Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Tiergarten Wien-Schönbrunn, 21.05.2012
PECHSCHWARZER NACHWUCHS IM AFFENHAUS
Erst Ende April wurde das historische Affenhaus im Tiergarten Schönbrunn wiedereröffnet, schon gibt es den ersten Nachwuchs: Ein Springtamarin ist am 11. Mai zur Welt gekommen. Das Geschlecht des Affenbabys ist noch nicht bekannt. Die Mutter trägt das etwa 50 Gramm schwere Jungtier rund um die Uhr huckepack. „Da beide pechschwarz sind, übersieht man das Jungtier im Fell der Mutter leicht, wenn es nicht gerade seinen Wuschelkopf hebt“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Im Zuge der Affenhaus-Eröffnung vor fast einem Monat sind sieben Springtamarine aus dem Zoo Wels nach Schönbrunn übersiedelt. Das Jungtier, nun Nummer 8 der Gruppe, ist also bereits im Mutterleib „mitgereist“, denn die Tragzeit beträgt bei dieser Affenart etwa fünf Monate. Schratter: „Aufgrund von Jagd und Waldrodungen sind die Bestände der Springtamarine in ihrer Heimat Südamerika stark zurück gegangen. In Zoos werden sie im Rahmen von Erhaltungszuchtprogrammen gepflegt.“ Noch klammert sich der Nachwuchs im Rückenfell der Mutter fest und zeigt nichts von dem enormen Sprungtalent, das dieser Affenart ihren Namen gibt. Springtamarine können bis zu vier Meter weit von Ast zu Ast springen. Sie ernähren sich von Insekten, Baumpilzen und Früchten, nicht selten erbeuten sie auch kleine Wirbeltiere. Die Jungtiere werden drei Monate gesäugt. Im Tiergarten Schönbrunn teilen sich die Springtamarine ihr Gehege mit Kaiserschnurrbarttamarinen und Zwergseidenäffchen.

Zoo Osnabrück, 21.05.2012
Ab nach Angkor Wat – im Zoo Osnabrück! Neuer Affentempel eröffnet
Eine Reise in die südostasiatische Tempelwelt erwartet ab heute die Besucher des Osnabrücker Zoos: Der Affentempel „Angkor Wat“, auf dem 18 asiatische Schweinsaffen herrschen, ist nun offiziell eröffnet. Osnabrück, 21.05.2012. „Nachdem wir den unterirdischen Zoo, die Afrika-Tierwelt Takamanda und die nordische Erlebniswelt Kajanaland eingeweiht haben, treffen wir uns heute zur vierten Eröffnung in vier Jahren. Angkor Wat in Osnabrück – wer hätte das vor wenigen Jahren für möglich gehalten?“, fragte Oberbürgermeister Boris Pistorius in seiner Begrüßung. „Die Um-, An- und Neubauten laden die Besucher nun zu einer kleinen Weltreise am Schölerberg ein. Das ist so vielversprechend, dass ich sehr gespannt bin, mit welchen weiteren Projekten der Zoo die kleinen und großen Besucher in den kommenden Jahren überraschen wird“, sagte Pistorius zu den 150 Gästen. Der ehemalige Affenfelsen, der nun in einen Tempel verwandelt wurde, stammte aus den 70er Jahren – ein damals moderner Betonbau, der in die Jahre gekommen war und nicht mehr der aktuellen Gehegegestaltung entsprach. Bei der Eröffnung vom Osnabrücker „Angkor Wat“ waren Vertreter aus Wirtschaft und Politik, darunter viele Zoo-Sponsoren, anwesend und schauten zu, wie Oberbürgermeister Pistorius den Vorhang zum geheimnisvollen Tempelgang öffnete.

