Ausgestorbene Fische der Neuzeit I

Amistad-Kärpfling
Der Amistad-Kärpfling kam ausschließlich in den schnellfließenden warmen Quellgewässern von Goodenough Spring, der ehemals drittgrößten texanischen Quelle und Zufluss des Rio Grande im Val Verde County, Texas, vor.
Seine Länge betrug 3,5 bis 4 Zentimeter. Der Körper war verhältnismäßig schlank und in jedem Kiefer befanden sich zahlreiche Zähne. Das Männchen bildete ein Gonopodium vom 4. Strahl der Afterflosse. Konservierte Exemplare zeigten eine starke Kreuzschraffur und wiesen zahlreiche dunkel pigmentierte sichelförmige Flecken auf den Schuppenrändern auf. Der mittlere Rückenstreifen war eng, der Bauchstreifen breit. Des Weiteren war ein dunkler unterer Augenstrich vorhanden. Die erwachsenen Weibchen waren durch einen permanenten dunklen Analfleck gekennzeichnet.
Seine Nahrung bestand aus organischen Schwebstoffen (Detritus), Algen und kleinen Gliederfüßern. Die Weibchen brachten lebende Junge zur Welt.
Der Amistad-Kärpfling wurde im Juli 1968 in der Wildnis ausgelöscht als der Amistad-Stausee Goodenough Spring permanent überflutete und den Lebensraum des Amistad-Kärpflings zerstörte. Bei der wissenschaftlichen Erstbeschreibung im Jahre 1973 existierten nur noch Populationen in Aquarien und in künstlichen Teichen. Der United States Fish and Wildlife Service listete diese Art 1980 als bedroht, zu einer Zeit, als nur noch zwei Populationen in menschlicher Obhut existierten. Diese Fische wurden im Brackenridge Field Laboratory der University of Texas at Austin und im Dexter National Fish Hatchery in New Mexico gehalten. Die Populationen wurden in Gefangenschaft mit Koboldkärpflingen vermischt, die den Amistad-Kärpflingen nachstellten oder mit ihnen hybridisierten. 1986 wurde diese Art von der IUCN für ausgestorben erklärt.

Barbus microbarbis
Barbus microbarbis war im Lake Luhondo in Ruanda endemisch.
Barbus microbarbis ist nur vom Holotypus bekannt. Das Exemplar hat eine Standardlänge von 216 mm. Die Körperhöhe beträgt 31 mm, die Kopflänge 23,6 mm, die Länge der Brustflosse 19,9 mm, die Länge des Schwanzstiels 15,7 mm, die Höhe des Schwanzsstiels 11,1 mm, die Schnauzenlänge 3,3 mm, die Maulbreite 7,4 mm, der Augendurchmesser 5,5 mm und der Interorbitalabstand (Abstand zwischen den Augen) 9,2 mm.
Das Maul ist unterständig. Der gekrümmte Unterkiefer hat keinen hornigen Rand. Die hinteren und vorderen Barteln sind sehr kurz. Im inneren Rachenraum befindet sich eine Reihe aus fünf Zähnen. Die Kontur des Rachenknochens ist sanft gekrümmt. Auf dem unteren Ast des ersten Kiemenbogens befinden sich 15 Kiemenreusendornen.
Die Schuppen am hinteren Teil des Körpers haben parallele Striemen, an den Schultern sind sie strahlig gestreift. Auf dem Seitenlinienorgan befinden sich 32 Schuppenreihen, am Schwanzstiel befinde sich zwölf. Zwischen der dorsalen Mittellinie und der Seitenlinie sowie zwischen der Seitenlinie und der ventralen Mittellinie befinden sich 5 ½ Schuppenreihen. Zwischen der Seitenlinie und der Basis der Brustflosse befinden sich 2 ½ Schuppenreihen. Die Rückenflosse hat neun verzweigte und vier unverzweigte Strahlen. Der letzte Strahl ist mäßig verdickt und zu einem glatten Stachel verknöchert. Die Afterflosse hat drei unverzweigte und fünf verzweigte Strahlen.
Die Oberseite des Körpers ist dunkelgrau, die Unterseite heller grau. Die Schuppen haben eine schwarze Umrandung.
Barbus microbarbis wurde 2006 von der IUCN für ausgestorben erklärt. Die Art hatte ein sehr eingeschränktes Verbreitungsgebiet von weniger als 20 km². Der Rückgang von Barbus microbarbis begann zwischen 1935 und 1938, als Haplochromis-Arten und junge Buntbarsche der Gattung Tilapia in den Lake Luhondo ausgesetzt wurden. Diese vermehrten sich so stark, dass sie bis 1952 die größeren endemischen Karpfenfische, darunter Barbus microbarbis verdrängt hatten. Daneben verendeten viele Exemplare als Beifang in der Fischfangindustrie.

