Vom Aussterben bedroht – Haie und Rochen

Glattrochen
Der Glattrochen ist der größte Rochen an den europäischen Küsten. Große Exemplare erreichen eine Länge von 2,85 Metern bei einem Gewicht von 110 Kilogramm. Meist wird er allerdings nur 1,0 bis 1,5 Meter lang.
Nach neueren Analysen handelt es sich offenbar um zwei Arten, von denen die eine bereits fast ausgestorben ist. Die beiden Formen werden provisorisch als Dipturus cf. flossada und Dipturus cf. intermedia bezeichnet. Glattrochen haben einen rhombischen Körper, eine braune Oberseite und eine graue Unterseite. Auf der Oberseite haben sie mehrere Augenflecken. Die Schnauze ist spitz, der Vorderrand der Flügel deutlich eingebuchtet. Auf dem Schwanz tragen sie eine Reihe von 12 bis 18 Dornen, die erst erwachsenen Tieren wachsen.
Dipturus batis lebt in Küstennähe im nordöstlichen Atlantik vom Senegal bis zum Nordkap und nach Island, in der Nordsee, im westlichsten Teil der Ostsee und im westlichen Mittelmeer, von Gibraltar bis zur Nordküste Tunesiens und, im Norden, bis zur westlichen Küste der Ägäis.
Junge Rochen leben im flachen Wasser, adulte Tiere in Tiefen von 100 bis 600 Metern. Sie ernähren sich von benthischen Tieren, zunächst von kleinen, wirbellosen Tieren, wie Borstenwürmer und Krebstiere, später vor allem Fische wie Sandaale und Plattfische. Im Frühjahr paaren sich die Glattrochen, im Sommer legen die Weibchen rechteckige, zunächst grüne, später braune Eikapseln. Die Eikapseln haben an jeder Ecke je einen Haltefaden und sind mit Größen von bis zu 24 x 14 Zentimeter sehr groß.

Pondicherryhai
Der Pondicherryhai ist ein mittelgroßer Hai mit einer Maximallänge von etwa 150 bis 200 Zentimetern. Er hat eine graue Rückenfärbung und einen weißen Bauch. Die Spitzen der Brustflossen, der 2. Rückenflosse sowie beider Teile der Schwanzflosse sind schwarz gefärbt. An den Körperseiten befindet sich ein weißes Band.
Er besitzt eine Afterflosse und zwei Rückenflossen. Die erste Rückenflosse ist groß und sichelförmig, sie beginnt über oder leicht hinter dem hinteren Ansatzpunkt der Brustflossen. Die zweite Rückenflosse ist mit etwa 2,7 % der Körperlänge relativ groß und gut ausgebildet, sie beginnt etwa auf gleicher Höhe wie die Analflosse. Ein Interdorsalkamm ist vorhanden. Die Brustflossen sind groß und sichelförmig. Die Schnauze ist spitz zulaufend und langgezogen. Die Augen sind groß und rund und haben einen Durchmesser, der etwa 2-3 % der Körperlänge entspricht. Wie alle Arten der Gattung besitzen die Tiere fünf Kiemenspalten und haben kein Spritzloch.
Der Pondicherryhai lebt wahrscheinlich nur in Küstennähe über dem Kontinentalsockel und im Bereich von Inseln. Er ernährt sich räuberisch, wobei wahrscheinlich vor allem Knochenfische zu seinem Nahrungsspektrum gehören.
Über die Lebensweise dieser Art stehen nur sehr wenige Daten zur Verfügung. Er ist wahrscheinlich wie andere Arten der Gattung lebendgebärend und bildet eine Dottersack-Plazenta aus (plazental vivipar).
Der Pondicherryhai hat ein potentielles Verbreitungsgebiet von den Küsten Indiens und Oman bis in die Inselgebiete Südostasiens um Vietnam, Indonesien und Neuguinea.
Der Pondicherryhai ist für den Menschen ungefährlich. Er ist in der Roten Liste der IUCN als vom Aussterben bedroht („Critically Endangered“) verzeichnet, da er heute nur noch von 20 Individuen bekannt ist, die in Museen aufbewahrt werden und an weit auseinanderliegenden Orten gefangen wurden. Der letzte wissenschaftliche Nachweis stammt aus dem Jahr 1979 und wurde seitdem nicht mehr gesichtet oder bei Marktstichproben gefunden. Die meisten Nachweise stammen aus der Zeit vor 1900 und sein Verbreitungsgebiet ist ein Gebiet mit intensivem Fischfang.

