Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Tiergarten Schönbrunn – Wien, 20.09.2012
NACHWUCHS BEI „MINI-KAMELEN“
Kurioser Zufall bei der kleinsten Kamelart der Welt: Das Vikunja-Weibchen Gisela im Tiergarten Schönbrunn hält sich bei seiner Nachwuchsplanung scheinbar an einen strikten Zeitplan. Wie im Vorjahr hat Gisela auch heuer wieder am 18. September ein Jungtier zur Welt gebracht. „Das Kleine springt bereits aufgeweckt durch den Südamerika-Park. Die ersten vier bis sechs Monate wird es gesäugt, bereits nach wenigen Tagen frisst es aber auch Gras und Heu“, so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Das Geschlecht des Jungtieres konnten die Tierpfleger noch nicht erkennen. Passend zu den herbstlichen Temperaturen trägt das „Mini-Kamel“ einen „flauschigen Wollpulli“. Ihr außerordentlich feines Fell schützt die Vikunjas in den südamerikanischen Anden, wo sie in Höhen bis zu 5.500 Metern heimisch sind, gegen die raue Witterung. Die Wolle der Vikunjas gilt als die teuerste der Welt. Bereits die Inkas schätzten sie zur Herstellung von Kleidung. Mit dem Eintreffen der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert begann eine großflächige Jagd und die Vikunjas wurden fast ausgerottet. Heute gelten sie mit rund 350.000 Tieren im Freiland nicht mehr als bedroht. In Zoos werden sie im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) nachgezüchtet.

Wilhelma – Zoologisch-botanischer Garten Stuttgart, 20.09.2012
Gundis – nach schwieriger Familienzusammenführung zurück in der Schau: Das Comeback der Kammfinger
Bei den Besuchern sind sie nicht zuletzt wegen der possierlichen „Stapel“, die sie beim gemeinsamen Kuscheln unter der Wärmelampe bilden, beliebt: die „Gundis“, auch „Kamm-finger“ genannt. Mehrere Wochen waren die nordafrikanischen Nager nicht zu sehen, jetzt sind sie ins Kleinsäugerhaus beim Wintergarten zurückgekehrt. Der Grund für ihre Abwesenheit: die nicht ganz einfache Zusammenführung zweier Grundigruppen hinter den Kulissen. Im Gegensatz zur Wildnis, wo es zwischen Tierherden und -gruppen einen natürlichen Austausch von Geschlechtspartnern und somit von Genen gibt, muss im Zoo nachgeholfen werden. So eine genetische Auffrischung stand vor Kurzem auch bei den Gundis an. Doch die Zusammenführung von zwei fremden Gruppen ist bei diesen Tierchen gar nicht so leicht. In der eigenen Familiengruppe, die in Afrika bis zu 20 Tiere umfassen kann, halten sie zusammen wie Pech und Schwefel, fremde Artgenossen aber sind in der Regel nicht willkommen, werden gerne attackiert und fortgejagt. Daher waren bei dem Plan, aus zwei kleinen Gruppen eine neue, größere Zuchtgruppe zu machen, viel Fingerspitzengefühl und eine gute Strategie gefragt. Schritt eins der Familienzusammenführung: die wechselseitige Gewöhnung an die Gerüche der jeweils anderen Gruppenmitglieder – denn diese spielen für das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer sozialen Gundi-Gemeinschaft eine wichtige Rolle. Dazu mussten die beiden Gruppen immer wieder die Boxen tauschen und in diejenige umziehen, in der vorher die „Fremden“ ihre Duftspuren hinterlassen hatten. Schritt zwei: Das Zusammenbringen beider Gruppen in einem „geruchsneutralen“ Gehege, damit keine einen Heimvorteil hatte. Den Durchbruch brachte aber erst eine Idee der Tierpfleger: Sie verteilten Knäuel aus Zeitungspapier im ganzen Gehege, die somit als Sichtschutz und raschelnde Puffer überall im Weg lagen. Das lenkte die Tiere ab und erschwerte es ihnen, sich gegen rangniedere Artgenossen zu verbünden, sie anzugreifen oder in die Ecke zu drängen. Es klappte: Inzwischen sind fünf Tiere – drei Männchen und zwei Weibchen – glücklich vereint, räkeln und stapeln sich nach Gundi-Art gemeinsam unter der Wärmelampe. Denn die Nager lieben Sonne und Trockenheit. Daher faulenzen sie auch in ihrer Heimat, den Wüsten Nordafrikas, den Großteil des Tages, ziehen sich vor der größten Hitze in Felsspalten und Höhlen zurück und gehen nur in den kühleren Abend- und Morgenstunden auf die Suche nach Essbarem: alle Arten von Pflanzen, Samen und Wurzeln. Selbst stehen die genügsamen Vegetarier auf der Speisekarte von Greifvögeln, Schakalen oder Schlangen. Wie bei den Erdmännchen schiebt daher auch bei den Gundis immer ein Tier Wache und warnt die anderen mit schrillen Alarmpfiffen vor nahender Gefahr. Dieser Eigenheit verdankt die Tierart den Namen „Gundi“, der auf Arabisch „Wächter“ bedeutet. Bei uns heißt das Gundi auch „Kammfinger“ – wegen der kleinen Borstenkämme, die über den Zehen der Hinterfüße sitzen. Diese nutzen die kleinen Wüstennager, um sich hingebungsvoll Sand und Schmutz aus dem seidigen Fell zu bürsten.

