Zooticker

Tierpark Hellabrunn, München, 02.05.2013
Umbau des Elefantenhauses geht voran
Zum denkmalgeschützten Elefantenhaus wurde bei der Aufsichtsratssitzung am 30. April die Geschäftsleitung beauftragt, einen Beschluss für eine originalgetreue Neukonstruktion des Daches mit modernem Material vorzubereiten. Daraufhin können Bauanträge gestellt werden. Anstatt einer ursprünglichen Kuppelkonstruktion aus Stahlbeton soll es eine leichtere Stahlkonstruktion geben. Eine Mehrfachverglasung sorgt für eine gute Lichtdurchflutung im Haus und senkt gleichzeitig die Energiekosten.
Ende 2010 stellte der Tierpark bei Malerarbeiten an der Fassade fest, dass sich die Deckenverkleidung in einer Nebenkuppel löst. Zwei weitere Kuppeln sind aufgrund der vorhandenen Rabitzdecken aus der Bauzeit gefährdet. Die Tiere bekamen einen Ersatzstall. Elefantenbulle Gajendra wurde in den Leipziger Zoo gebracht und ist kürzlich in den Hamburger Tierpark Hagenbeck weitergereist. Das Elefantenhaus wurde entkernt, ein Stützgerüst eingerichtet, damit das Tragwerk geprüft und die Statik berechnet werden konnte. Gutachten konnten erstellt werden.
Nach dem Beschluss über die Finanzhilfe durch den Stadtrat in Höhe von 15 Mio. Euro konnte die europaweite Ausschreibung beginnen. Diese Ausschreibungsverfahren sind sehr aufwendig, zeitintensiv und an Fristen gebunden. Es gab eine Vor– und eine Entwurfsplanung.
Der Tierpark muss bei der Sanierung verschiedene Ansprüche berücksichtigen und versuchen, zu vereinbaren: Tiere, Besucher, Denkmalschutz und den Kostenrahmen. An allererster Stelle stehen die Tiere. Optimale Bedingungen für moderne Elefantenhaltung sind die Basis. Auch die Besucher, die ganzjährig in Hellabrunn Elefanten sehen möchten, müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Schon aus Sicherheitsgründen müssen die Tierpfleger optimale Arbeitsbedingungen vorfinden. Bei solch einem historischen Gebäude wurden natürlich auch die Denkmalschutzbehörden frühzeitig durch den Tierpark eingeschaltet. Zudem muss die Sanierung wirtschaftlich und energieeffizient sein.
Deshalb hat der Tierpark fünf verschiedene Sanierungsvarianten für eine Deckenkonstruktion untersucht und erarbeitet. Eine Variante ist der Neubau der Kuppel, für den sich nun der Aufsichtsrat entschieden hat.
„Die Haltung des Aufsichtsrats gibt dem Tierpark Handlungssicherheit für die weiteren Planungsschritte. Wir wollen das Gebäude äußerlich wieder so herstellen, wie es vor 100 Jahren ausgesehen hat. Im Haus haben die Tiere Vorrang. Die Kosten müssen im Finanzrahmen bleiben und es muss energieeffizient sein“, erläutert die Aufsichtsratsvorsitzende und 2. Bürgermeisterin Christine Strobl.

Eigentlich würde diese Pressemitteilung erst im nächsten Auszug der Zoopresseschau erscheinen, aber der PM folgten einige Aufregungen, die eher in den Zooticker passen. Allerdings wollte ich den Zusammenhang nicht auseinander reißen.

Bayerns oberster Denkmalschützer, Professor Egon Johannes Greipl (64), kritisiert die Pläne des Tierparks Hellabrunn, die historische Seidl-Kuppel des Elefantenhauses durch eine moderne Konstruktion zu ersetzen.
Die Denkmalschützer hätten es gern gesehen, wenn die Kuppel genau nach dem Original saniert worden wäre. „Aus denkmalpflegerischer Sicht wäre der Neubau nach historischer Technik – eine Stahlbetonkuppel – empfehlenswert“, sagt Greipl, Generalkonservator des Landesamtes für Denkmalpflege. „Bedauerlicherweise möchte der Aufsichtsrat des Tierparks diese Variante nicht realisieren“, sagt Greipl. Die Denkmalschützer sind sauer – über die Auswirkungen der Entscheidung des Aufsichtsrats ist noch nichts bekannt.

