Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Wiener Tiergarten Schönbrunn, 30.08.2012
ERDMÄNNCHEN-KINDER AUF ERKUNDUNGSTOUR
Die Erdmännchenfamilie im Tiergarten Schönbrunn hat erneut Zuwachs bekommen. Am 7. August sind bei den beliebten Schleichkatzen vier Jungtiere zur Welt gekommen, die nun ihre ersten Ausflüge in der Anlage unternehmen. „Erdmännchen werden nach einer Tragzeit von elf Wochen blind und nackt in einem Bau geboren“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. „Die Jungtiere werden derzeit noch von ihrer Mutter gesäugt, auch andere Familienmitglieder übernehmen aber das Babysitten.“ Teamarbeit und Zusammenhalt werden in einer Erdmännchenkolonie groß geschrieben – jedes Mitglied übernimmt eine Aufgabe. So lässt sich auch bei den Schönbrunner Erdmännchen gut beobachten, wer gerade auf die Kleinen aufpasst, wer als Wächter nach Feinden Ausschau hält und wer die unterirdischen Gänge gräbt. Seit April wohnen die Erdmännchen, bei denen es erst im Februar Nachwuchs gegeben hat, im historischen Affenhaus. „Um ihnen eine ruhige Aufzucht zu ermöglichen, sind sie derzeit von ihren Mitbewohnern, den Bärenstummelaffen, durch eine Glaswand getrennt“, so Schratter. Im Freiland bewohnen Erdmännchen die trockenen, offenen Ebenen und das Buschland im Süden Afrikas. Sie ernähren sich von Insekten, Spinnen und Schnecken, lehnen aber auch Nagetiere, Eidechsen und andere Kleintiere nicht ab. Um die unterirdischen Gänge bauen zu können, in die sie sich abends zurückziehen, haben Erdmännchen besonders kräftige Vorderfüße. In Sekundenschnelle kann ein erwachsenes Erdmännchen sein eigenes Gewicht an Sand zur Seite schaufeln.

Zoo Leipzig, 30.08.2012
Trauriger Verlust bei Schneeleoparden: Zwei Jungtiere tot
Trauer im Zoo Leipzig: Von dem am 29. Juni 2012 zur Welt gekommenen Drillingswurf bei den Schneeleoparden ist nur noch das männliche Jungtier am Leben. Bereits am Wochenende war eines der beiden Weibchen überraschend gestorben. Wie der vorläufige Pathologiebericht ausweist, hatte das Tier eine Jungtierinfektion mit akut verlaufender Lungenentzündung. Auf Grund dieses Befundes wurden nun auch die beiden übrigen Tiere, die ebenfalls schwere Krankheitssymptome gezeigt hatten, aber durch die Medikation stabilisiert werden konnten, intensiv untersucht. Das traurige Ergebnis: Der Sehapparat des zweiten Weibchens weist irreparable Schädigungen auf. „Beide Augen sind vermutlich bereits in der pränatalen Phase durch eine Erkrankung des Muttertieres in dieser Zeit irreversibel degeneriert, wodurch keine Sehkraft ausgebildet werden konnte und auch operativ nicht hergestellt werden kann“, sagt Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard. Um dem Jungtier auf Grund der fehlenden Seh- und Orientierungsfähigkeit und der damit nicht gegebenen Mobilität künftige Leiden zu ersparen, musste das Jungtier heute eingeschläfert werden. „Ein Schneeleopard, der seine Umwelt mit Absätzen und Klettermöglichkeiten nicht sieht, leidet zwangsläufig. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Aber wir haben aufgrund der vorliegenden Untersuchungsbefunde keine andere Möglichkeit gesehen, als im Sinne des Tierschutzes zu handeln und dem Jungtier Leiden zu ersparen“, begründet Zoodirektor Dr. Jörg Junhold das Vorgehen. Bei dem verbliebenen männlichen Jungtier wurden keine entsprechenden Fehlentwicklungen festgestellt. Es entwickelt sich altersgemäß.

