Portrait: Gelbfußbeutelmaus

Unterklasse: Beuteltiere (Metatheria)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Familie: Raubbeutler (Dasyuridae)
Gattung: Breitfuß-Beutelmäuse (Antechinus)
Art: Gelbfußbeutelmaus  (Antechinus flavipes)
Gelbfußbeutelmaus (John Gould)

Gelbfußbeutelmaus (John Gould)

Die Geschlechter der Gelbfußbeutelmaus weisen sowohl in der Größe als auch im Gewicht einen Dimorphismus auf. Ein Männchen erreicht eine Körperlänge von 93 bis 165 (121) mm, eine Schwanzlänge von 70 bis 151 (100) mm sowie ein Geeicht von 26 bis 79 (56) Gramm. Weibchen bleiben kleiner und leichter als Männchen. Sie erreichen eine Körperlänge von 86 bis 127 (105) mm, eine Schwanzlänge von 65 bis 107 (86) mm sowie ein Gewicht von 21 bis 52 (34) Gramm. Das Fell ist überwiegend orangebraun gefärbt, auf dem Kopf zeigt sich meist eine schiefergraue Färbung. Der spärlich behaarte Schwanz ist hingegen eher schwärzlich gefärbt. Ventral ist das Fell cremefarben gefärbt. Im Bereich der Schnauzenspitze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Die kräftig wirkenden Extremitäten sind relativ kurz und enden an den rotbraun gefärbten Füßen in jeweils fünf Zehen, die kleine Krallen aufweisen. Die recht großen Ohren sitzen weit hinten am Schädel und sind rundlich geformt. Die rundlichen Knopfaugen sind dunkel gefärbt und sitzen zentral seitlich am Schädel. Über einen echten Beutel verfügen Weibchen nicht. Dieser weist nur einen rudimentären Charakter auf und zeigt sich daher nur als Bauchfalte.

Gelbfußbeutelmäuse sind ausgesprochen nachtaktiv und streng territorial. Am Tage sieht man die Tiere nur selten. Rückzugspunkte sind umgestürzte Bäume, morsches Holz und natürliche Höhlen im Boden. Die Nester werden in der Regel jedoch nicht langfristig genutzt, sondern häufig gewechselt. Gelbfußbeutelmäuse leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Während der Paarungszeit treffen Gelbfußbeutelmäuse rudelweise aufeinander und paaren sich. Dabei kommt es vor allem unter den Männchen zu heftigen Rivalitäten. Im Winter fahren Gelbfußbeutelmäuse in kälteren Regionen ihren Metabolismus deutlich herunter und verbringen die meiste Zeit in ihren Nestern, da im Winter lokal deutlich weniger Nahrung verfügbar ist.

Gelbfußbeutelmäuse sind im östlichen Australien endemisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom nordöstlichen Queensland bis in den Südosten des südlichen Australien. Eine kleine isolierte Population tritt im südwestlichen Westaustralien in Erscheinung. Innerhalb der Gattung der Breitfuß-Beutelmäuse (Antechinus) weist die Gelbfußbeutelmaus das größte Verbreitungsgebiet auf. Aufgrund des großen Verbreitungsgebietes werden zahlreiche, höchst unterschiedliche Lebensräume besiedelt. Im Nordosten Australiens sind Gelbfußbeutelmäuse in feuchten Regenwäldern anzutreffen, in den südlichen Regionen eher in Sumpfgebieten, aber auch in ariden und semiariden Habitaten. Auch die Nähe zum Menschen wird nicht gemieden. Daher kann man die Gelbfußbeutelmäuse auch in Vorstädten und landwirtschaftlichen Regionen beobachten.

Gelbfußbeutelmäuse fressen hauptsächlich Insekten, das Spektrum an Nahrung reicht aber von Blüten und Nektar bis zu jungen Vögeln oder gar Hausmäusen. Letztere werden regelrecht ausgefressen und dabei umgekrempelt, die Reste bleiben oftmals offen liegen.

Die Paarungszeit der Gelbfußbeutelmäuse erstreckt sich in den meisten Regionen über die zweite Hälfte des Winters. Während einer Saison kommt es lediglich zu einem Wurf. Gelbfußbeutelmäuse erreichen die Geschlechtsreife mit etwa 9 bis 10 Monaten. Die Tiere leben polygam, eine feste Partnerbindung ist den Gelbfußbeutelmäusen demnach nicht bekannt. Ein Weibchen paart sich mit mehreren Männchen. Eine Kopulation kann sich leicht über bis zu 21 Stunden erstrecken. Die Weibchen der Gelbfußbeutelmäuse verfügen anders als andere Beuteltiere über keinen echten Beutel. Er ist lediglich rudimentär in Form einer Bauchfalte vorhanden. Hier liegen auch die Zitzen zum Säugen des Nachwuchses. Nach einer Tragezeit von 28 bis 30 Tagen bringt das Weibchen bis zu 12 Jungtiere zur Welt. Aufgrund des fehlenden Beutels bringt ein Weibchen ihren Nachwuchs in einem Nest zur Welt. Die Jungen saugen sich an einer der Zitzen fest und werden bei der Bewegung des Weibchens mehr oder weniger über den Boden geschleift. Die Jungen werden für etwa 35 Tage gesäugt und bleiben meist bis zu 90 Tagen bei der Mutter, ehe sie selbständig sind. Wie bei allen Breitfuß-Beutelmäusen (Antechinus) steigen bei den Männchen aufgrund gestiegener Stresswerte während der Paarungszeit die Spiegel verschiedener Steroidhormone wie Corticosteroide (Kortikosteroide) und Sexualhormone wie Androgene dramatisch an. Stress wird insbesondere durch die Konkurrenz unter den Männchen und die eigentlichen Paarungsaktivitäten ausgelöst. Corticosteroide sind ein Produkt der Nebennierenrinde. Durch die Überproduktion dieses Steroidhormons sind globuläre Proteine nicht mehr in der Lage den Spiegel zu regulieren. Der starke Anstieg des Androgenspiegels hat eine immunosuppressive Wirkung zur Folge, an deren Ende ein Zusammenbruch des Immunsystems steht. Gegen Ende der Paarungszeit sterben die Männchen an den Auswirkungen. Dies bedeutet, dass die Gesamtpopulation nach der Paarungszeit ausschließlich aus Weibchen besteht. Die Lebenserwartung der Männchen liegt bei einem Jahr, bei den Weibchen bei 2 Jahren. In Gefangenschaft kann ein Weibchen ein Alter von gut 4 bis 5 Jahren erreichen.

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