Vom Aussterben bedroht – Schuppenkriechtiere

Familie: Dactyloidae

Roosevelts Anolis
Der Roosevelts Anolis ist extrem selten oder vermutlich ausgestorben
Der Roosevelts Anolis wurde erstmals 1931 vom amerikanischen Zoologen Chapman Grant, dem Enkel des ehemaligen US-Präsidenten Ulysses S. Grant, beschrieben. Benannt wurde er zu Ehren von Theodore Roosevelt. Er ist endemisch auf Culebra, einer Insel, die zu Puerto Rico gehört. Hier lebt er in bewaldeten Zonen auf den Hängen des Monte Resaca.
Er wird bis 160 mm lang. Die Grundfärbung ist bräunlich-grau, die zum Schwanz hin gelblichbraun wird. An der Bauchunterseite ist er weißlich. Der Kehllappen ist an der Oberseite grau und an der Unterseite gelblich. Die Augenlider sind gelb. Ein weiteres Kennzeichen sind zwei langgezogene Linien auf beiden Seiten des Körpers, von denen die eine am Ohr und die andere an der Schulter beginnt.
Obwohl er seit seiner Entdeckung nur noch einmal im Jahre 1932 gesehen wurde, gibt es seit 1973 immer wieder unbestätigte Sichtungen und einige Fachleute glauben, dass er noch heute existiert. Er hält sich bevorzugt auf Balsambäumen (Gumbo-Limbo) und auf Fächerpalmen auf, von deren Früchten er sich ernährt. Aufgrund menschlicher Aktivität durch den Bau von Siedlungen ist sein Lebensraum stark zerstört worden. Nur wenige Exemplare des Roosevelts Anolis sind in Museen zu finden und seit 1977 steht er auf der Liste der gefährdeten Tierarten der Vereinigten Staaten.

Familie: Leguane

Wirtelschwanzleguane
Die Wirtelschwanzleguane (Gattung Cyclura) leben endemisch auf verschiedenen Inseln der nördlichen Antillen (Bahamas, Kuba, Jamaika, Hispaniola, Cayman-Inseln, Turks- und Caicosinseln, Navassa, Anegada). Eine ehemals auf Puerto Rico vorkommende Art ist ausgestorben. Die Vertreter dieser Gattung bewohnen felsige Gegenden, Steppen und lichte Wälder. Ausgewachsene Männchen sind revierbildend und verteidigen vor allem nahrungsreiche Lebensräume. Der Bestand aller Arten von Wirtelschwanzleguanen gilt als gefährdet oder stark gefährdet. Von einigen gibt es nur noch etwa 100 bis 300 Exemplare.

Blauer Leguan
Der Blaue Leguan, auch Grand-Cayman-Leguan genannt, ist endemisch auf der Insel Grand Cayman, der größten der drei Kaimaninseln. Mit einer Population von weniger als 25 freilebenden Tieren gehörte der Leguan vor Beginn des Zuchterhaltungsprogramms zu den seltensten Tieren der Welt. Seit 1990 gibt es internationale Rettungsbemühungen zur Erhaltung der Leguane. Inzwischen wurden ab 2004 insgesamt 219 in Gefangenschaft gezüchtete Leguane im Salinas Naturreservat auf den Kaimaninseln freigelassen.
Die Art erhielt ihren Namen wegen ihrer Haut, die sich mit zunehmendem Alter von Grau zu Bläulich verfärbt. Die Männchen haben eine dunkelgraue bis türkis-blaue Hautfarbe. Bei den weiblichen Tieren variiert die Farbe der Haut von Olivgrün bis Blassblau. Die Augen haben eine goldene Iris und eine rote Lederhaut. Die Leguane erreichen eine Kopfrumpflänge von 51 bis 76 cm und ein Gewicht von bis zu 14 Kilogramm. Die Körperlänge kann bis zu 150 cm betragen, davon fällt die Hälfte auf den Schwanz. Die Männchen sind rund ein Drittel größer als die Weibchen. Der Kamm kleiner Dornen auf dem Rücken der Tiere reicht vom Hals bis zur Schwanzspitze.
Die Art ernährt sich in erster Linie herbivor, also pflanzenfressend. Die Tiere verzehren Blätter, Blüten und Früchte von über 45 Pflanzenarten. Selten werden auch Insekten, Krebse, Schnecken und Pilze verspeist. Die Lebenserwartung in freier Wildbahn ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass die Tiere mehrere Jahrzehnte leben. Ein in Gefangenschaft lebender Leguan verstarb im Jahr 2004 in Texas im geschätzten Alter von 69 Jahren.
Die Paarung dauert in der Regel 30 bis 90 Sekunden. Rund sechs Wochen nach der Paarung legen die Weibchen in den Monaten Juni oder Juli zwischen 1 und 21 Eier in ihr Nest. Bei einer konstanten Temperatur von 32 °C benötigen die Embryos zirka 70 Tage bis zum Schlupf. Die Jungen erreichen im Alter von etwa zwei Jahren die Geschlechtsreife.
Der Rückgang der Art begann mit Ankunft des Menschen auf den Kaimaninseln. Die ersten Siedler schon genossen das Fleisch der Leguane. Hinzu kam, dass die mitgebrachten Schweine, Katzen und Hunde die Echsen von der Küstenregion ins Landesinnere verdrängten. Die Reptilien kannten Hunde und Katzen nicht als natürliche Feinde, deshalb endete die erste Begegnung mit diesen Tieren häufig verhängnisvoll für die Leguane. Weiterhin führten Landwirtschaft, Straßen- und Siedlungsbau zur Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums.