Flusshaie
Die Flusshaie sind eine Gattung der Requiemhaie. Sie umfasst aktuell fünf Arten, die bevorzugt im Süß- und Brackwasser großer Flüsse leben. Von den fünf Arten sind drei vom Aussterben bedroht, der Speerspitzenhai gefährdet.

Gangeshai
Der Gangeshai lebt vor allem in den indischen Flüssen Ganges und Hugli sowie in weiteren größeren Flüssen Indiens, vor allem in Westbengalen. Weitere (heute vielleicht nicht mehr existierende) Vorkommen werden aufgrund eines älteren Berichts für die Region um Karatschi in Pakistan angenommen.
Der Gangeshai ist ein relativ großer Hai mit einer maximalen Körperlänge von ungefähr 200 cm. Er hat eine graue Rückenfärbung ohne auffällige Zeichnung und einen hellen Bauch.
Der Hai besitzt eine abgerundete Schnauze und große, runde Augen mit Nickhäuten. Er besitzt eine Afterflosse und zwei Rückenflossen. Die erste Rückenflosse ist vergleichsweise groß ausgebildet, sie liegt über oder leicht hinter der Mitte der Brustflossenbasis. Ein Interdorsalkamm ist nicht vorhanden. Die zweite Rückenflosse ist vergleichsweise klein und liegt der Analflosse gegenüber. Die Brustflossen sind relativ groß. Wie alle Arten der Gattung besitzen die Tiere fünf Kiemenspalten und haben kein Spritzloch.
Der Gangeshai ernährt sich räuberisch vor allem von verschiedenen Knochenfischen.
Er ist lebendgebärend und bildet eine Dottersack-Plazenta aus (plazental vivipar). Die Junghaie haben eine Größe von etwa 55 bis 60 Zentimetern. Die Geschlechtsreife erreichen die Tiere bei einer Länge von ungefähr 180 cm.
Verbreitungsgebiete des Gangeshais
Die meisten bekannten Exemplare stammen aus Museen und wurden im 19. Jahrhundert gefangen. Sichtungen der letzten Jahrzehnte und Haiunfälle gehen wahrscheinlich vor allem auf in die Flusssysteme einschwimmende Bullenhaie zurück. Die Flüsse, in denen der Gangeshai lebt, werden stark befischt.

Glyphis garricki
Glyphis garricki kommt in Brackwassergebieten und im angrenzenden Meer an der Küste des australischen Northern Territory vor. Auch bei Flusshaien im Fly River im Südwesten von Papua-Neuguinea könnte es sich um diese Art handeln.
Glyphis garricki wird 1,45 (Männchen) bis 2,50 (Weibchen) Meter lang. Er hat einen stämmigen Körper, der oberseits grau, unterseits weiß ist und ansonsten keine weiteren Farbmarkierungen aufweist. Die Flossenränder sind dunkel bzw. schwarz. Der Kopf ist abgeflacht, das kurze Rostrum ist bei Sicht von oben oder unten breit abgerundet, die Augen sind klein, Spritzlöcher fehlen. Im Oberkiefer sind die Zähne breit und dreieckig mit gesägten Kanten, im Unterkiefer schmaler mit schlanker Spitze. Die erste Rückenflosse steht über dem hinteren Drittel der Brustflossen, die zweite Rückenflosse erreicht zwei Drittel der Höhe der ersten. Ein Interdorsalkamm fehlt. Die Afterflosse hat an ihrem hinteren Rand eine sehr tiefe Einbuchtung.
Im Verbreitungsgebiet von Glyphis garricki kommt auch der Bullenhai (Carcharhinus leucas) vor. Glyphis garricki kann von ihm unterschieden werden durch seine größere zweite Rückenflosse und durch die kleinen Augen, die noch im graugefärbten Kopfbereich liegen, während die Augen des Bullenhais direkt auf der Grenzlinie zwischen grauer Oberseite und weißlicher Unterseite liegen. Außerdem ist Glyphis garricki stahlgrau, im Unterschied zum Gelbgrau des Bullenhais.

Irrawaddy-Flusshai
Der Irrawaddy-Flusshai ist nur von einem Museumsexemplar bekannt, das im 19ten Jahrhundert in der Deltamündung des Irrawaddy an der Küste Birmas gefangen wurde.
Das einzige bekannte Exemplar des Irrawaddy-Flusshais ist 60 cm lang. Der südafrikanische Haiexperte Leonard Compagno nimmt eine Maximallänge von einem bis drei Meter an. Der Hai hat einen stämmigen Körper, der oberseits braungrau, unterseits weiß und ohne irgendwelche Zeichnungen ist. Das kurze Rostrum ist breit abgerundet, die Augen sind klein. Die Zähne im Oberkiefer sind breit, dreieckig und gesägt, die ersten Unterkieferzähne besitzen nur schwach gesägte Kanten. Der Beginn der ersten Rückenflosse liegt über dem Ende der Brustflossenbasis, die zweite ist halb so hoch wie die erste. Ein Interdorsalkamm fehlt. Die Afterflosse hat an ihrem hinteren Rand eine starke Einbuchtung. Vom nah verwandten Gangeshai unterscheidet sich der Irrawaddy-Flusshai durch eine höhere Anzahl von Wirbeln und eine geringere Anzahl von Zähnen.

Natal-Katzenhai
Der Natal-Katzenhai lebt endemisch in den Gewässern vor der Küste Südafrikas. Bis zu seiner wissenschaftlichen Erstbeschreibung 2006 wurde diese Art als Natal-Form des Puffotter-Katzenhais angesehen.
Der Natal-Katzenhai lebt nahe dem Meeresboden im Bereich der Küste bis zu einer Tiefe von etwa 30 Metern. Er erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von etwa 50 Zentimetern und entspricht in seinem Erscheinungsbild weitgehend dem Puffotter-Katzenhai, ist jedoch etwas gedrungener mit einem weniger stark abgeflachten Kopf und etwas anderer Körperzeichnung.
Der Natal-Katzenhai erreicht eine Körperlänge von etwa 50 Zentimetern und ähnelt morphologisch stark dem Puffotter-Katzenhai, hat jedoch einen kompakteren Körper, einen weniger stark abgeflachten Kopf und einen seitlich abgeflachten Schwanzstiel. Der Rücken ist braun mit einer charakteristischen Zeichnung aus H-förmigen, dunkelbraunen Sattelflecken mit klar abgegrenzten Außenrändern sowie zahlreichen kleinen weißen Flecken und einer dunkleren Marmorierung zwischen den Sattelflecken. Der Bauch ist weiß.
Die Schnauze ist breit und abgerundet. Die großen, oval gerundeten Augen haben katzenartig geschlitzte Pupillen, eine einfache Nickhaut und eine prominente Erhöhung unterhalb des Auges. Die Nasenlöcher sind sehr groß und besitzen vorn jeweils ein Paar stark vergrößerter, dreieckiger Hautlappen, die zusammengewachsen sind und bis zum Mund reichen. Eine tiefe Grube verbindet die Ausflussöffnung der Nasenlöcher mit dem Mund, verdeckt von den Nasallappen. Die Mundöffnung ist kurz und besitzt Furchen in den Mundwinkeln. Die fünf Paar Kiemenspalten sind auf die Körperoberseite verlagert.
Die Rücken-, Bauch- und Analflossen haben etwa die gleiche Größe. Die Rückenflossen setzen sehr weit hinten am Körper an, wobei die erste Rückenflosse hinter dem Ansatz der Bauchflosse und die zweite Rückenflosse hinter der Analflosse beginnt. Die Brustflossen sind breit und mittelgroß ausgebildet. Die kurze und breite Schwanzflosse umfasst etwa ein Fünftel der Körperlänge und hat eine tiefe Kerbe in der Nähe der Spitze des oberen Lobus und einen kaum entwickelten unteren Lobus. Die Haut ist dick und von stark verkalkten, blattförmigen Placoidschuppen bedeckt.
Das Verbreitungsgebiet des Natal-Katzenhais beschränkt sich auf die Küstenregion im Bereich der Westkap-, Ostkap und KwaZulu-Natal-Provinzen in Südafrika.
Der bodenlebende Hai kommt vor allem in Bereichen mit steinigem bis felsigem Boden sowie in Flachwasserriffen vor. Anders als der Puffotter-Katzenhai, der im nordöstlichen Teil seines Verbreitungsgebietes vor allem etwas tiefere, kühlere Wasserbereiche bewohnt, bevorzugt der Natal-Katzenhai die wärmeren Wasserzonen in Tiefen von 0 bis 30 Metern.
Die Lebensweise des Natal-Katzenhais entspricht weitgehend der anderer Arten seiner Gattung. Er ist dabei seltener anzutreffen als der Puffotter-Katzenhai.
Die Männchen erreichen ihre Geschlechtsreife mit etwa 50 Zentimetern Körperlänge, die Weibchen mit etwa 48 Zentimetern. Bei Bedrohung oder Störung nimmt der Natal-Katzenhai wie die anderen Scheuhaie eine charakteristische Stellung ein, bei der er sich zusammenrollt und die Augen mit dem Schwanz überdeckt. Es wird angenommen, dass der Hai auf diese Weise für einen potenziellen Angreifer schwieriger zu schlucken ist.

