Lazarus-Effekt

Unter dem Lazarus-Effekt versteht man die Wiederauffindung von Tierarten, die als ausgestorben galten. Der Begriff ist der biblischen Geschichte von der Wiedererweckung des Lazarus durch Jesus entlehnt.
Erstaunlich viele dieser Arten tauchen heute auf Lebensmittelmärkten wieder auf. Sogar die eine oder andere neue Art konnte dort gefunden werden.
Die beste Überlebenschance haben Säugetiere und Vogelarten, die einst in ausgedehnten Gebieten lebten, aber durch den Verlust ihres Lebensraumes dezimiert wurden. Oftmals überleben dann diese kleinen Gruppen nahezu unbemerkt in einem übersehenen Winkel, einer Nische. Forscher, die sich in diesen Winkeln umtun, haben eine gute Chance so einige dieser verschollenen Arten wieder zu entdecken.

Beispiele:

Chaco-Pekari
war bis 1974 nur aus fossilen Funden bekannt

Elfenbeinspecht
wurde 1944 das letzte Mal nachgewiesen, 1996 für ausgestorben erklärt, 2004 möglicherweise wiedergesichtet. Eine Expedition zur Wiederentdeckung startete Anfang Nov. 2005, konnte das Überleben des Tieres nicht bestätigen.
Siehe auch Ausgestorbene Vögel seit 1500 – Seglervögel, Bucerotiformes, Rackenvögel, Spechtvögel, Kuckucksvögel

Parmakänguru
wurde 1966 auf der Insel Kawau und sechs Jahre später auf dem australischen Festland wiederentdeckt.

Glanzsittich
sind in freier Wildbahn recht selten und wurden sogar schon für ausgestorben erklärt, jedoch im Jahre 1931 wiederentdeckt. Inzwischen sind sie sehr beliebte Käfigvögel.

Laotische Felsenratte
war nur fossil bekannt, bevor 2005 ein lebendes Exemplar entdeckt wurde.

Rieseneidechsen der Gattung Gallotia
Auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und El Hierro gibt es endemische Kanareneidechsen mit Riesenwuchs. Das Gigantismus genannte Phänomen tritt oft bei Inselformen von Echsen und Nagetieren auf. Inselpopulationen neigen dazu, deutlich größere Körperformen als auf dem Festland zu entwickeln. Die Gran-Canaria-Rieseneidechse wird etwa 40 bis 50 Zentimeter lang, während die El-Hierro-Rieseneidechse bis zu 75 Zentimeter lang werden kann.
Während die Gran-Canaria-Rieseneidechse noch sehr häufig ist und vom Menschen auch auf Fuerteventura ausgesetzt wurde, galten die La-Gomera-Rieseneidechse und die El-Hierro-Rieseneidechse schon als ausgestorben. In den 1970er Jahren entdeckte ein Ziegenhirte auf El Hierro eine Restpopulation der Tiere. Im Juni 1996 entdeckte ein Biologe im Teno-Gebirge auf Teneriffa Rieseneidechsen. Es gibt eine Population von 300 bis 500 Tieren. 1999 wurden auch auf La Gomera an einer Steilwand im Valle Gran Rey einige Rieseneidechsen entdeckt. Sieben Exemplare wurden mit Fallen gefangen und werden in einem Freilandterrarium im Süden La Gomeras vermehrt.

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