Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Zoo Duisburg, 26.04.2012
Vielfraß-Nachwuchs im Zoo Duisburg
Zwar ist der Vielfraß als größter Vertreter der Marderartigen ein Tier mit einem jederzeit guten Appetit, ihm jedoch eine dauernde Fresssucht zu unterstellen, wie der Name ‚Vielfraß’ suggerieren könnte, würde dem Tier nicht gerecht werden. Der Name des Vielfraßes bezieht sich keineswegs auf die Ernährungsgewohnheiten des Tieres, sondern leitet sich vielmehr vom skandinavischen Namen Fjellfräs ab, was ins Deutsche übersetzt Gebirgs- oder Felsenkatze bedeutet. Aus dem nordischen Fjellfräs ist so über die Jahre der heute im Deutschen gebräuchliche Name Vielfraß entstanden. Die eher selten in Zoos anzutreffenden Vielfraße werden seit über 10 Jahren am Kaiserberg gehalten. 2005 klappte es erstmals mit 3fachem Nachwuchs, der später an Partnerzoos im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes abgegeben werden konnte. Nachdem das damals 7jährige Weibchen RONJA im Jahre 2008 nach viel bürokratischem Aufwand seinen neuen Partner, das junge Männchen VANÜTSCHKA aus dem Zoo Moskau, willkommen heißen konnte, stellte sich nach dem dreifachen Erstlingswurf im Jahr 2010 kürzlich erneut Nachwuchs ein. Das Resultat der anhaltenden Vielfraß-Liebe konnten die Pfleger vor wenigen Wochen entzückt entdecken: in einem heftig von der Mutter verteidigten unterirdischen Bau hatte sie drei Jungtiere zur Welt gebracht, wovon zwei überlebten. VANÜTSCHKA hatte da nicht gut lachen, denn jegliche Annäherungsversuche quittierte die Mutter mit Gekeife: die Höhle war für ihn vorerst Tabu! Mittlerweile sind die Jungtiere schon ordentlich gewachsen, hatten sich aber längere Zeit ausschließlich im wenig einsehbaren Teil des ansonsten frei zugänglichen, zweigeteilten Außengeheges aufgehalten. Von den Eltern sind sie aber aufgrund der geringeren Größe noch eindeutig zu unterscheiden. Sie machen sich derzeit einen Spaß daraus, die Gehegeeinrichtung auf Herz und Nieren zu testen. Vielfraße sind nicht nur hervorragende Kletterer, sondern gelten gemeinhin als wahre Ausbruchskünstler.

Tiergarten Schönbrunn Wien, 26.04.2012
TIERGARTEN SCHÖNBRUNN FEIERT DIE „LANGE SOMMERNACHT“
Der Tiergarten Schönbrunn feiert heuer seinen 260. Geburtstag und öffnet am 6. Juli für ein großes Geburtstagsfest erstmals seine Pforten bis Mitternacht. Unter dem Motto „Wildlife & Nightlife“ werden neben faszinierenden Einblicken in das Nachtleben der Tiere auch zahlreiche Attraktionen geboten. „Das 260-Jahr-Jubiläum wollen wir mit einem außergewöhnlichen Fest feiern. Die Besucher können den ältesten Zoo der Welt dabei von einer ganz neuen Seite entdecken und haben die Möglichkeit, Giraffen, Löwen & Co. bis Mitternacht zu erleben“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Auf dem Programm des Jubiläumsfestes stehen zahlreiche musikalische und künstlerische Darbietungen, darunter Bodypaintingtänzerinnen in „Tierkostümen“, eine Feuershow auf der ORANG.erie-Terrasse, eine Live-Band, tierische Stelzengeher, afrikanische Trommler und Zauberer. Tiergartenmitarbeiter geben als „Living Books“ Hintergrundinformationen zu den Tieren und auf dem Regenwaldhausplatz wird eine Silent Disco veranstaltet. Beim großen Jubiläumsgewinnspiel warten tolle Preise. Die „Lange Sommernacht“ findet am 6. Juli 2012 von 20 Uhr bis Mitternacht statt. Frühbucher erhalten besondere Ermäßigungen auf den Ticketpreis. Eintrittskarten sind online unter www.zoovienna.at/sommernacht und an den Kassen des Tiergartens erhältlich. Ticketpreise: Frühbucherbonus bis 31. Mai: € 29,- / € 25,- (Jugendliche bis 18 Jahre); Vorverkauf ab 1. Juni bis 5. Juli: € 35,- / 32,- (Jugendliche bis 18 Jahre); Abendkasse: € 40,- / € 36,- (Jugendliche bis 18 Jahre). Achtung: Die Anzahl der Tickets ist limitiert.

