Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Zoo Leipzig, 19.04.2012
Spielplatz wird zum „El Dorado“: Neugestaltung bis Mitte des Jahres
Der heutige Tag markiert den Start für neuerliche Bauarbeiten im Zoo Leipzig: In den kommenden Wochen wird der Spielplatz am Tierkindergarten in der Themenwelt Südamerika vollständig umgestaltet. Um für Familien mit Kindern ein spannendes Spielangebot zu schaffen, soll das bisherige Gelände optisch und inhaltlich neu ausgerichtet werden. Passend zum Namen „El Dorado“, der an das sagenumwobene Goldland in Südamerika erinnert, soll der Spielplatz Abenteurerherzen jeden Alters künftig höher schlagen lassen. Ein zehn Meter langer Schaufelraddampfer, der in einem ausgetrockneten Flussbett gestrandet ist, wird das Kernstück der Anlage bilden und auf mehreren Etagen zum Klettern einladen. Auf der Kommandobrücke mit Fernrohr und Steuerrad werden die Kinder zu echten Kapitänen, die über ein Schlauchtelefon mit dem Maschinenraum Kontakt halten können. Zudem werden an der Goldwaschanlage kleine Goldschürfer voll auf ihre Kosten kommen. Darüber hinaus entstehen zahlreiche zusätzliche Spielmöglichkeiten. Während sich die älteren Kinder beim Klettern, Balancieren oder Hangeln austoben können, ist die Kreativität der Jüngsten in der Sandkuchenbäckerei gefordert. Das „El Dorado“ schließt unmittelbar an den Tierkindergarten an und ordnet sich inhaltlich in die Themenwelt Südamerika ein. Dort befinden sich noch überwiegend alte Gehege, die in den kommenden Jahren schrittweise durch moderne Anlagen ersetzt werden. Die konkreten Planungen zur Fortsetzung des Masterplanes „Zoo der Zukunft“ laufen derzeit.

Zoo Duisburg, 19.04.2012
Mit Knopfaugen und Ringelschwanz – Die Kattas kommen!
Manche Zoobewohner haben es einfach drauf: sie faszinieren die Massen! Kattas, Halbaffen aus Madagaskar, gehören zweifelsfrei dazu. Allein ihr äußeres Erscheinungsbild – leuchtend-gelbe Knopfaugen und schwarze Stupsnase im fuchsartigen Gesicht sowie der überlange, schwarzweiß gekringelte Schwanz – bringt ihnen viele Sympathiepunkte ein. Ihre waghalsigen Sprünge tun ihr Übriges und wenn sich der ganze Familienverband hochsozial zu einem großen, wärmenden Fellknäuel zusammenkauert, kann es eigentlich nur noch eine Steigerung geben: Jungtiere! So ist es auch Anfang März geschehen, als der Pfleger auf seiner morgendlichen Kontrollrunde ein Jungtier am Bauch der Mutter hängen sah. Die erfahrenen Pfleger wissen, dass sie in der ersten Zeit verstärkte Sichtkontrollen vornehmen müssen. Liegen nämlich viele Gruppenmitglieder im Körperkontakt beieinander, landen die Jungen auf der Suche nach den mütterlichen Zitzen schon mal auf einem anderen Weibchen! Die kritische Phase ist aber schon überwunden, denn der Baby-Katta ist kräftig genug, um selbständig auf die Mutter zurückzuwechseln. Erste Erkundungstouren stehen bereits an auf der riesigen Schauinslandreisen-Lemureninsel: Sie betreffen mittlerweile nicht mehr nur meterhohe Kletterbäume und zig-Meter an Kletterseilen, sondern auch Vertreter anderer Lemuren(=Halbaffen)arten. Ein zweites Warmhaus wurde letztes Jahr gebaut, um die bislang anderweitig im Zoo untergebrachten Schwarz-weißen wie Roten Varis sozusagen als Inselgenossen auf die Anlage zu holen. Die einzelnen Gruppen werden momentan aneinandergewöhnt, insofern kann es durchaus passieren, dass z.B. die Schwarz-weißen Varis bei den Kattas im Haus übernachten! Lemuren sind heute recht selten geworden. Auf Madagaskar schwinden unter dem Druck einer wachsenden Bevölkerung, Kultivierung und Besiedelung die letzten Urwälder als Lebensraum so rasch dahin, dass die Tierbestände stark schrumpfen. Im Zoo Duisburg wird durch die erfolgreiche und seit vielen Jahren andauernde Nachzucht vor allem bei den Kattas ein wesentlicher Beitrag zur Arterhaltung in Menschenobhut geleistet.

