Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Zoo Osnabrück, 12.05.2012
Hände weg von Jungvögeln!
Scheinbar einsam und verlassen trifft man sie zurzeit in Wäldern, Scheunen oder am Straßenrand an: Jungvögel, die auf dem Boden hocken und scheinbar aus dem Nest gefallen sind. Die Vögel brauchen jedoch keine menschliche Hilfe, sondern sollten in Ruhe gelassen werden. „Ästlinge“ sind junge Vögel, die ihre ersten eigenständigen Ausflüge machen. Dabei landet der eine oder andere schon mal auf dem Boden. Spaziergänger, die sie in guter Absicht mitnehmen, schaden mehr als dass sie helfen. Denn meistens sind die Elterntiere in der Nähe und versorgen ihren Nachwuchs immer noch. „Es ist wirklich schade, wenn die Tiere so kurz vor dem Flüggewerden ihren Eltern entrissen werden, denn jetzt lernen sie von ihnen das Jagen und Fliegen“, so Vogelrevierleiterin Kirsten Bischoff vom Zoo Osnabrück. „Lassen Sie die Jungtiere lieber sitzen oder heben Sie sie vorsichtig auf einen Ast. Die Eltern werden sie trotzdem noch annehmen.“ Im Zoo Osnabrück wurden in diesem Jahr bisher drei Waldkauz-Ästlinge abgegeben. Tierpflegerin Kirsten Bischoff versorgt das Trio nun: „Sie bekommen von uns dunkle Mäuse, um sie darauf zu prägen. Die würden sie auch in freier Natur fressen.“ Das Jagen lernen die Jungtiere demnächst in der Auffangstation Sachsenhagen, wo sie nächste Woche hingebracht werden. Wer einen Jungvogel findet, kann gerne beim Zoo nachfragen, was zu tun ist, so Zoodirektorin Dr. Susanne Klomburg: „Der Zoo ist zwar eine Vogelauffangstation, aber in diesen Fällen ist menschliche Hilfe gar nicht notwendig. Deswegen lautet meistens unser Ratschlag: Sitzen lassen!“ Die Ästlingszeit der Vögel beträgt circa 15 Tage. Bald beginnt auch die der jungen Amseln. Um die Jungtiere nicht zu gefährden, sollten Hundebesitzer die Leinenpflicht zwischen dem 1. April und dem 15. Juli beachten. Auch im eigenen Garten kann man vorsorgen: Hecken dienen als Zuflucht für Vogelfamilien und dürfen deswegen vom 1. März bis zum 30. September nicht geschnitten werden.

Zoo Osnabrück, 12.05.2012
Affenstarker „Buschi Muffin“
Buschi ist ein wahrer Genießer und wurde so zum Namensgeber des neuen „Buschi Muffins“ der Bäckerei Brinkhege auserkoren. Eine große Ehre, die noch dazu Buschi und seinen tierischen Kollegen hilft: Für jeden verkauften „Buschi Muffin“ fließen zehn Cent an den Zoo Osnabrück. Die Leckerei ist handlich, rund und enthält alles, was das Orang-Utan-Herz begehrt: leckere Bananenchips, Rosinen, Mandeln, knackige Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, Sesam und herrliche Haferflocken. Keine Frage – da musste Buschi vorab eine „Geschmacksprobe“ nehmen. Natürlich nur ausnahmsweise, denn Buschi bleibt seinem Obst und Gemüse treu. Der Muffin scheint ihm aber bestens zu munden: Bei der Testverkostung pflückte Buschi mit seinen großen Händen genüsslich einen Bestandteil nach dem anderen heraus, steckte diese genießerisch in seinen Mund und leckte zum Schluss sogar das Papier ab, damit ja kein Krümelchen verloren ging. Wer den „Buschi-Muffin“ probieren will, der findet die neue Köstlichkeit in den Brinkhege-Filialen. Und mit diesem Leckerbissen kann man nicht nur an einem Gewinnspiel mit tierisch tollen Zoogewinnen teilnehmen, sondern sogar noch etwas Gutes tun: Zehn Cent von jedem im Mai verkauften „Buschi Muffin“ werden an den Zoo Osnabrück gespendet. Da freuen sich nicht nur der menschliche Gaumen, sondern auch die Zootiere!