Zoo Frankfurt, 26.04.2012
Nachtschwärmer: Fledermausführungen im Zoo
9. Mai & 16. Mai, 20.00 Uhr und 30. Mai & 13. Juni, 20.30 Uhr, Zugang nur über den Eingang Rhönstraße. Abends in den Zoo? Aber da schlafen doch alle! Nein, nicht alle – es gibt sogar frei lebende Tiere, die wir dort antreffen können. Wenn bei dem Spaziergang in der Abenddämmerung kleine Wesen scheinbar lautlos in der Luft an einem vorbeihuschen, so bekommt manch einer eine Gänsehaut – denn noch immer ranken sich viele Mythen und Gruselgeschichten um Fledermäuse. Doch unsere einheimischen Arten sind völlig harmlose und sogar sehr nützliche Insektenfresser. Wer schon immer mal mehr über die ungewöhnliche Lebensweise der kleinen Nachtflatterer erfahren wollte, ist hier genau richtig! Faszinierende Einblicke in die Welt der nachtschwärmenden Fledermäuse bietet eine Mitarbeiterin der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Hessen bei diesen einmaligen Führungen zum Jahr der Fledermaus. Das nötige Rüstzeug erhalten Teilnehmer vorab bei einer kurzen Einführung durch die Biologin. Im Anschluss geht es bis circa 22.00 Uhr bzw. 22.30 Uhr auf Exkursion im nächtlichen Zoo. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir bitten um Anmeldung: Telefon 069 212-35551 oder -33729 oder per Mail unter zoo.info@stadt-frankfurt.de Kosten: 6 Euro pro Person

Zoo Heidelberg, 26.04.2012
Riesen-Ferkelei im Zoo Heidelberg
Mitte März erblickten im Zoo Heidelberg 13 quicklebendige Ferkel das Licht der Welt. Der tierische Nachwuchs hält seitdem Mutterschweine und natürlich auch Tierpfleger auf Trapp. Mamaschwein „Paula“, eine Mischung aus dem bekannten Iberico-Schwein, gebar fünf quirlige Mädchen, die sie mit ganzer Kraft gegenüber der anderen Schweinemutter „Lisbeth“ verteidigt. Lisbeth, ein hübscher Mix aus Wildschwein und „Wollsau“, gebar drei weibliche und fünf männliche Ferkel. Lisbeth und Paula sind von ihrem Wesen sehr unterschiedlich. Lisbeth ist ruhiger und gelassener als die nervöse Paula. Dieses Verhalten ist bei Lisbeth erblich bedingt, da sie zur Hälfte ein Wildschwein ist. Beide sind zum ersten Mal Mutter geworden und versorgen ihre Rasselbande vorbildlich. Der Vater von allen Ferkeln ist ein Schwäbisch-Hällisches Landschwein. Diese Rasse ist für ihre Schwarzfärbung am Kopf, Hals und den Hinterbeinen bekannt. Darum sehen die Ferkel im Zoo Heidelberg gar nicht so aus wie ein rosa Marzipanschwein, sondern besitzen diese markante Musterung. Mit ihren süßen Knautschnasen erkunden die sieben Wochen alten Ferkel neugierig ihre neue Umgebung. Die verspielten Jungtiere fühlen sich pudelwohl und gehen, wie richtige Schweine, ihren Lieblingsbeschäftigungen nach: buddeln, grunzen, sich suhlen und sich an ihren Mamas kuscheln. Wenn es ihnen nach dem Spielen draußen zu kalt wird, flitzen die Kleinen selbstständig in den Stall und wärmen sich an der Wärmelampe auf. Ihre Mütter bleiben meistens alleine noch draußen. Wer die süßen Ferkel im Zoo Heidelberg besuchen möchte, findet sie am Eselgehege in unmittelbarer Nähe des Spielplatzes.

