Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Zoo Osnabrück, 14.06.2012
Hyänenmutter mit Löwenherz – Endlich Nachwuchs bei den Tüpfelhyänen
Bei den Tüpfelhyänen im Zoo Osnabrück scheint Weibchen Lulonga erstmals erfolgreich Nachwuchs großzuziehen. Seit der Eröffnung der Afrikalandschaft Takamanda im Sommer 2010 wartete das Zooteam gespannt auf kleine Hyänenbabys. „Für junge Hyänenmütter muss die Geburtsphase vollkommen störungsfrei ablaufen, sonst fühlen sie sich schnell gestresst – deswegen ist die Nachzucht bei Hyänen sehr schwierig“, erläutert Wolfgang Festl, Revierleiter in der Afrika-Tierwelt Takamanda im Zoo Osnabrück. Doch nun hat es endlich geklappt: Fünf Wochen ist das Jungtier inzwischen alt und erkundet bei schönem Wetter immer selbstständiger das Gehege. „Es kuschelt aber auch noch gerne an Mutter Lulongas Bauch in einer Höhle oder wird von ihr herumgetragen“, so Revierleiter Wolfgang Festl. Kindererziehung ist bei Hyänen absolute Frauensache: „Hyänenweibchen sind sehr dominant und Männchen dürfen sich ihnen und ihren Jungtieren nur in sehr seltenen Fällen nähern. Das Regiment führen bei den Hyänen wahre Frauen-Clans“, so Festl. „Sehen Besucher Vater Badu unruhig am Rand des Geheges auf und ab gehen, können sie davon ausgehen, dass das Jungtier draußen unterwegs ist. Der Vater darf dem Kleinen dann nicht zu nahe kommen.“ Die Tierpfleger haben die kleine Hyäne „Balai“ getauft; ob es aber Junge oder Mädchen ist, weiß Festl noch nicht: „Wir müssten das Jungtier in die Hand nehmen und das Geschlecht erfühlen. Das ist derzeit jedoch nicht möglich, wir wollen Mutter und Kind nicht gefährden“, erklärte der Revierleiter. Besucher können Balai inzwischen gut beobachten – so wurde das Jungtier schon vormittags im Gehege gesichtet.

Tierpark München Hellabrunn, 14.06.2012
Einzigartig in Deutschland: TÜV-Siegel für Hellabrunn
Hellabrunn besitzt als erster und einziger Zoo bundesweit eine TÜV-Zertifizierung im Bereich Qualitäts- und Umweltmanagement. Der Münchener Tierpark erfüllt die europaweit gültigen DIN-Normen nach ISO 9001 und ISO 14001 laut TÜV Rheinland auch im Jahr 2012. Die Zertifizierung konnte Hellabrunn im Jahr 2009 zum ersten Mal erfolgreich abschließen. Kein anderer deutscher Zoo ist ihm seither gefolgt. In den vergangenen drei Jahren hat der Münchener Tierpark zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen durchgeführt. Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem sieht seinen Kurs bestätigt: „Das Qualitätssiegel des TÜV macht uns stolz und zeigt, dass wir dank stetiger Weiterentwicklung der betrieblichen Abläufe und Organisation auf dem richtigen Weg sind. Wir freuen uns über das Lob der Prüfer und werden auch in den kommenden Jahren in Qualitäts- und Umweltfragen auf dem neuesten Stand bleiben und unseren Zoo stets weiterentwickeln.“ Bei den diesjährigen Prüfungen konnte der TÜV in allen untersuchten Bereichen des Tierparks einen deutlichen Fortschritt feststellen: Besonders lobten die Auditoren die seit 2009 stark gestiegene Kundenorientierung, die Neuerungen im Bereich Werkstatt und Futterhof sowie interne Verbesserungen in der administrativen Arbeit der Reviere. Tiermedizin-Experten des TÜV Rheinland attestierten den beiden Tierärztinnen von Hellabrunn eine vorbildliche Arbeit. Besonders positiv hervorgehoben wurde ebenfalls die Einführung eines Service-Centers als Anlaufstelle für die Tierpark-Besucher.