Tierpark Haag, 21.05.2012
KAMELNACHWUCHS – TRAMPELTIERHENGST GEBOREN
Die Trampeltiere fühlen sich in der überaus gelungenen Kamelanlage im Tierpark Stadt Haag sichtlich wohl. „Agatha“ die Stute und ihr Hengst „Altan“ freuen sich über einen weiteren Zuwachs in ihrem Gehege. Vor 2 Jahre gebar „Agatha“ eine Stute, die den Namen „Asuli“ erhielt. Diesmal erblickte zur Freude des Vaters ein Hengst das Tierparklicht der Welt. Nach einigen Wochen der fürsorglichen Pflege durch Mutter und Pfleger konnte den Besuchern, das am 3. April 2012 geborene Hengstfohlen, präsentiert werden. Der stramme Bursche erkundet mit großer Neugier sein neues Umfeld und ist sehr immer wieder aufs Neue erstaunt, welche Gestalten sich auf der anderen Seite des Zauns zu entdecken sind. Mit großer Umsicht bewacht die 6 Jahre alte Mama ihren herzigen Buben, der für seine neue Umgebung neugieriges Interesse zeigt. Vater und Schwester beobachten mit Argwohn ihr neues Familienmitglied.

Thüringer ZooPark Erfurt, 21.05.2012
Kindertag am Pfingstmontag
Am Pfingstmontag, den 28. Mai, ist Kindertag im Zoo der großen Tiere. Unter dem Motto „Heute sind die Kleinsten die Größten“, gibt es jede Menge Spiel und Spaß, sowie ein buntes Bühnenprogramm mit Musik , Show und Clownerie zu erleben. Ab 10 Uhr können die kleinen Besucher auf der Festwiese wieder zahlreiche tolle Spielideen entdecken, z.B. den 17 Meter langen „Big Challenge“-Hindernisparcour zum Hüpfen und Rutschen, einen Riesenkletterberg und ein Bungee-Trampolin, auf dem bis zu 8 Meter hohe Sprünge möglich sind. Tierisch viel Spaß garantieren außerdem das Entenrodeo, der Tobewurm und die Tigerrutsche. Wer möchte, kann seine Geschicklichkeit auch beim Kuhwettmelken und Känguruboxen messen oder beim Kistenstapeln ganz hoch hinaus klettern. Auf der Bühne erwartet die Kinder ein spannendes Programm mit „King-Rosini“ vom Deutschen Clown Theater. Ob Marionettenparty, Märchen- und Kostümeraten oder Luftballonweitflug – Abwechslung und Spaß werden den ganzen Tag geboten.

Zoologischer Garten Berlin, 21.05.2012
Heimliche Geburt eines Ozelots im Berliner Zoo!
Fast noch zu scheu für das Zoopublikum ist das jüngste Kleinkatzenkind im Raubtierhaus des Berliner Zoos. Der kleine Ozelot, dessen Geburtsgewicht auf etwa 250 g geschätzt wurde, war bereits am 10. März in der dunklen Schlafbox des Innenkäfigs geboren worden. Das in den ersten zwei Lebenswochen noch blinde Katzenbaby konnte zunächst nur über einen Monitor beobachtet werden, bevor es Anfang Mai erstmals auch kurz außerhalb des Schlafquartiers gesichtet wurde. Doch wie es sich für einen Ozelot gehört, fanden seine immer länger werdenden Erkundungstouren vornehmlich zu nächtlicher Zeit statt. Mit immer größer werdender Wahrscheinlichkeit ist das Katzenkind nun aber auch in den frühen Tagesstunden oder aber auch am Nachmittag bei seinen Freigängen zu beobachten ‒ allerdings immer nur unter den wachsamen Augen seiner Mutter. Den einzelgängerischen Vater hatte man bereits vor der Geburt des Jungtieres abgetrennt, da die territorialen Kater immer eine Gefahr für schwächere Artgenossen darstellen. Ozelots gehören zu den amerikanischen Pardelkatzen die aufgrund ihres besonders schön gefleckten Fells insbesondere in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts dramatisch durch Pelzjagd dezimiert wurden. Erst als der Ozelot 1989 in den Anhang I des internationalen Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (CITES) aufgenommen wurde, konnten sich die Bestände in seinem mittel- und südamerikanischen Verbreitungsgebiet langsam wieder stabilisieren. Heute stellt die Haltung von Ozelots für wissenschaftlich geführte Tiergärten kein Problem mehr dar, doch sind Zuchterfolge immer noch nichts Alltägliches. Die jährlich registrierten Geburten lassen sich an einer Hand abzählen. Aus diesem Grund ist die Freude im Raubtierhaus auch besonders groß. Die kleine Fleckenkatze wächst in der Obhut der Mutter bislang sehr gut heran und hat das Potential, sich zu einem Besucherliebling zu entwickeln.