Zoo Osnabrück, 27.04.2012
Zunehmen dringend erwünscht: Gewichtskontrolle beim Pinguinnachwuchs
Für Humboldt-Pinguinmädchen Ella im Zoo Osnabrück heißt es zurzeit einmal die Woche: „Ab auf die Waage“. Denn die Tierpfleger wollen sicherstellen, dass Ella schön zunimmt. „In den ersten Tagen nahm Ella so wenig zu, dass wir uns Sorgen machten“, berichtete Tierpflegerin Kirsten Bischoff. Mit gerade 72 Gramm kam Ella am 28. März 2012 auf die Welt. Mutter „Kurzschnabel“ und Vater „Gable“ hatten 42 Tage lang das Ei im Nest abwechselnd bebrütet. Pinguineltern füttern ihre Kinder, indem sie den vorverdauten Fisch herauswürgen und direkt in den Schnabel ihrer Kinder geben. „Schließlich haben wir uns dazu entschlossen, Ella zu zufüttern und ihr fingernagelgroße Fischfiletstücke gereicht.“ Keine leichte Aufgabe für die Tierpfleger, denn dafür mussten sie das Jungtier aus dem Nest in der Bruthöhle unter Mamas oder Papas Bauch hervorholen – immer mit einem dicken Lederhandschuh geschützt, denn Pinguinschnäbel sind scharf. Doch der Einsatz hat sich gelohnt: „Weil Ella durch unseren Fisch fitter wurde, begann sie, ihre Mutter stärker anzubetteln, sodass diese animiert wurde, mehr zu füttern“, freute sich Bischoff. Inzwischen wiegt Ella stolze 1.300 Gramm. Noch hält sich das kleine Pinguinmädchen in der Höhle auf und ihre Eltern lassen sie auch nicht heraus. Erst in etwa zwei Wochen können Zoobesucher sie auf der Pinguinanlage beobachten. Ella ist leicht zu erkennen: „Pinguinjungtiere kommen mit einem Daunenfederkleid auf die Welt – das ist grau und sieht ganz kuschelig aus. Es wärmt die Kleinen besonders gut. Sie dürfen damit aber nicht ins Wasser, da es nicht isoliert. Sie würden erfrieren“, erklärte Bischoff. In drei Monaten wird Ella ihr wasser-taugliches Gefieder bekommen, allerdings färbt sie erst im nächsten Jahr in das Erwachsenen-Federkleid mit individuellem Streifen- und Fleckenmuster um. Pinguine kommen jedes Jahr im Spätsommer in die Mauser und erhalten dabei ein neues Gefieder – schließlich muss das perfekt gegen das kalte Wasser isolieren. Die Pinguinaufzucht in Zoos ist nicht leicht, denn häufig lernen die Jungtiere nicht, wie sie eigenständig den Fisch fangen. „Entweder sind die Kleinen dann so zutraulich, dass sie von uns den Fisch direkt nehmen oder sie müssen lernen, den Fisch im Wasser zu schnappen“, berichtete Bischoff. Das Zoo-Team beobachtet nun aufmerksam, wann die Eltern ihren Zögling „vor die Tür setzen“. Denn dann gibt es von Mama oder Papa auch kein Futter mehr und die Tierpfleger müssen darauf achten, dass der Nachwuchs selbstständig frisst.

Tiergarten Schönbrunn Wien, 27.04.2012
AMEISENBÄR GEBOREN
Erst im vergangenen November hat sich der Tiergarten Schönbrunn über Nachwuchs bei den Großen Ameisenbären gefreut, nun sorgt erneut ein Jungtier für Entzücken bei den Besuchern. Das Ameisenbär-Weibchen Ilse hat am Sonntag, dem 22. April nach rund 190 Tagen Tragzeit ein weibliches Jungtier zur Welt gebracht, das von den Pflegern den Namen „Mocoa“ bekommen hat. „Ilse ist bereits 16 Jahre alt und eine routinierte Mutter. Im Jahr 2000 hat sie sogar Zwillinge erfolgreich aufgezogen. Dies war eine weltweite Premiere“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Man muss schon genau schauen, um das Jungtier im Fell seiner Mutter zu erkennen. Schratter: „In typischer Ameisenbär-Manier reitet das Kleine huckepack. Den Großteil des Tages schlummert es aber unter ihrem buschigen Schwanz. In dieser Position wird es auch die ersten Monate gesäugt.“ Damit die Pfleger kontrollieren können, ob Mocoa an Gewicht zulegt, wird sie regelmäßig abgewogen. Derzeit bringt sie rund 1450 Gramm auf die Waage und ist etwa 35 Zentimeter groß. Auch der mittlerweile fünf Monate alte Hombrecito hat sich prächtig entwickelt. Er wiegt bereits geschätzte fünf Kilogramm und verlässt den Rücken seiner Mutter Emilia immer öfter, um selbstständig den Südamerika-Park zu erkunden. Der Vater beider Jungtiere ist Silva, der 2010 aus dem Colchester Zoo nach Wien übersiedelt ist. Große Ameisenbären sind in ihrer Heimat Mittel- und Südamerika bedroht. Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Erlebnis Zoo Hannover, 27.04.2012
Neue mobile Show im Erlebnis-Zoo Hannover: Start am 28. April: Das große Kribbeln!
