Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Die dieswöchige Zoopresseschau quoll nur über mit Informationen zu diversen Osterveranstaltungen, die allerdings größtenteils beendet sind. Eine Wiedergabe der entsprechenden Pressemitteilungen habe ich mir deshalb gespart.
Wer den Montag trotzdem im Zoo verbringen will, kann sich entsprechende Informationen auf den Internetpräsenzen der Tierparks holen. Nachdem „meine“ Zoopresseschau auch persönlich gefärbt ist (und ich mich auf Pressemitteilungen der von mir besuchten Zoos beschränke) erhebt dieser „Blick“ keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zoopark Erfurt, 29.03.2012
Eröffnung Wasserspielplatz
Pünktlich zum Saisonbeginn lässt der Zoo der großen Tiere Kinderherzen höher schlagen: Auf dem Plateau neben dem Streichelgehege wurde nun ein Wasserspielplatz eingeweiht. Der Wasserspielplatz bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Spielen, Experimentieren, Entdecken und Beobachten. In Verbindung mit natürlichen Materialien, wie zum Beispiel Sand, Erde, Lehm, Kies, Zweigen und Blättern kann nach Herzenslust gematscht und geformt werden. Fließendes Wasser kann gestaut und umgeleitet werden und damit zu gemeinsamen und kreativen Gestaltungs- und Fantasiespielen anregen. Eine Schwengelpumpe, Wasserrinnen und -röhren, ein Wasserrad, eine Archimedische Spirale und vieles mehr sollen zum spielerischen Lernen und Begreifen animieren. Physikalische und ökologische Zusammenhänge werden erleb- und erfahrbar gemacht. Ein weiterer Bestandteil des Spielplatzes ist ein Weidendschungel, in dem Versteck-, Such-, Höhlen- und Abenteuerspiele möglich sind. Dort gibt es unter anderem einen Kriechtunnel, eine Hangrutsche, ein Schwingnetz und eine Hängemattenschaukel. Mehrere Tierskulpturen vermitteln Wissen über die erstaunliche Vielfalt der Tierwelt und können direkt ins Spielgeschehen einbezogen werden. Das 120.000 Euro teure Bauprojekt wurde von der Erfurter Landschaftsarchitektin Aischa Vogel gestaltet und in nur vier Monaten Bauzeit fertiggestellt. Unterstützung erhielt der Thüringer Zoopark Erfurt vom Verein der Zooparkfreunde in Erfurt e.V., dieser hatte Lottomittel von der Staatskanzlei in Höhe von 3000 Euro für Holzskulpturen zur Verfügung gestellt.

Zoo Osnabrück, 29.03.2012
Niedliches Schlappohr-Quartett in „Samburu“ – Nachwuchs bei den Damara-Langohrziegen
Bei den Damara-Langohrziegen gab es bereits zwei Wochen vor Ostern Nachwuchs: „Wir haben Montagmorgen schon bemerkt, dass die Ziegen Mo und Hille bald ihre Kinder kriegen. Ihre Euter waren prall und Hille lag auch schon auf der Seite“, berichtete Revierleiterin und Tierpflegerin Petra Kunze. Obwohl es so schien, als ob Hille „das Rennen“ machen würde, erblickten schließlich Mos Kinder, zwei Mädchen, zuerst das Licht der Welt. Hilles Nachwuchs, ein Mädchen und ein Junge, ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Zwar liegt zwischen den vier Halbgeschwistern nur eine halbe Stunde Unterschied, dennoch sieht man Mos Kleinen an, dass sie schon stärker sind. „Bei Hilles Kindern hat uns vor allem die kleine Hanna Sorgen gemacht. Sie wollte nicht aufstehen und schien sehr schwach zu sein. Unser Tierarzt gab ihr deswegen eine Vitaminspritze. Das gab ihr Kraft. Schließlich stand sie auf und wir sahen sie mehrmals bei ihrer Mutter trinken“, berichtete Kunze. Allerdings sei sie immer noch die schwächste und müsse ihre langen Beine trainieren, die etwas O-förmig geraten sind. „Aber das schafft sie schon – insgesamt entwickeln sich alle Geschwister prächtig.“ Namen haben die vier Langohr-Zicklein auch schon: Hanna und Hugo sowie Mimi und Maja. Bis ihre dünnen Beine stark genug sind, bleibt der Nachwuchs noch im Stall. Besucher können die Zicklein durch die Scheiben beobachten.

