Extinct in the Wild

FISCHE

Feuerschwanz-Fransenlipper
Der Feuerschwanz-Fransenlipper ist ein beliebter Aquarienfisch. Die ersten Feuerschwänze wurden 1952 vom Aquarium Hamburg nach Deutschland eingeführt. Feuerschwänze können bei guter Pflege ein Alter von 15 Jahren und eine Größe von 30 Zentimetern erreichen.
Feuerschwänze leben in Zentralthailand, vor allem in dem Fluss Chao Phraya (Menam) und in den Flüssen der Paknampo-Region. Er kommt ursprünglich aus Thailand, ist aber in der Natur vermutlich schon ausgestorben.
Feuerschwänze sind vom Körper her schwarz gefärbt und haben eine leuchtend rote Schwanzflosse. Die Brustflossen können leicht rötlich sein, sind aber meistens schwarz gefärbt. Wenn das Rot der Schwanzflosse stark abnimmt, bedeutet das, dass der Feuerschwanz zu viel Stress ausgesetzt ist oder krank ist. Im Zoofachhandel wird auch die albinotische Form von Epalzeorhynchos bicolor angeboten. Wie alle Epalzeorhynchos-Arten ist er mit einem von vier Barteln umgebenen, unterständigen Schabmaul ausgestattet, mit dem er Algen von Blättern, Holzwurzeln und Steinen abschaben kann.
Die Geschlechter sind relativ leicht zu unterscheiden. Beim Männchen läuft die Rückenflosse spitz zu, während der hintere Rand beim Weibchen gerade ist und die Rückenflosse so einen rechten Winkel bildet. Außerdem sind die Weibchen meist fülliger und etwas blasser als die Männchen.
Lange Zeit wurde angenommen, dass Feuerschwänze einzelgängerisch sind. In der Tat neigt diese revierbildende Fischart zu Aggression. Mittlerweile geht man aber davon aus, dass der Feuerschwanz Artgenossen benötigt. In sehr kleinen Gruppen von zwei bis drei Tieren ist er auch gegen Artgenossen meist sehr bissig und unverträglich. In einer Gruppe ab ca. 5 Tieren herrscht ein ausgeglichenes Machtverhältnis. Bei der Haltung im Aquarium ist ein ausreichend großes Becken – die Aussagen klaffen von 250 bis 500 Litern als Minimum auseinander – die Voraussetzung. Vielmehr führt die Vereinsamung einzeln gehaltener Tiere und zu kleine Becken bei der heimischen Haltung zu aggressivem Verhalten gegenüber gattungsfremden Fischen. Blitzschnell und übermütig greift er auch größere Fische an. Nicht selten halten seine Angriffe und Hetzjagden so lange an, bis der andere Fisch zu Tode kommt. Die Ansicht, dass Feuerschwänze Einzelgänger sind, ist somit eine Legende, die aus Haltungsfehlern entstanden ist.
Die Zucht ist bisher nur sehr selten auf natürliche Weise gelungen. Die Tiere werden in Asien in Teichen mit Hormonbehandlung.
Laut Zootierliste werden Feuerschwänze in nur zehn europäischen Zoos gehalten, aber ich erlaube mir, das anzuzweifeln. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fisch, den man in (fast) jedem Zoofachgeschäft bekommt kaum Verbreitung in den großen Zoos findet.