Chonrdostoma scodrense
Chondrostoma scodrense ist eine vermutlich ausgestorbene Fischart, deren Vorkommen auf den Skutarisee an der Grenze zwischen Montenegro und Albanien beschränkt war.
Chondrostoma scodrense erreichte eine Standardlänge von 135 mm. Das Maul war etwas gebogen mit einer dünnen, aber gut entwickelten hornigen Schicht an der Unterlippe. Auf dem Seitenlinienorgan befanden sich 51 bis 59 Schuppen. Die Anal- und Dorsalflossen waren an der Aussenlinie etwas gewölbt. Die Anzahl der Rückflossenstrahlen betrug acht bis neun, die Anzahl der Analflossenstrahlen neun bis zehn und die Anzahl der Bauchflossenstrahlen acht. Die Brustflossen hatten 15 bis 18 Strahlen. Es gab 14 bis 17 Kiemenreusen.
Über Lebensweise und Lebensraum gibt es keine zuverlässigen Felddaten. Vergleiche mit seinem nächsten Verwandten, der Nase (Chondrostoma nasus), lassen jedoch die Vermutung zu, dass er im Frühjahr in den Rijeka Crnojevica, einem Zufluss des Skutarisees, wanderte und dort laichte.
Chondrostoma scodrense wurde 2006 von der IUCN für ausgestorben erklärt, da diese Art nur von neun Museumsexemplaren bekannt geworden ist, die Franz Steindachner zwischen August und September 1881 gesammelt hatte. Trotz intensiver Suchen in den 1980er Jahren, in den 1990er Jahren und im Jahre 2003 wurde das Taxon nicht mehr wiedergefunden. Mögliche Ursachen für das Verschwinden der Art waren Überfischung, Wasserverschmutzung und Lebensraumverlust. Steindachners Kollektion wird im Naturhistorischen Museum Wien aufbewahrt.

Coregonus
Coregonus ist eine Gattung von Fischen aus der Ordnung der Lachsartigen. Deutsche Namen sind Reinanken, Renken, Felchen, Coregonen, Schnäpel, Maränen usw. Dabei kann ein deutscher Name für verschiedene Arten stehen; viele Arten haben mehrere Namen je nach Region.
Viele Coregonen und Maränen gehören zu den gefährdeten Fischarten. Sowohl in Nordamerika als auch in Europa wurden die Bestände im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert stark überfischt. Darüber hinaus brachen aufgrund der Konkurrenz mit faunenfremden Fischarten die Bestände zusammen. Heute gilt vor allem die Gewässerverschmutzung als größte Gefährdung. Eine weitere Ursache für die Seltenheit dieser Fische sind die stark eingeschränkten Verbreitungsgebiete, die zum Teil nur ein bestimmtes Seengebiet umfassen. Zwölf Taxa gelten als ausgestorben oder mutmaßlich ausgestorben: Coregonus alpenae, Coregonus johannae, Coregonus reighardi (offiziell als kritisch gefährdet gelistet, aber seit den 1980er-Jahren nicht mehr nachgewiesen), Coregonus gutturosus, Coregonus bezola, Coregonus restrictus, Coregonus fera, Coregonus nigripinnis, Coregonus hiemalis, Coregonus hoferi (offiziell als kritisch gefährdet gelistet, aber seit den 1940er-Jahren nicht mehr nachgewiesen), Coregonus oxyrhynchus (Fisch des Jahres 1999) und Coregonus kiyi orientalis. Weitere 19 Taxa, darunter Coregonus arenicolus, Coregonus bavaricus, Coregonus kiyi, Coregonus candidus und Coregonus confusus, gelten als gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Bezoule
Die Bezoule war im Lac du Bourget im französischen Département Savoie endemisch.
Die Bezoule erreichte eine Standardlänge von 320 mm. Sie hatte 26 bis 33 Kiemenreusendornen. Auf dem Seitenlinienorgan waren 81 bis 87 Schuppenreihen. Der Rücken war gelblich bis bräunlich, die Flanken waren silbrig mit einer gelblichen Tönung.
Die Bezoule bewohnte das Tiefenwasser des Lac du Bourget. Die Laichzeit war zwischen Januar und Februar. Die Eier wurden in 70 bis 80 Tiefe auf dem Schlammgrund abgelegt.
Die Bezoule wurde 2008 von der IUCN für ausgestorben erklärt. Das letzte eindeutig dokumentierte Exemplar wurde im späten 19. Jahrhundert gefangen. Nach Angaben von örtlichen Fischern hat die Art bis in die 1960er-Jahre überlebt. Die Ursachen für ihr Verschwinden sind unklar. In den Museumssammlungen existiert nur ein erhaltenes Exemplar.