Tierpark Berlin, 20.04.2012
Wichtiger Beitrag zur Arterhaltung: Ankunft von seltenen Chaco-Pekaris im Tierpark Berlin
Nach 35 Jahren gibt es sie wieder in Berlin zu sehen – Chaco-Pekaris. Die größte der drei Pekariarten wurde 1977 zum ersten Mal überhaupt außerhalb der Heimatländer im Zoo Berlin gezeigt. Leider währte die Haltung damals nur bis 1978. Danach dauerte es 18 Jahre bis die Art wieder in Zoologischen Gärten gehalten werden konnte: 1996 erhielt der Zoo Phoenix (USA) Nachzuchttiere aus einer Zuchtstation in Paraguay, welche von der Zoological Society of San Diego und der Lincoln Park Zoological Society aufgebaut wurde. Durch eine fortan betriebene Erhaltungszucht („Species Survial Plan“) konnte diese bedrohte Pekariart nach und nach in amerikanischen Zoologischen Gärten gut etabliert werden. Um die Zucht weiter auszuweiten erhielt der Tierpark Berlin 2011 vom Zoo Los Angeles im Rahmen des Zuchtprogrammes das Angebot einige Chaco-Pekaris aus amerikanischen Zoos zu erhalten. In Hinblick auf den Bedrohungsstatus sowie der Historie dieser der Art für die Berliner Tiergärten, entschieden wir uns, diese interessante Pekariart in unseren Tierbestand aufzunehmen. Am 2. März 2012 war es soweit und zwei Kollegen aus dem Zoo Los Angeles sowie dem Zoo Phoenix trafen mit sieben Chaco-Pekaris wohlbehalten im Berliner Tierpark ein. Es handelt sich um zwei Männchen und fünf Weibchen, welche in den Zoologischen Gärten Los Angeles, San Diego, Sedgwick und Phoenix geboren und im Rahmen des Zuchtprogrammes in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Nach Absolvierung der vorgeschriebenen Quarantänezeit ist eine Gruppe mit vier Tieren nun für die Besucher im vormaligen Gehege der Halsbandpekaris neben den Wildschweinen zu sehen. Die Gruppe Halsbandpekaris wurde an einen kleineren, polnischen Tiergarten und den Zoo Berlin abgegeben. Somit können nun alle drei Pekariarten in beiden Berliner Tiergärten gezeigt werden. Die Chaco-Pekaris im Tierpark Berlin sind derzeit die einzigen in Europa. Das Chaco-Pekari ist die größte der drei Pekariarten. Die Art wurde zwar 1930 schon aufgrund von fossilen und rezenten Belegen wie etwa Knochen beschrieben, aber erst 1972 konnten lebende Chaco-Pekaris entdeckt werden. Der Lebensraum dieser Art umfasst den heißen und trockenen Gran Chaco, eine Trockenlandschaft im Dreiländereck Paraguay, Argentinien und Bolivien. Unkontrollierte Jagd, Lebensraumverlust im ohnehin kleinen Verbreitungsgebiet und Übertragung von Krankheiten durch Haustiere lassen die Bestände der Art im Freiland abnehmen. Die IUCN stuft die Art daher als stark bedroht („endangered“) ein. Unser Dank gilt dem Zoo Los Angeles und dem Zoo San Diego.