Zoo Wilhelma, 30.03.2012
Viertes Gorillababy in der Aufzuchtstation eingetroffen: Vanas Halbbruder Tebogo ist ihr nach Stuttgart gefolgt
Er kam nur sechs Tage nach dem Gorillamädchen Vana im Zoo Wuppertal zur Welt und wie bei Vana so nahm auch seine Mutter, die 29-jährige Ukiwa, ihn nicht an: Der Gorillajunge Tebogo (südafrikanisch für „Geschenk“) ist daher ebenfalls in der offiziellen Aufzuchtstation des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Gorillas in der Wilhelma eingezogen. Ungefähr eine Woche nach ihrer letzten rund vierstündigen Autofahrt nach Stuttgart trafen die Wuppertaler Tierpfleger erneut mit einem Gorilla-Säugling in der Wilhelma ein. Auch der kleine Tebogo kam warm eingepackt und wohlbehalten an und kann nun die Quarantänezeit zusammen mit seiner Halbschwester Vana hinter den Kulissen verbringen – und später auch gemeinsam mit ihr im Wilhelma-Gorillakindergarten heranwachsen. In Wuppertal waren Grace und Ukiwa vor rund zehn Monaten offenbar fast gleichzeitig schwanger geworden, Vater beider Kinder ist das Oberhaupt von derzeit vier Gorillafrauen, der 17-jährige Silberrücken Vimoto. Wie bereits Vanas Mutter Grace so hatte auch Ukiwa bislang keine Gelegenheit, von einer erfahrenen Gorillafrau das Einmaleins der Säuglingspflege zu erlernen, wusste daher mit ihrem Neugeborenen nichts anzufangen und ließ es links liegen. Weil Säuglinge jedoch schnell unterkühlen und auch Ukiwa trotz Nachhilfeversuchen der Pfleger ihr Kind nicht beachtete, nahm Revierleiter Thomas Hammes nach Vana nun auch deren 2,2 Kilogramm schweren Halbbruder unter seine Fittiche und fütterte ihn während dessen erster Lebenswoche selbst mit der Flasche. Diese Aufgabe hat nach Tebogos Ankunft in Stuttgart nun das Pflegerteam der Wilhelma übernommen, das künftig somit zwei fast gleichaltrige Gorillababys und Halbgeschwister parallel aufziehen wird – ein Fulltime-Job, Nachtschichten inklusive. Zwei Pflegerinnen sind in nächster Zeit ausschließlich für Vana und Tebogo da und dürfen während deren Quarantäne auch keinen Kontakt zu den zwei älteren Gorillajungs Tano und Okanda haben. Diese werden von zwei weiteren Ersatzmüttern bzw. -vätern betreut, brauchen aber glücklicherweise beide nur noch tagsüber das Fläschchen, denn auch Tano schlummert mittlerweile nachts durch. Der Zoo Wuppertal sucht nun zusammen mit dem Gorilla-EEP eine Lösung, um die Chancen für Aufzuchten durch die eigenen Mütter innerhalb der Wuppertaler Gruppe zu verbessern. Solch eine Lösung kann etwa die Integration eines erfahrenen Gorillaweibchens sein, das den übrigen Frauen als Vorbild in Sachen Babysitting dient.

