Zooticker

Ich weiß nicht, ob ich wirklich über Justin Bieber im Beutelwolf-Blog schreiben soll. Vermutlich würde das den Traffic des Blogs erhöhen, aber ob ich damit die Leute erreiche, die ich erreichen will?
Obwohl ich so wenig von Herrn Bieber weiß, dass ich keine Ahnung habe, welche Art von Fans er hat, allerdings stelle ich mir da nur kreischende Teenies vor. Aber auch kreischende Teenies haben mehr Interessenten, als Justin Bieber, denke ich. Andererseits MUSS der Beutelwolf-Blog nicht über Justin Bieber berichten, sondern über Mally, und das müsste ich auch nicht, aber da es sich bei Mally um ein Tier handelt, das wohl auch demnächst in einem Zoo seinen Lebensabend verringen wird, kann ich mir erlauben, auch im Beutelwolf-Blog über Justin Bieber zu berichten, wenn auch nur als Randfigur.
Viel lieber würde ich irgendetwas zum Eurovision Song Contest sagen, aber das würde überhaupt nicht zum Konzept des Beutelwolf-Blogs passen …andererseits, wenn ich da an 2008 zurückdenke …:

Aber nun zurück zum eigentlichen Sinn des Zootickers (und sorry, ich konnte nicht widerstehen)

14. Mai 2013
Justin Bieber-Affe Mally: PETA kritisiert Bundesamt für Naturschutz wegen Zoo-Plänen
Gerlingen, 14. Mai 2013 – Nach Plänen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) soll der beschlagnahmte Kapuziner-Affe von Tennie-Star Justin Bieber diese Woche vom Tierheim München in einen deutschen Zoo überstellt werden. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. kritisiert das Bundesamt jetzt scharf und wird den Verantwortlichen kurzfristig ein Schreiben mit der Bitte zukommen lassen, Mally in die Auffangstation „The Monkey Sanctuary“ in Südengland zu übergeben. Dort lebt bereits eine soziale Kapuzinergruppe: Eine ideale Umgebung für Mally. Die Auffangstation hat eine Aufnahme des Affen angeboten. PETA wird dem BfN zudem anhand von Dokumenten nachweisen, dass zahlreiche deutsche Zoos tausendfach Affen und andere Tiere an dubiose Tierhändler wie beispielsweise Werner Bode verkauft haben. Werner Bode hat wiederum nachweislich u.a. Affen an Tierversuchslabore, Privatsammler und ausländische Zoos mit katastrophalen Haltungsbedingungen abgegeben.
„Für Zoos sind Tiere nur Vermarktungsobjekte“, so Peter Höffken, Diplom-Zoologe und Kampagnenleiter bei PETA. „Das Bundesamt für Naturschutz überlässt Mally einem deutschen Zoo als neuen Kassenmagneten, ohne das Wohlergehen des Affen zu berücksichtigen. Mally muss aus Tierschutzgründen in eine ordentliche Auffangstation wie ´The Monkey Sanctuary´ übergeben werden.“
Justin Bieber war im März wegen sechs Konzerten seiner „Believe“-Tour in die Bundesrepublik gereist. Der Kapuziner-Affe Mally wurde bei der Einreise nach Deutschland wegen mangelnder Papiere am Flughafen München beschlagnahmt.
PETA Deutschland e.V. hat belegt, dass zahlreiche deutsche Zoos, wie der Berliner Zoo und Tierpark, der Zoo Duisburg, der Zoo Hannover, der Serengeti-Park Hodenhagen, der Zoo München (Hellabrunn), der Zoo Saarbrücken, der Opel-Zoo Kronberg, der Zoo Dresden, der Tierpark Bochum oder der Zoo Aschersleben selbst dann noch Geschäftsbeziehungen mit Tierhändler Werner Bode aufrechterhalten haben, als bekannt wurde, dass Bode Affen an ein Tierversuchslabor für extrem schmerzhafte Experimente verkauft hat.
PETA setzt sich für ein Haltungsverbot von exotischen Tieren in Gefangenschaft ein. Tiere in zoologischen Einrichtungen weisen durch die artwidrigen Haltungsbedingungen in der Regel schwere Verhaltensstörungen auf. Die Besucher lernen hier nichts über die natürlichen Bedürfnisse und Lebensverhältnisse von Tieren in Freiheit.