Tierpark Stadt Haag, 0.05.2013
4 Löwenbabys – unerwarteter Babyboom im Tierpark Stadt Haag
Erstmals konnten 4 Löwenbabys präsentiert werden, die am 11. April 2013 überraschender Weise im Tierpark Haag geboren wurden.
Die 5-jährige stolze Löwin „Pia“ gebar erstmals Löwenkinder und brachte gleich 3 Mädchen und 1 Buben zur Welt. „Pia“ lebt seit 3 Jahren im Tierpark Stadt Haag und kam ursprünglich aus dem ostdeutschen Zoo Eberswalde zu uns.
Vater ist der aus dem Zoo Lissabon stammende 13-jährige „Simba“. Er kam im Dezember 2011 in den Tierpark Stadt Haag.
Solange die jungen Löwen sich in der Innenanlage aufhalten, gibt es für die Besucher ein besonderes Service. Auf einem Großbildschirm beim Löwengehege können Sie das Heranwachsen und das Treiben der Löwenbabys beobachten. So ist es alle Gäste möglich, den Löwennachwuchs zu sehen.

Die Tierrechts-Organisation EndZOO kritisiert die Löwengeburt. Da es sich bei den Jungtieren um Unterarthybride (sogenannte Zoolöwen) handelt, leiste die Zucht keinerlei Beitrag zum Artenschutz.
„Es wird in Massen gezüchtet, obwohl es sehr wahrscheinlich ist, dass der Nachwuchs in keinem seriösen Tierpark unterkommen wird“, so die Tierschützer. Die Zucht müsse künftig gestoppt werden und die Haltung auslaufen. Auch seien die Gehege zu alt und viel zu klein, meint Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht.
Leider zeigt die Gegenwart, dass Zoolöwen durchaus von seriösen Tierparks aufgenommen werden, auch wenn man natürlich hinterfragen kann, was seriöse Tierparks sind.
Aber in Hamburg, Straubing und München (u. a., eine aktuelle Liste der Löwenhaltungen in deutschen Zoos ist in Arbeit, Löwenhaltungen 2012 findet man hier) werden Zoolöwen gehalten, die beiden letztgenannten haben erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit Tiere anschafft. Und dann gibt es ja noch das Problem mit den weißen Löwen.

Nachwuchs im Vogelpark Olching
Am Montag, den 29.04.2013 schlüpfte zur großen Freude des gesamten Vogelpark-Teams ein kleiner Weißnackenkranich aus seinem Ei. Obwohl unser Kranichpärchen sich entschieden hat, schon bei Temperaturen noch um die 0°C zu legen, hat der Nachwuchs sich trotzdem prächtig entwickelt und ist nun gesund und munter. Dies ist die erste Nachzucht von Kranichen im Vogelpark Olching.
In freier Natur ist der Weißnackenkranich bereits vom Aussterben bedroht. Die Anzahl der freilebenden Tiere wird auf maximal 5.300 Stück geschätzt. Darum ist diese Tierart auf der Roten Liste gefährdeter Arten als bedroht gelistet. Umso größer ist die Freude, dass im Vogelpark Olching nun die Nachzucht gelungen ist.
Da unser Kranichpaar noch sehr jung ist und die beiden hier zum ersten Mal Eltern geworden sind, steht die Zukunft des kleinen Weißnackenkükens zwar noch in den Sternen, aber wir werden unser Bestes geben die frisch gebackenen Eltern bei der Aufzucht zu unterstützen. Darum wird die kleine Familie bald in eine für das Küken sicherere Anlage umziehen.

Tiergarten Bernburg, 09.05.2013
Erdmännchen-Update
In dieser Woche ist der Bernburger Tiergarten seiner künftigen Erdmännchen-Anlage einen großen Schritt näher gekommen. Die Genehmigung für die Errichtung und den künftigen Betrieb des neuen Geheges wurde erteilt.
Zur Finanzierung der Anlage können Erdmännchen-Fans jetzt auch durch den Kauf einer sympathischen Postkarte beitragen, die uns freundlicherweise von der Firma Zoolaloo zugunsten des neuen Geheges zur Verfügung gestellt wurde.
Die Erdmännchen-Postkarte ist ab sofort für 45 Cent an der Tiergarten-Kasse erhältlich. Auch Spenden für das neue Gehege sind weiterhin möglich und höchst willkommen.

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