Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Bisher habe ich die Zoopresseschau immer nach Datum sortiert, beginnend mit dem jüngsten. Nach Datum sortiere ich immer noch, aber jetzt in anderer Richtung. Erstens, weil die Original-Zooopresseschau so ankommt, zweitens, weil ich mir so die Arbeit erleichtere und drittens, weil die Reihenfolge eigentlich keine große Rolle spielt. Inzwischen habe ich soviele Zoos besucht, dass ich nur noch wenige Pressemitteilungen herausfiltern muss (was ich an sich auch nicht müsste …aber noch wird es getan …).
Übrigens: Die erste Zoopresseschau im Beutelwolf-Blog war noch sehr übersichtlich (siehe hier).

Zoo Osnabrück 17.10.2012
Hallo Manja! Kölsche Giraffe im Zoo Osnabrück
Der Zoo Osnabrück hat heute Mittag eine neue Giraffenkuh bekommen. Manja aus dem Kölner Zoo erreichte ihre neue Heimat um viertel nach zwölf in einem großen Transporter. Der Zoo Osnabrück will mit Manja seine erfolgreiche Giraffenzucht fortsetzen. Die Giraffenkühe Diana (24) und Ursula (13) haben in den vergangen Jahren bereits elf Jungtiere zur Welt gebracht. „Diana wird jetzt langsam zu alt für Nachwuchs und wenn irgendwann ihre Zeit gekommen ist, ist mit Manja bereits eine neue Weggefährtin für Ursula da“, erläutert der Tierarzt des Zoos. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass sich die fünf Osnabrücker Giraffen Edgar, Diana und Ursula sowie ihr Nachwuchs Nanji (1 Jahr) und Dubaku (3/4 Jahr) mit Manja gut verstehen. Beschnuppert und beleckt haben sich die Kölnerin und die Osnabrücker bereits. Besucher können die neue Giraffe bereits im Giraffenhaus beobachten. Sie steht im mittleren Stall, ist etwas größer als das älteste Jungtier Nanji und ihre Fellfarbe ist dunkler.

Zoo Heidelberg 17.10.2012
Zwölf Mal Freude schenken mit Elefant, Kea & Co. – Der Zoo-Kalender 2013 ist erschienen
Der Zookalender 2013 mit ausdruckstarken Bildern von den Bewohnern des Heidelberger Zoos ist da! In Kooperation mit Sponsor City-Druck Heidelberg und dem Verein der Tiergartenfreunde e.V. ist ein Jahreskalender im Format A 3 entstanden, der jeden Raum schmückt. Tierfotografien sind sehr beliebt; um Tiere zu fotografieren, braucht man neben fotografischem Geschick aber auch viel Geduld. Das wissen all jene, die sich an dem Fotowettbewerb der Tiergartenfreunde in diesem Jahr beteiligt haben. Die Jury hatte es nicht leicht, die schönsten Bilder aus den 180 eingesandten Fotos auszuwählen. Einige der Fotos aus dem Wettbewerb schmücken nun den Kalender, der für 9,95 Euro im Zooshop erhältlich ist. Der Erlös kommt den Tieren des Heidelberger Zoos zu Gute.

Tierpark Hellabrunn 17.10.2012
Ein Spaziergang durch die Hellabrunner Parklandschaft macht gerade bei der bunten Laubfärbung besonders viel Spaß. Der anderthalb-jährige Elefantenjunge Ludwig, die halbstarken Löwenjungs Benny und Max sowie die Elchjungtiere Madita, Meli und Merlin lieben es, im bunten Herbstlaub zu toben. Was für die Tiere Vergnügen ist, bedeutet für die Gärtner und Tierpfleger viel Arbeit. Die Besucherwege und Tieranlagen müssen auf dem 40 Hektar großen Tierparkgelände täglich vom Laub befreit werden. Auch die Techniker haben alle Hände voll zu tun: Vor der kalten Jahreszeit werden Wasserpumpen und Wärmetechnik geprüft. Die Pumpen sollen für eisfreie Wasserläufe unter anderem beim Sibirischen Tiger, den Humboldtpinguinen und den Flamingos sorgen. Und in den „Warmhäusern“ müssen mollig-warme Temperaturen aufrecht erhalten werden. So herrscht im Schildkrötenhaus ganzjährig tropisches Klima, damit sich die empfindlichen Seychellen-Schildkröten wohlfühlen und vermehren können. Auch die Dschungelwelt muss schön warm bleiben, damit sich tropische Tiere wie Fischkatze, Teju & Co keinen Schnupfen holen. „Hellabrunn hat 365 Tage im Jahr geöffnet und lädt gerade jetzt zu einem Spaziergang durch die bunte Parklandschaft in den Isarauen ein. Und wenn es doch einmal regnet oder sehr ungemütlich ist, bieten die vielen Tierhäuser eine warme Alternative. Tropisches Klima und exotische Tiere gibt es nicht nur in der Dschungelwelt, sondern auch im Urwald- und Schildkrötenhaus“, erklärt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Zoo Leipzig 17.10.2012
Riesenotter haben Jungtiere – Erneut Nachwuchs in Gondwanaland
In der Tropenerlebniswelt Gondwanaland sind seit wenigen Tagen schrille, hohe Rufe zu hören: Die Riesenotter haben Nachwuchs. Auf den Überwachungskameras wurden fünf Jungtiere gesichtet, die von Mutter Madija (geb. 27.08.07 in Dortmund) gesäugt werden. Vater Jao (geb. 26.01.08 in Hamburg) kümmert sich währenddessen unter Mithilfe der beiden Vorjahres-Jungtiere Pablo und Diego um die Versorgung von Madija, indem sie Fisch in die Mutterstube bringen. „Dass wir bereits zum zweiten Mal Nachwuchs bei den Riesenottern haben, freut uns sehr. Allerdings bleibt abzuwarten, wie viele der Kleinen groß werden“, sagt Kurator Fabian Schmidt. Schon anatomisch ist die Versorgung von fünf Jungtieren nicht möglich, da die Weibchen nur vier Zitzen haben. Zudem sind Würfe dieser Größe sehr selten. Für Besucher ist der Nachwuchs vorerst noch nicht zu sehen: Madija bleibt mit den Jungtieren noch einige Wochen in der Mutterstube, bevor sie die Außenanlage erkunden. Die drei männlichen Tiere sind aber weiterhin zu sehen.

