Vom Aussterben bedroht – Kloakentiere und Beuteltiere

Ordnung: Kloakentiere
Familie: Ameisenigel

Langschnabeligel
Die Langschnabeligel, auch Langschnabel-Ameisenigel, sind eine Gattung eierlegender Säugetiere. Früher ging man von mehreren Arten aus, später fasste man alle zu einer Art, dem Langschnabeligel (Zaglossus bruijni) zusammen. Heute geht man meist von drei rezenten Arten aus.
Langschnabeligel erreichen eine Kopfrumpflänge von 45 bis 77 Zentimeter und ein Gewicht von 5 bis 16 Kilogramm. Die Schulterhöhe beträgt 40 cm. Teilweise sind die vierte und fünfte Kralle an Vorder- und Hinterfüßen zurückgebildet. Im Gegensatz zum Kurzschnabeligel sind ihre Stacheln kürzer, spärlicher vorhanden und teilweise im Fell verborgen. Zudem sind Langschnabeligel hochbeiniger. Auch ist die röhrenförmige Schnauze länger und deutlich nach unten gebogen; sie verfügt über einen exzellent ausgebildeten Geruchssinn. Die Ohrmuscheln sind klein. Das Fell ist braun oder schwarz.
Langschnabeligel sind auf Neuguinea endemisch, wo sie vor allem Waldgebiete bewohnen, aber auch in Hochgebirgslagen bis 4000 Meter Seehöhe vorkommen können. Diese Tiere sind dämmerungs- oder nachtaktiv und leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch. Ihre Nahrung besteht in erster Linie aus Regenwürmern, die sie mit ihrer langen, klebrigen Zunge aufnehmen, wobei ihnen kleine Widerhaken an der Zunge helfen. Etwa einen Monat nach der Paarung wird ein 17 mm großes Ei in den Brutbeutel gelegt. Circa eine Woche später schlüpft das Jungtier und bleibt ungefähr zehn Tage im Beutel. Nach weiteren zehn Tagen verlässt das Junge den Beutel und befindet sich die nächsten Wochen über in einem Nest; die Mutter sorgt während dieser Zeit weiterhin für ihren Nachwuchs. Das höchste je erreichte Alter eines Langschnabeligels in Gefangenschaft betrug 31 Jahre, für die freie Wildbahn liegen keine Zahlen vor.
Durch Waldrodungen wird ihr Lebensraum immer weiter eingeschränkt. Hinzu kommt, dass das Fleisch der Langschnabeligel als Delikatesse gilt. Speziell trainierte Hunde jagen die Tiere und bringen sie zur Strecke.

Barton-Langschnabeligel
Der Barton-Langschnabeligel wird hauptsächlich auf Papua-Neuguinea in Höhen zwischen 2000 und 3000 m gefunden.
Er unterscheidet sich von den anderen Arten dieser Gattung durch die Anzahl der Klauen an Vorder- und Hinterpfoten; er hat je fünf Klauen an den Vorder- und je vier Klauen an den Hinterpfoten. Das Gewicht variiert zwischen 5 und 10 kg, die Körperlänge zwischen 60 und 100 cm. Der Barton-Langschnabeligel besitzt keinen Schwanz und hat dichtes, schwarzes Fell. Diese Art ist die größte aller Kloakentiere. Zur Verteidigung rollt sie sich zu einer stachligen Kugel zusammen.

Westlicher Langschnabeligel
Der Westliche Langschnabeligel lebt auf Neuguinea in Höhen zwischen 1300 und 4000 m, in den südlichen Tieflanden und an der Nordküste Neuguineas kommt diese Art nicht vor. Die bevorzugten Lebensräume dieser Art sind alpine Wiesen und feuchte Bergwälder. Im Gegensatz zum Kurzschnabeligel frisst diese Art Erdwürmer. Der Westliche Langschnabeligel erreicht ein Gewicht von bis zu 16,5 kg. Die Schnauze ist länger als die eines Kurzschnabeligels und ist nach unten gebogen, die Dornen sind von dem langen Fell nicht zu unterscheiden. Er lässt sich von den anderen Arten durch die Anzahl der Klauen an Vorder- und Hinterpfoten unterscheiden; er hat je drei (selten vier) Klauen an jeder Pfote.
Die Anzahl der Westlichen Langschnabeligel hat aufgrund von Lebensraumzerstörung und Jagd durch den Menschen stark abgenommen. Der Westliche Langschnabeligel ist eine Delikatesse und obwohl die Jagd auf diese Art durch die Regierungen Indonesiens und Papua-Neuguineas verboten wurde, ist die traditionelle Jagd immer noch erlaubt.