Jamaika-Leguan
Der Jamaika-Leguan ist die kleinste Art der Wirtelschwanzleguane. Er erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 38 bis 43 Zentimeter. Nur selten treten auch etwas größere Exemplare auf. Zur Körperlänge addiert sich die Schwanzlänge von etwa 48 bis 58 Zentimeter. Der stämmige und muskulöse Körper weist eine graue bis olivgraue oder graubraune, zuweilen auch rötlichbraune Färbung auf. Die Bauchseite ist deutlich heller, meist gräulich gefärbt. Jungtiere sind eher grünlich gefärbt. Auf dem Rücken ist ein kleiner Kamm mit gezackten Schuppen gut erkennbar. Dieser Kamm ist bei adulten Tieren besonders ausgeprägt und setzt sich auch auf dem Schwanz fort. Auf dem Oberkopf sind vor allem bei älteren Männchen zwei gut entwickelte Wülste zu erkennen. Unter der Haut bestehen diese Wülste aus Fett und Bindegewebe. Männchen zeichnen sich zudem durch stark ausgeprägte Backenwülste aus. Ältere Tiere verfügen im Kehlbereich über große Hautlappen. Die Extremitäten sind sehr robust gebaut und enden in mächtigen Krallen, die vorzüglich zum Graben von Erdbauten geeignet sind.
Die letzten Jamaika-Leguane leben heute nur noch in einem kleinen Bereich der westlichen und unzugänglichen Abschnitten der Hellshire Berge auf Jamaika. Ursprünglich erstreckte sich ihre Verbreitungsgebiet über ganz Jamaika und einigen umliegenden Inseln. Aride und halbaride offene bis halboffene Habitate gehören in den Hellshire Hills zu den natürlichen Lebensräumen. Buschland wird dabei eindeutig bevorzugt. Eher selten trifft man die Tiere auch in lichten Wäldern an. In sandigem Boden graben sie große Höhlen, in denen sie ruhen und die Weibchen ihre Eier legen. In den zum Teil schroffen Kalksteinfelsen der Hellshire Hills sind sandige Plätze jedoch sehr rar und werden von den Weibchen über viele Jahre immer wieder genutzt.
Adulte Jamaika-Leguane fressen überwiegend pflanzliche Nahrung. Nur gelegentlich bessern sie ihren Speiseplan mit kleinen Wirbeltieren oder wirbellosen Tieren. Jungtiere fressen überwiegend Insekten, deren Larven und kleine wirbellose Tiere. Zur pflanzlichen Nahrung zählen Blätter, Blüten, Sämereien und Früchte.
Die Geschlechtsreife erreicht der Jamaika-Leguan in freier Natur mit etwa drei bis vier Jahren. Die Paarungszeit beginnt im zeitigen Frühjahr. Nach rund zweimonatiger Trächtigkeit legt das Weibchen in einer selbst gegrabenen Höhle etwa 16 bis 20 recht große Eier. Sandige Habitate werden als Eiablageplatz bevorzugt. Das Gelege wird vom Weibchen während der Inkubationszeit geschützt. Nach dem Schlupf erlischt jedoch die Brutpflege. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa 85 bis 90 Tagen. Die Inkubationszeit ist im wesentlichen von der Außentemperatur abhängig. Die Schlüpflinge weisen eine Geburtslänge von etwa 25 Zentimeter und wiegen 35 bis 40 Gramm. Die Lebenserwartung der Jamaika-Leguane ist nicht bekannt.
Lange Zeit galt die Art als bereits ausgestorben. Im Jahre 1990 wurde eine kleine Population von kaum 100 Tieren wiederentdeckt. Die letzten Tiere leben heute in den westlichen Abschnitten der Hellshire Berge auf Jamaika. Hauptursache für die starke Gefährdung ist der Verlust des natürlichen Lebensraumes. Wälder werden für die Produktion von Holzkohle weitflächig abgeholzt und so vernichtet. Damit gehen den Jamaika-Leguanen vor allem die wichtigen Fortpflanzungsplätze verloren. Auch die Bejagung wegen des Fleisches und der Fang für den illegalen Tierhandel und wegen des Fleisches haben zu dieser Situation beigetragen. Jungtiere und Schlüpflinge fallen zudem Katzen und anderen Räubern zum Opfer. Der Hauptfleischfresser ist jedoch der Kleine Mungo, der im 20. Jahrhundert auf Jamaika eingeführt wurde.