Erlebniszoo Hannover, 14.06.2012
Nachwuchs bei den Rothschild-Giraffen – Platte Hörnchen, lange Beine
Wenn man bei der Geburt bereits fast zwei Meter groß und 100 kg schwer ist, braucht man nicht schüchtern zu sein. Dachte sich zumindest das neugeborene Giraffenbaby im Erlebnis-Zoo Hannover und brüllte – kaum zwei Tage alt – die überraschten Tierpfleger lautstark an. Da Giraffen eigentlich eher zu den leisen Tierkollegen im Zoo gehören, stand gleich fest: Der am 5. Juni geborene Giraffenbulle hat es faustdick hinter den langen Ohren und wird für viel Wirbel am Sambesi sorgen. Ein Herzensbrecher ist er jetzt schon: Der Kleine hat große schwarze Augen, eine weiche Schnauze, rautenförmige zartbraune Flecken auf milchweißem Fell, etwas zusammen gekniffene Nasenflügel (als ob er gerade „Nnniff“ oder so etwas sagen würde) und als Krönung krumme Hörnchen, die von aparten schwarzen Haarbüscheln geziert werden. Die Hörnchen richten sich allerdings in Kürze auf, dann sieht das Baby nicht mehr ganz so verknautscht aus. Die ersten Geh- und Stehversuche des Giraffenkindes waren noch recht unelegant, die ewig langen Beine mit den knubbeligen Knien wollten schließlich erst einmal koordiniert werden. Nachdem sich der Kleine sortiert hatte, gab es kein Halten mehr und Mutter Shahni (12) muss ihren Nachwuchs seitdem stets im Auge behalten. Etwa eine Woche lang haben sich Mutter und Kind in aller Ruhe im Giraffenhaus aneinander gewöhnt. Jetzt ist es höchste Zeit für erste Erkundungstouren am Ufer des Sambesi, der kleine Bulle ist voller Tatendrang. Giraffenvater Schorse zeigte bei der Geburt wenig Interesse an seinem jüngsten Spross. Für ihn war es bereits der 27. Nachwuchs. Ein Zuchterfolg, der jeden Zoologen begeistert, denn Rothschild-Giraffen sind vom Aussterben bedroht – für Schorse nichts Besonderes. Am Sambesi wird der Giraffennachwuchs in den kommenden Tagen auf viele Spielkameraden treffen: Zunächst auf seinen 11 Monate älteren Halbbruder Thabo, dann auf Bergzebras, Blessböcke und Springböcke, die alle gemeinsam auf der großen Steppe leben. Einen Namen hat der Kleine noch nicht – den darf der Pate vergeben, wenn sich ein Patenunternehmen für den Wirbelwind findet. Interessenten können sich beim Zoo melden!

Zoo Duisburg, 14.06.2012
Große Sanierungsarbeiten am Aquarium
Fast könnte man meinen, es handelt sich um eine Kunstinstallation. Riesige Styropor-Wärmedämmplatten, quasi in Gigaliner-Ausführung, säumen derzeit das älteste noch erhaltene Gebäude des Zoo Duisburg: das Aquarium. Aber warum nur? 1951 als „Haus der Tausend Fische“ eröffnet, bot es schon damals zusätzlich eine kleine Tropenhalle mit einem Besatz an Schlangen und Krokodilen, so wie es sich auch heute noch den Besuchern präsentiert. Die Elemente nagten über die Jahrzehnte hinweg vor allem am Dach, so dass eine grundlegende Sanierung unumgänglich wurde. Um eine möglichst geringe Beeinträchtigung für die Zoobesucher zu bewirken, erhält das Aquarium innerhalb kürzester Zeit – 3 Wochen – ein modernes, den heutigen hohen Anforderungen an Energetik entsprechendes Dach, das eben mittels der gigantischen Styroporplatten die kostbare Wärme im Haus behalten wird. Weiterhin war der Malertrupp bereits zugange und für den Schutzanstrich sämtlicher korrosionsanfälliger Stahlelemente verantwortlich. Die Tropenhalle wird zudem dank neuer, lichtdurchlässiger Dach-Stegplatten eine deutliche Aufwertung für Tier und Mensch erfahren. Damit nicht genug. Für die Besucher nicht sichtbar, wurde im Hof des Aquariumgebäudes ein neuer Gebäudetrakt für die bald zu überarbeitende, in die Jahre gekommene Filter- und Lüftungstechnik errichtet. Neu angebunden wurden Frisch- und Abwasserleitungen sowie Heizungsleitungen im Rahmen der großflächigen Erneuerungen der Versorgungsleitungen im Zoo Duisburg. Schließlich bemerken die Besucher eifriges Arbeiten am ehemaligen Haibecken gleich am Eingang des Aquariums. Dort wird in naher Zukunft ein leuchtendes Korallenriff entstehen mit dem ihm eigenen tierischen Ensemble aus Anemonenfischen, Drückerfischen, Falterfischen und vielen anderen Arten mehr.Kaum ist die große, bei den Besuchern äußerst beliebte Brillenbärenanlage eröffnet, schreitet der Zoo Duisburg zu den nächsten Bauprojekten; ständig im Bestreben, eine moderne Tierhaltung auf allen Ebenen konsequent umzusetzen!