Attenborough-Langschnabeligel
Der Attenborough-Langschnabeligel ist zu Ehren des Tierfilmers David Attenboroughs benannt. Diese Art lebt in den Zyklopenbergen in West-Papua (Irian Jaya) in der Nähe der Städte Sentani und Jayapura.
Diese Art ist nur durch ein einziges Exemplar bekannt, das während der niederländischen Kolonialzeit etwa im Jahre 1961 gefunden wurde. Abgesehen von diesem Exemplar wurde seitdem kein weiteres gefunden.
Der Attenborough-Langschnabeligel ist die kleinste Art der Gattung Langschnabeligel und ähnelt der Größe nach eher dem Kurzschnabeligel als anderen Arten seiner Gattung. Diese Art hat je fünf Klauen an Vorder- und Hinterpfoten und ein dichtes, schwarzes Fell.
Zu seinem Verhalten ist wenig bekannt. Es wird vermutet, dass er sich tagsüber in seinen flachen Bau zurückzieht und in der Nacht mit seinem langen Schnabel in der Erde nach Würmern sucht.
Die anhaltenden menschlich bedingten Zerstörungen des Lebensraums – der Wälder der Zyklopenberge – führten dazu, dass die Population für stark gefährdet oder gar ausgerottet gehalten wurde. Es ist jedoch möglich, dass Tiere dieser Art immer noch dort oder in benachbarten Gebirgen existieren. Am 15. Juli 2007 berichteten Forscher des EDGE-Programms, die die Zyklopenberge von Papua untersuchten, dass Höhlen und Spuren gesehen wurden, die möglicherweise zu Attenborough-Langschnabeligeln gehörten. Zudem ergab die Kommunikation mit Einheimischen, dass diese Art wahrscheinlich noch im Jahr 2005 gesichtet wurde.

Ordnung: Diprotodontia
Familie: Kängurus

Baumkängurus
Baumkängurus sind die größten baumbewohnenden Beuteltiere und haben außer Riesenschlangen und dem Dingo wenige natürliche Feinde. Die Abholzung der Regenwälder ist ihre größte Gefährdung. Daneben werden sie auch wegen ihres Fells und Fleisches gejagt.
Goodfellow-Baumkänguru, Matschie-Baumkänguru und Schwarzes Baumkänguru sind bedroht.

Dingiso
Das Dingiso, auch als Schwarzweißes Baumkänguru bezeichnet, ist eine sehr seltene Baumkänguruart, die im Sudirman-Bergland in West-Neuguinea endemisch istunde erst 1994 unterhalb der Grasberg-Mine bei der Minenstadt Tembagapura entdeckt und 1995 von Tim Flannery beschrieben wurde.
Das Dingiso erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 66 bis 67 cm, eine Schwanzlänge von 41 bis 52 cm, eine Hinterfußlänge von 10,8 bis 11 cm und eine Ohrenlänge von 4,6 bis 5,2 cm. Das Gewicht beträgt 6,5 bis 14,5 Kilogramm. Die Fellfarbe ist überwiegend schwarz. Kehle und Bauch sind weiß. Auf beiden Seiten der Schnauze befinden sich weiße Streifen und in der Mitte der Stirn ist ein sternförmiges weißes Muster zu erkennen. Das Fell ist sehr dicht und lang.
Das Verbreitungsgebiet des Dingisos umfasst vermutlich eine Fläche von 4000 km². Ein Teil davon liegt im Lorentz-Nationalpark. Der Lebensraum sind Bergwälder und Gestrüpp-Bereiche in der subalpinen Zone in Höhenlagen zwischen 2700 und 3500 Metern.
Über die Lebensweise ist nur wenig bekannt. Dingisos sind sehr zutraulich. Mitglieder des Moni-Stammes berichteten von Dingisos, die eine Pfote hoch hielten und dabei Pfeiflaute ausstießen. Wie bei anderen Baumkängurus besteht die Hauptnahrung aus Blättern und Früchten.
Im westlichen Teil des Verbreitungsgebietes ist das Dingiso aufgrund einer Tradition der Einheimischen geschützt. In anderen Gegenden wird es jedoch für den Nahrungserwerb gejagt. Weitere Gefährdungen stellen die steigenden Bevölkerungszahlen in der Region, Lebensraumzerstörung sowie der Klimawandel dar.

