Systematik: Sperlingsvögel

Kolkrabe (Tierpark Hellabrunn)

Kolkrabe (Tierpark Hellabrunn)

Die Sperlingsvögel werden heute in drei Unterordnungen unterteilt: Maorischlüpfer, Schreivögel und Singvögel. Insgesamt gibt es etwa 5700 Arten von Sperlingsvögeln.
Die Maorischlüpfer wurden früher den Schreivögeln zugeordnet, werden aber inzwischen in eine eigene Unterordnung gestellt.
Die Schreivögel lassen sich in zwei geographisch getrennte Kladen unterteilen, die Eurylaimides in den Tropen und Subtropen der Alten Welt und die Tyrannides in der Neuen Welt.
Zu den Eurylaimides gehören die Familien Breitrachen, Lappenpittas und Pittas.
Zu den Tyrannides gehören: Ameisenvögel, Mückenfresser, Ameisenpittas, Töpfervögel, Bürzelstelzer, Baumsteiger, Schnurrvögel, Flammenköpfe, Schmuckvögel und Tityridae.

Die Singvögel sind mit über 90 beschriebenen Familien und etwa 4000 Arten das umfangreichste Taxon der Vögel. Ihre innere Systematik lag lange Zeit im Dunkeln und ist noch heute umstritten. Sibley und Ahlquist veröffentlichten 1990 eine auf DNA-Hybridisierung beruhende neue Vogelsystematik, in der sie die Singvögel in zwei Untergruppen teilten, die sie Parvorder nannten. Die Parvorder waren die „Corvoidea“, benannt nach den Rabenvögeln (Corvidae), und die „Passerida“, die nach den Sperlingen (Passeridae) benannt wurden. Zu den „Corvoidea“ zählten neben den Rabenvögeln vor allem im australoasiatischen Raum lebende Familien, die größer werdende Arten enthalten, zu den „Passerida“ eher klein bleibende Singvogelfamilien wie Finken, Meisen, Drosseln und andere. Die Sibley-Ahlquist-Taxonomie wurde allerdings wegen methodischer Schwächen heftig kritisiert und konnte sich nicht durchsetzen.
Durch eine Reihe von phylogenetischen Untersuchungen auf molekulargenetischer Grundlage wurde in den letzten Jahren nachgewiesen, dass die Parvorder „Corvoidea“ kein Monophylum ist, sondern neben einem „Core Corvoidea“ genannten Kern auch die im Stammbaum der Singvögel basal stehenden Familien enthält. Die „Passerida“ sind dagegen eine monophyletische, d. h. von einem gemeinsamen Vorfahren abstammende und all dessen Nachkommen enthaltende Gruppe.

Die Familien der Singvögel:
Ammern, Artamidae, Australische Sänger, Baumläufer, Baumrutscher, Blattvögel, Beerenpicker, Beutelmeisen, Braunellen, Brillenvögel, Brillenwürger, Bülbüls, Buschwürger, Dickköpfe, Dickichtvögel, Drongos, Drosselhäher, Drosseln, Drosselstelzen, Fächerschwänze, Feenvögel, Felshüpfer, Finken, FliegenschnäpperFurchenvögel, Goldhähnchen, Grasmückenartige, Halmsängerartige, Honigfresser, Ioras, Kardinäle, Kleiber, Mistelfresser, Mohoidae, Lackvögel, Lappenvögel, Laubenvögel, Laufflöter, Leierschwänze, Lerchen, Meisen, Monarchen, Mückenfänger, Nektarvögel, Palmschwätzer, Panthervögel, Paramythiidae, Paradiesvögel, Pirole, Pomatostomidae, Prachtfinken, Proteavögel, Rabenvögel, Schnäpper, Schnäpperwürger, Schwalben,  Schwanzmeisen, Seidenschwänze, Seidenwürger, Sperlinge, Spottdrosseln, Stachelbürzler, Stare, Stärlinge, Stelzen, Stenostiridae, Südseegrasmücken, Tangaren, Timalien, Trugbaumläufer, Trugwaldsänger, Vangawürger, Vireos, Waldsänger, Wasseramseln, Webervögel, Witwenvögel, Würger, Zaunkönige

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