Tiergarten Nürnberg, 20.09.2012
Nachwuchs bei den Kropfgazellen
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Kropfgazellen. Während in den letzten Jahren nur einzelne Jungtiere zu verzeichnen war, sind zwischen Mai und Juli 2012 fünf weibliche Tiere zur Welt gekommen. Das ist ein großer Erfolg. Nur in wenigen Zoos sind Zuchtgruppen der anmutigen und eleganten Kropfgazellen zu finden. Insgesamt werden in zehn europäischen Zoos etwa 100 Tiere dieser Gazellenart gehalten. Der Vater des Nürnberger Gazellennachwuchses ist ein vierjähriger Bock aus Karlsruhe. Der Zoo Karlsruhe stellte ihn dem Tiergarten Nürnberg als Zuchtbock für vier Monate zur Verfügung. Ihren Namen haben die Kropfgazellen erhalten, weil den Böcken während der Paarungszeit (November bis Januar) die Kehle kropfartig anschwillt. Im Tiergarten befinden sich die Kropfgazellen im ehemaligen Lamagehege, das dem natürlichen Lebensraum der Tierart, der Trockensteppe, entsprechend umgestaltet wurde. Die in Nürnberg gezeigten Kropfgazellen stammen ursprünglich aus Persien. Kropfgazellen haben ein sehr großes Verbreitungsgebiet: von der Arabischen Halbinsel bis ins östliche China. Doch die Bestände der wildlebenden Populationen sind stark gefährdet. Illegale Jagd und Lebensraumzerstörung bedrohen den Erhalt dieser Gazellenart.

Zoo Leipzig, 20.09.2012
Tigernachwuchs präsentiert, Namensaufruf läuft bis zum 7. Oktober
Zwillings-Nachwuchs im Zoo Leipzig: Die beiden männlichen Jungtiere der Amurtiger Bella (geb. 30. Mai 2005, seit 2007 in Leipzig) und Tomak (geb. 27. Mai 2004 in Leipzig) sind heute im Rahmen eines Pressetermines erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden. Die jungen Kater, die am 20. Juli 2012 geboren wurden, wiegen im Alter von zwei Monaten nun bereits 9,1 kg und 9,3 kg. Zudem gab es die erste Impfung für den Tigernachwuchs. Bella hält sich bislang mit dem Nachwuchs hinter den Kulissen in der Mutterstube auf und kümmert sich vorbildlich um die Zwillinge. In den kommenden Wochen werden die Jungtiere mit ihrer Mutter beginnen, die für Zoobesucher einsehbare Außenanlage der Tiger-Taiga zu erkunden. Die Wartezeit können Zoofreunde mit der Teilnahme an der Namenssuche für die Jungtiere überbrücken: Ab sofort nimmt der Zoo Leipzig Namensvorschläge unter dem Stichwort „Tiger-Nachwuchs“ entgegen. Diese können bis zum 7. Oktober per E-Mail an taufe@zoo-leipzig.de oder per Post an Zoo Leipzig, Pfaffendorfer Str. 29, 04105 Leipzig eingereicht werden. Mit dem neuerlichen Nachwuchs knüpft der Zoo Leipzig an die erfolgreiche Zucht der vom Aussterben bedrohten Amurtiger (Panthera tigris altaica) an. Die Drillinge Selenga, Angara und Taimyr aus dem Jahr 2009 sind auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes mittlerweile in andere europäischen Zoos vermittelt worden, um ihrerseits Zuchtpaare zu bilden. Angesichts des geringen Bestandes von etwa 600 Amurtigern in menschlicher Obhut und einer Population von nur etwa 360 Tieren im Amur-Ussuri-Gebiet, der Heimat der größten Katzen der Welt, ist die Zucht in Zoos für den Erhalt der Tierart von elementarer Bedeutung.

