Portrait: Dallschaf

Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Antilopinae
Tribus: Ziegenartige (Caprini)
Gattung: Schafe (Ovis)
Art: Dallschaf (Ovis dalli)
Dallschaf (Zoo Leipzig)

Dallschaf (Zoo Leipzig)

Das Dallschaf oder Alaska-Schneeschaf ist eine Art der Schafe, die im nordwestlichen Nordamerika lebt. Es ist nahe mit dem ebenfalls in Nordamerika lebenden Dickhornschaf und dem sibirischen Schneeschaf verwandt. Es werden zwei Unterarten unterschieden, die hellere Nominatform Ovis dalli dalli und das dunklere Steinschaf, O. d. stonei. In der Literatur taucht gelegentlich noch die Unterart Ovis dalli kenaiensis auf. Sie lebt im Bereich der Halbinsel Kenai in Alaska. Gemeinhin wird diese Unterart aber als Nominalform Ovis dalli dalli angesehen.
Das Dallschaf erreicht eine Körperlänge von 130 bis 180 Zentimeter sowie ein Gewicht von 48 bis 110 Kilogramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Aber nicht nur in der Größe weisen die Geschlechter der Dallschafe einen Dimorphismus auf. Auch die Hörner unterscheiden sich grundlegend. Weibchen verfügen über kleine und schlank geformte Hörner. Die Hörner der Männchen sind deutlich größer und in einem weiten Bogen geschwungen. Bei einem ausgewachsenen Männchen können die massigen Hörner bis zu zehn Prozent des Körpergewichtes erreichen. Ausgewachsen sind die Tiere im Alter von gut fünf Jahren. Anhand der Ringe der Hörner kann auf das Alter eines Tieres geschlossen werden. Das Fell weist je nach Jahreszeit und Unterart eine abweichende Färbung auf. Das Fell besteht aus einer dichten Unterwolle, die die Tiere vor Kälte schützt und aus oben aufliegenden gröberen Schutzhaaren. Die Nominalform ist üblicherweise weißlich bis cremefarben gefärbt. Die in Kanada beheimatete Unterart Ovis dalli stonei ist überwiegend grau oder graubraun gefärbt. Ventral ist das Fell jedoch immer weiß gefärbt. Das gleiche gilt für die Innenseite der Beine und das Hinterteil. Der Schwanz und die Außenseiten der Extremitäten sind dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Zum Fellwechsel kommt es im Frühjahr bis Frühsommer.

Die Weibchen der Dallschafe leben mit ihren Lämmern und Jungtieren in geselligen Gruppen von teilweise über 20 Individuen. Die Gruppen sind ausgesprochen sozial, Streitigkeiten unter den Weibchen ist im Grunde nicht zu beobachten. Ist ein Weibchen auf Nahrungssuche, so passen andere erwachsene Tiere auf ihr Lamm auf. Es geht also ausgesprochen harmonisch in den Weibchengruppen zu. Geschlechtsreife Männchen leben in sogenannten Junggesellenherden, da sie mit Erreichen der Geschlechtsreife die Geburtsgruppe verlassen müssen. Geschlechtsreife Weibchen verbleiben in der Regel in ihrer Geburtsgruppe. Ältere Männchen leben nicht selten einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Während dieser Zeit kommt es unter den Böcken zu heftigem Kämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen einer Herde. Die Kämpfe sind zwar heftig, zu schweren Verletzungen kommt es in der Regel aber nicht. Die mächtigen Hörner federn die Kopfstöße ab. Nur selten drängt ein Konkurrent einen Rivalen über eine Klippe. In diesen Fällen kann es dann auch zu Todesfällen kommen. Zu Kämpfen kommt es aber auch außerhalb der Paarungszeit. In den Sommermonaten dienen die Kämpfe zur Herstellung einer Hierarchie innerhalb einer Junggesellengruppe.

Dallschaf (Zoo Plzen)

Dallschaf (Zoo Plzen)

Dallschafe leben in Alaska und dem westlichen Kanada. In Alaska bewohnen sie die Gebirgsregionen in den nördlichen, östlichen und südöstlichen Landesteilen. In Kanada kommen sie im Yukon-Territorium, im Westen der Nordwest-Territorien sowie im nördlichen British Columbia vor. Das Steinschaf lebt im Süden des Yukon-Territoriums und in Teilen British-Columbias, die Nominatform in den übrigen Teilen des Verbreitungsgebietes.
Dallschafe sind vorrangig Gebirgsbewohner, die felsige Graslandschaften bevorzugen. Die meisten Populationen wandern im Winter in tiefergelegene Gebiete ab.

Das Dallschaf ist zwar noch nicht in seiner Art bedroht, jedoch sind die Bestände seit vielen Jahren rückläufig. Vor allem unter den Jungtieren herrscht mit teilweise über 50 Prozent eine hohe Sterblichkeit. Dieses alleine würde die Art aber nicht in Gefahr bringen, da dies in der Regel in den hochalpinen Lebensräumen so üblich ist. Jedoch wirken sich die Eingriffe des Menschen deutlich gravierender auf die Populationen aus. Allen voran sind unter anderem der Bergbau, der Straßenbau und die starke Belästigung durch den Fluglärm zu nennen. Die Vernichtung und Urbanisierung der natürlichen Lebensräume schreiten ebenfalls in großen Schritten voran. Nur noch wenige hochalpine Regionen sind heute unberührt. Ein weiterer Gefährdungspunkt ist die unkontrollierte Bejagung durch Wilderer und sogenannte Jäger. Trotz der Jagdbeschränkung geht die illegale Jagd auf Dallschafe weiter. Am stärksten ist das Steinschaf in British-Columbia gefährdet.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen