Ein Blick in die deutschen Zoos

Zoo Osnabrück, 26.05.2012
Kameljunge „Altan“ muss sich durchsetzen
Im Zoo Osnabrück erblickten zwei Rentiermädchen und ein Trampeltierjunge im Mai das Licht der Welt. Auf leicht zittrigen Beinen erkundet der Nachwuchs nun die unbekannte Umgebung im Sonnenschein. Die wenige Wochen alten Rentiermädchen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Fellfarbe. Während das hellere der Beiden noch ein wenig unsicher durch das Gehege läuft, hüpft ihre dunkelbraune, zehn Tage ältere Halbschwester schon munter umher. Sie trägt auch einen ganz besonderen Namen: Klombi. Revierleiter Thorsten Vaupel erklärte: „Klombi wurde am 5. Mai geboren. Das ist auch der Geburtstag unserer ehemaligen Zoodirektorin Susanne Klomburg. Da sie sich unlängst zur Ruhe gesetzt hat, war diese Namensgebung ein kleines Abschiedsgeschenk an sie.“ Trotz der nordischen Herkunft trübt das warme Wetter die Spielfreude der Rentiermädchen nicht. Sie beschnuppern sich, fordern sich gegenseitig zum Spielen auf oder jagen über die große Anlage, stets bewacht von ihren Müttern: „Selbst den Schwänen am angrenzenden Teich haben die Kühe schon gedroht“, beobachtete Thorsten Vaupel. Vater Pelle kümmert dies alles nicht: Er genießt ein kühles Plätzchen im Schatten. Bei den Trampeltieren hat Stute Mignon am 15.05.2012 den fünften Sohn geboren: „Wir haben den kleinen Hengst ‚Altan’ getauft. Das ist Mongolisch und heißt ‚Morgenröte’, denn Altan kam in den frühen Morgenstunden zur Welt“, so Tierpfleger Marcel Köck. Altan muss sich in seiner Familie schon durchsetzen: Der vierzehn Monate alte Bruder Kenan und die Halbgeschwister Jagun und Xanadu necken den Kleinen bereits. „Kenan versucht sogar noch an Mignons leckere Milch zu kommen, obwohl er eigentlich schon abgestillt ist“, erklärt Marcel Köck. Deswegen muss Bruder Kenan manchmal im Stall bleiben, damit Altan überhaupt zum Zug kommt. Das Nesthäkchen genießt das Familienleben dennoch und flitzt auf noch wackeligen Beinen umher: „Heute morgen war er wieder ein wenig zu stürmisch und ist auf den Hintern gefallen. Das macht ihm aber nichts aus“, so Marcel Köck. Trost findet Altan bei Mutter Mignon oder auch Vater Rudi, der mit seiner imposanten Statur auch die nervigen Geschwister fernhält.

Tiergarten Nürnberg, 29.05.2012
Federn zur Geschlechtsbestimmung
Bereits 1965 wurden im Tiergarten der Stadt Nürnberg weltweit erstmals Uralkäuze (Strix uralensis), die wegen ihrer Färbung auch Habichtskäuze genannt werden, gezüchtet. Im Bayerischen Wald – der westlichsten Spitze ihres Verbreitungsgebietes und einzigem Lebensraum in Deutschland – war diese Eulen-Art bis Ende des 19. Jahrhunderts Brutvogel. Auf der tschechischen Seite wurde der letzte Vogel 1926 erlegt. Um die Art wieder heimisch werden zu lassen, läuft seit 1975 ein Projekt zur Wiederansiedelung dieser eindrucksvollen Tierart im Nationalpark Bayerischer Wald. 1995 wurde das Artenschutzprojekt um die tschechische, 2001 um eine österreichische Beteiligung erweitert. In dem entstandenen internationalen Großprojekt engagierte sich der Tiergarten Nürnberg mit dem Nachwuchs in vierter Zoo-Generation. Nach einem Jahr ohne Erfolg gab es heuer im Tiergarten wieder Nachwuchs bei der seltensten Eulen-Art Deutschlands. Zwischen dem 04. und 07. April 2012 schlüpften vier Uralkäuze, die seit kurzem meist auch außerhalb der Bruthöhle zu sehen sind. Ihnen werden Federn entnommen, anhand deren genetischer Untersuchung das Geschlecht zu erkennen ist. So können entsprechende Paare zusammengestellt werden. Zwei Käuze bleiben aufgrund ihrer wertvollen Genetik im Zuchtprogramm, zwei weitere Jungkäuze werden in drei Wochen wieder im Biosphärenpark Wienerwald westlich der österreichischen Landeshauptstadt ausgewildert. Dort sollen die Tiere dazu beitragen, dass die ursprüngliche Verbindung des Verbreitungsgebietes vom Bayerischen Wald bis nach Slowenien und Kroatien wieder hergestellt wird. Der Tiergarten unterstützt auch die Überwachung der ausgewilderten Eulen, um zuverlässige Daten über den Erfolg der Maßnahme zu erhalten. Seit 2003 hat der Tiergarten mit der Auswilderung von 17 Eulen im Nationalpark Bayerischer Wald und im Biosphärenreservat Wienerwald nicht unwesentlich zum Aufbau der dortigen Bestände beigetragen. Fünf weitere Nürnberger Käuze gingen in Zuchtstationen nach Österreich, wo sie mit anderen Zoovögeln verpaart wurden.

