Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

25.06.2013,Niederösterreichische Landesregierung
Aussichtsturm zur Trappenbeobachtung eröffnet
St. Pölten (OTS/NLK) – Großtrappen gehören mit einem Gewicht von bis zu 16 Kilogramm zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Einen Aussichtsturm zur Beobachtung der imposanten Tiere konnte Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf gemeinsam mit Projektpartnern und Vertretern des Lebensministeriums, der Landwirtschaftskammer NÖ, des NÖ Landesjagdverbands und der EVN am vergangenen Sonntag, 23. Juni, in Roseldorf in der Weinviertler Gemeinde Sitzendorf an der Schmida eröffnen.
„Seit 1995 sind in Niederösterreich 20 LIFE-Projekte mit einem Volumen von 80 Millionen Euro und einer EU-Kofinanzierung von 36 Millionen Euro umgesetzt worden. Niederösterreich hat damit fast die Hälfte aller österreichischen LIFE-Projekte umgesetzt und ist damit Spitzenreiter im Naturschutz in Österreich“, so dabei Landesrat Pernkopf.
Der Aussichtsturm zur Beobachtung der Großtrappen ist ein sichtbares Zeichen der erfolgreichen Bemühungen zum Schutz der Vögel, deren Brutzeitbestand in Österreich sich von rund 60 Exemplaren im Jahr 1996 auf derzeit rund 240 Individuen vervierfacht hat. Alleine rund um Roseldorf gibt es derzeit knapp 60 Großtrappen. Zu verdanken ist dieser Erfolg im Vogelschutzgebiet Westliches Weinviertel den zahlreichen Schutzbemühungen zugunsten der Großtrappe. Ein wichtiger Schritt war die Verlegung von 33 Kilometer Mittelspannungsleitungen unter die Erde sowie die Markierung von 80 Kilometer Hochspannungsleitungen, die früher immer wieder zu tödlichen Kollisionen von Großtrappen geführt hatten. Die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern und Gemeinden sowie die Anlage von 3.500 Hektar Trappenschutzflächen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes sind ebenfalls wesentliche Beiträge zur langfristigen Sicherung des Bestandes.
Die Errichtungskosten für den neuen Aussichtsturm und der dazugehörigen Holzskulptur-Gruppe „Großtrappen-Attrappen“ wurden aus dem LIFE+ Projekt Grenzüberschreitender Schutz der Großtrappe in Österreich – Fortsetzung“ finanziert, das mit einem Projektvolumen von rund 4,5 Millionen Euro bis 2015 weitere gezielte Schutzmaßnahmen in den Trappengebieten in Niederösterreich und im Burgenland setzen
wird.
Nähere Informationen: Büro LR Pernkopf, Mag. Markus Habermann,
Telefon 02742/9005-15473, e-mail markus.habermann@noel.gv.at.