Turks-und-Caicos-Leguan
Die männlichen Tiere des Turks-und-Caicos-Leguan haben eine Körperlänge (einschließlich Schwanz) von 60 bis 75 Zentimeter. Die kleineren Weibchen erreichen eine Länge von rund 50 Zentimetern. Das Gewicht der Tiere liegt zwischen 1 und 1,5 Kilogramm. Die Männchen unterscheiden sich durch ihren Nackenkamm von den Weibchen.
Turks-und-Caicos-Leguane leben auf den Turks- und Caicosinseln.
Die Tiere fressen Früchte, Blätter, Blüten, Gemüse und Insekten.
Die Paarungszeit der Leguane ist im Mai. Das Weibchen legt zwei bis neun Eier. Nach rund drei Wochen schlüpfen die Jungen. Sie erreichen ihre Geschlechtsreife nach rund sieben Jahren.

Familie: Chamäleons

Tarzanchamäleon
Das Tarzanchamäleon ist ein auf Madagaskar endemisches Chamäleon aus der Anosibe An’Ala-Region und wurde erst 2010 beschrieben.
Das Tarzanchamäleon ist ein mittelgroßes, primär grün gefärbtes Chamäleon, das eine Kopf-Rumpf-Länge von 61 bis 72 Millimeter und eine Gesamtlänge von 119 bis 150 Millimeter erreicht. Es gehört zur C. furcifer-Artengruppe, unterscheidet sich von anderen Chamäleons dieser Gruppe aber in einigen Merkmalen. Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal ist die schaufelförmige Schnauzenspitze, die bei Männchen deutlicher ausgeprägt ist als bei Weibchen. Ebenso eine Besonderheit dieser Art innerhalb der näheren Verwandtschaft ist die braune Färbung auf Kopf und Nacken, die sich aber nur bei Männchen, nicht bei Weibchen findet. Bei beiden Geschlechtern ist weder ein Rücken- noch ein Bauchkamm ausgeprägt. Bei Stress weisen Tarzanchamäleons deutliche gelbe Streifen auf, bisweilen können die Tiere fast komplett gelb werden.
Der Holotyp des Tarzanchamäleons stammt aus einem Waldfragment bei Tarzanville. Alle Fundorte sind Waldfragmente in der Anosibe An’Ala Region (Provinz Moramanga) im Osten Madagaskars, etwa 800 bis 900 Meter über dem Meeresspiegel. Dort ist diese Art relativ häufig. Die Schlafplätze der Adulten finden sich 1 bis 4 Meter über dem Waldboden, die Schlafplätze der Jungtiere liegen mit 1 bis 2 Meter über dem Waldboden etwas tiefer.
Das Artepitheth ist der fiktiven Romanfigur Tarzan gewidmet. Dies geschah in der Hoffnung, dass dieser berühmte Name zum Bekanntheitsgrad dieser Art und den damit verbundenen Schutzbestrebungen beiträgt.

Familie: Echte Eidechsen

Martinez-Rica-Gebirgseidechse
Die Körperlänge ausgewachsenen Männchen beträgt maximal 70mm, der Schwanz wird etwa doppelt so lang. Weibchen bleiben etwas kleiner, haben einen schmaleren Kopf und sind deutlich schlanker gebaut. Ihre Grundfarbe ist braun bis graubraun in allen möglichen Schattierungen. Das Muster der Männchen besteht aus einem Mosaik dunkler Flecke auf hellerem Grund. Die Flanken sind Grun, der Rücken wie bei den Weibchen braun.
Nach einer Winterruhe von Ende September bis Ende April pflanzen sich die Tiere im Hochsommer (Juni/Juli) fort. Die Art ist ovipar, jedoch liegen über Anzahl der Eier und Inkubationszeit keine detaillierten Angaben vor.
Die Martinez-Rica-Gebirgseidechse ernährt sich von Insekten, Spinnentiere und anderen Gliedertiere.
Die Art bewohnt vegetationsfreie Flächen wie Fels und Geröllhänge in Höhenlagen zwischen 840 und 1730m.
Die Martinez-Rica-Gebirgseidechse ist endemisch, im westlichen Zentralspanien. Sie kommt nur im Gebirgsstock „Sierra de Francia“ in der Provinz Salamanca vor.