Wilhelma – Zoologisch-botanischer Garten Stuttgart, 15.05.2012
Das umgestaltete Außengehege der Elefantenanlage: Mehr „Wellness“ für Elefanten, schönere Einblicke für Besucher
Die Elefantenanlage der Wilhelma ist über 40 Jahre alt und besaß einen Absperrgraben, der für die betagten Elefantendamen zu gefährlich geworden war. Dieser Graben ist nun verschwunden, denn das Außengehege wurde umgebaut, ist seit Ende April bezugsfertig – und die beiden Elefantendamen Pama und Zella können darin künftig deutlich mehr Komfort genießen. Finanziert wurde der Umbau vom für die Wilhelma zuständigen Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, die Bauleitung lag beim Stuttgarter Amt von ’Vermögen und Bau Baden-Württemberg’, beteiligt am Umbau waren überdies Landschaftsarchitekten, Ingenieure und Gartengestalter. Von November 2011 bis Ende April 2012 dauerte der Umbau, dann konnten die Elefanten einziehen – und sie nahmen ihre neue Außenanlage sichtlich begeistert in Besitz. Auch für den Besucher sind die Veränderungen auf den ersten Blick sichtbar: Die neue Form und die verwendeten Materialien lassen nun das Bild einer naturnahen Landschaft entstehen. Die Einfassungsmauern bestehen aus regionalem Travertin und Betonstein, weitere Travertin-Findlinge sowie eine der asiatischen Heimat der Tiere nachempfundene Bepflanzung mit Bambus und Gräsern unterstützen den natürlichen Eindruck. Die Gehegegrenzen wurden fast rundherum neu festgelegt und durch den Wegfall des Grabens hat sich die nutzbare Fläche von vorher 620 auf 830 Quadratmeter vergrößert. Die Anlage besitzt jetzt großteils einen für die Schwergewichte angenehmen Sandboden, zur Kühlung im Sommer und ganzjährigen Hautpflege dient eine Lehmsuhle von rund 50 Quadratmetern. Außerdem enthalten sind zwei Becken mit austauschbarem Substrat und acht Schubberbäume, die das Gehege gleichzeitig räumlich unterteilen. Zwei in Travertin-Felsen eingelassene Futterkästen dienen auch der Beschäftigung: Sie fordern das Geschick der Elefantenrüssel heraus und bieten sich ebenfalls als Schubberfläche an. Ein weiteres Highlight: das neue und fast doppelt so große Elefantenbad mit ca. 85 Quadratmetern Wasserfläche und 65 Kubikmetern Fassungsvermögen. Ins Bad steigen können die Elefantendamen wahlweise über Rampen oder Stufen. Das Badewasser wird durch eine moderne, nachhaltige Wiederaufbereitungsanlage gereinigt, die den Wasser- und Energieverbrauch optimiert. Auch die Besucherbereiche rund um die Elefantenanlage wurden aufgewertet. Auf der Ostseite gibt es nun einen größeren Zuschauerbereich sowie ein „Fenster“ und an der Südgrenze sogar eine richtige Besuchertribüne: Sie bietet den Besuchern einerseits Sitzgelegenheiten und andererseits den direkten Blick auf den Elefantenpool. Wenn die Elefanten, wie geplant, dann eines Tages in eine ganz neue Anlage umziehen, sollen die Indischen Panzernashörner das Gehege erben, das deshalb beim Umbau bereits die Haltungsanforde-rungen beider Tierarten berücksichtigte. Die rund eine Million Euro, die das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg für die Maßnahme bereitstellte, wurde somit ökonomisch sinnvoll und zukunftsorientiert investiert.