Zoo Frankfurt, 30.03.2012
Schuhschnabel-Dame MAUSI verstorben
Am Morgen des 30. März 2012 fanden Pfleger den Vogel leblos in seinem Gehege. Ob sein Alter die Ursache für den überraschenden Tod ist, muss jetzt die Obduktion zeigen. Das Schuhschnabelweibchen MAUSI gehörte sicher zu den Charaktertieren des Zoos. Ihr genaues Alter ist nicht bekannt. MAUSI kam als Jungvogel als Wildfang aus Afrika nach Deutschland. 1990 zog sie von der Stuttgarter Wilhelma in den Zoo Frankfurt. „Obwohl sie keine Handaufzucht war, war sie sehr menschenbezogen, erkannte ihre Pfleger und ließ so manchen von ihnen nur schweren Herzens wieder aus ihrem Gehege hinaus. Anders verhielt sie sich gegenüber ihren männlichen Artgenossen. Mehrere Versuche der Verpaarung schlugen fehl, da sie keinen der ihr angebotenen Schuhschnabel-Männer für geeignet hielt“, beschreibt Zoodirektor Professor Dr. Manfred Niekisch den selbstbewussten Schreitvogel. Nichts wies in den letzten Tagen auf gesundheitliche Probleme bei dem Schuhschnabel hin. Die pathologischen Untersuchungen werden in den nächsten Tagen Aufschluss über die Todesursache geben. Die Schuhschnabel-Haltung wird der Zoo mit MAUSI nicht aufgeben. Das schöne Gehege in den Faust-Vogelhallen soll bald wieder mit der charismatischen und hoch bedrohten Tierart besetzt werden. „Wir haben bereits Kontakt mit befreundeten Zoos aufgenommen, die Schuhschnäbel halten – zum Teil Tiere, die bereits in Frankfurt gelebt haben und dem Zoo gehören, die aber zur Verpaarung die letzten Jahre in anderen Zoos verbracht haben“, so Niekisch.

Zoo Duisburg, 31.03.2012
Koala-Kindergarten im Zoo Duisburg
Es fing alles mit einer ehemaligen Heuscheune an. Mittlerweile ist der Zoo Duisburg für die Haltung und Zucht von Koalas weltberühmt. Mehr als 20 Jungtiere konnten am Kaiserberg seit 1994 groß gezogen und teilweise an andere zoologischen Einrichtungen vermittelt werden. Liebenswürdig eigenbrötlerisch wie die Revierleute im Pott nun mal sind, hatten die Zooverantwortlichen die international geltenden, eher spröde anmutenden Haltungsrichtlinien modifiziert und den Koalas umgehend möglichst naturnah gestaltete Gehege angeboten. Der Erfolg stellte sich bekanntermaßen bald ein und sprengt dieses Jahr den gängigen Rahmen: erstmals klettert dieses Jahr im Zoo Duisburg gleich dreifacher Nachwuchs bei den Vierbeinern umher: Duisburg und damit Deutschland – nach wie vor kann man Koalas nur in der Ruhrgebietsstadt sehen – hat seinen Koala-Kindergarten! Mit etwa 6 Monaten beginnt der Nachwuchs, den schützenden mütterlichen Beutel zu verlassen. In den Folgewochen können Zoobesucher mitverfolgen, wie sich die Jungtiere an der Mutter festklammern, liebend gerne sich auf ihrem Rücken umhertragen lassen. Nach und nach stellen sich dann eigene Erkundungstouren durch das Gehege ein. Die Jungtiere sind derzeit 10, 8 und 7 Monate alt. Weibchen GOONDERRAH hatte eine Tochter mit Namen ALINGA geboren, Mutter IONA ein noch namenloses Männchen und die 11jährige ALLORA ein ebenfalls noch namenloses Weibchen. Diese auch für die Duisburger Pfleger neue Situation ist zweifellos super-spannend. Die Pfleger wissen über ganz neue Beobachtungen und Erkenntnisse zu berichten!

Zoo Leipzig, 31.03.2012
Jüngstes Herdenmitglied heißt Akida – Giraffentaufe im Zoo Leipzig
Das jüngste Herdenmitglied der Giraffen im Zoo Leipzig ist heute auf den Namen Akida getauft worden. Gemeinsam mit vielen kleinen Zoobesuchern, die zur Saisoneröffnung 2012 gekommen waren, hat Zoodirektor Dr. Jörg Junhold die Taufe des Jungtieres durchgeführt. Aus neun Namen, die die Tierpfleger vorgeschlagen haben, wurde Akida ausgelost. Das afrikanische Wort bedeutet „Anführer“ und wurde von den anwesenden Besuchern für passend befunden. Im Anschluss an die Namenvergabe verfütterten die Kinder begeistert das am Vormittag von ihnen geschnittene Futter. Akida, der Sohn von Ashanti (geb. 17.08.2001 in Ostrava) war am 22. Februar 2012 zur Welt gekommen und hat sich in den vergangenen fünf Wochen sehr gut entwickelt. Die Herde von Vater Max (geb. 27.09.1995 in Leipzig) umfasst insgesamt zehn Rothschildgiraffen (Giraffa camelopardalis rothschildi). Neben dem Täufling Akida gehören mit Mosegi, Meru, Lira und Kimanu weitere Nachkommen von Max zum Giraffenbestand des Zoo Leipzig. Der Zoo Leipzig beteiligt sich mit seinen Rothschildgiraffen am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und trägt mit der erfolgreichen Zucht erneut zum Erhalt der in freier Wildbahn bedrohten Tierart bei. Die Rote Liste ordnet die Rothschildgiraffen als „stark gefährdet“ ein.