Sie sind kleine Schönheiten mit so geheimnisvollen Namen wie Achatina fulica, Mardonius parilis acuticonus oder Diapherodes gigantea. Im Alltag bleiben sie oft unerkannt, wenn nicht gar verkannt. Dabei sind sie absolut faszinierend, wenn man sie erst einmal besser kennen gelernt hat. Im Erlebnis-Zoo Hannover geht das jetzt: Die neue mobile Show „Das große Kribbeln“ stellt die wuselig-kribbelige Welt der Krabbel- und Kriechtiere vor. Mit dem „Kribbel-Car“ sind die Tierpfleger im Zoo unterwegs und präsentieren ihre Stars: Fauchschaben und Tausendfüßer, Maikäfer und Mehlwürmer, Schrecken und Schnecken, Schwarzkäferlarven und Schlangen. Allesamt echte Stars, viele sogar zum Anfassen. Berühren ist unbedingt erwünscht, um Berührungsscheu abzulegen. Wer Theodor einmal genau beim Laufen zugesehen hat, stellt fest: Der Tausendfüßer hat doch niemals tausend Füße. Maximal 680! Und kommt man dem Franzl mal ganz nah, zeigt sich, dass die Fühler der Fauchschaben-Männchen viel dichter mit feinen Härchen bewachsen sind als die der Weibchen. Außerdem hat Franzl zwei hörnerförmige Höcker auf dem Halsschild, das Fauchschaben-Weibchen nicht. Von wegen, die sehen alle gleich aus! Der flotte Maikäfer kann mit 50.000 Geruchssensoren auf den Fühlern prahlen, die Achatschnecke mit mikroskopisch kleinen Hornplättchen auf der Zunge, mit denen sie ihre Nahrung abschabt, nicht abbeißt. Wer glaubt schon, dass aus gelblichen Maden einst große Schwarzkäfer werden oder dass einige Schreckenarten Sollbruchstellen an den dünnen Gliedmaßen haben und ihnen abgetrennte Beine nach der Häutung nachwachsen? Ab dem 28. April stellen die Tierpfleger beim „Großen Kribbeln“ die unbekannten, bemerkenswerten Merkmale der Insekten und Kriechtiere vor. Das Kribbel-Car mit der mobilen Show ist täglich im Zoo unterwegs. Man weiß nie genau, wo es auftaucht. Und – kribbelt es schon?