Zoo Salzburg, 15.05.2012
„Leonid“ – neuer Przewalski-Hengst im Salzburger Zoo
Ein Jahr lang waren die Przewalski-Stuten im Zoo Salzburg ohne Hengst. Vergangene Woche kam der 6 Jahre alte „Leonid“ aus dem deutschen Zoo Neuwied auf die Salzburger Przewalski-Anlage. Souverän – mit einem eleganten Sprung – verließ der „Neue“ den Transporter. Im leichten Trab und imposanter Körperhaltung lief er gleich auf die scheinbar überraschten Stuten zu, um sich zu präsentieren. Nach nur wenigen Augenblicken begann dann das „normale“ Begrüßungsritual der Stuten: kam Leonid einem Weibchen zu nahe, wurde ausgeschlagen und gebissen. Vor allem Senda, die fast 26 Jahre alte Stute, drängte sich immer wieder zwischen den „Neuen“ und die jungen Stuten, um jede Kontaktaufnahme zu verhindern. Leonid verhielt sich meist wie ein Gentleman. Hin und wieder, als manche Attacken doch zu heftig wurden, teilte auch er Tritte und Bisse aus. Vor rund einem Jahr starb der Salzburger Hengst Quido im Alter von 26 Jahren. Nun wird Leonid in seine Fußstapfen treten. Er wurde vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm – EEP – für die Salzburger Stuten ausgesucht und soll nun für Nachwuchs sorgen. Hoffentlich wird dann wieder ein Salzburger Przewalski-Pferd in der ursprünglichen Heimat Mongolei ausgewildert!

Opel-Zoo Kronberg, 15.05.2012
Geburten an Muttertag: Nachwuchs bei Elch, Esel und Rothirsch im Kronberger Opel-Zoo
Frühjahr und Frühsommer im Opel-Zoo: Da gibt es in vielen Gehegen Nachwuchs zu entdecken. Während die Jungtiere bei den Afrikanischen Zwergziegen, den Mufflons oder den Erdmännchen leicht zu finden sind und mit ausgelassenem Spiel die Besucher begeistern, muss man bei anderen Tierarten anfangs etwas genauer hinschauen, bis man die tief im Gras versteckten Neugeborenen entdeckt, so beispielsweise bei den Hirscharten wie den seltenen Mesopotamischen Damhirschen und Vietnam-Sikahirschen oder auch bei den Rothirschen. Die Wildkatzen bleiben nach der Geburt zunächst sogar in der Wurfhöhle und sind in dieser Zeit über einen Monitor am Gehege zu beobachten, bis sich vorsichtig ins Freie wagen. Am Muttertag mussten sich drei Mütter im Opel-Zoo ganz besonders anstrengen: Elchmutter „Heda“ schenkte fast auf den Tag genau nach der ersten Geburt von Svea am 18.5.2011 ein Jahr später ihrem zweiten Elchkalb das Leben, wieder ohne Komplikationen oder menschliche Hilfe. Das „Kleine“ mit den ellenlangen Beinen wird in den nächsten Tagen immer agiler, sucht immer häufiger die Zitzen der Mutter und entwickelt immer mehr Kraft, um das Gehege zu durchstreifen. Sobald die Tierärzte im Opel-Zoo das Neugeborene untersucht und die Prophylaxe verabreicht haben, wird dann auch bekannt, welches Geschlecht das Elchkalb hat. Als ausgesprochener Liebling scheint sich bereits der kleine Esel zu entwickeln, der ebenfalls am 13. Mai im Streichelzoo geboren wurde. Auch bei dieser Tierart gibt es regelmäßig Nachwuchs, der dann stets schnell von den Besuchern ganz besonders viele Streicheleinheiten erhält. Während bei den Mesopotamischen Damhirschen der jedes Jahr übliche Kindersegen bereits Ende April eingesetzt und schon drei Jungtiere beschert hat, wurde der erste Rothirsch des Jahres 2012 ebenfalls am Muttertag geboren. Und so gibt es zurzeit im Opel-Zoo viel zu entdecken und die kommenden Feiertage bieten sich zu einem Besuch bei den (Jung-) Tieren an. Nach den Aktionstagen mit Infoständen und interaktiven Stationen zum Thema „Biologische Vielfalt erleben“ am 22. und 23. Mai 2012, jeweils von 9 bis 15 Uhr, lockt dann auch die nächste Öffentliche Führung am Samstag, 26. Mai um 15 Uhr, die das Thema „Energiehaushalt der Tiere“ zum Inhalt hat.

Tierpark Hagenbeck, 15.05.2012
Im Tapir-Trab durchs Freigehege
Eine Bergziege ist sie zwar nicht, aber klettern kann sie trotzdem sehr gut. Das bewies die gerade einmal zwei Wochen junge Parima beim ersten Ausflug ins große Freigehege. Erst vor Kurzem wurde die Anlage um mehr als das Doppelte vergrößert. Genug Freiraum, um das kindliche Bewegungsbedürfnis voll auszuleben. Vor den Augen der Besucher galoppierte und trabte das Tapirbaby bergauf und bergab. Manchmal verlor die Kleine sogar Mama Carmina (9 Jahre) aus den Augen. Kurze zwitschernde Pfiffe zur Verständigung und die beiden hatten sich wieder gefunden. Ein erstes Abenteuer im Freien, dem sicher bald viele weitere folgen werden. Landschaftliche Neuheiten wie Abhänge, Hügel, Weidenbäume und Gebüsch waren nicht nur für die Kleine an diesem ersten Tag sehr spannend. Vater Xingo (20 Jahre) machte sich auf Tapirart mit der neuen Umgebung vertraut: Er markierte intensiv das erweiterte Revier. Mutter Carmina unternahm mehr als einen Kontrollrundgang, bevor sie sich dem frischen Futter zuwandte. Reviertierpfleger Thomas Günther ist mit der Entwicklung von Parima sehr zufrieden: „Sie ist äußerst wach, nimmt alles schnell auf und ist kein bisschen scheu.“ Die vielen Aktivitäten fordern allerdings auch ihren Tribut. Zur Mittagszeit gehört eine ausgedehnte Siesta im Tapirhaus zum Tagesprogramm. Auf die Tiere und auf die Besucher wartet ein wunderbar abwechslungsreicher Tapir-Sommer.

Thüringer Zoopark Erfurt, 15.05.2012
Bisonkälbchen geboren
Ein Sonntagskind kam bei schönstem Sonnenschein auf den Bison-Plains zur Welt. Schon nach kurzer Zeit konnte das kleine Bisonkälbchen seine Beine sortieren und der Mutter folgen. Auch die Milchquelle war schnell gefunden. So knuddelig die kleinen hellbraunen Kälber aussehen: Für Besucher wie Tierpfleger heißt es, nur aus der Entfernung zuzusehen – anfassen ist nicht möglich. Denn die gesamte Bisonherde bewacht den Nachwuchs. Bisons sind Wildtiere – und sollen es auch bleiben. Es ist schon der zweite Nachwuchs dieses Jahr. Beide Kälbchen haben somit einen Spielpartner, denn die großen Bisons spielen nicht mit. Den ganzen Tag tollen die Kleinen herum, trinken und schlafen dann erschöpft auf der großen Anlage ein. Nicht immer auf den speziellen Liegeflächen, sondern da, wo sie der Schlaf übermannt. Die Mutterkuh passt schon auf, dass nichts passiert.