Tierpark Berlin Friedrichsfelde, 14.07.2012
Vierfacher Nachwuchs bei den Addax-Antilopen im Tierpark Berlin
In diesem Jahr wurden gleich vier Kälber bei den bedrohten Addax-Antilopen im Berliner Tierpark geboren: den Anfang machten zwei Kuhkälber am 18. und 27. März, gefolgt von einem Kuhkalb am 14. April und einem Bullkalb am 20. April. Die Mütter sind allesamt erfahren in der Jungenaufzucht und kümmern sich vorbildlich um ihre Kälber. Bei der Geburt sind die Jungtiere typisch milchkaffeefarben und legen sich am Boden ab. Diese Jungtierfärbung und das Ablegen am Boden tarnen die Neugeborenen im hellen Wüstensand im Freiland und schützen sie so vor Beutegreifern, wie etwa Schakalen oder Greifvögeln. Vater aller vier Kälber ist das seit 2007 im Tierpark Berlin lebende Männchen „Hammada“, welches 2006 im französischen Safaripark de Peaugres geboren wurde. „Hammada“ kam im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) in den Berliner Tierpark. Dieses EEP wird bereits seit 1991 im Zoo Hannover geführt. Ein Erhaltungszuchtprogramm wurde und ist notwendig, weil die Mendesantilope, wie diese Art auch genannt wird, am Rande der Ausrottung steht und der Bestand mit derzeit schätzungsweise weniger als 300 Individuen im Freiland (Niger und Tschad) nicht gesichert ist. Von der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird die Art als kritisch bedroht eingestuft, genauso wie die Mhorrgazelle, bei welcher es ebenfalls jedes Jahr Jungtiere im Tierpark Berlin gibt. In den Zoologischen Gärten der USA und in Europa wird die Addax daher koordiniert nachgezüchtet, um eine gesicherte Reserve für spätere Wiederansiedlungen zu bewahren. Dies geschah bereits mit Nachzuchten aus Zoologischen Gärten, welche nach Tunesien und Marokko gebracht werden. Ohne die Zucht im Zoologischen Garten wäre dieses nicht möglich. Ursprünglich kam die Addax-Antilope in den Sand-, Stein- und Halbwüsten in ganz Nordafrika vor. Im 20. Jahrhundert wurde die Art in Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko, Tunesien und möglicherweise auch im Sudan vor allem durch unkontrollierte Jagd, aber auch durch Lebensraumzersiedlung ausgerottet. Die charakteristisch, spiralig gewundenen Hörner sind einmalig unter den Pferdeböcken, jener Gruppe, in welche die Addax zoologisch eingeordnet wird. Ebenso einmalig ist ihr Fellwechsel für Antilopen: im Winter bildet die Mendesantilope ein graues Fell aus, im Sommer ist es fast weiß.