Dolchnasenhai
Der Dolchnasenhai ist gekennzeichnet durch seine lang und spitz ausgezogene Schnauze sowie das aus schlanken und spitzen Zähnen bestehende Gebiss. Diese haben im Ober- und im Unterkiefer dieselbe Gestalt und sind mit bis zu 60 Zähnen viel zahlreicher als bei allen anderen Vertretern der Requiemhaie. Die Schneiden sind fein gesägt. Er ist einförmig grau mit einer helleren Unterseite und erreicht eine Maximalgröße von etwa 1,50 Metern.
Der Dolchnasenhai ist spezialisiert auf den Fang von kleinen Schwarmfischen. Seine Zähne bilden eine Fangreuse, die zum Packen dieser Beute optimal genutzt werden kann. Die Jungtiere kommen lebend zur Welt und sind bei der Geburt etwa 40 Zentimeter lang.
Verbreitet ist der Dolchnasenhai in den tropischen Gewässern des Westatlantik zwischen Trinidad und Guinea sowie vor der Küste Nordbrasiliens.

Sägerochen
Sägerochen sind große Rochen und erreichen ausgewachsen eine Länge von 2,4 bis 5, nach einigen Berichten sogar 6 bis 8 Meter. Nur Pristis clavata bleibt mit 1,40 Meter eher klein. Der Körper ist leicht abgeflacht und haiartig. Der Schwanzstiel ist sehr kräftig, seitlich abgeflacht und verfügt über seitliche Kiele. Der Übergang vom Körper zum Schwanzstiel verläuft allmählich. Der Körper ist mit kleinen Placoidschuppen bedeckt. Größere Stacheln sind weder auf der Körperoberseite noch auf dem Schwanzstiel vorhanden. Der Kopf ist abgeflacht und trägt die namensgebende Säge, ein stark verlängertes, flaches Rostrum, das zu beiden Seiten mit je einer Reihe von sägezahnartigen, gleichförmigen Zähnen besetzt ist. Die Zähne sitzen in tiefen Sockeln, wachsen ständig weiter und werden bei Verlust durch nachwachsende ersetzt. Die Säge ist vor allem ein Sinnesorgan, um Beutetiere aufzuspüren, und dient daneben dazu, durch Stochern im Boden Nahrung aufzuspüren oder Schwarmfische durch wildes Hin- und Herschlagen bewegungsunfähig zu machen oder zu töten. Die Augen auf der Kopfoberseite befinden sich weit vor den Spritzlöchern. Auf der Kopfunterseite befinden sich auf jeder Seite fünf Kiemenspalten, etwa auf Höhe der Mitte der Brustflossenbasis. Kiemenreusenstrahlen fehlen. Das Maul an der Kopfunterseite steht quer, ist gerade und ohne Gruben, Falten oder ähnliche Merkmale. Die Nasenöffnungen liegen vor dem Maul, stehen weit auseinander und sind deutlich vom Maul getrennt. Die vorderen Nasenklappen sind kurz, nicht miteinander verbunden und erreichen auch nicht das Maul. Die Kieferzähne sind sehr klein, von runder oder ovaler Form und ohne irgendwelche Spitzen. Sie sitzen in 60 oder mehr Reihen in jedem Kiefer, sind uniform und nicht plattenartig.
Die Brustflossen sind im Vergleich zu denen anderer Rochen relativ klein und nicht mit dem Rumpf zu einer Körperscheibe verwachsen. Sie setzen an den hinteren Kopfseiten hinter dem Maul an und enden deutlich vor dem Beginn der Bauchflossenbasis. Die Bauchflossen sind dreieckig und nicht in zwei Loben geteilt. Auf der Oberseite befinden sich zwei große und gleich große Rückenflossen, die sichelförmig oder dreieckig sein können. Sie stehen weit auseinander, die erste vor oder über der Bauchflossenbasis, die zweite auf dem Schwanzstiel. Die Schwanzflosse ist groß und ähnelt der der Haie. Sie ist asymmetrisch (heterocerk), die Wirbelsäule verläuft in der Schwanzflosse nach oben und stützt den oberen Lobus. Der untere Lobus kann mehr oder weniger gut entwickelt sein oder auch ganz fehlen. Sägerochen sind oberseits von gelblicher, brauner, grünlicher oder graubrauner Farbe, der Bauch ist weißlich. Weder auf dem Körper noch auf den Flossen finden sich Zeichnungen oder Markierungen irgendwelcher Art.
Sägerochen können nur mit Sägehaien verwechselt werden, die ebenfalls ein sägeartiges Rostrum haben. Diese leben jedoch eher in tieferen Meeresregionen und gemäßigten Breiten. Ihre Kiemenöffnungen befinden sich jedoch an den Kopfseiten und vor den Brustflossenbasen. Ihr Körper ist weniger abgeflacht, die Sägezähne am Rostrum sind kleiner und auch die Unterseite ist mit einer Reihe kleiner Zähne besetzt. In der Mitte des Sägehairostrums findet sich an den Seiten ein Paar langer Barteln.
Sägerochen leben in tropischen Bereichen des Atlantik und des Indopazifik in Küstennähe. Fünf Arten leben an der nördlichen Küste Australiens. Manche Arten gehen auch in die Brackwasserzonen und schwimmen mehrere hundert Kilometer in die Unterläufe großer Flüsse Südostasiens, Neuguineas, Australiens und des Amazonas. Pristis microdon ist in Australien als Süßwassersägerochen bekannt. Große Populationen von Pristis perotteti waren aus dem Nicaraguasee bekannt, wo sie in den 70er Jahren durch kommerziellen Fang wahrscheinlich ausgerottet wurden. Erst 2006 wurden Sägerochen und der Bullenhai in Nicaragua unter Schutz gestellt.
Der Gewöhnliche Sägefisch kommt auch in subtropischen Gewässern vor, z.B. im westlichen Mittelmeer oder im kühleren Ostpazifik vom Golf von Kalifornien bis nach Ecuador.
Sägerochen sind langsam schwimmende Fische, die ihre aus Wirbellosen und kleinen Fischen bestehende Nahrung vor allem in Bodennähe aufnehmen. Schwarmfische werden durch schnelle, seitliche Schläge mit der Säge getötet oder verletzt und dann verspeist.
Sägerochen sind eilebendgebärend (ovovivipar). Sie können mehr als 20 Junge bekommen. Die Säge ist bei der Geburt noch weich und wird erst hart, wenn der bei der Geburt sehr große Dottersack aufgebraucht ist.
Es gibt zwei Gattungen, davon ist eine monotypisch, und sieben Arten:
Anoxypristis cuspidata
Zwergsägerochen (Pristis clavata)
Leichhardts Sägerochen (Pristis microdon)
Pristis pectinata
Pristis perotteti .
Gewöhnlicher Sägefisch (Pristis pristis)
Grüner Sägefisch (Pristis zijsron)
Alle Sägerochenarten sind weltweit vom Aussterben bedroh. Sie werden vor allem als Beifang gefischt und verheddern sich in Netzen mit ihrer Säge sehr schnell und ohne die Möglichkeit, sich zu befreien. Dennoch werden Sägen noch immer gehandelt, als Trophäen und für traditionelle chinesische Medizin, der ein weit verbreiteter Aberglaube heilende Wirkung zuspricht.

