Ein Blick in die deutschen und österreichischen Zoos

Wilhelma Stuttgart 16.01.2013
Wilhelma, ein Wintermärchen – oder:Wie die Zootiere wohlbehalten durch Eis und Schnee kommen
Auch in der kalten Jahreszeit versinkt die Wilhelma nicht in tiefem Winterschlaf – und das nicht nur dank der beheizten Gewächshäuser, dank Aquarien- und Amazonienhaus. Vielmehr sind auch fast alle Tiere im Winter zu sehen: ob sie gerade in den Außengehegen frische Luft tanken oder sich in ihren beheizten Häusern aufwärmen. Und wenn frischer Schnee gefallen ist, steigt nicht nur für Menschenkinder, sondern auch für manche Tiere der Spaßfaktor. Bei gemäßigten Temperaturen sind die meisten Tiere also auch im Winter draußen anzutreffen – und bieten nicht selten einzigartige Einblicke. Etwa, wenn frischer Schnee gefallen ist. Darin wälzen sich Raubkatzen ebenso gerne wie Mähnenschafe, Vikunjas und Alpakas. Die Japanmakaken rollen Schneebälle, die Elefanten formen welche mit dem Rüssel und vernaschen sie. Die Brillenpinguine als Südafrikaner mögen das weiße Zeug dagegen nicht sehr und verschwinden öfter in ihren Höhlen. Und eines schätzen Zootiere im Winter gar nicht: wenn mangels Besuchern die Unterhaltung fehlt. Sie belohnen daher jeden Gast mit umso mehr Aufmerksamkeit. Dieser wiederum kann Flora und Fauna der Wilhelma derzeit in aller Ruhe genießen – und das bis Ende Februar zum günstigen Wintertarif.

Zoo Hannover 16.01.2013
Nachwuchs bei den Rauwolligen Pommerschen Landschafen -Schwarz wie Ebenholz auf weißem Schnee
Erika, Trude, Monie, Sonja, Emmi, Anneliese, Renate, Anabell, Dörthe, Hilde und Monika haben eines gemeinsam: Den Siegfried. Für den Siegfried wiederum haben die elf Damen eines gemeinsam: Er findet sie alle ungemein attraktiv. Inzwischen ist Schafbock Siegfried bereits Vater von vier Lämmern (geboren am 27.12., 09.01. und zwei am 11.01.), mindestens acht weitere Rauwollige Pommersche Landschäfchen werden im Erlebnis-Zoo Hannover noch erwartet. Verheimlichen können die Schafe das Resultat ihrer Zuneigung zum Siegfried übrigens nicht. Die vier dunklen Lämmer sind nicht zu übersehen: Schwarz wie Ebenholz heben sich vor dem weißen Schnee ab. Auch wenn es einige der Schafsdamen vielleicht ärgert, nicht die einzig Auserwählte zu sein – Siegfried ist kein herzensbrechender Casanova, sondern nimmt im Gegenteil seine Arbeit als Leitbock sehr ernst. Immerhin gilt es, den Bestand der selten gewordenen Rauwolligen Pommerschen Landschafe zu erhalten. Schwarze Schafe Das Rauwollige Pommersche Landschaf ist eine sehr alte Schafrasse. Ursprünglich war es in den deutschen Ostseeprovinzen in Mecklenburg, Pommern und Ostpreußen verbreitet, heute lebt es vorwiegend auf Rügen, Hiddensee und Teilen Usedoms. Der Name ist bei den Schafen Programm: Sie haben eine feste, raue Wolle, die grau bis blaugrau ist oder bräunliche Stellen zeigt. Kopf und Beine der Schafe sind schwarz – so werden auch die Lämmer geboren: schwarz von Kopf bis Fuß. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts nehmen die Bestände rapide ab. Mit der Zucht möchte der Erlebnis-Zoo Hannover zum Erhalt dieser Tiere beitragen.Von wegen lammfromm. Die dunklen Lämmer machen dem Namen „schwarzes Schaf“ alle Ehre: Ganz im Gegensatz zu ihren ruhigen Eltern, toben sie wild über die Koppel. Die alte Tränke wird zum Piratenschiff, das Heu zum Abenteuerspielplatz. Nur wenn sie hungrig werden, gehen sie lammfromm zu ihren Müttern. Die Lämmer sind täglich von 10 bis 16 Uhr auf Meyers Hof im Erlebnis-Zoo Hannover zu sehen.

Zoo Magdeburg 15.01.2013
Ausgesetzter Hund am Zoo gefunden
Da staunte Dr. Hanna Stinshoff, die Lebensgefährtin von Zoo-Tierarzt Dr. Pierre Grothmann nicht schlecht, als sie in der Nacht zum 14. Januar am Zaun des Zoos Magdeburg einen angebundenen Welpen fand. Nur durch Zufall kam die Tierärztin in der eiskalten Nacht dort vorbei. Der kleine Mischling musste im Schnee bereits mehrere Stunden ausgeharrt haben und war leicht unterkühlt. Doch in der Obhut von Dr. Pierre Grothmann konnte dem kleinen Findling sofort geholfen werden. „Ich finde, es ist ein Unding, gerade bei den Temperaturen so ein hilfloses Tier einfach auszusetzen. Das verstößt auch klar gegen das Tierschutzgesetz, Paragraph 1.“ Grundsätzlich gehören ausgesetzte Tiere ins Tierheim. Der Zoologische Garten Magdeburg hat die Polizei informiert und Anzeige erstattet. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Zoo Duisburg 14.01.2013
Albino-Känguru vom Fuchs gerissen
NALA, das schneeweiße und rotäugige Bennett-Känguru und Publikumsliebling am Kaiserberg, wäre morgen ein Jahr alt geworden. Wäre da nur nicht der Fuchs gewesen, der das Albino-Känguru am Wochenende zum Entsetzen aller gerissen hat. Albinismus ist eine Sammelbezeichnung für angeborene Störungen in der Biosynthese der Melanine (Pigmente oder Farbstoffe) und der daraus resultierenden helleren Haut-, Haar- und Augenfarbe. Betroffene Tiere nennt man Albinos. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Albino-Känguru das Licht der Welt erblickt, liegt bei etwa 1:20 000! „Weißlinge“ haben in der Wildbahn einen entscheidenden Nachteil: sie sind für Beutegreifer sehr gut zu sehen. Da Füchse immer wieder in den Zoo Duisburg vom benachbarten Kaiserberg einfallen, hatte man einen Absperrbereich errichtet, der es gerade auch NALA erlauben sollte, nachts bei Bedarf den Stall zu verlassen, so geschützt als möglich.Die Schlauheit der Füchse ist am Wochenende leider unter Beweis gestellt worden. Irgendwie gelang es einem Vertreter, auch diesen Bereich zu überwinden und das Känguru zu töten.