Mehr über das Monkey Sanctuary findet man hier.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Unterbringung Mallys dort so ideal wäre. Das Sanctuary hat zwar eine große Gruppe Kapuzineraffen, aber Mally ist ein Weißschulterkapuziner und die scheint es im Sanctuary nicht zu geben. Eine Unterbringung in einer reinen Weißschulterkapuzinergruppe wäre wohl eher als ideal zu bezeichnen und für Mally wünschenswert.

Ebenfalls ein großes Thema in der vergangenen Woche und vermutlich noch über einen längeren Zeitraum, war die Anhörung im Bundestag zum Thema „Haltung von Delfinen verbieten“:

Allerdings ist zu diesem Thema wohl vorerst alles gesagt, bzw. das was in diversen Medien zu lesen ist, ist bereits den Stellungnahmen zur Anhörung zu entnehmen. Gegner der Delfinarien sind dagegen, Befürworter dafür. Und Schlagzeilen á la „Muss Moby sterben?“ sind eher Effekthascher. Selbst Tierschützer dürften gegen das Töten der Delfine sein.
Allerdings gibt es ein Tier, was in dieser Debatte meist übergangen wird, vielleicht weil es nicht in einem Delfinarium lebt: Der Amazonas-Flussdelfin im Duisburger Zoo.

16.05.2013, Humanistischer Pressedienst
Affenbunker 21
STUTTGART. (hpd) Nach endlosen Verzögerungen wurde am 14. Mai 2013 das neue „Menschenaffenhaus“ im Stuttgarter Zoo „Wilhelma“ eröffnet. Der baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid (SPD) sprach von einem „Meilenstein“ in der Entwicklung des Tiergartens. Das beschämende Gegenteil ist der Fall.
Obgleich die bisherige Unterbringung von Gorillas, Orang Utans und Bonobos in einem vorsintflutlichen Betonkasten aus den frühen 1970ern spätestens mit den Bestimmungen des bundesministeriellen Säugetiergutachtens von 1996 als nicht mehr tragbar gelten musste, sah man sich erst im Jahre 2003 bemüßigt, einen Neubau ins Auge zu fassen. 2007 wurde das auf 13 Millionen Euro veranschlagte Projekt in Angriff genommen, wortreich wurde ein Umzug der Tiere für Oktober 2009 angekündigt. Tatsächlich wurde erst 2010 mit dem Bau begonnen, dessen Fertigstellungstermin mittlerweile ebenso häufig korrigiert werden musste wie der Kostenplan, der, noch zu Oettinger-Zeiten durchgewunken, längst die 22-Millionen-Marke überschritten hat.
Das neue Menschenaffenhaus, finanziert überwiegend aus Steuermitteln, stellt unzweifelhaft eine Verbesserung für die Tiere dar, die gezwungenermaßen ihr Leben im Stuttgarter Zoo zubringen müssen. Die Gorillas erhalten ein 500qm großes Innen- sowie zu späterem Zeitpunkt ein 2000qm großes Außengehege, die Bonobos innen 250qm und außen 1200qm. Die Orang Utans sollen im alten Menschenaffenhaus verbleiben und dort durch Gehegezusammenlegungen etwas mehr Platz bekommen; die beiden letzten Schimpansen wurden schon 2010 an einen Zoo in Ungarn abgeschoben.
Anstatt aber ein sündteueres – und selbst über erhöhte Eintrittsgelder niemals zu amortisierendes – Prestigeobjekt hinzuklotzen, hätte man im Interesse der Tiere längst eine günstigere und damit schneller zu realisierende Lösung finden können (sofern man denn glaubt, exotische Wildtiere zur Schau stellen zu müssen). Das 22-Millionen-Projekt wird die dringend notwendige Erneuerung sonstig maroder bzw. unbrauchbarer Tierhäuser im Stuttgarter Zoo auf Jahre hinaus verzögern. Die Orang Utans etwa werden lange warten müssen, bis sie ein anständiges Freigehege bekommen.
Mit Blick auf das neue Innengehege der Bonobos haben die Planer komplett versagt: zwar ist das Gehege für die gegenwärtig vorgehaltenen 13 Tieren mit 250qm deutlich größer als der Betonbunker, in dem sie bisher zusammengepfercht waren (zwei verkachelte Abteile mit insgesamt weniger als 65qm), es entspricht aber nicht ansatzweise den novellierten Richtlinien des zuständigen Bundesministeriums, die noch in dieser Legislaturperiode zur Verabschiedung anstehen: Die neuen Bestimmungen veranschlagen für 13 erwachsene Bonobos eine Mindestfläche von 380qm im Innenbereich. Auch wenn man Schlafboxen und das erhöhte Raumvolumen mit einbezieht, ist das neue Gehege viel zu klein bemessen. Da drei der Bonobo-Frauen derzeit schwanger sind, wird es künftig sogar 16 Tiere auf dem beengten Raum geben, der gemäß den neuen Bestimmungen allenfalls für sechs Tiere ausreicht (und nach Auffassung von Tierrechtlern selbst dafür zu klein wäre). Eine klassische Fehlplanung auf Kosten der Tiere und der Steuerzahler. Da hilft es auch nichts, dass den Bonobos künftig ein Bildschirm zur Verfügung steht, auf dem sie Zeichentrick- und Naturfilme anschauen können.
Interessanterweise entspricht der Betrag, den die UN-Menschenaffenkonferenz des Great Ape Survival Partnership (GRASP) im Juli 2006 als sofortige Nothilfe beziffert hat, um zur Rettung der akut vom Aussterben bedrohten Großaffen Schutzgebiete in ihren natürlichen Heimaten auszuweisen, in denen die jeweiligen Populationen sich stabilisieren und ggf. wieder anwachsen könnten, mit 21 Millionen Euro ziemlich genau dem Betrag, den der Bau des neuen Menschenaffenhauses in der Wilhelma verschlungen hat. Die hinter meterhohem Panzerglas zur Schau gestellten Gorillas und Bonobos werden den afrikanischen Regenwald nie zu Gesicht bekommen.