Zoo Heidelberg, 30.08.2012
Ein lehrreiches Jahr geht zu Ende, ein neues beginnt: FÖJ im Zoo Heidelberg
„Langeweile im Zoo ist ein Fremdwort“, schwärmt Annika Munz, und fasst damit in wenigen Worten ihr Jahr im Zoo als „FÖJ“ zusammen. Das „Freiwillige Ökologische Jahr“, kurz FÖJ, bietet Schulabgängern die Möglichkeit, die Zeit zwischen Schulabschluss und Studium oder Ausbildung sinnvoll zu überbrücken. Am 31. August 2012 endet für die Teilnehmer das FÖJ 2011/2012 und die „Neuen“ stehen schon in den Startlöchern. Für die scheidenden FÖJ ist es ganz selbstverständlich, ihre Nachfolger einzuarbeiten, bevor sie sich schweren Herzens verabschieden. Der Zoo Heidelberg und die Zooschule Initiative Zooerlebnis e. V. bieten jährlich drei FÖJ-Stellen an: Im Garten- und Handwerksbereich, im Schnittstellenbereich Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit sowie im pädagogischen Bereich der Zooschule. Bei allen drei Stellen ist das Aufgabenspektrum sehr vielfältig und es wird eine monatliche Vergütung bezahlt. Während bei der Einsatzstelle „Garten und Handwerk“ überwiegend körperliche Arbeit im Vordergrund steht und handwerkliches Geschick von Vorteil ist, sind bei den beiden anderen beiden Stellen vor allem kommunikative Fähigkeiten und PC-Kenntnisse wichtig. Auch sollte man bereit sein, an Wochenenden, etwa bei Sonderaktionen und Veranstaltungen, zu arbeiten. Dafür aber gibt es selbstverständlich einen Stundenausgleich. Nur durch ein gutes Erscheinungsbild und gepflegte Beschilderungen können dem Zoobesucher wichtige Botschaften zum naturgerechten und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt vermittelt werden. Wer wie Annika Munz im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaft ein FÖJ absolviert, entwirft Plakate sowie Schilder zu Tier- und Artenschutzprojekten und bringt diese im Zoo an den passenden Stellen auch an. Der europäische Zoo- und Aquarienverband EAZA führt jedes Jahr eine Kampagne durch, mit der die Besucher auf dringende Probleme im internationalen Natur- oder Artenschutz informiert werden. Der jeweilige Schwerpunkt muss für die Zoobesucher mit Beschilderung, Ausstellungen und anderen Aktionen interessant umgesetzt werden. Natürlich gilt es, an besonderen Aktionstagen auch tatkräftig mit anzupacken und für die Zoobesucher als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Bei der Einsatzstelle „Garten“ ist ein grüner Daumen förderlich, denn es steht vor allem das Erscheinungsbild des Parks im Vordergrund. So ist die Pflege von Pflanzungen ebenso notwendig wie die Mitwirkung im Handwerksbereich und den Zoowerkstätten. In der Zooschule beinhaltet das Aufgabenfeld die Tierpflege der Zooschultiere (zum Beispiel Bartagame und Stabschrecken), die telefonische Sprechstunde und die Unterstützung des Zooschulteams in allen Belangen. Allen Stellen gemeinsam ist, dass die Teilnehmer neue, spannende Erfahrungen machen und eine Menge an ökologischem Wissen mitnehmen. „Man lernt sehr viel über sich selbst“, resümiert Annika Munz. „Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass ich viele Herausforderungen bewältigt habe und von all dem werde ich auch in Zukunft profitieren. Ich weiß jetzt, wie die Berufswelt funktioniert. Aber ob es noch etwas Vergleichbares gibt, das genauso spannend ist, wie ein Zoo, weiß ich nicht“. Wie bewerben? Bewerbungen für ein einjähriges FÖJ nicht an den Zoo richten, sondern ausschließlich an die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Auf deren Internetseite www.foej-bw.de gibt es alle wichtigen Informationen.

