Wichtige (deutsche) Zoo-Organisationen

WAZA
Die World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) ist der internationale Dachverband aller größeren Zoos und Aquarien der Welt.
Als International Union of Directors of Zoological Gardens (IUDZG) (deutsch Internationale Union von Direktoren Zoologischer Gärten) 1935 in Basel gegründet, wurde sie während des Zweiten Weltkrieges gleich wieder aufgelöst. 1946 wurde die IUDZG in Rotterdam von einer Gruppe Zoodirektoren aus den alliierten und neutralen Ländern neu gegründet. Seit 1991 führte die IUDZG den Untertitel WZO – The World Zoo Organization, der 1998 die Bezeichnung IUDZG vollständig ersetzte. Im Jahr 2000 änderte die Organisation ihren Namen in World Association of Zoos and Aquariums (WAZA), um zu zeigen, dass sie eine moderne Institution ist, die auf einem globalen Niveau – zusammen mit anderen großen Naturschutzoganisationen, wie CITES, CBD oder CMS – einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leistet.
Seit der Gründung werden internationale Zuchtbücher für seltene und gefährdete Tierarten geführt, die unter der ständigen Kontrolle der WAZA stehen. Bis heute beläuft sich die Zahl der Zuchtbücher auf 182. Seit 1950 ist WAZA auch Mitglied der Internationalen Arterhaltungsunion (IUCN).
WAZA

EAZA
Die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) ist ein regionaler Verband, dem etwa 300 Zoos, Aquarien und Zooverbände aus Europa und dem Nahen Osten angehören. Sie ist Mitglied der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA).
Der Verband wurde 1988 als European Community Association of Zoos and Aquaria (ECAZA) gegründet. Gründungsmitglieder waren 18 tiergärtnerische Einrichtungen aus 8 Staaten. Hauptziel war damals die politische Einflussnahme auf ein Gesetzgebungsverfahren, das EG-weite Standards für Zoologische Gärten und Aquarien vorsah und tätsächlich 1999 die EU-Zoodirektive hervorbrachte. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war der Weg für einen gesamteuropäischen Zooverband geebnet worden. Der Antrag zu einer entsprechenden Erweiterung des Verbandes wurde während der Jahreshauptversammlung 1990 in Bristol von Gunther Nogge eingebracht. Zwei Jahre später, zur Jahreshauptversammlung 1992 in Stuttgart wurde der Verband offiziell zur EAZA transformiert. Das zuvor unabhängig vom Verband bestehende EEP Executive Office wurde zeitgleich in die EAZA eingegliedert. Seit 1994 findet die EEP-Konferenz während der EAZA-Jahreshauptversammlung statt.
Dem weiten Spektrum tiergärtnerischer Arbeit entsprechend, wurden dem Executive Committee im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Komitees zur Seite gestellt: Veterinary Committee (1989), Membership and Ethics Committee, Legislation Committee, Aquarium Committee (alle 1992), Technical Assistance and Animal Welfare Committee (1993), Education Committee, Research Committee (beide 1995), Conservation Committee (1998) und Marketing Committee (2000). Das EEP Committee besteht bereits seit 1985 und ist damit älter als die EAZA. Die EAZA widmet jedes Jahr einer besonders bedrohten Tiergruppe oder einem bedrohten Lebensraum eine Artenschutz-Kampagne. Zoo-Besucher werden dabei plakativ auf Artenschutz-Probleme aufmerksam gemacht und können Geld für ausgewählte Schutzprojekte spenden.
Bisherige Kampagnen:
2012/2013: Südostasien
2011/2012: Menschenaffen
2009/2010: Europäische Fleischfresser
2007/2008: Amphibien
2006/2007: Madagaskar
2005/2006: Nashörner
2004/2005: Schildkröten
2002/2004: Tiger
2001/2002: Regenwald
2000/2001: Buschfleisch
EAZA