Zoo Wuppertal 17.10.2012
Zoologischer Garten Wuppertal, Neanderthal-Museum und die Bergische Universität setzen die „Wuppertaler Zoogespräche“ fort
Nach dem erfolgreichen Auftakt geht die Studium-Generale-Vorlesungsreihe zur Frage „Was ist der Mensch?“ in das „2. Semester“: Unter dem Titel „Die Frage nach den menschlichen Universalien“ beginnen im November die Vortragsabende im Menschenaffenhaus des Wuppertaler Zoos. In den 2. Wuppertaler Zoogesprächen wird die Frage nach den menschlichen Universalien aus Perspektive verschiedener Disziplinen betrachtet: Ist „Kultur“ als menschliches Alleinstellungsmerkmal beschreibbar? Wie lässt sich die Rolle bzw. Funktion von Kultur im Kontext der frühgeschichtlichen geographischen Ausbreitung des Menschen kennzeichnen? Sind Eigenschaften wie Empathie und Kooperationsfähigkeit als Teil der menschlichen Natur zu begreifen? Die vortragenden Referenten umspannen ein weites Feld von historischen Wissenschaften (Archäologie) über Philosophie bis hin zur Ethnologie. Die öffentlichen und kostenlosen Vorträge finden im Menschenaffenhaus des Wuppertaler Zoos statt.

Zoo Salzburg 16.10.2012
Nashornbullen-Tausch im Zoo Salzburg
Athos kommt und Benno geht – der 10 jährige Athos übersiedelte heute aus dem Ungarischen Zoo Sosto nach Salzburg und Benno, der 30 Jahre alte Salzburger Bulle, erwartet im Italienischen Parco Natura Viva eine neu errichtete Anlage. In 70 Europäischen Zoos leben 250 Breitmaulnashörner. Leider stellt sich Nachwuchs nur ganz selten ein. Die Alters-Analyse des Bestandes zeigt, dass rund 30 Prozent der Zootiere über 35 Jahre alt sind. Experten des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes empfehlen nun, dass Bullen ausgetauscht werden, um das sexuelle Interesse der Tiere anzuregen. Denn Bullen sind Einzelgänger und die Weibchen leben in einem sozialen Gefüge. Benno konnte die Salzburger Nashorn-Damenwelt nicht erobern und deshalb hat sich der Zoo Salzburg entschlossen, ihn nach Italien abzugeben. Dort erwartet ihn nicht nur eine neue Anlage sondern in naher Zukunft wird er auch neue Nashorn-Weibchen kennen lernen.

Zoo Magdeburg 16.10.2012
Vortrag im Zoo: Erfahrungen eines Wüsten-Tierarztes
Nein, er kommt nicht mit „fliegendem Teppich“ und Kalifenschuhe wie aus „1001 Nacht“ in die Zoowelle, der nächste Gastreferent der Zoo-Vortragsreihe. Dennoch zieht etwas Orientalisches am 25. Oktober in das Zoo-Eingangsgebäude ein, wenn Dr. med. vet. Sven Hammer von seinen Erfahrungen als Wüstentierarzt in Katar berichtet. Von 2000 bis 2011 war Dr. Hammer Direktor und leitender Tierarzt an der Al Wabra Wildlife Preservation (AWWP) in Katar. Bekannt wurde dieses Center durch den Spix-Ara. Dieser seit 2000 als in freier Wildbahn ausgerottet geltende südamerikanische Papagei wird dort erforscht und gepflegt. Doch Dr. Hammers Arbeit in Katar beschränkte sich nicht nur auf verschiedene extrem bedrohte Tierarten, vielmehr sammelte er weitreichende Erfahrungen im Umgang mit Tieren unter extrem heißen Klimaverhältnissen. Vor einem Jahr kehrte Dr. Hammer nach über 10 Jahren „Leben in der Wüste“ nach Deutschland zurück, um den Direktorenposten des Naturschutz-Tierparks in Görlitz zu übernehmen. Freuen Sie sich am 25. Oktober auf einen Vortrag über Wildtiermedizin mit einem kräftigen Schuss „Oriental Flair“. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr in der Zoowelle und kann kostenfrei besucht werden.