Bodensee-Kilch

Bodenseekilch (Die Süsswasserfische der österreichischen Monarchie mit Rücksicht auf die angrenzenden Länder)

Bodenseekilch (Die Süsswasserfische der österreichischen Monarchie mit Rücksicht auf die angrenzenden Länder)

Der Bodensee-Kilch kam in den tieferen Bereichen des Bodensees vor.
Der Bodensee-Kilch erreichte eine Standardlänge von 290 mm und ein Gewicht von 125 Gramm. Die Mundöffnung war unterständig. Die Schnauze war stumpf. Der Rücken war olivgrün oder braun. Die Anzahl der Kiemenreusen auf dem ersten Bogen betrug 14 bis 25.
Die Laichzeit des Bodensee-Kilchs war von Juli bis November. Der Laich wurde in 10 bis 60 Meter Tiefe abgelegt. Nach dem Laichen überwinterten die Kilche an tieferen Plätzen zwischen 100 und 140 Metern. Zwischen März und April stiegen die Fische wieder in ihre angestammten Reviere zwischen 50 und 60 Meter empor. Im Sommer bestand die Nahrung aus Muscheln und Schnecken des Seegrunds. Im Winter ernährte sich der Bodensee-Kilch vom Laich des Blaufelchens.
Gefangene Kilche waren in der Regel stark verunstaltet. Durch das Heraufziehen aus der Tiefe wurde der Bauch derart aufgetrieben, dass er aufgrund des fallenden Wasserdrucks und der dadurch verursachten übermäßigen Ausdehnung der in der Schwimmblase eingeschlossenen Luft sogar platzen konnte.
In den 1950er-Jahren begann die Eutrophierung des Bodensees, was zu einem starken Rückgang des Sauerstoffgehalts führte und dafür verantwortlich war, dass sich die Eier vieler Coregonen nicht mehr entwickeln konnten. Während sich die Bestände anderer Coregonenarten im Bodensee durch Aufstockung erholten, starb der Bodensee-Kilch vermutlich in den 1970er-Jahren aus.

Coregonus johannae
Coregonus johannae kam in Tiefen von 50 bis 160 m im Huronsee und im Michigansee vor.
Coregonus johannae war eine der größten Maränen in den Großen Seen. Ihre durchschnittliche Länge betrug 29 cm, ihr Gewicht ungefähr 680 Gramm. Von anderen Maränen unterschied sie sich durch ihre relativ langen Brustflossen und ihre unpigmentierten Kiefer. Des Weiteren hatte sie 27 bis 32 kurze Kiemenreusendornen auf dem ersten Kiemenbogen. Die Farbe der Schuppen war silbrig mit einem zarten rosafarbenen oder purpurnen Schimmer. Der Rücken war grünlich oder bläulich. Der Bauch war weiß.
Die Laichzeit war im Spätsommer von Mitte August bis Ende September. Die Hauptnahrung bestand aus Kleinkrebsen und Muscheln wie Mysis, Pisidium und Pontoporeia.
Die Überfischung von Coregonus johannae begann bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts und zu Beginn der 1920er Jahre waren die Bestände so ernsthaft dezimiert, dass diese Maräne in weiten Teilen ihres ehemaligen Verbreitungsgebietes ausgestorben war. 1951 wurde die Art zuletzt im Michigansee und 1952 zuletzt im Huronsee nachgewiesen. Weitere Gründe für ihr Aussterben waren die Hybridisierung mit Coregonus hoyi (englisch: Bloater) sowie der Parasitismus durch das invasive Meerneunauge.