VDZ
Im Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) sind die Leiter von wissenschaftlich geführten zoologischen Gärten im deutschsprachigen Raum zusammengeschlossen. Als wissenschaftlich geführt gilt ein Zoo dann, wenn er von einem Direktor mit einer akademischen Ausbildung, in der Regel ein Biologe oder ein Tierarzt, geleitet wird und wenn er sich an wissenschaftlichen Maßstäben der Zoologie, Tiergartenbiologie, Erhaltungszucht und Zoopädagogik orientiert und diese umsetzt.
Der Verband wurde 1887 gegründet und ist damit die älteste Zoovereinigung der Welt. Entstanden ist er aus den jährlichen Treffen von Zoodirektoren aus dem europäischen Raum bei den Tierversteigerungen im Zoo Antwerpen. Ab den 1920er Jahren erweiterte sich der Verband durch Mitglieder aus Mittel- und Nordeuropa. Er wurde zur Keimzelle des ersten Internationalen Zoodirektorenverbandes, der 1935 auf der Jahrestagung in Basel gegründet wurde. 1946, nach dem Zweiten Weltkrieg, erfolgt die Neugründung des Internationalen Zoodirektorenverbandes. Der VDZ konstituierte sich 1951 erneut. 1987, genau 100 Jahre nach seiner Gründung, gab sich der VDZ auf seiner Jahrestagung in Rheine eine neue Satzung, die aus dem losen Verband mit seinen jährlichen Zusammenkünften einen eingetragenen Verein mit fester Verbandsstruktur machte.
Heute gehören dem VDZ über 160 Mitglieder aus Zoologischen Gärten in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Dänemark, Estland, Frankreich und Ungarn an. Die Verbandssprache ist deutsch. Das Verbandsorgan ist die in Jena erscheinende Zeitschrift „Der Zoologische Garten“ (Chefredakteur: Dr. Wolfgang Grummt). Es ist gleichzeitig Organ der Welt-Zooverbandes WAZA. Der VDZ ist als Verband Mitglied in der WAZA. 40 VDZ-Mitglieder sind darüber hinaus institutionelle Mitglieder in der WAZA. Hinzu kommt eine Vielzahl persönlicher Ehrenmitglieder aus dem deutschsprachigen Raum. Eng ist auch die Zusammenarbeit mit dem europäischen Zooverband EAZA, in dem ebenfalls VDZ-Zoos Mitglieder sind. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder des VDZ zu ihrer Jahrestagung in einem Mitgliedszoo. Diese Tagungen bestehen aus wissenschaftlichen- und Geschäftssitzungen, einer Führung durch den gastgebenden Zoo und einer wissenschaftlichen Exkursion.
VDZ

OZO
Die Österreichische Zoo Organisation, OZO ist der Zusammenschluss der österreichischen, wissenschaftlich geführten Tiergärten, die nach den internationalen Richtlinien der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) geführt werden.
Neben den Gründungsmitgliedern Alpenzoo Innsbruck, Zoo Salzburg, Tiergarten Schönbrunn und dem Tier- und Naturpark Schloss Herberstein finden sich heute auch der Zoo Schmiding und das Haus des Meeres in dieser Vereinigung.
Die Organisation hat sich folgende Ziele gesetzt:
Bewusstseinsbildung und Förderung für Anliegen des Tier- Arten- und Naturschutzes
Beteiligung an Arterhaltungs- und Naturschutzprojekten
Beteiligung an Forschungsaktivitäten zur Erhaltung der Artenvielfalt.
Ausbildung von Fachleuten im Zoobereich.
Unterstützung der Behörden
Ziel dieser Organisation ist die Umsetzung der EU Zoo Direktive in Österreich, um den Schutz wildlebender Tiere und die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Vorschriften für die Betriebserlaubnis und Überwachung von Zoos zu gewährleisten, und um auf diese Weise die Rolle der Zoos bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt zu stärken. Der Vorstand hat sich intensiv mit der EU-Zoorichtlinie beschäftigt und zu deren sinnvollen Umsetzung Standards verfasst.
Mitgliedzoos der OZO erfüllen insbesondere folgende Kriterien:
Hohe Qualität in der Tierhaltung
Beteiligung an Arterhaltungs- und Naturschutzprojekten
Beteiligung an Forschungsaktivitäten zur Erhaltung der Artenvielfalt
Information der Zoobesucher über die Bedeutung des Erhalts der biologischen Vielfalt
OZO

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