Tiergarten Nürnberg, 22.05.2012
Internationale Tiertausch- und Partnerbörse
Es gibt viele Gründe, warum Zootiere transportiert werden müssen. Es beginnt mit dem Bau einer neuen Anlage, die mit Tieren aus anderen Zoos besetzt wird. Klappt die Zucht, müssen irgendwann die Nachkommen, für die kein Platz vorhanden ist, an andere Halter abgegeben werden. Stirbt ein Tier, so kann es sinnvoll sein, es durch ein anderes Tier zu ersetzen, damit wieder ein altersmäßig passendes Paar aufgebaut werden kann. Um eine möglichst hohe genetische Vielfalt innerhalb der Arten zu erhalten und nicht willkürlich Tiere zu transportieren, wurden in den 1980er Jahren die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEPs) gegründet. Der Tiergarten der Stadt Nürnberg ist an 37 Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen und acht Europäischen Zuchtbüchern beteiligt. 1987 übernahm der Tiergarten der Stadt Nürnberg die Koordination der Programme für den Weißnackenkranich und den Schabrackentapir. Ersteres wurde mittlerweile wieder abgegeben. Dafür übernahm der Tiergartendas EEP für die Seekühe (Manatis). Das große Ziel der EEPs ist es, mindestens 90% der genetischen Vielfalt der jeweiligen Arten für die nächsten 200 Jahre zu erhalten. Inzwischen gibt es diese streng koordinierten Programme für 185 Tierarten und weitere 187 sogenannte Europäische Zuchtbücher (ESBs). In den ESBs werden die einzelnen Tiere ebenfalls erfasst. Im Rahmen eines EEPs kam am 10. Mai 2012 als Partner für den weiblichen Kleinen Panda PATNA der Kleine Panda REX JUNIOR aus Rotterdam in den Tiergarten Nürnberg. Er wurde am 28. Juli 2004 in Agrate, Italien, geboren und ist ein erprobtes Zuchtmännchen. Im Rahmen eines weiteren EEPs verließ der Sibirische Tiger JANTAR den Tiergarten Nürnberg am 14. Mai 2012 in Richtung Tierpark Chemnitz, wo eine einzelne Tigerin zu Hause ist. Der Nürnberger Zoo hat wenige Stunden später die beiden sechs Jahre alte Männchen CLAUDIUS und CORNELIUS – geboren in Ostrava in der Tschechischen Republik – aus dem Zoo Straubing übernommen, damit dort die Anlage umgebaut werden kann. Sie sollen wieder zurück und im Tiergarten ist dann Platz für ein neues Paar. Als dritter wesentlicher Tausch ist noch der Giraffentransfer zu erwähnen. Der junge Giraffenbulle CARLO, ging mit einem Artgenossen aus Duisburg an den Zoo von Athen, um eine Paarung mit seiner Mutter zu verhindern. Im Gegenzug erhielt der Tiergarten einen blutsfremden Mann, LEON, aus der Wilhelma in Stuttgart.

Zoo Duisburg, 22.05.2012
Besucherliebling Rentier „George“ verstorben
Jeder Verlust eines Tieres im Zoo Duisburg tut weh, aber dieser besonders: Publikumsliebling GEORGE, das Rentier, ist verstorben. Eine Darmruptur war die Ursache, wie die pathologische Untersuchung ergeben hat. GEORGE wurde 2005 im Zoo Duisburg geboren. Das Gespann aus dem zutraulichen Rentier und seinem Pfleger wurde schnell über Duisburgs Grenzen hinaus bekannt. Bei vielen Presseterminen im Zoo traten die beiden auf und gaben ihnen ein besonderes, tierisches Flair. Frühe Gäste des Zoos konnten die beiden immer wieder auch auf den Besucherwegen durch den Zoo spazieren gehen sehen. Nicht zuletzt freuten sich die Kinder um die Nikolauszeit darauf, einen der begehrten Plätze im Schlitten zu ergattern, auf dem sie um den Pelikanweiher – bestenfalls noch auf schneebedeckten Wegen – gezogen wurden! Man darf die Relation nie aus den Augen verlieren, dass hier kein Mensch sondern ein Tier verstorben ist. Dennoch war GEORGE ein Charaktertier, ja auch Symboltier, für den Zoo, dessen Verlust bei allen Zoomitarbeitern schwer wiegt.

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