Engelhaie
Die Engelhaie, auch Meerengel genannt, bilden die einzige Gattung der Familie der Engelhaie, die ihrerseits die einzige Familie innerhalb der Ordnung der Engelhaie ist. Die Gattung besteht aus etwa 22 bekannten Arten. Sie leben weltweit auf dem Kontinentalschelf in bis zu 1300 m Wassertiefe.
Bei vielen Arten sind Wachstums- und Vermehrungsrate relativ klein, sodass durch Bestandsverluste als Beifang einige Arten wie der Meerengel (Squatina squatina) mittlerweile als vom Aussterben bedroht gelten. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt sämtliche Arten der Gattung Squatina in der Roten Liste gefährdeter Arten. Sie beurteilt drei Arten als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered); acht Arten werden als stark gefährdet (Endangered) gesehen; weitere vier Arten sind als gefährdet (Vulnerable) gelistet und eine Art gilt als gering gefährdet (Near Threatened). Die restlichen Arten werden entweder als nicht gefährdet (Least Concern) beschrieben oder bleiben wegen unzureichender Daten (Data Deficient) unbewertet

Sägerücken-Engelhai
Der Sägerücken-Engelhai kann eine maximale Körperlänge von etwa 188 cm erreichen. Wie bei anderen Engelhaien ist der Rumpf stark abgeflacht mit sehr breiten Brustflossen, wodurch sie in der Gestalt eher wie lange Rochen wirken. Die Brustflossen sind jedoch deutlich vom Rumpf abgesetzt, während sie bei den meisten Rochen ansatzlos in den Körper übergehen. Sie haben zwei Rückenflossen und besitzen keine Afterflosse. Der Körper hat eine dunkelgraue bis hellbraune Rückenfarbe, die mit kleinen, unregelmäßigen weißen und regelmäßigeren dunkelbraunen Flecken gezeichnet ist. Auf dem Kopf, dem Rücken, den Flossenansätzen und dem Schwanz befinden sich zudem große dunkle Flecken. Auf dem Kopf befinden sich konkav von den Augen über das Maul verlaufend große Dornen, die auch auf der Mittellinie des Rückens vorhanden sind.
Die Augen liegen auf der Kopfoberseite, das Maul ist endständig, die äußeren Nasenöffnungen sind mit kurzen Barteln versehen. Das Spritzlöcher sind groß, die Anzahl der seitlich unten liegenden Kiemenöffnungen beträgt fünf. Der Abstand zwischen den Augen und dem Spritzloch beträgt bei dieser Art etwa das 1,5-fache des Augendurchmessers. Zudem besitzt die Art stark gefranste Barteln und Nasenklappen.
Das Verbreitungsgebiet des Sägerücken-Engelhais befindet sich im Küstenbereich West- und Nordafrikas sowie des westlichen Mittelmeers. Es reicht im Süden bis Nigeria, Gabun und Namibia.
Er lebt im äußeren Randbereich des Kontinentalschelfs in Tiefen zwischen 30 und 500 Metern, wobei er vor allem auf schlammigem Untergrund vorkommt.
Über die Biologie dieses Hais liegen nur wenige Daten vor. Er ernährt er sich vor allem von kleinen Haien und Knochenfischen, Kopffüßern und Krebsen. Wie alle Engelhaie ist er ovovivipar – die Eier werden im Muttertier ausgebrütet, bevor die Jungtiere lebend geboren werden. Die Geschlechtsreife erreichen die Tiere mit einer Körperlänge von etwa 124 Zentimeter.