Zoo Dortmund, 31.03.2012
Junger Kater „Ruben“ zog in den Zoo Dortmund ein- Frischer Wind in der Jaguaranlage
Er gilt als „König des Urwaldes“. Und in der Tat ist der Jaguar der größte lebende Beutegreifer in der Neuen Welt. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Norden Argentiniens bis weit in den Südwesten der USA. Dabei scheint der Jaguar nicht ausschließlich Urwaldgebiete zu bevorzugen. Auch in steppenartigen Landschaften ist er zu Hause. Zu seiner Beute gehören Hirsche, Capybaras, Pekaris und sogar Tapire. Für letztere dürfte der Jaguar sogar der einzige ernstzunehmende natürliche Feind sein. Damit steht er an der Spitze der Nahrungspyramide und besetzt so in der Neuen Welt die gleiche ökologische Nische, wie der Tiger in Asien. Nicht umsonst wird der Jaguar von den Einheimischen auch „el tigre“ genannt. Zwar ist sein Fell mit Flecken übersät, ganz ähnlich einem Leoparden, doch zeichnet die übrige Physiognomie den Jaguar eher als tiger- und löwenähnliches Kaliber aus. Auch im Zoo Dortmund werden traditionell Jaguare gehalten und gezüchtet. Leider musste der Zoo sich im vergangenen Jahr von seinem „alten“ Paar verabschieden. Beide sind verstorben. Mit dem jungen Kater „Ruben“ (geboren im August 2010 im nahegelegenen Krefeld) zieht nun jedoch frischer Wind in die Jaguaranlage ein. Schon bald soll er mit einer jungen Jaguardame aus Ungarn eine passende Partnerin finden und der Zoo hofft, dass die rheinische Fröhlichkeit gepaart mit feuriger ungarischer Leidenschaft die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Jaguarzucht in Dortmund bietet.

Erlebniszoo Hannover, 02.04.2012
Auf Liebespfoten unterwegs: Eisbär reist nach Edinburgh – Arktos wird Schotte!
Zwei Jahre hat Eisbär Arktos mit seinem Bruder Nanuq und Kumpel Sprinter in den Wellen des Hafenbeckens in der Kanadalandschaft Yukon Bay im Erlebnis-Zoo Hannover getobt. Aus dem verspielten Jungbären ist mittlerweile ein stattlicher Eisbär mit über 400 Kilo Gewicht geworden. Jetzt wartet eine neue Aufgabe auf Arktos: Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) geht er auf eine amouröse Reise in den Highland Wildlife Park, Schottland. Arktos trifft dort zunächst auf den ein Jahr jüngeren Eisbären Walker. Nächstes Jahr, wenn Arktos in dem Park mit großem Natur-See heimisch geworden ist, wird er eine Eisbärendame kennen lernen. Folgen erwünscht! Am Montag verabschiedete sich der Zoo während der offiziellen Fütterung von Arktos und überreichte ihm ein ganz besonderes Geschenk für seine wichtige Aufgabe: Eine herzförmige rote Eistorte mit Erdbeeren. Wenn Arktos die Eisbären-Dame genauso schnell zum Schmelzen bringt wie seine Eisbombe, dürfte der Nachwuchs in Schottland nicht lange auf sich warten lassen. Während Arktos sich über seine Herztorte hermachte, hielten Tierpfleger und Mitarbeiter ein sechs Meter langes Banner hoch, auf dem in großen Lettern „Good-bye, Arktos“ stand – damit der Bär sich gleich an die neue Sprache gewöhnt. In Yukon Bay toben weiterhin die beiden vierjährigen Eisbären Nanuq und Sprinter. Ob und wann einer von beiden den Zoo in Sachen Art-Erhaltung verlässt und wann eine Eisbärendame nach Hannover kommt, wird im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes entschieden und steht zurzeit noch nicht fest. Jetzt heißt es erst einmal: Gute Reise, Arktos!

