Max-Planck-Forschung ganz groß bei Disney

Der Film „Schimpansen“, der am 9. Mai in die deutschen Kinos kommt, ist mehr als ein Familienvergnügen, er bringt auch die Wissenschaft auf die Leinwand.

Die beiden Regisseure und Produzenten Alastair Fothergill und Mark Linfield („Unsere Erde“) haben für Disneynature im Taï Forest im Westen der Elfenbeinküste einen anrührenden Film gedreht. Aber „Schimpansen“, ist mehr als ein charmanter Familienfilm – es ist tatsächlich ein spannender Blick auf die Forschung von Christophe Boesch und seinem Team vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Seit 33 Jahren untersucht der Forscher die Lebensweise und einzigartige Kultur der Schimpansen an der Elfenbeinküste. Dabei hat er eine Vielzahl an Beobachtungen mit seinem Team zusammengetragen – genügend Stoff für ein Drehbuch. Oder wussten Sie, dass verschiedene Populationen wilder Schimpansen sich durch ihre „kulturellen Eigenheiten“ unterscheiden so wie Europäer und Asiaten? Während die einen zu Messer und Gabel greifen, nutzen die anderen lieber Stäbchen. Die Schimpansen im Taï-Nationalpark haben eine besondere Fertigkeit im Nüsse-Knacken entwickelt. Und die will erlernt sein, was der Film auf anschauliche Weise an seinem Hauptprotagonisten Oscar, einem kleinen Schimpansenjungen demonstriert. Eine ganze Reihe weiterer Forschungsergebnisse über das Merken von Nahrungsstandorten, die Rivalität zwischen verschiedenen Schimpansen-Clans, gemeinsame Jagd- und Kriegsstrategien bis hin zu dem aufregenden Befund, dass es auch bei Schimpansen Adoptionen gibt, haben Eingang in den Film gefunden.

Das mächtige Alphamännchen Freddy adoptiert einen kleinen Waisenjungen, der ohne ihn nie überlebt hätte. Der Alte zeigt ihm, wie man Nüsse knackt und Ameisen an Stöckchen angelt, wie man richtig auf Baumwurzeln trommelt und das Essen im Maul zu einer großen Kugel formt. Obwohl er nicht der leibliche Vater ist. Obwohl er nichts davon hat. Das hätten sie bei Disneynature nicht besser erfinden können. Mehr als zweieinhalb Jahre haben die Dreharbeiten gedauert. In den USA wurde der Film bereits im vergangenen Jahr gezeigt – und brach Kassenrekorde. Denn Boesch und Fothergill haben aus den nüchtern anmutenden Forschungsarbeiten eine kinotaugliche Story gezaubert und Hauptdarsteller mit Starqualität identifiziert.

Der Film startet am 9. Mai 2013 in den Kinos. Wer sich vorab informieren möchte, kann dies auf einer separaten Website, die die Forschung und die Forscher vorstellt sowie die Entstehung des Films beschreibt. Bild- und Filmmaterial steht zum Download bereit.

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