Portrait: Klippspringer

Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
ohne Rang: Stirnwaffenträger (Pecora)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Antilopinae
Tribus: Oreotragini
Gattung: Klippspringer (Oreotragus)
Art: Tansania-Klippspringer (Oreotragus aceratos), Kenia-Klippspringer (Oreotragus aureus), Sambia-Klippspringer (Oreotragus centralis), Kap-Klippspringer oder Klippspringer (Oreotragus oreotragus), Nigeria-Klippspringer (Oreotragus porteousi), Abessinischer Klippspringer (Oreotragus saltatrixoides), Massai-Klippspringer (Oreotragus schillingsi), Somali-Klippspringer (Oreotragus somalicus), Simbabwe-Klippspringer (Oreotragus stevensoni), Angola-Klippspringer (Oreotragus tyleri), Transvaal-Klippspringer (Oreotragus transvaalensis)
Klippspringer (Zoo Frankfurt)

Klippspringer (Zoo Frankfurt)

Die Klippspringer gelten zu den zierlichsten Vertretern der Antilopen. Sie ereichen eine Schulterhöhe von knapp 60 cm und ein Körpergewicht von 10–13 kg. Die Weibchen sind dabei etwas größer und schwerer als die Männchen. Die Männchen tragen darüber hinaus kurze, gerade, weit auseinanderstehende Spieße, von einer Länge von ungefähr 20–25 cm. Bei den nördlichen Beständen tragen auch die Weibchen Hörner.
Mit ihrem groben, borstigen, dichten gelb bis braungrauen Fell, das eine schwarze Melierung aufweist und auf der Unterseite weiß ist, sind sie vor den „Kopjes“ (Felsblöcken) kaum zu entdecken. Der Bauch, das Kinn und die Lippen werden von weißen oder cremefarbenen Haar bedeckt.
Klippspringer weisen zwei Charakteristika auf, die eine Anpassung an das Leben in einem felsigen Habitat sind. Sie sind die einzigen Antilopen, die auf den Hufspitzen laufen. Diese werden so abgelaufen, dass zylindrische Hufe entstehen, die eine unverwechselbare, zweikreisige Spur hinterlassen. Durch diese spezifische Form ihrer Hufe haben Klippspringer einen besseren Halt auf glatten Felsoberflächen. Als zweite Anpassung ist ihr Fell fest und dick. Jedes einzelne Haar ist hohl und borstenähnlich. Das Fell bietet einen gute Isolation gegen die Temperaturextreme ihrer hochgelegenen Lebensräume. Es isoliert sowohl gegenüber extremer Hitze als auch gegen große Kälte.

Klippspringer sind vom südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung über Ostafrika bis nach Äthiopien zu finden. Sie kommt unter anderem in folgenden Naturschutzgebieten vor: Karoo, Mountain Zebra, Giant’s Castle, Krügerpark, Namib-Naukluft, Hwange, Upemba, Tsavo, Manyarasee, Ngorongoro, Serengeti, Kilimandscharo und Samburu.

Klippspringer (Zoo Frankfurt)

Klippspringer (Zoo Frankfurt)

Klippspringer halten sich generell auf oder in der Nähe von felsigen Hügeln oder Felsformationen auf. Häufig kann man sie bewegungslos auf der Spitze hoher Felsen entdecken. Oft kann man den lauten, nasalen Warnpfiff dieser Spezies hören. Auch im unwegsamen Gelände sind sie sehr flink. Bei Gefahr flüchten sie in der Regel nicht weit, sondern bleiben nach kurzer Flucht stehen und beobachten den Prädator. Dabei ist häufig der Warnpfiff zu hören. Dieses Verhalten trägt allerdings auch dazu bei, dass sich Klippspringer durch den Menschen leicht erjagen lassen.
Man findet sowohl Pärchen als auch Familiengruppen; die Männchen verteidigen ihr Revier. Die Paarbeziehungen enden in der Regel erst mit dem Tod eines der beiden Partner. Zu den typischen Verhaltensmerkmalen des Klippspringers gehören die großen Kothaufen, die sich meist am Rand des Revieres festlegen. Weibchen reiben nach dem Koten an nahen Zweigen ihre Voraugendrüsen ab, wodurch eine dicke, schwarze Substanz auf die Zweige übertragen wird. Diese strömen einen starken süßen Duft aus, wenn sie feucht sind. Gewöhnlich setzt das Männchen seine Durftmarke auf die des Weibchens. Die Klippspringer ernähren sich vorwiegend von Laub.

Klippspringer bringen ihre Jungen unabhängig von der Jahreszeit zur Welt. Dei Tragzeit beträgt 5 Monate, wobei nur ein Junges geboren wird. In den ersten Monaten bewegt sich das Junge auch bei Gefahr nicht von der Stelle, sondern es bleibt regungslos am Boden liegen, wo es sich voll und ganz auf sein Tarnkleid verlässt. Entwöhnt wird der Nachwuchs nach ca. 5-6 Monaten, nach 12-15 Monaten erreichen sie die Geschlechtsreife. In freier Wildbahn erreichen die Klippspringer ein Alter von bis zu 15 Jahren.

Klippspringer sind seltene Tiere in europäischen Zoos. Die einzige gehaltene Art ist der Abessinische Klippspringer.
Manchmal werden die einzelnen Arten auch zu einer einzigen zusammengefasst, Oreotragus oreotragus.

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