Zoo Osnabrück 14.01.2013
Adieu, Matibi und Sabi! – Afrikanische Elefantenkühe reisen nach Südfrankreich
Heute hieß es erneut Abschiednehmen im Elefantenrevier des Zoo Osnabrück. Die Kühe Matibi und Sabi reisten nach Toulouse – ein weiterer Schritt zur Umstellung auf Asiatische Elefanten. „Das Verladen der Kühe verlief sehr ruhig“, berichtete Zoodirektor Prof. Michael Böer. „Um neun Uhr starteten wir mit den Transportvorbereitungen und um 15 Uhr rollte der LKW aus dem Zoo.“ Der Zoo hatte für den Transport das international tätige Unternehmen Ekipa, Spezialist für Tiertransporte, beauftragt. Erst Sabi, dann Matibi wurden in je einen Spezialcontainer geführt, wie Böer berichtet: „Die Tierpfleger kümmerten sich heute besonders intensiv um die beiden Elefanten, denn natürlich waren beide aufgeregt. Die Kühe erhielten eine Beruhigungsspritze bis sie so entspannt waren, dass wir ihnen Seile um die Fußfesseln legen konnten.“ Per Seilwinde führten die Zoomitarbeiter die Tiere anschließend vorsichtig, einen Schritt nach dem anderen rückwärts in die Container, die auf der Elefantenaußenanlage direkt vor dem Haus standen. Rückwärts sei wichtig, damit die Elefanten, wenn sie wieder aussteigen, sofort sehen können, wo es hingeht. Ein Kran hob die Container mit 2,8 Tonnen (Sabi) und knapp 2 Tonnen (Matibi) anschließend über die Elefantenanlage auf den LKW. – Sackgasse in der Elefantenhaltung – Da der Zoo Osnabrück mit der Elefantenhaltung in eine Sackgasse geraten war, musste man gemeinsam mit dem Europäischen Zuchtbuchführer für Afrikanische Elefanten eine Entscheidung fällen, wie Böer erklärte: „Matibi und unser Jungbulle Tutume sind Geschwister. Sie können sich nicht fortpflanzen und wollen auch nicht zusammen sein. Leider hatte sich kein passender afrikanischer Bulle zum Tausch mit Tutume gefunden. Gleichzeitig suchte der Emmener Zoo dringend eine neue Bleibe für ihre Asiatische Elefantengruppe.“ Deswegen sei die Entscheidung gefallen, den Asiaten in Osnabrück eine neue Heimat zu bieten, während die Osnabrücker Elefanten in andere Gruppen integriert werden. „Auf diesem Wege hoffen wir auch, allen Elefanten zu ermöglichen, sich fortzupflanzen – was angesichts der Gefährdung der Tierarten, aus Gründen des Artenschutzes aber auch für das Wohlbefinden aller Elefanten-Individuen sehr wichtig ist.“ Bereits im Dezember waren die ehemaligen Zirkuselefanten Miry und Betty nach Italien gereist. Die Hoffnung, dass diese gemeinsam mit Matibi und Sabi eine intakte Elefantengruppe bilden, hatte sich nicht erfüllt. „Wie auch bei Menschenfamilien verstehen sich nicht alle Elefanten automatisch miteinander. Sie sind sehr intelligent und sensibel. Nun hoffen wir, sowohl den Osnabrücker Elefanten, als auch den Emmener Elefanten durch die veränderte Situation mehr Lebensqualität zu ermöglichen“, blickt Böer optimistisch in die Zukunft. Sobald für Tutume eine neue Heimat gefunden ist – voraussichtlich Kanada – werden die Asiatischen Elefanten aus Emmen ihre Reise nach Osnabrück antreten, laut Zoodirektor Böer spätestens im März.

Zoo Berlin 14.01.2013
Mittelmeer-Muränen – zwei grimmige Gesellen aus dem Mittelmeer im Zoo-Aquarium Berlin
Nach über zwanzig Jahren gibt es wieder Europäische oder Mittelmeer-Muränen (Muraena helena) im Zoo-Aquarium Berlin. Diese sind fein gelblich gesprenkelt auf dunkelbrauner Farbe. Unsere beiden Exemplare sind erst etwa 60 cm lang und können noch rund einen Meter wachsen und bis auf 15 kg zulegen. Sie kamen im Dezember und wurden jetzt in die Schau genommen. Muränen besitzen Giftdrüsen in der Gaumenschleimhaut. Ein Biss ist außerdem recht schmerzhaft, da sie viele lange dünne spitze Zähne besitzen, die in einer oder mehreren Reihen angeordnet sind. Muränen sind Räuber und ernähren sich von anderen Fischen oder Krebstieren, nehmen aber auch Aas. Hauptsächlich nachtaktiv, verstecken sie sich tagsüber in Ritzen und Spalten zerklüfteten Felses der Mittelmeer-Steilküsten. Die Muränen bilden eine Familie der Aalartigen mit etwa 80 Arten, die hauptsächlich tropisch verbreitet sind, und alle eine schlangenähnliche Form besitzen. Unsere Art ist aus dem Mittelmeer bekannt, kommt aber auch im Atlantik vor. Als Fische sind die Tiere nach dem römischen Adeligen Licinius Muraena benannt, der um 200 vor Christus lebte und die Tiere in großen Teichen hielt. Die Römer erfreuten sich aber mehr am Verzehr der Tiere und weniger am Schauwert. Gaius Iulius Caesar soll bei einem Gastmahl einmal 6000 Muränen aufgeboten haben!

Allwetterzoo Münster 14.01.2013
Sonntagskind im Allwetterzoo Münster: Am 13. 1. 13 kam ein Gorilla auf die Welt!
Am Sonntag, 13. Januar, klopfte um 11.25 Uhr ein Besucher an die Pflegertür im Menschenaffenhaus im Allwetterzoo Münster. „Es wird gerade ein Gorilla geboren“ rief er den Zoomitarbeitern zu. Als Tierpfleger Peter Bein vor die Gorilla-Anlage lief, war schon alles passiert: Die 16jährige Changa-Maidi hielt das Neugeborene in den Armen. Inzwischen hat der kleine Gorilla getrunken, auch die Nabelschnur ist schon abgefallen. Noch ist das Geschlecht des Jungtiers nicht bekannt, denn die Mutter hält es immer eng am Körper. Deshalb gibt es auch noch kein Foto des Neugeborenen. Changa-Maidi, im Juni 1996 im Zoo Frankfurt geboren, lebt seit dem 1. April 2003 im Allwetterzoo. Es ist Changas dritte Geburt. Ihr im November 2007 geborener Sohn Thabo hat sich prächtig entwickelt und muss sich jetzt damit abfinden, dass sein Geschwisterchen bei Mutter Changa die Hauptrolle spielt. Vater ist der ebenfalls 16jährige „Silberrücken“ N’Kwango. Er kam im Zoo Arnhem/NL auf die Welt und ist seit Juni 2004 in Münster. Die im Allwetterzoo lebenden Tiere gehören zu den Westlichen Flachlandgorillas. Das Menschenaffenhaus im Allwetterzoo ist geöffnet. Mutter und Kind sind mit etwas Glück auch zu sehen. Jedoch wurde eine Absperrung eingerichtet, so dass man nicht unmittelbar an die Glasscheiben der Innenanlage herantreten kann. In den ersten Tagen nach der Geburt sollen Changa-Maidi und das Neugeborene etwas Ruhe und Ungestörtheit genießen können.

Zoo Halle 14.01.2013
Vorverkauf für Valentinstag im Zoo
Sichern Sie sich jetzt Ihre Eintrittskarte für ein außergewöhnliches Erlebnis, wenn Sie für Ihre Liebste oder Ihren Liebsten zum Valentinstag einmal etwas ganz Besonderes suchen: Schenken Sie sich einen romantischen Abendrundgang im Zoo! Die Teilnehmerzahlen für den Romantischen Abendrundgang sind begrenzt. Karten gibt es daher NUR im Vorverkauf im Zooladen am Haupteingang (Reilstraße)! Karten für den „Romantischen Abendrundgang im Zoo“ kosten 18 € pro Person. Im Preis enthalten sind der Eintritt, ein Begrüßungsgetränk und eine Führung mit Fakten, Stories und Kuriositäten zu „Beziehungskisten“ im Tierreich. Fackeln und Kerzenschein sorgen für die passende romantische Stimmung. Der Rundgang dauert ca. 90 min. Eingeladen sind frisch Verliebte, gestandene Paare, eingefleischte Singles, überzeugte Junggesellen und alle anderen, die schon immer mal wissen wollten, wie das mit den tierischen Beziehungen ist.

Tiergarten Schönbrunn Wien 14.01.2013
ZOOTIERE GENIESSEN DEN SCHNEE
Der Schneefall hat den Tiergarten Schönbrunn in eine romantische Winterlandschaft verwandelt. Die zahlreichen Spuren im Schnee verraten, wie sehr sich viele Zootiere über die weiße Pracht freuen. Ausgelassen toben die Berberaffen durch ihre Anlage. Diese Affenart ist im Atlasgebirge heimisch, wo fast ein Viertel des Jahres Schnee liegt. „Bei uns im Tiergarten sind die Berberaffen das ganze Jahr im Freien. Vor Kälte schützt sie ihr dichtes Fell. Ein Innengehege brauchen sie nicht“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. An Schnee und Kälte gut angepasst sind auch die Großen Pandas. Die schwarzweißen Bambusbären sind in den Bergwäldern im Südwesten Chinas zuhause, wo sie in bis zu 3.400 Metern Höhe leben. Das Schönbrunner Panda-Weibchen Yang Yang sitzt mitten im Schnee und verzehrt genüsslich Bambus. Auch die Kleinen Pandas kommen mit dem Wiener Winter prima zurecht. Sie sind ganzjährig im Freien, die kleine Holzhütte dient lediglich als geschützte Futterstelle. Sie klettern geschickt auf den schneebedeckten Bäumen. Schratter: „Die Pfoten der Kleinen und Großen Pandas sind auf der Unterseite mit Fell bedeckt. Das schützt sie vor Kälte und verhindert ein Ausrutschen auf Schnee und Eis.“ Auch viele andere Tierarten sind bei dieser Witterung ganz in ihrem Element – allen voran natürlich die Europäischen Luchse und die Sibirischen Tiger. Die beiden Tiger-Weibchen Kyra und Ina liegen auf der verschneiten Plattform und lassen sich die Schneeflocken um die Schnauze wehen. „In ihrer Heimat im fernen Russland und Nordchina kann es bis zu minus 45 Grad kalt werden. Gegen diese extrem niedrigen Temperaturen und die eisigen Winde schützt die Tiger eine bis zu fünf Zentimeter dicke Fettschicht an Flanken und Bauch“, erklärt Schratter.

Zoologischer Garten Magdeburg, 13.01.2013
Fledermausfreunde feiern Geburtstag
Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens fand sich der Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. zu einem Festakt in der Zoowelle zusammen. Am 7. Januar 1993 fanden sich im Zoo Magdeburg 10 Fledermaus-Freunde zusammen, um den Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. zu gründen. Das Ziel: Grundlagenforschung für einen effektiven Fledermausschutz – in hunderten von ehrenamtlichen Einsätzen erforscht der Verein seitdem die Fledermaus-Vorkommen in Sachsen-Anhalt, betreut Fledermauskästen, zählt, bestimmt und beringt die Tiere in den bekannten Winterquartieren, erstellt Gutachten und setzt entsprechende Schutzprojekte um. Heute, 20 Jahre später, zählt der Verein 107 Mitglieder, unter denen sich sehr zur Freude des Vereinsvorsitzenden Bernd Ohlendorf auch genügend junge Menschen befinden, um die Arbeit des Vereins auch in Zukunft zu gewährleisten. Die herausragende Bedeutung des Vereins für den Naturschutz in Sachsen-Anhalt wurde von Annette Zietlow, der Referatsleiterin Großschutzgebiete im Ministerium für Landwirtschaft und Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen ihrer Grußadresse entsprechend gewürdigt. „Es ist uns eine Freude, als Gastgeber den Festakt 20 Jahre Arbeitskreis Fledermäuse auszurichten,“ so Zoodirektor Dr. Kai Perret, „Zoo und Naturschutz arbeiten Hand in Hand, uns verbindet beide derselbe Ansatz: Um Tiere effektiv schützen zu können, muss man sie erst einmal kennen.“ So bilden in Zoologischen Gärten gewonnene Kenntnisse über einzelne Arten oftmals die Grundlage für einen effektiven Schutz von im Freiland nur schwer zu erforschende Tiere. Die enge Verknüpfung von Zoo und Naturschutz wird im Fall der Fledermäuse durch die Person René Driechciarz offenbar. Der langjährige Tierpfleger und Bereichsleiter des Zoologischen Gartens Magdeburg ist einer der 10 Gründungsmitglieder des Arbeitskreises. In seinem Festvortrag warf er ein Licht auf den Beitrag des Zoologischen Gartens im Fledermausschutz. So wurden im Zeitraum von 1985 bis 2012 insgesamt 272 „Fund-Fledermäuse“ in 15 Arten im Zoo aufgenommen und gepflegt, 172 davon konnten wieder in die Natur entlassen werden. Seit 2008 betreibt der Zoo eine eigens für diesen Zweck errichtete Auswilderungsstation, in der von Mitbürgern aufgefundene einheimische Wildtiere gepflegt und auf die Entlassung in die Natur vorbereitet werden. Zum Abschluss der Festveranstaltung am Samstag stand für die 70 Teilnehmer, von denen einige sogar aus der Schweiz und Österreich angereist waren, noch eine Zooführung auf dem Programm. Bei winterlich-sonnigem Wetter hatten die Fledermausfreunde so noch Gelegenheit, sich mit dem einen oder anderen größeren Tier anzufreunden.

Berlin Förderer, 11.01.2013
Jetzt bewerben für den Heinrich-Dathe-Preis: Preis würdigt Ehrenamt von Kindern im Natur- und Artenschutz
Anlässlich des 100. Geburtstags vom Gründer und langjährigen Direktor vom Tierpark Berlin, Prof. Dr. Heinrich Dathe, wurde im Jahr 2010 der Heinrich-Dathe-Preis vom Förderverein von Tierpark und Zoo e.V. gestiftet. Mit diesem Preis sollen Kinder und Jugendliche, die sich durch ehrenamtliches Engagement im Bereich Natur- und Artenschutz auszeichnen, gewürdigt werden. Bewerbungen für den Preis können bis zum 28. Februar 2013 beim Förderverein eingereicht werden: Fördergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e. V., Am Tierpark 125, 10319 Berlin, info@freunde-hauptstadtzoos.de. Die Bewerbungen sollten maximal zwei A4-Seiten umfassen und das jeweilige Engagement beschreiben. Beigelegt werden kann auch Bildmaterial. Teilnehmen können Institutionen, in denen Kinder und Jugendliche aus Berlin im Alter von 6 bis 20 Jahren sich ehrenamtlich im Natur- und Artenschutz engagieren. „Mit dem Namen von Heinrich Dathe ist nicht nur die Gründung vom Tierpark Berlin, dem größten europäischen Landschaftszoo, verbunden, sondern vor allem ein großes Engagement in der Bildungsarbeit sowie im Natur- und Artenschutz. Der Preis soll an diese wichtige Aufgabe von Zoos erinnern.“, so Thomas Ziolko, Vorsitzender der Fördergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e.V. Aus Spenden wurde ein Fonds gebildet, aus dessen Zinserträgen jährlich der Preis verliehen werden soll. Erstmals wurde der Preis am 7. November 2010 an die Bio-Station der Heinrich-Dathe-Oberschule in Friedrichshain verliehen. Eine Jury, bestehend aus Dr. Bernhard Blaszkiewitz, dem Direktor von Tierpark Berlin und Zoo Berlin, Dr. Falk Dathe, Kurator im Tierpark Berlin, sowie Thomas Ziolko, dem Vorsitzenden der Fördergemeinschaft, wird aus den Einsendungen die beiden besten Vorschläge prämieren.

Zoo Krefeld, 11.01.2013
Zoo Krefeld: Dank Gorilla-Garten mehr Besucher als je zuvor – Jahreskarten beliebter denn je
Der positive Trend bei den Besucherzahlen im Krefelder Zoo hält an: nach dem Superjahr 2011 mit 446 915 Besuchern kamen im gerade abgelaufenen Jahr noch mal deutlich mehr, nämlich 461 123 Besucher in den Zoo Krefeld. Damit hat der Zoo das beste Ergebnis in der Besucherstatistik seit seiner Gründung im Jahr 1938 erzielt. Auch bei den Jahreskarten konnte eine weitere Steigerung verbucht werden. Im Vergleich zu 2011 mit 7859 Inhabern waren in 2012 am 31. Dezember 10 385 Menschen mit Jahreskarte. Diese Entwicklung ist besonders erfreulich, da vor allem das Frühjahr wegen der schlechten Wetterbedingungen unterdurchschnittliche Besucherzahlen brachte. Dies wurde dann aber vor allem in den Sommermonaten wieder aufgeholt. Wie schon in vergangenen Jahren war der Zoo mit über 61 000 Besuchern im Monat Juli am stärksten frequentiert. Mit der neuen Attraktion der Gorilla-Anlage, die am 3. Mai eröffnet wurde, erzielte der Zoo mit über 56 000 Besuchern einen neuen Mairekord. Das operative Geschäft wurde vor allem durch den Abschluss der zwei großen Neubauprojekte der Futtermeisterei und des „Gorilla-Gartens“ bestimmt. Während die drei Millionen Euro teure neue Futtermeisterei für die Besucher unbemerkt an den Start ging, wurde die neue Gorilla-Anlage von den Krefeldern wie auch von ihren neuen Bewohnern gut angenommen. Die Eingewöhnungsphase des noch jungen Silberrückens „Kidogo“ und der beiden Gorilladamen „Oya“ und „Muna“ in ihrem 2,4 Millionen Euro teuren Haus samt Außenanlage scheint abgeschlossen, denn nach den ersten Paarungen zu Beginn des Winters zeigte sich „Kidogo“ besonders entspannt. Seine äußerst geschickte Seilakrobatik, die zufällig fotografisch festgehalten werden konnte, fand ein weltweites Echo und große Bewunderung in den Medien – und brachte dem Zoo überraschenderweise zahlreiche Besucher noch im späten Dezember. Auch für das Jubiläumsjahr 2013 erhofft sich der Krefelder Zoo nun gute Besucherzahlen. Zum einen locken die zahlreichen Veranstaltungen des 75-jährigen „Zoobiläums“, zum anderen können die günstigen Eintrittspreise für Einzelpersonen wie auch für Familien und Gruppen weiterhin den überregionalen Vergleich mit anderen Einrichtungen trotzen. Besonders lohnt sich für Tierfreunde – ob einzeln oder als Familie – aber der Kauf einer Jahreskarte, da sich ihre Anschaffung schon beim vierten Besuch rechnet. Im Jubiläumsjahr 2013 können auch zahlreiche Veranstaltungen mit der Jahreskarte genutzt werden, ebenso wie ein spontaner Spaziergang bei schönem Wetter oder ein Besuch beim Lieblingstier.

Zoo Krefeld, 11.01.2013
Schnee-Eulen Nachwuchs aus dem Zoo Krefeld jetzt in USA – Die drei Jungvögel haben die weite Reise gut überstanden
Eine weite Reise haben jetzt die Schnee-Eulen-Jungtiere aus dem Krefelder Zoo hinter sich gebracht: Für den Nachwuchs aus 2012 stand der Umzug in die USA an. Von Frankfurt ging es für die drei Vögel per Flugzeug nach New York. Dort sind die Tiere wohlbehalten angekommen, berichtete per E-Mail der Kurator des Beardsley Zoos, Don Goff. Zunächst steht eine vierwöchige Quarantäne in New York an, bevor die Weiterreise in die neuen Heimatzoos in Maryland und Connecticut beginnen kann. Wir erinnern uns: Im Juni 2012 schlüpften drei flauschige Küken bei den Schnee-Eulen. Für das Paar „Harry“ und „Hermine“ war es der erste Nachwuchs in der Voliere neben dem Moschusochsen-Gehege. Erst acht Monate zuvor waren die Tiere in die neue Anlage eingezogen, die durch Spendengelder der Zoofreunde und der Sparkasse Krefeld errichtet werden konnte. Die Besucher nahmen großen Anteil an der Aufzucht der Jungtiere und „Harry“ hatte alle Flügel voll zu tun, seine kleine Familie zu beschützen. Schnee-Eulen leben in der arktischen Tundra und sind Bodenbrüter. Die Männchen haben ein fast weißes Gefieder. Die Weibchen sind durch die Querbänderung während der Brut auf dem Boden getarnt. Die dichte Befiederung der Beine und Füße dient als Kälteschutz. Das Unterhautfettgewebe ist im Winter bis zu zwei Zentimeter dick. Wegen der besonderen Gefiederstruktur können die Eulen lautlos fliegen.

Allwetterzoo Münster, 11.01.2013
Aktuelle Berichterstattung zur Abgabe der Delfine aus dem Delphinarium Münster
Sehr geehrte Damen und Herren, da in der aktuellen Berichterstattung in den Medien die Zuständigkeit des Allwetterzoos für die geplante Abgabe der Delfine häufig missverständlich dargestellt wird, möchte ich die Situation nochmals verdeutlichen. Die Delphinarium Münster GmbH ist eine vom Zoo rechtlich und weitgehend auch inhaltlich unabhängige Gesellschaft, mit der der Zoo aber konzeptionell und wirtschaftlich eng kooperiert. Insbesondere die Haltung der Tiere im Delphinarium soll für die Besucher nicht als separater, zusätzlich zu bezahlender Bestandteil des Zoos wahrgenommen werden. Das hat sich in Jahrzehnten bewährt, führt aber auch dazu, dass der Zoo durch die Medien (Zitate finden sich in nahezu jeder Berichterstattung) in einer Verantwortung gesehen wird, die er nicht hat. Richtig ist, dass ich zu Beginn des Jahres 2010 in Abstimmung mit dem Betreiber des Delphinariums beschlossen hatte, die Delfinhaltung in Münster zu beenden. Meine Gründe hierfür habe ich mehrfach ausführlich dargelegt. Später folgten entsprechende Absprachen und Vereinbarungen mit dem Delphinarium Münster für den ungefähren Zeitpunkt der Abgabe und die anschließende Nutzung dieses Komplexes, auch darüber habe ich umfassend informiert. Diese Planungen sind bisher gemäß der Absprachen erfolgt, eine mögliche Verzögerung des Transportes der Delfine über den Januar 2013 hinaus ist mit dem Zoo abgestimmt, sachlich nachvollziehbar und für das Befinden der Delfine (das im Gegensatz zu dem derzeitigen öffentlichen Gerangel im Vordergrund stehen sollte) ohne jegliche negative Konsequenzen. In meiner Funktion als Zoodirektor habe ich allerdings keinerlei Einfluss auf bzw. Zuständigkeit für den künftigen Verbleib der Delfine. Zwischen der für das Delphinarium im Allwetterzoo zuständigen Aufsichtsbehörde der Stadt Münster und der Zooleitung gibt es in dieser Angelegenheit ebenfalls keinen Abstimmungsbedarf, der Zoo ist nicht Ansprechpartner der Behörden für Angelegenheiten der Delphinarium Münster GmbH. Mit freundlichen Grüßen, Jörg Adler

Zoo Osnabrück, 11.01.2013
Neue Zugangsregelung zwischen Unterirdischem Zoo und Museum
Seit dem 1. Januar 2013 gilt eine neue Zugangsregelung zwischen dem Unterirdischen Zoo (Zoo Osnabrück) und dem Museum am Schölerberg. Besucher beider Institutionen können weiterhin an den Wochenenden (samstags, sonntags) sowie an Feiertagen den Durchgang zwischen den Einrichtungen im Höhlenlabyrinth nutzen. Damit können Museumsbesucher an diesen Tagen kostenlos in den Unterirdischen Zoo und Zoobesucher kostenlos in das Museum. Montags bis freitags bleibt der Durchgang seit dem neuen Jahr geschlossen. Eine Sonderregelung gilt für geführte Schulklassen und Gruppen des Museums: Sie können auch dienstags bis freitags den Unterirdischen Zoo kostenfrei besuchen. Montags ist das gesamte Museum geschlossen.

Zoo Salzburg, 11.01.2013
Professor Dr. Henning Wiesner ist zum tierärztlichen Leiter im Zoo Salzburg berufen worden
Henning Wiesner ist einer der bekanntesten Wildtierexperten Deutschlands. 28 Jahre lang war der ausgebildete Tierarzt Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn. Wiesner hat sich vor allem mit Auswilderungsprojekten wie dem Alpensteinbock im Nationalpark Hohe Tauern, der Mhorrgazelle in Marokko oder dem Przewalski-Pferd in Kasachstan einen Namen gemacht. Die tierschonende Distanzimmobilisation – Tiere mit dem Blasrohr statt mit dem Narkose-Gewehr behutsam zu betäuben – zählt zu einem seiner Spezialgebiete. Die beiden Gesellschafter – Stadt und Land Salzburg – haben Wiesner vor 4 Monaten zum Vorsitzenden der Expertenkommission bestellt. Diese Kommission hat die Aufgabe, den Masterplan für den Zoo Salzburg für die kommenden fünf Jahre zu erstellen. In Anbetracht dieser erwünschten Weiterentwicklung des Zoo Salzburg wurde heute Professor Dr. Henning Wiesner zum tierärztlichen Leiter des Zoos bestellt. Der bisherige Tierarzt hat sein Dienstverhältnis mit der Zoo Salzburg Gemeinnützigen GmbH im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst, da er sich vermehrt der Forschung widmen wird. Henning Wiesner und sein Veterinär-Team sind ab sofort für das Wohl und die Gesundheit der rund 1.200 Tiere im Salzburger Zoo verantwortlich. Die neuen Anlagen für Jaguare und Geparde wird der dreifache Fachtierarzt Wiesner nun mitgestalten. Die Eröffnung der beiden Neubauten ist im heurigen Frühjahr geplant.