Zoo Halle 16.10.2012
Feuerwehr rettet Reiher im Zoo Halle aus großer Höhe
Vergangenes Wochenende rettet die hallesche Feuerwehr einen jungen Nachtreiher aus über 10 Meter Höhe in der großen Freiflugvoliere des halleschen Bergzoo. Der Vogel hatte sich im Maschendrahtgeflecht mit dem Kopf verhangen und konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Die herbeigerufenen Einsatzkräfte mussten einen Leiterwagen mit Rettungskanzel einsetzen um an die hohen Wände einer der größten deutschen Freifluganlagen heranzukommen. Durch das besonnene Handeln der diensthabenden Managerin Jutta Heuer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zoo Halle, und durch den schnellen und professionellen Einsatz der halleschen Feuerwehrleute gelang es in kurzer Zeit das verschreckte Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien. Dieses hatte Glück im Unglück und außer einem Schrecken und ein paar gelassenen Federn keine Schäden davon getragen.

Zoo Duisburg 16.10.2012
Seelöwen-Jungtier JACK mischt die Gruppe auf
Im Juni brachte die in Duisburg geborene, 10jährige Seelöwen-Dame KATJA erfolgreich ihr erstes Jungtier zur Welt, Sohn JACK. Die damals liebevoll per Hand aufgezogene KATJA freundete sich schnell mit dem offenkundig sehr frühreifen, 2jährigen SAM an, der 2010 an den Kaiserberg kam. In den ersten Lebenswochen hat sich JACK vorwiegend an Land aufgehalten, denn Seelöwen-Jungtiere müssen das Schwimmen erstaunlicherweise erlernen! Mittlerweile klappt es besser denn je: JACK ist wahrlich in seinem Element, unternimmt einen Tauchgang nach dem anderen und schießt schon mal kreuz und quer durchs Wasser. Für die anderen Artgenossen bedeutet JACK schlichtweg eins: eine super Beschäftigung! Der neue Mitbewohner hat sich toll in die Gruppe integriert und kann es kaum erwarten, es den Großen bei den täglichen Vorführungen gleichzutun und mitzuwirken.

Tiergarten Schönbrunn Wien 16.10.2012
KÜRBISSPASS FÜR ELEFANTEN UND BESUCHER
Mit Halloween-Bastelspaß, Bio-Verkaufsstand und Kinder-Workshops begrüßt der Tiergarten Schönbrunn vom 20. Oktober bis 1. November den „Goldenen Herbst“. Im Elefantenpark erwartet kleine und große Zoobesucher ein buntes Programm und auch die Schönbrunner Elefantenherde freut sich wie jedes Jahr ganz besonders auf die Kürbiszeit. Kinder können für die großen Dickhäuter bei einem Workshop wieder eine ihrer Lieblingsspeisen zubereiten: Kürbis gefüllt mit Apfel- und Karottenstückchen. Beim anschließenden Rundgang erfahren die Teilnehmer interessante Infos zu den Elefanten und können sie beim Vernaschen der Kürbisleckereien beobachten. In der Bastelwerkstatt schnitzen die jungen Zoobesucher an Wochenenden und Feiertagen gruselige Kürbisgesichter für Halloween und stellen bunten Herbstschmuck her. Ihre Eltern haben währenddessen die Möglichkeit, beim Verkaufsstand des niederösterreichischen Biobauern Karl Zwickl verschiedene Apfel- und Birnensorten und heimische Schmankerl wie Marmelade, Apfelbrot und Säfte zu erstehen. Bei einer Ausstellung erfahren sie allerhand über alte, heimische Obstsorten und das Herbstgemüse Nummer eins, den Kürbis.

Zoo Frankfurt 16.10.2012
Abendöffnung des Exotariums
Von Oktober 2012 bis März 2013 ist das Exotarium jeden Freitag durchgehend bis 21.00 Uhr geöffnet. Für Interessierte bieten wir jeweils eine Führung zu wechselnden Themen an. Nächster Termin: Freitag, 19. Oktober 2012 Thema der Führung: Von Lungenfisch und Knochenhecht: Evolutionsgeschichten aus dem Exotarium Worum geht es bei der Führung? Diese Führung ist eine Reise in die Vergangenheit: Wie entstand die enorme Buntbarsch-Vielfalt in den ostafrikanischen Seen? Warum sieht der Australische Lungenfisch fast so aus wie seine Vorfahren vor über 200 Millionen Jahren? Was lernt man aus der Verbreitung tropischer Schildkröten über das Aussehen der Welt von gestern? Die Antworten darauf und viele spannende Geschichten kennt Dipl.-Biol. Stephan Hübner.

Zoo Leipzig 15.10.2012
Gorillaweibchen nach Rostock abgegeben
Abeeku ist seit wenigen Wochen Chef der Gorillas in Pongoland im Zoo Leipzig. Der neue Silberrücken hat sich gut in die Gruppe eingelebt und Position eins in der Rangordnung erobert. Die Weibchen haben den Neuzugang akzeptiert. Er ist seither regulär auf der Innenanlage von Pongoland zu sehen. Einzige Ausnahme bei der erfolgreichen Vergesellschaftung bildet die 4,5-jährige Zola. Sie hat sich zu keinem Zeitpunkt untergeordnet und Abeeku fortwährend provoziert. Nach ernsthaften Auseinandersetzung und anhaltend aggressivem Verhalten Abeekus gegenüber Zola bestand die Gefahr, dass das Gorillaweibchen bei einer weiteren Zusammenführung ernsthafte bis tödliche Verletzungen erleiden könnte. Um das zu vermeiden, wurde gemeinsam mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms entschieden, keine weiteren Versuche zur Integration von Zola zu unternehmen. Um sie nicht einzeln halten zu müssen, wurde sie an den Rostocker Zoo abgegeben. Dort lebt sie künftig gemeinsam mit ihrem Vater Gorgo und dem Weibchen Bebe, die bereits im Sommer von Leipzig in den Norden umgezogen sind und bis dahin mit Zola gemeinsam in einer Gruppe gelebt haben. „Bei der Vergesellschaftung eines neuen Silberrückens kann es dazu kommen, dass Jungtiere des Vorgängers getötet werden, um sich selbst schnellstmöglich fortpflanzen zu können. Für Zola ist Rostock die bestmögliche Alternative, weil sie dort mit den beiden, ihr bekannten, Artgenossen zusammenleben kann“, erklärt Kurator Gerd Nötzold.