Zum Thema „Neues Menschenaffenhaus“ wird demnächst noch einiges im Beutelwolf-Blog zu lesen sein. Ich kenne es bisher noch nicht, nur die Baustelle, aber wenn ich mir eine vorgefasste Meinung erlauben darf: Das war wohl nichts (und das bezieht sich nicht nur auf die PM des Humanistischen Pressedienstes).


Die Bilder sind vom September 2012.

Im Zoo Magdeburg steht eine Schneeleopardengeburt bevor. Diese kann man live (via Kamera) beobachten (wenn man das Glück hat zum richtigen Zeitpunkt Zeuge sein zu können).

Weitere Kameras findet man hier.

17.05.2013, Tiergarten Bernburg
Überall Jungtiere und Blüten
In vielen Gehegen des Bernburger Tiergartens ist in der letzten Zeit Nachwuchs zur Welt gekommen. Zu sehen ist er je nach Art mal mehr oder weniger gut und mitunter noch gar nicht.
So zeigt sich frischer Nachwuchs bei den Zackelschafen, den Bunten Bentheimer Schweinen, den Steppenrindern und den Bennett-Kängurus.
Etwas genauer hinschauen, muss man hingegen bei den Kattas. Zu gern halten die Mütter ihre Sprößlinge in den ersten Lebenstagen auf ihrem Bauch zwischen Armen und Beinen verborgen.
Sehr scheu ist noch das neugeborene Acouchi. Im dichten Pflanzenwuchs des Geheges im Amerikahaus kann es sich gut verstecken. Und auch der junge Temminck-Tragopan sucht noch gern Zuflucht im Gefieder seiner Mutter.
Ganz und gar im Verborgenen wachsen die Küken der Europäischen Blauelstern heran. Die Eltern wählen nicht von ungefähr ein Nest, in das die Besucher nicht hineinsehen können. Ähnlich halten es die Pinguine, deren Nachwuchs die Geborgenheit seiner Bruthöhlen auch noch nicht aufgegeben hat.
Völlig hinter den Kulissen gab es außerdem Jungtiere bei den Buschschliefern.
Neben Ranunkelstrauch und Flieder blüht derzeit auch der Blauglockenbaum. Er ist beispielweise im Gehege der Lisztäffchen außen am Amerikahaus zu finden.

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