Vom Aussterben bedroht – Karpfenfische

Aaptosyax grypus
Aaptosyax grypus wurde von Rainboth erst im Jahr 1991 wissenschaftlich beschrieben. Der Raubfisch besitzt einen langgestreckten Körper und ein fetthaltiges Augenlid, welches den größten Teil seines Auges bedeckt. In seinem großen Maul befindet sich eine Kerbe im Oberkiefer. Die Fischart kann bis 130 Zentimeter lang werden.Der größte im Mekong gefangene Aaptosyax grypus wog über 30 Kilogramm.
Aaptosyax grypus ist eine endemisch lebende Art, dier bislang nur im mittleren Mekong in Laos und Vietnam gefangen wurde. Darüber hinaus kommt er in Kambodscha und Vietnam vor. Sein Verbreitungsgebiet ist von Sambor in Kambodscha bis Loei in Thailand begrenzt. Aaptosyax grypus bevorzugt den Hauptstrom großer tropischer Flüsse und hält sich gerne in tiefen Stromschnellen hinter Felsen auf, wo er auf vorbeischwimmende Beutefische lauert.
Jungfische von Aaptosyax grypus leben hauptsächlich in den Nebenflüssen des Mekong. Im Laufe ihrer Entwicklung werden sie zu großen, sehr schnell schwimmenden Raubfischen, die im Mittelwasser und Oberwasser nach Fischschwärmen jagen. Zur Laichzeit in der Zeit von Dezember bis Februar, gleichbedeutend mit der Regenzeit in Indochina unternimmt Aaptosyax grypus gefolgt von Arten wie Probarbus ssp. und anderen kleineren Karpfenarten weite Wanderungen stromaufwärts. Es handelt sich einerseits um eine Laichwanderung andererseits um eine Verfolgung der Beutefische. Die Laichwanderzüge im Gebiet vom kambodschanischen O Krieng bis nach Klong Kaem im thailändischen Ubon Ratchathani wurden aufgezeichnet. Das eigentliche Ablaichen erfolgt zur Trockenzeit im Monat April in tiefen sauerstoffreichen Pools unterhalb von Stromschnellen.
Aaptosyax grypus diente als Speisefisch und Sportfisch. Berufsfischer berichten, dass der Aaptosyax grypus mittlerweile zu einer extrem seltenen Fischart geworden ist. Im Mekong an der thailändisch-laotischen Grenze, im Mündungsgebiet des Mun und Songkhram Flusses, gab es lange Zeit große Populationen des Giant Salmon Carp, die jetzt dramatisch abnimmt. Dies ist auf den Bau von Staudämmen und dem exzessiven Gebrauch von Kiemennetzen zurückzuführen, für die ein schneller Raubfisch wie Aaptosyax grypus sehr anfällig ist.

Cyprinella alvarezdelvillari
Cyprinella alvarezdelvillari ist im Einzugsgebiet des Río Nazas in Mexiko endemisch.
Cyprinella alvarezdelvillari erreicht eine maximale Standardlänge von 43,8 mm. Gewöhnlich werden Standardlängen von weniger als 36 mm erreicht, wobei die Männchen mit einer Länge von 25 mm kleiner sind als die Weibchen. Der Augendurchmesser ist größer als die Schnauzenlänge. Männchen sind während der Fortpflanzungszeit am größten Teil des Körpers und an den Flossen mit Warzen bedeckt (Laichausschlag), insbesondere am Kinn, in der Mitte der Rückseite der Brustflosse sowie an der obersten Schuppenreihe des Schwanzstiels. An den Lippen befinden sich kleine Stacheln. Das Maul ist schräg. Das Pflugscharbein ist kurz. Der Körper, einschließlich des Bauches, ist dunkel und besitzt große, spärliche Pigmentzellen, die vor allem bei den ausgewachsenen Männchen deutlich hervortreten. Die Unterseite der geschlechtsreifen Männchen ist rötlich bronzefarben. Die Wangen und der Bereich des Kiemendeckels sind leuchtender. Die Anal- und paarigen Flossen haben weiße Ränder. An der Körpermitte der Weibchen befindet sich ein dunkles Querband, das so breit wie das Auge oder breiter ist.
Cyprinella alvarezdelvillari kommt im Ojo La Concha und seiner Mündung sowie 8 km stromabwärts im Quellgebiet des Arroyo del Pehón de Covadonga im Einzugsgebiet des Río Nazas im mexikanischen Bundesstaat Durango vor.
Cyprinella alvarezdelvillari bewohnt offene, fließende Bäche. Im Allgemeinen vermeidet die Art Betten mit Wasserpflanzen, Teiche und schlammige Gründe. Häufig kann man größere Konzentrationen unterhalb niedriger Wasserfälle beobachten, wo die Gründe aus Kies und Geröll bestehen. Vorherrschende Wasserpflanzengattungen im Lebensraum von Cyprinella alvarezdelvillari sind Polygonum, Bacopa, Eleocharis und Najas. Weiterhin findet man zahlreiche Algen in den Gewässern.
Über seine Lebensweise ist kaum etwas bekannt. Sein Lebensraum wird von Warmwasserquellen gespeist, wo Temperaturen von 32 °C und mehr herrschen. Am häufigsten ist die Art in Gewässern zu beobachten, die wärmer als 29 °C sind, während sie in Gewässern, die kälter als 25 °C sind, nicht vorkommt.