Zoologischer Garten Berlin, 10.01.2013
Seltene Visayas-Pustelschweine – zwei Neuankömmlinge im Berliner Zoo!
Bei Sauwetter muss auch der Eber raus, heißt es im Schweinehaus des Berliner Zoos; denn besser wird das Schweinewetter in den nächsten Tagen wohl kaum. Feuchtigkeit und Schlamm stören nicht das Wohlbefinden der intelligenten Paarhufer, wohingegen Kälte und Zugluft zumindest den Vertretern tropischer Gefilde zusetzen können. Zu diesen wärmeliebenden Schweinen gehören auch die beiden Neuankömmlinge aus dem Zoo Posen. Die beiden Visayas-Pustelschweine, namens „Samar“ und „Panay“, sind aus zoologischer Sicht ausgesprochene Kostbarkeiten. Die relativ grazilen, meist nur 30-40 kg schweren Wildschweine waren ursprünglich auf sechs großen zentralphilippinischen Inseln anzutreffen. Heute findet man sie nur noch auf Negros und Panay. Ihre letzte Sichtung auf Masbate, wo sie eventuell auch noch vorkommen, liegt schon 20 Jahre zurück. Die Art gilt als stark vom Aussterben bedroht. Dem Erhalt der seltenen Schweine in Menschenobhut kommt somit eine herausragende Bedeutung zu. Der Berliner Zoo ist neben dem Leipziger der einzige deutsche Tiergarten, in dem man die hübschen Pustelschweine antreffen kann. Ihren Namen verdanken sie einigen pustelförmigen Schwellungen im Gesicht, die mit helleren Haaren bestanden sind. Die Individuen, insbesondere die männlichen, tragen desweiteren eine Nackenmähne und einen Schopf aus längeren Haaren, welche kakadugleich aufgerichtet werden können. Helle Augenringe verleihen den Tieren einen Gesichtsausdruck, der sie „aufgeweckt“ und „lustig“ erscheinen lässt. Ihre Ankunft kurz vor Weihnachten verlief fast unbemerkt, da die beiden knapp zweijährigen Pustelschweine sich zunächst an die Innenstallungen im Schweinehaus gewöhnen mussten. Anfangs noch recht ängstlich, verloren sie zunehmend die Scheu vor Tierpflegern und Hausbesuchern. Jetzt, da sie wissen, wo sie gefüttert werden und die Nacht verbringen müssen, dürfen sie bei milderen Außentemperaturen auch ins Freie. Hier sind die flinken Tiere viel in Bewegung und durchstöbern nach Schweineart jeden Winkel des Geheges.

Zoo Duisburg, 10.01.2013
Inventur im Zoo – das große Zählen hat ein Ende
Wie alle Jahre wieder so ist auch dieses Mal kurz vor dem Jahreswechsel vom Wissenschaftlichen Leiter des Zoos, Dr. Jochen Reiter, den Revierpflegern der Auftrag erteilt worden, die Tier-Inventur durchzuführen. Da wurde eifrig gezählt, vermessen und gewogen, wurden Bestandsbücher gewälzt und Daten abgeglichen. Peinlich genau wird jedes Individuum mitsamt seiner besonderen Kennzeichen festgehalten, wie z.B. Angabe des Geschlechtes, Geburtsdatums, seiner Ohr-Kennmarken, Brandzeichen oder computerlesbaren Mikro-Transponder unter der Hautoberfläche. Am Ende von überlangen Listen und nach dem Addieren vieler Zahlen steht nun fest: Es leben im Zoo Duisburg derzeit 3.657 Tier-Individuen in 262 Arten. Der Saisonstart des letzten Jahres war maßgeblich durch die Eröffnung der neuen Freianlage für südamerikanische Brillenbären gekennzeichnet, die damit erstmals am Kaiserberg Einzug hielten. PABLO und HUANCA lebten sich hervorragend ein und haben sich kürzlich verpaart. Die Zucht der bedrohten Großbären wäre für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm von äußerst großem Wert. Im ausgehenden Jahr 2011 waren erstmals in der Geschichte der Koala-Haltung in Duisburg gleich drei Koala-Jungtiere geboren worden, die die Besucher im Jahr 2012 beim Heranwachsen ausgiebig beobachten konnten. In den kommenden Wochen werden weitere zwei Jungtiere ihren mütterlichen Beutel verlassen. Duisburg zählt damit zu einer DER Hochburgen für die Haltung und Zucht von Koalas in Menschenobhut weltweit. Gleiches gilt mittlerweile für die äußerst seltenen Riesenotter. Ein gesunder Viererwurf wächst heran, der sich im Frühjahr bei entsprechenden Temperaturen wild tobend im großen Außenbadebecken zeigen wird. Weitere beachtenswerte Geburten gab es wie die Jahre zuvor schon bei den Gorillas, Vielfraßen, Großen Ameisenbären, Flachlandtapiren, Gänsegeiern, Südlichen Hornraben, Hammerköpfen und – als Erstzucht – bei den Bartkäuzen. Mit der südostasiatischen Fischkatze kam eine bedrohte Katzenart an den Kaiserberg, die der Zoo Duisburg bislang noch nicht im Bestand hatte. Der passende Partner ist von der Zuchtbuchkoordination zugewiesen worden, er kommt zur Freude aller in den nächsten Wochen. Last but not least und als wahrlich lebendiger Gegenpol zu den Attacken der Tieraktivisten erfreuen sich nicht nur die zu Recht als Sensation gefeierten drei Jungdelfine aus dem Jahre 2011 bester Gesundheit, sondern die komplette Gruppe der neun Delfine im Duisburger RWE-Delfinarium, die die Zoobesucher ungebrochen in ihren Bann ziehen und für den Schutz ihrer bedrohten Artgenossen in den Weltmeeren werben.

Zoo Duisburg, 10.01.2013
Wie Tiere durch den Winter kommen
Auch wenn er laut Kalender längst angekommen ist – so richtig hat er noch nicht Einzug gehalten: der Winter. Diese kalte Jahreszeit, in der wir Menschen mit dicker Kleidung und technischen Errungenschaften der Kälte trotzen, müssen Tiere mit anderen Strategien überstehen. Oder sind die Strategien von Tier und Mensch letzten Endes gar nicht so unterschiedlich? Schließlich gibt es so manchen Vertreter unter uns, der genau wie die Störche lieber rechtzeitig Reißaus vor der großen Kälte nimmt und gen Süden fliegt, wo für angenehme Temperaturen und gute Verköstigung gesorgt ist. Andere vergraben sich lieber und halten sich da auf, wo sie die Minusgrade nicht erreichen können – wie beispielsweise unsere Frösche oder Eidechsen. Aber natürlich müssen die meisten von uns auch im Winter vor die Haustür, um den Alltag zu bestreiten. Was hält da wärmer als eine Daunenjacke? Höchstens die eigene Speckschicht – denn beides isoliert ganz hervorragend, was auch die Gänse und Robben wissen. Mehr Details und weitere erstaunliche Methoden in Sachen Frostschutz stellt Ihnen ein Zoomitarbeiter am Sonntag, den 13.01.2013 um 12:00 und 14:00 Uhr im Rahmen der Themenführung „Tiere in der Kälte“ vor. Die Führung ist kostenlos, nur der Zooeintritt ist zu entrichten. Übrigens: Zum Wochenende soll der Winter doch noch kommen… Packen Sie sich also warm ein, wenn Sie sich die tierischen Tipps für den Winter anhören. Aufwärmen können Sie sich nach der Führung wunderbar in einem unserer Tierhäuser oder bei einem heißen Kakao in der Afrika Lodge.