Sealife Oberhausen, 15.06.2012
Willkommen in Axels Wohnzimmer – der Ball rollt wieder im Sea Life
Am verfgangenen Freitag fiel der Startschuss für die Fußball EM 2012 – und auch in den acht deutschen Sea Life Aquarien sind alle im Fußballfieber. Inspiriert von Paul, dem bis dato berühmtesten Bewohner von Sea Life und ultimativen Krakenorakel der WM 2010, wollen alle nur eins wissen: Wer wird Europameister 2012? Axel, das Axolotl und Deutschlands größter Fußballfan hat sämtliche Mannschaften, Spieler und Theorien mal unter die Lupe genommen. Ganz Deutschland freut sich auf ein Sommermärchen. In den Kneipen stehen die Großleinwände, Vuvuzelas sind ausverkauft und auch in den acht deutschen Sea Life Aquarien dreht sich alles nur noch um die Fußball Europameisterschaft. Im Mittelpunkt: Axel, das Axolotl. Obwohl er vier und nicht nur zwei Beine hat, sind seine – bestimmt fußballbedingten – O-Beine deutlich erkennbar. Der besserwisserische Schwanzlurch, dessen ursprüngliche Heimat Mexiko ist, ist, ebenso wie der unvergessliche Krake Paul mit seinen hellseherischen Fähigkeiten, im Sea Life aufgewachsen. Grund genug, sich mal mit dem Thema Fußball auseinander zu setzen. Ob Mythen, Prognosen über die Favoritenfrage oder ein ganz genaues „Unter-die-Lupe-nehmen“ einzelner Mannschaften oder Spieler – Deutschlands größter Fußballfan Axel kennt sich mit jeglicher Thematik bestens aus. Was steckt hinter Cristianos Geheimnis? Warum lieben die Deutschen das Public Viewing? Und was passiert, wenn die eine Mannschaft nicht spielen will und die andere nicht spielen kann? Ganz gleich, welche Frage aufkommt: Der sarkastische Axel weiß die Lösung oder hat zumindest seine ganz eigene Theorie parat. Dabei ist er meist so freudig erregt, dass seine pinkfarbenen Kiemenäste zu Berge stehen. „Wir sind stolz, einen so großen Fußballfan im Sea Life zu Hause zu haben“, freut sich Jenny Blask, Sprecherin Sea Life Deutschland, „Axel wird von seinem Wohnzimmer aus während der gesamten EM sein Wissen mit Fußballdeutschland teilen.“ Axels Wohnzimmer wird vom 8. Juni bis 1. Juli 2012 in allen acht deutschen Sea Life Standorten (Berlin, Hannover, Königswinter, Konstanz, München, Oberhausen, Speyer, Timmendorfer Strand) zu bewundern sein. Die Besucher sind herzlich eingeladen, ihn live zu erleben. Ebenso werden Axels Weisheiten auf der Homepage www.sealife.de zu sehen sein. Daneben haben Fans die Möglichkeit, auf der Facebook-Seite von Sea Life mitzufiebern sowie hier die neuesten Informationen von Axel als Erste zu erfahren.

Tiergarten Wien Schönbrunn, 15.06.2012
WINKENDE FRÖSCHE SIND NUN ZU SEHEN
Im vergangenen Herbst gelang im Tiergarten Schönbrunn die Welterstnachzucht der Winkerfrösche Staurois parvus. Über tausend Jungfrösche konnten mittlerweile im so genannten „Froschcontainer“ hinter den Kulissen aufgezogen werden. Nun ist eine Gruppe der kleinen Frösche in einem Terrarium im Regenwaldhaus zu sehen. Tiergartendirektorin Dagmar Schratter: „Endlich können auch die Besucher diese sensationellen Frösche beobachten. Mit ein bisschen Glück winkt ihnen vielleicht der eine oder andere Jungfrosch zu.“ Dass auch die jungen Frösche winken, ist eine unglaubliche Erkenntnis, die die Zoologin Doris Preininger im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprojekts des Tiergartens mit der Universität Wien und der Universität von Brunei gewinnen konnte. Von den erwachsenen Tieren war das namensgebende Winken bekannt: Da sie auf Borneo an stark rauschenden Bächen leben, winken sie ihren Artgenossen mit den Hinterbeinen zu und entfalten dabei die farbigen Schwimmhäute zwischen den Zehen. „Bisher dachte man, dass dies in Zusammenhang mit ihren Fortpflanzungsaktivitäten steht. Das Verhalten der Jungtiere gibt nun aber Rätsel auf und wird erforscht“, so Schratter. Bereits bei der Beobachtung der Kaulquappen offenbarte sich viel Neues. So leben die Kaulquappen offensichtlich im Schotterbereich von Bächen, wo sie sich gut geschützt zwischen den Steinen bewegen, das Licht scheuen und sehr blass aussehen. Doch schon vor der Umwandlung zum „fertigen Frosch“ verändert sich ihre Farbe zu einem satt irisierenden Grün, das sie auch als Jungfrösche noch ziert. Auch das war überraschend und bis jetzt unbekannt, denn die erwachsenen Tiere sind fast schwarz.