Zoo Heidelberg, 20.09.2012
Zoo Heidelberg: Gehege der Rhesusaffen umfassend renoviert
Nach einigen Wochen umfassender Umbauzeit ist es nun soweit: Die 25-köpfige Gruppe der Rhesusaffen, deren munteres Treiben sich bei Zoobesuchern großer Beliebtheit erfreut, ist wieder in ihrem neugestalteten Gehege zu sehen. Die Rhesusaffen lebten vorübergehend hinter den Kulissen, da ihr altes Gehege im Eingangsbereich des Zoos in die Jahre gekommen war und von Grund auf renoviert wurde. Es zählte zu den alten Anlagen im Zoo und wurde bereits vor 1956 angelegt. Für die Rhesusaffen und die Besucher präsentiert sich die neugestaltete Anlage äußerst gelungen: Frisches Grün statt Betongrau ist jetzt die dominierende Farbe und die Rhesusaffen haben nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten die neue Umgebung begeistert angenommen. Es macht Laune, die Tiere beim wilden Schaukeln in den Astkronen zu beobachten und ihre große Freude am neu gesäten Rasen zu erleben, der ihnen sichtlich mundet. Die Zoohandwerker haben ihre Vielseitigkeit eindrucksvoll unter Beweise gestellt. Im Zuge der Umbauarbeiten wurden die Betonmauern abgerissen und das Gehege ebenerdig aufgefüllt. Neue Gestaltungselemente wie Naturboden, unterschiedliche Geländehöhen, Felsblöcke und Baumkronen bieten den Tieren Abwechslung, Versteckmöglichkeiten und Witterungsschutz. Offene Einblicke durch eine Plexiglasscheibe und eine erhöhte Plattform aus Naturfelsen sorgen für einen freundlichen Eindruck an Stelle der Grubenkonstruktion aus Beton.

Zoo Duisburg, 20.09.2012
Jungvogel bei den Rötelpelikanen
Wohl kaum eine andere Vogelgruppe dürfte auch nicht fachkundigen Tierfreunden so bekannt sein wie die der Pelikane. Von den insgesamt 7 Arten dieser Ruderfüßer leben alle gesellig ebenso wie sämtliche Formen erkennbar sind an ihren stark dehnbaren Hautsäcken (Kehlsäcken) zwischen den Unterschnabelästen; der Oberschnabel dient dabei als Deckel beim Pressen und Abschlucken der Futterfische. So unkompliziert die Haltung und Pflege der meisten Pelikanarten in Zoologischen Gärten ist, so schwierig bleibt deren Zucht. Mehrfach hatte es in der Gruppe der Duisburger Rötelpelikane Balz und versuchten Nestbau gegeben, aber erst vor wenigen Jahren platzte sozusagen der Knoten und die allerersten Jungvögel am Kaiserberg waren geschlüpft! Zunächst zeigen sich die Schlüpflinge nackt, nach rund 10 Tagen erst sprießt den Rötelpelikanen ein schneeweißes Dunenkleid, das für weitere 3 Monate den Jungvogel warmhalten wird. In diesem Dunenkleid präsentiert sich gerade der aktuelle Nachwuchs den Zoobesuchern. Mitten auf der kleinen Insel des Flamingoteiches (hinter dem Haupteingang) hocken derzeit sämtliche Altvögel um den fußballgroßen Sprössling herum. Wenn auch Rötelpelikane in ihrer Heimat – Afrika südlich der Sahara – weder selten noch als Gäste in Zoos ungewöhnlich sind, so bleibt doch die Zucht dieser stattlichen Vögel ein echtes Problem. Umso erfreulicher ist es, dass die Zucht im Zoo Duisburg in den letzten Jahren nicht nur geglückt ist, sondern auch alle Anzeichen für ihre Dauerhaftigkeit sprechen.