Féra
Die Féra war im Genfer See endemisch.
Die Féra erreichte eine Standardlänge von 550 mm. Der Rücken war etwas gebogen. Das dorsale Profil des Kopfes und des Mauls war gerade. Es gab 21 bis 28 Kiemenreusen. Der Rücken war braungrau mit einem gelblichen Schimmer. Die Flanken waren grünlich oder bläulich. Die Flossen zeigten mit dem Alter eine rosa Tönung. Der Oberkopf war grünlichgelb mit blassen Punkten, die mit dem Alter eine intensivere Färbung annahmen.
Im Sommer ernährte sich die Féra von Insekten. Im Winter zog sie in tiefere Gewässer, wo ihre Nahrung Zooplankton beinhaltete. Die Laichzeit war von Februar bis Mitte-März.
Der systematische Status der Féra war lange Zeit umstritten. Während Louis Jurine das Taxon 1825 als eigenständige Art beschrieb, wurde es von Heinrich Rudolf Schinz lediglich als Synonym von Coregonus maraena betrachtet. 1950 benutzte Emile Dottrens das Binomen Coregonus fera sowohl für die Coregonen im Genfersee als auch für die im Bodensee, wobei er die Fische im Bodensee als Sandfelchen bezeichnete. 1997 revidierte Maurice Kottelat diese Systematik. Als Coregonus fera wurde nur noch das Taxon im Genfersee bezeichnet. Der Sandfelchen wurde als Coregonus arenicolus neubeschrieben. Die heutige Verwendung des Namens Féra bezieht sich auf die 1923 im Genfer See eingeführte Palée (Coregonus palaea).
Zusammen mit der ebenfalls ausgestorbenen Gravenche (Coregonus hiemalis) gehörte die Féra zu den am stärksten gefangenen Fischarten des Genfer Sees im späten 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert. 1890 machten die Fangquoten dieser beiden Arten 68 Prozent aller im Genfer See gefangenen Speisefische aus. Wegen der Eutrophierung des Genfersees, der Überfischung und der starken Hybridisierung mit eingeführten Coregonen wie der Palée war die Féra bereits in den 1920er-Jahren extrem selten. Die letzten Existenzbelege soll es bis 1950 gegeben haben; um 1958 wurde diese Art jedoch nicht mehr nachgewiesen.

Férit
Der Férit war im Schweizer Murtensee endemisch.
Der Férit erreichte eine Standardlänge von 250 mm. Er besaß 35 bis 38 Kiemenreusenstrahlen. Die Körperhöhe betrug 69 bis 75 mm, die Kopflänge 54 bis 56 mm. Der Körper war massiv, der Rücken gebogen.
Der Férit war ein Tiefenwasserbewohner. Die Laichzeit lag im Januar und die Eiablage erfolgte in 35 bis 40 Meter Tiefe im Sand oder im Schlamm.
Der Férit wurde 2008 in die Liste der ausgestorbenen Fischarten der IUCN aufgenommen. Der letzte bestätigte Nachweis datiert aus dem Jahr 1890. Intensive Suchen in den 1950er-Jahren blieben ergebnislos. Vermutlich war die Überdüngung des Murtensees die Hauptursache für das Aussterben der Art. Heute leben andere Coregoniden-Arten im Murtensee.

Gravenche
Die Gravenche, lokal auch als Kleine Fera oder Kilch bezeichnet, ist ein vermutlich ausgestorbener Süßwasserfisch aus dem Genfersee.
Der taxonomische Status der Gravenche ist umstritten, da es keine konservierten Exemplare in den Museen gibt. 1959 wurde er von Emile Dottrens als Unterart des Lavarets (Coregonus lavaretus) aufgefasst. Andere Experten, darunter Maurice Kottelat und Jörg Freyhof, betrachten Coregonus hiemalis jedoch als eine im Genfersee endemische, eigenständige Art.
Die Gravenche ähnelte dem Gangfisch. Sie erreichte eine Gesamtlänge von 25 bis 32 Zentimeter. Der Augendurchmesser betrug 18 bis 22 Prozent der Kopflänge. Es gab 25 bis 33 Kiemenreusendornen. Der Rücken war gebogen. Das dorsale Kopfprofil und die Schnauze waren gerundet. Ihr Kopf war dicker und die Flossen waren verhältnismäßig länger als bei der Féra. Ihre Schwanzflosse war weniger tief eingeschnitten.
Die Gravenche hatte eine benthopelagische Lebensweise, das heißt, dass sie sich überwiegend in Bodennähe aufhielt. Sie kam in großen Tiefen vor und ernährte sich von tierischem Plankton. Die Laichzeit war Mitte Dezember.
Die Gravenche ist oder war endemisch in den tiefen Wasserbereichen des Genfersees. Ältere Literaturangaben nennen für Coregonus hiemalis den Ammersee, den Chiemsee und den Bodensee. Diese beziehen sich jedoch eher auf den Ammersee-Kilch (Coregonus bavaricus), den Chiemsee-Kilch (Coregonus sp.) und den Bodensee-Kilch (Coregonus gutturosus)
Zusammen mit der ebenfalls als ausgestorben betrachteten Féra (Coregonus fera) gehörte die Gravenche zu den am stärksten gefangenen Speisefischen des Genfersees. Um das Jahr 1890 machte die Fangquote dieser beiden Arten 68 % aller gefangenen Fische im Genfersee aus. Die Überfischung sorgte dafür, dass sie bereits in den 1920er Jahren extrem selten war und seit dem Jahr 1950 nicht mehr nachgewiesen wurde.

