Rassen des Hausyaks

Hausyak (Thüringer Zoopark)

Hausyak (Thüringer Zoopark)

Trotz der langen Domestikationsgeschichte des Yaks gibt es nicht sehr viele Rassen. Eine gezielte Zucht war in der ursprünglichen Nomadenwirtschaft nicht üblich und wird unter anderem durch die hohe Aggressivität der Bullen eingeschränkt, die während der Paarungszeit auf Störungen sofort mit Angriffen reagieren. Phänotypische Veränderungen sind jedoch zwischen Populationen eingetreten, die weitgehend auf die geographische Trennung weit auseinanderliegender Standorte zurückzuführen sind. So sind beispielsweise die in der Mongolei verbreiteten Hausyaks zu einem großen Teil hornlos. Dies erleichtert den Umgang mit den Tieren und vermindert die Verletzungsgefahr bei Rangkämpfen. Es ist aber keineswegs ein züchterisch gewünschtes Merkmal, da hornlose Tiere eine verminderte Abwehrmöglichkeit gegenüber Raubwild haben.
Eine gezieltere Zucht gibt es seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Region der ehemaligen Sowjetunion und auch in China werden Anstrengungen unternommen, Hausyaks züchterisch zu verbessern. Da die gezielte Züchtung beim Yak noch nicht sehr weit fortgeschritten ist, weisen Yak-Rassen insgesamt weniger rassetypische Eigenschaften auf, als dies beispielsweise bei europäischen Landrinderrassen in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Fall war. Daher sind phänotypische Unterschiede beim Hausyak vor allem durch die geographische Trennung weit auseinanderliegender Standorte zu erklären.
In der Mongolei beispielsweise hat der Viehhandel eine lange Tradition, so dass sich charakteristische Unterschiede nicht ausbilden konnten.

Weißer Tianzhu-Yak
Der Weiße Tianzhu-Yak stammt aus Tianzhu. Diese Region gilt als typisches Yakhaltungsgebiet mit einer überwiegend tibetischen Bevölkerung. Die Vegetationsperiode in diesem Gebiet dauert nur 120 Tage und die Temperatur liegt im Jahresmittel bei 0 °C. Wegen seiner Anpassung an die extremen klimatischen Bedingungen hat der Yak hier eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Es wird ganzjährig auf den traditionellen Weiden gehalten.
Weiße Yaks werden in diesem Gebiet schon lange gezüchtet, da die weiße Wolle und die weißen Felle besser bezahlt wurden als die üblicherweise braune Yakwolle. Seit Gründung der Volksrepublik China wird die Zucht des Weißen Tainzhu-Yaks auch staatlich gefördert. Seit 1991 existiert eine Koordinationsgrupppe, die spezielle Zuchtpläne erarbeitet, um den noch niedrigen Leistungsstand zu erhöhen.

Gannan-Yak
Der Gannan-Yak wird im autonomen Bezirk Gannan gezüchtet, der im Südosten der chinesischen Provinz Gansu und der tibetischen Kulturregion Amdo zugerechnet wird. Charakteristisch für Gannan-Yaks sind eine gute Fruchtbarkeit und ein hohes Lebendgewicht. Es handelt sich um gute Reit-, Last- und Zugtiere, die sich auch zur Nutzung des Fleisches und der Wolle eignen. Die Kälber sind bei Geburt schwerer als Kälber anderer Yak-Rassen.

Tibet-Yak
Der Tibet-Yak wird vor allem im Südosten Tibets gehalten. Verglichen mit anderen Yak-Rassen wie beispielsweise dem Weißen Tianzhu-Yak oder dem Gannan-Yak handelt es sich um keine besondere Leistungsrasse. Die Yaks werden auf Hochgebirgswiesen und Gebirgsweiden gehalten, die häufig an Überweidung leiden. Tibet-Yaks sind daher verhältnismäßig leicht und haben keine besonderen Leistungsmerkmale. Die Körperfarbe ist überwiegend schwarz. Acht Prozent aller Tibet-Yaks sind hornlos.