Ameca-Kärpfling
Die Typuslokalität ist der namengebende Río Ameca in dem westmexikanischen Bundesstaat Jalisco. Die Erstbeschreiber nennen aber auch Vorkommen in dem benachbarten Rio Teuchitlan. Seit der Erstbeschreibung wurden Flitterkärpflinge in diesen beiden Flüssen und ihren Einzügen nicht mehr nachgewiesen.
Bis in die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts blieb der einzige bekannte Fundort das „Balneario Teuchitlan“, nördlich des Ortes Teuchitlan, zehn Kilometer östlich der Stadt Ameca. Der in Beton gefasste Quelltopf der Hauptquelle des Rio Teuchitlan ist circa 170 m² groß und zwischen 30 und 150 Zentimeter tief. Der Quelltopf, der über Betonstufen betreten werden kann, ist das Hauptbadebecken dieser Freizeiteinrichtung, die mehrere Schwimmbecken, eine Riesenrutschbahn, Umkleidekabinen, Grillplatz, Restaurant und einen großen Kinderspielplatz umfasst. Über zwei Teichanlagen führt der langsam fließenden Rio Teuchitlan das Wasser nach Süden, in den wenige Kilometer entfernten Stausee „Presa La Vega“.
Auch hier ist der Bestand mittlerweile erloschen. Im mexikanischen Hochland, dem Lebensraum aller Goodeiden, sind keine weiteren Biotope des Flitterkärpflings bekannt. Die IUCN führt Ameca splendens darum unter „in der Natur ausgestorben“. 1981 und 1983 konnte er als Neozoon in Rogers Spring, Nevada, festgestellt werden, der aktuelle Status ist unbekannt.
Ameca-Kärpflinge gehören nicht zum Standardsortiment des Aquarienfischhandels, werden aber regelmäßig angeboten. Die Ersteinfuhr lebender Gefangenschaftsnachzuchten aus den USA nach Deutschland erfolgte in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts durch Entlinger. Besonders unter auf lebendgebärende Fische spezialisierten Aquarienfreunden, meist in der Deutschen Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen (DGLZ) organisiert, kümmert man sich um die Erhaltungszucht gesunder Bestände.
Der Ameca-Kärpfling ist derzeit u. a. im Zoo Leipzig und dem Haus des Meeres in Wien zu sehen.

Ein weiterer Vertreter aus der Familie der Hochlandkärpflinge, der Goldene Skiffia oder Frances-Hochlandkärpfling, ist in freier Wildbahn ebenfalls ausgestorben. Das Haus des Meeres in Wien und die Zoos in Chester und London zeigen die Art in Europa.

Der Vielschuppen-Hochlandkärpfling ist (laut HAUS DES MEERES) einer der seltensten Fische der Welt und in der freien Wildbahn ausgestorben, die IUCN hat dazu jedoch noch keine Anmerkungen veröffentlicht.
Weitere Informationen über die Hochlandkärpflinge findet man hier.

Zwei Vertreter der Wüstenkärpflinge (Cyprinodon alvarezi und Cyprinodon longidorsalis) sind in freier Wildbahn ebenfalls ausgestorben und nicht sehr häufig in europäischen Zoos zu sehen (C. alvarezi derzeit in Wien, C. longidorsalis in London)

REPTILIEN

Tempel-Weichschildkröte
Heute ist diese Art nur noch von einem 94 × 61 Meter großen Wasserbecken in unmittelbarer Nähe eines Schreines für Bayazid Bostami, einem islamischen Mystiker des Sufismus, in Nasirabad bei Chittagong im Südosten von Bangladesch bekannt. Die Wasserhöhe in diesem Wasserbecken beträgt zwischen 2,5 und 5 Meter. Bis in die 1980er Jahre gab es ein zweites Vorkommen in einem Wassergraben, der jedoch trockengelegt wurde.
Der Wiener Tiergarten Schönbrunn ist derzeit der einzige europäische Zoo, der diese Tiere zeigt.

VÖGEL

Guam-Ralle
Die Ralle war früher in Guam weit verbreitet und wurde von den Bewohnern der Insel bejagt. 1960 war der Handel mit Jungvögeln und Eiern und die Jagd auf die Vögel verboten. 1964–1976 war eine beschränkte Jagd erlaubt. Sie starb auf dem Südteil der Insel Anfang der 70er aus, es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass dafür die zu dem Zeitpunkt schon wieder verbotene Jagd verantwortlich sein könnte. 1981 wurden nur noch etwa 2300 Vögel im Norden der Insel gefunden. 1983 gab es nur noch zwei kleine, nicht zusammenhängende Populationen. Ursache für das Aussterben waren eingeführte Fleischfresser, besonders die Braune Nachtbaumnatter sowie Autounfälle.
In Gefangenschaft wurde die Ralle seit 1984 sehr erfolgreich gezüchtet und seit 1995 wurden mehr als 100 von ihnen wieder in die Freiheit entlassen. Nachdem die Erfolge zuerst gering waren, wurden die Nachtbaumnattern durch Fallen getötet und von dem Lebensraum der Vögel ferngehalten. Seither wurden Bruterfolge gemeldet.
Außerdem wurde seit 1987 versucht auf der nahegelegenen Insel Rota die Ralle anzusiedeln. 1999 wurden dort die ersten erfolgreichen Bruten gemeldet, auch wenn bis heute der Bruterfolg eher von gemischtem Erfolg gekrönt ist.
2011 wurden 16 Rallen auf Cocos-Island ausgesetzt, nachdem man dort die Ratten ausgerottet hatte.