Erlebniszoo Hannover, 10.01.2013
3.306 Tiere in 247 Arten: Tierische Inventur im Erlebnis-Zoo Hannover
Es ist nicht schwer, Achim zu finden. Eine auffällige Spur führt zielgerade durch den Sand in das Versteck der Achatschnecke. Weitaus schwerer macht es „Goethe“ seinen Pflegern. Das Jemen-Chamäleon tarnt sich perfekt auf einem Ast. Und auch bei den Wandelnden Blättern muss mehrmals hingeguckt und gezählt werden, bis wirklich nur Schrecken und keine Blätter gelistet sind. Es kribbelt, krabbelt und wuselt im Becken der Fauchschaben, die Loris fliegen immer wieder durcheinander und die Präriehunde verschwinden ständig in ihrem Bau. Die jährliche Inventur im Zoo ist ein wahres Geduldsspiel! Wie jedes Unternehmen zählt auch der Zoo am Ende jedes Jahres alles, was da kreucht und fleucht. Einfach haben es die Tierpfleger bei den Faultieren (die hängen stundenlang schön still im Baum), den Elefanten (die stellen sich zum Durchzählen einfach nebeneinander auf) oder den Giraffen (die schlecht zu übersehen sind). Aber nicht jede Art ist gleichermaßen kooperativ. Die Meerschweinchen rennen durcheinander, die Bennettkängurus hüpfen hin und her, die Goldfische tauchen einfach ab. Trotzdem: Von der Antilope bis zum Zebra wird jedes Tier notiert – und das braucht seine Zeit. Bis zu zehn Tage zählen die Tierpfleger wieder und wieder ihre Schützlinge. Das Ergebnis für das Jahr 2012: 3.306 Tiere in 247 Arten! Geschätzte Schätze Weil manche Tierarten pausenlos unterwegs sind, werden sie nach ausgeklügelten Methoden geschätzt, wie der Vogelschwarm im Urwaldhaus oder die Forellen im Hafenbecken von Yukon Bay. Da sich die freifliegenden Vögel nicht einfangen lassen, wird ihre Futterstelle tagelang beobachtet. Die Anzahl der dort pickenden Vögel wird später hochgerechnet. Die Forellen werden bei den Tauchgängen der Tierpfleger beobachtet und geschätzt. Die Ameisen zu zählen, die bergauf-bergab durch ein langes Röhrenlabyrinth krabbeln, wäre Sisyphos-Arbeit. Die Blattschneider-Ameisen werden nur als Volk, gleich 1 Tier, gezählt – obwohl es natürlich Tausende Individuen sind. Jahresaufzeichnungen: Die Zahlen vergleichen die Zoomitarbeiter schließlich mit ihren Aufzeichnungen des gesamten Jahres. Jeden Tag halten die Tierpfleger schriftlich fest, ob ein Tier geboren, verstorben, weg- oder zugereist ist. Die täglich ermittelten Zahlen werden erst handschriftlich in das Tierbestandsbuch eingetragen und dann in den Computer übertragen. Das Ergebnis der Jahresabschlusszählung wird schließlich mit den Computeraufzeichnungen verglichen. Fehlt ein Tier oder ist gar eines zu viel, wird nochmal gezählt. Der Abschluss der tierischen Inventur ist der lückenlose Jahresbericht, den die Kuratoren in mühevoller Kleinarbeit zusammenstellen. Dieser Jahresbericht wird an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie an den Gesellschafter des Zoos, die Region Hannover, und an das Veterinäramt übermittelt. Auf diese Weise ist jedes Tier vom Degu bis zum Nashorn „aktenkundig“. Wissenschaftliche Vergleichswerte: Doch bei der tierischen Inventur wird nicht nur gezählt: Vergleichswerte und wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben sich auch aus dem Wiegen und Messen der Tiere. Die Zahlen werden in wissenschaftlichen Fachmagazinen veröffentlicht und geben Aufschluss über die Entwicklung der Tiere. Anhand der Vergleichszahlen aus den verschiedensten Zoos werden dann Durchschnittswerte pro Tierart ermittelt. Abweichungen würden Hinweise darauf geben, dass sich ein Tier nicht normal entwickelt. Im Erlebnis-Zoo Hannover entwickelten sich die Tiere prächtig. Zahlenbeispiele: 5 Flusspferde, 2 Eisbären, 13 Elefanten, 4 Orang-Utans, 4 Löwen, 2 Tiger, 3 Nashörner, 4 Faultiere, 96 Flamingos, 35 Pinguine, 5 Giraffen, 2 Kleine Pandas, 5 Rote Varis, 6 Rote Riesenkängurus, 2 Wombats, 21 Präriehunde, 7 Nyalas. Das größte, höchste, schwerste Tier: Das größte Tier: Giraffenbulle Schorse ist 5,80 Meter hoch. Das schwerste Tier: Elefantenbulle Nikolai bringt 4,7 Tonnen auf die Waage. Das längste Tier: Tigerpython Moses junior I. ist 5,10 Meter lang. Das kleinste Tier: Blattschneider-Ameise Bärbel ist nur 0,5 cm lang. Das älteste Tier: Anden-Kondor „Julchen“ ist 51 Jahre alt. Das letztgeborene Tier: Rauwolliges Pommernschaf am 27.12. 2012. Neue Attraktionen im Zoojahr 2013: Neue Themenwelt für Menschenaffen am Gorillaberg Zoobesucher können sich schon jetzt auf die Sommer-Saison 2013 freuen. Im Sommer eröffnet der Zoo eine neue Themenwelt für die Schimpansen! Der Besuch der Menschenaffen wird dann einer Wanderung durch verschiedenste Klimazonen Afrikas gleichen, von der Savanne bis zum Regenwald. Das neue Außengehege zeigt eine afrikanische Feuchtsavanne mit Felsen und Bäumen zum Klettern, mit Wasserfall, Bachlauf und Teich, Schattenplätzen, Sandbad und Ruhezone. Die Außenanlage wird mit 900 m² ca. doppelt so groß wie bisher. Bereits im Februar wird es ein Wiedersehen mit den Schimpansen geben, wenn sie in ihre umgebaute Innenanlage einziehen. Die Anlage wurde mit Sicherheitsglasscheiben versehen und mit einem Drahtnetz überkuppelt. Bis zum Herbst wird dann auch die noch „unmöblierte“ Innenanlage zu einer stimmungsvollen Urwaldlichtung im Regenwald mit Wasserfall und Bachlauf, Felsen, Lianen und Grün finalisiert. Rüsselrasselbande im Dschungelpalast: Nach dem Weihnachts-Elefantenbaby, das am 24. Dezember geboren wurde, erwartet der Zoo in diesem Jahr noch drei weitere Elefantenbabys im Dschungelpalast, die im Februar/März und Oktober zur Welt kommen. Das fünfte Baby folgt im Frühjahr 2014. Gewichtiger Nachwuchs am Sambesi: In der Afrikalandschaft Sambesi hofft der Zoo auf seltenen Nachwuchs: Flusspferdbulle Knuddel aus Belgien ist bei den vier Hippo-Damen eingezogen und dort in amouröser Mission unterwegs. Flusspferd Victoria scheint dem flotten Belgier nicht abgeneigt zu sein. Die beiden haben sich bereits zu einem Flusspferdstündchen getroffen. Wenn sie sich nahe genug gekommen sind, ist im August/September mit Nachwuchs zu rechnen. Neue Stars in der Showarena: Hinter verschlossenem Vorhang trainieren die Tiertrainer in diesem Winter mit zwei neuen Stars. Pünktlich zur Sommersaison werden die beiden mit messerscharfem Verstand und gehörigem Weitblick beeindrucken! Neue Veranstaltungen: An genau 173 Tagen überraschte der Zoo im vergangenen Jahr mit neuen Veranstaltungen – von der Kinderfestwoche über kanadische Goldrushdays, Markttage auf Meyers Hof, Krimi-Musical-Dinner im Dschungelpalast und Lesungen im Outback bis zum Besuch ehemaliger Olympioniken am Sambesi. Das erfolgreiche Konzept setzt der Zoo 2013 fort.