Goldmantel-Baumkänguru
Das Fell des Goldmantel-Baumkängurus weist eine kastanienbraune Färbung auf und ist am Bauch heller. Der Nacken, die Schultern, die Wangen und die Füße weisen eine gelbliche Fellfärbung auf. Die Ohren sind weiß. Zwei gelbe Streifen verlaufen am Rücken. Der lange Schwanz ist hell geringelt. Die Gesichtshaut ist rosafarben. Wegen der starken Ähnlichkeit wird die Art von manchen Autoren als eine Unterart des Goodfellow-Baumkängurus geführt.
Das Goldmantel-Baumkänguru kommt endemisch in den Bergwäldern von Nordneuguinea vor. Das Hauptverbreitungsgebiet umfasst dabei die Torricelli Mountains und die Foja Mountains.
Das Goldmantel-Baumkänguru gilt als die gefährdetste Art der Baumkängurus. Es ist bereits in weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes ausgerottet.

Wondiwoi-Baumkänguru
Das Wondiwoi-Baumkänguru ist eine extrem seltene oder bereits ausgestorbene Baumkänguruart.
Das einzige bekannte Exemplar ist ein erwachsenes Männchen, das ein Gewicht von 9,25 kg aufweist. Der Rücken ist dunkelbraun, der Bauch goldfarben. Die Pelzhaare sind durch silbrig-gelbe Spitzen charakterisiert. Die dunklen schwarzen Ohren kontrastieren scharf mit dem übrigen Körper. Der Steiß und die Gliedmaßen sind rötlich. Der Schwanz ist nahezu weiß.
Das Wondiwoi-Baumkänguru ist oder war im Wondiwoi-Gebirge auf der Wandammen-Halbinsel in West-Neuguinea endemisch.
Obwohl das Wondiwoi-Gebirge wenig erforscht ist, sind Suchen zur Wiederentdeckung dieser Art bisher fehlgeschlagen.

Goodenough-Buschkänguru
Das Goodenough-Buschkänguru erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 550 bis 693 Millimetern, eine Schwanzlänge von 255 bis 423 Millimetern ein Gewicht von 3,9 bis 7,5 Kilogramm. Die Hinterfußlänge beträgt 96,8 bis 118 Millimeter und die Ohrenlänge 2,8 bis 3,5 Zentimeter. Das Fell des Goodenough-Buschkängurus ist am Rücken schwärzlich und am Bauch dunkelbraun. Der Schwanz ist an der Terminalhälfte unbehaart. Die Nase ist groß, breit und haarlos. Die Ohren sind klein und rundlich. Die Hinterfüße sind klein, während die Vorderfüße gut entwickelt und robust sind. Die Krallen sind sehr kräftig. Viele Individuen haben weiße Sohlen an den Vorderfüßen und eine weiße Schwanzspitze.
Das Goodenough-Buschkänguru ist auf der Goodenough-Insel vor der Küste von Papua-Neuguinea endemisch. Es bewohnt Eichen- und Scheinkastanien-Bergwälder in mittleren Höhenlagen zwischen 900 und 1600 m. Vermutlich kommt es auch in Scheinbuchen-Wäldern in Höhenlagen zwischen 1600 und 1800 Metern vor und unternimmt Wanderungen in gemischte Regenwälder unterhalb von 900 Metern. Dafür gibt es allerdings keine eindeutigen Belege.
Über die Lebensweise des Goodenough-Buschkängurus ist nur wenig bekannt. Es ist überwiegend nachtaktiv. Jedoch gibt es Berichte, dass es sich tagsüber in dichten Wäldern aufhält. Beobachtungen an einer Gruppe in menschlicher Obhut im Jahre 1989 zeigten eine dämmerungsaktive Lebensweise. Die Nahrung besteht aus Wurzeln, Blättern, Gräsern und Früchten. Während der Paarung beißt das Männchen das Weibchen in den Nacken. Die Weibchen bringen ein Junges zur Welt. Wenn das Goodenough-Buschkänguru sitzt oder sich langsam hüpfend bewegt, berührt nur das Schwanzende den Boden.
In der Vergangenheit wurde das Goodenough-Buschkänguru stark wegen seines Fleisches bejagt. Bei einem Besuch auf der Goodenough-Insel im Jahre 1995 stellte der australische Zoologe Tim Flannery fest, dass der Jagddruck nachgelassen hätte und die Art vor allem durch Brandrodung gefährdet sei.