Thüringer Zoopark Erfurt, 30.08.2012
Grundsteinlegung für die neue Elefantenanlage
Das bislang größte Bauprojekt in der Geschichte des Thüringer Zooparks Erfurt – die neue Elefantenanlage – nimmt konkrete Formen an. Nachdem im Dezember 2011 der erste Spatenstich gefeiert wurde, erfolgte nun, am 30. August 2012, die offizielle Grundsteinlegung. Bis zum Jahr 2014 wird eine neue Elefantenanlage entstehen, die den neuesten Standards gerecht wird. Da der Neubau die Bullenhaltung ermöglicht, ist ein wesentlicher Aspekt der neuen Anlage, einen Grundstein für die Elefantenzucht zu legen. Laut Weltnaturschutzunion gilt die Art heute – bedroht durch die Fragmentierung und Zerstörung des Lebensraumes sowie durch Wilderei – als gefährdet. Auf einer Fläche von 15 000 Quadratmetern sollen sich die Afrikanischen Elefanten vermehren und so die Möglichkeit haben, ihr arttypisches Verhalten in einer sozialen Gruppe an den Tag zu legen. Auf der neuen Anlage können sieben erwachsene Tiere (ein Bulle, sechs Kühe) sowie deren Nachwuchs gehalten werden. Für einen heranwachsenden Jungbullen ist ebenfalls Platz vorgesehen. Für die Bullen sind zwei Boxen (50 bzw. 55 m²) und ein ca. 160 m² großer Laufstall vorgesehen. Die Kühe erhalten drei Boxen (45, 46 und 48 m²) und ein über 500 m² großer Laufstall mit 55 m² großem Badebecken. Eine Schleuse verbindet Kuhlaufstall, Bullenlaufstall mit dem Hauptzugang zum Außengehege. Theoretisch können damit alle Laufställe miteinander verbunden werden. Der Hauptausgang enthält einen Zwangsstand für medizinische Untersuchungen. Von je einer Kuh- und einer Bullenbox gibt es auch einen direkten Zugang zu den Außengehegen. Der Kuhlaufstall wird für die Besucher einsehbar gebaut. Im Bullenlaufstall wird ein Einblick mittels eines Fensters möglich sein. Das insgesamt 15000 Quadratmeter große Gelände umfasst die bisherige Shire-Pferdekoppel sowie ein Waldstück östlich davon. Die Außenanlagen sind strukturiert und enthalten Suhlen, Bademöglichkeiten, Felsen und künstliche Schattenplätze.

Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, 30.08.2012
Sieben auf einen Streich – Ferkelei im Tierpark Berlin
Am 23.8.2012 wurden im Tierpark Berlin sieben Vietnamesische Hängebauchschweine geboren. Nachdem die nur faustgroßen Ferkel die ersten Tage gemeinsam mit ihrer Mutter im schützenden Wurflager verbracht haben, erkunden sie nun in Gesellschaft von Tanten und Vater das Gehege. Wie ihre Eltern sind die niedlichen Ferkel schwarz gefärbt, lassen sich aber dank ihrer individuell unterschiedlichen weißen Flecken gut voneinander unterscheiden. Vietnamesische Hängebauchschweine sind mit etwa 40 cm Schulterhöhe Zwerge unter den Hausschweinen. 1958 gelangte diese zwergwüchsige Hausschweinrasse aus Südostasien erstmals durch den Tierpark Berlin nach Europa. Heute erfreuen sich die kleinen Schweine mit den Mopsgesichtern und dem fast auf dem Boden schleifenden Bauch in vielen Tiergärten großer Beliebtheit und mancherorts werden Hängebauchschweine sogar als Hausgenossen gehalten. Auch die benachbarten, bis zu 160 kg schweren Chinesischen Maskenschweine haben Nachwuchs zu versorgen. Die 30 Tage alten Ferkel haben noch glatte Gesichter, denn die namengebenden „Kummerfalten“ bekommen sie erst später. Chinesische Maskenschweine gelten als die älteste bis heute existierende Hausschweinrasse und zeichnen sich durch eine hohe Fruchtbarkeit aus. Das Resultat können Tierpark-Besucher ab sofort im Kindertierpark bestaunen.