Zoo Osnabrück, 21.09.2012
Große Untersuchung bei Nashörnern und Nacktmullen: Zoo Osnabrück beauftragt Forschungsteam
Diese Woche untersuchte ein Expertenteam des IZW (Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung) die vier Nashörner und mehrere Nacktmullkolonien im Zoo Osnabrück. Am Montagmorgen trafen die Tierärzte Dr. Frank Göritz und Prof. Thomas Hildebrandt des IZW mit ihrem vierköpfigen Team im Zoo Osnabrück ein. In Windeseile bauten sie ein komplettes Labor zunächst im Nashornrevier auf. Alle vier Nashörner wurden nacheinander narkotisiert und per Ultraschall untersucht. „Die Kollegen vom IZW haben die Fortpflanzungsorgane der drei Kühe und des Bullen kontrolliert“, berichtete Zoodirektor Prof. Michael Böer. „Denn wir möchten uns an der Arterhaltung der Breitmaulnashörner durch Zucht beteiligen, doch leider schafft es Nashornmann Floris nicht mehr, sich zu verpaaren – auch wenn er durchaus willens ist.“ Die Untersuchung ergab, dass alle Weibchen fortpflanzungsfähig sind. Auch der von Floris gewonnene Samen wies beim ersten Blick durchs Mikroskop viele aktive Spermien auf. „Nun erhalten die Nashornkühe ein Medikament, das zunächst den Eisprung unterdrückt. Sechs Wochen später wird die Tablette abgesetzt und alle Weibchen bekommen gleichzeitig einen Eisprung. Dann kommen die Kollegen des IZW erneut in den Zoo, gewinnen von Floris frischen Samen und befruchten damit die Kühe per Sondenpipette. Wenn alles gut geht, bekommen wir im Frühjahr 2014 Nashornnachwuchs“, hofft Zoodirektor Böer. Der Nachwuchs würde dann in weiteren Zuchtprogrammen helfen, das Fortbestehen der stark vom Aussterben bedrohten Breitmaulnashörner zu unterstützen. In freier Wildbahn gibt es schätzungsweise nur noch 20.000 Breitmaulnashörner. „Aufgrund ihres scheinbar wertvollen Horns, das insbesondere in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt wird, sind die beeindruckenden Tiere häufig Opfer von Wilderern“, bedauert der Zoodirektor. Am zweiten Tag beschäftigten sich die Wissenschaftler mit den wohl kleinsten Zoo-Bewohnern: den Nacktmullen. Sie untersuchten insgesamt knapp 60 Tiere: „Zunächst haben die Tierärzte Gewicht und Größe des jeweiligen Nacktmulls notiert sowie Fotoaufnahmen von Haut, Pfoten und Zähnen gemacht. Abschließend haben sie per Ultraschall ihre Organe untersucht und einen Chip zur besseren Identifizierung eingesetzt“, erklärte Prof. Böer. Der Zoo wartet nun gespannt auf die Untersuchungsergebnisse. „Wir wollen so sicherstellen, dass es den Tieren gut geht, sie optimal versorgt werden und auch das Kolonieleben mit Königin und Arbeitern einwandfrei funktioniert.“ Das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin erforscht sowohl in der freien Natur als auch in Zoos, wie sich die Tierwelt mit ihrer großen Artenvielfalt erhalten lässt. Bei dieser Arbeit setzen die Experten auf unterschiedliche Schwerpunkte wie Fortpflanzung, Evolution oder Krankheiten im Tierreich und sind weltweit im Einsatz. „Wir sind dankbar, dass uns das Leibniz Institut dabei unterstützt, bei der Arterhaltung der Nashörner zu helfen und die Haltung unserer Nacktmulle zu überprüfen“, berichtete Böer.