Sea Life Oberhausen 15.10.2012
Freunde fürs Leben – Schüler übernimmt Patenschaft für Schwarzspitzenriffhai im Sea Life Oberhausen
Die Aufregung war riesengroß! „Patenonkel“ von einem Schwarzspitzenriffhai sein, wer kann das schon von sich behaupten? Im Rahmen des Projekts „Gewinne einen echten Hai zum Freund“ und die „Shark Weeks“ hat Enrico Piorr sich für die Patenschaft eines Hais beworben – und gewonnen! Am 13. Oktober 2012 fand die feierliche Übergabe der Patenurkunde statt. Als besonderes Highlight bekam der Schüler eine Ehrentafel im Sea Life Oberhausen. Außerdem gratulierte das Maskottchen „Haiko“ des Oberhausener Aquariums persönlich zur Patenschaft. Als frischgebackener Pate durfte sich Enrico über eine Urkunde, eine Ehrentafel und eine Familienjahreskarte freuen. Stolz verkündete er, dass sein Schützling ab sofort den Namen „Oscar“ trägt, den er sich selbst überlegt hat. Zur Patenschaft gratulierte dann auch das Hai-Maskottchen des Sea Life Oberhausens „Haiko“. Doch das eigentliche Highlight folgte erst noch. Denn nachdem der offizielle Teil und die Übergabe der Patenschaftsurkunde abgeschlossen waren, ging es für Enrico und Gabi Barke, Tierpflegerin des Sea Life Oberhausens hinauf zum Rand des großen, 1,5 Millionen Liter fassenden Ozeanbeckens. Auge in Auge mit Oscar, ganz ohne Glasscheibe, das hätte sich der neue Patenonkel sicherlich nicht träumen lassen.

Tierpark Berlin, 12.11.2012
China-Leopardenkinder im Tierpark Berlin geboren
Nachdem der Tierpark Berlin in diesem Jahr schon die erfolgreiche Aufzucht zweier Java-Leoparden, einer stark bedrohten Unterart des Leoparden, vermelden konnte, folgte im August die Geburt von zwei China-Leoparden. Der China-Leopard ist ebenfalls eine bedrohte Unterart des Leoparden. Die Geburt der beiden Leopardenmädchen „Mor“ und „May“ erfolgte am 4. August 2012 abseits vom Publikumsverkehr in einer abgedunkelten Mutterstube, ganz wie in der Natur. Mit nunmehr acht Wochen und 3 kg bzw. 2,5 kg Körpermasse erkunden beide Leopardenmädchen immer öfter die große Schaubox, manchmal zusammen mit Mutter „Noomi“ (geb. 1999 im Tierpark Aschersleben). Die Haltung und kontinuierliche Zucht vom Nordchina-Leoparden hat im Tierpark Berlin eine sehr lange Tradition: Das erste Paar kam 1959 aus dem Zoo Peking nach Berlin, und die Zucht gelang mit Pausen seit 1960, nunmehr 52 Jahre! 2004 wurde für diese Leopardenunterart ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm eingerichtet, an dem auch der Tierpark Berlin teilnimmt und in dem derzeit 51 Tiere koordiniert werden. Der Nordchina-Leopard ist im nördlichen China verbreitet, die Bestandsstärke im Freiland ist nicht bekannt, und außerhalb Europas gibt es keine weiteren Erhaltungszuchtprogramme, so dass wir uns sehr über die Aufzucht der beiden Leoparden freuen.