Zoo Osnabrück, 31.08.2012
Helfen und gewinnen: Zweite Runde der Zoolotterie 2012 gestartet
Für einen Euro den Miniflitzer für die nächste Shopping-Tour gewinnen? Im Herbstabschnitt der diesjährigen Zoo-Lotterie ist das möglich. Die ersten Lose verkaufte heute Oberbürgermeister und Schirmherr Boris Pistorius in der Großen Straße. Circa 90.000 Lose wurden bereits im ersten Halbjahr verkauft. Seit 1998 veranstaltet der Zoo Osnabrück zweimal im Jahr die gemeinnützige Sachwertlotterie, deren Reinerlös Projekten des Zoos und sozialen Einrichtungen in Osnabrück zugutekommt. In diesem Jahr sind das die Wärmestube des Bischöflichen Stuhls Osnabrück, die wohnungslosen Menschen mit Mahlzeiten, Sanitäreinrichtungen oder einer Kleiderkammer hilft, sowie der Deutsche Kinderschutzbund Osnabrück, der den Erlös für sein Projekt „Unterstützung Kinder psychisch kranker Eltern“ verwenden wird. Oberbürgermeister und Schirmherr der Lotterie Boris Pistorius, der vor dem Modehaus L+T heute die ersten Lose verkaufte, sagte: „Mit dem Los kaufen Sie sich die Vorfreude auf den Gewinn und mit etwas Glück einen schönen Preis. Vor allem helfen Sie aber Menschen in unserer Stadt, die auf die Hilfe der Einrichtungen angewiesen sind. Ich bitte deshalb: Unterstützen Sie auch weiterhin die Zoo-Lotterie.“ Zoopräsident Reinhard Coppenrath hofft auf einen ähnlich großen Erfolg wie im Frühjahr diesen Jahres: „Als Zoo haben wir vor allem Verantwortung für unsere Tiere. Aber wir sehen uns auch in der Pflicht gegenüber Osnabrückerinnen und Osnabrückern, denen es nicht so gut geht. Deshalb ist uns die Lotterie ein wichtiges Anliegen.“ Im Frühjahrsabschnitt konnten circa 90.000 Lose verkauft werden – vier Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Lotterie-Organisator Philip Freund vom Zoo Osnabrück verspricht auch für die Herbst-Runde viel Spannung: „Dank Unterstützung der Osnabrücker Unternehmen können sich die Loskäufer auf attraktive große wie kleine Preise freuen.“ Einige „dicke Fische“, wie der Fiat 500, gesponsert vom Autohaus Schiermeier, oder iPads, haben bereits glückliche Gewinner gefunden. In der Herbstrunde warten weitere große und kleine Preise auf neue Eigentümer, so zum Beispiel der Smart fortwo von Autohaus Beresa oder iPods. „Zudem hat der Zoo tief in die Schublade gegriffen und großzügig Freikarten, komplette Führungen für Familien oder Gruppen zur Verfügung gestellt. Natürlich sind auch wieder die begehrten Taschen, Tassen und Schlüsselbänder mit schönen Tiermotiven zu gewinnen.“ Noch bis zum 1. November können in der Großen Straße vor dem Modehaus L+T und vor der Hirsch-Apotheke am Nikolaiort in der Regel zwischen 10 Uhr und 19 Uhr die Zoo-Lotterielose für einen Euro pro Los gekauft werden.