Zoo Heidelberg, 10.01.2013
Durchzählen bitte! Tierische Inventur im Zoo Heidelberg
Nicht nur die Zoobesucher werden regelmäßig gezählt, sondern auch alle Gegenstände und natürlich die tierischen Bewohner des Zoos werden einmal im Jahr in einer Inventur erfasst. Von Futtersäcken bis hin zu Werkzeugen, von der kleinsten Hausmaus bis zum größten Elefant – nichts bleibt unentdeckt. Bei den Futtermitteln und den Gegenständen geht es relativ unspektakulär zu, aber die tierische Inventur ist für die Zoomitarbeiter jedes Jahr wieder spannend und hält manchmal einige Überraschungen bereit. Sie dient dazu, die ständig beobachteten und notierten Veränderungen im Tierbestand mit der tatsächlichen Zählung abzugleichen und eventuelle Abweichungen zu überprüfen. Da kann es schon mal passieren, dass das Geschlecht eines Tieres kurz nach der Geburt doch falsch bestimmt worden war oder der Verlust einer Ente durch einen Fuchs erst bei der Inventur bemerkt wird. Wie jedes Jahr sind im Jahr 2012 einige Tiere gestorben oder umgezogen, aber es gibt ebenso reichlich Nachwuchs und Neuzugänge zu verzeichnen. Die Sumatra-Tigerdame „Kim“ zog in einen Zoo nach Dänemark, dafür kamen die beiden jungen Tiger „Asim“ und „Tila“ nach Heidelberg, die sich prächtig verstehen und bald ihr großzügiges Gehege teilen dürfen. Seltenen Nachwuchs gab es im Sommer – gerade einmal neun Monate nach der Geburt des letzten Kalbs – bei den Schopfhirschen. Der kleine „Willi“ entwickelt sich vorbildlich und erfreut sich bester Gesundheit. Auch bei den Hulmans gab es eine freudige Überraschung: Der erst im Dezember 2011 eingezogene Hulman „Hector“ sorgte schon im Sommer für den langersehnten Nachwuchs. Weitere erfreuliche Ereignisse waren die Geburten von zwei hübschen Zebras und die des Gorillajungen „Kiu“, der sich sehr gut in die Gruppe einlebt. Seit diesem Jahr beherbergt der Zoo Heidelberg außerdem vier Exemplare einer alten und heute gefährdeten Nutztierrasse, den schillernden Bronzeputen. Bei der Tierinventur mühen sich die Tierpfleger mehrere Tage lang, aber nicht jede Tierart ist dabei so kooperativ oder leicht zu zählen wie Elefanten, Zebras oder Poitou-Esel. Die kleinen Hausmäuse entwischen in alle Richtungen, die flinken Sturmmöwen fliegen durcheinander und die quirligen Rhesusaffen halten grundsätzlich nie still. Trotz solcher „Widrigkeiten“ müssen alle Tiere sorgfältig aufgenommen werden. Zur Inventur zählt zum Beispiel bei den Mähnenrobben auch, dass sie gewogen werden, um so die Entwicklung, den Gesundheitszustand oder eine eventuelle Trächtigkeit zu überwachen. Dank einer speziellen Waage klappt das für Tier und Pfleger reibungslos. Mähnenrobbenbulle Atos, der mit seinen sieben Jahren die Pubertät hinter sich gebracht hat, wiegt stolze 360 Kilo. Kaum zu glauben, dass der jetzt bereits mächtige Bulle in den nächsten Jahren noch bis zu weiteren 150 Kilo zunehmen kann. Am 31.12.2012 lebten im Zoo Heidelberg 1443 Tiere in 174 Arten, der Bestand ist im Vergleich zum Vorjahr somit um mehr als 100 Tiere angestiegen. Vor allem die Feldhamster, Stabheuschrecken und Koi Karpfen in den Teichen haben die Zahl nach oben schnellen lassen. Die größte Tiergruppe sind die Vögel, die mit 94 Arten und 544 Individuen vertreten sind, dicht gefolgt von den Säugetieren mit 60 Arten und 531 Individuen. Um auch weiterhin eine solche Artenvielfalt erhalten zu können, ist die geplante Erweiterung des Zoogeländes ein wichtiger Schritt. Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann blickt nach einem erfolgreichen Jahr in der Tierhaltung erwartungsvoll in die Zukunft: „Das Erweiterungsgelände ist die große Chance des Zoos, seine gesellschaftlichen Aufgaben innovativ und auf hohem Niveau zu erfüllen“.

Zoo Leipzig, 10.01.2013
Bonobo-Jungtier in Pongoland geboren, African Dinner für Zoofreunde
Nachwuchs in Pongoland: Bonoboweibchen Yasa hat gestern ein Jungtier geboren. Heute sind die beiden bereits in die Gruppe integriert worden und somit ab sofort für die Besucher des Zoo Leipzig zu sehen. Die 15 Jahre alte Mutter (geb. am 27.08.1997 in Twycross) hat den Nachwuchs am 09. Januar ohne Komplikationen zur Welt gebracht und kümmert sich intensiv um ihr Jungtier. Damit hat es zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren wieder mit Nachwuchs in der nun zehnköpfigen Bonobogruppe (Pan panicus) in Pongoland geklappt. Für den Bestand der stark vom Aussterben bedrohten Tierart ist jede erfolgreiche Geburt wichtig. Im internationalen Zoo-Informationssystem ZIMS wurden in den vergangenen zwölf Monaten lediglich sechs Jungtiere erfasst. „Die erfolgreiche Zucht bedrohter Tiere gehört zu den primären Zielen moderner Zoos. Wir freuen uns, mit dem Nachwuchs neuerlich zu zeigen, dass sich die Tiere in Pongoland wohlfühlen und wir einen entscheidenden Beitrag für den Artenschutz leisten“, sagt Zoodirektor Dr. Jörg Junhold.
Dem Winter entfliehen können Zoofans im Rahmen des African Dinner. Teilnehmer erwartet ein faszinierender Abend in der stilechten Kiwara-Lodge. Inmitten des afrikanischen Ambientes wird ein afrikanisches 4-Gänge-Menü inklusive Getränke serviert. Spannende Berichte über die Kultur, Tradition und Historie Gambias gehören ebenso zum Programm wie eine exklusive Tour zu den Giraffen und Löwen. Buchungen für die African Dinner-Abende am 11. und 25. Januar sowie den 8., 14. und 22. Februar sind über das Safari-Büro (Tel. 0341 5933-385 oder per E-Mail an safaribuero@zoo-leipzig.de) möglich.