Zoologischer Garten Berlin, 12.10.2012
Lang ersehnter Kudunachwuchs im Berliner Zoo!/ Aufwärtstrend bei den Bisamschweinen
Männliche Große Kudus gehören zu den eindrucksvollsten Antilopen Afrikas. Die Böcke tragen ein mehr als 1 m langes, 2½-fach gewundenes Gehörn, das hauptsächlich zum Imponieren gegenüber Geschlechtsgenossen und nur gelegentlich zum Ringen mit diesen eingesetzt wird. Als effektive Verteidigungswaffen taugen die Stirnanhänge allerdings weniger. So bleiben auch große Bullen dem Menschen gegenüber eher scheu. Die Zucht der graubraunen, mehr als 200 kg schweren Tiere mit der feinweißen Streifenzeichnung ließ in den letzten Jahren im Berliner Zoo sehr zu wünschen übrig. Letztmals wuchs 2009 männlicher Nachwuchs heran. Und wie so oft bei vielen Zootieren freut man sich über weiblichen Nachwuchs in der Regel mehr, da Weibchen meist langfristig in größerer Zahl gehalten werden können, ohne sich gegenseitig zu streiten. Am 26. August dieses Jahres brachte die neunjährige Kudukuh „Masindi“ endlich wieder ein weibliches Kalb zur Welt, das bis zum heutigen Tage kerngesund heranwächst. Während der kleinste Große Kudu noch die ersten drei Lebenswochen vornehmlich gelagert hatte, um sich nur zum Trinken am Euter seiner Mutter zu erheben, folgt er nunmehr seinen Artgenossen tagtäglich auf die afrikanische Savannenanlage. Die weitflächige Gemeinschaftsanlage auf dem Erweiterungsgelände jenseits des Landwehrkanals gehört sicher zu den schönsten Plätzen im Zoologischen Garten. Die strukturierte Graslandschaft teilt sich die fünfköpfige Berliner Kuduherde um den Altbullen „Tsavo“ sowohl mit Bless- und Springböcken als auch mit Straußen und Perlhühnern. Für Abwechslung im Leben der heranwachsenden Antilope ist insbesondere durch neun diesjährige Straußenkücken und einen jungen Blessbock allemal gesorgt.
Obgleich die Großen Kudus in ihrer Heimat noch nicht bedroht sind, werden die europäischen Bestände in einem Zuchtbuch erfasst, um den Austausch der Antilopen zwischen den zoologischen Einrichtungen zu erleichtern und die Art in Menschenobhut zu erhalten.
Langsam kehrt wieder Ruhe ein in der großen Rotte der südamerikanischen Bisamschweine. Sechs Keiler im Berliner Zoo mussten in den letzten Monaten untereinander klären, wem es von ihnen es am ehesten zustünde, sich mit einem der sechzehn Weibchen zu paaren. Rangstreitigkeiten gehörten zur Tagesordnung der ansonsten geselligen Neuweltschweine, seit im November des letzten Jahres das ehemals ranghöchste Männchen im rekordverdächtigen Alter von 24 Jahren gestorben war. Folglich war lange Zeit auch unklar, ob und wenn ja wann es wieder Nachwuchs geben würde. Am 16. August kam dann fast unerwartet der erste Nachkomme des neuen Gruppenchefs zur Welt, dem am 12. und 15. September in zwei weiteren Würfen insgesamt drei weitere Jungtiere folgten. Bisamschweine oder Weißbartpekaris bringen als voll ausgewachsene Tiere nur etwa ein Viertel des Gewichts eines europäischen Wildschweins auf die Waage. Neugeborene erscheinen im Vergleich zu einem normalen Schweinefrischling aber nicht viel kleiner, da nur selten mehr als zwei bis drei Wurfgeschwister geboren werden. Lediglich der Beinabstand wirkt leicht verkürzt, was die rehbraunen Winzlinge mit dem dunklen Aalstrich besonders possierlich aussehen lässt. Wenn die große Rotte der Pekaris scheinbar einträchtig auf einem Haufen übereinander-liegt und sich die Jüngsten zwischen allen Leibern ein besonders warmes Plätzchen erwühlt haben, mag man kaum glauben, dass sie durchaus in der Lage sind, ihre Feinde übel zuzurichten. Doch bevor die Schweine beißen, drohen sie in der Regel mit lautem Zähneklappern, dann sollte sich der Gegner zurückziehen. Ihren Namen Bisamschwein verdanken die Weißbartpekaris dem moschusähnlichen Körpergeruch. Er stammt von einem Sekret, das in einer rückwärtigen Nabeldrüse produziert wird und an dem sich die Mitglieder einer Rotte olfaktorisch erkennen. Zwar sind Weißbart-pekaris in Südamerika weit verbreitet, doch ihre Bestandszahlen sind in den letzten Generationen stetig geschrumpft. Deutschlandweit werden sie nur im Berliner Zoo gezeigt und vermehrt.

Erlebniszoo Hannover, 12.10.2012
Nachwuchs bei den Bennett-Kängurus im Erlebnis-Zoo Hannover
Vor etwa einem halben Jahr wusste das dreijährige Bennett-Känguru „Die Hübsche“ (die so heißt, weil sie so hübsch ist – logisch) schon, dass sie bald Mutter wird. Nach ca. 35 Tagen brachte sie ein nur 2 cm großes und gerade einmal 0,8 Gramm schweres Baby zur Welt. Das kleine Mini-Känguru war nackt, taub, blind und zielstrebig. Instinktiv krabbelte es nämlich in den Beutel von „Die Hübsche“ und saugte sich an der Zitze fest. Die Tierpfleger ahnten derweil noch nichts. Einige Monate später deuteten Bauchumfang und merkwürdige Bewegungen im Beutel auf eine Schwangerschaft der Bennett-Dame hin und jetzt, pünktlich mit den herbstlichen Sonnenstrahlen, steckt das Kleine seinen Kopf aus dem Beutel. Viel mehr hat es bisher noch nicht von sich preisgegeben. Da kein Tierpfleger genau weiß, wann das 2 cm kleine Mini-Känguru in den Beutel krabbelt, gilt der Tag, an dem der Nachwuchs den mütterlichen Beutel verlässt als offizieller Känguru-Geburtstag. So weit ist es allerdings bisher noch nicht gekommen. Erst in ein paar Wochen, wenn noch ein bisschen wärmendes Fell gewachsen ist, begeht Bennett-Junior Taschenflucht, hüpft aber immer wieder zurück oder streckt einfach den Kopf in den Beutel, um zu trinken. Dann ist auch Teil zwei der Bennett-Geburt abgeschlossen und es darf gefeiert werden. Übrigens: Von den acht anderen Bennett-Weibchen haben noch mindestens vier einen kleinen Hüpfer im Beutel. Känguru-Mann Bob hat offensichtlich bleibenden Eindruck hinterlassen, bevor er im März auf nach Dänemark ging. Ebenfalls in Liebesdingen.