Familie: Geckos

Himmelblauer Zwergtaggecko
Lygodactylus williamsi – als deutsche Bezeichnung wird Himmelblauer Zwergtaggecko verwendet – ist mit sechs bis zehn Zentimetern relativ klein. Die Männchen entfalten unter entsprechenden Bedingungen ein intensives Blau mit individuenabhängig schwankendem Grünanteil. Der Bauch des Männchens kann orange gefärbt sein. Das Weibchen ist unscheinbar braun bis oliv. Beide Geschlechter besitzen eine schwarze, gestreifte Kopfzeichnung. Eine sichere Unterscheidung der Geschlechter kann allerdings nur anhand der Verdickungen der Schwanzwurzel vorgenommen werden, da sich über Kehlkopfzeichnung und Färbung allein keine eindeutige Aussage treffen lässt.
Lygodactylus williamsi lebt in Tansania und kommt endemisch im Naturreservat des Kimboza-Forest in einer Höhe von 350 Meter über Meer vor. Die Art bevorzugt ein halbfeuchtes bis trockenes Klima mit Tagestemperaturen von 25–32 Grad Celsius und Nachttemperaturen von 18–22 °C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 50-65 % tagsüber und 65–80 % nachts. Die Tiere sind Palmbewohner und leben ausschließlich auf Schraubenbäumen (Pandanus). Lygodactylus williamsi ist besonders sonnenhungrig. Der Gecko entfaltet seine Farbenpracht nur unter hellem Licht und bei einer gewissen Wärme.
Die Tiere leben sowohl an den Palmstämmen, als auch auf den Blättern des Schraubenbaums, wo sie sich zwischen den Stacheln schützen können. Das Balzverhalten des Männchens gleicht dem Imponiergehabe gegenüber Rivalen. Sie bilden Reviere, die vom Männchen peinlich genau überwacht werden. Beim Balzen wird der dunkle Kehlsack aufgeblasen, der Kopf ruckartig bewegt und der Rücken gebuckelt. Lygodactylus williamsi verhält sich gegenüber Artgenossen und Nachwuchses friedlich und scheint eine starke Paarbindung aufzuweisen. Nicht dominante Männchen werden unterdrückt und entfalten keine schöne Färbung. Normalerweise findet man in einem Revier ein Pärchen oder eine Gruppe aus einem Männchen, zwei Weibchen und vielleicht ein paar älteren Jungtieren. Die Tiere sind sehr aktiv und aufmerksam.
Die Eiablage erfolgt in Spalten der Baumrinde. Es werden immer zwei aneinanderklebende Eier abgelegt. Auch die Ablage von Einzeleiern wurde schon beobachtet.
Die Tiere jagen hauptsächlich kleine Insekten. Terrarientiere fressen auch Wachsmaden und Raupen, sie lecken auch gerne an Banane und Honig.
Die Erkenntnisse über diese Geckoart sind noch gering, allerdings finden sie immer mehr Verbreitung als Terrarientiere. Nachzuchten sind ebenfalls schon gelungen.