Opel-Zoo Kronberg, 31.08.2012
Nachwuchs im Opel-Zoo: Der Europäische Nerz gehört zu den am meisten bedrohten Tierarten Europas
Jetzt sind sie im Opel-Zoo besonders gut zu sehen: Die fünf jungen Europäischen Nerze, die im Juni 2012 geboren wurden. Sie haben inzwischen ihre Wurfhöhle verlassen und man könnte ihnen stundenlang beim übermütigen Spiel in ihrem Gehege zuschauen. Sie tollen übereinander, liefern sich Scheingefechte, sind stets auf der Suche nach Nahrung und lieben es in ihrem kleinen See zu baden. Dabei lernen sie spielerisch sich auf ihr Leben in freier Wildbahn vorzubereiten. Der Europäische Nerz gehört zu den am meisten bedrohten Tierarten Europas. Ursprünglich besiedelte er ein gewaltiges Gebiet von Nordspanien bis an den Ural und von Finnland bis an das Schwarze Meer. Heute existieren lediglich kleine, voneinander isolierte Bestände. Die Trockenlegung vieler Feuchtgebiete ist mitverantwortlich für seinen Rückgang. Aber auch sein Fell ist ihm zum Verhängnis geworden. Und darüber hinaus wurde er auch noch von seinem wesentlich größeren nordamerikanischer Vetter – in Tierfarmen gezüchtet und von vermeintlichen Tierschützern freigelassen – in seinem knapper werdenden Lebensraum verdrängt. Seit 1992 gibt es ein Zuchtprogramm (EEP), an dem auch der Opel-Zoo beteiligt ist. Die in Kronberg geborenen Nerze wurden bereits in Norddeutschland und im Saarland wieder angesiedelt. Wie schon der Nachwuchs aus den Vorjahren werden auch die fünf diesjährigen Jungen im Herbst, wenn sie alt genug sind, um alleine zu leben, ausgewildert und hoffentlich dann bald selbst dafür sorgen, dass der Europäische Nerz als Tierart erhalten bleibt. Zunächst aber lohnt es sich, sie in ihrer – auch für Kinder gut einsehbaren – Anlage unterhalb des Elchgeheges im Opel-Zoo zu beobachten.

Tierpark Hamburg-Hagenbeck, 31.08.2012
Tierische Sommerkinder
Ängstlich? Immer dicht an Mutters Seite? Keine Spur davon! Zebrafohlen Jule sorgt seit knapp einer Woche für richtig viel Wirbel in der afrikanischen Steppe. Kaum öffnen sich am Morgen die Türen zum Außengehege, ist die kleine Lady auch schon unterwegs. Sie rennt, bockt, springt und probiert überhaupt alle Möglichkeiten aus, sich zu bewegen. Die erwachsenen Tiere nehmen es gelassen. Schließlich haben sie schon häufiger solche Wirbelwinde erlebt. Es war genau 21.30 Uhr am Abend des 22. August, als Jule zur Welt kam. Mit dieser Uhrzeit überraschte Mutter Vicky (16) selbst den erfahrenen Reviertierpfleger Tony Kershaw: „Bisher sind wir immer davon ausgegangen, dass die Zebras am frühen Morgen fohlen.“ Die Installation einer Kamera erbrachte nun den Beweis: Zebrastute Vicki hat ihren eigenen Rhythmus. Vicky ist am 20. Dezember 1995 im Züricher Zoo geboren. Im Zuge des Erhaltungszuchtprogramms der seltenen Chapman-Zebras kam sie nach Hamburg. Hier hat sie inzwischen ihr sechstes Fohlen zur Welt gebracht. Zebras können ein Alter von 25 bis 30 Jahren – ähnlich wie Pferde – erreichen. Noch nicht ganz so temperamentvoll zeigen sich die jungen Hüpfer in der Australien-Anlage. Vier Jungtiere sind bei den Roten Riesenkängurus in diesem Sommer angekommen. Ein schönes Zeichen dafür, dass sich die Beuteltier-Truppe in der 2011 neu eröffneten Anlage sehr wohl fühlt. Das erste australisch-hamburgische Baby seit der Umgestaltung ist erst vor wenigen Tagen dem mütterlichen Beutel endgültig entwachsen. Skippy ist ein männliches Tier und inzwischen rund acht Monate alt. Das Geschlecht der drei anderen Kängurukinder ist noch unbekannt, da sie den Beutel noch nicht endgültig verlassen haben. „Wenn die Jungen nicht mehr in den Beutel gehen, sind sie acht Monate alt. Dann können wir von diesem Datum den Geburtstermin zurückrechnen“, erläutert Dr. Michael Flügger, Tierarzt bei Hagenbeck. Erst dann kann die Geschlechtsbestimmung durchgeführt werden. Kängurus sind bei der Geburt nicht viel größer als ein Gummibärchen. Die Kleinen finden den Weg zur mütterlichen Zitze im Beutel, saugen sich dort fest und verlassen den schützenden Ort acht Monate später.