Opelzoo Kronberg, 12.10.2012
Große Freude im Opel-Zoo: Rote Pandabären haben bereits zum zweiten Mal Nachwuchs
Tiergeburten sind immer eine Freude und nicht nur für die Besucher des Opel-Zoos, sondern auch für die Mitarbeiter. Manches Mal wissen die Tierpfleger schon lange von der Kinderstube, bevor sie bekannt gegeben wird: Nicht nur die Wildkatzen, bei denen man auf das Geschehen in der Wurfhöhle über einen Monitor Einblick hat, auch die beliebten Roten Pandabären in ihrem Gehege am Panoramaweg, halten den Nachwuchs erst einmal im Verborgenen. Und so war es bereits im Juni im Opel-Zoo bekannt, dass die Pandabären zum zweiten Mal Nachwuchs haben: Wieder zwei Jungtiere, dieses Mal aber ein männliches und ein weibliches! Nun endlich, nach vier Monaten, verlassen die beiden die Wurfhöhle, in der sie von Mutter Luri zunächst mit Muttermilch versorgt wurden. Nach kurzer Zeit haben sie bereits schon begonnen, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Erwartet man nun kleine, niedliche Pandabärchen, so wird man überrascht sein, wie groß die beiden Jungtiere schon sind und wie genau man hinsehen muss, um Eltern und Kinder zu unterscheiden. An ihrem Gehege kann man gut beobachten, welch geschickte Kletterer die Pandabären sind und in welch schwindelerregenden Höhen sie sich ganz offensichtlich so wohl fühlen, dass sie sich in der Spitze der Bäume in einer Astgabel zusammenrollen und ein Mittagsschläfchen halten.

Tierpark Bochum, 11.10.2012
Zum ersten Mal Nachwuchs bei den Gebirgsloris: Die farbenprächtigen Papageien sind ein Genuss für das Auge
„Welch eine Farbenpracht!“ sagen die einen. „Welch ein Krach!“ sagen die anderen. Wenn unsere 22 Gebirgsloris sich verabreden, gleichzeitig kund zu tun, dass es ihnen gut geht, wird es in unmittelbarer Nähe ihrer Anlage tatsächlich ziemlich laut, aber alle Besucher werden durch eine Farbenpracht dieser Papageien verwöhnt, die ihresgleichen sucht! Seit 2010 leben 22 Gebirgsloris im Tierpark Bochum. Sie sind zwischen zwei und sechs Jahre alt. In dieser Zeit haben sich mehrere Paare gebildet, die ihr Leben lang zusammen in Einehe bleiben werden. Das erste Paar hat nun erfolgreich ihr erstes Junges groß gezogen. Es schlüpfte am 25. August aus einem ca. drei cm großen weißen Ei. Nach gut zwei Wochen waren die ersten blauen Federansätze am Kopf sichtbar, nach drei Wochen die ersten orangefarbenen Federn an Brust und Bauch und die ersten grünen Federn an den Flügeln. In den folgenden Wochen bekam es mehr und mehr Federn und hat nun fast ein volles und durchgefärbtes Gefieder. In rund zwei Wochen wird es seine ersten Flugversuche in der 20 Meter langen Voliere starten. Die Eltern waren bei den Fotoaufnahmen immer nah dabei und saßen dem Fotografen auf Kopf, Schultern oder auch der Kamera. Durch ihre Neugier und Zutraulichkeit mauserten sich die Loris zu einem der Renner bei den Kindergeburtstagen, die im Tierpark gefeiert werden können. Stolze Eltern fotografieren ihre von bunten Papageien umringten und „besetzten“ Kinder, die mindestens ebenso stolz die Loris füttern. Gebirgsloris (Trichoglossus haematodus moluccanus), auch Allfarbloris genannt, bilden eine Art aus der Unterfamilie der Loris, diese gehören zur Familie der Eigentlichen Papageien. Loris werden auch Honigpapageien genannt, da sie sich hauptsächlich von Blütennektar, aber auch von Früchten, Beeren und Samen ernähren. Sie sind leuchtend bunt gefärbt, werden gut 25 cm groß und bis zu 150 g schwer. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Sie sind in Nordost-Australien sowie auf vielen Inseln im Südwestpazifik beheimatet. Loris sind Höhlenbrüter. Das Weibchen legt ein bis drei Eier, die es rund 25 Tage bebrütet. Beide Eltern beteiligen sich an der Aufzucht, die sieben bis acht Wochen dauert. Die Jungtiere werden mit zwei Jahren geschlechtsreif. Loris werden 20 Jahre alt, in Zoos häufig auch älter. Gebirgsloris stehen unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aus dem Jahre 1973, das zurzeit für 175 Länder der Erde gilt. Es kontrolliert den internationalen Handel mit Wildtieren und Pflanzen, um das Überleben dieser Tiere und Pflanzen nicht zu gefährden. Im Tierpark Bochum leben neben den Gebirgsloris 125 weitere Papageien in neun Arten, darunter auch Großpapageien wie Gelbbrustaras.