Zoo Duisburg, 15.05.2012
Tierischer Vatertag im Zoo
Am Donnerstag ist es wieder soweit: Vatertag steht ins Haus! Dieser Ehrentag, an dem sich Väter aufmachen, um sich selbst zu feiern oder der Tradition nach ihre Sprösslinge in alte Sitten und Gebräuche einzuführen, bietet guten Anlass, mal den einen oder anderen Blick auf die Väter im Tierreich zu werfen, um zu vergleichen, wie diese sich um ihren Nachwuchs bemühen. Im Zoo Duisburg hätte Gorilla-Mann MAPEMA allen Grund, sich feiern zu lassen, ist er doch nicht nur ein stolzer und muskelbepackter Silberrücken, der drei Frauen sein Eigen nennt, sondern auch ein liebevoller Vater von inzwischen 4 Jungtieren. Während der jüngste, erst wenige Monate alte Nachwuchs noch von Mutter SAFIRI herumgetragen wird, toben die drei übrigen Jungtiere zur Begeisterung der Zoobesucher über die Außenanlage. Auch der männliche Große Tümmler IVO führt ein Leben mit 3 Frauen und bringt es aktuell gleich auf 5 Nachkommen. Noch nie in der Geschichte des Zoo Duisburg hat es solch einen Kindersegen bei den Delfinen gegeben. Vielweiberei ist auch bei den südamerikanischen Laufvögeln, den Nandus angesagt, allerdings mit etwas vertauschten Rollen bei der Jungtieraufzucht. Nicht etwa die Nanduhennen, sondern der stolze Nandu-Hahn EDGAR, bebrütet das Gelege, das ihm gleich mehrere Hennen ins Nest gelegt haben. Wie bei diesen Laufvögeln üblich, kümmert sich der Vater alleine um die Brut und verteidigt diese vehement. Selbst die vertrauten Pfleger machen momentan während der Reinigungsarbeiten einen Bogen um ihn. „Ein Weibchen ist genug“, denkt sich hingegen Tiger-Mann EL-ROI, dessen halbwüchsige Tochter Ahimsa für reichlich Trubel auf der Anlage sorgt. Gänzlich Ruhe vor seinen Weibchen wünscht sich wiederum Elefanten-Mann SHAKA. Wie bei Elefanten üblich lebt er als erwachsener Bulle fast ganzjährig alleine. Nur gelegentlich besucht er seine Weibchen, die in einem Sozialverband im Nachbargehege leben. „Jeder wie er möchte“, meint man sagen zu wollen. Unzählige Varianten des Vaterdaseins gibt es im Tierreich, ob als alleinerziehender Vater, wie z.B. bei den Seepferdchen, als reiner Erzeuger, der mit der Aufzucht der Jungtiere nichts am Hut hat, wie z.B. bei den Kattas, oder als fürsorglicher Vater und Beschützer, der sich liebevoll um den Nachwuchs kümmert, wie z.B. bei den Riesenottern. Alle Väter, aber natürlich auch alle anderen Familienmitglieder, können sich im Zoo selbst ein Bild davon verschaffen, welchem Tier der Vater am ähnlichsten ist. Giraffen-Mann KIRINGO, Shetandpony-Mann ANTON, Koala-Mann KUNA und alle anderen Vatertiere im Zoo Duisburg freuen sich auf den Besuch vieler menschlicher Väter mit ihren Familien.

Zoo Berlin, 15.05.2012
Erfreuliche „Wasserschwein-Schwemme“ im Berliner Zoo
Nach vielen nachwuchsfreien Jahren hat die Wasserschweinzucht im Berliner Zoo nun wieder ein rekordverdächtiges Niveau erreicht. In diesem Frühjahr brachten die beiden geschlechtsreifen Weibchen, „Lucia“ und „Elena“, insgesamt acht Jungtiere zur Welt, von denen allerdings zwei der Nachkommen der Jugendsterblichkeit zum Opfer fielen. Die verbliebenen sechs Wasserschweinchen entwickeln sich aber prächtig und die Zusammenführung beider Familien ist gerade erfolgreich verlaufen. Jetzt können alles in allem ein Dutzend Wasserschweine auf der großen Gemeinschaftsanlage für südamerikanische Pampasbewohner gesichtet werden. Noch ist ein Größenunterschied zwischen den Jungtieren zu er-kennen; denn die Tiere des ersten Wurfs, vom 14. April, sind genau zwei Wochen älter als der Nachwuchs des zweiten Muttertieres. Im Vergleich zu ihren Müttern wirken aber alle Diesjährigen noch sehr klein, da ausgewachsene Wasserschweine über 50 kg auf die Waage bringen können. Nahe Verwandte der Wasserschweine sind die Meerschweinchen. Bei beiden Arten handelt es sich aus systematischer Sicht keinesfalls um Schweine, sondern um ordentliche Na-getiere, die lediglich hinsichtlich ihres Lautrepertoires entfernt an Schweine erinnern. Aus diesem Grund ist auch die ebenfalls gebräuchliche Artbezeichnung Capybara, was in der Sprache der Indios so viel bedeutet wie „Herr des Graslandes“, weniger irreführend. Neugeborene Wasserschweine sind bereits sehr weit entwickelt und die Zähne wurden schon im Mutterleib gewechselt. Direkt nach der Geburt folgen sie ihrer Mutter, die sie mit zwitschernden Lauten zu ihren Weideplätzen lockt und mit spielerischer Leichtigkeit bewegen sie sich auch im Wasser fort. Capybaras besiedeln weite Gebiete Südamerikas, wo sie in der Nähe von Gewässern vornehmlich Gräser fressen. Die Riesennager leben gesellig in hierarchisch geordneten Strukturen, wobei die Herde von einem dominanten Männchen angeführt wird. Im Berliner Zoo übernimmt diese Aufgabe „Felipe“, der Vater aller Jungtiere.

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