Zoo Leipzig, 27.04.2012
Zehn Komodowarane importiert: Zoo Leipzig vergrößert europäische Population
Sie sind da: Der Zoo Leipzig hat erfolgreich zehn junge Komodowarane (Varanus komodoensis) aus den USA importiert. Der Transport, dem knapp ein Jahr Vorbereitungszeit vorausgegangen ist, ist das Ergebnis globaler Artenschutz-anstrengungen und hat im Rahmen eines Austausches zwischen dem europäischen und US-amerikanischen Zuchtprogramm stattgefunden. Ziel des international angelegten Projektes ist es, die genetische Variabilität für die weitere Zucht zu vergrößern, um mittelfristig eine stabile, selbsterhaltende Population auf beiden Kontinenten aufbauen zu können. Im Austausch gegen die zehn in Leipzig eingetroffenen Warane erhalten die USA zehn Exemplare aus Europa. „Mit diesem Projekt zeigt die internationale Zoogemeinschaft in beeindruckender Art und Weise, wie die weltweite Zusammenarbeit für den Artenschutz aussieht“, sagt Zoodirektor Dr. Jörg Junhold, der als Präsident des Weltverbandes der Zoos und Aquarien (WAZA) das globale Populationsmanagement forcieren möchte. Die jüngst in Leipzig eingetroffenen Komodowarane haben die Reise in den Spezialboxen gut überstanden und leben vorerst in der rückwärtigen Tierhaltung im Zoo Leipzig. Zwei im Oktober 2010 geschlüpfte, weibliche Tiere werden perspektivisch in der Tropenerlebniswelt Gondwanaland zu sehen sein. Die übrigen werden an zoologische Einrichtungen in Deutschland und Europa abgegeben, um neue Zuchtpaare zu bilden. Bislang war der sieben Jahre alte Kampung, der im Vorjahr als erster Bewohner in die Tropenerlebniswelt Gondwanaland gezogen war, der einzige seiner Art in Deutschland. Bis die Neuankömmlinge aus Amerika im zuchtfähigen Alter sind, werden noch zwei bis vier Jahre vergehen. Dann erst werden die beiden Weibchen Festus und Pantai, die im Zoo Leipzig verbleiben, mit Kampung zusammengelassen – noch sind sie mit einer Länge von etwa 1,20 Meter zu klein und könnten zur Mahlzeit ihres künftigen Zuchtpartners werden.

Erlebniszoo Hannover, 28.04.2012
Giraffenbulle Schorse feiert heute 25. Geburtstag: Geschenkkorb für Charakterkopf
Mit seinen 5,80 Metern ist Giraffenbulle Schorse im Erlebnis-Zoo Hannover ganz klar der Größte. Um so einem Riesen sein Geburtstagsgeschenk zu reichen, stellten sich die Tierpfleger auf die Zehenspitzen. Schorse seinerseits war entgegenkommend und ließ sich ganz schön weit herab. Zu seinem 25. Geburtstag bekam Schorse am Samstag morgen, 28. April, einen großen Korb voll mit seinen Lieblingsleckereien: Bananen, Haferflocken und Äste mit saftigen grünen Blättern. Mit seinen 25 Jahren ist der Rothschild-Giraffenbulle mittlerweile ein betagter und mitunter recht bequemer Herr. Sein Geschenk beachtete er trotz der hochgestellten Darbietung erst einmal lange Zeit aus weiter Entfernung, bis er sich endlich langsam in Bewegung setzte. In seinem hohen Alter hat er eben eine gewisse Sturheit entwickelt. Mal bewegt er sich keinen Huf breit aus dem Stall, mal geht er nicht wieder hinein, oft ruht er lieber an einen Baum gelehnt anstatt bei der Fütterung mitzumachen, dann wieder spielt er den Chef auf der Giraffenanlage und beansprucht einen Platz am Futterkorb für sich ganz allein (ob er Hunger hat oder nicht). Auf Zurufe, abends doch bitte in den Stall zu kommen, hört er schon lange nicht mehr richtig – Hörschwierigkeiten kann er schließlich einfach auf sein Alter chieben – und lässt sich gerne erst mit mehreren Bananen bestechen. Schorse ist eben ein richtiger Charakterkopf. In freier Wildbahn werden Giraffen 25 Jahre alt, in Zoos können sie ein Alter bis zu 28 Jahren erreichen. Dass Schorse inzwischen nicht mehr der Jüngste ist, merken auch seine Damen, denen er heute zwar immer noch sehr interessiert, aber eher gemächlich folgt und manchmal auch einfach mitten im Verfolgungsspiel stehen bleibt. Um einen Stammhalter muss sich der Giraffenbulle allerdings keine Sorgen mehr machen: In seinen 25 Jahren hat Schorse 26 Kinder gezeugt, Nummer 27 ist unterwegs. Der Nachwuchs lebt heute unter anderem in Madrid, Gelsenkirchen, Amneville, Kronberg und Wien. Schorse wurde am 28. April 1987 in Dvur Kralove (Tschechische Republik) geboren und lebt seit Juni 1989 im Erlebnis-Zoo Hannover. Rothschild-Giraffen gehören zu den stark bedrohten Tierarten. In freier Wildbahn leben noch weniger als 2.500 Tiere der Giraffenart mit der auffallend großen Musterung – zum Vergleich: Es gibt ca. 60.000 freilebende Massai-Giraffen. Mit der Nachzucht der seltenen Langhälse versucht der Erlebnis-Zoo Hannover im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), die Rothschild-Giraffen vor dem Aussterben zu bewahren.