Hawaii-Krähe
Der Rückgang dieser Art begann um das Jahr 1890 mit dem Erscheinen der weißen Farmer auf Hawai’i. Früher war die ‚Alala auf allen Hawaii-Inseln weit verbreitet, doch ab 1891 wurde sie als Plage angesehen und erbarmungslos verfolgt. Die Landwirte ahmten ihren Schrei nach, der als der lauteste Vogelschrei in den Wäldern Konas galt. Wenn die Vogel nah genug angelockt waren, wurden sie abgeschossen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die einst großen ʻAlala-Schwärme verschwunden. Ursprünglich ernährte sie sich von den Beeren der Ieie-Rebe, der Ohelo-Beere (auch als Hawaiische Kranichbeere bezeichnet) oder anderen Früchten aus den Wäldern, doch nachdem die ursprünglichen Koa-Akazien Platz für eingeführte Pflanzenarten machen mussten, änderte sich die Lebensweise der ‚Alala. Eingeführte Tierarten wie die Goldstaub-Manguste sowie die Veränderung des Nahrungsangebotes und Vogelkrankheiten führten zu einem weiteren dramatischen Rückgang. 1973 wurde die Hawaiikrähe unter Naturschutz gestellt. 1996 gab es nur 14 Exemplare in freier Wildbahn und 1999 nur noch drei. 2002 verschwanden die letzten beiden Vögel aus ihrem Brutrevier im „Hakalau National Wildlife Refuge“. Damit galt sie als in der Wildnis ausgestorben. Ab den 1970er Jahren wurde die Hawaiikrähe auch in menschlicher Obhut gezüchtet. 1996 gab es 15 Exemplare in Gefangenschaft. Im Jahre 1998 scheiterte ein Unternehmen, 24 Exemplare auszuwildern. Da die gezüchteten Tiere nicht in der Lage waren sich gegen die neuen Feinde wie den Hawaii-Bussard und die eingeschleppte Vogelmalaria zu wehren, kamen 18 Tiere um. Die überlebenden sechs Tiere wurden wieder eingefangen. Derzeit leben 56 Vögel in zwei Aufzuchtstationen (Stand 2009). 2009 kündigte der U.S. Fish and Wildlife Service an, 14 Millionen Dollar in ein Schutzprojekt zu stecken, vor allem um Lebensräume zu schützen und mögliche Bedrohungen für freilebende Krähen auszuschalten.

Mitu
Zwischen 1648 und 1951 war der Mitu nur von einem einzigen Museumsexemplar aus Pernambuco bekannt. Er blieb der ornithologischen Fachwelt verborgen, bis er 1951 in Miguel dos Campos, Alagoas wiederentdeckt wurde. In den 1960er und 1970er Jahren existierten weniger als 20 Exemplare und 1984 wurden nur noch zwei getötete Exemplare in der Wildnis nachgewiesen. Gnadenlose Jagd aufgrund seines schmackhaften Fleisches und die Lebensraumzerstörung durch den Anbau von Zuckerrohr haben ihn in freier Wildbahn aussterben lassen. 1977 errichtete der brasilianische Artenschützer Pedro Mario Nardelli in Nilópolis bei Rio de Janeiro eine Aufzuchtstation, in der 1979 vier, 1993 34 und im Jahre 2000 44 Exemplare existierten.
In europäischen Zoos wird der Mitu nicht gezeigt, der sehr ähnliche Amazonas-Mitu (der allerdings eine andere Art darstellt) kann im Weltvogelpark Walsrode bestaunt werden.