Familie: Vipern

Wagners Bergotter
Wagners Bergotter wurde 1984 lediglich durch ein einziges Exemplar bekannt. Es wurden dann aber weitere Tiere in der nordöstlichen Türkei gefunden, welche die Erstbeschreibung bestätigten.
Diese Vipernart wird etwa 50 bis 70 cm lang. Ihre nächste morphologische Verwandte ist die Kleinasiatische Bergotter (Vipera xanthina). Wagners Bergotter hat eine relativ breite Schnauze und senkrecht geschlitzte Pupillen.
Die Körper- und Kopfschuppen sind gekielt. Am Rücken befinden sich 23 Schuppenreihen um die Körpermitte. Die Schilder der Kopfoberseite sind vollständig in kleine Schuppen aufgeteilt, lediglich die Oberaugenschilder sind groß und flach. Zusätzlich existieren zwei Reihen von Unteraugenschildern und neun Oberlippenschilder.
Die Grundfärbung der Männchen ist grau, die der Weibchen bräunlich-beige. Männchen und Weibchen unterscheiden sich zudem dadurch, dass die männlichen Tiere scharf und klar umrissene Muster haben und kräftig gezeichnet sind. Weibchen sind wesentlich blasser. Über den gesamten Rücken zieht sich eine markante Zeichnung dunkler Flecken mit schwarzem Rand und bräunlicher Mitte. Diese Zeichnung geht auf dem Schwanz in eine Linie über. Vom Auge bis zum Mundwinkel zieht sich ein dunkles Schläfenband. Der Bauch ist hellgrau mit schwarzen Flecken.
Östliche Türkei nördlich des Vansees; außerdem Nordiran, in der Nähe des Urmia-Sees. Felsige Berghänge mit lockerer Bodenvegetation, oft in der Nähe von kleinen Bächen. Sie kommt bis in Höhen von 1200 bis 2000 Metern vor.
Überwiegend tagaktiv, besonders morgens früh und nachmittags aktiv, in der heißen Jahreszeit auch in der Dämmerung. Bei Bedrohung stößt sie ein lautes Zischen aus. Vipera wagneri hält mehrere Monate Winterruhe. Sie ernährt sich von Kleinsäugern, Eidechsen und Vögeln, wenn sie denn welche bekommt.
Sie ist lebendgebärend, das heißt die Jungschlangen schlüpfen bereits im Mutterleib aus der dünnen Eihaut. Die jungen Schlangen sind circa 15 cm lang.

Darevskis Kreuzotter
Darevskis Kreuzotter ist eine sehr kleine Art der Gattung und erreicht eine durchschnittliche Länge von etwa 26 bis 48 cm, wobei die Weibchen größer sind als die Männchen. Die Grundfarbe ist gelblich bis graugelb mit einer Rückenzeichnung aus einem breiten und recht einheitlichen Zickzackband. Die Körperseiten besitzen dunkle Flecken, die miteinander verschmelzen können. Melanistische Individuen sind nicht bekannt. Der Bauch ist dunkelgrau mit schwarzen Sprenkeln. Die Oberseite des Kopfes ist dunkel, im Nacken befinden sich zwei halbmondförmige Bandstreifen und über die Augen zieht sich ein dunkles Schläfenband.
Der Kopf ist schmal und etwas vom Rest des Körpers abgesetzt. Darevskis Kreuzotter hat die für Vipern typischen vertikal geschlitzten Pupillen. Auf der Kopfoberseite sind das Frontale, die Parietalia und die Überaugenschilde groß ausgebildet, können aber auch geteilt sein. Die übrigen Schilde sind in kleine Einzelschuppen aufgelöst. Das Überaugenschild bildet zum Hinterkopf eine scharfe Kante während die Schnauzenregion abgerundet ist. Das Nasenloch befindet sich im unteren Bereich der Nasale. Unterhalb der Augen befindet sich eine Reihe von Unteraugenschilden (Supraocularia), darunter liegen 9 bis 10 Oberlippenschilde (Supralabialia). Die Körperschuppen sind gekielt. Um die Körpermitte liegen meistens 19 bis 21 Schuppenreihen. Die Unterschwanzschilde (Subcaudalia) sind wie bei allen Arten der Gattung geteilt.
Die Westliche Kaukasusotter war nur vom Dshavachetskij-Bergmassiv im Grenzgebiet Armeniens zu Georgien bekannt. Erst 2005 wurde auch in der Provinz Artvin im Nordosten der Türkei Populationen entdeckt. Als Lebensraum bevorzugen die Tiere subalpine Bergwiesen und steinige Moränen in Höhenlagen zwischen 2.500 und 3.000 Metern.
Über die Lebensweise von Darevskis Kreuzotter liegen kaum Daten vor, darin ähnelt sie wahrscheinlich der Kaukasusotter. Sie ist entsprechend wahrscheinlich überwiegend tagaktiv und lebt eher versteckt. Die Winterruhe dauert bei dieser Art sechs bis sieben Monate. Sie ernährt sich wahrscheinlich vor allem von Kleinsäugern wie Mäusen und Ratten sowie von Eidechsen und jungen Vögeln, die sie durch einen Giftbiss tötet.
Die Schlange ist lebendgebärend (ovovivipar). Als vermutete Paarungszeit wird aufgrund der Hochlagen der April bis Mai angenommen.
Das Gift von Darevskis Kreuzotter ist wie das aller Vipera-Arten hämotoxisch, eine ärztliche Behandlung mit einem adäquaten Antivenin ist notwendig.
Die einzelnen Populationen der Art sind klein und verstreut. Der gesamte bekannte Verbreitungsraum ist vermutlich kleiner als 100 Quadratkilometer, wobei sich der tatsächliche Lebensraum auf weniger als 10 Quadratkilometer beschränkt und überweidet wird.

Die Rote Liste der IUCN

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