Glatter Engelhai
Der Glatte Engelhai erreicht eine maximale Körperlänge von bis zu 160 cm. Wie bei anderen Engelhaien ist der Rumpf stark abgeflacht mit sehr breiten Brustflossen, wodurch die Tiere in der Gestalt eher wie lange Rochen wirken. Die Brustflossen sind jedoch deutlich vom Rumpf abgesetzt, während sie bei den meisten Rochen ansatzlos in den Körper übergehen. Sie haben zwei Rückenflossen und besitzen keine Afterflosse. Der Körper hat eine grau-braune Rückenfarbe mit kleinen, runden weißen und schwarzen Flecken sowie einen deutlichen, weißen Nackenfleck. An den Basen und Spitzen der Brustflossen befinden sich symmetrische dunkle Flecken, ebenso am Schwanzansatz und am unteren Rand der Rückenflossen. Augenflecken mit weißer Umrandung können vorhanden sein. Die Außenränder der Rücken- und Schwanzflossen sind weiß, die der Brust- und Bauchflossen dunkel. Vergrößerte Dornen befinden sich im Schnauzenbereich und im Bereich der Augen, nicht jedoch auf dem Rücken.
Die Augen liegen auf der Kopfoberseite mit einer stark konkaven Fläche zwischen den Augen, das Maul ist endständig, die äußeren Nasenöffnungen sind mit kurzen Barteln versehen. Die Spritzlöcher sind groß. Die Anzahl der seitlich, unten liegenden Kiemenöffnungen beträgt fünf. Die Nasenklappen sind nur leicht gefranst oder glatt gerandet, die Barteln zweiästig oder gelappt.
Das Verbreitungsgebiet des Glatten Engelhais befindet sich im östlichen Atlantik im Küstenbereich Westafrikas sowie im Mittelmeer. Es reicht im Süden bis Namibia.
Er lebt im äußeren Randbereich des Kontinentalschelfs in Tiefen zwischen 20 und 500 Metern, wobei er vor allem oberhalb von 100 Metern lebt.
Über die Biologie dieses Hais liegen nur wenige Daten vor. Er ernährt er sich vor allem von kleinen Haien und Knochenfischen, Kopffüßern und Krebsen. Wie alle Engelhaie ist er ovovivipar – die Eier werden im Muttertier ausgebrütet, bevor die Jungtiere lebend geboren werden. Die Jungtiere haben eine Geburtslänge von 24 bis 27 Zentimetern.

Meerengel
Der Meerengel kann eine maximale Körperlänge von etwa 180 cm, möglicherweise auch bis zu 240 cm und ein Gewicht von bis zu 80 kg erreichen. Wie bei anderen Engelhaien ist der Rumpf stark abgeflacht mit sehr breiten Brustflossen, wodurch die Tiere in der Gestalt eher wie lange Rochen wirken. Die Brustflossen sind jedoch deutlich vom Rumpf abgesetzt, während sie bei den meisten Rochen ansatzlos in den Körper übergehen. Die hinteren Brustflossenenden sind stark gerundet. Meerengel haben zwei Rückenflossen, die sich auf dem Schwanzstiel befinden und besitzen keine Afterflosse. Die erste Rückenflosse setzt hinter den freien Enden der Bauchflossen an. Der untere Lobus der Schwanzflosse ist länger als der obere. Der Körper hat eine einheitliche Grundfärbung ohne auffällige Zeichnungen. Die Sauglöcher sind mehr als 1,5 Augendurchmesser von den Augen entfernt. Das Maul ist endständig, die äußeren Nasenöffnungen sind mit einfachen Barteln versehen. Die hinteren sind verästelt. Entlang der Rückenmittellinie und über den Augen können sich kleine Dornen befinden.
Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Engelhais befindet sich im Küstenbereich des nordöstlichen Atlantiks vom südlichen Norwegen und die Shetlandinseln über die Nordsee bis hinunter nach Marokko und die Westsahara sowie um die Kanarischen Inseln und im Mittelmeer.
Er lebt im Flachwasser und auf dem Kontinentalschelfs über sandigen oder schlammigen Meeresböden in Tiefen von 5 bis 150 Metern. Der Hai kommt vor allem im Sommer in die Flachwasserbereiche der Küsten und zieht dann auch nach Norden, z.B. in die Nordsee und in den Skagerrak. Den Winter verbringt er in tieferem Wasser.
Der Meerengel ernährt sich vor allem von Plattfischen, Rochen, Weichtieren und Krebsen, die er als Lauerjäger auf dem Boden liegend erbeutet. Wie alle Engelhaie ist er ovovivipar – die Eier werden im Muttertier ausgebrütet, bevor die Jungtiere lebend geboren werden. Abhängig von ihrer Größe bringen die Weibchen dieser Art 7 bis 25 Jungtiere zur Welt. Die Tragzeit beträgt 8 bis 10 Monate. Die Junghaie werden im Mittelmeer von Dezember bis Februar geboren, an den Küsten Englands im Juli. Bei der Geburt sind die Junghaie 20 bis 30 cm lang. Die Geschlechtsreife erreichen die Tiere mit einer Körperlänge von etwa 125 bis 170 Zentimetern.
DIE ROTE LISTE DER IUCN

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