Zoo Leipzig 03.09.2012
Neuzugänge für die Kiwara-Savanne
Neuzugänge für die Afrika-WG: Vier Weißnacken-Moorantilopen (Kobus megaceros) werden künftig das Leben auf der Kiwara-Savanne bereichern. Die drei und vier Jahre alten Weibchen stammen aus dem Parco Natura Viva in Italien. Das zweijährige Männchen Kristián ist aus Prag in die Messestadt gekommen. Bevor die Gruppe gemeinsam mit den Rothschild-Giraffen, Grevy-Zebras und Säbelantilopen über die Savanne zieht, müssen die Tiere jedoch noch einige Wochen im rückwärtigen Bereich eingewöhnt werden. Anschließend folgt die behutsame Vergesellschaftung mit den übrigen Tierarten. Die Gruppe der Moorantilopen wurde im Rahmen des Europäischen Erhaltungs-zuchtprogramms zusammengestellt. Die zur Gattung der Wasserböcke gehörende Tierart gilt laut Roter Liste als stark gefährdet.

Zoo Berlin 04.09.2012
Sieben Seehunde und ein Seehundwelpe
Sie gehören zu den Publikumslieblingen im Berliner Zoo. Mit ihrem runden Kopf und den großen Kulleraugen verkörpern Seehunde selbst noch im Erwachsenenalter perfekt das „Kindchenschema“, welches den menschlichen Pflegetrieb weckt. Ein Seehundwelpe toppt fast jedes Säugetier hinsichtlich des „Niedlichkeitsfaktors“. Doch ein Wildtier bleibt nach der Geburt instinktiv menschenscheu. So lässt sich auch „Helge“, der am 9. Juli geborene Mini-seehund, nicht gerne vom Menschen anfassen. Seit dem heutigen Tag ist der Jüngste nun mit seiner Mutter „Lara“ und den übrigen Artgenossen zusammen in einem Freiwasserbe-cken am Robbenfelsen zu beobachten. Im Berliner Zoo kam es bereits 1905 zur Erstgeburt eines Seehundes. Dennoch ist die Fort-pflanzung der Hundsrobbenart in Menschenobhut bis heute keine Selbstverständlichkeit. Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder jungtierlose Zeiten gegeben hatte, vermehren sich die Seehunde seit vier Jahren in Berlin wieder zuverlässig.

Zoo Heidelberg 04.09.2012
Bildhauerkunst aus Zimbabwe im Zoo Heidelberg: Ausstellung „Shona-Art im Zoo“ bis September 2013 verlängert
Die Ausstellung „Shona-Art im Zoo“ mit über 40 Steinskulpturen aus dem südafrikanischen Zimbabwe begeistert seit über einem Jahr die Besucher des Heidelberger Zoos. Der Tiergarten mit seinem alten Baumbestand, schönen Pflanzungen, Lichtungen und Teichen bietet den Kunstwerken eine würdige Bühne. Der Shona-Art Galerist Bastian Müller und der Zoo Heidelberg haben aufgrund des großen Besucher-Zuspruchs entschieden, die Ausstellung um ein weiteres Jahr zu verlängern. Zoobesucher, Kunstliebhaber und Kaufinteressenten können sich nun noch bis Ende September 2013 an den beeindruckenden Skulpturen erfreuen. Im Rahmen der Ausstellung haben Interessierte die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen: Daina Nyakudya und Tago Tazvitya, ein Künstler-Ehepaar aus Harare, bieten noch bis zum 29. September 2012 die beliebten Bildhauerworkshops an – ein einmaliges Erlebnis.