Tierpark Hellabrunn, 30.04.2012
Europäische Zoodirektoren-Tagung in Hellabrunn
Knapp 100 europäische Zoodirektoren tagten von 26. bis 29. April in Prien/Chiemsee, um die strategische Ausrichtung der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) für die kommenden Jahre festzulegen. Gastgeber war die Münchener Tierpark Hellabrunn AG. Zur diesjährigen Tagung der EAZA-Direktoren lud Münchens Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem Kollegen aus ganz Europa ins Yachthotel Prien am Chiemsee. Die Konferenzen der EAZA finden jedes Jahr in einem anderen europäischen Gastgeberland/-zoo statt. Besonders wichtig war die diesjährige Tagung, da die strategische Ausrichtung der EAZAZoos für die kommenden Jahre festgelegt wurde. Die teilnehmenden rund 100 Zoodirektoren kamen aus Großbritannien, Portugal, Schweden, Dänemark, Italien, Ungarn, Israel, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Deutschland, Irland, Polen, der Tschechischen Republik, Litauen, Slowenien, der Slowakei, Estland, Griechenland, Kroatien, Norwegen, Finnland, der Schweiz, Belgien und sogar den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im Rahmen der Tagung besuchten die Zoodirektoren ebenfalls den Münchener Tierpark, der ihnen – auch dank des hervorragenden Wetters – in bester Erinnerung bleiben wird. Im Yachthotel Prien fanden verschiedenste Vorträge, Workshops und Plenarsitzungen statt. „Hellabrunn soll auch in wissenschaftlichen Fragen wieder eine entscheidende Rolle innerhalb europäischer Zoovereinigungen spielen. Deshalb war es mir ein großes Anliegen, diese wichtige EAZA-Tagung auszurichten. Heute kann ich sagen: Es war eine äußerst erfolgreiche Veranstaltung!“, resümiert Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem am Tag nach Abschluss der Tagung. Der Münchener Tierpark war 2011 bereits Ausrichter der Tagung der Kaufmännischen Leiter der deutschsprachigen Zoos. Eine weitere Konferenz ist bereits in Planung: Im Jahr 2013 wird die VDZ-Tagung mit 70 deutschsprachigen Zoodirektoren in Hellabrunn stattfinden.

Tierpark Berlin-Friedrichsfeld, 30.04.2012
Sechs Rothund-Welpen im Tierpark Berlin geboren
Am 27.2.2012 wurden im Tierpark Berlin sechs Rothunde geboren. Die ersten acht Wochen wuchsen die vier männlichen und zwei weiblichen Rothund-Welpen von ihrer Mutter wohlbehütet in der Wurfbox abseits der Besucher heran. Seit einigen Tagen nun beginnen die jungen Hunde ihr Gehege zu erkunden, wo sie die übrigen Rudelmitglieder freudig zum Spielen auffordern. Was auf den ersten Blick so selbstverständlich erscheint ist für den Tierpark ein großer Erfolg: Denn erst zum zweiten Mal in der 25-jährigen Haltungsgeschichte des Kiangsi-Rothundes, wachsen im Tierpark Berlin Jungtiere heran. Ein wichtiger Grundstein für die erfolgreiche Zucht wurde bereits 2007 mit der Eröffnung der großflächigen und natürlich gestalteten Rothund-Anlage gelegt. Zwei Jahre später gelang es, das Rothundpaar „Terrik“ und „Taina“ aus der erfolgreichen Zucht des Zoos Novosibirsk nach Berlin zu holen. Während dieses Paar im Jahr 2011 erstmalig in der Geschichte des Tierparks zwei Jungtiere erfolgreich aufzog, können sich die Tierpark Besucher nun gleich über sechs Rothund-Welpen freuen. Auch in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet lebt der Rothund in Familienrudeln. Dies ermöglicht es ihm Beute zu überwältigen, die um ein vielfaches größer ist als er selbst. Rothunde sind in Asien von Indien über China bis nach Java verbreitet. Die im Tierpark Berlin gezeigte Unterart (Cuon alpinus lepturus) stammt aus Mittelchina, wo sie insbesondere Waldgebiete bewohnt. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft den Bestand des Rothundes als bedroht ein. Als Bedrohungsfaktoren gelten insbesondere der Verlust von Lebensraum, Verfolgung durch den Menschen sowie die Übertragung von Krankheiten durch verwilderte Haushunde. Auch in Zoologischen Gärten ist der Rothund nur noch selten zu finden. Die sechs in Berlin geborenen Jungtiere sind daher ein wichtiger Beitrag zum Europäischen Erhaltungszuchtprogramm dieser Art, das vom Zoopark Erfurt koordiniert wird.