Socorrotaube
Die Socorrotaube, auch Graysontaube genannt, ist eine endemische Art, die ausschließlich auf der vor der west-mexikanischen Küste gelegenen Pazifik-Insel Socorro heimisch war. Nachdem auf der Insel eine Militärbasis eingerichtet worden war, wurde der Bestand dieser extrem zutraulichen Tiere in den 1960er-Jahren durch eingeschleppte, verwilderte Katzen und durch Bejagung im Freiland stark dezimiert. Im Freiland wurde sie zuletzt 1972 beobachtet, seitdem gilt sie in freier Wildbahn als ausgestorben.
Die Socorrotaube kann 20 bis 25 cm groß werden und hat ein rötlich- bis zimtbraun gefärbtes Gefieder. Der Schnabel ist kurz und schlank, rötlich gefärbt und an der Spitze dunkel. Der Geschlechtsdimorphismus ist nur sehr geringfügig ausgeprägt. Die Männchen haben lediglich ein etwas glanzreicheres Gefieder als die Weibchen. Die Taube hat ursprünglich – vermutlich paarweise – sehr unterschiedliche Biotope besiedelt, sowohl Wald- als auch Küstengebiete. Socorrotauben ernähren sich von Samen und Obst, von Grünfutter und von kleineren Insekten.
In den USA und in Deutschland überlebten um die 100 Tiere, so dass es durch gezielte Nachzuchten in Tierparks und Zoologischen Gärten gelang, die Art zumindest in Gefangenschaft zu erhalten; das Zuchtbuch im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für die Socorrotaube wird im Zoo Frankfurt geführt. Die Nachzucht weist eine Reihe von Problemen auf. Viele der von privaten Haltern gezüchteten Socorrotauben sind durch gelegentliche Kreuzung mit Carolinatauben Hybride. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Socorrotaube bis zu Beginn der 1980er Jahre als eine Unterart der Carolinataube galt. Ein weiteres Problem ist das hohe Aggressionsniveau der Männchen. Die Paare müssen getrennt voneinander überwintert werden, bei wieder zusammengeführten Paaren verfolgt das Männchen das Weibchen sehr aggressiv. Eine Gemeinschaftshaltung ist grundsätzlich nur mit kleineren Vögeln anderer Familien möglich. Es ist ein Fall belegt, in dem die Tauben sogar Pennantsittiche töteten. Das stark aggressive Verhalten ist jedoch möglicherweise auch der Grund, warum sich die Socorrotaube auf Socorro als eigenständige Art entwickeln und eine Besiedlung durch Carolinatauben verhindern konnten. Die Insel wurde 16 Jahre nach dem Aussterben dieser Taubenart durch Carolinatauben erfolgreich besiedelt.
Durch Bejagung der verwilderten Katzen soll künftig eine Rückführung von Socorrotauben in ihr Ursprungsgebiet ermöglicht werden. Hierzu wurden auf der Insel Socorro, die zu den Revillagigedo-Inseln gehört, bereits Volièren errichtet, um dort erste Tiergruppen zumindest in geschützter Haltung wieder ansiedeln zu können.
Socorrotauben werden u.a. in Frankfurt, Köln, Walsrode, Wien und Wels gezeigt.