Erlebniszoo Hannover, 21.09.2012
Kunterbuntes Markttreiben
Aufgrund des großen Erfolgs im April werden am 6. und 7. Oktober 2012 zum zweiten Mal die großen Markttage auf Meyers Hof gefeiert. Die meisten unserer vertrauten Hoflieferanten vom Gasthaus Meyer kommen, um Ihnen handwerkliche Qualität, Frische und regionale traditionelle Produkte und Spezialitäten näher zu bringen. Herbstliche Highlights laden zum Genießen und Mitmachen ein.

Zoo Osnabrück, 22.09.2012
Auf Wiedersehen, Meister Adebar!
Insgesamt acht Jungstörche und ihre Elternpaare haben sich in den letzten Wochen von ihrem Sommersitz im Zoo Osnabrück gen Süden verabschiedet. Natürlich nicht, ohne vorher untersucht und beringt zu werden. Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Osnabrück- Neustadt beringte die vom Land berufene Storchen-Betreuerin Dr. Birge Herkt im Sommer nach gründlicher Untersuchung und Schnabelreinigung acht Jungstörche im Zoo. „Die gründliche Reinigung auf dem Horst ist bei Jungstörchen notwendig, da diese ihre Schnäbel nicht in Wasser spülen können, wie Störche es nach Möglichkeit mehrmals täglich tun. Fremdkörper können sich im noch weichen wachsenden Schnabel festsetzen, die zusammen mit eingeklemmter Nahrung zu Schnabelverformungen führen.“ Denn leider komme es immer wieder vor, dass die Jungstörche Fremdkörper wie Plastikteile im Nest aufnehmen oder sich in Resten von landwirtschaftlichen Bindegarnen verwickeln, die neben Plastikfolien von den Altstörchen gezielt als Polstermaterial in den Horst eingetragen wurden. Das kann auch dazu führen, dass die Nester nicht mehr wasserdurchlässig sind. Die Jungstörche liegen dann in einem schmutzigen, nassen Nest und eingeschlepptes, frisch geschnittenes Hochleistungsgras wird zu einer silageählichen Masse, worauf sich Pilze bilden. „Auch die Altstörche verheddern sich oft in den Garnen, die sie selbst eingetragen haben. Das kann unabsehbare Folgen haben. Die Storchenhorste müssen deswegen regelmäßig kontrolliert und von diesem Zivilisationsmüll gereinigt werden“, erklärte Dr. Birge Herkt. „Fehlende Kontrolle, fehlende Reinigung der Horste und fehlende Untersuchung der Jungstörche führten bisher zu erheblichen Verlusten bei den Jungstörchen.“ Neben den Weißstörchen im Zoo sind aus dem Stadtgebiet Osnabrück 22 in Hellern beringte Jungstörche Mitte August in ihr Überwinterungsgebiet abgezogen. Die Altvögel haben sich Ende August auf den Weg Richtung Südwesten gemacht. Im Landkreis brüteten in diesem Jahr sieben weitere Storchenpaare. Insgesamt beringte Birge Herkt in ihrem Betreuungsgebiet außerhalb von Osnabrück 20 Jungstörche, die sich inzwischen auch schon im Überwinterungsgebiet befinden werden.

Tierpark Berlin 24.09.2012
Wertvoller Neuzugang bei den Halbaffen im Tierpark Berlin: Halsbandmaki eingetroffen
Ende Juli bekam der Tierpark einen männlichen Halsbandmaki vom Zoo Pilsen. Dieser trägt den Namen „Tonik“ und wurde am 7. Mai 2010 in Pilsen geboren. Halsbandmakis bewohnen die Regenwälder eines sehr begrenzten Gebietes im Südosten Madagaskars. Ihren deutschen Namen erhielten sie wegen des auffälligen orangefarbenen Backenbarts, der an eine Halskrause erinnert. Wie alle Lemuren sind sie in ihrem Bestand gefährdet. In Zoologischen Gärten wird diese Art nur äußerst selten gepflegt. Sie ist in Europa nur in wenigen Tiergärten Tschechiens und Englands vertreten. „Tonik“ ist momentan der einzige Halsbandmaki in einem deutschen Zoo. Der Tierpark hofft, in den nächsten Jahren auch ein Weibchen dieser Art zu erhalten. Nach einer mehrwöchigen Quarantäne in der Tierklinik des Tierparks ist „Tonik“ ins Vari-Haus eingezogen und wurde dort mit den beiden männlichen Schwarzweißen Varis „Gustav“ und „Angelo“ vergesellschaftet. Das Trio ist nun auf der Lemuren-Insel neben dem Vari-Wald zu sehen.