Tierpark Berlin, 02.04.2012
Staunen im Tierpark Berlin: 6köpfige Tigerfamilie zieht auf Freianlage um
Pünktlich zu Ostern zieht die 6köpfige Familie der Hinterindischen Tiger von jenem Käfig, in dem die vier Tigerjungen im August letzten Jahres geboren wurden und bisher aufwuchsen, auf eine der beiden große Freianlagen am Ende des Alfred-Brehmhauses um. Mit ihren fast acht Monaten sind die vier jungen Tiger „Thaya“, „Salween“, „Mandalay“ und „Lampun“ nun im Tigerteenageralter und ihrem Kinderzimmer entwachsen. Die Anlage wurde deshalb zuvor mit frischem Naturboden, in diesen Fall immerhin über 15 Tonnen, und großen Naturbaumstämmen bestückt. Neben diesem bieten Felsen und ein großer Wassergraben viel Platz zum Toben, Klettern, Schwimmen und eben auch zum Verstecken und Schlafen. Das Besondere an der Tigerfamilie ist, dass auch der Vater „Tarek“ (geb. 2007 in Halle) seit der Geburt seiner Jungen mit dabei ist und sich genauso wie Mutter „Sarai“ (geb. 2006 in Halle) um seine Rasselbande kümmert. Es ist eine Freude, das Familienleben der Tigerfamilie zu beobachten. Der Tiger ist eines der am stärksten von der Ausrottung bedrohten Säugetiere auf der Welt – lebten vor 100 Jahren noch schätzungsweise 100 000 Tiger, wurde der Bestand aller fünf heute noch lebenden Unterarten im Freiland in den letzten Jahrzehnten auf etwa 3500 Individuen reduziert! Gründe dafür sind der Lebensraumverlust durch Waldzerstörung und -umwandlung, speziell in Ölpalmplantagen in Kombination mit der gezielten, kommerziellen Jagd auf Tiger. Dabei ist die traditionelle, lokale Jagd in den Hintergrund getreten, die heutige Jagd ist kriminell, organisiert und gezielt. Grund für die illegale Jagd ist das Verlangen von Tigerprodukten in der traditionellen, asiatischen Medizin, und in den letzten Jahren ist in Hinterindien der Glaube hinzugekommen, dass Tigerprodukte gegen Krebs helfen. Zoologische Gärten leisten weltweit ihren Beitrag durch die Erhaltungszucht von unterartreinen Tigerbeständen, so züchtet der Tierpark Berlin seit vielen Jahrzehnten den kritisch bedrohten Amur- und Sumatratiger innerhalb der jeweiligen Zuchtprogramme, und wir freuen uns ganz besonders, nun auch den bedrohten Hinterindischen Tiger zu vermehren und eine künftige Generation im Alfred-Brehm-Haus aufwachsen zu sehen.

Tierpark Hellabrunn München, 03.04.2012
Kooperationsprojekt: Drei Urwildpferde aus Hellabrunn leben nun bei Gießen
Im Rahmen eines Projekts des Europäischen Erhaltungszuchtprgramms (EEP) sind insgesamt vier Przewalski-Urwildpferde auf einem 23 Hektar großen Gehege auf der Hohen Warte in der Nähe von Gießen angesiedelt worden. Drei Stuten stammen aus Hellabrunn, eine aus der „Wilhelma“ in Stuttgart. Das gemeinsame Projekt von Hellabrunn und dem Bundesforstbetrieb Schwarzenborn vereint Ziele aus Natur- und Artenschutz: Im Rahmen eines neuen Beweidungsprojekts dienen die Tiere als Beitrag zum Naturschutz. Für Hellabrunn und die Zuständigen des Erhaltungszuchtprogramms geht es um die Vergrößerung der Population der Przewalski-Pferde, aber auch um die Vorbereitung einer eventuellen späteren Auswilderung. Auf der Hohen Warte bei Gießen werden die zwei- und dreijährigen Przewalski-Stuten aus Hellabrunn und die siebenjährige Stute aus Stuttgart nun daran gewöhnt, mit nur minimalem Einfluss des Menschen unter komplett natürlichen Gegebenheiten zu leben. Dies, und die Offenhaltung und Gestaltung von wichtigen Naturschutzgebieten wie die „Hohe Warte“ sind die Ziele eines solchen Beweidungsprojekts mit Przewalski-Pferden. Die Tiere sind extrem widerstandsfähig, können Temperaturen zwischen plus 45 und minus 35 Grad trotzen und sich von kargen Gräsern ernähren. Auf der Hohen Warte lernen die vier Stuten nun, ein selbstständiges Leben zu führen. „Das Projekt hat einen äußerst erfolgversprechenden Start: Die Stuten haben sich ohne Probleme sehr schnell aneinander und an ihre neue Umgebung gewöhnt. Nun hoffen wir, dass sich Interessierte, die zum Gehege kommen, vorbildlich verhalten, sich an den Tieren erfreuen, aber die Tiere nicht füttern“, sagt dazu Hellabrunns Leitende Tierärztin Dr. Christine Gohl. Sie war von Anfang an aktiv im Projekt involviert. Sei es Flächenbegutachtung, Kommunikation zwischen den Kooperationspartnern, Transportorganisation und -begleitung, Anleitung der tierärztlichen Betreuung vor Ort oder Unterstützung des zuständigen Försters: Christine Gohl ist jederzeit Ansprechpartnerin für das Projekt. Auch Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem freut sich über den positiven Ablauf: „Das Projekt beweist eindrucksvoll, wie wichtig zoologische Einrichtungen für die Arterhaltung sind und wie verbunden Hellabrunn mit den Przewalski-Urwildpferden ist. Bei erfolgreicher Weiterzüchtung können später einige Tiere ausgewildert werden und helfen, die Urwildpferde in Zukunft auch wieder in ihrer ursprünglichen Heimat anzusiedeln.“

Zoopark Erfurt, 03.04.2012
Eröffnung Lemurenwald
Aller guten Dinge sind drei: Nach der Eröffnung der Afrikasavanne und des Wasserspielplatzes wurde nun der begehbare Lemurenwald eingeweiht. Die neue Anlage macht ihrem Namen alle Ehre. Über 90 Bäume dienen den Tieren als Kletter- und Ruheort, aber auch Sonnenplätze sind in diesem Wald vorhanden. Auf verschlungenen Pfaden führt der Weg die Besucher ganz nah an den Tieren vorbei. Die Lemuren sind Feuchtnasenaffen und in ihrer Verbreitung auf Madagaskar beschränkt. Der stark gefährdete Rote Vari kommt nur im Bereich der nordöstlichen Halbinsel Masoala vor, der Katta hingegen ist im südwestlichen Madagaskar zu Hause. Die beiden Arten werden im neuen Gehege gemeinsam gehalten. Die Gemeinschaftshaltung von verschiedenen Tierarten verspricht für die Besucher spannend zu werden, da sie die Tiere in Interaktion beobachten können. Auch die Tiere selbst erhalten dadurch eine zusätzliche Beschäftigung und Abwechslung in ihrem Zooalltag. Als einziger Zoo der Welt außerhalb Indiens, präsentiert der Thüringer Zoopark Erfurt in einem zweiten Gehege die Nilgirilanguren. Diese gefährdete Primatenart gehört zu den echten Affen und ist nach ihrer Heimat, dem südindischen Nilgirigebirge, benannt. Die Nilgirilanguren sind heute bedroht durch Habitatverlust und Jagd. Der begehbare Lemurenwald wurde in acht Monaten Bauzeit fertig gestellt.