Zoo Osnabrück 05.09.2012
Schimpansenbaby Nayla gestorben – Todesursache noch ungewiss
Das im Zoo Osnabrück im Januar 2012 geborene Schimpansenmädchen Nayla ist gestern überraschend gestorben. Das Jungtier hatte bereits einen schwierigen Start ins Leben: Nachdem die leibliche Mutter Vakanga Nayla abgelehnt hatte, adoptierte Schimpansenfrau Vanessa sie. Die genaue Todesursache ist noch ungewiss. Am Dienstagvormittag um viertel nach elf ereilte Zoodirektor Prof. Michael Böer per Zoo-Funk ein Notruf: „Besucher hatten beobachtet, dass das Jungtier leblos auf der Außenanlage lag und von den anderen Schimpansen umringt wurde. Ich war gerade fünf Minuten vorher an dem Areal vorbei gelaufen, da verhielten sich die Schimpansen unauffällig“, berichtete Böer. Als die Tierpfleger zum Außengehege eilten, lag Nayla auf einem Kletterbaum und schien tot zu sein. Die Zoomitarbeiter holten sofort alle Schimpansen in den Innenbereich, um das Tier sichern zu können. Schimpansenweibchen Kisha brachte Nayla mit und ließ sie im Innengehege liegen, wo der Zootierarzt den Tod feststellte. „Wir wissen nicht, was passiert ist und versuchen nun per pathologischem Befund der Ursache auf den Grund zu gehen“, so Böer weiter. Der Tierkörper wurde gestern in die Veterinärpathologie geschickt und wird dort untersucht. In circa drei bis vier Tagen werde man Genaueres wissen. Eine Handaufzucht von Nayla hatten die Zoo-Verantwortlichen im Januar nicht in Erwägung gezogen, weil diese erhebliche Managementaufgaben nach sich zieht, um später das an Menschen gewöhnte Jungtier erfolgreich in den Sozialverband erwachsener Artgenossen integrieren zu können. „Nayla hatte sich bis jetzt aber sehr gut entwickelt und wurde von Adoptivmutter Vanessa wie ein eigenes Baby versorgt“, ergänzte Festl. Die Gruppe verhalte sich nach dem Vorfall ruhig und unauffällig.

Zoo Leipzig 05.09.2012
Abschied aus Pongoland – Orang-Utans nach Basel abgegeben
Die beiden Orang-Utan-Weibchen Kila und Maia aus dem Zoo Leipzig sind gestern auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms in die Schweiz abgegeben worden. Beide haben den Transport und die erste Nacht im neuen Zuhause problemlos gemeistert. Künftig leben sie gemeinsam mit vier weiteren Tieren in der kurz vor der Eröffnung stehenden Geigy-Anlage im Baseler Zoo. Kila (geb. am 02. Juni 2000 in Leipzig) hat eine intensive Bindung zu ihrer vierjährigen Halbschwester Maia (geb. am 07. Dezember 2007). Sie hatte nach dem Verlust der Mutter die Aufzucht der Jüngeren übernommen. Da die beiden Weibchen in der Leipziger Gruppenhierarchie nur eine schwache Position behaupten konnten, war der gemeinsame Umzug zum Wohle der Tiere unumgänglich. In Basel erhalten sie nun die Möglichkeit, sich in einer neuen Konstellation einzuleben, um perspektivisch für Nachwuchs zu sorgen und damit zum Erhalt der stark vom Aussterben bedrohten Orang-Utans beizutragen.

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