Riesenbarbe
Die Riesenbarbe erreicht eine Länge von zwei bis drei Metern und ein Gewicht von 150 bis 300 Kilogramm. Die größte mit der Angel gefangene Riesenbarbe wog über 120 Kilogramm, war über 150 Zentimeter lang und wurde im Jahr 2007 im kommerziellen Angelsee Bung Sam Lan Lake in Thailand gefangen. Der gesamte Körper mit Ausnahme des Kopfs und der Flossen ist mit großen Schuppen bedeckt, die oberhalb der Seitenlinie grau und darunter silbrig sind. Die Weibchen sind allgemein größer als die Männchen und weisen während der Laichzeit einen stärker gewölbten Bauch auf. Der Kopf ist auffällig groß und kann bis zu 40 % der Gesamtlänge ausmachen. Das Maul trägt keine Barteln, die Rückenflosse keinen Hartstrahl. Der erste Kiemenbogen trägt eine Kiemenreuse aus 90 bis 110 langen Strahlen. Die Riesenbarbe ähnelt stark der Art Catla catla, von der sie sich allerdings durch das Verbreitungsgebiet, die Zahl der Flossenstrahlen der Rückenflosse und der Position der Schlundzähne unterscheidet. Zudem weist die Riesenbarbe einen Chromosomensatz mit annähernd doppelt so vielen Chromosomen auf (2n=98), der wahrscheinlich auf eine Tetraploidisierung nach der Trennung der beiden Arten zurückgeht.
Die Riesenbarbe kommt in den Flusssystemen des Mekong, Chao Phraya und Mae Klong in Kambodscha, Thailand, Laos und Vietnam vor. Erwachsene Tiere bevorzugen tiefe Regionen der Hauptströme, wandern während der Regenzeit aber auch in Überflutete Wälder ein. Die Jungtiere besiedeln vorwiegend Sumpfgebiete und kleinere Zuflüsse.
Riesenbarben ernähren sich vorwiegend von Algen, Phytoplankton und den Früchten überschwemmter Pflanzen, fressen aber gelegentlich auch Fische und Krustentiere. Die Tiere werden mit etwa sieben Jahren und neun Kilogramm Gewicht geschlechtsreif. Die Laichzeit liegt im Juli und August, die Laichgründe sind noch weitgehend unbekannt. Die Eier sind hellgelb bis dunkelbraun und schwellen durch Wasseraufnahme nach der Ablage von etwa einem Millimeter auf drei Millimeter Durchmesser an. Etwa 11 bis 13 Stunden nach der Befruchtung schlüpfen die etwa 6 Millimeter langen Larven. Innerhalb von acht Monaten wachsen die Tiere zu einem Gewicht von zwei bis vier Kilogramm heran.

Hypselobarbus thomassi
Hypselobarbus thomassi ist in Indien endemisch.
Ihr ursprüngliches Vorkommen beschränkte sich auf die indischen Bundesstaaten Karnataka und Kerala. Sie bewohnt große Flüsse und Ströme wie den Netravati und Periyar Fluss unterhalb der Westghats. Ihr Vorkommen ist auf einen Raum von 11.675 km² beschränkt. 2004 wurde bei einer ausgedehnten Suche in dieser Region nur noch ein Exemplar gefangen.
Aufgrund ihres ähnlichen Aussehens kann H. thomassi leicht mit dem Mahseer verwechselt werden. Der Körper des Fisches hat eine silbrige Grundfärbung mit orangen Tönen, die Flossen haben bläuliche bis schwarze Farbtöne. Sie erreicht eine maximale Länge von einem Meter. Das bislang größte Exemplar von Hypselobarbus thomassi mit einem Gewicht von 30 Kilogramm wurde in einem Gewässer in den Westghats gefangen.
Über die Lebensweise von Hypselobarbus thomassi ist nichts Näheres bekannt.

Siamesischer Zwergbärbling
Der Siamesische Zwergbärbling ist ein kleiner Karpfenfisch aus dem Stromgebiet des Mae Klong und des Chao Phraya in Thailand.
Der Süßwasserfisch erreicht lediglich eine Körperlänge von drei Zentimeter, das Männchen bleibt noch kleiner. Der Körper ist gestreckt, seitlich abgeflacht und im Unterschied zu den anderen Trigonostigma-Arten nicht hochrückig. Die Körperfärbung ist gelblich bis hell bräunlich, die Rückenseite zeigt eine Netzzeichnung. Entlang der Körperseiten ziehen sich zwei Längsbänder. Der obere glänzt golden und beginnt hinter dem Kiemendeckel, während der untere unterhalb des Rückenflossenursprungs beginnt, sich bis zur Schwanzflossenwurzel erstreckt und dunkel bis schwarz ist. Eine weitere dunkle Längsbinde bildet oberhalb der Afterflosse ein schwarzes Dreieck. Die Flossen sind transparent und haben eine zart bräunliche bis gelbliche Tönung. Eine Seitenlinie fehlt.
Der Siamesische Zwergbärbling laicht, ähnlich wie der verwandte Keilfleckbärbling, unterhalb eines Pflanzenblatts. Das Gelege ist klein und umfasst nur etwa 70 Eier.

Die Rote Liste der IUCN

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