Familie: Bilchbeutler

Bergbilchbeutler
Der Bergbilchbeutler ist eine Beutelsäugerart aus der Familie der Bilchbeutler. Die Art war lange Zeit nur durch Fossilienfunde bekannt und wurde für eine ausgestorbene Art gehalten, ehe 1966 erstmals lebende Tiere gefunden wurden.
Bergbilchbeutler sind kleine, mausähnliche Beuteltiere. Ihr dichtes Fell ist graubraun gefärbt, die Unterseite ist heller. Der lange Schwanz ist bis auf die Schwanzwurzel unbehaart und kann als Greifschwanz verwendet werden. Die Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 10 bis 13 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 13 bis 16 Zentimeter und ein Gewicht von 30 bis 60 Gramm.
Bergbilchbeutler leben in der Gebirgsregion im südöstlichen New South Wales und im östlichen Victoria, dort z.B. im Alpine-Nationalpark. Ihr Lebensraum sind buschbestandene Geröllfelder in 1500 bis 1800 Metern Seehöhe. Das Klima in ihrem kleinen Lebensraum ist kalt und niederschlagsreich, Schnee ist sehr häufig.
Dass Bergbilchbeutler solange unentdeckt bleiben konnten, liegt zum Teil an ihrer scheuen und ausschließlich nachtaktiven Lebensweise. Es sind soziale Tiere, die außerhalb der Paarungszeit oft in Gruppen zusammenleben. Das gegenseitige Wärmen, wenn mehrere Tiere zusammengedrängt in einer Felsspalte schlafen, dürfte in ihrem kalten Habitat überlebensnotwendig sein. Auch die gegenseitige Fellpflege ist beobachtet worden.
Während der Wintermonate fallen sie immer wieder in einen Torpor, eine Kältestarre, die bis zu 20 Tage dauern kann.
Bergbilchbeutler sind Allesfresser, deren Nahrung zum Teil saisonal bedingt ist. Während der wärmeren Monate ernähren sie sich vorwiegend von Insekten, vor allem von Bogong-Faltern, die jedes Jahr den Lebensraum dieser Tiere zum Brüten aufsuchen. Im Herbst und Winter nehmen sie vorwiegend Samen und Beeren zu sich, die sie zum Teil als Wintervorrat lagern. Bergbilchbeutler sind somit die einzigen Beuteltiere, bei denen das Anlegen eines Wintervorrats bekannt ist.
Weibliche Bergbilchbeutler haben einen gut entwickelten Beutel mit vier Zitzen. Das Paarungsverhalten und die Aufzucht der Jungen sind an die kurzen Sommer der südostaustralischen Berge angepasst. Nach einer kurzen, 13- bis 16-tägigen Tragzeit kommen im Frühling (Oktober oder November) bis zu acht Jungtiere zur Welt. Das bedeutet mehr Neugeborene als Zitzen, sodass nur die schnelleren, besser entwickelten Jungen eine lebensrettende Zitze im Beutel erreichen können, die anderen sterben. Die Jungtiere bleiben drei bis vier Wochen im Beutel und verbringen weitere vier bis fünf Wochen im Nest der Mutter. Während dieser Zeit vertreibt die Mutter alle anderen Tiere, insbesondere die Männchen, aus ihrem Nest und entwickelt ein Territorialverhalten. Mit rund zwei Monaten sind die Jungtiere entwöhnt und selbstständig und müssen die Mutter verlassen.
Ende des 19. Jahrhunderts und in den 1950er-Jahren wurden in Südostaustralien Fossilien gefunden, die als mit den schon bekannten Schlafbeutlern verwandte Tiere identifiziert wurden. Im August 1966 entdeckte man in einer Schihütte in Victoria eine unbekannte Beutelsäugerart, die schon bald als mit den beschriebenen Fossilfunden identisch erkannt wurde. In der Folge fand man viele weitere dieser Tiere und konnte auch ihr Verhalten studieren.
Problematisch ist, dass der Lebensraum der Bergbilchbeutler in einem Gebiet liegt, das seit den 1950er-Jahren intensiv für den Wintertourismus erschlossen wird. Schipisten zerschneiden ihre Habitate, die für die Ernährung notwendigen Bäume werden gefällt. Nach Auseinandersetzungen zwischen Tourismusbetreibern und Naturschützern kam es zu einer Reihe von Schutzmaßnahmen, darunter Untertunnelungen von Schipisten, die Errichtung von Schutzgebieten und die Nachzucht in menschlicher Obhut. Das Verbreitungsgebiet der Bergbilchbeutler umfasst nur rund 10 km2, Schätzungen zufolge leben nur mehr rund 2600 dieser Tiere.