Zoo Augsburg, 03.04.2012
Buchvorstellungen im Löwenhaus am 11.04.2012 um 11 Uhr
Der 75. Geburtstag des Augsburger Zoos nimmt langsam Fahrt auf. Nachdem vom Zookalender mittlerweile schon über drei Monate „verbraucht“ sind, wurden nun weitere Publikationen fertig. Zusammen mit dem Wißner-Verlag Augsburg und der Universität Augsburg ist ein Buch über Geschichten aus 75 Jahren Augsburger Zoo entstanden. „Lass das nicht den Pavian wissen“ von Zoodirektorin Barbara Jantschke heißt das Werk. Es erzählt Anekdoten von Zoo-Ereignissen und stellt Tierpersönlichkeiten vor. Zusammen mit den Zeichnungen von Studenten der Hochschule Augsburg (Fakultät für Gestaltung) ist ein wunderschönes kleines Buch entstanden, das kurzweilig den Zoo Augsburg und dessen Bewohner vorstellt. Für die kleineren Zoofreunde ist das Wimmelbuch des Bachem-Verlags „Mein Augsburger Zoo“ erschienen und wird ebenfalls zu diesem Termin der Öffentlichkeit vorgestellt. Deshalb lade ich Sie – auch im Namen des Wißner-Verlags zur Präsentation der beiden Bücher am 11. April um 11:00 Uhr in das Löwenhaus ein.

Zoo Salzburg, 04.04.2012
Winterruhe beendet – Aragon und Blanca, die beiden Salzburger Braunbären, sind nun wieder munter!
Die frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Tage sind bis in die Schlafhöhlen von Aragon und Blanca, den beiden Braunbären im Salzburger Zoo, vorgedrungen. Fast vier Monate haben die Bären in ihren Höhlen geruht. „Das ungewöhnliche Frühlingswetter im heurigen März ist vor allem an unserem Bären-Mann Aragon nicht spurlos vorüber gegangenen“, erzählt Zootierpfleger Hannes Prunner. „In den vergangenen Tagen verließ er immer wieder seinen Schlafplatz, um in der Sonne zu dösen und sich auch im Wasser abzukühlen. Aber so richtig wach waren er und Blanca noch nicht. Am vergangenen Sonntag haben die beiden zum ersten Mal seit vier Monaten wieder etwas gefressen. Man kann nun davon ausgehen, dass sie ihre Winterruhe beendet haben.“ Warum gehen Braunbären in die Winterruhe? In den Wintermonaten finden Braunbären in freier Wildbahn nicht genügend Nahrung. Deshalb ziehen sie sich zum Schlafen in Höhlen zurück. Bären halten dann Winterruhe, ihr Herzschlag und ihre Atemfrequenz gehen deutlich zurück, die Körpertemperatur sinkt um 4 bis 5 Grad Celsius. Während dieser Zeit nehmen sie weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich. Der Beginn und die Dauer der Winterruhe hängen von den Umweltbedingungen ab. Üblicherweise ziehen sich die Bären zwischen Oktober und Dezember zum Schlafen zurück. Im Frühjahr, wenn sie wieder genügend Nahrung finden können, wachen sie auf. Nach dem Munterwerden ernähren sich Braunbären vor allem vegetarisch.

Zoo Duisburg, 04.04.2012
Ostereier suchen und Zoo-Nachwuchs beobachten – Neue Brillenbärenanlage begeistert Besucher
Der Frühling bestimmt auch das Leben im Zoo. Die Gärtner haben die Anlagen herausgeputzt, Osterglocken schmücken das Gelände, die Tiere genießen die wärmende Frühjahrssonne. Natürlich müssen Kinder nicht auf die traditionellen Ostereier verzichten. Sie können am Streichelkral (in der neuen Sparkassen-Erlebniswelt gleich neben dem großen Spielplatz) an beiden Feiertagen ab 10 Uhr auf die Suche gehen. Hier gibt außerdem der Origamikünstler WURZEL seine neuesten Tipps für österliche Basteleien preis – natürlich zum Mitmachen. Das neueste Highlight im Zoo am Kaiserberg hat rechtzeitig vor dem großen Fest seine Pforten geöffnet: die mit 1.300 Quadratmetern stattliche, naturnah gestaltete Freianlage für südamerikanische Brillenbären. Weibchen HUANCA und Männchen PABLO haben – noch separat – das Außengehege bereits eingehend erkundet und frönen ausgiebig einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen, dem Klettern auf den großen Kletterbäumen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie das erste kühlende Bad in einem der großen Teiche nehmen. Der Zoo Duisburg hat zuletzt auch damit überregional auf sich aufmerksam gemacht, als sich zum ersten Mal in seiner Geschichte gleich dreifacher Koala-Nachwuchs einstellte. Die Pfleger machen erstaunliche Beobachtungen: Die Jungtiere wechseln die mütterlichen Milchbars durch! Wo gerade „gezapft“ werden kann, tut man das, und sei es auch nicht die eigene Mutter. Wer Koalas in Deutschland sehen möchte, findet sie nach wie vor nur im Zoo Duisburg. Last not least taten die Verantwortlichen im Zoo in mehreren Nachtschichten auch alles dafür, dass die Zoobesucher kulinarisch bestens versorgt sind. An der Brillenbärenanlage lädt der neue große Kiosk zum Verweilen ein, und gleich vor dem Afrikanum entstand aus der ehemaligen Waldschänke eine von Grund auf neue, ansprechende Afrika Lodge, die mit einer Vielzahl an Speisen aufwartet.