Zoo Heidelberg, 11.10.2012
Heidelbergs wahrscheinlich einziges Reetdachhaus steht im Zoo und wird umfassend erneuert
Das wahrscheinlich einzige Reetdachhaus in Heidelberg steht im Zoo, inmitten einer naturgetreu gestalteten Küstenlandschaft und umflogen von kreischenden Möwen. Das „Küstenpanorama“ zählt zu den attraktiven Anlagen im Zoo mit echtem Erholungseffekt. In der begehbaren Voliere für zahlreiche See- und Watvögel fühlt sich der eher an hügelige Landschaften und Wälder gewöhnte Süddeutsche an seinen letzten Urlaub an der Küste erinnert. Die naturgetreue Atmosphäre bewirkt sogar, dass viele Besucher Salz auf den Lippen schmecken, obwohl nur Süßwasser verwendet wird. Die perfekte Kulisse mit Leuchtturm, dem reetgedecktem Häuschen und der leichte Geruch nach Fisch machen das Erlebnis vollkommen. Besonders schön ist, dass Zoogäste sich wie Urlauber in Strandkörben entspannen können, Wellenrauschen und Vogelruf inklusive. Seit einigen Tagen können Zoobesucher live miterleben, wie ein originales Reetdach entsteht. Das reetgedeckte Fischerhäuschen dient den Vögeln als warme Rückzugsmöglichkeit, vor allem in der kälteren Jahreszeit. Sein Dach war nun in die Jahre gekommen und hätte einem weiteren Winter wohl nicht mehr standgehalten. Deshalb musste es komplett neu gedeckt werden. Ein solches Dach perfekt zu decken bedeutet viel Arbeit – mehr, als man sich gemeinhin vorstellen kann. Diese traditionelle Handwerkskunst ist in unseren Breiten selten zu sehen. Häuser mit Reetdächern sind lebende Kulturdenkmäler und prägen vor allem das norddeutsche Landschaftsbild. So war der Zoo froh, mit der „Deutschen Reetdachhaus-Baugesellschaft Dabow & Dabow“ aus Brandenburg einen Reetdachspezialisten nach Heidelberg zu holen. Ein Dach mit Reet einzudecken, kann nicht jeder Dachdecker, das muss extra gelernt werden. So ist auch der Anteil an manueller Arbeit sehr hoch. Das Reet wird bündelweise auf das Dach gebracht und befestigt. Dies geschieht mit gebundener, genähter oder geschraubter Deckung. Ein Reetdach ist 40-45 Jahre haltbar, vorausgesetzt, es wird regelmäßig gereinigt. Interessant zu wissen: Als Reet bezeichnet man den blattlosen Stengel von Schilf (Phragmites australis). Dieser ist fest und elastisch zugleich, hohl, leicht und haltbar. Wegen dieser Eigenschaften als Wasserpflanze war Reet beziehungsweise Schilf eines der ersten Bedachungsmaterialien der sesshaft gewordenen Menschen. Die ersten nachgewiesenen Reetdächer gab es bereits um 4.000 vor Christus. Reetdächer sind eine sehr umweltfreundliche Dacheindeckung – das Material ist CO² neutral und bietet eine hervorragende Wärmedämmung. In wenigen Tagen ist das Dach fertig und das Haus erstrahlt in neuem Glanz. Dann ist das Küstenpanorama im Zoo Heidelberg für seine Bewohner noch schöner und für die Zoobesucher erst recht einen Besuch wert.

Zoo Osnabrück, 11.10.2012
Familie Gibbon freut sich über Nachwuchs
Im Zoo Osnabrück brachte die erfahrene Gibbonmutter Lenchen am 25. September nachts ihr Jungtier zur Welt. Nun hängt es fest an ihrem Bauch – auch wenn sich ihre Mutter hoch oben durch die Lüfte schwingt. Als die Tierpfleger vor zwei Wochen morgens in das Menschenaffenhaus kamen, hatte Lenchen ihr Kleines bereits fest am Bauch und abgetrocknet. „Die Gibbon-Jungtiere kommen fast nackt zur Welt und erinnern ein wenig an Nacktmulle“, beschreibt Tierpfleger Daniel Menken vom Zoo Osnabrück. „Zwei Wochen nach der Geburt hat das Kleine aber schon ein dünnes Fell, das seidig golden glänzt.“ Gibbons gehören zu den Kleinen Menschenaffen und sind stark vom Aussterben bedroht. Deswegen freut sich der Zoo Osnabrück besonders über den Nachwuchs, der bereits der vierte ist, seit Mutter Lenchen vom Zoo Hannover nach Osnabrück kam. „Lenchen ist eine erfahrene Mutter. Sie ist 25 Jahre alt und umsorgt das Kleine wirklich vorbildlich“, lobt Menken. Noch wissen die Tierpfleger nicht, ob das Jungtier ein Junge oder Mädchen ist, deswegen ist es auch noch namenslos. Das Geschlecht der erwachsenen Gibbons lässt sich anhand der Fellfarbe unterscheiden: „Männchen haben ein dunkles Fell, Weibchen ein helles. Jungtiere kommen grundsätzlich mit hellem Fell auf die Welt, aber nach einem dreiviertel Jahr verfärbt sich das Haar dunkel. Im Alter von sechs Jahren erhält es dann die endgültige Farbe je nach Geschlecht“, erklärt der Tierpfleger. Doch egal, ob Junge oder Mädchen, das jüngste Familienmitglied wird rührend umsorgt: „Die älteste Tochter Carusa kümmert sich wie eine Tante um das Kleine. Sie hilft beim Fellsäubern oder kuschelt mit dem Baby. Auch Vater Otti kommt immer wieder zu Lenchen und schaut, ob es dem Nachwuchs gut geht“, beobachtete Menken. Noch hängt dieser fest am Bauch der Mutter – auch wenn sich diese im rasanten Tempo von Seil zu Seil schwingt und ihren durchdringenden Gibbongesang anstimmt. Mit dem lauten Rufen, das einer Alarmanlage Konkurrenz macht, verständigen sich die Tiere innerhalb der Familie und markieren ihr Territorium. Das Baby hört aufmerksam zu, um später auch in den Gesang einstimmen zu können – bis jetzt ist jedoch nur leises Meckern zu hören, wenn Mutter Lenchen die Brust wechseln will. „Das Kleine entwickelt sich sehr gut und ist schon sehr aufmerksam. So beobachtet das Baby seine Mutter, wenn diese Gemüse frisst. Es greift sogar schon nach dem Futter, als wolle es fragen: Mama, was ist das denn, was Du da frisst?“, lacht Menken. Einzig die Mutter macht den Tierpflegern gerade Sorgen: sie hat Durchfall. „Leider füttern manche unserer Besucher die Tiere mit Popcorn, davon werden sie krank. Bitte geben Sie unseren Tieren nichts zu fressen, auch wenn sie betteln. Sie bekommen bei uns alles, was sie brauchen“, betont der Tierpfleger.