26.06.2013, WWF
Waljagd vor Gericht
Hamburg – Über Japans Walfang rund um die Antarktis verhandelt ab heute der Internationale Gerichtshof in Den Haag. Australien hatte im Mai 2010 rechtliche Schritte gegen die japanische Regierung eingeleitet. Die australische Regierung wirft Tokio vor, mit dem japanischen Walfangprogramm zu „wissenschaftlichen Zwecken“ im Südpolarmeer internationale Regelungen zu verletzen. Der WWF lobt die australische Regierung dafür, den Fall vor den Internationalen Gerichtshof getragen zu haben: „Diese Gerichtsverhandlung leitet hoffentlich endlich das Ende der Waljagd im Südpolarmeer ein. Wenn es einen Ort auf der Welt gibt, wo Wale unbedingt geschützt werden müssen, sind es die eisigen Gewässer um die Antarktis. Viele Bartenwale finden ihre Nahrung hauptsächlich hier, ihre geschrumpften Populationen sind auf einen vollständigen Schutz im Südpolarmeer angewiesen“, betont Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF. Bereits 1994 wurde die Meeresregion von der IWC (Internationale
Walfang Kommission) zum Walschutzgebiet erklärt, trotzdem jagt Japans Flotte die Meeressäuger dort weiterhin. „Japan nutzt ein Schlupfloch im Walfangmoratorium der IWC, das die Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt – auch im Südpolarmeer sind die Meeresriesen nicht sicher“, so Homes.
Aufgrund der langsamen Reproduktionszyklen haben sich viele Walarten noch immer nicht von den dramatischen Bestandsrückgängen durch den kommerziellen Walfang bis zum Jahr 1986 erholt. Mehr als 200.000 Südliche Blauwale lebten im Südpolarmeer, bevor sie im zwanzigsten Jahrhundert massiv bejagt wurden. Schätzungen zufolge ist die Population auf etwa 2.300 Tiere geschrumpft. Zur Nahrungssicherung sind die dezimierten Populationen der großen Bartenwale vollständig auf das Südpolarmeer mit seinem massenhaften Krillvorkommen angewiesen, um sich einen Fettspeicher anzufressen, von dem sie den Rest des Jahres zehren. Riesige Krillschwärme mit bis zu 30.000 Individuen pro Kubikmeter bilden die wichtigste Proteinquelle des Polarmeers und sind das Fundament des marinen Nahrungsnetzes. Jeder Blauwal vertilgt im Sommer ca. 40 Millionen Krill-Krebse täglich, das entspricht etwa 4 Tonnen. Nur dank der hohen Krilldichte in den antarktischen Gewässern ist die Nahrungssuche der riesigen
Meeressäuger energieeffizient genug.
Größtes Meeresschutzgebiet der Welt für das Südpolarmeer?
Auch für Robben, Fische, Pinguine und andere Seevögel bildet der antarktische Ozean Nahrungsgrundlage und Lebensraum. Zunehmende Fischerei (auch auf Krill), Tourismus und Klimawandel gefährden das empfindliche Ökosystem jedoch. Der WWF setzt sich deshalb dafür ein, zwei besonders unberührte und ökologisch wertvolle Regionen des Südpolarmeers zusätzlich als Meeresschutzgebiete auszuweisen, in denen Fischerei und anderen menschliche Aktivitäten reguliert werden. Auf diese Weise würde das größte Meeresschutzgebiet der Welt entstehen. Mitte Juli soll in Bremerhaven auf einer Sondersitzung der zuständigen internationalen Kommission CCAMLR (Kommission zum Schutz der lebenden marinen Ressourcen der Antarktis) über die Errichtung der Schutzzonen entschieden werden, nachdem die Verhandlungen im letzten Herbst gescheitert waren. „Das Südpolarmeer ist das unberührteste aller Meere, die eisigen Gewässer gehören zu den letzten Rückzugsräumen auf diesem Planeten und sind
Lebensraum für viele bedrohte Wal- und Pinguinarten. Dieser Schatz der Natur verdient unseren Schutz“, so WWF-Experte Volker Homes.

