Portrait: Kalong

Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Tribus: Eigentliche Flughunde (Pteropodini)
Gattung: Pteropus
Art: Kalong (Pteropus vampyrus)
Kalong (Brehms Tierleben)

Kalong (Brehms Tierleben)

Der Kalong gehört zu den größten Flughundarten. Er erreicht eine Körperlänge von 27,0 bis 34,0 Zentimeter, eine Vorderarmlänge von 17,9 bis 22,0 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 5,0 bis 6,8 Zentimeter, eine Ohrlänge von 3,5 bis 4,5 Zentimeter, eine Fersenbeinlänge (Calcaneus) von 2,6 bis 3,2 Zentimeter, eine Daumenlänge von 7,3 bis 9,3 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 130,2 bis 150,0 Zentimeter sowie ein Gewicht von 645 bis 1.092 Gramm. Ein Schwanz ist nicht vorhanden. Das dichte Fell ist recht kurz und weist eine graubraune bis schwarzbraune, im Schulter- und Nackenbereich eine gelblichbraune Färbung auf. Lokal, vor allem bei den Unterarten, können verschiedene Farbvariationen auftreten. Das Patagium (Flughaut) weist kein Fell auf und ist bei allen Unterarten schwarzbraun gefärbt. Der Daumen ist ausgesprochen kurz und verfügt über eine kleine Kralle. Die anderen vier Finger sind stark verlängert und bilden letztlich den Spannweitenbereich der Flugmembran. Der Kopf ist spitz zulaufend und weist eine hundeartige Form auf.
Kalongs sind in Südostasien beheimatet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Myanmar, Thailand und Indochina über die Philippinen bis zu den Inseln Borneo, Java und Timor. Ihr Lebensraum sind Wälder und Sumpfgebiete, sie sind dabei oft auf kleinen, vorgelagerten Inseln zu finden.

Kalongs sind wie die meisten Fledertiere nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie meist an Bäumen hängend, dabei bilden sie große Kolonien, die (zumindest früher) 100.000 Tiere umfassen konnten. Am Abend begeben sie sich auf Nahrungssuche, dabei legen sie Strecken von bis zu 50 Kilometern zurück, oft auch über das offene Meer. An den Futterplätzen teilen sie sich in kleine Gruppen auf. Hat ein Tier einen guten Baum gefunden, verteidigt es diesen durch Flügelschlagen oder Knurrlaute vor seinen Artgenossen. In der Morgendämmerung kehren sie an ihre Ruheplätze zurück.
Die Nahrung der Kalongs besteht vorwiegend aus Früchten, daneben nehmen sie auch Blüten, Nektar und Pollen zu sich.

Der Kalong-Flughund erreicht die Geschlechtsreife mit rund 18 bis 24 Monaten. Die Tiere leben in einer polygamen Beziehung, ein Männchen paart sich also mit mehreren Weibchen seines Harems. Ein Männchen kann dabei mehrere Weibchen in seinem Harem versammeln. Ein Harem ist dabei stets Teil einer Kolonie. Eine Kolonie besteht neben mehreren Harems auch aus Junggesellentrupps, die sich eher am Rand einer Kolonie aufhalten. Einzelne Männchen versuchen dabei immer wieder einen Harem zu übernehmen. Dabei kommt es zu teils heftigen Kommentkämpfen. Die Paarungszeit beginnt meist je nach Region zu unterschiedlichen Zeiten. Sie liegt zum Beispiel in Malaysia zwischen November und Januar, in Thailand von März bis April, auf den Philippinen von April bis Mai. Bei der Kopulation, die mit lautem Geschrei der Weibchen einhergeht, versucht sich das Männchen dem Weibchen von hinten zu nähern. Dabei kommt es zu einem Nackenbiss und einer Umklammerung mit den Vorderbeinen. Der reine Geschlechtsakt dauert dabei kaum eine Minute. Nach der Begattung versucht das Männchen sein Weibchen noch eine gewisse Zeit vor anderen Männchen zu beschützen. Nach einer Tragezeit von etwa 140 bis 150 Tagen bringt das Weibchen meist ein Jungtier zur Welt. Die Jungtiere sind bei der Geburt nackt und werden in den ersten Wochen von der Mutter getragen. Dies gilt auch während der Nahrungssuche. Das Geburtsgewicht liegt bei 13,3 Gramm, die Vorderarmlänge bei 7,95 Zentimeter. Zum Säugen verfügen Weibchen über zwei Zitzen, die sich seitlich im Brustbereich befinden. Erst danach bewegen sie sich selbständig in den Bäumen umher. Mit etwa drei Monaten beginnen die Jungtiere mit den ersten Flugübungen. Das Absetzen von der Muttermilch erfolgt nach 3 bis 5 Monaten. Die Väter spielen bei der Aufzucht der Jungen keine Rolle. Die Lebenserwartung in Freiheit ist nicht bekannt. In Gefangenschaft können die Tiere leicht ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen.

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