Tiergarten Nürnberg, 15.06.2012
Rösner-Kunstwerk im Tiergarten gedeiht prächtig
Die Jubiläumsskulptur des Nürnberger Bildhauers Christian Rösner anlässlich des 100. Geburtstags des Tiergartens der Stadt Nürnberg entwickelt sich prächtig. Seit dem 11. Mai 2012 arbeitet Rösner im Garten der Direktorenvilla an der Holzschnitzerei. Dabei sägt der Bildhauer aus einem etwa vier Meter hohen Eichenstamm eine Skulptur mit aufeinandergetürmten Tieren. Bereits gut zu erkennen sind ein Frosch, auf dem ein Eisbär, eine Giraffe und ein Papagei mit einem Eichhörnchen sitzen. Beeindruckend filigran ist der Stammansatz für den Rest des Kunstwerks oberhalb der Tiergruppe. Im oberen Teil wird der Künstler noch einen Affen und einen Menschen schnitzen. „Als groben Bauplan habe ich ein Knetmodell angefertigt, an das ich mich sehr stark anlehne. Die Darstellung im Modell habe ich aber aufgrund der Form des Baumstamms verlassen und zum Beispiel den Papagei und das
Eichhörnchen angefügt. Da ich das Wachsmodell während der Arbeit ausstelle, haben meine Hände und die der interessierten Besucher darauf bereits deutliche Spuren hinterlassen“, erläutert Christian Rösner sein Vorgehen. Das Kunstwerk soll rechtzeitig zur Veranstaltung „Tiergarten bei Nacht“ am Samstag, 21. Juli 2012, fertiggestellt sein. Dann öffnet der Tiergarten einen Teil seines Geländes für individuelle Streifzüge der Besucherinnen und Besucher bis spät in die Nacht hinein. Bis dahin können die Tiergartengäste den Künstler bei der Arbeit beobachten.

Zoo Heidelberg, 15.06.2012
Zoo Heidelberg: Service-Center feierlich eröffnet. Zoobesuch beginnt nun schon im Parkhaus
Die Wetterfee meinte es gut, als pünktlich zur offiziellen Eröffnung des neuen Service-Centers die Wolken aufbrachen. Afrikanischer Trommelwirbel begrüßte die Gäste, ein Fantasiewesen mit Löwengesicht – ein in Bodypaintkunst bemalter junger Mann – durchschritt die Menge auf Stelzen und begeisterte Jung und Alt. Nach weniger als einem Jahr Bauzeit ist der ungewöhnliche Gebäudekomplex, der das Parkhaus, den Zooeingang und den neuen, großzügigen Zoo-Shop integriert, für die Besucher geöffnet. Bereits Ende März 2012 ging das 3,3 Millionen Euro teure Zoo-Parkhaus in Betrieb. Weitere 1,9 Millionen Euro hat der neue Eingangsbereich samt Zoo-Shop gekostet. Neu ist, dass der Zooshop, der von Schleichtieren über ausgewählte Kinderbücher bis hin zu Accessoires ein großes Sortiment bietet, nun auch von Kunden besucht werden kann, die nur einkaufen möchten. In seiner Begrüßung lobte Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann seine Mitarbeiter, „die sich mit Ideen, Können und Erfahrung eingebracht haben“. Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer, bedankte sich bei den beteiligten Firmen: „Die Integration einer Gebäudehülle für ein Parkhaus, einen Zooeingang und Shop ist überhaupt nicht alltäglich“, so Heck. Dem konnte sich der Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner nur anschließen. „Mein besonderer Glückwunsch geht an alle, die das Projekt verwirklicht haben. Das war ein wegweisender Schritt“. Besucher des Zoos parken nicht mehr auf einem normalen Parkplatz, der überall sein könnte. Schon bei der Einfahrt in das 399 Plätze bietende Parkhaus werden sie von riesigen