Portrait: Guinea-Pavian

Ordnung: Primaten (Primates)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus: Pavianartige (Papionini)
Gattung: Paviane (Papio)
Art: Guinea-Pavian (Papio papio)
Guineapavian (Tiergarten Nürnberg)

Guineapavian (Tiergarten Nürnberg)

Guinea-Paviane sind die kleinste Pavianart. Er wird auch als Roter oder Sphinxpavian bezeichnet.
Der Guinea-Pavian erreicht eine Körperlänge von 60 bis 110 Zentimeter, eine Schwanzlänge von rund 45 bis 70 Zentimeter sowie ein Gewicht von 15 bis 25 Kilogramm. Damit stellen sie die kleinste Pavianart dar. Weibchen bleiben deutlich kleiner als Männchen. Das Fell ist rotbraun bis braun gefärbt, wobei die westlichen Populationen einen höheren Rotanteil aufweisen. Das Gesicht verfügt über keine Behaarung und weist eine violette bis schwärzliche Färbung auf. Der mittelgroße Kopf endet in der für Paviane typisch hervortretenden Schnauze. An Kopf, Nacken und Schulter ist die üppige Mähne beim Männchen besonders lang. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen. Vor allem beim Männchen sind die Eckzähne besonders gut ausgebildet.

Guinea-Paviane bewohnen ein kleines Gebiet im westlichen Afrika. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Guinea, Senegal, Gambia, dem südlichen Mauretanien und dem westlichen Mali. Ihr Lebensraum sind Savannen und lichte Wälder.
Aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes und des Verlustes ihres Lebensraumes werden Guinea-Paviane als gering gefährdet eingestuft.

Über die Lebensweise der Guinea-Paviane ist verglichen mit anderen Pavianarten wenig bekannt. Sie sind tagaktiv und halten sich häufig am Boden auf, klettern zur Nachtruhe jedoch meist auf Bäume. Das Vorhandensein geeigneter Ruhebäume limitiert die Gruppengröße und das Verbreitungsgebiet. Sie dürften in Haremsgruppen (Gruppen mit nur einem Männchen) leben, die sich manchmal zu größeren Verbänden zusammenschließen. Vermutlich ist das Gruppenverhalten zum Teil variabel.
Wie alle Paviane sind sie Allesfresser, die Früchte, Knospen, Wurzeln, Insekten und kleine Säugetiere zu sich nehmen.

Guineapavian (Tiergarten Nürnberg)

Guineapavian (Tiergarten Nürnberg)

Guinea-Paviane haben in ihren natürlichen Lebensräume eine Reihe von Fressfeinden. Dazu gehören unter anderem Leopard, Streifen- und Tüpfelhyäne, Löwe und Afrikanischer Wildhund. Guinea-Paviane sind relativ wehrhafte Tiere. Durch lautstarke Ausrufe warnen Guinea-Paviane die anderen Gruppenmitglieder. Der eine oder andere Fressfeind scheint alleine schon durch die Ausrufe erschreckt. Nützt das nichts, so flüchten die Tiere in der Regel in Bäume oder an andere geschützte Stellen wie Felsen.
Die Geschlechtsreife wird mit etwa vier bis fünf Jahren erreicht. Männchen kommen aufgrund der Rangfolge in einer Gruppe meist erst sehr viel später zu einer Paarung. Das durchschnittliche Alter eines Männchen bei der ersten Paarung liegt in der Regel bei über sieben Jahren. In den warmen Verbreitungsgebieten ist die Paarungszeit an keine bestimmte Jahreszeit gebunden. Der Zyklus der Weibchen erstreckt sich über 29 Tage. Empfängnisbereite Weibchen sind an der rosafarbenen Schwellung im Genitalbereich zu erkennen.
Nach einer Tragezeit von 180 bis 185 Tagen bringt das Weibchen meist ein, sehr selten zwei Jungtiere zu Welt. Die Jungtiere klammern sich die ersten Wochen an den Bauch der Mutter. Erst sehr viel später klettern sie auch auf ihren Rücken oder erkunden die nähere Umgebung. Mit dem sechsten bis zehnten Lebensmonat beginnend, werden die Jungtiere entwöhnt. Spätestens mit 14 Monaten sind die Jungtiere vollständig entwöhnt. Guinea-Paviane können in Gefangenschaft ein Alter von bis zu 45 Jahren erreichen. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt allerdings deutlich darunter.

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