Zoo-Aquarium Berlin, 01.05.2012
Von Bienchen und Blümchen – das Leben der Bienen im gläsernen Schaubienenstock des Zoo-Aquariums Berlin
Vor einer Woche übernahm das Insektarium ein Bienenvolk von der Freien Universität Berlin, das dort professionell überwintert worden war. Es bezog sein Quartier in einem gläsernen Schaubienenstock in der Apsis unseres Hauses. Damit kann der interessierte Besucher das nächste halbe Jahr an ihrem Leben teilhaben, ihnen beim Schwänzeltanz zusehen oder das Ein- und Ausfliegen am Stock beobachten. Der Körper der Biene ist braun und fast überall behaart. Die Fühler sind kurz, die Flügel sind glasig und bräunlich. Die Honigbiene (Apis mellifica) ist ein soziales oder staatenbildendes Insekt. Es lebt in Völkern, die zwischen 30 000 und 70 000 Einzeltiere umfassen. Nur eine einzige Königin legt Eier. Die Mehrzahl der Tiere im Stock sind Arbeiterinnen. Es gibt nur einige hundert Drohnen, wie die männlichen Bienen heißen. Die Honigbiene ist unser wichtigstes heimisches Insekt. Zum einen fliegt sie in allen Lebensräumen nektar- und pollentragende Pflanzen an – sie vollbringt damit ganz nebenbei eine immense Bestäubungsleistung. Ohne die fleißigen Insekten wäre der Obstanbau unmöglich! Zum Zweiten liefert die Biene Honig. Nur einen Teil des eingesammelten Nektars nutzt die Biene zur eigenen Ernährung, der größte Teil wird in ihrem Honigmagen transportiert, mit Verdauungssäften vermengt und Wasser wird dem Brei entzogen. Das eingedickte Gemenge wird Honig genannt und in eine Wabenzelle erbrochen. Dieses bildet den Vorrat des Bienenvolkes. Zum Dritten findet das Bienenwachs aus den Waben für Kerzen und Salben Verwendung. Mit allem erwirtschaften uns die Tierchen sehr viele Milliarden Euro. Schon seit der Steinzeit nutzte der Mensch die Honigbiene, die ursprünglich ein Waldtier war. Die heutigen Bienenstöcke sind herausnehmbare Holzkästen mit abnehmbarem Deckel sowie einem Flugloch. Das Innere des Bienenstockes ist von den Waben ausgefüllt, die von den Arbeiterinnen aus Wachs erbaut werden. Waben dienen sowohl zur Aufnahme der Brut als auch zur Speicherung. Einen Zoo Berlin Honig wird es allerdings nicht geben – die Bienen dürfen ihre Vorräte behalten.