Tiergarten Hellabrunn München, 10.01.2013
Inventur für das Jahr 2012 in Hellabrunn: 19.183 Tiere in 757 Arten – Tierisch viel zu zählen
Wie jedes Unternehmen zählt auch der Tierpark Hellabrunn am Ende jedes Jahres alles, was ihm lieb und wertvoll ist: seine Tiere. Stichtag für den Tierbestand ist der 31. Dezember. Nicht jede Tierart war bei der Inventur gleichermaßen kooperativ. Die Meerschweinchen liefen wild durcheinander, die Vögel flatterten durch die Dschungelwelt, der Känguru-Nachwuchs verschwand im Beutel und anstatt sich durchzählen zu lassen, tauchten die Neonfische einfach ab. Trotzdem: Von der Antilope bis zum Zebra wurde jedes Tier notiert, eine Bestandsaufnahme ähnlich wie im Baumarkt – nur viel quirliger. Geschätzte Schätze: Weil sie pausenlos unterwegs sind, werden manche Tierarten nach ausgeklügelten Methoden geschätzt, wie die Vogelschwärme in der Dschungelwelt oder die Anemonenfische im Aquarium. Da die freifliegenden Vögel sich nicht einfangen lassen, wird ihre Futterstelle beobachtet. Die Anzahl der dort pickenden Vögel wird später hochgerechnet. Auch bei den Anemonenfischen wird in einem Beckenausschnitt gezählt, genau beobachtet und geschätzt. Wir sind ein Volk! Die Ameisen zu zählen, die bergauf-bergab durch ein langes Röhrenlabyrinth krabbeln, ist Sisyphos-Arbeit. Die Blattschneider-Ameisen werden nur als ein Tier gezählt – obwohl es natürlich tausende Individuen sind. Erheblich einfacher ist das Zählen bei den Nashörnern: Die beiden Dickhäuter liegen dösend in ihrem Haus und halten gähnend still. Und auch die fünfrüsselige Elefantenriege stellt sich zum Appell einfach auf. Besonders beliebte Zählobjekte sind die Faultiere und Achatschnecken: Regungslos harren sie während der Inventur aus. Die Zahlen vergleichen die Tierparkmitarbeiter schließlich mit ihren Aufzeichnungen des gesamten Jahres. Jeden Tag halten die Tierpfleger schriftlich fest, ob ein Tier geboren, verstorben, weg- oder zugereist ist. Die täglich ermittelten Zahlen werden im Tagesbericht eingetragen. Das Ergebnis der Jahresabschlusszählung wird schließlich mit der gesamten Tierkartei verglichen. Fehlt ein Tier oder ist gar eines zu viel, wird noch mal gezählt. Der Abschluss der tierischen Inventur ist der lückenlose Jahresbericht, den die Kuratoren in mühevoller Kleinarbeit zusammenstellen. Dieser Jahresbericht wird dann im Geschäftsbericht veröffentlich. Auf diese Weise ist jedes Tier vom Kurzohrrüsselspringer bis zum Elefanten „aktenkundig“. Wissenschaftliche Vergleichswerte: Doch bei der tierischen Inventur wird nicht nur gezählt: Vergleichswerte und wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben sich auch aus dem Wiegen und Messen der Tiere. Die Zahlen geben Aufschluss über die Entwicklung der Tiere. Anhand der Vergleichszahlen aus den verschiedensten Zoos kann zum Beispiel ersehen werden, ob ein Tier sich normal entwickelt. Zahlenbeispiele aus dem Tierpark Hellabrunn: Säugetiere 989 in 101 Arten, Vögel 1.018 in 102 Arten, Reptilien 417 in 48 Arten, Amphibien 118 in 9 Arten, Fische ca. 9.100 in 287 Arten, Insekten ca. 2.000 in 25 Arten, Spinnentiere 41 in 3 Arten, sonstige wirbellose Tiere 5.500 in 182 Arten. 2 Eisbären, 5 Elefanten, ca. 2.500 Neonfische, 6 Schimpansen, 6 Gorillas, 2 Haie, 2 Löwen, 1 Tiger, 1 Leopard, 2 Nashörner, 106 Flamingos, 115 Meerschweinchen, 2 Giraffen. Das größte, höchste, schwerste Tier: Das größte Tier: Giraffenbulle Togo hat eine Scheitelhöhe von 4,40 Meter. Das schwerste Tier: Elefantenkuh Panang bringt 3,5 Tonnen auf die Waage. Das längste Tier: Anakonda Anna ist 4,10 Meter lang. Das kleinste Tier: Blattschneide-Ameise Resi ist nur 0,5 cm lang. Das älteste Tier: Riesenschildkröte Paul ist etwa 140 Jahre alt. Das letztgeborene Tier 2012: Pampashase (* 27.12.2012, Geschlecht ist noch unklar). Das erstgeborene Tier 2013: Mähnentaube in der Dschungelwelt (* 05.01.2013). „Wir sind sehr stolz auf den enorm großen Tierbestand in Hellabrunn. Von der Ameise bis zum Elefanten – hier findet jeder Besucher sein Lieblingstier. Mit 19.183 Tieren in 757 Arten gehört Hellabrunn zu den tierreichsten und artenreichsten europäischen Zoos“, freut sich Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Zoo Osnabrück, 10.01.2013
Abschied von Sabi, Tutume und Matibi – Bald Asiatische Elefanten im Zoo Osnabrück
Der Zoo Osnabrück wird in diesem Frühjahr von Afrikanischen Elefanten auf Asiaten wechseln. Die derzeitige dreiköpfige Zuchtgruppe kann aufgrund von Verwandtschaftsverhältnissen nicht bestehen bleiben. „Die Umstellung der Elefanten geschieht zum Wohle der Tiere“, berichtete Zoodirektor Prof. Michael Böer bei der heutigen Pressekonferenz. „Uns allen fiel die Entscheidung nicht leicht, insbesondere die Tierpfleger hängen sehr an ihren Schützlingen. Doch wir befinden uns mit der Elefantenhaltung leider in einer Sackgasse.“ Das Problem: Die 13 Jahre alte Elefantenkuh Matibi und der 13 Jahre alte Elefantenbulle Tutume sind Halbgeschwister. Sie können sich nicht fortpflanzen. „Zudem ärgert Matibi ihren Bruder sehr und Tutume will lieber alleine sein, so wie junge Bullen in freier Wildbahn auch“, erklärt Böer. Die 27 Jahre alte Sabi sei für Tutume eher eine Tante als eine interessante Partnerin. „Die Situation ist für alle drei Nerven aufreibend und wir mussten auch der Tiere wegen nun handeln.“ Nach Frankreich und in die weite Welt: Ursprünglich wollte der Zoo nur Tutume gegen einen anderen, passenden Afrikanischen Elefantenbullen tauschen. „Leider wurde aber kein passender Partner gefunden“, bedauerte Böer. Deswegen geht es für Matibi und Sabi nächste Woche nach Südfrankreich, in den Zoo African Safari bei Toulouse. „Hier erwarten sie zwei junge Elefantenbullen, für Matibi ist da sicherlich ein passender Partner dabei. Außerdem erhalten sie dort ab diesem Frühjahr die modernste Elefantenaußenanlage in Europa“, freut sich Böer für die beiden Elefantenkühe. Für Elefantenbulle Tutume kann die Reise länger werden: „Voraussichtlich wird er nach Kanada gehen, um in Amerika als Zuchtbulle für Nachwuchs zu sorgen. Wir warten zurzeit noch auf die Genehmigungen der kanadischen Behörden. Als zweite Option besteht noch ein Zwischenaufenthalt in Fasano, Italien, wo auch unsere ehemaligen Zirkuselefanten Miry und Betty hingegangen sind“, so Böer. Expertenwissen für eine gute Zukunft: Die Entscheidung, wo die Osnabrücker Elefanten hinreisen, hat der Zoo Osnabrück nicht alleine gefällt: „ Die Europäische Vereinigung für Zoos und Aquarien hat im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms so genannte Zuchtbuchkoordinatoren für verschiedene Tierarten bestimmt. Das sind wissenschaftliche Zoomitarbeiter, die sich um den Tausch von Tieren in Zoos kümmern. Sie wissen, wo welche Tiere sind und welche Tiere genetisch am besten für die Zucht zusammen passen“, erläutert Böer. Diese Zuchtbuchkoordinatoren werden jeweils zusätzlich von einem Komitee aus acht weiteren Experten unterstützt. „Sie haben nach langer Beratung für unsere Elefanten sowohl Toulouse als auch Kanada ausgewählt, sodass wir dieser Entscheidung folgen.“ Fünf Asiaten demnächst im Zoo Osnabrück: Die Elefantenhaltung in Osnabrück ist damit jedoch nicht abgeschlossen: „Im März werden vier Asiatische Elefanten aus dem Tierpark Emmen zu uns ziehen. Die dortige Elefantengruppe hatte sich nach dem Tod der Leitkuh in zwei Untergruppen gespaltet und miteinander konkurriert“, so Böer. „Deswegen kommt nun eine Gruppe zu uns, sodass es auch diesen Tieren besser gehen wird.“ Die Osnabrücker Zoobesucher müssen sich allerdings an asiatische Namen gewöhnen: Elefantenkühe Htoo Yin Aye (30 J.) und Ma Palai (15 J.) sowie die Elefantenbullen Ananda (4 J.) und Mong Tine (1 J.) leben dann auf der großen Elefantenanlage im Zoozentrum. „Zusätzlich erhalten wir noch einen Zuchtbullen, der aber vom EEP-Koordinator noch nicht ausgewählt wurde. Dann haben wir im Zoo Osnabrück erstmals eine zuchtfähige Elefantengruppe und Sabi, Tutume und Matibi haben auch eine hoffnungsvollere Zukunft“, ist Böer optimistisch. Wann die Reise von Tutume startet ist zurzeit noch unklar. Zoobesucher können sich am kommenden Wochenende von ihren Afrikanischen Elefantenlieblingen Sabi und Matibi verabschieden.

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