Portrait: Zwergotter

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Otter (Lutrinae)
Gattung: Fingerotter (Aonyx)
Art: Zwergotter (Aonyx cinerea)
Zwergotter (Raritätenzoo Ebbs)

Zwergotter (Raritätenzoo Ebbs)

Der Zwergotter, manchmal auch als Kurzkrallenotter bezeichnet, ist mit einer Kopfrumpflänge von 45 bis 61 Zentimetern, einer Schwanzlänge von 25 bis 35 Zentimetern und einem Gewicht von 1 bis 5 Kilogramm der kleinste Otter. Sein Fell ist an der Oberfläche dunkelbraun oder grau gefärbt, das Gesicht, der Nacken und der Bauch sind heller. Wie die Fingerotter hat er stark reduzierte Krallen, die kaum noch einen Nutzen haben. Auch die Schwimmhäute sind rückgebildet, was eine große Beweglichkeit der einzelnen Finger ermöglicht.

Das Verbreitungsgebiet der Zwergotter erstreckt sich von Indien und dem südlichen China über die Malaiische Halbinsel bis Borneo und Java und schließt auch die südlichen Philippinen ein. Sie bewohnen mit dichter Vegetation bestandene Gebiete in der Nähe von Gewässern, sowohl bei Flüssen als auch an Flussmündungen und entlang von Meeresküsten.

Zwergotter sind geselliger als die anderen Otterarten, sie leben in Familiengruppen von bis zu zwölf Tieren. Sie spielen miteinander und kommunizieren mit einer Reihe von Lauten.
Ihr sehr starkes Gebiss dient dem Knacken von Mollusken- und Krebstierschalen, auf die sie sich als Nahrung weitgehend spezialisiert haben. Fische spielen auf dem Speiseplan des Zwergotters eine untergeordnete Rolle. Im Gegensatz zu vielen anderen Otterarten nehmen sie die Nahrung mit den Pfoten und nicht mit dem Mund auf, dabei wühlen sie oft auf der Suche nach Essbarem mit den Pfoten im Sand oder im Schlamm.

Zwergotter (Zoo Heidelberg)

Zwergotter (Zoo Heidelberg)

Die Geschlechter der Zwergotter erreichen zu unterschiedlichen Zeiten die Geschlechtsreife. Während Männchen bereits mit zwei Jahren geschlechtsreif werden, brauchen Weibchen etwa drei Jahre. Der Weibliche Zyklus beträgt durchschnittlich 28 Tage, sie ist dann für drei Tage empfängnisbereit. Zwergotter leben in monogamer Einehe. In den meisten Verbreitungsgebieten liegt die Ranzzeit in den Monaten von Februar bis März. Zwergotter paaren sich hauptsächlich an Land, selten im Wasser. Ein trächtiges Weibchen sucht eine adäquate Wohnhöhle auf und polstert sie mit Moosen und Gräsern aus. Eine Wohnhöhle liegt oberhalb der Hochwassergrenze im Uferbereich ihres Heimatgewässers.
Nach einer Tragezeit von 60 bis 62 Tagen bringt das Weibchen zwischen zwei und sechs Jungtiere zur Welt. Sie sind anfangs noch nackt und blind. Das Geburtsgewicht beträgt rund 50 Gramm. Im Alter von etwa 14 Tagen erkunden sie erstmals ihre Wohnhöhle. Nach fünf bis sechs Wochen öffnen sie ihre Augen und ihr Fell beginnt deutliche Formen anzunehmen. Ab der sechsten oder siebten Lebenswoche fangen sie unter Aufsicht der Mutter mit den ersten Schwimmübungen an. Die Säugezeit erstreckt sich über zehn bis vierzehn Wochen. Ab der elften nehmen sie aber schon feste Nahrung zu sich. Insgesamt bleiben die Jungtiere über ein Jahr, teilweise bis zu vierzehn Monaten, bei der Mutter. In dieser Zeit erlernen sie die notwendigen Jagdtechniken, die zum Überleben notwendig sind. Zwergotter können ein Alter von gut fünfzehn Jahren erreichen. In freier Natur wird ein solch hohes Alter nur bei optimalen Umweltbedingungen erreicht.

Zwergotter gelten nach der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet (Vulnerable). Ihr Fell wird als weniger wertvoll eingestuft als das der Fischotter, so dass er weit weniger bejagt wurde als der im gleichen Areal verbreitete Haarnasenotter. Dennoch gibt es durch die Zerstörung ihres Lebensraums Bestandsrückgänge.

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