss von hochbedrohten Vogelarten auch vom Großteil der Jäger abgelehnt wird. Vertreter der italienischen Jagdverbände haben die Abschüsse in den Abruzzen scharf kritisiert und sich sehr deutlich für unser Artenschutzprojekt ausgesprochen.“ Außerdem werden die Vögel mit Rucksäcken mit GPS-Sendern ausgestattet, die regelmäßig ihre exakte Position bestimmen und als SMS an die Waldrappteam-Zentrale senden. Fritz: „Diese Technologie erlaubt uns, die Aufenthaltsorte aller Vögel permanent zu kontrollieren. Dadurch ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für den Schutz unserer Vögel und für die Forschung“. Mitarbeiter des Waldrappteams werden den Vögeln während des Vogelzuges folgen, um sie vor Wilderern zu schützen.

Zoo Hannover, 14.03.2012
Sonntagskind: Nachwuchs bei den Gorillas – Melimas ganzer Stolz
Am 11. März brachte Gorilladame Melima im Erlebnis-Zoo Hannover ihr zweites Baby zur Welt. Eigentlich wollten Melima und Buzandi ihre Affäre geheim halten. Unbeobachtet von den Tierpflegern hatten sich die beiden zu einem Rendezvous getroffen. Die Folgen blieben jedoch nicht unbemerkt: Melimas Bauchumfang nahm zu sehr zu, selbst für jemanden, der sehr gerne futtert. Aber da das heimliche Treffen nun mal nicht beobachtet wurde, ließ sich auch ein genauer Geburtstermin nicht errechnen. Es blieb spannend im Urwaldhaus des Erlebnis-Zoo Hannover. Jetzt ist der Nachwuchs da! Das Baby kam im Kreise der Gorillafamilie zur Welt. Mutter und Kind sind wohlauf und nur ein wenig müde. Das Gorillakind ist kräftig, munter und etwa 2.000 Gramm schwer. Seit der Geburt am frühen Sonntagmorgen hält Melima ihr Baby eng an ihren Körper gedrückt, der Blick auf das unterscheidende Körpermerkmal blieb den Tierpflegern bis jetzt verwehrt. Ob Mädchen oder Junge, steht daher noch nicht fest. Melima und der gesamten Gorillafamilie scheint das sowieso egal zu sein: Das Baby, gleich welchen Geschlechts, ist die Hauptattraktion bei den zehn Flachlandgorillas – jeder möchte gucken und das Baby möglichst auch mal halten. Aber da ist Melima strikt: Ansehen ja, anfassen nein. Selbst Vater Buzandi hat sich daran gehalten und sein Baby nur angesehen. Seitdem grunzt er zufrieden. Übersetzung: Grunzen bedeutet bei Gorillas Freude. Ein passender Name für das Baby wird während der Osterfeiertage bei einer besonderen Oster-Aktion im Zoo gesucht. Schön wäre ein afrikanischer Name mit mindestens zwei Silben, so die Tierpfleger. Bis Ostern ist das Geheimnis um das Geschlecht des Babys bestimmt gelöst.

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