Die Unterarten des Rothirschs

Rothirsch (Wildfreizeitpark Oberreith)

Rothirsch (Wildfreizeitpark Oberreith)

Man unterscheidet sieben Unterarten des Rothirsch, die auch weitgehend durch genetische Studien bestätigt wurden.
Lange wurden die Wapiti und die zentralasiatischen Rothirsche gemeinsam mit dem Rothirsch einer Art zugerechnet. Die im Norden Ostasiens und Nordamerika lebenden Hirsche werden heute als Wapiti als eigenständige Art geführt.

Westeuropäischer Rothirsch (Cervus elaphus elaphus)
Während die Unterart in Nordwesteuropa recht häufig ist, sind die Bestände in den Mittelmeerländern stark zurückgegangen. In Großbritannien sind Rothirsche zwar recht häufig, hier hat aber die Einführung von nordamerikanischen Wapitis und japanischen Sikahirschen zu einer Vermischung geführt, so dass es dort kaum noch reine europäische Rothirsche gibt.

Osteuropäischer Rothirsch (Cervus elaphus hippelaphus)
Die osteuropäische Unterart aus Südeuropa und dem Balkangebiet ist durch die Alpen und die Karpaten von der westeuropäischen Unterart getrennt.

Berberhirsch (Cervus elaphus barbarus)
Diese in Nordafrika lebende Unterart wurde schon zu römischen Zeiten bejagt und wurde bis auf wenige versprengte Tiere im Atlas an den Rand der Ausrottung gedrängt. In letzter Zeit haben sich die Bestände in Algerien, Marokko und Tunesien wieder auf 5000 vergrößert, so dass die IUCN den Berberhirsch momentan nur als „gering gefährdet“ führt.

Korsischer oder Tyrrhenischer Rothirsch (Cervus elaphus corsicanus)
Der Status dieser Unterart von Korsika und Sardinien ist noch nicht vollständig geklärt. Es könnte sich um eine natürlich entstandene Unterart handeln oder von schon in der Antike eingeführte Festland-Rothirschen. Genetisch unterscheidet sich diese Unterart jedenfalls kaum vom Nordafrikanischen Berberhirsch. Auf Sardinien leben noch etwa 200 Tiere, die durch Habitatzerstörung und Jagd bedroht sind. Auf Korsika war diese Unterart ganz ausgestorben, inzwischen wurden allerdings Hirsche von Sardinien aus eingeführt. Die IUCN führt die Unterart als stark gefährdet.

Kaukasushirsch oder Kaukasusmaral (Cervus elaphus maral)
Der Kaukasushirsch lebt im Kaukasus sowie in Anatolien und südlich des Kaspischen Meeres.

Die Mittelasiatischen Rothirsche, Bucharahirsch und Jarkenthirsch, sind näher mit den westlichen Rothirschen verwandt, bilden jedoch eine ursprüngliche Untergruppe. Sie sind nach diesen Studien nahe verwandt und könnten möglicherweise auch zu einer einzigen Art zusammengefasst werden.
Im Jahr 2011 hob eine Revision der Hirsche, die von Colin Peter Groves und Peter Grubb erarbeitet worden war, den Bucharahirsch und den Jarkenthirsch jeweils in den Artstatus. Vier Jahre später erbrachte eine weitere genetische Studie, dass der Kaschmirhirsch, bisher eine Wapiti-Unterart, ebenfalls in die nahe Verwandtschaft mit dem Buchara- und Jarkenthirsch gehört.

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