Zoo Berlin, 20.04.2012
Schweinemonat April: Nachwuchs bei den Warzenschweinen
Nachdem Anfang dieser Woche die Ankunft einer äußerst seltenen Nabelschweinart im Tierpark Berlin gemeldet werden konnte, ist nun der Berliner Zoo an der Reihe, über eine kleine Schweinerei zu berichten. Nicht ganz so spektakulär aber dafür umso niedlicher präsentieren sich mit den ersten Sonnenstrahlen zwei winzige Warzenschweine auf der Freianlage am Flusspferdhaus. Das kleine Geschwisterpaar, bestehend aus Bruder und Schwester, das am 4. April in der Schlafbox der Warzenschweinfamilie zur Welt kam, hat für sich entschieden, jetzt auch das Außengehege zu erkunden. Die vollzählige Schweinerotte setzt sich aus dem mittlerweile 12jährigen Zuchtpaar, Basil und Kigala, zwei Jungebern des letztjährigen Wurfs und den diesjährigen Minischweinen zusammen. Während die Nachzucht von Warzenschweinen im letzten Jahrhundert noch eine Seltenheit war, gelingt ihre Vermehrung momentan in einem Duzend europäischer Zoos. Die Schweinepopulation wird in einem Zuchtbuch erfasst, um den Bestand in Menschenhand besser managen zu können. Dabei geht es nicht darum, eine vor dem Aussterben bedrohte Art zu schützen, sondern allein darum, die interessanten Schweine in Zoologischen Gärten zu erhalten; denn der Import von wilden Schweinen in die EU ist durch gesetzliche Auflagen zum Schutze der Hauseschweine sehr schwierig. In ihrer afrikanischen Heimat sind Warzenschweine ähnlich beliebt wie bei uns die Wildschweine in Grünanlagen und Feldern. Wie auch unser heimisches Wild gehen sie dort, wo sie bejagt werden, zur nächtlichen Lebensweise über. Im Berliner Zoo sind die spärlich behaarten Paarhufer jedoch regelrechte Sonnenanbeter ‒ hier droht Ihnen keine Gefahr. Trotz der massiven Hauer, die die Alttiere geradezu martialisch wirken lassen, gehören Warzenschweine zu den „Fluchttieren“, die sich bei Beunruhigung mit antennenartig gehobenem Schwanz im „Schweinsgalopp“ aus dem Staub machen. So sieht man auch die Jüngsten häufig in kurzzeitiger Erregung zu ihren Artgenossen fliehen. Doch dann kehrt auf der Anlage meist schnell wieder Ruhe ein.

Tiergarten Schönbrunn Wien, 20.04.2012
Mitterlehner: Premiere für „Langen Tag der Familie“ am 6. Mai – Acht Attraktionen, ein Ticket
Auf Initiative von Familienminister Reinhold Mitterlehner wird der 6. Mai 2012 erstmals zum „Langen Tag der Familie“: An diesem Sonntag stehen acht ausgewählte Lebenswelten der Habsburger – von Schloss Schönbrunn über den Tiergarten bis Schloss Hof – zum stark ermäßigten Familienpreis von insgesamt nur 15 Euro offen. „Wir wollen mit unserem Angebot ein Signal für eine familienfreundliche Gesellschaft setzen. Die Sach- und Geldleistungen, die wir den Familien zukommen lassen, sind nicht alles“, betont Mitterlehner. „Die teilnehmenden Ausflugsziele sind ein wichtiger Bestandteil unseres historischen und kulturellen Erbes, das wir gerade unseren Kindern stärker vermitteln sollten“, so Mitterlehner, der insbesondere der UNIQA Versicherung für Ihre Unterstützung der Aktion dankt. Abgehalten wird der „Lange Tag der Familie“ in den beliebten Ausflugszielen Schloß Schönbrunn, Gloriette, Kindermuseum, Irrgarten, Tiergarten Schönbrunn, Wiener Hofburg mit den Kaiserappartements, dem Sisi Museum und der Silberkammer, das Hofmobiliendepot mit dem Möbelmuseum sowie Schloss Hof im Marchfeld. Zum stark ermäßigten Preis von nur 15 Euro können Familien (bis zu zwei Erwachsene und fünf Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren, Unter-Sechs-Jährige frei) diese Attraktionen besuchen. Von 9 bis 19 Uhr wird am 6. Mai ein abwechslungsreiches Programm für Familien geboten. Tickets für den „Langen Tag der Familie“ sind ab sofort online auf der Webseite https://tickets.imperial-austria.at/familientag/ erhältlich. Dort steht auch das detaillierte Programmheft zum Download zur Verfügung. Am 6. Mai 2012 sind die Tickets auch an den Kassen aller acht Institutionen erhältlich.