Qinghai-Yak
Der Qinghai-Yak stellt innerhalb der geographischen Yak-Rassen die zahlenmäßig größte Gruppe dar. Auf diese Rasse entfallen 38 Prozent der in China gehaltenen Yaks. Er wird vor allem in der Provinz Qinghai im Nordosten des tibetischen Hochlandes gehalten. In der nördlichen Region dieses Gebietes kommen noch Wildyaks vor. Es kommt daher gelegentlich noch zu Paarungen mit Wildyaks. Gezielt gezüchtet werden die schwereren Hochland-Yaks, bei denen der Wildyak-Einfluss ausgeprägt wird. Ziel der Züchtung ist besonders eine Verbesserung der Fleischleistung. In tiefer gelegenen Standorten werden Qinghai-Yaks mit Hausrindern gekreuzt, um die Milchleistung zu verbessern.

Huanhu-Yak
Das Huanhu-Yak wird vor allem in den Gebieten gehalten, die an den Qinghai-See in Qinghai angrenzen. Das Weidegebiet ist überwiegend semiarid und grenzt an die Wüste Gobi an. Der Bestand beträgt rund eine Million Tiere. Man geht auch davon aus, dass Hausrinder in diese Rasse eingekreuzt sind und dass daher einige der Unterschiede zum Qinghai-Yak resultieren. Verglichen mit diesem ist das Huanhu-Yak von geringerer Größe und weist einen feineren Körperbau auf. Der Kopf ist schmaler und hat eine längere Schnauze. Der Hals ist dünner, der Brustkorb weiter. Die Beine sind länger und schmaler. Die meisten der Huanhu-Yaks sind hornlos. Die Fellfarbe variiert sehr stark. Etwa 64,3 Prozent sind schwarzbraun, 10 Prozent haben ein graues Fell und weitere 10 Prozent sind weißgefleckt. Fünf Prozent sind kastanienbraun und drei Prozent weiß.

Jiulong-Yak
Der Jiulong-Yak wird in den Gebirgslagen der zentralchinesischen Provinz Sichuan gezüchtet. Es handelt sich um besonders großrahmige Tiere mit einer überdurchschnittlichen Konstitution. Die Rasse soll aus Hausyaks hervorgegangen sein, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Rinderpestseuche überstanden. Im Vergleich zu anderen Yak-Rassen wie etwa dem Gannan-Yak oder dem Qinghai-Yak finden Selektionsmaßnahmen schon etwas länger statt. Für die Zucht werden nicht nur besonders leistungsstarke Bullen ausgewählt sondern auch Yakkühe mit hoher Milchleistung. Ein Viertel aller Jiulong-Yaks haben eine rein schwarze Fellfarbe. Die übrigen sind schwarz-weiß gescheckt. Seit 1980 existiert in Jiulong eine Zuchtstation, die das Leistungsniveau dieser geographischen Rasse noch weiter verbessern soll.

Maiwa-Yak
Der Maiwa-Yak wird im Kreis Maiwa am östlichen Rand des Qinghai-Hochlandplateaus gezüchtet. Das Klima ist sehr trocken und kalt und dadurch für die Hausrindhaltung weitgehend ungeeignet. Die Rasse geht auf die Herden von etwa 200 Nomadenfamilien zurück, die nach 1919 aus Sêrtar und Luhuo in diese Region abwanderten. Bei der Rasse spielt Milch- und Fleischleistung eine Rolle, da die Nomaden an die dort lebende Bevölkerung, die überwiegend von Ackerbau lebt, Milch und Fleisch verkaufen konnten. Der Maiwa-Yak ist ein sehr ausgeprägtes Arbeitstier, das insbesondere in sumpfigem Gelände als Last- und Zugtier eingesetzt werden kann. Etwa 64 Prozent der Maiwa-Yaks sind schwarz, 17 Prozent sind schwarz-weiß gefleckt.

Zhongdian-Yak
Der Zhongdian-Yak wird in der Provinz Yunnan gezüchtet. Hauptzentrum der Haltung ist Shangri-La, früher Zhongdian, ein überwiegend von Tibetern bewohnter Kreis im Nordwesten der Provinz und Regierungssitz des Autonomen Bezirks Dêqên der Tibeter. Die Rasse ist im Yunnan-Hochland weit verbreitet und stellt ein Viertel aller dort gehaltenen Rinder. Weitere 13 Prozent der gehaltenen Rinder stammen aus Kreuzungen zwischen Yaks und Hausrindern.

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