Zoo Salzburg 24.09.2012
Zoo Salzburg Aufsichtsrat: Zentrale Themen der heutigen Sitzung waren die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen im Zoo und die Vorstellung der Aufgaben der Expertenkommission
„Die Sicherheit für Menschen und Tiere im Salzburger Zoo hat höchste Priorität. Wie umfassend die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen im Zoo wurde heute eingehend erörtert und diskutiert“ erklärt Aufsichtsratvorsitzende Ingeborg Wachs „Sicherheit ist ein tagtägliches Thema in vielen Arbeitsbereichen im Zoo. Ob in den Bereichen der Tierpflege, der Mitarbeiter und der Umwelt. Das Sicherheitskonzept des Salzburger Zoos entspricht den europäischen Standards, es wird jedoch ständig evaluiert und auch entsprechend adaptiert“. Dem Zoo-Aufsichtsrat wurden heute auch die Aufgaben der neuen Expertenkommission vorgestellt: Die Hauptaufgabe dieser Kommission ist, ein Konzept für Investitionen wie Baumaßnahmen für die Gesellschafter Stadt und Land Salzburg für die nächsten 5 Jahre im Zoo Salzburg zu erstellen. Vorsitzender der Kommission ist Professor Dr. Henning Wiesner, ehemaliger Zoodirektor des Münchner Tierparks Hellabrunn und Wildtierexperte, sein Stellvertreter ist Landesveterinär Dr. Josef Schöchl.

Allwetterzoo Münster 25.09.2012
Mit Shasha zog ein neues Gorillaweibchen in den Allwetterzoo Münster ein
Shasha eroberte das Herz des kleinen Thabo auf Anhieb! Der fünfjährige Gorilla im Allwetterzoo hat sich in das neue Gruppenmitglied aus England regelrecht verliebt. Die elfjährige Shasha hingegen himmelt den Silberrücken N’Kwango an und sucht stets seine Nähe. Damit scheint die Einführung des Gorillaweibchens in die münstersche Gruppe gelungen zu sein. Shasha traf am 11. September aus dem britischen Wild Animal Park Howletts im Allwetterzoo ein. Ihre Umsiedlung nach Münster erfolgte über das Europäische Erhaltungszucht-Programm. Bei ihrer Reise über den Kanal wurde das hübsche Gorillaweibchen von zwei Tierpflegern begleitet. Einer von ihnen, David Seaman, blieb noch eine volle Woche bei uns. So wurde dem Gorillaweibchen die Umstellung erleichtert und Reiner Gosing, Revierleiter bei den Menschenaffen im Allwetterzoo, bekam von seinem britischen Kollegen hilfreiche Tipps zum Umgang mit Shasha. In England wuchs Shasha in einer zwölfköpfigen Gorilla-Familie auf. Als junges Tier konnte sie so erfahren, wie erwachsene Weibchen untereinander und mit einem Silberrücken umgehen. Das erlernte Sozialverhalten bewährt sich nun in ihrem neuen Zuhause in Münster. Shasha zeigt sich freundlich und aufgeschlossen den anderen Gruppenmitgliedern gegenüber, ist dabei aber noch schüchtern und vorsichtig. Das sind beste Voraussetzungen für ein gutes Zusammenleben unter Gorillas! Dr. Simone Schehka, Kuratorin im Allwetterzoo und für die Menschenaffen zuständig, freut sich über die Entwicklung: „Shasha ist goldig!“, ist ihr Eindruck. Auch den Tierpflegern gegenüber hat das Gorillaweibchen inzwischen Vertrauen gefasst. Shasha muss sich aber noch an die deutsche Sprache gewöhnen. Wenn es offensichtliche Verständigungsprobleme gibt, versuchen die Pfleger englisch mit ihr zu reden. Bislang kennt Shasha nur die Innenanlagen und den großen Wintergarten. Erst wenn die Gruppe ihr die nötige Sicherheit gibt, wird Shasha auch die Außenanlage kennen lernen. Ihre künftigen Mitbewohner, die Rotscheitelmangaben, hat sie bereits gesehen und gehört. Wann das erste direkte Treffen mit den vorwitzigen „Untermietern“ stattfinden wird, ist momentan noch offen.

Fördergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V. 25.09.2012
Limitierte Replik vom Knut-Denkmal erhältlich – „Kleines“ Knut-Denkmal als Souvenir
Am 24. Oktober 2012 wird das Knut-Denkmal aufgestellt. Einem Monat vor dem Termin erscheint nun eine limitierte Replik von dem Denkmal „Knut – Der Träumer“, welches vom Nürnberger Bildhauer Josef Tabachnyk gestaltet wurde. Die ca. 11 cm große Replik aus Kunststoff ist weiß gehalten und entspricht der Größe des Modells, welches den Wettbewerb gewonnen hat. Die Replik ist beim Förderverein vom Tierpark und vom Zoo e.V. unter Tel. 51 53 14 07 oder info@freunde-hauptstadtzoos.de erhältlich und kostet 19,50 Euro. Der Erlös fließt in die Förderung der Hauptstadtzoos. Das Denkmal wird bereits am Wochenende am Info.Stand im Zoo am Raubtierhaus vom Förderverein erhältlich sein. „Knut wird in den Herzen vieler Besucher weiterleben, mit dem Denkmal wird etwas Bleibendes für kommende Generationen geschaffen, damit die Einzigartigkeit dieser Tierpersönlichkeit erhalten bleibt. Mit der Replik kann man die Erinnerung zuhause bewahren.“, so Thomas Ziolko, Vorsitzender des Fördervereins.

Sea Life 25.09.2012
Sea Life verbindet – Haie und Schüler werden zu besten Freunden!
„Gib mir die Flosse, Oscar!“ So oder ähnlich könnte es fortan durchs Aquarium hallen, wenn die Hai-Paten ihre Schützlinge besuchen. Zahlreiche Schüler haben am Sea Life-Projekt „Gewinne einen echten Hai zum Freund“ teilgenommen. Seit Mai 2012 hat jeder der acht deutschen Sea Life Standorte dazu aufgerufen, sich für eine tierische Freundschaft mit einem echten Hai zu bewerben. Um eine der exklusiven Patenschaften zu ergattern, mussten die Teilnehmer einen besonders kreativen oder außergewöhnlichen Namen für die Sea Life-Bewohner vorschlagen. Nun stehen die acht Gewinner der Patenschaften fest. Die feierliche Übergabe der Paten-Urkunde erfolgt im Rahmen der Shark Weeks im Oktober. Ab sofort sind acht Schüler Paten „ihrer“ Haie: Alex, Luzie, Leon, Hai-Li, Skipper, Oscar, Nuno, Lucky – Namen, die die Schüler ihnen selbst gegeben haben. In nächster Zeit werden die neuen besten Freunde mit Sicherheit das eine oder andere Fachgespräch über Fußball führen, mal gemeinsam ein köstliches Dinner genießen oder Pantomime vor dem Tank spielen. Zudem haben Hai-Paten die Möglichkeit, bei ihrem ersten Besuch ihre fünf besten Freunden mitzubringen – denn diese sollen die Haie natürlich auch schnellstmöglich kennenlernen! Die feierliche Übergabe der Paten-Urkunde erfolgt im Sea Life Königswinter beispielsweise direkt als Auftakt zu den Shark Weeks am 6. Oktober. Sharky, das Maskottchen der Sea Life Aquarien, wird den glücklichen Gewinner samt Freunden und Familie gebührend begrüßen. Die Taufe findet direkt am großen Becken statt, wo der Pate seinen Hai auch das erste Mal füttern darf. Im Anschluss erhält er eine Führung durch das gesamte Aquarium sowie hinter die Kulissen, wo er spannende Einblicke in Tierpflege, Aufzuchtstation und Futterküche bekommen wird. Das jahrelange Engagement von Sea Life, die Vorurteile gegenüber Haien zu vermindern, soll durch diese und weitere Aktionen an die Besucher herangetragen werden. Wer mehr darüber erfahren will, sollte im Oktober in einem der acht Sea Life-Standorte vorbeischauen und sich während der Shark Weeks über das Thema informieren.