Zoo Duisburg, 02.05.2012
Sex bei Zootieren
Vielleicht haben auch Sie es schon bemerkt: lächelnde Gesichter, gut gelaunte Menschen – die Frühlingsgefühle sind da! Und wozu das ganze Hormonspektakel? Na klar, es geht um die Weitergabe seiner Gene. Passend zum Wonnemonat Mai lädt der Zoo Duisburg seine Besucher auf einen Ausflug in das Reich der Fortpflanzung ein. Und siehe da: Auch im Tierreich muss man(n) sich gewaltig anstrengen, wenn es darum geht, das Herz der Auserwählten zu gewinnen. Wie steinig ist der Weg, den ein Koala-Männchen auf sich nimmt, um zur Angebeteten zu gelangen? Führt ein Löwe in seinem Harem wirklich ein königliches Leben? Und wieso gibt es überhaupt so viele Kämpfe um die Gunst der Weibchen? Bei der kostenlosen Sonderführung zum Thema „Sex im Zoo“ hat jeder Interessierte die Gelegenheit zu erfahren, was ein Nashorn wirklich „anmacht“. Viele spannende Geschichten um das tierische Werbeverhalten, treue Seelen und echte Machos weiß der Zoo Duisburg am 13.05.2012 um 12:00 und 14 Uhr zu berichten. Aber um puren Sex geht es bei Zootieren bei Weitem nicht! Fortpflanzung ist nicht nur ein sozialer Bestandteil im Leben eines jeden Tieres, sondern gerade für vom Aussterben bedrohte Tierarten überlebenswichtig. Menschliche Tiergärtner haben also dafür Sorge zu tragen, dass die richtigen Partner zueinander finden, weshalb die Singlebörse für Zootiere weltweit vernetzt ist. Ein Partnertausch zwischen Australien und Griechenland, Portugal und Deutschland ist da keine Ausnahme. Doch damit ist es natürlich nicht getan: Den seltenen Zoobewohnern muss natürlich das richtige Ambiente geschaffen werden, und sind potenzielle Partner endlich gefunden, kommt die Zerreißprobe – harmoniert das Paar oder können sich die beiden womöglich gar nicht riechen? Die Teilnehmeranzahl der Führungen ist auf jeweils 20 Personen begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden bis zum 11.05.2012, 13:00 Uhr unter limpinsel@zoo-duisburg.de (Stichwort: „Sex im Zoo“) entgegen genommen.

Tiergarten Nürnberg, 02.05.2012
Forschungsprojekt zum Rhythmusgefühl von Delphinen
Bis vor wenigen Jahren wurde angenommen, dass das Tanzen, also die Fähigkeit zur Bewegung zum Rhythmus von Musik, eine rein menschliche Eigenschaft ist. In den letzten Jahren wurde dokumentiert, dass auch einige Tiere wie einige Papageienarten und der Indische Elefant diese Fähigkeit haben. Die US-Wissenschaftler Aniruddh Patel, PhD, und John Iversen, PhD, vom Neurosciences Institute, San Diego in Kalifornien, postulierten dass diese Fähigkeit möglicherweise eng mit einer vokalen Nachahmungsfähigkeit verbunden ist. Bei Papageien ist auch motorische Nachahmung sowohl von Artgenossen, als auch bei Haltung in Menschenobhut im sozialen Miteinander von Menschen bekannt. Dies gilt auch für Delphine. Daher wurde vermutet, dass sich auch bei diesen Meeressäugern die Fähigkeit zum Tanzen dokumentieren lässt. Um dieses zu untersuchen, etablierten die Biologin Dr. Annette Kilian und der Biologe Sebastian Kirschner, PhD, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, am Tiergarten der Stadt Nürnberg ein Forschungsprojekt mit dem Titel: „‚Tanzende Delphine‘: Wahrnehmung von Rhythmus und Synchronisationsfähigkeiten beim Großen Tümmler“. Die tierischen Teilnehmer an der Studie waren zwei männliche Große Tümmler, Arnie (geboren am 18. Juni 2000 in Soltau) und Joker (geboren am 8. Juni 1991 in Soltau). In einem Training wurde den Tieren zunächst ein künstlicher Rhythmus aus hohen Tönen vorgespielt, während ihnen gleichzeitig ein Trainer visuelle rhythmische Signale gab. Die Delphine sollten dabei ihren Kopf über Wasser im Rhythmus hin und her bewegen, also mit dem Menschen zu Tönen „tanzen“. Nachdem sie dies konnten, wurden die visuellen Signale langsam weggelassen, und die Fähigkeit der Delphine zur Synchronisation zu den Tönen alleine bei verschiedenen Tempi getestet. Schließlich wurde ihnen „echte Musik“ (etwas an die Delphine adaptiert) vorgespielt, um zu sehen, ob sie sich auch hierzu im Rhythmus bewegen können. Alle Trainings und Tests dokumentierten die Forscher mit der Kamera, um die Filme hinterher Bild für Bild auf Synchronisation hin auszuwerten. Diese Datenerhebung findet zur Zeit noch statt. Vorläufige Beobachtungen erwecken den Eindruck, dass die Tiere sich zumindest für eine kurze Zeit synchron zur Musik alleine bewegen können. Aber erst die Ergebnisse der Filmauswertung werden zeigen, ob Delphine wirklich tanzen können.

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