Wiener Tiergarten Schönbrunn, 11.10.2012
JETZT ODER NIE: TIERGARTEN KÄMPFT UM FÜNF DER 100 BEDROHTESTEN ARTEN
Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat eine Liste mit den 100 gefährdetsten Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht. Gleich für fünf Tierarten dieser Liste, die kurz vor dem Aussterben stehen, ist der Tiergarten Schönbrunn nicht nur Überlebensraum, sondern er unterstützt auch Schutzmaßnahmen, um sie zu retten. Von der Nördlichen Batagur Flussschildkröte (Batagur baska) waren weltweit nur noch 30 Tiere bekannt, bevor der Tiergarten in Kooperation mit Partnerorganisationen ein Schutzzentrum in Bangladesch errichtet hat, in dem die letzten Tiere untergebracht wurden. „Heuer sind 25 Jungtiere geschlüpft. Damit haben wir die Population dieser Tierart fast verdoppelt. Unser Ziel ist es, diese Tiere regelmäßig zu vermehren, um ihren Bestand langfristig zu sichern“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Bei einer weiteren hochbedrohten Tierart ist man schon einen Schritt weiter. Der Waldrapp wurde durch illegale Jagd Anfang des 17. Jahrhunderts in Europa ausgerottet. Heute leben nur noch etwa 200 Tiere in Marokko und ganze drei Vögel in Syrien. In Zoos werden diese schwarzen Ibisvögel jedoch erfolgreich gezüchtet und sollen nun in Europa wieder angesiedelt werden. Schratter: „Das Waldrappteam, das vom Tiergarten Schönbrunn unterstützt wird, zieht seit 2002 jedes Jahr Waldrapp-Küken aus Zoos mit der Hand auf und zeigt ihnen mit Ultraleichtflugzeugen die Flugroute in ein geeignetes Wintergebiet.“ Seit 2011 gibt es die erste freilebende, migrierende Waldrappgruppe in Europa, 400 Jahre nach der Ausrottung. Im Rahmen eines EU-Projekts soll in den nächsten Jahren ein stabiler Bestand aufgebaut werden. Ebenfalls unter den Top 100 und im Tiergarten zu sehen ist der Zagros-Molch (Neurergus kaiseri), der aufgrund seiner einzigartigen Zeichnung als schönster Molch der Welt gilt. In einem Forschungsprojekt wurde festgestellt, dass jedes Tier aufgrund seiner Zeichnung individuell erkennbar ist – ein wichtiges Hilfsmittel, um den unerlaubten Handel mit ihnen zu unterbinden. Erfolgreich nachgezüchtet werden im Tiergarten auch zwei eierlegende Zahnkarpfen. Vom Valencia letourneuxi gibt es in Griechenland und Albanien nur noch einige hundert Tiere. Aphanius transgrediens lebt nur mehr in drei Quellen des Aci Göl, einem See im anatolischen Hochland. In Zusammenarbeit mit der Universität Wien ist derzeit ein Student am Aci Göl, um grundlegende Informationen über diesen Fisch zu sammeln. Der Tiergarten arbeitet gerade mit dem Zoo London an einem Projekt, in dem nachhaltige Schutzkonzepte für beide Arten entwickelt werden. Artenschutz ist eine der Hauptaufgaben eines wissenschaftlich geführten Zoos und der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich an vielen wichtigen Projekten. Schratter: „Jedes Projekt stellt unterschiedliche Anforderungen. Wir unterstützen mit finanziellen Mitteln, stellen Sachmittel und Tiere aus Erhaltungszuchtprogrammen zur Verfügung, bieten eine Plattform für Öffentlichkeitsarbeit, bringen Expertenwissen ein und führen wichtige Forschung durch. In erster Linie versuchen wir aber unsere Besucher für die Welt der Tiere zu begeistern und sie so zu motivieren, sich auch selbst für den Natur- und Artenschutz einzusetzen.“

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