Allwetterzoo Münster, 04.04.2012
Kaninchen im Glück: Im Allwetterzoo Münster werden derzeit zwei winzige Findel-Kaninchen von Tierpflegerinnen versorgt
Seit dem 29. März gibt es neue Bewohner im Allwetterzoo Münster! Es sind zwei Kaninchen mit einer ganz besonderen Geschichte. Sehen kann man die Winzlinge, die vielleicht eine knappe Woche alt sind, auch. Sie werden nämlich ab Karfreitag täglich um 11 und 15 Uhr öffentlich im Ausstellungsraum in der Großflugvoliere gefüttert. Auf die Namen Kaline und Rüdiger getauft, verbringen die beiden winzigen Langohren ihre Tage sonst im Aquarium. Dort werden sie von den Tierpflegerinnen Anke Gassner, Kristina Theobald und Julia Hoppe liebevoll versorgt. Gefunden wurden die Beiden beim Abfahren von Mist im Allwetterzoo. Die Mutter der Wildkaninchen hatte in den Misthaufen wohl eine Höhle für die Geburt gebuddelt. Man kann sagen, dass die Findlinge gewaltiges Glück hatten! Kaninchen gibt es im Zoo nämlich reichlich – aber eher als ungebetene Gäste. Doch die Kleinen sahen so reizend aus mit ihren winzigen, noch am Kopf anliegenden „Löffelchen“, dass die Zoomitarbeiter sich ein Herz fassten: Die beiden Kaninchen sollten leben! Bemerkenswert ist, dass ein Junges wildfarben, das andere aber schwarz gefärbt ist, wie es auch in Münsters Wildkaninchen-Population hin und wieder zu sehen ist. Kaline und Rüdiger werden von ihren „Ersatzmüttern“ tagsüber alle zwei Stunden gefüttert, nachts alle drei Stunden. Damit die Pflegerinnen immer wieder eine Nacht durchschlafen können, nehmen sie die Kaninchenbabys abwechselnd mit nach Hause. Bei den Mahlzeiten wird den Kaninchen mit einer Einwegspritze von nur einem Milliliter Fassungsvermögen eine Katzenaufzuchtmilch ins Mäulchen gegeben. Passende Nuckelflaschen gibt es nicht. Die Kleinen trinken derzeit je nach Appetit etwa zwei bis drei Füllungen pro Fütterung. Anschließend wird ihr Bäuchlein massiert, damit es mit der Verdauung klappt. Rüdiger, das helle Kaninchen, brachte am 3. April 70 Gramm auf die Waage, die kleine dunkle Kaline zehn Gramm weniger. Übrigens ist auch schon für die Zukunft von Kaline und Rüdiger gesorgt: Wenn sie selbständig werden, ziehen sie auf einen Bauernhof um. Wildkaninchen können neun Jahre alt werden. Meist kommen fünf bis sechs Junge nach einer Tragzeit von vier bis fünf Wochen auf die Welt. Dass im Zoo-Misthaufen nur zwei Jungtiere gefunden wurden, deutet auf eine sehr junge Mutter hin. Kaninchen öffnen im Alter von zehn Tagen die Augen. In der Regel verlassen sie mit drei Wochen erstmals den Bau. Entwöhnt sind sie mit etwa sechs Wochen – da haben die Tierpflegerinnen im Zoo also noch einige schlaflose Nächte vor sich….

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