Zoo Magdeburg 26.09.2012
Präriehunde mit Telefonanschluss oder die Geschichte vom verschwundenen Handy
Zoos werden immer moderner, die Haltungsbedingungen verbessern sich und so werden auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere geschaffen. Doch einen Telefonanschluss hat wohl noch kein Zoo seinen Bewohnern geboten – außer in Magdeburg. Welch ein Luxus, hatten die Schwarzschwanz-Präriehunde nun endlich die Möglichkeit, sich in den Irrwegen ihrer unterirdischen Bauten bequem auszutauschen. Nun gut, ganz so nobel war es nicht, aber zumindest nach Hause hätten sie telefonieren können, und das fast zwei Tage lang. Vermutlich war es Unachtsamkeit gepaart mit der Freude über die possierlichen Präriehunde: Während er sich über die Brüstung zur Anlage lehnte, war Zoo-Besucher Ulrich Lemke sein Smartphone aus der Jackentasche gerutscht – und damit nicht genug. Wie es der Zufall wollte, schoss das Handy direkt hinab in die Tiefen der weiten und verzweigten Bauten der Tiere. Das Telefon war verschwunden, auch erste Grabungen der Zoo-Mitarbeiter führten zu keinem Ergebnis. Eine Firma musste her – schließlich bot Veolia Umweltservice, Spezialist für Rohrreinigungsarbeiten, spontan und unentgeltlich Hilfe an. Mitarbeiter Hendrik Schiffgens wurde entsandt, mit der Veolia-Spezialkamera die verschlungenen Wege der Höhlen nach dem Telefon abzusuchen – ohne Erfolg. Jedoch der Ehrgeiz war entfacht, der Spezialist legte selbst Hand an, schaufelte Sand aus den Gängen, streckte die Arme weit – keine Chance, das Handy blieb verschwunden. Zootierarzt Dr. Pierre Grothmann wollte noch nicht aufgeben, zwängte sich ebenfalls in das bereits geschaufelte Loch und förderte doch noch überraschend das vermisste Smartphone zutage. Als besonderen Dank möchte Ulrich Lemke nun eine Jahres-Patenschaft für die Schwarzschwanz-Präriehunde abschließen – zumindest für einen ersten Satz eigene „Präriehund-Pre-Paid-Karten“ könnte das reichen…

Zoo Nürnberg 26.09.2012
Zoo-Schullandheim ist ein großer Erfolg
Der Tiergarten der Stadt Nürnberg blickt auf zwei erfolgreiche Jahre bei dem zoopädagogischen Angebot des Zoo-Schullandheims zurück. Insgesamt haben zwölf Schulklassen unterschiedlicher Jahrgangsstufen und Schultypen (Sonderpädagogisches Förderzentrum, Grund-, Mittel und Realschulen sowie Gymnasien) daran teilgenommen. Die Zoopädagogen des Tiergartens hegten lange den Wunsch, ihren Angebotskatalog für Schulklassen zu erweitern und damit den Unterricht am außerschulischen Lernort Zoo zu intensivieren. Diese Projektidee konnte durch eine Anschubfinanzierung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit realisiert werden. Der damalige Staatsminister für Umwelt, Dr. Markus Söder, brachte im September 2010 die finanzielle Unterstützung auf den Weg. Bei ihrem Schullandheimaufenthalt im Tiergarten Nürnberg befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Lebensräumen, erweitern ihr Wissen über Tierarten, über die Gefährdung von Tieren und Pflanzen, mögliche Schutzmaßnahmen und den Einfluss des Menschen auf die Natur. Durch den dreitägigen Aufenthalt im Tiergarten Nürnberg und den Übernachtungen dort, können sich die Schüler grundlegend und kontinuierlich in die jeweiligen Themengebiete einarbeiten. Schüler wie Lehrer und betreuende Zooschulmitarbeiter sind in Zelten im „Naturerlebnisgarten“ des Tiergartens untergebracht. Wie auch bei anderen zoopädagogischen Programmen des Tiergartens sind die Schülerinnen und Schüler durch die direkte Nähe und Begegnung mit den Tieren hoch motiviert und bleiben lange am Thema. Auf Grund der enorm großen Nachfrage sind die Termine für das kommende Jahr im Sommer 2013 bereits vorreserviert.

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