Bildern der Elefanten und Zebras begrüßt. Die gesamte Nord-Außenfassade zur Straße hin wurde mit Aluminium-Lamellen verkleidet, die von der einen Seite eine Elefantenherde zeigen und von der anderen Seite eine Zebraherde. Ein wahrer Blickfang. Schon bei der Annäherung an das Treppenhaus des Parkhauses wird der Besucher erneut auf den Zoo eingestimmt: Die einzelnen Etagen sind thematisch gestaltet: Ganz oben segeln Adler, Bussarde und Schwalben durch das lichte Blau des Himmels, eine Etage tiefer klettern Steinbock und Gämse über die Felsen des Gebirges, auf den unteren Stockwerken folgen die Affen im Regenwald, Löwe, Flusspferd, Elefant & Co in der Savanne und Delfine und Robben des Meeres. Dem optischen Eindruck steht der akustische nicht nach: Über Lautsprecher auf allen Etagen wird vom schrillen Schrei des Adlers über das Löwengebrüll bis zum Zwitschern der Delfine auch das Ohr auf Zoo gestimmt. Im Erdgeschoss befinden sich nicht nur die Parkscheinautomaten, auch ein Geldautomat der Sparkasse steht rund um die Uhr zur Verfügung. Dann betritt der Besucher den Zoo-Eingang. Wer nach langer Autofahrt ein dringendes Bedürfnis spürt, findet die ersten Toiletten bereits vor der Zookasse. Die Besucher können sich anhand von Faltblättern und Bildschirmen über die wichtigsten Fakten und Neuigkeiten vorinformieren und die Goldstachelmäuse in ihrem geräumigen Terrarium bewundern, bevor sie eine Eintrittskarte lösen. „Das neue Service-Center“, so der Zoodirektor, „setzt einen neuen Maßstab. Jetzt muss es weitergehen. Zur Erweiterung des Zoo gibt es keine Alternative.“

Tierpark Hamburg Hagenbeck, 15.06.2012
Großer Verlust für Hagenbeck
Diesem Tag hatten viele mit einem Knoten im Bauch entgegengesehen. Elefantenbulle Hussein (40), sollte im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms nach 25 Jahren den Tierpark Hagenbeck in Richtung Zoo Planckendael, Belgien, verlassen. Der Grund: Seine hier geborenen Töchter sind mittlerweile in einem Alter, in dem sie gedeckt werden können. Das soll natürlich nicht der eigene Vater übernehmen. Ein schwieriger Abschied für die Elefantenpfleger, die viele Jahre mit dem schönen, und als ausgeglichen bekannten, Ausnahme-Elefanten verbracht haben. Auch die Besucher hatten den wunderbaren Dickhäuter ins Herz geschlossen. Insgesamt 14 Kälber hat Hussein bei Hagenbeck gezeugt. Doch dann geschah bei den Vorbereitungen zum Transport das große Unglück. Alles lief ganz normal, wie bei vielen vorherigen Transporten auch. Der fünf Tonnen schwere und 2,80 Meter große Elefant war so wenig aufgeregt, wie es für ihn charakteristisch war. Doch plötzlich legte er sich in seiner Box auf den Boden. Offensichtlich litt er unter Atemnot. Obwohl die anwesenden Tierärzte sofort reagierten und Rettungsmaßnahmen einleiteten, hörte Hussein auf zu atmen und starb nach wenigen Minuten. Elefanten können auf Grund ihrer Körpermasse weder künstlich beatmet werden, noch können Herzmassagen oder andere lebensrettende Maßnahmen durchgeführt werden. Entsetzen und grenzenlose Trauer herrschen bei den Hagenbeck-Mitarbeitern angesichts dieses schrecklichen Unglücks. Zur Klärung der Todesursache wird von Elefanten-Experten sowie erfahrenen Zootier-Pathologen in den nächsten Tagen eine Sektion durchgeführt.