28.06.2013, Dachverband Deutscher Avifaunisten
Neue Vogelart in dicht besiedelter Großstadt entdeckt!
Wissenschaftler der Wildlife Conservation Society, von BirdLife International und anderer Naturschutzgruppen haben eine neue Vogelart mit auffälliger Gefiederfärbung und lautem Ruf entdeckt — und dass nicht etwa in einem abgelegenen Urwald, sondern vor aller Augen in einer Hauptstadt mit 1,5 Millionen Einwohnern!
Die bislang unbekannte Art aus der Gattung der Schneidervögel wurde in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh und weiteren Flächen, einschließlich eines Baugebietes, unweit der Metropole entdeckt. Eine ausführliche Beschreibung der neuen Art namens Kambodscha-Schneidervogel Orthotomus chaktomuk wurde in einer Sonder-Online Ausgabe des Oriental Bird Club′s journal Forktail veröffentlicht.
Fotos eines Vogels, die in einer Baustellenregion aufgenommen worden waren, ließen Vogelkundler zunächst eine ähnliche küstennahe Schneidervogelart vermuten. Der etwa Zaunkönig große Vogel auf dem Foto mit grauem Gefieder, auffällig rostroter Kappe und schwarzer Kehle konnte dieser jedoch nicht eindeutig zugeordnet werden. Weitere Nachforschungen ergaben, dass es sich um eine komplett neue Art handelt. Hauptautor der Veröffentlichung, Simon Mahood, bezeichnet die Entdeckung einer neuen Art innerhalb einer dichtbesiedelten Großstadt, nur etwa eine halbe Stunde von seinem eigenen Heim entfernt, als außergewöhnliches Ereignis, das darauf hoffen lässt, auch weiterhin in bekannten ebenso wie unerwarteten Stellen neue Vogelarten entdecken zu können.
Der Kambodscha-Schneidervogel lebt in dichtem Gebüsch in Überschwemmungsflächen in Phnom Penh und Umgebung. Der wissenschaftliche Name „chaktomuk“ stammt aus dem Khmer oder Kambodschanisch und ist das alte Wort für „vierseitig“, womit der Fundort beschrieben werden kann, an dem der Vogel entdeckt wurde: das Zentrum von Phnom Penh, wo die Flüsse Tonle Sap, Mekong und Bassac zusammenfließen und sozusagen als vierter Fluss dem Meer entgegenströmen.
In Phnom Penh sind nur noch kleine Fragmente der buschigen Auen erhalten geblieben, größere Flächen liegen jedoch direkt vor der Stadt, wo auch der Kambodscha-Schneidervogel häufig ist. Eben dieses dichte Buschland, das den Vogel bisher so gut verborgen hat, schrumpft nach Angaben der Wissenschaftler zunehmend. Ausweitung der Landwirtschaft sowie Städtebau könnten sich schon bald negativ auf die neue Art uns ihren Lebensraum auswirken. Der aktuelle Schutzstatus wird derzeit von BirdLife International für die Rote Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN eingeschätzt.
Hauptsächlich durch die Erforschung entlegener Gegenden konnten in Indochina innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte zahlreiche neue Arten gefunden werden, darunter verschiedene Schwätzerarten in isolierten Gebirgen Vietnams, ein bizarrer, kahlgesichtiger Bülbül in Laos und die Mekong-Bachstelze, die erstmals im Jahr 2001 von der Wildlife Conservation Society und ihren Partnern beschrieben wurde. Häufig sind neu entdeckte Vogelarten unvermittelt in die Reihe vom Aussterben bedrohter Arten einzustufen oder es ist eine Gefährdung anzunehmen — ein deutlicher Hinweis darauf, wie es um die Artenvielfalt auf unserem Planeten bestellt ist!

28.06.2013, agrar-Presseportal
Naturschutzgebiete Mecklenburg-Vorpommerns: Karten veröffentlicht
Schwerin (agrar-PR) – Das Netz der Schutzgebietssysteme in Mecklenburg-Vorpommern wurde seit dem Erscheinen der letzten Schutzgebietskarte 1995 neu geknüpft. So wurden zwischen 1998 und 2007 die Schutzgebiete nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) ausgewählt. In den Jahren 2007 und 2008 wurden die Europäischen Vogelschutzgebiete in neuen Grenzen benannt.
Auch die sogenannten „nationalen Schutzgebiete“ (Nationalparke, Biosphärenreservate, Naturparke, Natur- und Landschaftsschutzgebiete) haben Ergänzungen erfahren. So wurden z.B. im Jahr 2004 die Naturparke „Sternberger Seenland“ und „Am Stettiner Haff“ und im Jahr 2011 der Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“ ausgewiesen.
Daher beauftragte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, seine Fachbehörde Übersichtskarten der Schutzgebiete zu aktualisieren und anschließend in Druck zu geben. Seit kurzem liegen nun beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) zwei Übersichtskarten im für das Land üblichen Übersichtsmaßstab 1:250.000 vor. Dies sind die Karten „Naturschutzflächen M-V, Teil 1: nationale Schutzgebiete“ und „Naturschutzflächen M-V, Teil 2: europäische Schutzgebiete“. Beide Karten sind handlich gefaltet und weisen jeweils eine Beilage mit der Auflistung aller Schutzgebiete sowie Statistiken auf. Die Karten wurden an alle Naturschutzbehörden, Verwaltungen von Ämtern und amtsfreie Gemeinden, Forstämter, Ämter für Raumordnung und Landesplanung, Straßenbauämter, Wasser- und Bodenverbände und Naturschutzverbände verteilt.
Die Karten können über die Bibliothek des LUNG http://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/publikation/publikation_bestellung.htm zum Preis von 5,40 € je Exemplar bezogen werden.
Auf der Internetseite http://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/umwelt/natur/schutzgebiete_portal/schutzgebiete_karten.htm besteht außerdem die Möglichkeit, die Karten kostenfrei als pdf-Datei herunterzuladen. In fortlaufend aktualisierter Form werden die Grenzen der Schutzgebiete auch im Kartenportal Umwelt (www.umweltkarten.mv-regierung.de) vorgehalten. Hier finden Sie auch viele weitere kartenbezogene Informationen zur Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns.

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