Opel-Zoo Kronberg, 29.05.2012
Neubau der Elefantenanlage im Opel-Zoo: Geschäftsführerin Jutta Nothacker übergibt Scheck von der Flughafenstiftung
Der Aushub ist beendet und die Rohbauarbeiten sind in vollem Gange: Auf der Baustelle der neuen Elefantenanlage im Kronberger Opel-Zoo geht es zügig voran und ein Gewerk nach dem anderen kann abgerechnet werden. Und so war die Geschäftsführerin der Flughafenstiftung, Frau Jutta Nothacker, ganz besonders herzlich willkommen im Opel-Zoo, informierte sie sich nicht nur über den Baufortschritt, sondern überreichte Zoodirektor Dr.Thomas Kauffels auch einen Scheck über 200.000 ¤, die erste Tranche der zugesagten Unterstützung der Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region in Höhe von insgesamt 340.000 ¤. „Mit der Stiftung fördert das Land Hessen Projekte unter anderem aus dem Bereich Natur und Ökologie rund um den Flughafen und leistet als Anteilseigner der Fraport AG somit einen wichtigen Beitrag zum Ausgleich für die vom Flughafen ausgehenden Belastungen im Umland Frankfurts“, so die engagierte Geschäftsführerin, die auf dieser Position Bernd Abeln nachgefolgt ist. Der Opel-Zoo bietet seinen Besuchern ein attraktives Ausflugsziel im Vordertaunus, ist ein wichtiger außerschulischer Lernort und setzt sich in seiner Arbeit für die Biodiversität, den Erhalt der Vielfalt des Lebens, und das ökologische Gleichgewicht ein, erfüllt also Aufgaben, die mit der Flughafenstiftung gefördert werden sollen. Mit dem Neubau der Elefantenanlage ist ein wichtiger Schritt in der Zukunftssicherung des Opel-Zoos getan, ist er doch ohne die Afrikanischen Elefanten nicht vorstellbar. „Die Gesamtbausumme in Höhe von 10,4 Mio ¤ stellt für uns einen finanziellen Kraftakt dar, zumal bisher lediglich rund 30% durch Spenden gedeckt ist, wir darüber hinaus keine Subventionen durch die Öffentliche Hand wie andere deutsche Zoos erhalten und den Rest aus eigener Kraft erwirtschaften müssen“, erläutert Dr. Thomas Kauffels und fügt hinzu, dass die Besucher auch jetzt während der Bauphase die drei Elefantenkühe Aruba, Wankie und Zimba stets sehen können.