SÄUGETIERE

Davidshirsch
Die ursprüngliche Verbreitung des Davidshirsches war lange Zeit unbekannt. Jüngere Fossilfunde zeigen, dass er im Pleistozän noch nahezu in ganz China, sowie in Korea und Japan vorkam. Als vermeintliches Aussterbedatum des Davidshirsches in freier Wildbahn findet man immer wieder das Jahr 200 n. Chr. Wie auch immer die Überlieferung dieses Datums zustande gekommen ist, heute gilt als gesichert, dass Davidshirsche sehr viel länger überlebten. Nach Angaben des chinesischen Forschers Xia Jingshi lebten die letzten Herden wohl während der Ming-Dynastie, und die verbliebenen Einzelhirsche wurden im 17. oder vielleicht auch im 18. Jahrhundert getötet. Unbestätigten Berichten zufolge wurden noch im 19. Jahrhundert auf der Insel Hainan zwei Felle gefunden.
Nach der Ausrottung in freier Wildbahn überlebte die Art, weil in den kaiserlichen Gärten von Peking eine Herde von 120 Tieren über Jahrhunderte gehegt wurde.
Als wohl erster Europäer sah der französische Pater Armand David (nach welchem die Art auch benannt ist) 1865 diese Hirsche, indem er trotz Verbots auf die Mauer kletterte. Er hielt sie auf Grund ihrer morphologischen Merkmale zunächst für eine Art von Ren. Durch Bestechung der Wachen gelangte David später an zwei Felle, die er nach Europa sandte, wo der Zoologe Henri Milne Edwards die Art anhand dieser erstbeschrieb.
Später bekamen französische, britische und deutsche Diplomaten lebende Davidshirsche geschenkt. Diese wurden nach Europa verschifft und in den dortigen Zoos untergebracht. Einige kamen auch im Berliner Zoo unter; sie wurden jedoch mit Rothirschen gekreuzt, wodurch der Bestand bald nicht mehr reinblütig war.
In China selbst kam zur Wende zum 20. Jahrhundert das Ende für die dortige Herde. Eine Flutkatastrophe 1895 zog den Park in arge Mitleidenschaft, etliche Tiere ertranken, andere entkamen durch die zerstörte Mauer und wurden bald von hungernden Menschen getötet und gegessen. Nur rund 20 bis 30 Tiere überlebten zunächst, diese wurden aber während der Wirren des Boxeraufstands fünf Jahre später ebenfalls getötet und verspeist. Ein letzter Davidshirsch überlebte bis 1922 im Zoo von Peking, ehe er dort starb.
Nachdem das Aussterben in China bekannt geworden war, entschieden sich alle Zoos, die Davidshirsche hielten, ihre Tiere in die Obhut des Herzogs von Bedford (England) zu geben, der verschiedenste exotische Hirscharten in seinen Gärten bei Woburn Abbey nördlich von London hielt und erfolgreich züchtete. 18 Exemplare stellten den weltweiten Restbestand dar. Hiervon waren ein Hirsch und fünf Hirschkühe noch fortpflanzungsfähig. Die kleine Herde, für die ein Internationales Zuchtbuch eingerichtet wurde, war ausgesprochen fruchtbar. Sie umfasste 1914 bereits neunzig Tiere und war 1946 auf dreihundert Hirsche angewachsen. Kleine Zuchtgruppen wurden auf verschiedene Zoos verteilt und züchteten überall erfolgreich.
1956 erhielt der Zoo von Peking fünf Davidshirsche. Erst 1985 wurden 39 Davidshirsche in ihrer ursprünglichen Heimat in das Dafeng Milu Naturreservat in der Provinz Jiangsu ausgewildert. Heute gibt es ausgewilderte Davidshirsche auch im Beijing Milu Park bei Peking. 2005 bestand die Weltherde aus 1.300 Exemplaren, von denen rund 1.000 in China leben. Daraufhin wurde das Zuchtbuch eingestellt.
Davidshirsche kann man derzeit u. a. in Berlin (Zoo und Tierpark), Dresden, Duisburg und anderen europäischen Zoos sehen.

Säbelantilope

Säbelantilope (Zoo Berlin)

Säbelantilope (Zoo Berlin)

Durch unkontrollierte Jagd, die zuletzt von Autos und Flugzeugen aus erfolgte, wurde die einst häufige Säbelantilope in der Wildnis vollkommen vernichtet. Da ihr Habitat ihnen keine Möglichkeit zum Aufsuchen von Verstecken bot, verlief der Vernichtungsprozess sehr schnell. In Ägypten starb die Säbelantilope bereits um 1850 aus. In der zentralen Sahara überlebten die Herden einige Jahrzehnte, doch in den 1970ern überlebten nur kleine Gruppen rund um das Termit-Massiv im Niger und dem Naturschutzgebiet Ouadi Rimé–Ouadi Achim im Tschad. Ausgedehnte Suchexpedition in den Jahren 2001 bis 2004 konnten keine lebende Säbelantilope mehr sichten, sodass die IUCN den Status der Art auf in der Wildnis nicht mehr vorkommend ändern musste. Allerdings gab es in jüngerer Zeit eine unbestätigte Sichtung von vier Säbelantilopen im Norden Nigers.
Die Zoopopulation der Säbelantilope beträgt weltweit etwa 3.500 Tiere. Daher ist der Bestand der Art insgesamt erst einmal gesichert. Halbwilde Herden leben außerdem in Israel und auf der tunesischen Insel Djerba.
Da die Säbelantilope nicht durch Lebensraumvernichtung, sondern durch Jagd in Freiheit vernichtet wurde, erschienen schon bald Auswilderungen sinnvoll. Bereits im Jahre 1986 erfolgte die erste Auswilderung von zehn Tieren im Süden Tunesiens. Bis 1997 hatte sich diese Herde auf 84 Tiere vermehrt.
Säbelantilopen sind in Deutschland derzeit in Berlin (Zoo), Hodenhagen (Serengetipark), Karlsruhe, Krefeld und Leipzig zu sehen.

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