Wilhelma – Zoologisch-botanischer Garten Stuttgart, 16.06.2012
„DreamNight“ in der Wilhelma: Traumhafte Begegnungen mit Elefant, Bananenstaude und Co.
Am Abend des 15. Juni 2012 gehörte der gesamte Wilhelma-Park für einige Stunden ausschließlich rund 500 kranken und behinderten Kindern sowie ihren Familien: Insgesamt kamen etwa 1600 geladene Gäste zur so genannten „DreamNight“. Damit die Kinder Tiere und Pflanzen einmal ungestört vom üblichen Besuchertrubel betrachten und erleben können, ist die DreamNight als exklusive, geschlossene Veranstaltung angelegt – und zudem mittlerweile eine weltweite „Massenbewegung“: Bereits 249 Zoos auf fünf Kontinenten führen sie einmal pro Jahr durch. In der Wilhelma fand sie zum vierten Mal statt. Bereits die Trommelrhythmen am Eingang ließen einen spannenden Abend erwarten, und tatsächlich hatte wohl manch kleiner oder auch großer Besucher Herzklopfen vor Aufregung: Denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit, Pinguine oder Elefanten zu streicheln, sich eine Vogelspinne auf den Kopf setzen zu lassen oder wie ein echter Tierarzt mit dem Blasrohr „Narkosepfeile“ abzuschießen? All das und viel mehr konnten rund 500 chronisch kranke und behinderte Kinder während der vierten DreamNight in der Wilhelma tun. Mehr als vier Stunden dauerte der exklusive Abend für die Kinder, und wie bereits in den letzten drei Jahren haben die Tierpfleger und Gärtner wieder ein vielseitiges, buntes Programm auf die Beine gestellt – und ehrenamtlich durchgeführt: An insgesamt über 20 Stationen boten sie den Kindern Mitmach-Aktionen, Spiele, Tierfütterungen, Tierbegegnungen sowie Blicke hinter die Kulissen. Auch Zauberer, Trommler und Feuerschlucker traten bei der DreamNight ehrenamtlich für die Kinder auf. Und immer wieder kreuzten riesige Plüschtiere – vom Eisbären bis zum Pinguin – und wandelnde Bäume auf Stelzen den Weg der Gäste. Im Maurischen Garten wurde musiziert und Eis genascht; in der Wilhelmaschule zauberten Schminkprofis Tiger und Schmetterlinge auf lachende Kindergesichter. Die Firma Blattwerk baute eigens eine Riesenschaukel für Rollstuhlfahrer und der Malteser Hilfsdienst stellte für alle, die weniger gut zu Fuß waren, einen Shuttleservice durch die steilen Abschnitte des Parks zur Verfügung. Im Schuler’s Zoo Restaurant gab es für alle Gäste einen kostenlosen Imbiss und am Ausgang erhielt jedes Kind ein Abschiedsgeschenk als Andenken an diesen unvergesslichen Abend. Ins Leben gerufen wurde die „DreamNight“ im Zoo Rotterdam und jedes Jahr schlossen sich weitere Zoos, botanische Gärten und Aquarien der Initiative an. Jede DreamNight findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, denn nur in geschützter Atmosphäre haben viele der Kinder überhaupt die Gelegenheit, einmal einen Zoo zu besuchen. Die diesjährigen Gäste der Wilhelma wurden erneut mit Unterstützung des Olga Kinderhospitals eingeladen sowie von Förderkreisen, die sich jeweils Kindern mit bestimmten Krankheitsbildern wie Herz- und Nierenkrankheiten, Autismus, Krebs oder Down-Syndrom annehmen. Und auch dieses Jahr unterstützten viele Institutionen und Unternehmen die gute Sache, indem sie Produkte und Leistungen kostenlos zur Verfügung stellten – neben Schuler’s GastZoonomie, unter anderem auch Dürrs Zoo-Shop, Case Catering, Schleich und sogar die Polizei. (Weitere Infos zur DreamNight unter www.dreamnightatthezoo.nl)

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