Familie: Rattenkängurus

Potorous gilbertii

Potorous gilberti (John Gould)

Potorous gilberti (John Gould)

Potorous gilbertii zählt zu den bedrohtesten Beuteltierarten. Schätzungen zufolge leben nur mehr rund 50 Individuen dieser Art in einem kleinen Gebiet im südwestlichen Western Australia. Bevor man die kleine Population im Jahr 1994 entdeckte, gab es 80 Jahre lang keine Sichtungen dieser Art, weswegen sie schon als ausgestorben betrachtet wurde. Dennoch ist ihr Überleben fraglich.

Familie: Wombats

Nördlicher Haarnasenwombat
Der Nördliche Haarnasenwombat zählt zu den am stärksten bedrohten australischen Säugetieren.
Wie alle Wombats ist der Nördliche Haarnasenwombats durch den massiven, bärenähnlichen Körperbau gekennzeichnet. Der Schädel wirkt flachgedrückt, die Schnauze ist relativ breit und behaart. Die Ohren sind lang und zugespitzt. Ihr weiches, seidiges Fell ist graubraun gefärbt. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von bis zu 1 Meter, der kurze Schwanz wird 3 bis 6 Zentimeter lang, und ihr Gewicht beträgt 25 bis 40 Kilogramm.
Ursprünglich waren Nördliche Haarnasenwombats im östlichen und südöstlichen Queensland sowie in Teilen des östlichen New South Wales verbreitet. Um 1910 waren sie im größten Teil ihres Verbreitungsgebietes ausgerottet, sodass sie heute nur mehr in einem drei Quadratkilometer großen Gebiet im Epping Forest Nationalpark im mittleren Queensland vorkommen. Ihr Lebensraum sind halbtrockene, offene Waldgebiete oder Grasländer.
Diese Tiere sind Bodenbewohner, sie graben Baue unter der Erde. Diese Baue können zu einem komplexen Tunnelsystem zusammenwachsen, das manchmal mehrere Tiere gemeinsam benutzen. Trotzdem sind sie Einzelgänger, jedes Tier hat sein eigenes, rund 10 Hektar großes Nahrungsrevier. Nördliche Haarnasenwombats sind nachtaktiv. Während sie tagsüber in diesen Bauen schlafen, begeben sie sich in der Nacht auf Nahrungssuche. Diese besteht in erster Linie aus Gräsern.
Die Paarungszeit dieser Tiere liegt im Frühling oder Sommer, die Geburt fällt meist in die Monate November bis März. Meistens kommt ein einzelnes Jungtier zur Welt, das seine ersten sechs bis sieben Lebensmonate im nach hinten geöffneten Beutel der Mutter verbringt. Nach acht bis neun Monaten wird es entwöhnt und ist mit rund zwei Jahren geschlechtsreif. In drei Jahren kann das Weibchen zwei Junge zur Welt bringen.
Nördliche Haarnasenwombats zählen zu den seltensten und gefährdetsten australischen Säugetieren. Im Großteil ihres Verbreitungsgebietes sind sie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ausgestorben, lediglich in einer kleinen Region im mittleren Queensland konnten sie überleben. Dieses Gebiet wurde zwar 1971 in ein Naturschutzgebiet umgewandelt, jedoch durften Rinder weiterhin darin grasen. Durch diese Nahrungskonkurrenz fiel die Gesamtpopulation anfang der 1980er-Jahre auf 25 Tiere. Nachdem die Rinderpopulation eingedämmt wurde, hat sich die Population der Wombats leicht erhöht und liegt heute bei rund 115 Tieren. Die IUCN listet die Art als vom Aussterben bedroht („critically endangered“), weil ihr Verbreitungsgebiet nur rund drei Quadratkilometer umfasst und der Ausbruch einer Seuche oder eine schwere Dürre fatal für das Weiterbestehen der Art wären. Die Schutzmaßnahmen werden auch dadurch erschwert, dass sie sich nur schwer in menschlicher Gefangenschaft halten lassen und Zuchtprogramme nur selten gelingen.

Ordnung: Raubbeutlerartige
Familie: Raubbeutler

Sminthopsis aitkeni
Sminthopsis aitkeni ist das einzige Säugetier, das auf der Känguru-Insel endemisch ist. Es bewohnt Wald- und Heidegebiete.
Das Fell dieser Beutelmaus ist am Rücken dunkelgrau und am Bauch und im Gesicht hellgrau gefärbt. Sie erreicht eine Kopfrumpflänge von rund 86 Millimetern und eine Schwanzlänge von rund 100 Millimetern. Das Gewicht variiert zwischen 20 und 25 Gramm.
Über die Lebensweise ist nur wenig bekannt. Vermutlich ernährt sie sich von Insekten und anderen Kleintieren und pflanzt sich in der Trockenzeit zwischen September und Januar fort.

Die Rote Liste der IUCN

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