Zoologischer Garten Berlin, 23.04.2012
Nachwuchs bei den Rindern der Superlative
Auch ein am 4. April dieses Jahres geborenes Gaurkalb wird einmal zu einem Riesenwildrind heranwachsen. Noch kann man es sich nicht vorstellen, denn das kleine braune Kälbchen mit den verhältnismäßig großen Ohren wirkt noch fast grazil. Aber selbst weibliche Tiere können ausgewachsen ein Gewicht von mehr als 700 kg erreichen. Die muskelbepackten Bullen lassen wohl jeden Torero vor Schreck erblassen. Mit mehr als einer Tonne Kampfgewicht will sich niemand mit ihnen anlegen. Die schiere Kraft erschwert die Haltung dieser asiatischen Wildrindart. Stallgebäude und Anlagenbegrenzungen müssen von außergewöhnlicher Stabilität sein und das Betreten der Flächen im Beisein der Tiere wäre mit Lebensgefahr verbunden. Schätzungsweise kaum mehr als 20 Tausend Individuen dieser imposanten Rinder leben derzeit noch verstreut in südostasiatischen Waldgebieten. Die Art gilt als stark gefährdet und genießt im Washingtoner Artenschutzabkommen den höchsten Schutzstatus. Während die Herden in freier Wildbahn selten mehr als 10 Tiere umfassen, ist die Gruppe im Berliner Zoo mit dem jüngsten Kuhkalb nun auf 13 Rinder angewachsen. Damit ist sie gleichzeitig auch die größte Gaurherde auf dem europäischen Kontinent. Der Berliner Zoo, in dem schon im 19. Jahrhundert Gaure gehalten wurden, züchtet die bedrohten Riesenrinder seit 1961 kontinuierlich. Seit 1967 werden hier auch alle Daten über die Bestände in Menschenobhut gesammelt und für ein Internationales Zuchtbuch aufbereitet. In seiner letzten Ausgabe umfasste der registrierte Bestand in insgesamt 42 Einrichtungen auf der ganzen Welt knapp 300 Tiere.

Zoo Salzburg, 24.04.2012
Walpurgisnacht im Zoo: „Hexenzauber, Feuertanz und Tiergeflüster“/ „Salzburgs erstes Bienenrestaurant entsteht“
Zur Walpurgisnacht feiern kleine und größere Hexen wieder im Zoo! Die Zoogäste erwartet viel Spannendes an den Gruselstationen, Kinder können sich schminken lassen, verzauberte Hexengetränke kosten und vieles mehr. Ab 16 Uhr brodelt am 30.April 2012 der Hexenkessel im Afrika Dorf und über dem knisternden Feuer können Äpfel gebraten werden. Außerdem führt die „Hexe vom Hellbrunnerberg“ durch den Zoo und erzählt viel Interessantes über ihre Lieblingstiere, wie heulende Wölfe, geheimnisvolle Eulen und wilde Katzen. Beginn der ersten Führung um 16.15 Uhr, Treffpunkt Haupteingang. Die zweite Führung startet im Afrika-Dorf um 18 Uhr.

Im Salzburger Zoo entsteht in Kooperation mit Smoothie-Hersteller innocent am 1. Mai ab 11 Uhr das leckerste Blumenbeet seit Biene Majas Klatschmohnwiese. Alle Kinder und alle junggebliebenen Bienenfreunde dürfen beim Aussäen mitmachen. Es wird an diesem Tag der Grundstein zu Salzburgs erstem „Bienenrestaurant“ gelegt. Und das Allerbeste: Alle Bienenfreunde sind herzlich eingeladen mitzumachen. Ein Bienenrestaurant ist sehr viel einfacher errichtet als ein Menschenrestaurant. Man benötigt dafür ein Stück Wiese, eine kleine Schaufel, eine Schürze, eine Gießkanne und Blumensamen. All das wartet im Salzburger Zoo auf alle, die dabei sein wollen. Natürlich sind nur Samen der leckersten Blumen dabei: Bei Mohnblume, Kornblume und Löwenmäulchen schnalzen auch die anspruchsvollsten Gourmetbienen mit der Zunge. Und alle, die an diesem Tag im Zoo beim Aussäen mithelfen, bekommen als Dankeschön einen innocent Smoothie mit einem kleinen Anhänger voller bienenfreundlicher Samen zum Mitnehmen. So kann man auch ganz einfach zuhause einen kleinen Bienen-Imbissstand aussäen. Ein Experte beantwortet Fragen rund um Bienen. Er weiß auch, warum Bienen für Menschen so besonders wichtig sind – und was wir alle tun können, um den immer stärker bedrohten Bienen etwas Gutes zu tun.

Tiergarten Nürnberg, 24.04.2012
Tiergarten-Zeltlager für Kinder sind bereits ausgebucht
Die Jako-o-Erlebniscamps für Kinder im Tiergarten der Stadt Nürnberg sind ausgebucht. Die Zeltlagerfreizeiten mit einer Übernachtung im Tiergarten sind auf eine überwältigende Resonanz gestoßen. Bereits am ersten Anmeldetag sind alle zehn Wochenendfreizeiten im Jahr 2012 vollständig vergeben. Im nächsten Jahr besteht voraussichtlich erneut die Möglichkeit, an einem solchen Zeltlager teilzunehmen.

Opel-Zoo Kronberg, 24.04.2012
Neu im Kronberger Opel-Zoo: Lehrpfad „Baum des Jahres“ entlang des Rundwegs
„Zoologische Gärten nehmen vielfältige Aufgaben im Bereich des Natur-, Tier- und Artenschutzes wahr und kümmern sich um den Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt des Lebens“, so der Zooinspektor Jörg Beckmann in Vertretung des erkrankten Dr. Martin Becker, stellvertretender Direktor des Opel-Zoos und Chef der Zoopädagogen bei der offiziellen Eröffnung des neuen Lehrpfades „Baum des Jahres“. Er führt weiter aus, dass die Zoos in der Vergangenheit zunächst als Menagerien konzipiert waren und heute dagegen als Naturschutzzentren agieren. Zum einen werden die Gehege als natürliche Lebensräume gestaltet und in den Biotopen werden nicht nur die Tiere gepflegt, sondern sie sorgen durch entsprechende Anpflanzungen auch für den Erhalt der Vielfalt der meist heimischen Flora. Darüber hinaus verpflichten sich die Zoologische Gärten in ihrer Zugehörigkeit zum deutschen (VDZ) und europäischen Zooverband Themen wie Biodiversität, Nachhaltigkeit und Klimawandel in ihren Bildungsauftrag mit aufzunehmen. Der Opel-Zoo in Kronberg im Taunus mit seinem rund 27 ha großen Gelände und seinen großzügigen Freigehegen pflegt über 1.500 Tiere in rund 200 Arten, davon sind zahlreiche vom Aussterben bedroht. Nicht nur mit dem zoopädagogischen Angebot, sondern auch schon beim aufmerksamen Rundgang werden dem Zoobesucher Zusammenhänge in der Natur verdeutlicht und nahegebracht: Den Besucher erwarten interaktive Stationen und die Fledermaushütte auf dem Waldlehrpfad, der Apfellehr- und Geolehrpfad, Schautafeln zum Insektenhotel, Bienenstand, zur Carnivoren-Kampagne und zu weiteren Themen. Der neue Lehrpfad „Baum des Jahres“ ergänzt die vielfältigen Besucherinformationen. Auf dem ausgeschilderten Rundweg durch den Opel-Zoo kommen die Besucher an den derzeit 24 von der „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ und ihrem Kuratorium in jedem Oktober seit dem Jahr 1991 ausgerufenen verschiedenen „Bäumen des Jahres“ vorbei, deren Standorte auch auf einem gesonderten Flyer zu ersehen sind. An den jeweiligen Bäumen vor Ort erhalten sie dann Informationen, bspw. zur Biologie, zum Vorkommen oder zum Gefährdungsstatus. Auch eine Baumpatenschaft kann für 150 ¤ pro Jahr übernommen werden. Die beiden fünften Klassen der Friedrich-Stoltze-Schule in Königstein kamen bei der offiziellen Eröffnung in den Genuss einer ersten Führung zum neuen Lehrpfad durch Dr. Martin Becker – stets unter der wachsamen Aufsicht von ausgewiesenen Experten: Marcus Kühling, Geschäftsführer des Deutschen Forstvereins e.V. und im Kuratorium bei der Baumauswahl beteiligt; Hubertus Behler-Sander, stellvertretender Leiter des Forstamts Königstein; Revierförster Martin Westenberger, der selbst schon zahlreiche Herbstführungen im Opel-Zoo durchgeführt hat.

Zoo Duisburg, 25.04.2012
Noch freie Plätze für Erwachsenen-Nachtsafaris
Die vom Zoo Duisburg vor Jahren ins Leben gerufenen Kinder-Nachtsafaris hatten sich derart großer Beliebtheit erfreut, dass auch an die Großen gedacht und Erwachsenen-Nachtsafaris angeboten wurden. Schnell entwickelte sich das unterhaltsam-informative Nachtschwärmen durch den Zoo am Kaiserberg zum Renner! Rundgänge durch den Zoo unter fachkundiger Führung nach Einbruch der Dunkelheit sollen den Besuchern nicht etwa das Fürchten lehren, sondern Einblick geben in die vielen Aktivitäten rund um diejenigen Tiere, für die Dämmerung und Dunkelheit nicht unbedingt Anlass sind, im Schlummerparadies der Träume zu versinken. Etwas Gänsehaut ist dabei auch garantiert: eventuell heulen ja gerade die Wölfe, wenn die Gruppe am Gehege vorbeischleicht? Für die Veranstaltungen im Mai und im Juni sind noch Plätze frei. Eine telefonische Anmeldung ist dabei unbedingt erforderlich: von Montag bis Freitag von 9.00 bis 15.00 Uhr unter 02 03/30 55 979. Preis pro Person: 16,– €. Treffpunkt ist am Haupteingang an der Mülheimer Straße, um 19.30 Uhr starten die Führungen. Termine: 18.05.2012, 01.06.2012, 15.06.2012 und 29.06.2012

Zoo Wilhelma Stuttgart, 25.04.2012
Nachwuchs bei urwüchsigen Wildschafen: Die kleinen „Muffel“ vom Schaubauernhof
Zwei männliche und ein weibliches Lämmlein kamen dieses Jahr bei den Mufflons auf dem Schaubauernhof zur Welt. Damit leben derzeit sieben Vertreter dieser Wildschafe in der Wilhelma – darunter auch ein Widder, der an seinen schön geschwungenen Hörnern sofort zu erkennen ist. Mufflon – dieser Name bezeichnet gleich mehrere Unterarten dieses Wildschafs. In der Wilhelma zu Hause ist die kleinste und westlichste Unterart, das Europäische Mufflon, in der Jägersprache auch Muffelwild oder kurz „Muffel“ genannt. Gehalten wird die Art seit der Eröffnung des Schaubauernhofs zur IGA 1993. Da dort Haustierarten und verwandte Wildformen gleichermaßen zu sehen sein sollen, durfte auch das Mufflon als einer der mutmaßlichen Vorfahren unserer Hausschafe nicht fehlen. Uneinig ist sich die Fachwelt allerdings, ob es nicht möglicherweise umgekehrt – also das Mufflon der verwilderte Nachfahr einer alten Hausschafrasse – ist. Ebenso rätseln die Experten, ob Korsika und Sardinien die ursprüngliche Heimat des Europäischen Mufflons sind oder nur seine letzten Refugien waren, als es im übrigen Europa ausgerottet wurde. Fest steht, dass die Art nur auf diesen Inseln (noch) wild vorkam, bevor man vor rund 200 Jahren begann, sie vor allem als Jagdwild in weiten Teilen Europas anzusiedeln, auch in Deutschland und Österreich. Die östlichen Unterarten sind vom Kaukasus bis zu den Karpaten verbreitet – und auf Zypern, wo das Mufflon besonders gewürdigt wird: Hier findet man es auf Cent-Münzen ebenso wie als geflügeltes Mufflon im Logo der Cyprus Airways. Männlein und Weiblein unterscheiden sich beim Mufflon deutlich. Während die Schafe in ein unscheinbares, kaum gezeichnetes Braun gekleidet sind, tragen die Widder ein dunkleres, fuchsbraunes Fell mit hellem Sattelfleck, einen fast schwarzen Brustbehang und imposante, schneckenförmig gedrehte Hörner. Was nicht heißt, dass die Weibchen grundsätzlich hornlos durchs Leben gehen. Die Mufflonschafe auf Korsika etwa besitzen kleine, nach hinten gebogene Hörner, während sie bei ihren Nachbarinnen in Sardinien fehlen. Für die Widder sind die Hörner nicht nur ein schöner Kopfschmuck, sondern auch Waffen, die sie bei ihren Rivalenkämpfen donnernd aufeinander krachen lassen. Dieses vor allem in der Brunftzeit häufig vernehmbare Geräusch ist aber nicht der einzige Laut, der von Mufflons zu hören ist, denn die Tiere sind keinesfalls „maulfaul“: Schafe und Lämmer rufen sich gegenseitig mit lautem Meckern, ein durch die Nüstern ausgestoßener Zischlaut dient bei Gefahr als Alarmruf – untermalt von kräftigem Hufescharren – und die Widder versuchen die Schafe durch röchelnde und schnarrende Laute zu betören. In der Natur bilden die reviertreuen Tiere meist Mutterfamilien mit einem Leitschaf, die Widder stoßen nur zur Paarungszeit dazu. In der Wilhelma lebt der Mufflonmann jedoch dauerhaft bei seinen Damen und senkt jedes Mal drohend die Hörner, wenn sich diesen ein Unbefugter zu nähern wagt. Der – wie alle Wilhelma-Mufflons – namenlose dreijährige Widder kam erst 2010 aus dem Wildpark Potzberg nach Stuttgart, wo er nun bereits das zweite Jahr erfolgreich für Nachwuchs gesorgt hat.

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