Langkiefer-Maräne
Die Langkiefer-Maräne ist eine ausgestorbene Tiefwassermaräne, die gewöhnlich in Tiefen von 100 Metern oder mehr in den Seen Huron, Michigan und Erie vorkam.
Sie erreichte eine durchschnittliche Länge von 28 cm. Die größte Langkiefer-Maräne war 54,6 cm lang, wog 1,8 kg und wurde 1932 in Manistique, Michigansee gefangen. Der Körper war länglich und an den Seiten zusammengedrückt, aber robust. Der schwere Kopf war kurz und verbreitert. Das breite Maul war etwas abgerundet. Die Augen waren dürftig ausgebildet. Der schwere Unterkiefer ragte über den Oberkiefer hinaus. Die Kinnbacken waren gewöhnlich pigmentlos und über dem vorderen Augenrand hinaus verlängert. Die Langkiefer-Maräne wies allgemein eine silberige Färbung mit einem rosa oder violetten Schimmer auf. Der Rücken war bläulich oder grünlich, die Flanken silbern und die Unterseite weiß. Die Pigmentierung an den Kiefern und den Flossen war sehr hell.
Da die Systematik der Maränen recht kompliziert ist, glauben viele Wissenschaftler, dass die Langkiefer-Maräne keine eigenständige Art war, sondern eine unterschiedliche Population körperlich langer Individuen der Kurzkiefer-Maräne (Coregonus zenithicus).
Die Laichzeit war im Spätherbst. Ihre Hauptnahrung bestand aus Zooplankton wie dem Reliktkrebschen (Mysis relicta).
Die Ursachen für ihr Aussterben waren die Überfischung und Verschmutzung der Großen Seen sowie der Parasitismus durch das invasive Meerneunauge. Der Höhepunkt der kommerziellen Fangaktionen war während der 1930er Jahre, als ein Drittel aller gefangenen Maränen aus dieser Art bestand. Sie wurde als Bückling verkauft. In den 1950er Jahren war sie bereits im Eriesee ausgestorben. Im Jahre 1961 war sie im Michigansee ernsthaft dezimiert. 1967 wurde diese Art nicht mehr im kommerziellen Fischfang nachgewiesen und 1975 wurde das letzte Exemplar in der Georgsbucht im Huronsee in Ontario gesehen.

Cyprinus yilongensis
Cyprinus yilongensis ist in der chinesischen Provinz Yunnan endemisch.
Die Länge betrug 10 bis 13 cm. Der Bereich oberhalb der Augen war orange, der Kopf und die Oberseite waren grauschwarz oder tiefgrün. Die Flanken waren silbrigweiss. Die Brust- und die Bauchflossen waren etwas gelblich. Der Kopf war kegelförmig und die Schnauze spitz. Der Unterkiefer ragte etwas hervor. Es gab zwei Paar Barteln. Der letzte einfache Strahl der Rücken- und Afterflossen war stachelförmig und am hinteren Rand gezackt.
Cyprinus yilongensis bewohnte meist das Tiefenwasser des Sees, wo keine Wasserpest vorkam. Die Nahrung bestand hauptsächlich aus Plankton. Die Laichzeit war zwischen April und Mai.
Cyprinus yilongensis wurde 1977 beschrieben, auf der Basis von Typusexemplaren, die zwischen 1963 und 1964 gesammelt wurden. Das Aussterben ist vermutlich auf Überfischung, Wasserverschmutzung sowie auf eine vorübergehende Austrocknung des Yì Lóng Hú für 20 Tage im Jahre 1981 zurückzuführen. Nach dem Suchen nach der Art in den Jahren 1983 und 1984 ergebnislos blieben, wurde sie 1993 offiziell für ausgestorben erklärt.

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