Tierpark Hamburg Hagenbeck, 29.05.201
Dschungel-Nächte – ein exotisches Fest für die Sinne
Kaum senkt sich die Dämmerung über die herrliche Parklandschaft, schon klingen die Laute der mehr als 1850 exotischen Tiere geheimnisvoller… Eine fast märchenhafte Atmosphäre gespickt mit Geräuschen, Gerüchen und Bildern wie aus dem Urlaub sorgt seit mehr als 25 Jahren für besondere Erlebnisse im Sommer. Auf allen Wegen wartet Neues, Unbekanntes und Altbewährtes auf die Besucher. Bei der Hula-Hoop-Show an der japanischen Brücke werden sicher einige Gäste die Wettkönigin von „Wetten, dass…?“ erkennen. Überraschungen sind garantiert, wenn die mehr als zwei Meter hohen Stelzenläufer um die Ecke biegen oder der freundliche Pantomime wild gestikulierend Kontakt aufnehmen möchte. Vielfältige musikalische Darbietungen sind wie eine akustische Reise um den Globus. Mexikanische Folklore, afrikanischer Limbo, südamerikanischer Samba und exotische Klänge aus der Karibik sowie der asiatisch anmutende Fächertanz bieten mitreißende Eindrücke. Natürlich stellen Hagenbecks Elefantenpfleger ihre tierischen Lieblinge vor. Sofern es ihnen gut geht, werden die neugeborenen Dickhäuter mit von der Partie sein. Sprühende Flammenbilder schwirren über den Japanteich an der Wasserbühne und der beliebte Luftballonkünstler aus dem Guinnessbuch der Weltrekorde gibt Einblick in seine Kunst. Auch die kulinarischen Gaumenfreuden kommen bei den Dschungel-Nächten nicht zu kurz. Internationale Speisen und Getränke sorgen für Abwechslung. Für die kleinen Gäste gibt es wieder viel zu erleben. Kinderschminken und afrikanische Zopfflechterinnen zählen ebenso zu den Lieblingsstationen der jüngsten Besucher, wie das Ponyreiten und das Marschmallow-Grillen. Als krönender Abschluss fasziniert das bengalische Feuerwerk die Besucher, bevor der Tierpark gegen Mitternacht seine Tore schließt. Die Dschungel-Nächte bei Hagenbeck am 2., 9. und 16. Juni 2012 sind ein exotisches Fest für alle Sinne. Um 18 Uhr beginnt das Abendprogramm. Das Tropen-Aquarium hat an diesen Tagen bis 21 Uhr geöffnet.

Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, 29.05.2012
Tierpark Berlin: erstmals seit 22 Jahren wächst wieder ein Puma-Jungtier auf
In diesen Wochen freut sich der Tierpark Berlin über Nachwuchs beim Puma. Grund: die letzte erfolgreiche Aufzucht von Pumas im Berliner Tierpark fand im Dezember 1990 statt und liegt somit fast 22 Jahre zurück. Zu Beginn des Jahres 2012 gelang es, das Männchen „Gary“ (geb. 2006 im Tierpark München) mit „Cheyenne“ (geb. 2002 im Banff Nationalpark, Kanada) erfolgreich zu verpaaren. Am 11. April brachte „Cheyenne“ Drillinge zur Welt, von denen zwei totgeboren wurden. Das verbliebene Jungtier ist ein Weibchen und wurde sicherheitshalber der Mutter abgenommen und handaufgezogen. Grund dafür ist, dass sich Mutter „Cheyenne“ schon um vorherige Würfe nicht ausreichend gekümmert hatte. Das weibliche Jungtier erhielt den Namen „Missoula“, brachte am Tag der Geburt 570 Gramm auf die Waage und war von Beginn an besonders lebensfroh. Die ersten Wochen bekam das Jungtier alle 2-3 Stunden eine Ersatzmilch speziell für Katzen auch in der Nacht. Inzwischen ist „Missoula“ sieben Wochen alt, 3 Kilogramm schwer und interessiert sich immer stärker für feste Kost, wie etwa Rindfleisch und junge Mäuse. Typisch für junge Pumas ist ihr Fleckenkleid, welches sie erst mit etwa 5-6 Monaten allmählich verlieren, um in das einfarbige Rotbraun der Alttiere zu wechseln. Diese Jungtierzeichnung verrät uns, dass die ursprünglichste Fellzeichnung bei Katzen dunkle Flecken auf hellem Grund sind. Eine ähnliche Jungtierzeichnung finden wir in der Katzenfamilie in dieser starken Form nur noch bei jungen Löwen. Der Puma besiedelt ein großes Verbreitungsgebiet von Kanada bis an die Südspitze Südamerikas. Innerhalb dieser Verbreitung hat er sich an viele Lebensräume, von Wüsten bis hin zu Regenwäldern angepasst, obwohl das Verbreitungsgebiet groß ist, ist der Bestand vom Puma im Freiland in einigen Gebieten abnehmend und in Teilen bereits verschwunden. Die im Tierpark Berlin gehaltenen Pumas gehören zur Unterart der Montana-Pumas aus dem Nordwesten der USA und Kanada. Diese Unterart wird derzeit nur im Tierpark München und dem Tierpark Berlin gezeigt. Das Jungtier „Missoula“ wird ab dem 30. Mai für Besucher erstmals im Alfred-Brehm-Haus zu beobachten sein. In den ersten Wochen wird „Missoula“ täglich von 14-16 Uhr in einem Innenkäfig auf der Westseite des Hauses zu sehen sein.

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